Articles for the Month of September 2013

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2719

Enterkommando GOS‘TUSSAN – von Verena Themsen – Handlung:

Die Schaltstation Vothantar Zhy ist in der Hand der Onryonen. Die CHUVANC des Atopischen Richters Chuv und ein kleines Kontingent onryonischer Schiffe umkreisen den Asteroiden. Gaumarol da Bostich führt mit der GOS`TUSSAN II eine Transition in die Nähe der Station aus. Per Funk will er mit seinen Überrangkodes die Kontrolle über Vothantar Zhy und damit den Kristallschirm zurückerlangen. Die Übertragung wird jedoch blockiert oder der Kode wird nicht mehr anerkannt. Bostich entschließt sich zum Angriff auf den Asteroiden. Um die Auswirkungen der Blendwaffe der CHUVANC, die auch Paratronschirme durchdringen kann, möglichst gering zu halten, werden ganze Sektionen des arkonidischen Flaggschiffs stillgelegt oder durch HÜ-Schirme geschützt. Der Angriff auf Vothantar Zhy schlägt fehl, die Station kann ihren Paratronschirm aktivieren und die CHUVANC setzt den sog. Babylonischen Blender gegen die GOS`TUSSAN ein. Mit einer Nottransition kann das Schiff entkommen.

Unterdessen hat Vizeimperator Tormanac da Hozarius einer privaten Unterredung mit Richter Chuv zugestimmt. Die Fronten sind verhärtet. Tormanac bezeichnet die Aktionen des Atopischen Tribunals als Aggression, die bereits vielen unschuldigen Arkoniden das Leben gekostet hat. Chuv heuchelt Betroffenheit und verteidigt die angewandte Gewalt als notwendig, um die Atopische Ordo durchzusetzen, die den gequälten Völkern der Galaxis Frieden bringen soll. Die beiden Kontrahenten vereinbaren ein persönliches Treffen, das auf Vorschlag des Richters auf Naat stattfinden soll. Tormanac stimmt zu.

An Bord des Raumvaters TOONTOV bereitet sich der Onryone Sbindar Cenfellor auf einen weiteren Einsatz vor. Der Onryone, der bereits erfolgreich an der Eroberung von Vothantar Zhy mitgewirkt hat, soll Bostich aufspüren und lebend fassen. Sehr zum Unwillen des Onryonen wird ihm bei dieser Mission der Gestaltwandler Gemian Ocary zur Seite gestellt. Der Jaj, der noch immer in der Gestalt der Arkonidin Thala auftritt, soll zur Ablenkung eingesetzt werden.

Nach der Transition ist die GOS`TUSSAN II fast nur noch ein Wrack. Das Transitionstriebwerk ist ausgefallen, einer der beiden Gwalon-Kelche zeigt schwerste Schäden, in allen Bereichen ist es zu Explosionen gekommen. Die Kommunikation ist gestört. Beiboote werden ausgeschleust und umkreisen das Schiff. Auch in der Zentralkugel sind Schäden entstanden. Die TOONTOV hat die GOS`TUSSAN II aufgespürt. Angesichts des Chaos an Bord, können die Enterkommandos der Onryonen unter der Führung von Cenfellor zunächst unbemerkt an Bord gehen. Hunderte von Spionsonden sollen den Fraktor Bostich aufspüren.

Bostich und Tekener haben sich an Reparaturarbeiten beteiligt. Der Arkonide stellt nach wie vor ein Rätsel für den Smiler dar. Die Aussetzer Bostichs, als würde er länger als nötig mit seinem Extrasinn kommunizieren, lassen Tekener keine Ruhe. Momentan hat der Terraner jedoch andere Sorgen. Eine Spionsonde wird von Bostich abgeschossen und onryonische Enterkommandos sind an Bord. Die beiden Männer suchen eine Ausweichzentrale auf. Zur Überraschung Tekeners sind auch als Arkoniden getarnte Kampfroboter an Bord der GOS`TUSSAN II. Die Roboter sind jedoch durch die Blendwaffe schwer beeinträchtigt. In der Notzentrale beobachten Bostich und Tekener einen Trupp Onryonen, die eine gefangene Arkonidin mit sich führen und sich der Ausweichzentrale nähern.

Tekener und Bostich können sich dem ersten Zugriff der Gegner entziehen und versuchen sich zu einem Transmitter durchzuschlagen. Die gefangene Arkonidin taumelt den beiden entgegen und wird von Bostich getötet, als er feststellt, dass sie nicht zu seiner Besatzung gehört und ein Gestaltwandler sein muss. Der Transmitter ist von Onryonen vermint. Bei dem Gefecht wird Bostich so schwer verletzt, dass Tekener davon ausgeht, dass der Vorsitzende des Galaktikums tot ist. Allerdings beinhalten die letzten Worte Bostichs eine verschlüsselte Botschaft. Tekener soll sich zur ARGO durchschlagen.

Auf Naat kommt es zum Treffen zwischen Chuv und Tormanac. Da der Richter seinen Sekretär teilnehmen lässt, wählt Tormanac spontan den Naat Martuul von der Wache aus, an seiner Seite zu stehen. Richter Chuv, von dem Tormanac nach wie vor nicht erfährt, aus welchem Volk er stammt, weicht den Fragen des Vizeimperators geschickt aus. Er propagiert stattdessen die Atopische Ordo und teilt dem überraschten Tormanac mit, dass Atopische Tribunal habe undiskutierbar entschieden, das Baag-System an seine Kinder, den Naats, zurückzugeben. Die Arkoniden haben ein Jahr Zeit, das System zu räumen. Tormanac ist nur noch mühsam beherrscht. Seine Entgegnungen werden von Chuv abgewiesen, allenfalls beim Zeitraum der Räumung wäre Chuv bereit, ein paar Jahre mehr einzuräumen. Chuv lockt Tormanac mit dem versprochenen Zellaktivator, sollte der Vizeimperator Bostich ausliefern. Und Tormanac ist sicher, dass ihn die Frage nach dem ewigen Leben und einer Chance auf Heilung seiner Krankheit noch lange begleiten werden.

Tekener hat die ARGO erreicht, die noch immer auf dem Landedeck der GOS`TUSSAN II steht. Bevor der Smiler sein Schiff betreten kann, wird er vom Enterkommando des Onryonen Sbindar Cenfellor gestellt. Arkonidische Kampfroboter greifen ein und befreien Tekener und paralysieren die Onryonen. Die Katsugo-Roboter stehen unter dem Kommando von Bostich, der eine messingfarbene Haube trägt. Tekener zieht aus der Beobachtung seine letzten Schlüsse. Der Bostich, den er begleitet hat, war ein biopositronischer Roboter, dessen Gewebe aus dem Gen-Material Bostichs hergestellt worden war. Tekener vermutet, dass hinter den Messinghauben der Arkoniden mehr stecken könnte, als gemeinhin angenommen wird. Die beiden Männer starten mit der ARGO und verlassen das System über den Korridor, den die CHUVANC geschaffen hat.

Auf Terra hält sich Perry Rhodan im Büro der Solaren Premier auf. Die Nachrichten von Arkon sind besorgniserregend. Der Kristallschirm des Sol-Systems könnte ebenfalls keinen Schutz bieten. Die ARGO meldet sich und Tekener bringt wichtige Neuigkeiten.

 

Rezension:

Verena Themsens ersten Beitrag zum laufenden Zyklus geht auch eine längere Pause in der Serie voraus. Ihr letzter Roman liegt schon beinahe 1 Jahr zurück. Zwischendurch hat die Autorin nur 1 Roman noch für Perry Rhodan NEO geschrieben. War der letzte Roman der Autorin zum Neuroversumzyklus noch überfrachtet mit zahlreichen Handlungssträngen und gespickt mit zwischenmenschlichen Problemen, kommt der aktuelle Roman wohltuend abgespeckt daher. Die Autorin verfolgt im Wesentlichen zwei Handlungsstränge, nämlich die Geschehnisse an Bord der GOS`TUSSAN II und als ruhigeren Gegenpol die Zusammenkunft Tormanacs mit dem Richter des Atopischen Tribunals. Die Kapitel mit den Figuren Tekener und Bostich lässt Themsen häufig in einem Cliffhanger enden, bevor es in einem der folgenden Kapitel dann weitergeht. Die Gefühlswelten ihrer Figuren haben einen härteren Grundton, als die Figuren in ihrem letzten Roman. Mit Bostich und Tekener hat die Autorin aber auch zwei nicht gerade zart besaitete Figuren im Einsatz. Tekener scheint sich unter der Schreibe der Autorin langsam mit seinem neuen Herzen abzufinden.

Ähnlich wie Autorenkollege Hubert Haensel muss Verena Themsen doch einige Elemente ihrer Geschichte verbiegen, damit sie funktionieren und zeigt in der Serienhistorie und der Serientechnik doch einige Schwächen. Abgesehen davon, dass der Transitionsschmerz bei Ronald Tekener unliebsame Gedanken an seinen in jüngster Zeit erlittenen Unfall während des Polyport-Transfers auslöst, löst der Schmerz beim Smiler auch Erinnerungen an die gute alte Zeit aus. Da Tekener aber im 24. Jahrhundert geboren wurde, hat er die Zeit der Transitionstriebwerke nicht mehr selbst erlebt. Das wäre zu verschmerzen gewesen, es gibt aber auch noch einige andere Ungereimtheiten. So ist u.a. zu lesen, dass die CHUVANC über eine bislang nicht zum Einsatz gekommene Waffe verfügen würde, deren Wirkungsweise die Autorin aber in den nächsten Zeilen erklärt. Wenn sie nicht zum Einsatz gekommen ist, woher weiß man wie sie funktioniert? Verwirrend bleiben auch die nächsten Aktionen der Arkoniden. Zunächst wollen Themsens Figuren die Kommandogewalt über die Schaltstation Vothantar Zhy zurückerlangen. Als das nicht gelingt, plant Bostich die Zerstörung der Station. Welches Ziel damit genau verfolgt wird, bleibt unklar. Allerdings musste sich die Autorin dazu auch keine Gedanken machen, denn der Angriff auf die Station scheitert, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Wirkungsweise der eingesetzten Waffen falsch beschrieben wird.

Die Kapitel, die sich mit der Diplomatie beschäftigen, sind nicht so überzeugend. Es wurde schnell klar, dass diese Abschnitte den üblichen Serienmustern folgen würden. D.h., dass es der handelnden Figur auf Seiten der Arkoniden an zwei Dingen mangelt: Selbstbewusstsein und damit einhergehend die Schwäche, die richtigen Fragen zu stellen und Antworten einzufordern. Neue Informationen über das Atopische Tribunal erbringt auch die sog. Diplomatie nicht. Das Thema wird vertagt. Wieder einmal. Dabei wäre es reizvoll gewesen, wenn der Diplomat Tormanac seine Stellung offensiver verteidigt hätte. Das Kristallimperium ist Mitglied des Galaktikums. Wie wir aus früheren Heften wissen, ist dieses Bündnis u.a. ein Verteidigungsbündnis. Der Angriff auf eines seiner Mitglieder sollte eine Reaktion nach sich ziehen. Auch in der Frage der Räumung des Systems präsentiert sich Tormanac schwächlich. Dass die Onryonen Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele einsetzen, ist nun hinlänglich belegt. Nach wie vor fehlt es allerdings an einem entscheidenden Druckmittel, die Forderung nach Abzug auch durchzusetzen. Wir wissen zwar nicht genau, was die Atopische Ordo ist, aber Millionen oder gar Milliarden von Arkoniden zu töten, sollten diese sich weigern, das System zu räumen, würde dem Atopischen Tribunal kaum nützen.

Dass das Atopische Tribunal bereits eine undiskutierbare „Entscheidung“ getroffen hat, wird von Tormanac ebenfalls nicht in Frage gestellt. Sorry liebe Expokraten, das ist alles viel zu seicht und naiv angelegt. Es bleibt halt doch bloß ein schlichtes Bedrohungsszenario ohne den erhofften Tiefgang.

Vom Erzählstil her konnte der Roman überzeugen. Die Autorin präsentiert eine aufgeräumte und verständliche Geschichte. Die Actionlastigen Kapitel sind flott geschrieben und die Autorin kann darin auch Spannung erzeugen. Das Zusammenspiel der Figuren Bostich und Tekener ist gekennzeichnet von einer lakonischen Sprache und zuweilen auch trockenem Humor. Die Geschichte hat einige Schwächen, die zumeist dem Zyklusaufbau anzulasten sind. Ansonsten bot der Roman gute Unterhaltung.

Noch ein paar Gedanken zum Schluss. Abgesehen davon, dass es beim Zyklusfortschritt nunmehr dringend einer höheren Schlagzahl bedarf, hat mich ein Detail in diesem Roman doch sehr enttäuscht. Das Atopische Tribunal hat bereits eine Entscheidung getroffen. Und das ohne Verhandlung! Es zeichnet sich ab, dass die Richter nicht nur Richter, sondern auch Ankläger und Henker in Person sein werden in diesem Zyklus. Das wäre ein Spannungskiller.

Ich hatte gehofft, dass dem Auftreten der Richter noch ein Staatsanwalt (Ankläger) vorangeschaltet wird. Das hätte Spielraum für Überraschungen geboten. Da dies nun nicht der Fall ist und die Richter bereits ihrer Arbeit nachgehen, hätte ich noch einen Wunsch an die Autoren. Bostich und Rhodan mögen bitte zumindest ein Verteidiger zugesprochen werden. Für Rhodan sollte das Denny Crane sein (der hat nämlich noch nie einen Fall verloren) und Bostich kann von Alan Shore verteidigt werden.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2718

Passage nach Arkon – von Hubert Haensel – Handlung:

Die CHUVANC des Atopischen Richters Chuv ist in den Kristallschirm eingedrungen und bahnt sich einen Weg durch die Pararealitäten, so als böte der Schutzschirm um das Arkon-System nicht den geringsten Widerstand. Schiffe der Onryonen dringen in den Korridor ein, der vom Schiff des Richters geschaffen und stabilisiert wird. Gaumarol da Bostich lässt die GOS`TUSSAN II folgen und befiehlt den Angriff auf die CHUVANC. Obwohl das arkonidische Flaggschiff alle Waffen einsetzt, bleibt das Schiff des Richters auf Kurs. Es wird von einem Miniatur-Repulsor-Wall geschützt. Obwohl getarnt, gerät die GOS`TUSSAN durch ihr Waffenfeuer ins Visier der anderen Feindschiffe. Bostich und Tekener brechen den Angriff ab und kehren vor dem Kristallschirm zurück.

An Bord des Raumvaters TOONTOV bereitet sich der Onryone Sbindar Cenfellor auf seinen Einsatz im Arkon-System vor. Der Raumlandesoldat soll mit seiner Gruppe ein wichtiges Ziel einnehmen. Wie alle Onryonen sieht er die Ziele des Tribunals als gerechte Sache und ist stolz, seinen Beitrag zur Herbeiführung der Atopischen Ordo leisten zu dürfen. Die TOONTOV fliegt in den Korridor.

Auf Arkon bleibt Vizeimperator Tormanac da Hozarius angesichts der Ereignisse keine Wahl mehr. Er lässt 45.000 Robotraumschiffe den Kristallschirm verlassen und die Flotte der Onryonen angreifen. Gleichzeitig bekommt Tormanac eine wichtige Information seiner Wissenschaftler. Die Fachleute können nicht errechnen, an welcher Stelle im System die CHUVANC erscheinen wird, sollte der Durchbruch gelingen.

Kommandantin Yscrou da Scadgasd ist mit anderen Überlebenden in der Schaltstation Vothantar Zhy angekommen. Dort verschwindet die junge Arkonidin Thala und Yscrou erahnt, dass sie einen weiteren Jaj direkt in die letzte Bastion geführt hat. Die Jagd auf den Jaj beginnt.

Ronald Tekener und Gaumarol da Bostich verfolgen die Schlacht zwischen den Robotschiffen und den Onryonen. Es gibt kaum Verluste auf beiden Seiten, da die Onryonen den Robotschiffen geschickt ausweichen. Nach einigen Stunden bekommen die Onryonen Verstärkung in Form von 30.000 weiteren Schiffen. Und wieder nur kurze Zeit später erscheinen nochmals 30.000 Schiffe. Tormanac schickt beinahe die gesamte Robotflotte gegen die Aggressoren. Schließlich materialisiert die CHUVANC im Arkon-System und Tormanac lässt das Schiff des Richters sofort angreifen, jedoch ohne Erfolg. Die CHUVANC setzt auf höherdimensionaler Ebene einen Impuls frei, der alle angreifenden Schiffe lahmlegt und nimmt dann Kurs auf die inneren Planeten.

Während vor dem Kristallschirm nunmehr 140.000 Schiffe der Onryonen eingetroffen sind, fliegt nun auch die GOS`TUSSAN II durch eine Strukturschleuse in das Arkon-System. Bostich informiert Tekener über Vothantar Zhy und dass er befürchtet, dass die Onryonen die Schaltstation erobern und den Kristallschirm abschalten könnten. Er will das verhindern.

In der auf einem Asteroiden errichteten Schaltstation Vothantar Zhy ist es den Einsatzkräften mittlerweile gelungen den Gestaltwandler zu stellen. Kommandantin Yscrou da Scadgasd erfährt, dass der Transmitter der Station manipuliert wurde. Außerdem ist der Paratronschirm der Station irreparabel beschädigt. Onryonen dringen unter der Führung von Sbindar Cenfellor über den Transmitter in Vothantar Zhy ein. Yscrou ist überrascht, die Onryonen schalten den Kristallschirm nicht ab, sondern blockieren die Strukturschleusen. Das Arkon-System wird zu einer Festung. Das war von Anfang an der Plan. Das Atopische Tribunal wird zukünftig von Arkon aus agieren. Die eingedrungenen Schiffe der Onryonen riegeln Vothantar Zhy ab. Und während Richter Chuv eine Funkverbindung zu Vizeimperator Tormanac da Hozarius herstellt erfährt Yscrou da Scadgasd, dass die Onryonen die Naats für die rechtmäßigen Besitzer des Systems halten und die Tage der Arkoniden im Baag-System bald vorüber seien.

 

Rezension:

Der Autor Hubert Haensel verfolgt in seinem Roman gleich ein halbes Dutzend Handlungsstränge. Die meisten davon, nämlich die Handlung um Bostich und Tekener, dann die Ereignisse an Bord der CHUVANC, die Geschehnisse um den Stützpunkt Vothantar Zhy und schließlich das Leiden von Vizeimperator Tormanac da Hozarius wurden aus dem Vorgängerroman fortgesetzt. Der Autor fügt seiner Geschichte noch eine weitere Handlung um den Onryonen Sbindar Cenfellor an Bord des Raumvaters TOONTOV hinzu, die letztlich im Geschehen bei Vothantar Zhy mündet. Eine Episode um das Gezänke zwischen Positronik und Plasma an Bord eines Robotraumschiffs der arkonidischen Flotte sollte das Ganze wohl aus Sicht des Autors abrunden. Tatsächlich schien der Autor gerade bei diesem, wohl als humorige Einlage geplanten Kapitel aller seiner sprachlichen Mittel beraubt, so dass dieses Geplänkel zur Slapstick verkam und überhaupt nicht in den Roman passte.

Die Figur Sbindar Cenfellor diente dem Autor vor allem dazu, die Legitimation des Vorgehens des Atopischen Tribunals zu rechtfertigen. Also einer der „üblichen“ gutgläubigen Unterstützer und Mitläufer des Gegners, wie wir sie aus jedem Zyklusstart kennen. Es wird noch ein paar Hefte dauern, dann werden die ersten Zweifler in den eigenen Reihen des Atopischen Tribunals in den Romanen auftreten. Auch das ist leider Bestandteil des immer gleichen Zyklusaufbaus.

Durch den Wegfall der Viererblocks, dem zügigen Handlungsaufbau und der Konzentration auf einen – wenn auch großflächigen – Handlungsort, konnten die bisherigen Romane die Schwächen des Zyklus geschickt kaschieren. Mit jedem weiteren Heft wird jedoch deutlich, dass es dem neuen Expokraten-Team nicht gelungen ist, das übliche Schema F zu durchbrechen. Ob die Suche nach den Medusischen Welten das Rhodansche Bedrohungsritual noch auflockern kann, bleibt abzuwarten. Allerdings sind ähnlich gelagerte Ansätze in der Vergangenheit häufig auch im Sande verlaufen. Siehe Stardust-System etc.

Ähnlich wie schon im ersten Beitrag von Hubert Haensel zum Zyklus im Heft 2710 muss der Autor doch einige Handlungsstränge mit Gewalt verbiegen, damit letztendlich das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Das sieht dann so aus: Alle Robotraumschiffe draußen und Bostich drinnen in der Falle.

Im Handlungsstrang Vothantar Zhy betreibt der Autor Hinhaltetaktik. Nicht nur die Kommandantin Yscrou da Scadgasd fragt sich ein ums andere Mal, welche Absichten der Jaj verfolgt. Auch als Leser fragte ich mich ein ums andere Mal, warum der Plot so umständlich angelegt war. Die „Jagd“ auf den Jaj war eine Farce. Dem Autor ist zu diesem Thema leider überhaupt nichts eingefallen. Dumme Verteidiger lassen sich im wichtigsten Stück Technik des Arkon-Systems an der Nase herumführen. Das Ergebnis ist für den Autor wunschgemäß, die Handlung leider hanebüchen und nicht plausibel.

Auch an anderer Stelle bastelt sich der Autor die Welt so, wie sie ihm gefällt. 2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune! Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt. Obwohl vor dem Kristallschirm schnell erkennbar wird, dass nur wenige Schiffe in den Korridor einfliegen, schickt Tormanac, bzw. der Autor alle Robotraumschiffe hinaus und in den Kampf, statt sie an den Eingang des Korridors zu positionieren. Als dann der Ausgang im Arkon-System bekannt ist, lässt er auch hier zu spät Schiffe entsenden.

Heft 19 des aktuellen Zyklus liegt hinter uns und nach wie vor schreitet die übliche Demontage der Verteidiger voran. Für einen kurzen Moment macht sich der Autor in einigen wenigen Zeilen auf Seite 6 in seinem Roman Gedanken zu Fragestellungen, die man als Leser seit Heft 2700 schmerzlich vermisst, weil sie schlicht und ergreifend bislang vollständig ausgeblendet wurden. Es müsse, so lässt Hubert Haensel seine Figur Tekener sinnieren, zu einer Offenlegung der Hintergründe kommen, die den Einfall des Tribunals angeblich rechtfertigen und weiter müsse es zu einer Anerkennung des Galaktikums als Schiedsstelle kommen. Es stellt sich die Frage, warum in den bisherigen zahlreichen Kontakten es weder von der Liga, noch dem Galaktikum, noch dem Neuen Tamanium und jetzt auch nicht von Arkon in Gesprächen mit Vertretern des Tribunals diese Punkte erörtert wurden. Die Antwort ist wahrscheinlich banal. Es liegt nicht im Interesse der Autoren, kluge Fragen im ersten Viertel des Zyklus zu stellen. Das Offenlegen von Hintergründen muss soweit wie möglich verzögert werden. Dass darunter die Plausibilität der Geschichte leidet wird von den Autoren nicht wahrgenommen, bzw. leider zugunsten der üblichen Schemata in Kauf genommen.

Der Roman enttäuschte. Dass die üblichen Handlungsformen auch diesen Zyklus dominieren, ist keine Entschuldigung für den Autor. Es wäre seine Aufgabe gewesen, diesen üblichen Mustern zumindest im Detail an der einen oder anderen Stelle Originalität zu verleihen. Danach sucht man im vorliegenden Roman jedoch vergeblich.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2717

Vothantar Zhy – von Susan Schwartz – Handlung:

Im Arkon-System haben die beiden Gestaltwandler Gemian Ocary und Vloster Shyogh wichtige Personen übernommen. Der Auftrag für die Jaj lautet schlicht: Arkon muss fallen.

Unterdessen sieht sich Vizeimperator Tormanac da Hozarius vor mehrere Herausforderungen gestellt. Immer mehr hochbegabte junge Arkoniden quittieren den Dienst in der Verwaltung des arkonidischen Sternenreichs und geben sich dem Messingträumen hin. Aus der Zeit der vergeblichen Aktivierung seines Extrasinns hat ihn zudem eine Spätfolge eingeholt. Tormanac leidet an der Krankheit Morbus Khesdar, die zu Gedächtnisaussetzern bei ihm führt, die er als Pause bezeichnet. Sein Ratgeber Ghlesduul ist ihm keine Hilfe mehr. Der Naat ist vor 18 Jahren gestorben. Hin und wieder hält der Vizeimperator Zwiesprache mit dem in einer Kyrogruft liegenden Leichnam. Am 24. August 1514 sieht sich der seit 14 Jahren regierende Tormanac der größten Herausforderung gegenüber. Während er sich im Regierungssitz aufhält wird Raumalarm gegeben. Am Rande des Systems erscheinen in 8 Wellen zu je 10.000 Schiffen die Onryonen. Die 80.000 Schiffe riegeln das System schnell ab. Tormanac reagiert schnell und lässt den Kristallschirm aktivieren. Vorerst ist Arkon geschützt. Allerdings rätseln der Vizeimperator und seine Berater darüber, warum die Onryonen vor und nicht im System den Linearraum verlassen haben.

An einem anderen Ort auf Arkon hat die Arkonidin Yscrou da Scadgasd, verantwortlich für den Kristallschirm, das Signal Vothantar Zhy von Vizeimperator Tormanac da Hozarius empfangen. Das bedeutet absolute Funkstille und Aktivierung des Kristallschirms. Sicherheitschef Faldyr ruft seine Chefin nach Subtor, der Leitstelle für den Kristallschirm auf Arkon III. Es gab Sicherheitsverstöße beim Zugriff auf den Kernbereich der Anlage. Stunden nach dem Onryonenaufmarsch meldet sich der Onryone Kalosd Xallavor per Funk und stellt seine Forderungen. Der Schutzschirm soll abgeschaltet, die Landung auf Naat genehmigt und der Fraktor Bostich ausgeliefert werden. Vizeimperator Tormanac da Hozarius lehnt die Forderungen ab und fordert die Onryonen auf, den Kugelsternhaufen Thantur-Lok zu verlassen. Xallavor wendet sich in einem offenen Funkspruch an alle Arkoniden. Er lobt einen Zellaktivator für die Überstellung Bostichs aus.

Am selben Tag treffen sich in Quinto-Center Ronald Tekener und Monkey mit einer Abgesandten Bostichs. Tekener, dessen neues Herz aus eigenen Gewebe nachgezüchtet wurde, hat den Unfall noch nicht vollständig verarbeitet. Die Arkonidin De-Len Melia des Thai-Khasurn Erestide überbringt eine Bitte Bostichs. Lordadmiral Monkey soll den persönlichen Schutz seiner Erhabenheit übernehmen. Der Lordadmiral lehnt diese Bitte ab und schickt stattdessen Tekener. Mit der ARGO macht sich der Smiler auf dem Weg zum Treffpunkt mit Bostichs neuen Flaggschiff. Der Unsterbliche erhält gleich einen ersten Eindruck von der GOS`TUSSAN II. Der Gigant enttarnt sich am Zielort in nur 1000km Entfernung zur ARGO und konnte vorher nicht angemessen werden. Die ARGO landet auf einer der Polkappen des Giganten und Tekener trifft sich mit Bostich in dessen privaten Räumen. Dem Terraner fällt ein ungewöhnliches Verhalten an Bostich auf. Der Arkonide zögert häufiger bei seinen Antworten und scheint seinem Extrasinn zu lauschen, nur dass diese Lauschpausen ungewöhnlich lange dauern. Der Smiler kann sich keinen Reim darauf machen. Die GOS`TUSSAN II nimmt Kurs auf Arkon.

Yscrou und Faldyr untersuchen die Sicherheitsverstöße und vermuten, dass die Onryonen Personal der Anlage gekauft oder ersetzt haben. Sie kommen Unregelmäßigkeiten beim Personal auf die Spur. Die Mitarbeiterin Thala meldet zudem ein ungewöhnliches Verhalten ihres Kollegen Temmer. Yscrou und Thala stellen mit einem Trupp Sicherheitsleute den Arkoniden Temmer. Wie sich schnell herausstellt, ist Temmer ein Gestaltwandler. Der Jaj hat zahlreiche Sprengkörper in Subtor angebracht und sprengt den ganzen Komplex in die Luft. Auf einen Selbstmordattentäter war Yscrou nicht vorbereitet. Mit Thala und einigen Überlebenden von Subtor kann sie sich über einem Transmitter in die eigentliche Schaltstation Vothantar Zhy retten. Dort angekommen hat die Kommandantin das Gefühl einen schweren Fehler begangen zu haben.

Im Arkon-System wird erneut Alarm gegeben. Ein unbekanntes riesiges Objekt nähert sich getarnt und in Sprüngen dem Arkon-System. Auch die GOS`TUSSAN II ist mittlerweile getarnt am Ort des Geschehens eingetroffen und beobachtet, wie sich ein 8,6km langes Ellipsoid vor dem Kristallschirm enttarnt. Ein Funkspruch wird empfangen. Der Atopische Richter Chuv verlangt an Bord der CHUVANC den Einflug in das Arkon-System zu weiteren Verhandlungen. Vizeimperator Tormanac da Hozarius nimmt den Funkspruch entgegen. Richter Chuv zeigt sich in der Übertragung als mehr als 2m großer Humanoide mit blassblauer Haut, breiten Schultern, kleinen Kopf, hellblauen runden Augen und anstelle der Nase einen unterarmlangen Rüssel, der in Greiflappen endet.

Während des Gespräch, das auch an Bord der GOS`TUSSAN II verfolgt wird, beschleunigt die CHUVANC in Richtung des Kristallschirms. Tormanac warnt den Richter vor einem Kontakt mit dem Schirm. Chuv unterbricht die Verbindung und die CHUVANC erreicht den Kristallschirm. Dort verschwindet das Schiff des Richters und es bildet sich eine Art Schlauch durch den Kristallschirm. Onryonische Schiffe in der Nähe nehmen Kurs auf den Durchbruch ins Arkon-System und Bostich befiehlt den Angriff.

 

Rezension:

Erneut sind Gestaltwandler Bestandteil einer Geschichte der Gastautorin Susan Schwartz, deren Beiträge zur Serie mittlerweile regelmäßiger und häufiger erscheinen, als die Romane so mancher Team-Autoren. Gleich zu Beginn fällt ein seltsamer Satz zum Vorgehen eines der Jaj ins Blickfeld. Die Autorin teilt den Lesern in einem beinahe schon beschwichtigenden Tonfall mit, dass der Jaj nicht aus Freude töten würde sondern weil es seine Aufgabe sei. Und weiter schreibt sie, dass der Jaj nicht grausam vorgehen würde. Dem Jaj käme es auf einen sanften, schmerzlosen und unwissenden Tod an. Wie wäre es mal mit einem gemeinsamen Roman von Susan Schwartz mit Christian Montillon? Das Ergebnis könnte interessant sein!

Zurück zur Geschichte. Nach der kurzen Einführung der Gestaltwandler ist das Ziel der Saboteure schnell ausgemacht. Es folgt die Einführung der Figur Tormanac da Hozarius mit zahlreichen Rückblicken. Die Figur des Vizeimperators ist in diesem Zyklus bislang nur namentlich erwähnt worden, der letzte Auftritt der Figur ist schon länger her und fand im Heft 2655 statt. Von daher waren die Reminiszenzen angebracht, die der Autorin auch gut gelungen sind, weil sie zahlreiche Verknüpfungen zu aktuellen Geschehnissen enthielten. Nachdem der Leser derart auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht wurde, griff sich Susan Schwartz den Smiler und verpasste ihm einen psychologischen Knacks, den die Figur sich aus den Ereignissen des letzten Einsatzes auf ITHAFOR-5 geholt hatte. Dieser Part ist Susan Schwartz weniger gelungen. Nicht, dass es nicht mal an der Zeit war, dem ewigen Draufgänger Tekener mal eine menschliche Note zu geben, sondern eher aus dem Grund, dass die Autorin auch hier zu sehr in Rückblicken auf den letzten Einsatz fokussiert war, als sich tatsächlich auf ein Psychogramm des Smilers zu konzentrieren.

Den Rest des Romans spult die Autorin wieder routiniert ab. Überraschungen blieben aus, die Geschichte war vorhersehbar. Die Onryonen reihen sich mit ihren 80.000 Schiffen in die Reihe der üblichen Bedrohungsszenarien alá TRAITOR, Frequenz-Monarchie, Xylthen, Sayporaner und anderen aus den letzten 300-400 Heften nahtlos ein. Hatte man zu Beginn des Zyklus und nach entsprechenden Äußerungen der Autoren auf dem Garching-Con noch die Hoffnung, dass mal ein anderer Plot zyklusbestimmend sein könnte, ist spätestens mit diesem Roman Tristesse im Hause Rhodan eingekehrt.

Über die Messingträumer ließe sich noch einiges sagen. War diese Technologie bislang in adligen Kreisen verbreitet, scheint es in diesem Roman eine Ausweitung in alle Bevölkerungsschichten Arkons gegeben zu haben. Da stellt sich die Frage, wann auch andere Völker der Galaxis sich dieser „Sucht“ hingeben.