Articles for the Month of November 2013

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2727

Am Gravo-Abgrund – von Michelle Stern – Handlung:

Auf Luna schreibt man Anfang August 1514 NGZ. Überall kommt es zu Gravo-Phänomenen. Toufec und Shanda Sarmotte haben sich in Luna City am Strand des Lake Huckleberry eine Auszeit gegönnt, als plötzlich der Boden bebt, Sträucher aus der Erde gerissen werden und Menschen in der Luft schweben. Die beiden Mitglieder des Widerstands helfen wo sie können. Schließlich beruhigt sich die Lage wieder. Mit Pri Sipiera, die von YLA kurz vor dem Auftreten der Gravo-Effekte gewarnt wurde, dringen Toufec, Shanda und Fionn Kemeny wieder in die Nähe NATHANS vor, um von YLA nähere Informationen zu erhalten. Die Auskünfte sind ernüchternd. Luna ist offensichtlich unterwegs. Der Mond hat seinen ersten Zug gemacht, weitere werden folgen. Über das Ziel der Transitionen kann nur spekuliert werden.

An anderer Stelle hat der Mondbefehlshaber der Onryonen auch seine Probleme. Ryotar Fheyrbasd Hannacoy ist eigentlich ganz zufrieden, denn der militärische Führer der Onryonen, Shekval Genneryc, ist kurz vor dem ersten Zug Lunas mit dem Raumvater HOOTRI aufgebrochen. Hannacoy hält nicht viel von den Methoden Gennerycs. Allerdings ist dessen Stellvertreter auch nicht viel besser. Der Onryone Khelay lädt Hannacoy zu einem Test ein. Der Toloceste Bei dem Röntgenhaus hat neue Einstellungen vorgenommen, die einen sicheren nächsten Zug des Mondes garantieren sollen. Auch für die Onryonen sind die Tolocesten schwer zu verstehen. Nach dem Test treffen Khelay und Hannacoy den Administrator der Menschen. Antonin Sipiera verlangt Aufklärung über die Gravo-Phänomene. Khelay bittet den Administrator, ihn in Iacalla, der onryonischen Stadt auf Luna, zu besuchen. Als auch Hannacoy dort eintrifft, ist er überrascht. Der Administrator, der ihm entgegentritt ist niemand anderes als Leza Vlyoth, der Gestaltwandler.

Der Wissenschaftler Fionn Kemeny will zusammen mit YLA eine Methode erarbeiten, um den Weiterzug Lunas zu stoppen. Der Plan sieht einen Doppelschlag vor. Die technische Komponente will Kemeny leiten. Sie sieht vor, dass die Gravo-Projektoren Lunas dazu genutzt werden sollen, das Synapsenpriorat zu stören. Im zweiten Teil des Plans soll der Onryone Aytosh Woytrom ausgeschaltet werden. Der Genifer ist wesentlicher Bestandteil des Technogeflechts und steuert es. Toufec und Shanda übernehmen diesen Part. Noch bevor es losgeht, wendet sich Antonin Sipiera an die Bevölkerung Lunas. Er behauptet, dass die LFT mit einer Flotte Luna vernichten wollte. Deshalb ist der Mond aufgebrochen um andernorts für Frieden zu sorgen. Die Lügengeschichte lässt Pri Sipiera nicht mehr länger zögern und Kemenys Plan wird umgesetzt.

Während Fionn Kemeny zusammen mit YLA die technischen Vorbereitungen trifft, machen sich Toufec und Shanda ins Mare Nubium auf. Dank der Nanogenten bleiben sie den Onryonen verborgen. Iacalla wurde kilometertief in die Kruste des Mondes vorangetrieben. In acht Kilometer Tiefe erreichen Shanda und ihr Begleiter schließlich den zentralen Turm, wo sich Aytosh Woytrom aufhalten soll. Von YLA kam die Auskunft, dass der Onryone sehr extrovertiert sei. Kurz vor dem Ziel ist die Telepathin davon überzeugt, dass sie sich nicht nur dem Standort des Genifer nähern, sondern offenbar auch der Keimzelle, den Ursprung des Technogeflechts. Der Zugriff auf Woytrom schlägt fehl. Der Genifer steuert rasend schnell das Technogeflecht gegen die Angreifer und kann Shanda für kurze Zeit festhalten, ehe Toufec die Befreiung seiner Begleiterin gelingt. Die beiden müssen sich zurückziehen.

Unterdessen drängt die Zeit. Luna steht vor dem nächsten Zug und Pri entscheidet, dass Kemeny den technischen Teil umsetzen soll, da der Kontakt zu Shanda und Toufec abgerissen ist. Die Auswirkungen des aktivierten Gravo-Irritators auf das Synapsenpriorat sind verheerend. Die Reise des Mondes gerät außer Takt. Die Tolocesten verlieren die Kontrolle und Luna springt unkontrolliert durch den Hyperraum. Überall kommt es zu schweren Beben. Zahlreiche Gebäude stürzen ein. Toufec und Shanda retten auf der Flucht zahlreichen Onryonen das Leben.

Leza Vlyoth in der Gestalt des Administrators sieht die Katastrophe mit Genugtun. Seiner Meinung nach hat die Aktion dem Widerstand die Unterstützung der Menschen gekostet, denn bei der Katastrophe sind viele Lunarer ums Leben gekommen. Hannacoy erfährt von den Tolocesten, dass es zwei Einflussnahmen auf den Antrieb gegeben hat. Neben dem Widerstand hat eine dritte Partei eingegriffen. Schließlich materialisiert der Mond im Normalraum und sieht sich unmittelbar einer noch größeren Bedrohung ausgesetzt. Luna befindet sich 100 Millionen Kilometer von einem Neutronensterngeviert entfernt. Die vier Neutronensterne, offensichtlich künstlich in diese Position gebracht, zerren mit unerhörten gravitativen Kräften an Luna. Nur der Repulsorwall verhindert, dass die Strahlung der Sterne jegliches Leben auf Luna auslischt.

Hannacoy wendet sich an alle Onryonen, Menschen und dem Widerstand. Man müsse jetzt zusammenstehen. Der Mond steht am Gravo-Abgrund.

 

Rezension:

Der erste Roman von Michelle Stern als Teamautorin knüpft unmittelbar an die Ereignisse von Heft 2713 an und spielt daher Anfang August 1514 NGZ, während die Geschehnisse auf Tefor in den vergangenen Heften bereits den Oktober 1514 erreicht hatten. Der letzte Roman, der Luna zum Schauplatz hatte, kam von Christian Montillon und hatte u.a. Toufec als Protagonisten an Bord. Während unter der Feder des Expokraten diese Figur zuletzt zur Flasche mit Anhängsel (Toufec) mutierte, scheint Michelle Stern von Anfang an das Bestreben zu haben, Toufec wieder mehr Tiefe zu verleihen. Das sieht dann so aus, dass Pazuzu zunächst in der Flasche bleiben muss, was dem Nanogenten gar nicht so behagt. Er würde sich gerne mit seinem Herrn und Meister mal wieder richtig unterhalten wollen.

Diese Gedanken des Flaschengeistes habe ich nicht ganz verstanden. Einen tieferen Sinn scheint das Ganze nicht gehabt zu haben, sonst wäre das nicht unter der Rubrik Streiflichter gelaufen. Seis drum, Toufec hat unter Michelle Stern wieder ein Seelenleben und darf seine Gefühle ausdrücken, auch wenn es zunächst nur ein paar wehmütige Erinnerungen an die Stadt Aures waren. Und er darf auch mal ohne Flaschengeist handeln. Das hat diesem Charakter gut getan. Und am Ende, bei der Auseinandersetzung mit Aytosh Woytrom darf dann auch Pazuzu wieder mitmischen.

Wenn Michelle Stern technische Begriffe einwirft oder erläutert, dann unterscheidet sich ihre Art, wie sie das tut ein wenig vom Serienkanon. Es wirkt ein wenig kindlich-naiv, wenn ihre Figuren Gravopacks ein- und ausschalten, sich mit einen SERUN kleiden oder in ein Antigravitationsfeld geraten. Diese Art ist keineswegs unangenehm oder gar falsch, nur lässt sie manches Mal die erwachsenen Protagonisten eher wie Kinder erscheinen, die an Neues und Unbekanntes herangeführt werden. Etwa ab der Hälfte des Romans verringert sich dieser Effekt und am Ende hat die Autorin die Rhodan-Welt im Griff. Wohlgemerkt die Rhodan-Welt der 1. Auflage, denn für NEO hat die Autorin bereits ein halbes Dutzend Geschichten beigesteuert.

Der Einstand ist gelungen, wenngleich er wenig spektakulär ausgefallen ist. Ein Roman der zunächst keine besonderen Stärken aber auch keine Schwächen bei der Autorin zeigt. Da Michelle Stern mit einem Doppelband in die Serie einsteigt ist zu vermuten, dass sie sich noch einiges für die nächste Woche aufgespart hat. Es ist sehr gut möglich, dass der zweite Teil eindrucksvoller wird. Zumindest das Zielgebiet Lunas, vier künstlich angeordnete Neutronensterne, verspricht einen wilden Ritt des Mondes.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2726

Totentanz – von Christian Montillon – Handlung:

Auf Tefor, der Zentralwelt der Tefroder, laufen die Planungen zur Übergabe des Zellaktivators an Vetris-Molaud. Und auch der Tomopat Schechter feilt an seinen Anschlagsplänen. Der Plan des Junkers, das hat die Simulation mit der Messinghaube gezeigt, taugt nichts. Schechter entwickelt einen eigenen Plan. Dazu will er in Kontakt zu einem Attentäter der Gruppe Norec treten.

Schechter ahnt nicht, dass ihm ein Agent der Gläsernen Insel auf die Spur gekommen ist. Der Tefroder Uvan-Kollemy ist Oc Shozdors bester Mann. Als Schechter einen Milizionär tötet, hinterlässt er genetisches Material an der Leiche. Der tefrodische Geheimdienst kann die Spuren einem Insassen des Gefängnisses Holosker auf Aunna zuordnen, der dort angeblich gestorben ist.

Sechs Tage vor den Feierlichkeiten empfängt der Hohe Tamrat den Tesquiren Dhayqe. Sehr zum Bedauern Vetris-Molauds wird kein Richter des Atopischen Tribunals an der Zeremonie teilnehmen. Allerdings verspricht ihm der Fürsprecher des Tribunals, dass der Atope Matan Addaru Dannoer dem Helitas-System in nächster Zeit einen Besuch abstatten wolle. Weiterhin würde Luna nun nicht mehr in das Helitas-System verlegt werden, wie es ursprünglich beabsichtigt war. Das Atopische Tribunal betrachtet die Tefroder nunmehr als Freunde.

Der Agent Uvan-Kollemy ist nach Holosker gereist und lässt sich die Aufzeichnungen von Schechters letztem Picknick zeigen. Auf den Bildern ist nicht zu sehen, dass der Tomopat stirbt. Der Agent durchforstet die Flugbewegungen zur fraglichen Zeit und kommt Gador-Athinas auf die Spur. Der Tefroder ist untergetaucht und hat mit dem Verlust seiner Frau und seines Sohnes ein Motiv für einen Anschlag auf den Hohen Tamrat. Auch sein Schwager Kelen-Setre gerät in das Blickfeld Uvan-Kollemys.

Schechter trifft zur gleichen Zeit weitere Vorbereitungen. Von Choffryd-Sirkeret erwirbt er eine Spezialbombe siganesischer Fertigung, die er verschluckt. Er mietet sich im gleichen Hotel ein, wie der Attentäter der Gruppe Norec und spioniert diesem nach. Vom Chefmediker Caus-Iver vom Tamanischen Heilkunsthaus, der ihm schon einmal eine tefrodische Maske verpasst hat, lässt er sich die Maske des Militärveterans Ghunras-Ghud erstellen. Der Veteran wird an den Feierlichkeiten teilnehmen. Schechter wird den Mann ermorden und dessen Platz einnehmen. Außerdem nimmt Schechter an einer Führung im Stern von Apsuma teil. Auf einer Toilette scheidet er die Bombe aus, die nun auf ein Signal von ihm wartet.

Zwei Tage vor dem 12. Oktober lässt der tefrodische Geheimdienst alle überwachten potentiellen Attentäter festnehmen. Schechter rettet den Mann der Gruppe Norec aus den Fängen der Agenten und überredet ihn, am Attentat festzuhalten. Der Mann ist ein weiteres Puzzle in Schechters Plänen.

Über Kelen-Setre, dem Schwager von Gador-Athinas hat Uvan-Kollemy die Spur zum Vraz-Kloster gefunden. Dem Abt des Klosters, Vigureis, der zum tefrodischen Widerstand gehört, ist der Agent der Gläsernen Insel jedoch bekannt. Er schickt die Nonne Khaika mit einer Nachricht zu Gador-Athinas. Dann sprengt er das Kloster in die Luft. Uvan-Kollemy jedoch entkommt dem Inferno. Er nimmt die Spur des Gleiters auf, der zum Tamanischen Heilkunsthaus THH geflogen ist. Der Agent erkennt die zentrale Lage der Klinik, die in unmittelbarer Nähe zu den Örtlichkeiten der bevorstehenden Zeremonie liegt.

Gador-Athinas und Khaika können mit Hilfe des Terraners A.C. Blumencron ihre Spuren verwischen. Sie gehen an Bord der FRANCESCO DATINI. Dann bricht der entscheidende Tag an. Schechter ermordet den Veteran und nimmt dessen Identität an. Er reiht sich in die Ehrengarde ein und die Feierlichkeiten beginnen. Schließlich ist der Zeitpunkt gekommen und Vetris-Molaud bekommt von seiner schwangeren Partnerin Amyon Kial den Zellaktivator umgehängt. Dazu muss sein Individualschirm für kurze Zeit eine Strukturlücke schalten. Diesen Moment nutzt die Gruppe Norec für ihr Attentat. Von einem Schlachtkreuzer aus eröffnen sie das Feuer auf die Plattform mit dem Hohen Tamrat. Ein Überschlagblitz verletzt Vetris-Molaud und seine Partnerin schwer. Dann können andere Schiffe den Schlachtkreuzer abdrängen. Schechter lässt die Bombe im Stern von Apsuma zünden. Das Regierungsgebäude ist somit nicht mehr sicher und der Hohe Tamrat wird vom Mutanten Lan Meota, wie von Schechter geplant, ins Tamanische Heilkunsthaus teleportiert. Zuvor allerdings wirft sich Schechter einem Schuss des Attentäters der Gruppe Norec in die Bahn, der auf den Hohen Tamrat schießt. Schechter wird ebenfalls ins THH transportiert und gilt als Held, weil er Vetris-Molaud schützen wollte.

In den Nachrichten werden widersprüchliche Meldungen verbreitet. Die Sorgfaltsministerin spricht von ernsthaften Verletzungen des Hohen Tamrats und man müsse mit seinem Tod rechnen. Andere Quellen behaupten anderes. In der Klinik kommt es zum letzten Akt. Die Partnerin von Vetris-Molaud hat ihr Kind bei dem Attentat verloren. Auch eine weitere Partnerin des Tefroders wurde getötet. Schechter tötet auf seinem Weg zu Vetris-Molaud den Agenten Uvan-Kollemy und wird dabei allerdings selbst schwer verletzt. Im Behandlungszimmer des Tamrats stellen sich ihm Satafar und die Biotechnoiden des Tamrats entgegen. Auch Satafar wird schwer verletzt, doch Lan Meota kann Vetris-Molaud erneut wegteleportieren. Schechter wird getötet.

Nur einem Tag später überreicht Oc Shozdor, der Chef der Gläsernen Insel, den Zellaktivator noch einmal symbolisch an Vetris-Molaud. Medienwirksam werden gleichzeitig die überführten Attentäter hingerichtet. Darunter auch Ashya Thosso. Die Ministerin des Sorgfaltsministeriums war das Oberhaupt der Verschwörung. Sie war der Junker.

Nachdem Oc Shozdor den Zellaktivator überreicht hat, kniet er nieder und preist Vetris-Molaud als „Maghan“, jenem Titel, mit dem vor einer schieren Ewigkeit den Meistern der Insel die Ehre erwiesen worden war.

 

Rezension:

Der Roman geriet Christian Montillon deutlich besser als die Geschichte der Vorwoche, zumindest wenn man den Anfang ausblendet. Der Einstieg war nämlich zunächst wenig verheißungsvoll. Der Autor lässt seinen Protagonisten Schechter Kontakt zu anderen potentiellen Attentätern aufnehmen und hat damit bereits sehr früh die Richtung vorgegeben, in die sich die Geschichte entwickeln sollte. Viele Mitwisser bedeuten auch viele Ansatzpunkte, das Vorhaben scheitern zu lassen.

Im zweiten Kapitel schwenkt der Autor dann auch bereits auf den Gegenspieler Schechters um, den Agenten Uvan-Kollemy, der einen der potentiellen Attentäter aus der Gruppe Norec überwacht. Der Agent bekommt vom Autor nach ersten Hinweisen auf Schechter einen Ausflug auf den Gefängnisplaneten spendiert. Die Handlung dort war von Christian Montillon viel zu breit angelegt. Die Beobachtung der Gefangenen bei einem rüde geführten Sport geriet zu lang und die spätere Diskussion über die Einhaltung von Gesetzen des Tamaniums zwischen einem perversen Wärter und einem Agenten der Gläsernen Insel war deplatziert.

Von diesem Zeitpunkt an wird die Geschichte jedoch besser. Hauptsächlich setzt der Autor zwei Figuren ein. Schechter, den wir bei seinen Vorbereitungen begleiten und den Agenten Uvan-Kollemy. Während die Aktionen Schechters vom Autor nicht ganz so durchsichtig angelegt wurden sind wir bei der Figur des Agenten der Gläsernen Insel immer auf dem gleichen Wissensstand dieser Figur. Andere Figuren im Roman spielen nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings kommt dem Autor die hohe Zahl an Mitwissern und Verschwörern auf der Widerstandsseite und Beteiligten auf der Regierungsseite nun entgegen. Sie erlauben es Christian Montillon eine sehr dichte Geschichte zu weben. Die Spuren, die Schechter und Co hinterlassen haben, werden vom Autor konsequent mit der zweiten Figur Uvan-Kollemy verfolgt.

Der Autor baut zwei Linien auf, die sich schließlich im Showdown kreuzen. Bis dahin hat der Autor fast alles richtig gemacht. Die Absichten Schechters werden endlich klar und das Finale kann beginnen. Auf der Zielgeraden knickt der Autor jedoch wieder etwas ein. Das eigentliche Attentat Schechters, der so viel in Vorbereitungen investiert hatte, erscheint im Lichte dieses Aufwands dann doch wieder dilettantisch. Ohne jede weitere Aktion zur Ablenkung oder zur Unterstützung stürmt der Tomopat durch die Klinik in das Behandlungszimmer des Tamrats. Auf dem Weg dorthin wird er von Uvan-Kollemy verletzt und schließlich von Satafar und Lan Meota um den „Lohn“ seiner Arbeit gebracht. Auch die Enttarnung des Junkers am Ende war enttäuschend. Besser wäre es gewesen, diese Figur einfach beizubehalten. Selbst wenn sie keine Rolle mehr spielen sollte, wäre das immer noch besser gewesen, als der Halbsatz auf der vorletzten Seite.

Am Ende macht der Autor schließlich das, was in der Serie gern gesehen wird. Er sorgt für Spekulationen, indem er die Begriffe Maghan und Meister der Insel einstreut. Glaubt man den Äußerungen der Fans in Foren, dann ist der MDI-Zyklus der beliebteste Zyklus der Serie. Christian Montillon kann sich beruhigt zurücklehnen und aus der Distanz beobachten, wie seine Begriffe die Diskussionen unter den Lesern anheizen werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Rufe nach einer Auferstehung Mirona Thetins laut werden. Ach ja, das wäre dann auch der Zeitpunkt, um Atlan aus der Versenkung zu holen. Oder ist der bereits aktiv?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2725

Preis der Gerechtigkeit – von Christian Montillon – Handlung:

Der Tefroder Gador-Athinas hat den Tomopat Schechter vom Eisplaneten Aunna gerettet. Schechter ist vom tefrodischen Widerstand angeworben worden. Er soll Vetris-Molaud töten. Ein Gleiter bringt die beiden nach Tefor, wo sie von Kelen-Setre erwartet werden. Der Schwager von Gador-Athinas bringt sie in einem Kloster unter. In den nächsten Tagen hört Gador-Athinas nichts von seinem Schwager. Schließlich meldet sich der und verkündet überraschende Neuigkeiten. Das Atopische Tribunal hat Rhodan und Bostich verurteilt und als Dank für die Überstellung der beiden Fraktoren an das Tribunal wird der Hohe Tamrat mit einem Zellaktivator belohnt.

Auf Tefor plant Vetris-Molaud die Übergabe des Aktivators. Ihm soll im Rahmen einer Zeremonie das Unsterblich machende Gerät übergeben werden. Die Feierlichkeiten werden am 12. Oktober 1514 NGZ stattfinden. Bis dahin sind besondere Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dem Hohen Tamrat zur Seite stehen der Chef der Gläsernen Insel, Oc Shozdor und hohe Militärs. Der Tamrat sieht sich am Ziel seiner Träume. Auch privat läuft es für den Diktator gut, denn eine seiner drei Partnerinnen ist schwanger und für Vetris-Molaud wäre das Baby sein erster Nachkomme.

Ministerin Thosso vom Sorgfaltsministerium ruft den 12. Oktober für den Staatsakt aus. Dem Widerstand kommt das gelegen. Es wird keinen wirksameren und effektiveren Zeitpunkt für das Attentat geben. Auch der Junker, der oberste Leiter des tefrodischen Widerstands lässt sich nun, wenngleich maskiert, im Kloster blicken. Schechter ist bereit für das Attentat. Er verlangt als Preis den Zellaktivator und der Junker ist damit einverstanden.

Schechter und Gador-Athinas wechseln in ein Quartier des Widerstands in Apsuma. Der Tomopat bekommt von einem Chirurgen ein tefrodisches Aussehen und künstliche Arme verpasst. Zudem verlangt der Attentäter eine arkonidische Mental-Dilatationshaube, die ihm Gador-Athinas vom terranischen Händler A.C. Blumencron besorgen kann. In den nächsten Tagen werden die Planungen zum Attentat weiter vorangetrieben. Schechter simuliert mit der Messinghaube den Anschlag. Es gelingt ihm, Vetris-Molaud zu töten, allerdings wird er selbst auch sterben. Der Plan des Widerstands taugt nichts. Schechter wird ihn ändern, damit Vetris-Molaud wie geplant stirbt und er selbst überlebt.

 

Rezension:

Was haben die Fernsehserie Dallas und der vorliegende Roman von Christian Montillon gemeinsam? Die Antwort ist einfach: Ganze Handlungsfolgen sind nicht passiert. Der Autor lässt nämlich die Leser im Unklaren über die Simulation des Anschlags, die Schechter mit der arkonidische Mental-Dilatationshaube durchführt. Erst ganz am Ende lässt der Autor die Blase platzen. Aber auch nachdem sich Schechter unter der Dusche, bzw. der Messinghaube hervorgequält hat, bleiben einige Fragen offen. Der Gag mit der Simulation hat einfach nicht richtig gezündet und rettet somit auch nicht den abschnittsweise arg schwachen Roman.

Doch von Anfang an. Während in Uwe Antons Roman 2720 die tefrodische Gesellschaft als lupenreine Diktatur beschrieben wird, hat sich Christian Montillon auf die Fahnen geschrieben, den bevorstehenden Tyrannenmord zu rechtfertigen. Während Autorenkollege Anton die Merkmale der tefrodischen Gesellschaft auf subtile Art beschreibt, geht Montillon hemdsärmeliger an die Story heran. Dazu versucht der Autor einen Anflug von Moral in seinem Roman einzubauen. Es geht um die Frage, was man tun würde, wenn man in die Vergangenheit reisen könnte und einem späteren Diktator gegenübertreten könnte, als der noch ein Kind war. Würde man das Kind töten? Schechter sagt ja, der Abt des Klosters sagt nein und der Autor? Nun der Autor weicht der Antwort aus und schreibt stattdessen einige Szenen aus dem Privatleben des Diktators Vetris-Molaud in seinen Roman. Vermutlich sollen die Szenen den Kontrast zwischen unbarmherzigen Diktator auf der einen und dem liebevollen (zukünftigen) Vater auf der anderen Seite erhöhen und damit die Debatte um die moralischen Aspekte eines Attentats vertiefen helfen.

Beide Romanabschnitte sind nicht wirklich gelungen. Der Moraldiskussion räumt der Autor weniger als 1 Seite ein und die Vaterfreuden von Vetris-Molaud sind klischeeüberfrachtet. Auch die Nebenfiguren sind wenig überzeugend. Die Figuren im Kloster waren zu oberflächlich geschildert. Mit ihren Eigenarten waren sie zwar auf der einen Seite skurril, auf der anderen Seite blieben sie dennoch seelenlos.

Was mir sonst noch aufgefallen ist. Lippen haben es dem Autor angetan. Entweder findet Christian Montillon sehr merkwürdige Beschreibungen für die Lippen seiner Figuren oder er ergeht sich in Widersprüche. Wer es sich nochmal antun möchte, z.B. Seite 9, darin Schechters Lippen so rau wie Wüstensand und zugleich so blass, als wabere dichter Nebel davor. Im selben Kapitel die schmalen, fast farblosen Lippen der Nonne. Und wieder nur wenig später die im Gegensatz zu Schechters vollen Lippen der Nonne und geradezu erhaben rot. Was denn nun? Außerdem fahren viele seiner Figuren bei Gesprächen mit den Zungenspitzen über ihre Lippen. Ich möchte zu gern wissen, ob der Autor im wirklichen Leben Personen kennt, die das ständig tun.

Fazit: Nächste Woche kann es nur besser werden.