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Ansichten zu PR 2665

Geheimnis der Zirkuswelt – von Marc A. Herren – Handlung:
Die TYLL LEYDEN, mit dem Ersten Terraner Arun Joschannan an Bord, erreicht das Theatrum-System. Während die Begleitschiffe im Orbit bleiben landet Joschannans Schiff auf dem Planeten Thea, dessen renommierte Zirkusakademie einige galaxisweit bekannte Artisten hervorgebracht hat. Ansonsten dient die Zirkuswelt als Warenumschlagplatz in der Southside der Milchstraße.
Dem Ersten Terraner wird auf dem Raumhafen von Dolina Salamonski ein herzlicher Empfang bereitet. Von Grimaldi, dem Sprecher des Direktorenzirkels, lässt sich Arun Joschannan die Stadt zeigen. Auf seine Frage, warum ausgerechnet ein so kleiner unbedeutender Planet so viele bekannte Artisten hervorgebracht hat, bekommt der Erste Terraner zur Auskunft, dass dies ein Geheimnis sei, das er selbst herausfinden müsse.
Der Erste Terraner setzt seine Stadtbesichtigung anschließend in Begleitung seiner beiden Leibwächter, den Topsidern Ontrill-Gukzz und Tork-Trag fort. Sie treffen auf Nuggnugg, einem einheimischen Topsider, der gerade mit vier terranischen Raumfahrern aneinandergeraten ist. Die Situation lässt sich jedoch klären und Nuggnugg führt den hochrangigen Gast durch seine Stadt. In einem Stadion hält Arun Joschannan eine Rede an die Bevölkerung und ist anschließend Gast einer Zirkusvorführung.
Am Rande des Theatrum-System operiert zur gleichen Zeit die JULES VERNE im Schutz ihres Paros-Schattenschirms. Zehn LFT-Boxen stehen in einigen Lichtjahren Entfernung als weitere Eingreifreserve bereit. Ronald Tekener nimmt die Meldung eines USO-Agenten auf Thea entgegen. Der Mann meldet Aktivitäten von Sayporanern auf der Zirkuswelt. Tekener lässt sich die Maske eines LFT-Funktionärs namens Logarn Goord verpassen und fliegt mit der JV-1 nach Thea. Der Smiler trifft sich in einem Restaurant mit Arun Joschannan, der die Identität seines Gegenübers kennt.
Ronald Tekener setzt den Ersten Terraner über die Beobachtungen der USO in Kenntnis. Auch Nuggnugg, der zum Gespräch hinzugezogen wird, kennt die Sayporaner. Sie gehen seit Jahren von Thea aus mit Zirkusschiffen auf Reisen. Die Insel Osa Mariga auf Thea ist ihr bevorzugter Aufenthaltsort. Beim Verlassen des Restaurants passiert es. Unbekannte, die sich mit Deflektorfeldern tarnen, greifen die Gruppe an. Tekener wird paralysiert, Arun Joschannan mit seinen Leibwächtern und seinem Sekretär entführt. Nachdem Tekener die Folgen der Paralyse abgeschüttelt hat, setzt er die JV-1 nach Osa Mariga in Marsch. Offiziell lässt er verlautbaren, dass der Erste Terraner in Sicherheit sei und vorerst keinen öffentlichen Auftritt absolvieren wird. Der Topsider Nuggnugg beteiligt sich an der Suche nach dem Ersten Terraner. Dabei kommt er eher zufällig hinter das Geheimnis, warum die kleine Zirkuswelt so viele große Artisten hervorgebracht hat.
Der Erste Terraner und seine Begleiter befinden sich in der Gewalt von Sayporanern, die sich als Stradsoider, Marrkurdiz und Chourweydes vorstellen. Über ein Transitparkett geht es an einen unbekannten Ort. Tekener befiehlt den Einsatz von USO- und TLD-Agenten auf Osa Mariga. Die Sayporaner haben dort ihre Pagodenzelte errichtet. Zahlreiche Zivilisten halten sich auf der Insel auf, was den Einsatz erschwert. Die Einsatzkräfte kommen zu spät. Die Entführten wurden über ein Transitparkett an einen unbekannten Ort abgestrahlt. Tekener lässt die Insel und zwei 300-Meter-Raumer älterer arkonidischer Bauart mit Paralysewaffen bestreichen. Zahlreiche Sayporaner und Badakk werden gefangengenommen. Die beiden Schiffe wurden vor 17 Jahren gestohlen. Seit dieser Zeit scheinen die Sayporaner im Geheimen aktiv zu sein.
Aus der Blackbox eines der Arkonidenraumer werden dessen Flugdaten ausgewertet. Das Schiff hat häufig einen kleinen Mond des äußersten Planeten des Theatrum-Systems besucht. Tekener vermutet dort einen Stützpunkt der Fremden und fliegt mit der JV-1 dorthin, während die anderen Schiffe das System absichern.
Der Sayporaner Chourweydes zeigt unterdessen großes Interesse an den beiden Topsidern, die zusammen mit Arun Joschannan in Gefangenschaft gerieten. Ontrill-Gukzz und Tork-Trag nutzen die Gelegenheit und erfahren ein bisschen über die Fremden. Währenddessen hat die JV-1 Theatrum VII erreicht. Aus dem Hyperraum tauchen drei Schiffe auf. Zwei Nagelraumer und ein Schiff, das einem Fräskopf gleicht. Es kommt zu einem Feuergefecht mit der JV-1. Ein Nagelraumer wird zum Wrack geschossen, die beiden anderen Schiffe flüchten. Ein weiteres Fräskopf-Schiff wird beim Start vom Mond kampfunfähig geschossen und sein Antrieb zerstört. Die anderen Teile der VERNE übernehmen das Schiff, während Tekener den Stützpunkt einnehmen lässt.
Die Sayporaner geraten in Panik. Die beiden Topsider nutzen das Chaos und überwältigen ihrer Entführer mit Hilfe des eintreffenden Smilers. Der Sayporaner Chourweydes führt Tekener bereitwillig zu einem Becken mit Geneseplasma der Badakk. Darin liegt Arun Joschannan.

Rezension:
Nun also erneut eine Geschichte, die die Politik zum Gegenstand hat. Und einmal mehr reduziert der Expokrat dieses Thema auf eine einfache Formel: Politik = Attentat.
Insofern waren Marc A. Herren zum Hauptthema die Hände gebunden. Glücklicherweise hat der Autor genügend Raum gefunden, um außer diesem Thema noch andere Elemente in seine Geschichte einfließen zu lassen. Tekener, der mal wieder Maske macht, Raumlandetruppen und Agenten im Einsatz, eine exotische Welt und ihre exotischen Bewohner, ein Raumkampf usw.
Neu waren diese Elemente nicht aber der Autor hat es geschickt verstanden, diese Szenarien zu einer homogenen Geschichte zu verweben. Die Auflösung eines der Geheimnisse der Zirkuswelt, nämlich warum es dieser kleinen Welt gelungen ist, so viele bekannte Artisten und Dompteure hervorzubringen, war ein kleines feines Detail in einer stimmigen Geschichte.
Interessant zu beobachten sind die unterschiedlichen Reaktionen der Terraner beim Zusammentreffen mit Sayporanern. Auf Terra setzte man den Sayporanern lange Zeit keinen Widerstand entgegen. Die wenigen Begegnungen der Terraner in der Milchstraße mit den Vertretern der Sayporaner verlaufen gänzlich anders. Zwar ist man auch hier überrascht, wie lange dieses Volk unbehelligt von der Öffentlichkeit seinen Aktivitäten nachgehen konnte aber die Terraner der Milchstraße kommen schnell zur Schlussfolgerung, dass die Aktivitäten der Fremden feindlich sind. Entsprechend rasch wird gehandelt.
Fast scheint es so, als ob es Mentalitätsunterschiede gäbe zwischen den Menschen des Solsystems und den Menschen von den Kolonialwelten der Liga. Ein interessantes Thema. Sollte nämlich irgendwann das Solsystem seinen angestammten Platz wieder einnehmen, könnte Terra seine Position als Regierungssitz vielleicht verlieren. Und der Grund könnte sein, dass die Menschen in den Kolonien effektiver auf Bedrohungen reagieren und sich die Menschen in den Kolonien von Ihresgleichen besser vertreten sehen. Andererseits könnten meine Überlegungen zu voreilig sein. Die Autoren wollten eben kein zweites Mal einen Umgang mit den Sayporanern mit Samthandschuhen. Außerdem erreicht der Zyklus das letzte Drittel. Erfahrungsgemäß werden da die anfänglichen Zurückhaltungen aufgegeben und Handeln ist angesagt.
Der Roman bot an der Stelle noch einen weiteren Vorteil für den Leser. Aufgrund der Geschichten um den Journalisten Shamsur Routh und seinem Ziehvater Chourtaird haben wir einen Wissensvorsprung vor den Protagonisten der Milchstraße. Wir wissen, dass die Chour der Sayporaner anders ticken als der Rest dieses Volkes.
Fazit: Der Roman bot gute Unterhaltung. Die Handlung war zwar nicht brisant aber die einzelnen Erzählebenen, insbesondere die des alten Topsider, hatten ihren Charme.