Articles for the Month of Dezember 2013

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2730

Das Venus-Team – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Ein Trupp von Elite-Raumlandesoldaten des TLD bereitet sich auf der Venus auf einen Einsatz vor. Das Team stellt sich zunächst unter der Führung von Bruce Cattai der vielfältigen und mitunter auch gefährlichen Tier- und Pflanzenwelt der Venus, bevor es von Attilar Leccore in den Auftrag eingewiesen wird. Der TLD-Chef präsentiert dem Team, zu dem u.a. der Oxtorner Tacitus Drake und der Swoon Benner gehören, Aufzeichnungen der Venus-Klinik Huo-LaFayn und andere Aufzeichnungen des Raumhafens. Ins Visier des TLD ist das Linguidenschiff GATOIR BUTINNY geraten. Leccore vermutet dahinter die XYANGO des Gestaltwandlers Leza Vlyoth. Beim Kampf gegen die KRUSENSTERN ist das Schiff beschädigt worden und Aufzeichnungen lassen vermuten, dass der Jaj das Schiff verlassen hat. Das Team soll die XYANGO erobern.

Auf Terra hat sich Farye Sepheroa in dem Haus ihres Großvaters gemütlich gemacht. So recht weiß die Nichte von Perry Rhodan nicht, warum sie das Haus 746 Upper West Garnaru Road bewohnt. Ihre Treffen mit Rhodan waren eher distanziert und jetzt wo er weg ist, plagen sie Ängste, die Verbindung zu dem gerade erst gewonnenen Verwandten wieder zu verlieren. Mit den Eigenarten des Hauses hat sie sich abgefunden. Am Abend des 2. Januar 1515 NGZ macht sie jedoch eine seltsame Entdeckung. Ameisen haben trotz der herrschenden Kälte an der Außenwand des Hauses eine emsige Tätigkeit entwickelt. Sie lässt die Tiere gewähren und beobachtet deren Treiben. Ein Servoroboter berichtet, dass die Ameisen etwas ausscheiden. Diese Absonderungen lassen sich nicht entfernen.

Einige Tage später kommt Gucky zu Besuch. Nachdem das Gespräch anfänglich etwas unterkühlt ist, unterhalten sich die beiden nach einigen Stunden prächtig. Gucky lädt Farye dazu ein, mit ihm Neu-Atlantis zu besuchen, was Farye später auch gerne wahrnehmen möchte. Zunächst jedoch unterbricht der Servoroboter die Unterhaltung. Die Ausscheidungen der Ameisen haben zu leuchten begonnen. Als Gucky und Farye die Sache untersuchen, staunen sie nicht schlecht. Das, was da leuchtet, war eine Schrift. Technik ist Erlösung. In den Nachrichten erscheinen zur gleichen Zeit Meldungen, die von weiteren gleichlautenden Schriftzügen in ganz Terrania berichten.

Auf der Venus geht das Team von Bruce Cattai in den Einsatz. Ohne von den besonderen Fähigkeiten ihres Vorgesetzten informiert zu sein, gibt Attilar Leccore vor, die Maske eines Linguiden zu tragen. In Wirklichkeit hat der Gestaltwandler den Linguiden perfekt kopiert. Gegenüber der XYANGO will er sich so als Leza Vlyoth ausgeben. Leccore gibt vor, aufgeflogen zu sein und sich in sein Schiff absetzen zu wollen. Verfolgt von terranischen Raumsoldaten flüchtet Leccore zur XYANGO. Die Bordpositronik WISTER fällt auf den Trick herein und lässt Leccore, den sie für Vlyoth hält an Bord, nachdem er, um WISTER zu überzeugen, kurzzeitig seine Gestalt geändert hat. Das verfolgende Venus-Team wird paralysiert und auf Befehl Leccores an Bord gebracht.

Für den Positronik-Spezialisten Benner stellen die Systeme WISTERS jedoch ein unüberwindliches Hindernis dar. Leccore kann im Zusammenspiel mit Benner und Cattai den zentralen Kern WISTERS zerstören, jedoch nicht verhindern, dass WISTER den Befehl zur Selbstzerstörung der XYANGO gibt. Bevor das Schiff in einer gewaltigen Explosion vergeht, können jedoch wichtige Bereiche der XYANGO mit Schirmfeldern geschützt werden. Nach der Detonation können wichtige Bauteile und auch Speicherbereiche nach Terra zur Untersuchung geschafft werden.

Dort hat unterdessen Professor Wesserhaven eine Erklärung für die absonderlichen Ameisen gefunden. Die Tiere sind genmanipuliert und dem Erzeugen einer Schrift liegt eine geschickte Programmierung zugrunde. Als Urheber wird der Techno-Mahdi vermutet. Seine Anhänger versprechen sich durch die Technik von den Lasten des Lebens befreit zu werden und zu einem neuen Leben zu finden. Das Erscheinen des Techno-Mondes betrachteten die Anhänger als ein Hoffnungszeichne und die Verurteilung Rhodans und Bostichs wurde von ihnen begrüßt.

Ein Team um Sichu Dorksteiger macht sich an die Analyse der geborgenen Teile der XYANGO. Die Chefwissenschaftlerin der Liga kann diese Aufgabe angehen, da ihre Untersuchungen zu Abwehrmaßnahmen gegen die Linearraumtorpedos der Onryonen im Sande verlaufen sind. Es gibt keinen Schutz, so das Resümee ihres Abschlussberichts. Auch die Untersuchungen der Speicher der XYANGO sind langwierig und schwierig. Erst im Oktober 1515 gelingt ein Erfolg. Aus den Daten lassen sich drei Dunkelwelten namens Gorgesd, Onuper und Bootasha identifizieren, die als Gefängniswelten dienen. Am Ende des Jahres 1515 NGZ verbreitet der Techno-Mahdi nach Monaten des Schweigens eine neue Botschaft. Gleichzeitig bricht die modernisierte KRUSENSTERN unter dem Kommando von Jawna Togoya auf, um nach Rhodan zu suchen. Mit an Bord sind Farye Sepheroa, Gucky, terranische Elitetruppen und die beiden Haluter Icho Tolot und Avan Tacrol.

 

Rezension:

Selten war ich in der subjektiven Beurteilung eines Romans so unschlüssig, wie in diesem Fall. Der Roman konnte streckenweise unterhalten. Allerdings komme ich nach der Lektüre zu keinem eindeutigen Urteil. Der Roman war weder gut noch schlecht. Aber auch das Wort durchschnittlich wird der Geschichte irgendwie nicht gerecht. Doch von Anfang an.

Autor Oliver Fröhlich greift in seinem Gastbeitrag ein Thema auf, von dem ich beinahe schon davon ausging, dass es die Expokraten vergessen hatten. Es geht um das auf der Venus zurückgelassene Schiff des Gestaltwandlers Leza Vlyoth. Nach dem Kampf mit der KRUSENSTERN hat Vlyoth die XYANGO als Linguidenschiff getarnt auf der Venus zurückgelassen, um auf Luna den Widerstand zu infiltrieren. Dabei wurde er verletzt. Sein Schiff konnte er deshalb beim Aufbruch Lunas nicht mitnehmen.

Zu Beginn wird der Leser von der überbordenden blumenreichen Sprache des Autors fast erschlagen. Der Kampf des Venus-Teams gegen Flora und Fauna war gut choreografiert, beinahe zu gut, wie ich finde, denn die Abläufe griffen stellenweise chirurgisch perfekt ineinander. Angesichts der Gefahrenlage war das etwas übertrieben. Und insgesamt wären ein paar Adjektive weniger an einigen Stellen mehr gewesen. Der Darstellung des Venus-Teams haftetet etwas Archaisches (bezogen auf das Perryversum) an und der Trupp erinnerte in der Zusammenstellung an frühere Einsatzteams, die Menschen, Umweltangepasste und andere exotische Mitglieder in einer Gruppe vereinigte.

Nach dem fulminanten Einstieg kommt die ruhige Phase, in der uns der Autor erklärt, was das Ziel der Geschichte ist. Damit, und auch mit den weiteren Handlungsabschnitten, die sich mit dem Venus-Team beschäftigen, folgt der Autor einem klassischen Aufbau. Der Leser weiß früh um das Ziel und den Helden werden Steine in den Weg gelegt, die sie zwar gelegentlich stolpern lassen aber am Ende gibt’s wenigstens eine (klitzekleine) Belohnung, die den Weg für die nächste Geschichte bereitet. Von daher stellte Oliver Fröhlichs Roman keine Überraschungen parat.

Überraschend war allerdings, dass man ausgerechnet vom Schiff des perfekten Jägers Informationen erbeuten konnte. Wie schreibt man einen Roman, dessen Handlung das Ziel verfolgt, die bislang unüberwindliche Technologie des Atopischen Tribunals am Ende zu besiegen? Antwort: Indem der Gegner das tut, was bislang den Terranern vorbehalten war, d.h. sich dumm anstellen. Oder anders ausgedrückt, der Autor kehrt mal eben die Verhältnisse einfach um. Nun lag es am Gegner sich dumm anzustellen und die Terraner gewähren zu lassen. Gegen einen WISTER der Hefte 2709 und 2711 hätte das Venus-Team die Schleuse der XYANGO nicht lebend erreicht oder den Raum, in dem sie inhaftiert waren, nicht verlassen können. Dabei war die Idee, nämlich den Gestaltwandler Leccore auf die XYANGO zu bringen, eigentlich brillant. Die weiteren Aktionen waren nicht mehr so überzeugend.

Es lag sicherlich nicht in der Absicht des Autors aber er liefert unabsichtlich selbst ein Argument, warum die Terraner beim Einnehmen der XYANGO eigentlich hätten scheitern müssen. In einer Welt, in der Ameisen nicht unbeobachtet eine Hauswand vollkotzen können, hätten sich die Terraner an Bord von Vlyoths Schiff nicht so frei bewegen können. Bei dieser Art Roman muss man also Abstriche bei der Plausibilität der Handlungsabfolgen machen. Das wäre nicht nötig gewesen, wenn das Atopische Tribunal nicht ganz so übermächtig geschildert worden wäre, wie es in den ersten 30 Heften der Fall war und auf der anderen Seite die Terraner nicht so dümmlich beschrieben worden wären. Dass man mit der Technik eines überraschend auftauchenden Volks nicht mithalten kann, ist noch verständlich. Warum aber auch Abstraktionsfähigkeit, logisches Schlussfolgern und andere geistigen Fähigkeiten der Galaktiker regelmäßig in den ersten 98 Heften eines Zyklus einen Einbruch erfahren, ist nicht nachvollziehbar. Für den einzelnen Autor ist es natürlich einfach, sich seine Geschichte jedes Mal nach Gutdünken hinbiegen zu können aber es macht die Geschichte nicht besser.

Nun, die Selbstzerstörung der XYANGO kann auch das Venus-Team nicht verhindern. Hier wird es wieder realistischer und gleichzeitig auch wieder Unrealistisch. Denn um wenigstens einige Fragmente der XYANGO analysieren zu können, gehen Soldaten an Bord, um mit ihren Schutzschirmen einige Bereiche des Schiffes gegen die Zerstörung zu sichern. Ein Selbstmordkommando, doch oh Wunder, alle Soldaten überleben die Explosion des Schiffes. Das war Nonsens.

Nach dem Einsatz des Venus-Teams wird die Geschichte fahrig. Der Grund dafür ist schnell ausgemacht. Der Roman erstreckt sich über ein volles Kalenderjahr. Auf der einen Seite sind größere zeitliche Abfolgen durchaus plausibel, wenn es um die Gewinnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen geht. Leider zerstören diese Sprünge aber auch die Grundstimmung des Romans. Von daher wäre es besser gewesen, diese zeitlichen Abfolgen als Rückblende an den Anfang des nächsten Romans zu stellen.

Fazit: Der Aufbau der Haupthandlung ist ohne Überraschung und teilweise arg konstruiert. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse hätten einen anderen Platz, sprich den nächsten Roman verdient gehabt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2729

In eine neue Ära – von Marc A. Herren – Handlung:

In den letzten drei Monaten des Jahres 1514 NGZ kommt es verschiedenen Orts zu zukunftsweisenden Ereignissen. Die Tefroderin Toio Zindher wird nach der Genesung von ihren Verletzungen von Gucky aufgesucht. Der Ilt eröffnet ihr freimütig, dass er auf ihre Hilfe bei der Suche nach Perry Rhodan und Bostich hofft. Die Tefroderin lehnt sein Ansinnen ab, auch dann noch, als Gucky ihr seine neue Fähigkeit offenbart. Die Tefroderin wird an Bord der GALBRAITH DEIGHTON V gebracht. Die Kommandantin Anna Patoman ist froh darüber, nach den Ereignissen im Ghatamyz-Sektor einen neuen Einsatz machen zu dürfen. Zusammen mit Gucky und dem Chef des TIPI, Orest Athapilly, soll sie die beiden Zellaktivatorträger Rhodan und Bostich ausfindig machen.

Etwa zu gleichen Zeit treffen sich Resident Arun Joschannan und die Solare Premier Cai Cheung. Sie erörtern unter anderem die Untersuchungen des onryonischen Schiffs ZAATRO am Psi-Korpus TAFALLAS. Anschließend reist der Resident ins Hefderadsystem mit dem Planeten Zaltertepe. Er trifft sich mit dem Präsidenten des Bundes Freies Ertrus, Paior Gasparan, dem Kommandeur der BFE-Flotte Tont Kytubashe und Lordadmiral Monkey. Der BFE plant, dem Atopischen Tribunal die Stirn zu bieten, sollte es zu einer Besetzung des Kreit-Systems kommen. Nach langem Zögern sichert Joschannan die Unterstützung der LFT für den Fall der Fälle zu. Auch die USO unterstützt diesen Plan. Lordadmiral Monkey unterrichtet den Vorsitzenden des Galaktikums UFo über die Ergebnisse des Treffens.

Im Solsystem trifft sich Cheung am Bauplatz des Jupitermondes Ganymed mit Homer G. Adams. Der Zellaktivatorträger verfolgt mal wieder geheimnisvolle Notfallpläne. Er plant den Bau eines Raumschiffes mit dem Hypertrans-Progressor-Antrieb, wie ihn schon die STARDIVER besessen hat. Die finanziellen Mittel bringt er selbst auf. Er will jedoch die Unterstützung Sichu Dorksteigers und als Projektleiterin Jawna Togoya haben und Cheung bewilligt diese Wünsche. Nach dem Abflug trifft sich Adams mit Viccor Bughassidow, seinem Geldgeber. Nach dem Essen verlässt Adams die KRUSENSTERN. Auf dem Weg zum Hangar begegnet er Attilar Leccore, den er freundlich grüßt.

An Bord der GALBRAITH DEIGHTON V wird der Spur gefolgt, die der manipulierte Zellaktivatorchip Bostichs hinterlässt. Das Schiff hat den Rand der Southside, 25.280 Lichtjahre vom Solsystem entfernt, erreicht. Auf die Mitarbeit von Toio Zindher muss die Besatzung zunächst verzichten. Alle Versuche Guckys, die Tefroderin umzustimmen, waren erfolglos. Immer dann jedoch, wenn sich Orest Athapilly einmischt, hebt sich die Stimmung von Gucky und auch die Tefroderin wird zugänglicher. Der Ilt vermutet, dass der Chef des TIPI ein Emoter ist, jemand, der die Emotionen anderer steuern kann. Athapilly tut sich unwissend aber er kann tatsächlich die Vitaltelepathin dazu bringen, den Standort der beiden Unsterblichen anzuzeigen. Nachdem Orest Athapilly mit der Tefroderin intim geworden ist, kommt Toio Zindher allerdings hinter die Fähigkeit des TIPI-Chefs und verletzt ihn schwer.

Unterdessen tritt im Kreit-System der Fall der Fälle ein. Eine onryonische Flotte materialisiert und bekommt vom Bund Freies Ertrus ein Ultimatum gesetzt. Die Schiffe haben sich bis Ende Oktober aus dem Hoheitsgebiet der Ertruser zurückzuziehen. Die LFT entsendet 20.000 Schiffe, die nahe dem Kreit-System Manöver durchführen. Auch die USO schickt Schiffe unter der Führung von Lordadmiral Monkey an Bord der TRAJAN. Wie erwartet ignorieren die Onryonen das Ultimatum. Es kommt zur Schlacht. Binnen kürzester Zeit materialisieren in mehreren Wellen mehrere zehntausend onryonische Schiffe. Vier Verbände der Onryonen bedrohen die LFT-Flotte, die zur Unterstützung der Ertruser eingreifen will. Die Schlacht der Ertruser endet in einem Desaster. Das Flaggschiff des BFE wird vernichtet und der Großteil der ertrusischen Flotte. Die TRAJAN ebenfalls. Lordadmiral Monkey kann entkommen. Die LFT greift nicht ein.

Die Onryonen fordern vom Galaktikum eine Untersuchung der Ereignisse im Kreit-System. UFo setzt eine Untersuchungskommission ein. Ende des Jahres stimmt die Vollversammlung des Galaktikums auf Basis des Untersuchungsberichtes ab. Der militärische Einsatz der Ertruser wird nachträglich vom Galaktikum legitimiert. Und auch das Eingreifen der USO wird nachträglich gutgeheißen. Die Onryonen verkünden, dass die USO ab sofort als Terror-Organisation eingestuft und verfolgt wird. Auf Ertrus versichern sich die Onryonen die Unterstützung der vernichtend geschlagenen Ertruser vom Präsidenten Paior Gasparan. Ertrus könnte die erste Welt sein, die eine Ordische Stele erhält.

In der Nähe des von Toio Zindher angezeigten Ortes, wo sich die beiden Unsterblichen aufhalten sollen, ortet die GALBRAITH DEIGHTON ein Doppelkugelschiff der Onryonen, das plötzlich hinter einem Hyperenergieschleier verschwindet. Das LFT-Schiff folgt getarnt. Nach Durchdringen des Schleiers zeigt sich dahinter eine mindestens 10.000 Einheiten starke Flotte der Onryonen. Zwar wird die DEIGHTON nicht direkt geortet aber das Durchdringen des Feldes ist bemerkt worden. Mit mehreren Transitionen kann der Liga-Raumer entkommen und unverrichteter Dinge nach Terra zurückkehren.

Dort treffen die ersten Arkoniden ein, die das Arkon-System verlassen haben und auf Terra Asyl erhalten. Sie gründen auf den Azoren das Projekt Neu-Atlantis.

 

Rezension:

In regelmäßigen Wellen schwappen Romane über die Leserschaft hinweg wie der vorliegende Roman von Marc A. Herren. Diese Art von Roman dient eigentlich nur einem Zweck: Der Erläuterung eines Status Quo der Milchstraßenverhältnisse. Von daher sucht man im Roman des Schweizers vergeblich nach einer Story.

Der Roman war zwar nicht spannend aber zumindest streckenweise interessant. Interessant vor allem deshalb, weil der Autor bekannte Location und Figuren haufenweise einsetzt. Spannend war er deshalb nicht, weil der Autor zwar mehrfach von einer neuen Ära spricht, plausible Entscheidungen und Begebenheiten, die das voraussetzen aber weitestgehend ausblendet oder gar vermeidet. Und nur streckenweise interessant deshalb, weil es immer wieder das eine oder andere Kapitel gab, in der der Autor die ohnehin nicht vorhandene Story auch noch künstlich streckt, wie beispielsweise Guckys Versuche, mit den Taten Rhodans die Tefroderin zu überzeugen oder als Patoman dem TIPI-Chef die technischen Daten ihres Schiffes runterrasselt.

Der Autor gibt sich zudem wenig Mühe, diese Wiederholungen wenigstens interessant zu verpacken. Der Schreibstil erreicht in diesen Passagen allenfalls das Niveau einer Geschichte für Kinder im Vorschulalter. Zumindest für Heiterkeit sorgte die Einsetzung einer Untersuchungskommission wegen des Kreit-Zwischenfalls. Diese Art der Darstellung politischer Instrumente war auf ähnlich niedrigem Niveau angesiedelt wie zuletzt der Bürgerentscheid Terras zur Untersuchung des SI-Korpus durch die Onryonen.

Andere interessante Konstellationen wagen der Autor, respektive das Expo-Team, nicht wirklich anzufassen. Gucky zum Mörder werden lassen? Die Gelegenheit, sofern man das so bezeichnen darf, ist vorüber. In einem Zustand höchster Emotionalität unmittelbar nach Tekeners Tod, hätte man das vielleicht schreiben können. Jetzt, wo die Tefroderin wehrlos ist, ist ein solches Vorgehen absurd. Von daher konnten die Szenen zwischen Ilt und Toio Zindher nicht überzeugen. Allerdings wie oben geschrieben nicht nur aus dem Grund.

Adams taucht mal wieder auf. Das Auftauchen des Buckligen folgt dem üblichen Muster. Natürlich hat Adams einen Notfallplan im Gepäck. Wie der aussieht? Wird nicht gesagt. Wie der funktioniert? Wird auch nicht gesagt. Was bedeutet, er wird nicht funktionieren oder haben diese Pläne jemals funktioniert? Lediglich die Leser, die Gebetsmühlenartig die Figur Adams nachfragen, werden vorerst still sein.

Auch auf militärischer Ebene bot der Beitrag Herrens nichts Neues. Im 30. Heft in Folge staunen die Galaktiker einmal mehr über die Ressourcen des Gegners und holen sich eine Klatsche. Ebenso wenig wie seinerzeit die Terminale Kolonne mit militärischen Mitteln zu besiegen war, wird es wohl auch für das Atopische Tribunal eine andere Lösung geben müssen. Allerdings war zu Zeiten TRAITORS noch Robert Feldhoff Expokrat. Die Galaktiker gebärdeten sich damals nicht so kleinkindisch wie sie es heute unter Christian Montillon tun.

Ach ja, ich dachte Doppelkugelschiffe der Onryonen wären ein Mythos?

Fazit: Ein opulenter Roman, was die Handlungsorte und Figuren angeht aber weitgehend inhaltsleer und nur teilweise unterhaltsam. Zudem nicht widerspruchsfrei und beim jetzigen Stand (30 Hefte) zu sehr künstlich bemüht, den Ungleichstand zwischen Aggressoren und Verteidiger noch eine Zeitlang aufrechtzuerhalten.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2728

Die Gravo-Architekten – von Michelle Stern – Handlung:

In der Onryonenstadt Iacalla auf Luna sind Toufec und Shanda Sarmotte mit ihrem Vorhaben gescheitert, den Genifer Aytosh Woytrom zu entführen. Auf ihrer Flucht aus Iacalla werden sie schließlich von Quinta Weienater aufgelesen und erfahren von der Aktivierung des Gravo-Irritators und der Bedrohung durch die vier Neutronensterne.

Unterdessen starten die Onryonen ein Kleinraumschiff, das den Repulsorwall durchdringen und außerhalb einen Hilferuf absetzen und Messungen vornehmen soll. Die Onryonin Menthennar Zariy ist die Einsatzleiterin des Unternehmens. Ein Genifer überwacht die Schiffssysteme. Doch auch er kann nicht verhindern, dass das Raumschiff unmittelbar nach Passieren der Strukturschleusen durch den Repulsorwall von den verheerenden Kräften die außerhalb toben, zerrissen wird. Mehr noch, Energien aus diesem Desasterfeld schlagen zurück und gefährden Luna. Die Onryonen haben Mühe, die Öffnungen im Repulsorwall zu schließen.

Der Widerstand hat das System der vier Neutronensterne mittlerweile Dhalaam-System getauft. Über den Aufruf des Mondbefehlshabers der Onryonen, Ryotar Fheyrbasd Hannacoy, ist der Widerstand uneins. Raphal Shilo, einer der Leinwächters Pri Sipieras ist gegen einen Kontakt. Doch die Anführerin entscheidet anders. Im Flip, dem Sitz des lunaren Parlaments treffen sich die Führung des Widerstands und die Spitzen der Onryonen. Trotz gegenseitigen Misstrauens und Vorwürfen sind beide Seiten darin einig, gemeinsam die Bedrohung meistern zu wollen. Auch der Toloceste Mit dem Gammablitz nimmt an dem Treffen teil. Der Wissenschaftler Fionn Kemeny kann seine Stärken ausspielen, denn er versteht den Tolocesten wie kein anderer.

In der Werft der Beer & Mädler-Universität soll eine gemeinsam konstruierte und besonders geschützte Sonde gebaut werden, mit der man versuchen will, mit den Erbauern des künstlichen Systems, den Gravo-Architekten, in Kontakt zu kommen. Raphal Shilo, dem diese Aktivitäten gar nicht gefallen, trifft sich mit Mathieu Cort, einem spleenigen Kokointerpretor, der hinter allem eine Verschwörung vermutet. Die beiden Männer mutmaßen, dass die Onryonen an Toufecs Nanogenten herankommen wollen. Sie beschließen daher, in einem günstigen Moment Toufec zu entführen.

Der Versuch mit der Sonde scheitert. Immerhin konnten einige Messdaten übermittelt werden. Das System ist etwa 20 Millionen Jahre alt. Es gibt Steuerimpulse, die das System im Gleichgewicht halten und das Desasterfeld durchdringen können. Die Steuerzentrale, wahrscheinlich nicht größer als ein Daumennagel, sitzt auf Dhalaam-Delta. Mit dem Gammablitz hält die Steuerzentrale für die Drittmacht, die den Zug Lunas beeinflusst hat, als der Gravo-Irritator vom Widerstand eingeschaltet wurde. Da Hypersignale die Steuerzentrale nicht erreichen können, schlägt Shanda vor, hinzufliegen, was selbst Kemeny für töricht hält. Doch Mit dem Gammablitz hält das für möglich. Das Raumschiff müsste kleiner als ein Virus sein, nicht größer als zehn Nanometer.

Das Projekt Gravo-Taucher wird verwirklicht. Die Baumasse kommt von tt-Progenitoren und die Sonde enthält Nanogenten, mit einer Mentalkopie von Toufec. Über diese Mentalkopie soll Shanda Kontakt zu den Gravo-Architekten aufnehmen. Schließlich wird die nur wenige Pikometer große Sonde gestartet und fliegt Dhalaam-Delta an und kann sowohl dem Desasterfeld als auch der milliardenfach höheren Schwerkraft trotzen. Über die mental-indizierten tt-Progenitoren empfängt Shanda Signale, die über eine Schnittstelle von NATHAN in Bilder übersetzt werden. Die Szenerie raubt den Beteiligten den Atem, während die Sonde über die Oberfläche des Neutronensterns fliegt. Die Sonde entdeckt einen Schacht, kaum breiter als sie selbst und dringt in die Gravo-Bastion ein.

Schließlich entdeckt die Sonde Strukturen, die Kemeny als Hyperwürfel bezeichnet. Im Inneren der Würfel scheint es künstliche Wesen zu geben, die wie das griechische Chi geformt sind. Eines der Chi-Wesen bezeichnet sich als Kustos, ein Wächter. Das künstliche Geschöpf ist nicht bereit zu helfen. Seine Erbauer leben in den Alten Sternenlanden, die Southside der Milchstraße, in der auch das Dhalaam-System liegt. Alles andere ist das Imperium der Empörer. An diesem Punkt der Kommunikation startet Raphal Shilo seinen Sabotageakt. Lunarer und Onryonen können gemeinsam den Attentäter überwinden, allerdings wird Shanda schwer verletzt.

Die Zeit wird knapp. Luna nähert sich immer mehr dem Neutronenstern. Schließlich kann Shanda wieder in Kontakt zum Kustos kommen. Der Kustos hat ihr Leid und ihren Schmerz mitbekommen. Er hat erkannt, dass das Imperium der Empörer nicht mehr existiert und hat bei seinen Gebietern eine Lizenz für eine befristete Gravomodifikation erwirkt. Luna wird in eine stabile Umlaufbahn des Dhalaam-Systems gebracht. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Luna viel Zeit im hyperphysikalischen Chaos verloren hat. Die Schätzungen gehen von wenigen Wochen bis zu zehn Jahren.

Mit dem Erfolg wird die Zweckgemeinschaft von Widerstand und Onryonen aufgelöst. Als sich der Widerstand wieder bei YLA trifft, gibt das Positronische Phantom eine merkwürdige Auskunft. Es scheint so, als wäre NATHAN, möglicherweise zusammen mit YLA die Drittmacht, die den Mond ins Dhalaam-System gebracht hat. Der Repulsorwall ist durch die Ereignisse undurchlässig auch für die Onryonen geworden, die nun ebenfalls Gefangene auf Luna sind. Diese Zeit müsse man nutzen, teilt YLA mit. Toufec hat noch andere Probleme. Pazuzu meldet sich nicht mehr und Shanda nimmt bei dem Nanogenten eigene Gedanken wahr.

 

Rezension:

Mondbasis Alpha 1 trifft auf Das Drachenei war so mein erster Gedanke bei dem Doppelroman von Michelle Stern. Wer das nicht ganz versteht, ersteres ist eine britische SF-Fernsehserie aus den 70er Jahren, die zum Inhalt hat, dass der Mond aus der Umlaufbahn um die Erde gerissen wird und durchs Weltall vagabundiert. Und Das Drachenei ist ein SF-Roman von Robert L. Forward, der darin über Leben auf einem Neutronenstern schreibt.

Möglicherweise wird Terra längere Zeit auf Luna verzichten müssen. Der Erdtrabant scheint sich zu einer medusischen Welt entwickelt zu haben und zieht seine eigene Bahn. Die ersten Annäherungen zwischen Onryonen und Menschen zeigen zudem, dass beide Seiten sich nicht gänzlich unversöhnlich gegenüberstehen. Diese Inhalte, nämlich die Zusammenarbeit und das Überbrücken von Differenzen hat die Autorin wirklich gut in Szene gesetzt. Waren bislang nur die auf Luna geborenen Onryonen als gemäßigt beschrieben worden, rückt die Autorin nun auch die Militärs in ein etwas anderes Licht, wie das Beispiel Khelay zeigt.

Letzte Woche schrieb ich dass der zweite Teil möglicherweise eindrucksvoller daherkommt. Zu Beginn des Romans hält sich die Autorin noch zurück. Der Roman war zunächst auf dem gleichen Level wie der erste Teil. Zwar spannend aber er riss nicht mit. Die Sprache empfand ich zunächst als kühl, beobachtend und distanziert während die Protagonisten der Autorin ihre ersten Versuche unternahmen, die Bedrohung abzuwenden. Erst mit dem Projekt Gravo-Taucher wurde der Roman auch packend. Das Geschehen konnte von da an fesseln und hatte nur einen Nachteil. Es war viel zu schnell zu Ende. Der Platz im Doppelband wäre durchaus da gewesen, das Geschehen auf dem Neutronenstern noch einige Seiten auszuweiten. Der Begriff „Imperium der Empörer“ hat einen Lachanfall bei mir ausgelöst. Könnte es sein, dass Michelle Stern damit eine Anspielung auf uns Leser macht? Falls ja, der Ulk ist gelungen!