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Delorian – von Hubert Haensel – Handlung:

Außerhalb der Anomalie hat Perry Rhodan die Raumschlacht der Zapfenraumer und der terranischen Einheiten verfolgen können. Auch an Bord der MIKRU-JON wurde die Ortung einer Lichtzelle und eines unbekannten Kugelschiffs gemacht. Perry Rhodan bleibt zunächst verborgen, dass Ennerhahl mit seiner Lichtzelle die TOLBA gestellt und mit Fesselfeldern an sich gebunden hat. Delorian bittet Ennerhahl um ein aufklärendes Gespräch, an dem auch Perry Rhodan und Mondra Diamond teilnehmen sollen. Ennerhahl lässt sich darauf ein und übermittelt die Koordinaten eines Treffpunktes an Rhodan und alle Beteiligten treffen sich dort. Auf einer Plattform im Weltall kommen Delorian, Ennerhahl, Perry und Mondra zusammen und der Chronist von ES berichtet.

Delorian geht bei seiner Erzählung auf die Ereignisse in der großen Zeitschleife ein. Als „junger“ Delorian sind ihm die Ereignisse der 18 Millionen Jahre bekannt. Zu Beginn der Zeitschleife trifft er vor beinahe 18 Millionen Jahren auf sein Alter Ego. Beide ersinnen einen Plan, der ihre Existenz über den Ablauf der Zeitschleife hinaus sichern soll. Als Chronist sind sie nicht im Bewusstseinspool der SI aufgegangen, sondern stehen selbständig neben oder wie Delorian meint, sogar über ES. Der Ablauf der 18 Millionen Jahre soll keineswegs das Ende von Delorians Handeln bedeuten. Delorian hat Angst, in der Bedeutungslosigkeit einer anonymen Menge von Bewusstseinen zu versinken, wenn ES seine Dienste nicht mehr benötigt. Er will nicht um die Früchte seiner Arbeit gebracht werden. So wie ES ihn manipuliert hat, will Delorian nun ES manipulieren. Er will sein eigenes Dasein final verschleiern, so dass er mit Ende der Zeitschleife aus der Wahrnehmung von ES verschwindet.

Delorian plant zudem die Schaffung eines eigenen Universums, auf dem die Hohen Mächte, weil Kosmonukleotide dort nicht wirken werden, keinen Einfluss nehmen können. Das Wissen dazu entnimmt Delorian den Ereignissen aus der Zeitschleife, beispielsweise das Wissen über THOREGON, dem Werden und Vergehen von ALLDAR und den Sayporanern.

Delorian baut sich aus dem Fundus von ES ein eigenes Schiff, die TOLBA. Von der Stadt Aures lässt sich Delorian die TOLBA „aufrüsten“ und bietet im Gegenzug Bewohner für die einsame Stadt an. Der Chronist rekrutiert neben einigen Hathor eine Gruppe von Erranten und Petronier und beauftragt sie mit der Konstruktion des Anzugs der Universen, den er nach Fertigstellung erstmal versteckt. Er nimmt frühzeitig Kontakt zu der noch jungen Samburi Yura auf, um sie in seinem Sinn zu beeinflussen. Für die Stabilisierung des eigenen Universums werden Anker benötigt. Delorian bietet QIN SHI das Sol-System an, mit ARCHENTIMS Korpus.

Rhodan wirft seinen Sohn Größenwahn vor. Delorian ist von diesen Vorwürfen wenig angetan. Er bittet seinen Vater um dessen Zellaktivator. Die darin enthaltene Vitalenergie wird zur Stabilisierung des Universums benötigt. Rhodan lehnt dies ab. Daraufhin flieht Delorian, auch Ennerhahl kann das nicht verhindern.

Rezension:

Den Roman habe ich im Urlaub ausnahmsweise auf meinem Kindle gelesen, während ich zu Hause ansonsten die papierne Ausgabe bevorzuge. Das Lesen mit dem Kindle ist tatsächlich etwas anders, zumindest für mich. Ich lasse nämlich während des Lesens auch öfter den Blick schweifen, d.h. ich werfe den einen oder anderen Blick zurück, um mir manche Textstellen, obwohl ich sie gerade erst gelesen habe, erneut in Erinnerung zu holen. Rein technisch geht das mit dem elektronischen Reader auch, man muss eben häufiger blättern, da die Bildfläche kleiner als die normale Heftausgabe ist. Lange Rede, kurzer Sinn, der Spaß beim Lesen von „Delorian“ kam nicht so richtig auf und ich schob es anfänglich auf die ungewohnte Leseart mit dem Reader. Aus dem Urlaub zurück habe ich mir das Heft nochmals für obige Zusammenfassung vorgenommen, diesmal wieder die papierne Ausgabe. Aber auch da blätterte ich recht lustlos vor und zurück und komme letztendlich zum Ergebnis, dass es nicht am Kindle liegt. Es ist der Roman, der schlecht ist.

Ziemlich am Anfang seiner Geschichte lässt der Autor Hubert Haensel die Figur Ennerhahl einen Ausspruch machen, der symptomatisch für den ganzen Roman steht. Ennerhahl fordert Delorian auf, nur das Wesentliche wiederzugeben. Leider hört der Autor nicht auf seine Figur. Der ganze Aufbau des Romans erinnert in seiner Machart an eine Sendung des ZDF. Am Jahresende werden von diesem Sender die „Bilder eines Jahres“ präsentiert. Mediale Ereignisse werden in Wort und Bild und aus einer gewissen Distanz heraus mit Kommentaren versehen, als Zusammenfassung gereicht.

Auch die Perry Rhodan-Serie bedient sich zunehmend dieser Sendeform. Die Serienhistorie ist auf gewaltige 52 Jahre angewachsen, die sich auf fast 2700 Romane verteilt. Es verwundert nicht, dass ausgerechnet der Bearbeiter der Silberbände vom Expokraten mit dem Schreiben von Delorian beauftragt wurde. Handwerklich ist es natürlich schon eine Leistung, wenn Hubert Haensel die „Bilder“ der Serienhistorie im vorliegenden Roman miteinander verknüpft. Doch leider kam dabei keine Geschichte zustande. Der Roman wurde nur in Teilbereichen von so etwas wie einer Handlung gestreift. Ansonsten überwiegen die Bilder der Serienvergangenheit. Wer jetzt auf neue Gesichtspunkte oder Kommentierungen gehofft hatte, wurde weitestgehend enttäuscht. Es gibt diese Elemente, jedoch sind so winzig, dass man sie mit der Lupe suchen muss. Und ja, es gibt sogar Textstellen, deren Inhalte wohl zukünftig eine Rolle spielen könnten. Auch sie sind so winzig, dass man sie mühselig zusammenkratzen muss, um überhaupt etwas in der Hand zu haben. Umso schneller werden sie vergessen sein und die Macher der Serie können in 50, 80 oder 140 Heften behaupten, in Heft 2696 sei der Grundstein für irgendeine Entwicklung gelegt worden. Das Problem ist nur, dass es dann keinen mehr interessieren wird.

Heft 2700 trägt den Aufdruck, dass eine neue Ära beginnen wird. Es bleibt zu hoffen, dass damit eine neue Ära im Geschichtenerzählen beginnen wird. Die „Bilder einer Serie“ sollen nicht unter den Tisch fallen aber zugunsten von neuen Geschichten und Handlungen auf ein erträgliches Maß reduziert werden.