Articles for the Month of Dezember 2013

Der die Unsterblichen redigiert – Klaus N. Frick zum Fünfzigsten

Der_die_Unsterblichen_redigiert

Rezension:

Was haben Til Schweiger, Brad Pitt und Klaus N. Frick gemeinsam? Nun, alle drei sind im Dezember 2013 fünfzig Jahre alt geworden. Während die beiden erstgenannten es zu nationaler, bzw. internationaler Größe im Filmbusiness geschafft haben, hat es Klaus N. Frick immerhin zum Chefredakteur der größten SF-Serie der Welt gebracht. Millionär dürfte er damit nicht geworden sein und wahrscheinlich hat er zum Geburtstag auch keine Insel geschenkt bekommen, aber immerhin hat er sich einen gewissen Ruf erarbeitet, so dass sich Arbeitskollegen, Autoren, Illustratoren und andere Weggefährten genötigt sahen, dem Menschen Klaus N. Frick ein kleines Denkmal zu setzen und dessen persönliches Jubiläum in einem Taschenbuch zu würdigen.

Und da der weltweit größte Onlinehändler in der persönlichen Werbung hin und wieder bei meinen Einkäufen auch ein Produkt namens Perry Rhodan erwähnt, hat das TB meine Aufmerksamkeit erregt und ist bei mir auf dem Gabentisch gelandet.

Für 7,90 EUR sind die 164 Seiten des Buches prall gefüllt mit Laudationen (Plural von Laudatio und ja, es steht so im Duden), biographischen Stationen, Kurzgeschichten und anderem. Auch einige Fotos und Abbildungen kann man bestaunen.

Nach einem Vorwort von Herausgeber Frank G. Gerigk hat Eckhard Schwettmann die Ehre die offizielle Laudatio zu halten. Jedenfalls trägt sein Beitrag als einziger diesen Titel, wobei viele andere Beiträge natürlich in die gleiche Kategorie fallen. Vorwort und Laudatio sind noch recht nüchtern gehalten. Sie gehen auf persönliche Begegnungen ein und geben einen kleinen Überblick über den Werdegang von Klaus. Nichts, was der Redakteur in seinem privaten Blog, im Perry-Rhodan-Blog oder sonst wo nicht schon veröffentlicht hat. In Dirk van den Booms Beitrag vollzieht sich auf amüsante Weise der Werdegang des Geburtstagskindes vom Fan zum Profi oder anders ausgedrückt zum Krawattenträger.

Unter dem Titel „der Retter des Universums“ steuert Richard Dübell eine Kurzgeschichte bei. Natürlich hat Toufec eine Hauptrolle und von Delorian mal wieder den Auftrag bekommen eine bedeutende Person der Weltgeschichte zu retten. Doch leider reist Toufec in die falsche Zeit und platzt in die Geburtstagsparty von Klaus N. Frick, der sich mit allen Mitteln gegen die „Rettung“ wehrt. Und auch Delorian ist wenig begeistert, da er den Fortbestand des Universums gefährdet sieht.

Jörg Weigand steuert in seinem Beitrag nicht nur das bekannte Kürzel KNF bei sondern auch ein paar Informationen zum Lektor KNF, der u.a. auch einige Romane von Kommissar X lektoriert hat.

Günther Freunek hat einige Zitate von KNF zusammengestellt, die zum Teil dem von Klaus herausgegebenen Magazin SAGITTARIUS entnommen wurden und Hubert Haensel gewährt einen Einblick in den All-tag des Redakteurs. Christoph Dittert (Montillon) beleuchtet ein bisschen die andere Seite des Chefredakteurs, nämlich die Punk-Seite aber auch den Autor KNF zu seinen Peter Punk-Büchern. Eckhard Schwettmann ist mit zwei weiteren Beiträgen vertreten. Aus seinem Buch Allmächtiger steuert er noch ein Interview mit KNF bei und auch ein Beitrag über Medien im 49. Jahrhundert, der von KNF bei einem Medienforum in Köln gehalten wurde.

Was gibt’s sonst noch? Einige Kurzgeschichten habe ich zunächst nur überflogen, die Anleitung für den Frick-Flip aus der Asimov-Kellerbar von Klaus Marion könnte ich heute Abend mal ausprobieren. Markus Heitz versucht sich daran, das Geheimnis des Ennpunkts beim Klaus zu lüften und Michael Markus Thurner (diesmal mit k und nicht mit c) versucht sich am Privatmann Klaus N. Frick. Auch Hermann Ritter und Uschi Zietsch tragen persönliche und humorige Anekdoten bei, auch wenn mir das Geschichtchen zum Schwanzproblem irgendwie schon bekannt vorkam.

Andreas Eschbach schließt das Taschenbuch mit einer Kurzgeschichte ab. Darin wird KNF von ES zwangsverpflichtet, die Perry-Rhodan-Serie bis mindestens Band 20.000 zu betreuen.

Fazit: Ich wollte eigentlich nur mal kurz darin blättern und bin doch auf Anhieb bei den meisten Beiträgen hängengeblieben.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2732

Der Hetork Tesser – von Uwe Anton – Handlung:

Nach der Verurteilung zu 500 Jahren Mobilitäts- und Autoritätsentzug erwacht Perry Rhodan in einer ihm unbekannten Umgebung. Ihm fehlt die Erinnerung daran, wie er an diesen Ort gelangt ist und ob er die Strafe erst antreten muss oder ob er sie gar schon verbüßt hat. Er befindet sich in einem Wohnraum mit irdisch anmutender Einrichtung im Stile seiner Jugendzeit, also den 30er, 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Auf einem Schreibtisch steht ein altertümliches Telefon mit Wählscheibe. Die Leitung ist jedoch tot. Die weiteren Zimmer, darunter eine Bibliothek, ein Billardzimmer, eine Küche und das Bad sind im gleichen Stil gehalten. Im Keller gibt es einen Fitness-Raum und ein Schwimmbecken. Der Blick nach draußen zeigt einen weitläufigen Park mit Bäumen, Wiesen und grasenden Schafen.

Als er das Haus verlässt, hört Rhodan das Gebrüll eines Löwen. Je weiter er sich vom Haus entfernt, desto höher wird die Gravitation. Als er kaum noch vorrankommt wird er durch einen Prankenhieb des Löwen verletzt und kann mit Mühe ins Haus zurückkehren. Der Löwe scheint ein Wächter zu sein. Einen Zugang zum 1. Stock des zweigeschossigen Hauses kann Rhodan nicht entdecken. Tage und Wochen vergehen. Der Unsterbliche hält sich fit und beschäftigt sich ausgiebig mit der vorhandenen Literatur der Bibliothek. Er liest Werke von John Steinbeck und anderen nordamerikanischen Autoren. Auch Philip K. Dick und andere SF haben es Rhodan angetan. Die Bücher sind allesamt vor 1971 erschienen, dem Jahr seiner Mondlandung. Auch ein altertümliches Fernsehgerät mit gleichfalls alten Filmen und Serien dient seinem Zeitvertreib. Die Vorräte in der Küche werden auf unbekannte Weise täglich aufgefrischt.

Eines Tages klingelt das Telefon. Der Onryone Soroloyn Tevvcer stellt sich als sein Bußwart vor und würde sich gerne mit Rhodan unterhalten. Für die Gespräche öffnet sich jedes Mal eine Tür in das Obergeschoß. Der Bußwart erscheint nicht persönlich sondern mittels Materieprojektion. Die Gespräche verlaufen meist nach dem gleichen Muster. Der Onryone möchte, dass Rhodan Buße für seine Tat zeigt und Rhodan entgegnet stets, dass er keine Reue zeigen könne für etwas, das er nicht getan hat. Nur einmal zeigt sich Tevvcer unsicher. Der Kaydrin-Vorfall habe sein Leben verändert, räumt der Onryone ein. Mehr sagt er nicht zu dem Thema. Als nach mehreren Wochen endlich mal wieder das Telefon klingelt, ist jedoch nicht Soroloyn Tevvcer am Apparat sondern ein Fremdwesen, das sich als Neacue vorstellt. Der Angehörige des extrem langlebigen Volks der Benetah kann die Verbindung zu Rhodan nutzen, um in dessen Bußklause einzudringen. Neacue nutzt dazu das Vae-Metall, das sich durch den ganzen Planeten zieht. Neacue schlängelt sich aus dem Hörer und bildet einen menschlichen Kopf nach.

Nun endlich erfährt Rhodan Einzelheiten zu seinem Kerker. Die Benetah sind vor langer Zeit auf der Dunkelwelt Bootasha gestrandet. Vor etwa 300 Jahren nach Rhodans Zeitrechnung sind die Onryonen gekommen. Die Benetah konnten sich bislang verbergen, da sie die Erinnerungen der Onryonen an Begegnungen löschen. Neacue ist dabei, einem anderen Gefangenen zur Flucht zu verhelfen. Rhodan sieht eine Chance und bringt Neacue dazu, eine Verbindung zu diesem Gefangenen herzustellen. Zu Rhodans Überraschung ist es ein Lare, der sich als Avestry-Pasik vorstellt und Rhodan unverhüllten Hass entgegenbringt. Er bezeichnet den Terraner als Hetork Tesser, den Zerstörer von allem, dem Zerstörer des Konzils der Sieben. Die Larengalaxis ist in der Hand des Atopischen Tribunals und Avestry-Pasik seit 20 Jahren auf Bootasha inhaftiert. Eine Robotflotte der Laren ist seit vielen Jahren unterwegs, um ihn zu befreien. Rhodan will unbedingt, dass Avestry-Pasik ihn und Bostich mitnimmt. Er würde die Fluchtpläne des Laren sonst an Soroloyn Tevvcer verraten.

Avestry-Pasik willigt notgedrungen ein. Die Benetah haben nach Laren-Plänen einen Vae-Transmitter in einer leerstehenden Bußklause gebaut. Damit wollen die Gefangenen einen onryonischen Transporter erreichen, der Vae-Metall zu einem Forschungsplaneten des Atopischen Tribunals transportieren wird. Die Larenflotte dient lediglich der Ablenkung. Damit die Flucht nicht sofort entdeckt wird, lässt Neacue von Soroloyn Tevvcer zwei Zellaktivatoren nachbauen und nimmt dem Onryonen die Erinnerung daran und auch die Erinnerung an den Kaydrin-Vorfall, wo die Familie des Onryonen von den Proto-Hetosten, einer terroristischen Vereinigung der Laren, die sich gegen die Atopische Ordo auflehnen, getötet wurden.

Schließlich kommt der Tag der Flucht. Mehrere Benetah umschließen Rhodan und die anderen Gefangenen und transmittieren sie auf den Onryonenfrachter, während die Larenschiffe Bootasha angreifen. Bei der Explosion eines der Schiffe wird der Transport von Bostich empfindlich gestört, als das Vae-Metall dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Imperator verliert seinen rechten Arm, als er materialisiert. Neacue bleibt mit an Bord und macht die Reise des Raumvaters GYUDOON mit. Zu Rhodans Entsetzen geht der Flug nach Auskunft von Avestry-Pasik in die 20 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxis Larhatoon. Rhodan würde bald erfahren, wie die gewaltige Distanz überbrückt werden wird. Avestry-Pasik ist zufrieden. Er ist schon gespannt darauf, was sein Volk sagen wird, wenn er ihnen den Hetork Tesser bringen wird, den Zerstörer von allem.

 

Rezension:

Nachdem Michael Marcus Thurners Roman der Vorwoche mit der Situation endete, dass Rhodan und Bostich geflohen waren, liefert uns Uwe Anton nun die Umstände der Flucht nach. Der Romantitel klang geheimnisvoll und der Lare auf dem Titelbild tat ein Übriges um die Gedanken bereits vor der eigentlichen Lektüre schweifen zu lassen. Allerdings ist die Zahl der Romane, deren Titel und/oder Titelbildmotive nur wenig oder gar nichts mit dem Inhalt zu tun haben, mittlerweile Legion. Im vorliegenden Fall hingegen passt das Motiv und lediglich mit dem Titel wird der Leser ein wenig hinters Licht geführt, denn der Begriff des Hetork Tesser gebührt nicht etwa dem Laren sondern ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung der Laren für Perry Rhodan, den sie nach 1500 Jahren offensichtlich immer noch nicht vergessen haben.

Rhodans unfreiwillige Reise in die Heimat der Laren steht damit unter keinem günstigen Stern, auch wenn ich so meine Zweifel daran habe, wie Langzeiterinnerungen von Völkern in der Serie angelegt werden. Zunächst jedoch beschäftigt sich der Autor mit den Erinnerungen seiner Hauptfigur. Uwe Anton beginnt den Roman mit einem träumenden Perry Rhodan, dem nach dem Erwachen von den Onryonen eine Gehirnwäsche der besonderen Art verpasst werden soll. Der Protagonist soll sich ausschließlich mit Dingen beschäftigen, die vor seiner Mondlandung 1971 geschehen sind und Buße tun. Die Beschreibung von Rhodans Kerker sind dem Autor gut gelungen und auch Rhodans anfängliche Entdeckungen weckten das Interesse des Lesers, na ja, zumindest mein Interesse.

Bei 500 Jahren Haft konnte nicht damit gerechnet werden, dass innerhalb der ersten Tage die Hütte brennt, insofern lässt es Uwe Anton nach der ersten Besichtigungsrunde beschaulicher angehen. Er lässt seine Hauptfigur die Literatur entdecken und mangels eines anderen Zeitvertreibs, abgesehen vom Sport, in diversen literarischen Werken versinken. Der tiefere Sinn dieser Handlung war schnell ausgemacht. Perry Rhodan zieht aus den Büchern, die er liest, Parallelen zu seiner eigenen Situation. In einem Buch stand die Hauptfigur zwischen verschiedenen Frauen und auch verschiedenen Ideologien und geriet in eine Persönlichkeitskrise. Ein anderes Werk lässt Rhodan über Schuld und Sühne sinnieren.

An der Stelle angelangt schien die Marschrichtung für den Roman festgelegt. Ich erwartete als eine der nächsten Handlungen den Auftritt einer herausragenden Figur des Atopischen Tribunals und ein paar Einzelheiten, welche Absichten den nun tatsächlich mit der Haftstrafe von 500 Jahren vom Atopischen Tribunal verfolgt werden. Doch Pustekuchen! Der Autor enttäuscht meine Erwartungen und wartet stattdessen mit einigen weiteren Inhalten zu Klassikern der Literatur auf oder zu solchen, die der Autor dafür hält. Spätestens mit der Erwähnung von Philip K. Dick wurde es ein bisschen merkwürdig. Zwar ist Dick immer eine gute Wahl wenn es um Fragestellungen zur Wirklichkeit, bzw. zur Wahrnehmung der Wirklichkeit geht, allerdings fängt Uwe Anton hier an, abzuschweifen. Uwe Anton hat selbst Bücher zu Philip K. Dick herausgebracht und zahlreiche Nachworte zu den deutschen Übersetzungen verfasst. Auch wenn ich selbst großer Fan Dicks bin und das Eingehen auf Eye in the Sky, einer meiner Lieblingsgeschichten, auch recht gut zu Rhodans Situation passte, gehen Uwe Anton im weiteren Verlauf doch die Gäule durch.

Das war ein wenig zu viel des Guten auch wenn Uwe Anton hier und da Humor zeigt, wenn er einige Inhalte leicht verändert in das Perryversum adaptiert. Das folgende „Psychoduell“ zwischen Perry Rhodan und Soroloyn Tevvcer war sicherlich alles, nur kein Psychoduell. Dazu waren die Gespräche zu oberflächlich angelegt.

Die Hereinnahme der Laren stellt eine interessante Bereicherung des Zyklus dar. Und das sich der Begriff Hetork Tesser auf Perry Rhodan selbst bezieht, den „Zerstörer der Welten“ war auch eine nette Idee des Autors oder der Exposé-Autoren. Der Hass des Laren auf Perry Rhodan hingegen wirkt wieder konstruiert und soll wohl lediglich dazu dienen, es unserem Helden auch auf den weiteren Stationen seiner Flucht es nicht zu leicht zu machen. 1500 Jahre sind seit der Lareninvasion und dem Ende des Konzils vergangen. Ein einzelner Lare vermag vielleicht durch Geschichtslektüre ein gewisses Maß an Feindseligkeit entwickeln können, jedoch reicht das nicht für die geschilderten Emotionen bei Avestry-Pasik.

Auf die Hereinnahme der Benetah hingegen hätte man verzichten können. Zumal die Motive dieser Wesen m.E. widersprüchlich geschildert werden. Spaß und Neugierde benennt Neacue als Triebfeder seines Handelns. Für jemanden, der zuvor freiwillig tausende von Jahren tatenlos durchs All getrieben ist, kaum glaubwürdig. Die Benetah wären vorher an Langeweile gestorben.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2731

Gefängniswelten – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

An Bord der KRUSENSTERN schreibt man inzwischen den 03.März 1516 NGZ. Mehr als 3 Monate nach dem Aufbruch von Terra hat das Schiff unter dem Kommando von Jawna Togoya die Southside der Milchstraße erreicht. Über 60.055 Lichtjahre vom Solsystem entfernt wird der Dunkelplanet Gorgesd von der Besatzung untersucht. Auf dem Planeten gibt es umfangreiche Bautätigkeiten der Onryonen. Im Orbit befinden sich mehr als 10.000 ihrer Schiffe und weitere Einheiten patrouillieren in der näheren Umgebung. Um herauszufinden, ob Perry Rhodan und Bostich auf Gorgesd inhaftiert sind, begibt sich Gucky auf eine Mission. Mit dem Beiboot BRUSSILOW II fliegt er die Dunkelwelt an. Die Posbi Madame Ratgeber und der Grüne Heinerich aus der Alten Oblast begleiten ihn. Mit an Bord ist auch Toio Zindher.

Die BRUSSILOW II wird von den Onryonen schnell entdeckt und Madame Ratgeber gibt vor, die Dunkelwelt für die Posbi-Zivilisation inspizieren zu wollen. Es kommt zu einem längeren Dialog mit dem Befehlshaber des onryonischen Flottenverbandes. Während die Posbis für Ablenkung sorgen, wirkt Gucky auf die Vitaltelepathin ein. Auch wenn sich die Tefroderin widersetzt, kann sie nicht verhindern, dass sie mit ihrem Parasinn Vitalenergie von Gorgesd empfängt. Und der Ilt nimmt dank seiner neuen Gabe die Bildeindrücke aus ihrem Bewusstsein ebenfalls wahr. Die Vitalimpulse Rhodans und Bostich sind nicht darunter. Dem Posbiraumer wird der Anflug auf Gorgesd verboten und Madame Ratgeber fliegt das Schiff nach einigen Ablenkungsmanövern zurück zur KRUSENSTERN.

An Bord des alten Fragmentraumers haben sich unterdessen Viccor Bughassidow und Marian Yonder die Zeit genommen, die neuesten galaktischen Nachrichten zu studieren. Der kürzlich ernannte Sorgfaltsminister des Neuen Tamaniums, Baios Corm, tut sich in diversen Meldungen hervor. Die Tefroder haben sich von WOCAUD zurückgezogen und es gibt Verhandlungen mit den Blues. Tefrodische Republiken schwenken auf Vetris-Molauds Linie um. Die Atopischen Richter haben zu einer galaxisweiten Konferenz 1519 NGZ eingeladen, um zu diskutieren, wie die Atopische Ordo am besten umgesetzt werden kann. Auch von Arkon gibt es neue Nachrichten. Naat ist anstelle von Naatsdraan zur neuen Hauptwelt der Naat-Föderation gemacht worden und Tormanac da Hozarius, der in Übertragungen jung und erholt wirkt, hat den Kristallpalast nach Zalit verlegen lassen. Unklar bleibt, ob diese Entscheidung vom Vizeimperator alleine getroffen wurde oder das Atopische Tribunal Einfluss genommen hat. Ein Drittel der Arkoniden hat Arkon mittlerweile verlassen. Tormanac behauptet, das Imperium auf mehrere tragfähige Säulen stellen zu wollen.

Nach der erfolglos gebliebenen Mission Guckys führt Jawna Togoya die KRUSENSTERN zum nächsten Ziel in etwa 7000 Lichtjahren Entfernung. Auch Bootasha ist ein Dunkelplanet und auch hier zeigt sich eine starke Flottenkonzentration der Onryonen. Die Bautätigkeiten sind anders als bei Gorgesd weitgehend abgeschlossen. Man beschließt das gleiche Vorgehen wie bei der ersten Dunkelwelt. Wieder geht die BRUSSILOW II in den Einsatz. Das diplomatische Geschick von Madame Ratgeber muss nicht lange abgerufen werden, denn Toio Zindher entdeckt die Vitalimpulse von Rhodan und Bostich. Allerdings wirken sie schwach und kränklich, so, als würden ihre Zellaktivatoren versagen. Die Vitalenergie kommt von einem Punkt mehrere tausend Meter unter der Oberfläche der Dunkelwelt.

Icho Tolot entwickelt einen Plan. Zusammen mit Avan Tacrol und den Posbis Madame Ratgeber, dem Grünen Heinerich und Jigsaw gehen sie an Bord der BRUSSILOW II und fliegen nach Bootasha. Wie erwartet reagieren die Onryonen auf die erneute Annäherung nunmehr aggressiv und schießen den Posbiraumer ab. Die beiden Haluter und die Posbis haben sich jedoch besonders geschützt und schlagen auf der Oberfläche der Dunkelwelt auf. Trotz diverser Verletzungen können die beiden Haluter ihre Mission fortsetzen. In einer Eisspalte in der Nähe einer onryonischen Stadt bauen die Posbis einen Transmitter zusammen und Gucky stößt zum Team dazu. Das Team wendet sich dem Punkt auf der Oberfläche zu, der nach ihren Berechnungen über Rhodans Aufenthaltsort liegen muss. Die Onryonen haben dort eine Stadt gebaut, die Alcatraz getauft wird. Das Einsatzteam findet heraus, dass die Gefangenen in sogenannten Bußklausen inhaftiert sind. Es gibt Tausende davon. Erreicht werden können sie nur mit Lithosphärentauchern oder Voycranden. Diese Schiffe bohren sich durch den Fels, indem sie das Gestein verflüssigen. Für die Bereiche unterhalb von Alcatraz ist der Oberste Bußwart Vatuan Boyccasd zuständig. Und jeder Pilot eines Voycranden ist nur für bestimmte Gefangene zuständig.

Gucky gelingt es nach einiger Zeit den Onryonen Soroloyn Tevvcer als Piloten für Rhodan und Bostich zu identifizieren. Tevvcer wird entführt und von den Posbis unter Drogen gesetzt. Das Team geht an Bord des Lithosphärentauchers von Tevvcer und wird von dem Onryonen zur Bußklause Rhodans gebracht. Kurz vor dem Ziel wird Boyccasd auf den nicht genehmigten Flug aufmerksam. Er entdeckt Gucky in der Pilotenkanzel und schickt Verfolger. Da diese auch mit Lithosphärentauchern operieren müssen und diese Schiffe sehr langsam sind, kann das Team dennoch an Rhodans Bußklause andocken. Für Bostichs Rettung bleibt allerdings keine Zeit. Die Haluter durchbrechen den Schutzschild und die Außenwandung des Kerkers. Mittlerweile sind die Verfolger aber heran. Die Posbis aktivieren den Transmitter und Gucky materialisiert auf der KRUSENSTERN. Endlich kommen auch die Haluter. Rhodan ist nicht dabei. Tolot hält einen Zellaktivator in den Händen.

Der Zellaktivator stellt sich als ein Nachbau aus tt-Progenitoren heraus und ist mindestens drei Monate alt. Tevvcer, der auf die KRUSENSTERN mitgenommen wurde, vermutet, dass ein anderer Gefangener Rhodan und Bostich befreit hat, um von Ihnen als Fluchthelfer in seine Heimatgalaxis gebracht zu werden.

 

Rezension:

Der Roman von Michael Marcus Thurner brachte die Geschichte wieder ein Stück weit voran. Klar war allerdings von Anfang an, dass der Roman nicht mit der Befreiung Rhodans enden würde. Erstens passt das nicht zum bisherigen Auftreten Rhodans in diesem Zyklus und zweitens wäre es sowieso noch zu früh mit einer solchen Entwicklung gewesen. Dennoch bot der Roman eine anständige Unterhaltung. Es gibt ein Kriterium, das ich in dieser Rezension näher betrachten möchte. Der ganze Roman stand (nicht zum ersten Mal) im Zeichen der Gewinnung von Informationen. Oder dem Ignorieren von Informationen!

Gucky bringt Toio Zindher dazu, ihm den Aufenthaltsort von Rhodan zu verraten. Bughassidow und Yonder suchen und analysieren Nachrichten aus der ganzen Galaxis. Auf Bootasha dringt Avan Tacrol in die Informationsnetze der Onryonen ein und schließlich sucht und findet Gucky die Informationen zu Rhodans Kerker, indem er den zuständigen Piloten identifiziert.

Die gewonnenen Hinweise lassen sich grob in zwei Kategorien gliedern. Informationen, die für die aktuelle Geschichte benötigt werden, bzw. sie vorantreiben und Informationen, die den Fortgang des Zyklus beeinflussen. Dabei stellen sich die Protagonisten unterschiedlich geschickt an. In einem der letzten Zyklen war die Suche nach dem PARALOX-Arsenal eine ständig wiederkehrende Phrase. Phrase deshalb, weil die Protagonisten sich in beinahe jeder Geschichte sich wiederholt dazu aufforderten oder sich verpflichten mussten, eben jenes PARALOX-Arsenal zu finden. Das Problem war nur, sie taten es den ganzen Zyklus über nicht.

Zur Phrase im aktuellen Zyklus könnte der Spruch geraten, woher nehmen die Onryonen bloß all die Schiffe, mit denen sie in der Milchstraße operieren. Auch Thurner lässt seine Figuren sich wiederholt darüber wundern. Der Sache auf den Grund gehen mögen die Figuren allerdings nicht. Das tun sie übrigens seit 32 Heften nicht und in der Serienzeit sind mittlerweile fast 2 Jahre vergangen und niemand der geschätzt 1 Billiarde Bürger des Galaktikums zeigt ein irgendwie gesteigertes Interesse daran, die Antwort auf diese Frage zu finden. Wobei die Frage nach den Schiffen nur stellvertretend für alle anderen Fragen steht, nämlich Hintergründe zu politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und sonstigen Besonderheiten des onryonischen Volkes oder des Atopischen Tribunals zu erhalten.

Arbeitstechnisch ist das Vorenthalten von Informationen über einen möglichst langen Zeitraum ein Spannungselement und zugleich die Basis für die Länge eines Zyklus. Da die Länge seit ewigen Autorengenerationen mit 100 Heften in Terkonit gebrannt scheint, müssen wir uns also noch etwa 60 Hefte gedulden, bis die Figuren endlich Anstalten machen, um die Frage woher die Onryonen all die Schiffe nehmen, endlich zu beantworten.

Von daher gestaltet Michael Marcus Thurner die Informationsgewinnung seiner Figuren stellenweise geradezu grotesk. Zu den besonderen Merkwürdigkeiten gehört die Auswahl der Informationsquellen, deren sich Bughassidow und Yonder an Bord der KRUSENSTERN bedienen, um sich einen Überblick über die politische Lage in der Milchstraße zu verschaffen. Im 16. Jahrhundert NGZ scheint es keine öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender zu geben. Soziale Netze, Piratensender, unabhängige Journalisten, Wikis, Blogs (ähem) und andere Quellen gibt es nicht. Stattdessen greifen die Protagonisten Thurners auf Propaganda und politisch gefärbte Nachrichtenkanäle zurück, um sich ein Bild zu verschaffen.

Auch die Schlussfolgerungen der Protagonisten gestaltet der Autor sehr einfältig. Beispielsweise lässt er Bughassidow und Yonder darüber sinnieren, ob Tormanac da Hozarius seine Entscheidungen alleine trifft oder unter der Fuchtel des Atopischen Tribunals steht. Da in den vergangenen 32 Heften kein anderer innenpolitischer oder außenpolitischer Einfluss neben dem Atopischen Tribunal geschildert wurde liegt die Antwort auf der Hand.

Auch auf Bootasha schiebt der Autor dem Einsatzteam einen Riegel vor, was die Informationsgewinnung angeht. Obwohl Avan Tacrol in den zugänglichen Informationsquellen Auskünfte zu Bußklausen einholen kann, dürfen andere Inhalte der onryonischen Netze von den Protagonisten nicht eingeholt werden. Dabei hätte der Haluter eigentlich mit einigen Petabyte an Daten die Heimreise antreten müssen. Die Geschichte leidet doch extrem unter diesem dümmlichen Plot. Um die Geschichte voranzubringen müssen Thurner und Co die Figuren mit Onryonen zwangsläufig interagieren lassen. Die Berührungspunkte sind in diesem Zyklus mittlerweile mannigfach vorhanden, dennoch profitiert der Fortgang der Geschichte nicht davon. Unrühmlicher Höhepunkt ist der Widerstand auf Luna, der selbst nach Jahrzehnten gemeinsamen Zusammenlebens nicht mehr als ein paar onryonische Namen benennen kann.

Christian Montillon und Wim Vandemaan haben gezeigt, dass man eingefahrene Muster durchaus durchbrechen kann. Der Handlungsaufbau der starren Viererblocks wurde durchbrochen. Jetzt ist es an der Zeit auch andere wiederkehrende Muster einzumotten. Zu einem geschickten Handlungsaufbau gehört auch, dass die Informationsgewinnung und –Verwertung einen anderen Stellenwert erhalten muss. Das Spannungselement darf nicht alleine durch das Vorenthalten von Informationen und dementsprechend durch narrenhaftes Vorgehen der Protagonisten aufgebaut werden.