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Ansichten zu PR 2690

Der fünfte Akt – von Marc A. Herren – Handlung:
Der Kampf TANEDRARS gegen QIN SHI geht weiter. Während sich in Escalian die Flotten ihrer Hilfsvölker im Kampf gegenüberstehen, läuft auf Pean ein virtueller Kampf der beiden Entitäten. Der von den Peanern ausgedachte Beistand durch die vier Galaktiker hat sich bislang nicht ausgezahlt. Rhodan und Gucky sind mit ihrem Einsatz für die Avatare TAFALLAS und NETBURAS gescheitert. Nun müssen Alaska Saedelaere und Nemo Partijan verhindern, dass QIN SHI sich die restlichen zwei Entitäten einverleibt.
Nemo Partijan findet sich in einer falschen Realität auf der Schauspielplattform im All wieder, von der Saedelaere berichtet hat und wird Zeuge eines Gesprächs zwischen dem Kanzler und dem Hofnarr. Der Kanzler ist seltsam durchscheinend und als schließlich der König und die Prinzessin dazu stoßen, erkennt Nemo, dass auch der König teilweise entstofflicht erscheint. Nemo wird von den Figuren angesprochen, die in ihm den Boten der Hohen Mächte sehen. Partijan versucht die vier Entitäten davon zu überzeugen, dass QIN SHI die reale Gefahr darstellt, doch er kann zu den Figuren keinen echten Kontakt herstellen. Der Hofnarr Gommrich Dranat kündigt an, in die Kämpfe einzugreifen.
An Bord eines Zapfenraumers der Invasionsstreitkräfte bereitet sich der Xylthe Istinfor auf dem Kampf vor. Plötzlich erschüttern Explosionen das Schiff. Sein Vorgesetzter wird getötet und Istinfor findet sich in der Rolle des Anführers wieder. Es sind eigene Kampfroboter, die plötzlich auf die Besatzung feuern. Der Gegner hat irgendwie die Kontrolle über die positronischen Gehirne erlangt. Istinfor kann sich zwar noch zu einem Beiboot durchschlagen, doch die Schutzschirme versagen im folgenden Gefecht.
Auch Alaska Saedelaere wird an einen seltsamen Ort versetzt. Eine sandige Ebene, über der eine rote Sonne strahlt. Die Ebene beginnt an den Rändern zu verfallen. Der Maskenträger kann nur mutmaßen, welche Aufgabe ihm die Peaner zugedacht haben. Soll er hier die Prinzessin Arden Drabbuh finden und den Zerfall der Ebene aufhalten? Er macht sich auf die Suche und schließlich findet er Arden.
Die Rombina Riftia Juntas ist als Hydroponikerin an Bord eines fliegenden Palasts tätig. Ihr Ehemann Hurku bittet sie wegen der Kämpfe inständig zu ihm zurückzukehren. Während sie noch mit ihm spricht, explodiert die Anlage, in der sie arbeitet. Der Feind dringt in den Palast ein und er setzt biologische Kampfstoffe ein. Mit letzter Kraft kann sie sich zu Hurku durchschlagen. Beide sterben.
Nemo Partijan muss hilflos mit ansehen, wie der Hofnarr beim Kampf um Pean immer wieder die eigenen Kräfte in einen aussichtlosen Kampf schickt. Seine wenigen Erfolge sind nur Nadelstiche gegen QIN SHIS Truppen. Dranat nimmt keinen Rat des Hyperphysikers an. Der Schauplatz wechselt plötzlich. Dranat nimmt Partijan mit an Bord seines Flaggschiffs. Aber die Pläne Dranats scheitern. Partijans letzte Wahrnehmung ist, wie ein dürres Wesen mit hungrigen Mündern auf der Brust des Narren sitzt.
Auch für Alaska ändert sich die falsche Realität. Arden nimmt ihn mit zu ihrem Flaggschiff ELICON. Auch Arden greift nun in die Kämpfe ein. Sie isoliert das Führungsschiff des Feindes und bringt QIN SHI dazu, sich mit ihr an einem neutralen Ort für Verhandlungen zu treffen. Alaska und Arden kehren zur Ebene zurück. Ein ausgemergeltes hominides Wesen nähert sich. Um das Wesen schweben Nahrungsspender und gierige Münder schnappen unaufhörlich nach Nahrung, ohne dass der ausgemergelte Körper zunimmt.
Alaska Saedelaere beobachtet, wie sich der Körper zweimal kurzzeitig aufbläht, bevor er wieder dünn wird. Wahrscheinlich hat sich QIN SHI zwei Entitäten von TANEDRAR einverleibt. Doch sein Hunger wird dadurch nicht gestillt.
Auf der Ebene erscheint ein zweiter Hominide, mächtig und erhaben. Alaska vermutet, dass die Peaner dieses Abbild geschaffen haben, um einen perfekten QIN SHI zu zeigen, wie es sein könnte, wenn sich TANEDRAR und QIN SHI vereinigen. QIN SHI lässt sich nicht beeindrucken. Er stürzt sich auf Arden, um sie zu fressen. Die Prinzessin stürzt sich mit den Worten sie versuche zu retten, was nicht zu retten sein, in die Nebelwand am Rand der Ebene. QIN SHI wendet sich Saedelaere zu, als sich die Ebene endgültig auflöst und der Maskenträger schreiend in die rote Sonne stürzt.
König, Königin und Prinzessin, Kanzler und Hofnarr finden sich in einer Traumwelt wieder, vereint im See der Tränen.

Rezension:
Gleiches Thema, anderer Ablauf. Schickte Christian Montillon in der vergangenen Woche das Duo Perry Rhodan und Gucky zum Beistand der Avatare TANEDRARS im Kampf gegen QIN SHI, so tut es ihm Marc A. Herren diese Woche gleich, indem er Nemo Partijan und Alaska Saedelaere den ungleichen Kampf fortsetzen lässt. Letzte Woche hatte ich noch angemerkt, dass es besser gewesen wäre, wenn Christian Montillon seine Hauptdarsteller stärker mit dem Mahnenden Schauspiel verknüpft hätte. Nun, diese Idee war wohl von Marc A. Herren gepachtet oder man wollte vermeiden, die gleiche Idee in zwei aufeinanderfolgenden Romanen zu gebrauchen. Jedenfalls sind Herrens Verknüpfungen mit dem Mahnenden Schauspiel wesentlich enger als in der Geschichte von letzter Woche.
Der Autor setzt diverse Spielszenen aus dem Mahnenden Schauspiel auf mehr als 15 Seiten seines Romans ein. In meiner Zusammenfassung habe ich diese wirklich lesenswerten Abschnitte aus Herrens Roman aus Zeitgründen weggelassen. Das wäre mir für eine Zusammenfassung etwas viel geworden.
Perry Rhodan-Romane sind ja nicht durchgehend Quell von durchdachten Dialogen. Insofern hat sich der Autor überdurchschnittlich viel Mühe gemacht. Das Schauspiel steht natürlich nach seiner Definition für eine überwiegend gesprochene Aufführung. Und dies hat der Autor auch sehr gut umgesetzt. Für den fünften Akt des Schauspiels gibt es verschiedene Definitionen. Nach Gustav Freytag (Die Technik des Dramas, Leipzig 1863) steht der fünfte Akt für die Katastrophe. Wahrscheinlich hatte der Autor diese Definition im Sinn oder er will uns aufs Glatteis führen. Ob Arden im fünften Akt noch einen Ausweg im Sinn hatte, werden wir sehen.
Der Roman war klar strukturiert. Gerieten bei Christian Montillon letzte Woche noch einige Abschnitte arg schwammig, so dass man als Leser nicht genau wusste, woran man war, hat es Marc A. Herren diese Woche besser gemacht. Den letzte Woche begonnenen Versuch, den mit normalen (menschlichen) Sinnen nicht begreifbaren Kampf zwischen zwei geistigen Entitäten darzustellen, muss Herren zwangsläufig fortsetzen. Durch die stärkere Verknüpfung mit den Szenen aus dem Mahnenden Schauspiel und den Verzicht auf Splatter wirkte der Roman reifer als die Geschichte der Vorwoche.
Fazit: Die Rollen, die der Autor seine Figuren Nemo Partijan und Alaska Saedelaere einnehmen lässt, sind gut durchdacht und der Leser weiß jederzeit woran er ist. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.