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Ansichten zu PR 2646

Die Tage des Schattens – von Leo Lukas – Handlung:
Phaemonoe Eghoo arbeitet nun bereits einen Monat als Regierungssprecherin für Marrghiz. Die Macht des Sayporaners gründet sich auf die Nano-Maschinen, die in der Erdkruste eingesickert sind und jederzeit die Städte der Menschen vernichten können. Bei einem Gespräch mit Marrghiz, der die Rückkehr der ersten Jugendlichen für den 15. November 1469 NGZ ankündigt, kommt es zu einer Unterbrechung. Der sayporanische Machthaber wirkt plötzlich geistesabwesend und Eghoo wird von ihm quasi vor die Tür gesetzt.
Bei Marrghiz meldet sich die Superintelligenz QIN SHI. Sie zeigt sich ihm mit seinem eigenen Antlitz. In der sayporanischen Geschichte werden solche Kontakte zwar beschrieben, für den Sayporaner ist es jedoch das erste Mal, dass die SI in Kontakt zu ihm tritt. Marrghiz meldet die Fortschritte, die sie gemacht haben. Die Extraktion von ARCHETIMS Korpus geht voran und die Rückkehr der formatierten Jugendlichen steht bevor. Nachdem QIN SHI ihn verlassen hat, genießt Marrghiz noch eine Weile die Machtfülle, die die Präsenz der SI vermittelt hat. Anschließend beauftragt er Fydor Riordan mit der verstärkten Suche nach dem Schatten. Zudem hat es erneut eine unerlaubte Benutzung eines Transit-Parketts gegeben. Nach dem Besuch Riordans nimmt Marrghiz Kontakt zu den Spenta auf. Ein direktes Gespräch ist nicht möglich. Die Kommunikation läuft über einen sogenannten Explikator, einen Chour aus einer archaischen Ära der sayporanischen Kultur. Chourwayrs, so lautet der Eigenname des uralten Sayporaners, der sich an Bord eines Nagelraumers der Spenta im inneren der Sonne aufhält, kommuniziert mit den Spenta über seine Psi-Begabung. Marrghiz und Chourwayrs sind sich einig, dass der Korpus ARCHETIMS in die Matrix eingebunden werden muss, bevor es die Anomalie zerreißt. An anderen Fundstellen konnten drei weitere SI-Leichen bislang ebenfalls nicht geborgen werden.
Derweil hat Kornel Krisch, der als Kellner im Café Triest in Terrania arbeitet, einen seltsamen neuen Gast. Toufec, so nennt sich der bärtige Terraner, zieht schnell die Aufmerksamkeit der anderen Gäste auf sich. Während er ein Mahl zu sich nimmt, unterhält er die Café-Besucher mit kryptischen Sprüchen. Als er das Café Triest schließlich verlässt, bezahlt Toufec mit 4500 Jahre alten Perlen aus echtem Weihrauchquarz. Toufec sieht sich weiter in Terrania um. Er will die Terraner dieser Epoche näher kennenlernen. Außerdem erschafft der geheimnisvolle Mann seltsame Wesen, die er als Kampfkamele bezeichnet. Toufec wird, wie es scheint, von einem unsichtbaren Wesen begleitet, das er als Pazuzu bezeichnet. Sein Dschinn ist unzweifelhaft technischer Natur und verfügt über erstaunliche Fähigkeiten.
Auch der Schatten hat wieder einen Auftritt. Er verhöhnt die Besatzer und spielt förmlich mit ihren Truppen. Alle Versuche von Fydor Riordan und seiner Assistentin, der Stillen Ve, den geheimnisvollen Schatten in einen Hinterhalt zu locken, scheitern. Die Fagesy geraten zunehmend unter Druck. Bei einer Aktion der Usurpatoren in der Waringer Akademie richten die Fagesy ein Blutbad unter den Studenten an. Phaemonoe Eghoo versucht im Auftrag von Marrghiz die Öffentlichkeit von dieser Tat und den Aktionen des Schattens abzulenken. Mit einem Volksfest soll die Rückkehr der ersten Jugendlichen gefeiert werden. Toufec trifft auf die Regierungssprecherin und warnt sie davor, zu dicht an das Transit-Parkett zu treten.
Schließlich kommt der Tag der Wiederkehr. Im Dolan Memorial Park versammeln sich tausende Terraner und Hundert Medienvertreter. Auch Henrike Ybarri nimmt teil. Über ein Transitparkett kommen 31 Jugendliche. Darunter ist auch Anicee. Die Begrüßung mit ihrer Mutter ist zurückhaltend. Anicee wendet sich an die Bevölkerung. Sie bezeichnet sich als Sayterranerin und als Sprecherin des Umbrischen Rats, der nicht der Autorität der gewählten terranischen Regierung unterstehen würde. Als sich die Menge langsam zerstreut, kommen plötzlich weitere Kolonnen junger Terraner, die unter dem Einfluss der Phenuben von Sayporanern zum Transitparkett geführt werden. Noch bevor die Kolonnen ihr Ziel erreichen, stürmen Kreaturen, die riesenhaften Kamelen mit Löwenmäulern ähneln, das Gnauplon. Die Chimären verwandeln sich in riesige Bohrtürme und zerstören das Transitparkett. TARA-Kampfroboter können sie nicht aufhalten.
Nachdem die Attacke vorbei ist erscheint der Schatten und lässt seine Tarnung fallen. Toufec wendet sich an Phaemonoe Eghoo. Er sei ein Emissär, ein Vorbote. Er wurde geschickt, um zu verkünden, dass weder die Auguren, noch die Fagesy über das Solsystem herrschen werden. Der Kampf hätte eben erst begonnen. Dann verschwindet Toufec auf einem fliegenden Teppich, ohne dass ihn Riordans Truppen aufhalten können.

Rezension:
Traumangebot Nr. 555: Leser-Sehnsucht

Du tauchst ein in einen Zyklus ohne Invasion des Solsystems. Die Hohen Mächte und ihre Handlanger spielen keine Rolle. Die im Zyklus behandelten Phänomene haben einen wissenschaftlichen-technischen Bezug und keinen magischen, transzendenten oder spirituellen Charakter. Die Erzählweise verbindet Hard-SF und Soft-SF miteinander, d.h. sie ist zum einen faktendominiert und zum anderen mit nachvollziehbaren Charakterisierungen der handelnden Personen ausgestaltet.

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Nun ja, meine Ansichten zum x-ten Aufguss einer Invasion des Solsystems hatte ich bereits von mir gegeben. Mit dem Plot habe ich mich zwar arrangiert, so richtig warm, werde ich damit allerdings nicht. Da kann auch ein Leo Lukas trotz eines stellenweise gut verfassten Einzelromans und seinem Ausflug in die Märchenwelt von tausendundeiner Nacht nichts daran ändern. Der Autor selbst spricht übrigens in seinem Roman von einem „invasionsverwöhnten“ Solsystem. Recht hat er.
Die aktuelle Invasion ist, im Vergleich zu früheren ähnlichen Szenarien, sicherlich vielschichtiger angelegt worden. Diese verflochtenen und komplexen Handlungen erhöhen zwar den Reiz der Geschichte, haben leider aber auch einen nicht unerheblichen Nachteil. Eben weil die Inhalte so komplex sind, weil die Autoren unterschiedlichste Aspekte aus ständig wechselnden Blickwinkeln behandeln, führt dieser Plot dazu, dass wesentliche und in früheren Zeiten dominierende Aspekte nur mehr ein Nischendasein führen. Gemeint ist zum einen das Militär, präziser die Flotte. Da stehen also mehrere zehntausend schwer bewaffnete Schiffe im Sol-System und keiner kommt auf den Gedanken, mal ein paar Schiffe losfliegen zu lassen und sich in der Anomalie umzusehen. Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Systeme der Sayporaner und anderer Beteiligter an der Usurpation sich ebenfalls in der Anomalie befinden. Mag ja sein, dass es den Autoren daran gelegen war, die Flotte eben mal nicht als das darzustellen, als dass sie in der Vergangenheit gedient hat, nämlich als Allheilmittel. Sie aber gänzlich zu missachten, ist ein Fehler in diesem Handlungsstrang.
Zum anderen vermisse ich die wissenschaftlichen Betrachtungen. Bis auf wenige Ausnahmen abgesehen, kommen Wissenschaftler bislang gar nicht zu Wort. Und das Wenige, was sie von sich geben, hat keinen Stellenwert. Obwohl ich es begrüßen würde, wenn statt militärisch-wissenschaftlicher Lösungen, wie in der Vergangenheit gezeigt, mal eine andere, eine politische (?) Lösung dieser Handlungsebene angegangen würde, so unlogisch erscheint mir das Ausbleiben wissenschaftlicher Überlegungen. Bleibt noch etwas, dass ich ebenfalls merkwürdig finde. Der gesunde Menschenverstand im 51. Jahrhundert bereitet mir Sorge. Er ist nämlich nicht vorhanden. Zu sorglos, zu arglos werden die Menschen beschrieben.
Der Geschichte von Leo Lukas mangelt es anfänglich ein wenig an Substanz und obwohl sie reichlich Zündstoff enthält wird die vom Autor beschriebene Handlung dieser Brisanz nicht gerecht. Die mangelnde Substanz wird in der Vielzahl der eingeschobenen Traumangebote deutlich. Dies betrifft allerdings nur die ersten dieser Einschübe. Bei den späteren Einschüben veränderte der Autor den Charakter dieser Einlagen.
Die Zykluseminenten Zusammenhänge, die vom Autor geschildert wurden, sind weiter vertieft worden. Die Figur des Toufec ist interessant. Dass die Sayporaner zweigeteilt sind, konnte man letzte Woche lesen, als Chourtaird von Usurpatoren der sayporanischen Kultur erzählte. Der sayporanische Namensbestandteil „Chour“ bekam in diesem Heft zudem eine Bedeutung.
Dem Roman fehlt es jedoch insgesamt betrachtet an einer klaren Linie. Manches wirkt etwas albern, manche Szene zeigt die schonungslose Brutalität der Usurpatoren und wiederum andere Kapitel strahlen eine Arglosigkeit aus, die deplatziert wirkt. Allerdings unterstelle ich Leo Lukas, aufgrund seines Könnens, dass gerade bei den so naiv geschriebenen Kapiteln eine Intention dahinter steht. Beispielsweise lässt Leo Lukas unter der Kapitelüberschrift „Tagwerk eines Tyrannen“ ein scheinbar belangloses Gespräch zwischen Marrghiz und Riordan ablaufen. Dieses Gespräch spottet natürlich der Situation und ist typisch für den Humor des Österreichers.
Ein Fazit fällt mir schwer. Einerseits enthält der Roman Passagen, die für sich betrachtet, sehr gut geschrieben sind und in denen der hintergründige Humor des Autors voll zur Geltung kommt. Andererseits bleiben diese speziellen Kapitel nur Stückwerk. Der Roman überzeugt nicht mit einer tollen, spannungsgeladenen Handlung oder einen genialen Idee. Auch überraschende Wendungen blieben aus.

Traumangebot Nr. 666: Leser-Paranoia

Perry Rhodan Heft 3200 liegt aufgeschlagen vor Dir. Das Solsystem wird von widerlichen Invasoren besetzt. Du versuchst zu fliehen. Die Invasoren verfolgen Dich. Alle Aliens tragen das Gesicht von Leo Lukas. Sein fieses Grinsen verfolgt Dich.

Ausgesucht beklemmende existentielle Bedrohung! Auf Wunsch und gegen Aufpreis können die Aliens auch die Gesichter anderer Team-Autoren annehmen.