Articles for the Month of November 2012

Ansichten zu PR 2673

Das 106. Stockwerk – von Hubert Haensel – Handlung:
Flemming Burnett ist Koko-Interpreter im TLD-Tower. Die Positronik, die er bedient, heißt AGENT GREY und ist ein positronischer Querdenker. Die Maschine stellt ständig Berechnungen an, die auf konträren Annahmen beruhen und von unwahrscheinlichen Voraussetzungen ausgehen. Zehn Jahre zuvor nimmt Fydor Riordan, damals noch stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Terra Intern, Kontakt zu Flemming Burnett auf. Riordan kann Burnett davon überzeugen, dass die Terminale Kolonne TRAITOR weiter im Verborgenen arbeitet. Millionen von Koda Ariel haben die Welten der Milchstraße infiltriert und die wichtigsten Persönlichkeiten übernommen. Fydor Riordan und Ve Kekolor, die sich an Flemming Burnett heranmacht, versuchen Widerstand zu leisten. Geheimnisvolle Fremde, die Sayporaner, würden sie unterstützen. Burnett soll im Auftrag Riordans ein Haar analysieren lassen, das vom TLD-Leiter Leccore stammen soll. Die Analyse ergibt eine nicht in der Milchstraße vorkommende fremde DNA. Als nächstes soll Flemming Burnett ein geheimes Programm in AGENT GREY installieren, das der Maschine angeblich helfen soll, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Flemming Burnett kann die Sicherheitsprotokolle unterlaufen und wird dadurch zu einem Erfüllungsgehilfen von Riordan und den Sayporanern.
In der Gegenwart des Jahres 1469 NGZ plant Reginald Bull den Vorstoß in den TLD-Tower, wo er ein Transitparkett der Sayporaner vermutet. Er will das Gerät erobern, um einen Vorstoß in das Weltenkranzsystem durchführen zu können. Das Vorhaben wird nicht einfach. Der TLD-Tower reicht 2 Kilometer in die Tiefe und wird an der Oberfläche von einem Paratronschirm überspannt. Drei Raumschiffe schweben über dem Komplex, der den Raumlandetruppen bislang erfolgreich Widerstand leistet. Bull befürchtet, dass ein offensiver Vorstoß von oben die im Tower vermuteten Sayporaner und Fagesy zur Flucht treiben könnte. Dabei könnten sie Sprengsätze zurücklassen, um das Transitparkett zu zerstören. Ein anderer Weg muss gefunden werden, um unbemerkt in die Schaltzentrale des Geheimdienstes einzudringen.
Der Weg geht über Attilar Leccore. Der Leiter des TLD kennt einen Geheimzugang. Zur Einsatzgruppe gehören neben Bull und Leccore noch zwei Spezialisten für positronische Systeme, sowie Toufec und Shanda Sarmotte. Die Gruppe gelangt, angeführt von Leccore, über einen beweglichen Raum in das 106. Stockwerk des TLD-Towers. Zunächst unbemerkt arbeitet sich die Gruppe langsam nach oben. Irgendwann wird die Gruppe doch entdeckt. Es kommt zu Scharmützeln mit Fagesy. Leccore kann einen Kontakt zu AGENT GREY herstellen. Dabei stellt er fest, dass die Positronik manipuliert wurde. Der Leiter des TLD entdeckt einen geheimen Raum im 106. Stockwerk. Die Gruppe macht sich wieder auf dem Weg nach unten. Mit Toufecs Dschinn kann der Raum betreten werden. Er enthält Klone von Fydor Riordan und Ve Kekolor in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Klone haben kein Bewusstsein, sind nur leere Hüllen. Um Riordan und Kekolor zu einer Aktion zu bewegen, lässt Leccore die Klone zerstrahlen.
Fydor Riordan und Ve Kekolor erscheinen tatsächlich mit Kampfrobotern. Im Verlauf der Kampfhandlungen wird Kekolor getötet und Riordan schwer verletzt. Nun dringen auch Raumlandetruppen in den TLD-Tower ein und bringen das Gebäude schnell unter Kontrolle. Flemming Burnett tötet sich selbst. Das Transitparkett wird gesichert. Fydor Riordan wird in die Medostation gebracht. Leccore besucht den im Sterben liegenden Widersacher, der noch einmal das Bewusstsein erlangt. Der TLD-Leiter teilt Fydor Riordan mit, dass man in einer seiner Wohnungen ein Haar gefunden hätte. Riordan will wissen ob es Leccores Haar wäre. Leccore schweigt. Riordan stirbt und Leccore lässt die Aufzeichnung des Gesprächs löschen.

Rezension:
Der seltsame Titel des Romans, der Vorspann und die Infos im Hauptpersonenkasten suggerierten eine spannende Kommandoaktion mit Reginald Bull und dem Ziel der Eroberung des TLD-Towers. Bis es soweit war, wurde die Geduld des Lesers arg strapaziert. Schon die Zusammenstellung der Gruppe geriet dem Autor wenig inspirierend, einige Passagen gerieten unnötig langwierig. Die Dialoge der Kommandomitglieder treten sich um alles Mögliche, nur nicht um den Auftrag. Der Weg zum Einsatzort zog sich quälend dahin. Jeder halbwegs interessante Stadtteil von Terrania wurde gestreift oder erwähnt. Diese Passagen kann man als gelungen betrachten, wenn sie in einem Reiseführer stehen. Zur Durchführung eines Einsatzes zur Eroberung des TLD-Towers war die Detailverliebtheit des Autors für meinen Geschmack zu übertrieben. Die Absicht von Hubert Haensel war natürlich klar. Es ging ihm darum, den Leser hinzuhalten und das Geheimnis lange genug zu bewahren, wie er die Gruppe in den TLD-Tower bringt. Leider gelang es dem Autor nicht, die Spannung kontinuierlich zu steigern, stattdessen hat er die Leser – zumindest mich – nach einiger Zeit verloren.
Der Autor unterbricht diese Aktivitäten mit Rückblenden, in denen er Fydor Riordan und Ve Kekolor einführt. Diese Einschübe waren anfänglich völlig belanglos. Natürlich ging es darum, mit der Einführung dieser beiden Charaktere, deren mörderische Unternehmungen während der Besetzung Terras durch die Sayporaner den Lesern wohlbekannt sind, nicht ins Haus zu fallen. Dennoch gerieten die ersten Rückblenden eine Spur zu bedeutungslos. Ein bisschen mehr Intrige hätte diesen Passagen gut getan. Stattdessen greift der Autor auf eine eher plumpe Art zurück, um die Figur Flemming Burnett zum Spielball Riordans werden zu lassen. Die Koda Ariel Geschichte erschien zu weit hergeholt. Irgendwie hatte ich etwas Perfideres erwartet.
Zurück zur Gruppe im TLD-Tower. Der Autor hatte anfangs klar die Marschrichtung ausgegeben. Die Kommando-Gruppe soll unbemerkt in den TLD-Tower eindringen und sich das dort vermutete Transitparkett sichern. Haensels Figuren wollten unter allen Umständen vermeiden, dass die Sayporaner und Fagesy fliehen und mit einem Sprengsatz das Transitparkett unbrauchbar machen. Kurz nach dem Eindringen wird der Plan des Autors durchkreuzt. Natürlich vom Autor selbst. Seine Protagonisten werden entdeckt und statt nun alles auf eine Karte zu setzen, den Paratronschirm um den Tower auszuschalten und von unten und von oben zum Transitparkett vorzustoßen, genehmigt der Autor seinen Figuren einen Abstecher in das 106. Stockwerk, nachdem sie bereits im 96. Stockwerk angekommen waren. Sayporaner und Fagesy wären aller Wahrscheinlichkeit nach längst geflohen und das Transitparkett zerstört. Hubert Haensel ließ das allerdings nicht zu und somit wurde die Geschichte leider unlogisch.
Zum Ende hin wird der Roman auch noch hektisch. Der Autor muss dem verschwenderischen Erzählstil vom Anfang des Romans Tribut zollen. Bull überlegt, den Paratronschutzschirm abschalten zu lassen, kommt aber erst mal nicht dazu, denn die Gruppe wird im 106. Stockwerk angegriffen. Ve Kekolor stirbt und Fydor Riordan wird schwer verletzt. Plötzlich sind auch von oben die Raumlandestruppen eingedrungen, der gesamte Tower steht wieder unter terranischer Kontrolle, das Parkett ist gesichert und Chourtaird kümmert sich bereits darum. WOW! Gerade eben noch lässt der Autor seine Figuren durch die kilometerlangen Gänge des Towers stürmen, in denen sich nach seiner Aussage ganze Armeen verbergen können und Schwups ist alles eingenommen. Überzeugend war das nicht!
Hubert Haensel macht sich relativ wenig Gedanken bei der Zusammenstellung seiner Figuren. Zur Einsatzgruppe gehören auch zwei Spezialisten für positronische System. Die Figuren erwiesen sich als völlig überflüssig. Auf die Motivation seiner Protagonisten legt der Autor ebenfalls nur wenig Wert. In einem Satz wird erwähnt, dass Ve Kekolor die Unsterblichkeit anstrebt. In einem anderen Satz, dass die Sayporaner ihr und Riordan die Unsterblichkeit versprochen haben. Im Tower werden dann Klone von ihr gefunden. Die werden zerstrahlt. Kekolor wird getötet. Das war’s. Okay, die Stille Ve hatte damit ihr Motiv aber sehr viel mehr als meine Zusammenfassung hat der Autor in den entsprechenden Textstellen auch nicht geschrieben. Das geriet einfach zu kurz.
Den Epilog nutzt der Autor, um Fydor Riordan abtreten zu lassen und beim Leser ein kleines Rätsel zu hinterlassen. Ist Leccore vielleicht doch ein Koda Ariel oder zumindest nicht der, der er zu sein scheint? Leider konnte mich auch das nicht überzeugen. Dazu war die vorausgegangene Geschichte zu abgedroschen, als das der Knalleffekt des Autors bleibenden Eindruck hinterlassen könnte.
Fazit: Ein schwacher Roman von Hubert Haensel, dem es nicht gelungen ist, die Motive seiner Figuren herauszuarbeiten.

 

Ansichten zu PR 2672

Kosmische Agonie – von Verena Themsen – Handlung:
Delorian hat mit den Hyperkristallkugeln einen Sextadimschleier um das Sol-System erzeugt und so die eintreffende Armada von Sternengaleonen ausgesperrt. Der Schwere Kreuzer HANNER TEKENBECK fliegt Ende November 1469 NGZ durch eine Strukturlücke auf Erkundung. Der Paros-Schattenschirm lässt das Schiff unerkannt durch die Reihen der Gegner schlüpfen. Während die Zahl der feindlichen Schiffe vor dem Solsystem steigt, setzt sich die TEKENBECK einige Lichtstunden ab. Die Ortung macht eine beunruhigende Entdeckung. Am Rande der Anomalie werden Erscheinungen angemessen, die wie Hyperraumstürme von unglaublichen Ausmaßen wirken. Ausläufer treiben ins Innere des kleinen Universums, wo schwere Gravitationseffekte gemessen werden. Die Daten werden an die Regierung übermittelt. Dort kommen mehrere Wissenschaftlerteams zu eindeutigen Ergebnissen. Die Anomalie bricht zusammen!
Die Regierung berät die Situation. Delorian, der an der Sitzung teilnimmt, bestätigt einen Zusammenhang zum Sextadim-Feld. Seit das Feld steht, wird die Anomalie instabil. Um das Solsystem aus der Anomalie zu bekommen, müssen die Sayporaner unter Druck gesetzt werden. Eine Flotte soll ins Weltenkranzsystem aufbrechen und dort einen Brückenkopf errichten. Auch die Spenta sollen kontaktiert werden. Man will erfahren, warum der Abtransport von ARCHETIMS Leichnam sich verzögert. Vashari Ollaron stellt die Flotte zusammen. Nur wenige Schiffe können entbehrt werden. Schließlich brechen ca. 100 Raumschiffe, angeführt von der ZHENG HE zum Weltenkranzsystem auf. Delorian schaltet erneut eine Strukturlücke und der Kordon der Feindschiffe kann problemlos durchbrochen werden. Anschließend beginnen jedoch die Schwierigkeiten. Die ersten Linearetappen werden nur mühsam gemeistert. Die Einflüsse in der Anomalie sorgen für die ersten Ausfälle an Schiffen. Noch weit vom Ziel entfernt gerät die Flotte unter dem Einfluss schwerer Gravitationseffekte. Die ZHENG HE wird schwer beschädigt, die kleineren Schiffe sind Totalverluste. Vashari Ollaron wird schwer verletzt und Micheil Mossi, der Kommandant der ZHENG HE ordnet den Rückzug der verbliebenen Schiffe an. Doch der Rückweg nach Sol ist weit.
Die ZHENG HE ortet eine schwer beschädigte Sternengaleone. Der Utrofare am Bug scheint geistig verwirrt, er sendet merkwürdige Botschaften. Den Terranern gelingt ein Kontakt zu dem Fremdwesen. Fernvaters Augerbe hat seine Mission vergessen. Er möchte die ZHENG HE als neues Schiff. Im Gegenzug könnte er als Navigator die Terraner in sicherere Gebiete bringen. Die Terraner gehen auf den Deal ein. Der Utrofare wird an Bord gebracht und mit dem Schiff verbunden. Die Reise führt zu einem braunen Zwergstern, den Augerbe als Loom-Land bezeichnet und in dessen Orbit Raumschiffswracks treiben. In einigen Lichtjahren Entfernung beobachten die Orter ein seltsames Phänomen, das sich auf den Rest der Flotte zubewegt und in geringer Distanz passiert. Eine Flotte unterschiedlicher Schiffe, darunter auch Sternengaleonen, hat etwas im Schlepptau, das offensichtlich der Psi-Korpus einer Superintelligenz ist. Der Flug führt zu einem Schwarzen Loch. Der Vorbeizug des Leichnams löst schwere Bewusstseinsstörungen bei den Terranern aus. Für die geschwächte Vashari Ollaron bedeutet es den Tod. Sie folgt einem Licht, das sie einhüllt.
Reginald Bull rekrutiert Shanda Sarmotte und fliegt mit der KLEOPATRA zur Sonne. Die Mutantin soll mit ihren besonderen Fähigkeiten einen Kontakt des Sayporaners Chourtaird mit seinem Kollegen Chourwayrs verfolgen. Der Kontakt liefert die Information, dass die Spenta Probleme mit einem Siegel haben, das die Extraktion des Korpus verhindert. Weitere Informationen werden erst geliefert, wenn der Umbrische Rat zustimmt. Reginald Bull kann Anicee überreden, ihn zu begleiten. Chourwayrs gibt Hinweise auf das Siegel. Es sei die Sonne selbst, die Probleme bereitet. Ihr wurde eine Signatur aufgedrückt. Diese Signatur könnte älter sein als die Einlagerung des Leichnams ARCHTIMS.
Bull will Nachforschungen zu diesem Siegel vorantreiben. Da treffen schlechte Nachrichten von der ausgesandten Flotte ein. Das Weltenkranzsystem erscheint unerreichbar. Vorerst sollen keine weiteren Schiffe entsandt werden. Man vermutet im nach wie vor nicht zugänglichen TLD-Tower ein noch funktionierendes Transitparkett. Darüber soll versucht werden, das System der Sayporaner zu erreichen.
Homer G. Adams hält sich derweil im Hintergrund. Er erwartet einen Gast. Seine Gedanken gehen in die Vergangenheit. Sechs Jahre vor den aktuellen Ereignissen, im Mai 1463 NGZ hat das Finanzgenie das erste Mal diesen Besucher empfangen. Vor sechs Jahren hat ihn dieser Besucher vor einer Gefahr gewarnt. Die Quelle der Gefahr sei Perry Rhodan. Der Unsterbliche wäre durch den B-Controller beeinflusst, der ihm den Zugriff auf das Polyport-Netz ermöglicht. Der Controller wurde Rhodan in die Hand gespielt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Adams ist skeptisch. Seine damalige Frage an den Gast, welches Ziel das sei, bleibt unbeantwortet. Es würde der Punkt kommen, an dem niemanden mehr zu trauen sei, wird ihm von seinem Besucher erklärt, der im Übrigen gut über Adams geheime Organisation der abwesenden Freunde Bescheid weiß. Im Jahr 1463 NGZ war es auch, als Rhodan seinen Freunden Adams und Bull mitteilte, dass er nicht mehr für das Amt des Residenten zur Verfügung stehen würde. Er wolle sich dem Polyport-Netz zuwenden.
In den Folgejahren treibt Adams den Ausbau seiner Organisation voran. Das Kastell entsteht, die Positronik OTHERWISE wird geplant. Wieder erhält er Besuch. Sein Gast will, dass Adams die BASIS reaktiviert. Adams erfährt von einem Back-up-Plan von ES. Schließlich kehren Adams Gedanken in die Gegenwart des Jahres 1469 NGZ zurück. Sein Gast trifft ein. Es ist Delorian. Adams eröffnet ihm, dass er eben an die BASIS denken musste. Er fragt Delorian, ob sie ihre Aufgabe erfülle. Delorian berichtet von kleineren Schwierigkeiten. Die Arbeiten stünden jedoch vor ihrem Abschluss. Und dann, berichtet Delorian, beginnt die eigentliche Zukunft.  

Rezension:
Zum fünften Mal steuert Verena Themsen einen Roman zum laufenden Zyklus bei und zum fünften Mal ist ihre Geschichte in der Sol-Ebene angesiedelt. Will der Expokrat die Autorin schonen oder hat sie sich das selbst ausgesucht?
Die Geschichte enthält einige erwähnenswerte Inhalte. 72 Hefte sind seit dem Zyklusbeginn erschienen, 72 Hefte mussten vergehen, bis eine nennenswerte Expedition das Sol-System zur Erkundung des fremden Raums verlassen durfte. Ein derart verzögerter Zyklusaufbau ist einmalig in der über 50-jährigen Geschichte der Serie. Der Exposé-Autor würde jetzt wahrscheinlich einwerfen, dass mit der BOMBAY bereits einmal ein Schiff das Solsystem verlassen hat. Aber genau da liegt der Haken an der Geschichte. Dieses Episode kann man lediglich als Beruhigungspille für die Leser einstufen. Bei den geschilderten Ressourcen auf eine weitreichende Erkundung zu verzichten und sich derart in die Passivität zurückdrängen lassen, macht mit den Erfahrungen, die die Protagonisten haben, keinen Sinn.
Ähnlich wie in ihrem Einstiegsheft 2605 setzt die Autorin auf die Schilderungen einer Raumfahrt in der Anomalie unter den sich ständig verändernden Bedingungen. Die Auswirkungen sind diesmal allerdings weitaus dramatischer als seinerzeit beim Flug der BOMBAY. Die Flotte erreicht ihr Ziel nicht, die Verluste sind enorm.
Parallel zu den Geschehnissen an Bord der Expeditionsflotte verfolgt die Autorin weitere Erzählstränge. Homer G. Adams erwartet einen Gast. Bevor dieser eintrifft, schweifen die Gedanken des Unsterblichen in die Vergangenheit und offenbaren eine Neuigkeit. Der alte Weggefährte Rhodans hat bereits seit Jahren Kontakt zu Delorian. Diese Entwicklung gefällt mir. Zeigt sich doch mal ein Verhalten bei einem Unsterblichen, der nicht wie die anderen Aktivatorträger den Spuren Perry Rhodans folgt, sondern offensichtlich auch mal andere Ziele hat.
Neben diesen Einschüben werden von Verena Themsen auch die Abenteuer von Reginald Bull und Shanda Sarmotte verfolgt. Das war alles zusammen etwas zu viel des Guten. Die Autorin unterfüttert zudem jeden dieser Erzählstränge mit einem Übermaß an zwischenmenschlichen Problemen. Auf der Flottenebene kämpft Vashari Ollaron gegen den Ziehvater Reginald Bull. Auf der Residenten-Ebene kämpft Shanda Sarmotte mit ihren Gefühlen, denn ihr Lebensgefährte hat sie verlassen. Die Flottenebene war zudem überfrachtet mit Schiffsnamen der Flotte und den Namen der Besatzungsmitgliedern. Das sollte wohl Atmosphäre erzeugen, hat den Leser jedoch in der Menge der Informationen einfach erschlagen. Wer, warum und wann eigentlich gestorben ist oder auch nicht, das war einfach nur noch nebensächlich.
Über manche Begebenheit in Verena Themsens Roman musste ich das eine oder andere Mal die Stirn runzeln. Beispielsweise über Prallfelder, die eigentlich dafür sorgen sollten, dass sich Menschen nicht verletzen, bei der Autorin jedoch im Augenblick höchster Belastung „endlich“ nachgeben. Glücklicherweise gibt es im 20. und 21. Jahrhundert Sicherheitsgurte in Autos, die das nicht tun. Ähnlich merkwürdig das Hervorheben eines robotisch gesteuerten Raumschiffs, der KLEOPATRA, als etwas Besonderes. Autos und Flugzeuge in den erwähnten Jahrhunderten können das bereits problemlos. Die Menschen im 51. Jahrhundert sind wahrlich zu bedauern!
Da bekommt der ominöse Spruch von Delorian doch gleich eine andere Bedeutung. Die Zukunft fängt nämlich erst jetzt an!