Articles for this day of 9. Juni 2013

Ansichten zu PR 2703 Directors Cut

Die, die überlebt haben … – von Bernd Perplies – Handlung:

Wenige Tage nach dem Besuch von Sichu Dorksteiger erwacht Tasso Cormac aus dem künstlichen Koma, in das die Ärzte ihn versetzt hatten. Die Bilder der Katastrophe beherrschen seine Gedanken. Trotz der Beruhigungsmittel und der Behandlung, die er erfährt, werden die albtraumhaften Bilder ihn noch Jahre verfolgen. Neben der Trauer um die Menschen, die bei diesem sinnlosen Akt der Gewalt ihr Leben verloren haben, empfindet der Waffenleitoffizier auch zunehmend Zorn auf die Onryonen.

Der behandelnde Arzt kündigt Cormac den Besuch von zwei Frauen an. Die Chefwissenschaftlerin der LFT, Sichu Dorksteiger und zu Cormacs Überraschung Ana Spiteri. Auch sie hat überlebt, war jedoch aufgrund eines Fehlers unter falschen Namen in der Klinik eingeliefert worden. Dorksteiger informiert Tasso Cormac über den Einsatz der SEMT-Haube, was dieser ihr nicht übel nimmt, sondern froh ist, etwas zur Aufklärung beitragen zu können.

Danach verabschiedet sich die Wissenschaftlerin, die sich auf die Suche nach der Blackbox macht. Tasso Cormac und Ana Spiteri kommen sich näher und planen gemeinsam ihre Zukunft.

 

Rezension:

Bernd Perplies ist der einzige der vier Autoren zum Zyklusauftakt, der seinen Roman fortsetzt. Die anderen Autoren haben einen Blick zurückgeworfen. Perplies beschreibt eine Szene nach dem Ende von 2703. Im Roman hatte schon Sichu Dorksteiger die Mutmaßung angestellt, dass es eine weitere Überlebende geben könnte. Das hatte sie aus den Erinnerungen Cormacs gefolgert. Die Auflösung präsentiert der Autor exklusiv in dieser Kurzgeschichte und beschert seiner Figur Tasso Cormac zugleich ein persönliches Happyend.

Und ein paar Gedanken zu diesem speziellen E-Book:

Das E-Book „Luna im Visier“ stellt, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, ein Novum dar. Den vier Autoren zum Zyklusauftakt wurde die Gelegenheit gegeben eine Facette ihres Romans näher zu beleuchten. Alle Kurzgeschichten können sich sehen lassen. Aus Marketingsicht scheint das E-Book zumindest bei mir ebenfalls zu funktionieren. Ich habe Heft 2700 insgesamt 3-mal gekauft. Aufgrund meiner Zugfahrt zum Garching-Con habe ich den Jubi-Band bei Amazon für meinen Kindle erworben. Zurück vom Con habe ich das Heft nochmal am Kiosk erstanden und in Form des Perry Rhodan Kompakt dann ein drittes Mal erstanden. Den Klaus wird es freuen. Ach ja, ich wurde nicht gezwungen.

Dennoch kann diese Art des Vertriebs insbesondere die reinen E-Book-Leser, die den Zyklus per Abo beziehen, nicht zufriedenstellen. Schließlich hätten sie zum gleichen Preis auch den erweiterten Umfang erhalten können. Sollte dieses E-Book in dieser Form fortgesetzt werden, könnten sich diese Leser zu recht brüskiert fühlen.

Der Leser der papiernen Ausgabe schaut ebenfalls dumm aus der Wäsche. Ohne E-Book-Reader kann er dieses Extra nicht genießen und auch hier könnten sich diese Leser, die ja immer eine langfristige Bindung an die Serie haben, ob mit oder ohne Abo, ebenfalls brüskiert fühlen. Natürlich kann man jetzt den Einwand machen, dass niemand gezwungen wird, sich dieses E-Book zuzulegen. Schließlich gibt es diese Art des Vertriebs beim Film schon seit Ewigkeiten. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass Filme eben nicht in Abos wöchentlich in Serie konsumiert werden. Luna im Visier quasi parallel herauszubringen empfinde ich als unglücklich.

 

Ansichten zu PR 2703

Tod im All – von Bernd Perplies – Handlung:

In der Universität von Terrania studiert die Chefwissenschaftlerin der Liga die Daten über den Schiffsverband, der von den Onryonen vernichtet wurde. 77 Schiffe und tausende Menschen sind der Tragödie zum Opfer gefallen. Nach aktuellen Erkenntnissen hat nur 1 Mensch die Katastrophe überlebt. Sichu Dorksteiger will unbedingt etwas über die Linearraumtorpedos in Erfahrung bringen. Doch es gibt kaum verwertbare Daten. Sie hofft von dem einzigen Überlebenden, dem Waffenleitoffizier Tasso Cormac, mehr zu erfahren.

Perry Rhodan hat den Mond an der Außenhülle der PYTUU verlassen und ist von der KRUSENSTERN aufgenommen worden. Viccor Bughassidow staunt nicht schlecht, als er erfährt, dass Rhodan auf Luna war. Die KRUSENSTERN setzt einen unverfänglichen Kurs, um nicht die Aufmerksamkeit der Onryonen zu erregen. Rhodan lässt einen mit seinem persönlichen Code unterlegten Funkspruch an Dorksteiger absetzen. Er will sich mit ihr treffen. Sie soll den Balg erforschen, den er von Luna mitgenommen hat. Bughassidow bietet an, die seltsame Haut vorab von seinen Wissenschaftlern schon mal untersuchen zu lassen und Rhodan willigt ein. Die Ara-Medikerin Jatin und die Biochemikerin Henna McCorrell scannen den Balg mit zahlreichen Gerätschaften. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das Gewebe vollständig inaktiv ist und der Stoff organisches Leben nur imitiert hat, denn die Mitochondrien der Zellen bestehen nur oberflächlich aus organischen Stoffen. Im Inneren finden sich Nanomaschinen. Die DNS des Balgs ist unglaublich komplex. Während Lemurerabkömmlinge nur vier Nukleobasen aufweisen, konnte der Scan in der kurzen Zeit bereits elf Nukleobasen beim Balg nachweisen. Während sich Rhodan zurückzieht, setzen die beiden Frauen die Untersuchungen fort.

Auf Terra besucht Sichu Dorksteiger den einzigen Überlebenden in der Klinik. Tasso Cormac liegt in einem künstlichen Koma und der behandelnde Arzt schlägt Sichu vor, mittels der SEMT-Apparatur in die Erinnerungen Cormacs einzutauchen. Die von der SERT-Technologie abgeleitete Technik ist noch ein Prototyp und nicht ungefährlich, doch Dorksteiger willigt ein. Sie erfährt die letzten Minuten des Verbands an Hand von Cormacs Erinnerungen. Der Waffenleitoffizier der HILDEGARD VON BINGEN ist ein zurückhaltender junger Mann, der ein Auge auf die Chefingenieurin Ana Spiteri geworfen hat. Der Ghatamyz-Verband steht kurz vor der Linearetappe. An Bord der Schiffe hat man das onryonische Ultimatum mitbekommen. Als die Linearetappe beginnt, herrscht allgemeines Aufatmen. Plötzlich wird die LFT-BOX von einem heftigen Schlag erschüttert. Das Lazarettschiff wird von heftigen Explosionen zerrissen. Tasso Cormac schafft es, einen SERUN anzulegen, dann wird er bewusstlos.

Als er wieder zu sich kommt, treibt er im All. Als er schon glaubt, dass er der einzige Überlebende ist, entdeckt er in einem Kernelement der LFT-BOX weitere Überlebende, darunter Ana Spiteri. Die Ingenieurin hat eine Sensorboje mit der Sekundär-Blackbox absetzen können. Doch jetzt droht ein Energiemeiler zu explodieren. Gemeinsam schaffen sie es, für die Crew Raumanzüge zu besorgen. Doch dann explodiert doch noch der Meiler. Cormac wird ein Bein abgetrennt und Ana kommt ihm zu Hilfe. Beide treiben im All und Cormac verliert das Bewusstsein. Sichu Dorksteiger hat nun erste Anhaltspunkte und will die Blackbox bergen.

An Bord der KRUSENSTERN vermutet Rhodan, dass seine kurze Liaison mit der Tefroderin Caadil Kulée amy Kertéebal ein Kind hervorgebracht hat. Er hatte die Pilotin vor 56 Jahren beim Besuch der Transgenetischen Allianz kennengelernt. Seine Enkelin Farye Sepheroa könnte von diesem Kind abstammen. Dann wird Rhodan ins Labor gerufen. McCorrell ist tot und der Balg verschwunden. In den Aufzeichnungen ist zu erkennen, dass der Balg sich bewegt und die Wissenschaftlerin mit einem Stich in den Hals tötet. Er entnimmt der Toten organisches Material und wächst dadurch. Dann verschwindet das Geschöpf in den Lüftungsschächten. Die ganze Besatzung der KRUSENSTERN macht Jagd auf den Balg, der eine Intelligenz entwickelt. Weitere Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Rhodan kommt in der Zentrale Farye Sepheroa zu Hilfe. Der Balg wird angeschossen und verliert dadurch etwas Substanz. Schließlich kann das Geschöpf in ein Beiboot gelockt, und gesteuert von Sepheroa, ins All geschossen werden. Sepheroa katapultiert sich mit dem Notsystem aus dem Schiff und die KRUSENSTERN vernichtet das Beiboot mit dem Balg.

Sichu Dorksteiger kommt an Bord und übernimmt die Reste des Balgs zur weiteren Analyse. Rhodan zieht sich mit der KRUSENSTERN auf Rhea zurück und taucht vorerst unter.

 

Rezension:

Bernd Perplies feiert seinen Einstand in der Erstauflage mit einer bunten Mischung aus klassischen SF-Elementen. Der Leser wird mit Apparaturen konfrontiert, die dazu dienen, in das Gehirn eines Menschen einzudringen, er erlebt Havarien und Überlebenskämpfe im All und schließlich ein tödliches Alien an Bord eines Raumschiffs. Dem Autor gelingt zudem ein selten gewordenes Element in seinem Roman unterzubringen. Ich meine damit die Untersuchung des Balgs an Bord der KRUSENSTERN und die Bewertung dieser Analyse. Die fiktionale Erweiterung der uns bekannten Technologie hat insbesondere, was detaillierte Beschreibungen angeht, in den letzten Jahren stark nachgelassen. Häufig werden nur sehr oberflächlich und sehr vage Waffen, Antriebe, Schilde oder andere Technologien geschildert, meist im Zusammenhang mit dem ebenfalls sehr vagen Begriff „hyperphysikalisch“.

Die im vorliegenden Roman zum Einsatz kommende Biochemie ist da deutlich besser handhabbar und der Autor nutzt diese Gelegenheit und präsentiert dem Leser einige akademisch geprägte Gespräche der beiden Wissenschaftler an Bord der KRUSENSTERN. Diese Dialoge heben sich wohltuend von dem übrigen meist inhaltsleeren Technogebabbel der Serie ab. Derartige Dialoge sind selten in der SF-Serie Perry Rhodan geworden.

Mit der SEMT-Technologie betritt der Autor zwar nicht Neuland, dennoch war dies ein gelungener Kniff, um die Erlebnisse eines Mitglieds der Hilfsflotte Revue passieren zu lassen. Ein bisschen mehr hätte Bernd Perplies noch auf die ethischen Fragen bei einem solchen Vorgehen der Ärzte eingehen können. Das hätte dieses Kapitel noch aufgewertet.

Die Hetzjagd nach dem Balg an Bord der KRUSENSTERN konnte ebenfalls weitgehend überzeugen. Es gibt ein paar Schwächen im Spannungsbogen. Am Anfang gerät die Aktion zu der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Suche an Bord eines 2,5km-Raumers mit 19 Suchtrupps kann gar nicht funktionieren! Der Autor und sein Sofortumschalter Rhodan brauchen ein bisschen, bis sie die Aussichtlosigkeit dieses Handelns erkennen. Schade, dass der Autor niemanden in die Lüftungsschächte schickt. Aber das wäre wohl etwas zu plump gewesen. Die Idee mit dem Spleen des Kommandanten der KRUSENSTERN und seinem Versuch, einen Posbi zu bauen, konnte nicht so richtig zünden und unterbrach meines Erachtens den Spannungsbogen anfangs.

Anschließend hatte der Autor die Situation dann im Griff. Es folgten sehr schnelle und kurzweilige Handlungen. Am Ende konnte Rhodan seine Enkelin auch noch in Aktion erleben. Insgesamt ein gelungener Einstand für Bernd Perplies.