Articles for the Month of Juli 2012

Ansichten zu PR 2655

Garrabo schlägt Phenube – von Arndt Ellmer – Handlung:
Tormanac da Hozarius wird von seinem Leibwächter und anderen alarmierten Arkoniden der Sicherheitsabteilung von Mapoc da Akkat aus dem Becken der Wahren Gedanken gezogen. In einer Medostation berät er sich mit Ghlesduul. Die Fremden, die sich Badakk nennen, sind verschwunden. Tormanac da Hozarius bittet die JULES VERNE und Ronald Tekener um Hilfe. Bis zum Eintreffen der USO will er zusammen mit Mapoc da Akkat so viel wie möglich über die geheime Basis der Fremden herausfinden. Und natürlich geht es darum, den aktuellen Aufenthaltsort der Badakk zu ermitteln.
Das aufgefundene Genmaterial stammt offensichtlich nicht aus der Milchstraße. Tormanac war wohl zu kurz in dem Becken, denn es können keine Rückstände des Plasmas bei ihm nachgewiesen werden. Schließlich treffen die JULES VERNE und 10 Fragmentraumer der Galaktischen Flotte ein. Später folgt auch noch die TRAJAN. Die Spezialisten der USO beginnen sofort mit den Untersuchungen. Das Geneseplasma enthält genetisches Material der Badakk. Dieses dringt in den Wirtskörper ein und lagert sich dort ab. An verschiedenen Stellen des Körpers werden Knoten gebildet. Diese Nervenzentren können den Wirtskörper steuern.
Tormanac da Hozarius vermutet, dass ein hochrangiger Arkonide den Feind unterstützt haben muss. Seine Nachforschungen führen ihn zu einem Neffen des Shekur. Der Arkonide Anelag da Akkat wird überwacht und schließlich in Gewahrsam genommen. Es stellt sich heraus, dass er ebenfalls von dem Geneseplasma befallen ist. Allerdings sind ihm keine Informationen zu entlocken. Tormanac beschließt, sich zusammen mit dem Unither Kormph erneut in das Plasma zu legen. Der Unither war bereits im Plasma, allerdings war auch seine Zeit darin zu kurz. Der Übernahmeprozess war nicht vollständig. Während der Prozedur gewinnt Tormanac wichtige Informationen über die Truppen QIN SHIS, die eine Destabilisierung der Milchstraße anstreben. Durch die Flucht der Badakk fehlen den übernommenen Bewohnern Travnors die lenkenden Impulse. Die Agenten der feindlichen Macht können die Wirtskörper nicht mehr lenken.
Schließlich kommt man den Badakk auf die Spur. Sie haben sich in ein Raumschiff des Arkoniden Anelag da Akkats versteckt. Als sie fliehen und ihnen die JULES VERNE und die TRAJAN gefährlich nahe kommen, sprengen sie das Schiff in die Luft. Ein einziger Überlebender ist ein Sayporaner, der sich noch vor dem Start vom Schiff entfernt hatte. Tormanac kann den Sayporaner überwältigen und gefangen nehmen, als der versucht mit seiner Phenube die Verfolger zu beeinflussen.
Tormanac da Hozarius arbeitet weiter an seinen Plan, in Kontakt mit hochstehenden Vertretern der Interessengruppe Ark’Tussan zu kommen.

Rezension:
Nach Susan Schwartz vor einigen Wochen feiert nun auch Arndt Ellmer ein Jubiläum der besonderen Art. Exakt 1500 Wochen nach seinem Einstand mit Heft 1155 liefert der Autor einen weiteren Beitrag zur größten SF-Serie der Welt.
Der Roman selbst bot stellenweise nur fade Kost. Die Beweggründe der handelnden Figuren blieben meist unklar. Die Erzählweise von Arndt Ellmer ließ viele Fragen unbeantwortet. Insbesondere im ersten Romandrittel gelingt es dem Autor nicht einen Spannungsbogen zu erzeugen. Die Figuren schlingern durch eine in Teilbereichen unstimmige Geschichte.
Die geschilderten Empfindungen und Stimmungen waren zumeist oberflächlich und unterschieden sich deutlich von den letzten 3 Romanen. Die Charaktere Tormanac da Hozarius und Mapoc da Akkat werden ganz anders dargestellt. Hubert Haensel hat uns die Lebensgeschichte Tormanacs in 2 Bänden nähergebracht. Nun präsentiert sich ein anderer Tormanac im Roman von Arndt Ellmer. Er ist zwar in vielen Szenen präsent, Arndt Ellmer gibt ihm aber nur selten einen aus der Masse herausragenden Part. Meist ist Tormanac nur ein Beobachter, seine Überlegungen sind wenig zielgerichtet. Der stolze und mächtige Mapoc da Akkat aus Susan Schwartz‘ Roman wird ebenfalls anders charakterisiert. Arndt Ellmer präsentiert uns die Figur zaudernd und ängstlich. Viele Aktionen werden geheimnisvoll angekündigt und verlaufen dann gänzlich banal und ohne Spannung. Dazu zählen beispielsweise der Gleiterflug zur Festung und die Suche nach den Badakk im Umkreis der unterirdischen Kavernen.
Mit dem Eintreffen der JULES VERNE nimmt die Handlung etwas an Fahrt auf. Die Präsentation der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Untersuchung der Spezialisten wirkt insgesamt sehr steif. Zudem sind die Schlussfolgerungen, die der Autor seine Figuren aus den Erkenntnissen der Beobachtung Anelags und des Unithers Kormph ziehen lässt, nicht schlüssig. Die Figur Tekener hätte sich der Autor sparen können. Diese Figur blieb in ihren Aktionen blas. Die eingestreuten Begriffe aus dem Garrabo-Spiel hatten keinen unmittelbaren Bezug zur gleichzeitig stattfindenden Handlung, bzw. konnte der Autor zu keiner Zeit diese Idee schlüssig mit dem Rest der Geschichte verknüpfen. Die Textpassagen wirkten dadurch deplatziert und die Erzählung geriet dadurch noch unrunder als sie eh schon war.
Fazit: Schwaches Ende eines zur falschen Zeit im Zyklus eingebauten Viererblocks aus der Milchstraße.

 

Ansichten zu PR 2654

Zeichen der Zeit – von Hubert Haensel – Handlung:
Nach dem Tod seines Mentors Shallowain ist der Arkonide Tormanac da Hozarius in seinen Khasurn zurückgekehrt. Fünfeinhalb Jahre später sind seine Bemühungen, die Verantwortlichen für Shallowains Tod zur Rechenschaft zu ziehen, vorerst gescheitert. Tormanac hält sich seit mehr als zwei Jahren auf Urengoll, dem zwanzigsten Planeten des Arkon-Systems auf. Es ist eine Welt der Forschung und der Wissenschaft. Der Arkonide will sich hier in vielen Bereichen weiterbilden. Hier trifft er auch auf den Ka’Marentis. Den Titel des obersten Wissenschaftlers des Kristallimperiums hat Aktakul da Urengoll inne, dessen Laufbahn von Bostich protegiert wurde.
Von Aktakul vermutet Tormanac, dass er Verbindungen zur SENTENZA hat, der größten arkonidischen Verbrecherorganisation. Überraschend stellt Aktakul da Urengoll seinem Prüfling den Naat Ghlesduul zur Seite. Ghlesduul ist nicht nur ein Leibwächter, er soll auch Tormanacs fehlenden Extrasinn ersetzen. Tormanac ist von dieser Entscheidung anfangs wenig begeistert. Bei der Analyse von Forschungsdaten einer Kolonialwelt zeigt sich aber, dass der Naat dem Arkoniden auch bei komplexen Aufgaben Denkanstöße geben kann, die ähnliche Effekte hervorrufen wie ein trainierter Logiksektor. Von da an akzeptiert Tormanac den Naat an seiner Seite.
Tormanac da Hozarius bekommt neue Forschungsaufgaben. Viereinhalb Jahre hat er auf Urengoll verbracht, als er schließlich eine wachsende Unruhe in sich spürt und den Planeten verlässt. Die nächsten Jahre führen ihn in zu verschiedenen Orten, in die Eastside und sogar in den Leerraum zur Hundertsonnenwelt. Die Posbis hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck auf ihn. Schließlich kehrt er zusammen mit Ghlesduul in das Arkon-System zurück. Auf Urengoll folgt er einer Einladung des Ka’Marentis.
Aktakul da Urengoll, der sichtlich gealtert ist, unterbreitet Tormanac zwei Vorschläge. Er könne eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich der SENTENZA einschlagen oder einen Einstieg nehmen in das Beratungsgremium „Wissenschaft und Forschung“, das Imperator Bostich I. höchstpersönlich untersteht. Tormanac lässt sich Zeit mit seiner Entscheidung. Er führt lange Gespräche mit Aktakul, dessen Lebensspanne zu Ende geht. Schließlich entscheidet sich Tormanac für Bostich. Kurz darauf stirbt Aktakul, der zuvor Tormanac die Protokollführung für sein Begräbnis übertragen hat.
Tormanac da Hozarius sieht sich mit zwei Herausforderungen konfrontiert. Seine Stellung als Protokollführer beim Begräbnis des angesehensten Wissenschaftlers des Kristallimperiums fordert ihn ebenso, wie auch für den Schutz der wissenschaftlichen Daten Aktakuls zu sorgen. Die SENTENZA wird versuchen, die Daten zu stehlen. Zum Begräbnis reisen tausende von Würdenträgern aus allen Teilen der Galaxis an. Auch Bostich ist gekommen. Als Imperator wird er den Befehl zur Desintegration beim Energiebegräbnis geben. Bostich ist bei einem persönlichen Treffen mit dem Protokollführer zunächst abweisend. Als während der Zeremonie die SENTENZA aktiv wird, kann Tormanac die Situation lösen. Bostich hat einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten Tormanacs erhalten.
Siebenunddreißig Jahre später begleitet Tormanac da Hozarius den Vorsitzenden des Galaktikums an Bord des Flaggschiffs THANTUR-LOK in das Akon-System, wo das Fanal von Akon gezündet werden soll. Auf dem Flug wird Tormanac von einem Unbekannten kontaktiert, der ihm brisante Informationen anbietet. Der Arkonide ist sich bewusst, dass er bei Entgegennahme erpressbar sein wird. Zumindest würde er jemanden einen Gefallen schulden. Er geht das Risiko ein und erhält Informationen über die bevorstehende Sabotage beim Zünden des Akon-Fanals. Er kann Bostich auf die Bedrohung aufmerksam machen und die gemeinsamen Bemühungen aller Beteiligten verhindert die sich anbahnende Katastrophe. Tormanac da Hozarius wird in den Beraterstab Bostichs berufen.
In den Folgejahren etabliert er seinen Status. Nach dem Verschwinden des Solsystems kann er Ronald Tekener vor einem geplanten Attentat auf der Plejaden-Welt Maharani warnen. Er hatte Tekener schon zuvor Informationen unter der Hand zukommen lassen. Nun informiert er Tekener über die Verschwörung bei den Arkoniden und die Interessengruppe Ark’Tussan. Irgendwann wird er vom Smiler einen oder mehrere Gefallen zurückfordern. Schließlich folgt Tormanac einer Einladung nach Travnor. Dort trifft er auf die seltsamen Wesen mit den zylindrischen Körpern und landet in einem Becken mit einer öligen Flüssigkeit.

Rezension:
Die Fortsetzung der Lebensgeschichte des Arkoniden Tormanac da Hozarius durch Hubert Haensel knüpft nahtlos an den Vorgängerroman an. Beide Romane gleichen sich im Stil und Aufbau wie ein Ei dem anderen. Ich hatte die Hoffnung dass der zweite Teil nur anfänglich die Lebensgeschichte des Arkoniden fortsetzt und der Autor dann schnell den Bogen zu den Geschehnissen auf Travnor schlägt, um endlich die Aktivitäten QIN SHIS zu behandeln. Diese Aussicht erfüllte sich nicht. Es obliegt nun Arndt Ellmer die Anstrengungen von Susan Schwartz und Hubert Haensel in einem finalen Schlussband des Viererblocks zu würdigen.
Wie schon festgestellt bleibt Hubert Haensel seinem Stil treu. Abgesehen von dem kurzen Scharmützel mit der SENTENZA wartet der Roman auch nicht mit Action auf. Deutlich wird allerdings, dass die Figur des Tormanac da Hozarius von langer Hand aufgebaut wurde. Die Rückblicke, die der Autor seine Figur machen lässt, beispielsweise die Kontakte mit Ronald Tekener und die Geschehnisse im Akon-System lassen vermuten, dass diese Figur zukünftig eine nicht unwesentliche Rolle spielen wird. Andererseits enden Figuren aus Doppelromanen nicht selten auch auf dem Abstellgleis. Wer weiß schon, welche Probleme Uwe Anton hat um 100 Bände dieses Zyklus zu füllen?
Die Geschichte war einigermaßen unterhaltsam. Es fehlte die Würze. Die hätte durch die fehlende Aktivierung des Extrasinns und den Ersatz durch den Naat entstehen können. Die wenigen Ecken und Kanten, die sich bei dem Zusammentreffen der beiden Figuren zeigten, wurden von Hubert Haensel aber schnell abgefeilt, so dass die Zusammenarbeit der beiden so unterschiedlichen Wesen unproblematisch und auch ein Stück weit uninteressant geriet. Der Gemütszustand der Hauptfigur änderte sich über die Jahre eigentlich nicht. Das war eine wenig originelle Grundkonstellation. Ein paar Probleme mehr hätte die Figur schon vertragen können. Der Protagonist der letzten 3 Hefte muss ja nicht gleich irgendwelche Neurosen entwickeln aber ein paar Ecken und Kanten würden den Reiz der Figur etwas erhöhen.