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Ansichten zu PR 2666

Die Pyramide der Badakk – von Arndt Ellmer – Handlung:
Der Erste Terraner wird aus dem Geneseplasma der Badakk gezogen. Ronald Tekener versucht die Zeit zu ermitteln, die Arun Joschannan in dem Becken verbracht hat. Es können nur wenige Stunden gewesen sein. Aus den Erfahrungen auf der Arkonwelt Travnor weiß der Smiler, dass zu einer vollständigen Abhängigkeit ein längerer Zeitraum nötig ist. Der USO-Admiral geht von mindestens 36 Stunden aus. Sowohl auf der Mondoberfläche als auch innerhalb des Geheimstützpunktes wird nach wie vor gekämpft. Tekener steht vor dem Problem, den Ersten Terraner sicher an Bord der JV-1 zu bringen. Der Smiler versucht den Sayporaner Chourweydes, der sie bereitwillig zu Joschannan geführt hatte, dazu zu bewegen, sie zu einem Ausgang zu führen. Der Sayporaner ist nur widerwillig bereit, die Terraner zu unterstützen.
Schließlich schafft es Tekeners Gruppe zurück an Bord der JV-1, wo der Erste Terraner streng abgeschirmt im medizinischen Bereich des Schiffes untersucht wird. Tekener stellt die Oxtornerin Gashwa Perkat zusätzlich zur Bewachung des Politikers ab. Die Spezialistin würde zur Not auch den Ersten Terraner töten, wenn dieser vollständig von den Badakk übernommen wurde.
Nachdem Arun Joschannan wieder bei Bewusstsein ist, versucht Tekener den Grad der Beeinflussung zu bestimmen, dem der Erste Terraner möglicherweise unterliegt. Arun Joschannan benimmt sich weitgehend normal, doch Tekener bleibt misstrauisch. Mit der Schiffsführung und Wissenschaftlern versucht Tekener eine Strategie für das weitere Vorgehen im Theatrum-System festzulegen. Der USO-Admiral will die von Badakk Übernommenen unter den Verantwortlichen der Zirkuswelt enttarnen. Der Erste Terraner wird als Köder eingesetzt und soll dazu wieder in Kontakt zu den politischen Gremien des Planeten kommen. Tekener baut darauf, dass der kurzzeitige Kontakt Joschannans mit dem Geneseplasma gereicht hat, damit der Erste Terraner eine mentale Verbundenheit zu anderen Übernommenen erkennen kann.
Als der Direktorenzirkel zusammentritt, informiert Arun Joschannan die Anwesenden über die Bedrohung. Zurück in der JV-1 berichtet er, dass er tatsächlich mehrere von den Badakk übernommene Zirkusleute erkannt hat. Um sie zu identifizieren, müsse er aber näheren Kontakt zu den Personen erhalten. In der JV-1 werden auch die Daten der Zirkuswelt ausgewertet. Seit Jahren sind hunderte Zirkusraumer in allen Teilen der Galaxis unterwegs. Und immer fliegen die Sayporaner mit. Dabei werden Container befördert, von denen nur wenige zurückkehren. Tekener stößt mit Nuggnugg auf eines der Schiffe, die REGULUS, und untersucht die Firma Wettach, von der alle Container stammen. Sie stoßen bei einem Einsatz auf etliche der Container und finden darin Geneseplasmabecken, Wohneinheiten für Badakk und sogar ein Transitparkett.
Tekener beobachtet mit Sorge, dass der Erste Terraner sehr viel isst. Das gilt als ein Indiz dafür, dass Arun Joschannan übernommen wurde. Von der JV-2 kommt die Information, dass die vom Geheimstützpunkt geflohenen Schiffe in einen Tryortan-Schlund eingeflogen sind. Bei einer weiteren Sitzung des Direktorenzirkels identifiziert Joschannan 20 Direktoren, die von den Badakk übernommen wurden. Danach bricht der Erste Terraner zusammen. Die 20 Direktoren werden paralysiert und an Bord der JV-1 gebracht. Die Ereignisse auf der Zirkuswelt und die Bedrohung durch die Invasoren werden mittlerweile in der ganzen Galaxis publik gemacht.
Tekener lässt das Firmengelände der Wettach-Company stürmen. Dort treffen sie auf Badakk, die erbitterten Widerstand leisten. Mehrere tausend dieser seltsamen Zylinderwesen haben sich vernetzt und bringen einen Reaktor auf dem Gelände zur Explosion. Die JV-1 kann die Auswirkungen der Nuklearexplosion mildern. Der Erste Terraner nimmt unterdessen Kontakt zu Chourweydes auf und bewegt den Sayporaner zur Zusammenarbeit. Chourweydes darf dazu den Nagelraumer der Spenta auf dem Geheimstützpunkt betreten und mit seinen Artgenossen verhandeln, die sich in das Schiff geflüchtet hatten. Chourweydes kehrt zurück und erklärt sich mit der Untersuchung des Schiffes einverstanden. Der Spenta-Raumer wird von einem arkonidischen Flottentender nach Urengoll zur weiteren Untersuchung gebracht.

Rezension:
Der Schreibstil des Autors Arndt Ellmer bringt mich einmal mehr an den Rand der Verzweiflung. Wie schon in seinem zuletzt erschienenen Roman „Kaowens Entscheidung“ setzt der Oldie unter den Team-Autoren viele kleine Handlungsabfolgen hintereinander. Diesen vielen Szenen fehlt es einmal mehr an stimmigen homogenen Verbindungen. Szenenwechsel geraten sehr abrupt, die Gefühle der Protagonisten fahren Achterbahn. Wie so häufig versucht der Autor in jeden noch so kleinen Akt etwas Ungewöhnliches hineinzupacken.
An den Stellen, wo andere Autoren auf Beschreibungen zurückgreifen und sich in die Rolle des Beobachters begeben, greift Arndt Ellmer auf plumpe Dialoge zurück und in Szenen, in denen Kommunikation zwischen den Figuren angebracht erscheint, setzt der Autor auf abrupte Szenenwechsel und überraschende aber leider auch verwirrende Handlungen. Diesem Stil kann ich, vorsichtig ausgedrückt, leider nur wenig abgewinnen. Seine Figuren wirken wenig gewandt. Dem Smiler fehlt es an Geschmeidigkeit und Lässigkeit, den Sayporanern an Fremdartigkeit und der Erste Terraner scheint nicht nur durch das Monofilament in seinem Körper zu leiden, er wird auch durch Arndt Ellmers Schreibstil um Klassen schlechter dargestellt als in den Romanen zuvor.
Dabei gerät der grundsätzliche Romanaufbau dem Autor deutlich besser als „Kaowens Entscheidung.“ Der Autor musste sich nicht mit mehreren Handlungsebenen und zusammenführenden Erzählsträngen beschäftigen, sondern konnte sich mit lediglich 1 Handlungsort befassen. Auch die Zeitlinie bereitet Arndt Ellmer diesmal keine Schwierigkeiten, denn alle Ereignisse bauen aufeinander auf.
Von der Komplexität miteinander verwobener Erzählstränge befreit hätte der Autor sich nun ganz der Figur Arun Joschannan widmen können und der Frage, ob der Erste Terraner von den Badakk kontrolliert wird. Leider sind hierzu nur wenige Ansätze zu diesem wichtigen Kernstück der Geschichte im Roman vorhanden. Und auch diese wenigen Ansätze werden wenig elegant vom Autor verfolgt. Manche Aktion gerät schlichtweg falsch. Beispielsweise die erste Reaktion Tekeners nach der Befreiung Joschannans aus dem Plasmabecken und der Rückkehr in die JV-1. Der Autor legt seiner Figur in den Mund misstrauisch zu sein und lässt dann in der nächsten Szene Joschannan durch den Smiler über die komplette Lage im Theatrum-System in Kenntnis setzen. Wie dumm ist das denn, dem möglichen Feind alle Informationen zu geben?
Der Autor verfolgt im weiteren Romanverlauf die Absicht, seine Leser über den Zustand der Figur Arun Joschannan im Unklaren zu lassen. Leider greift der Autor dabei auf ein häufig von ihm genutztes „Stilmittel“ zurück: Er unterschlägt schlichtweg Informationen. Der Leser kann sich gar nicht in die Geschichte versetzen, weil der Autor gar nicht die Hinweise einarbeitet, die zum Verstehen, Mitfiebern, Mitleiden etc. notwendig sind. Dieses Unterschlagen oder Weglassen von wichtigen Passagen zeigt sich vor allem auch in den ausbleibenden Reaktionen der Figuren auf wichtige Ereignisse. So deckt in einer Szene Joschannan zwar die anderen übernommenen Personen auf, verhält sich dabei aber sehr merkwürdig. Nun sollte man meinen, dass der Autor daraufhin seine anderen Figuren nach der Ursache des Verhaltens forschen lässt. Doch leider Fehlanzeige. Einmal mehr bleiben logische Reaktionen der handelnden Figuren einfach aus.
Fazit: Leider wieder ein Roman mit zahlreichen Fehlern inhaltlicher und schreibtechnischer Art.