Articles for the Month of März 2012

DVD Perry Rhodan – Unser Mann im All

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Der Dokumentarfilm!
Am 29.03.2012 erscheint die DVD zum Dokumentarfilm Perry Rhodan – Unser Mann im All. Ich hatte den Film in der Kurzversion im September 2011 und in der Langversion beim Weltcon gesehen. In meinen früheren Blog-Einträgen bin ich bereits auf die Inhalte des Films eingegangen. Hier möchte ich jetzt nur die DVD vorstellen.

·         Medientyp DVD-9 in Amaray-Case

·         EAN 4040592004389

·         Bildformat 16:9

·         System PAL

·         Tonformat Deutsch Dolby Digital 2.0

·         Laufzeit 90 Min

·         Regie André Schäfer

·         Verkauf und Verleih Edition Salzgeber

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Einen Einleger gibt es nicht. Im Hauptmenü hat man die Wahl den Film zu starten oder die Kapitel einzeln anzuwählen. Außerdem ist der Kinotrailer mit auf der DVD und Trailer zu drei anderen Filmen. Unter dem Menüpunkt Bonusmaterial verbergen sich

·         Ein Interview mit Inge Mahn (35:17 Min), geführt von Hartmut Kasper

·         Ein Interview mit Wolfgang Jeschke (11:21 Min)

·         Ein Interview mit Rainer Castor (32:50 Min)

·         Und ein Best-Of Manchester (3:19 Min) mit der Suche von Hartmut Kasper nach dem Geburtshaus von Perry Rhodan.

Der Film nimmt bei einer Länge von 90 Minuten ca. 3,65 GB auf der Scheibe ein. Bei einer Bitrate von ca. 5500 Kbit/s ist die Qualität durchwachsen. Es gibt zwar durchaus einige Einstellungen, die auch Details offenbaren, z.B. eine Ansicht im Profil von Josef Tratnik, meist jedoch bleibt das Bild zu weich. Selbst in Einstellungen mit wenig Bewegungen, beispielsweise in den zahlreichen Interviews wirkt das Bild grob. Häufig stört auch Bildrauschen noch den Gesamteindruck. Zugegeben, es ist kein Spielfilm, sondern „nur“ eine Dokumentation aber es werden doch zu viele Inhalte des Films verschluckt. Doppelkonturen sind kaum welche zu sehen, es wurde also nicht nachgeschärft. Der Kontrast ist meist okay. Die Farben hätten kräftiger sein können.
Der Ton ist meist gut verständlich. Bei dem Interview mit Inge Mahn ist Hartmut Kasper etwas schwerer zu verstehen. Hier liegt auch nur eine Mono-Spur vor.
Schade, dass nicht mehr Bonusmaterial auf der DVD zu finden ist. Hartmut Kasper hat auf irgendeiner Veranstaltung mal erwähnt, dass sie mehr als 10 Stunden Material gedreht haben. So ein paar Outtakes wären doch ganz nett gewesen. Kleiner Tipp zum Schluss: Den Abspann bis zum Ende schauen!

Testequipment: Panasonic DMP-BD60 an Panasonic PT-AE4000 und Fantec MM-FHDL an Philips 47PFL7606

Ansichten zu PR 2638

Zielpunkt Morpheus-System – von Marc A. Herren – Handlung:
Während Mondra Diamond zu Verhandlungen mit den Todringern aufbricht, ist der 300-Meter-Kreuzer TUBLIR in der kosmischen Nachbarschaft des Morpheus-Systems unterwegs, um einen Ausweichstützpunkt für die Terraner zu finden. Das Aufenthaltsrecht der Terraner auf Orontes läuft in Kürze ab. Die Besatzung der TUBLIR ortet auf einem Planeten das Wrack eines Schwingenschiffs der Quolnäer Keretzen. Das Schiff ist Opfer von Waffengewalt geworden. Später trifft die TUBLIR auf zwei Flotten einheimischer Völker, die sich einen heftigen Kampf liefern. Auf der einen Seite die Quolnäer Keretzen, auf der anderen Seite eine bislang unbekanntes Spezies, deren Schiffe aufgrund ihrer Bauweise von den Terranern schnell als Gottesanbeterinnen bezeichnet werden. Die hohe Aggression der Quolnäer Keretzen führt wiederholt dazu, dass sie die gefürchteten Blitzwellen aussenden und sich und alles im Umkreis in den Tod reißen.
Auf Orontes wird Mondra Diamond zur Clanmutter Syb vorgelassen. Anwesend ist auch eine Todringerin namens Hak, die weissagt, dass die Weltengeißel ein anderes Volk heimsuchen wollte aber daran gehindert wurde. Nun würde die Weltengeißel hungrig umherziehen. Die Clanmutter fordert die Terraner auf, den Planeten umgehend zu verlassen. Ihre Anwesenheit könnte die Weltengeißel anlocken. Perry Rhodans Gefährtin kann noch 5 weitere Tage Aufenthalt herausschlagen. Bis dahin müssen die Triebwerke der CHISHOLM repariert sein.
Zurück an der Oberfläche instruiert sie gerade die Besatzung, als die TUBLIR eintrifft. Man hat einen Ausweichstützpunkt gefunden aber die beobachtete Raumschlacht hat eine Dynamik entwickelt und verlagert sich immer dichter an das Morpheus-System. Nach der Besprechung widmet sich Mondra einmal mehr ihrem ehemaligen Haustier Ramoz. Der Humanoide kann sich noch immer nicht erinnern. Der Versicherungsfachmann und Mathematiker Martin Felten hat unterdessen die Theorie aufgestellt, dass die im Gestein von Orontes eingelassenen Hyperkristalladern einen effektiven Schutz vor den Blitzwellen der Quolnäer Keretzen bieten könnten. Er müsste allerdings weitere Experimente, am besten mit einem Vertreter dieses Volkes vornehmen. Mondra sagt ihre Unterstützung zu. Sie wird aber zunächst abgelenkt, den Ramoz erleidet einen Anfall und verliert das Bewusstsein.
Zwei Tage später materialisieren die ersten Schiffe der sich bekämpfenden Flotten am Rande des Systems. Mondra fasst einen kühnen Plan. Mit der Ertruserin Sinaid Velderbilt und Martin Felten macht sie sich in einer Raumlinse auf, um am Rande der Schlacht ein Wrack der Quolnäer Keretzen aufzusuchen, damit der Mathematiker seine Theorie mit einem Experiment beweisen kann. Sie nehmen Gestein von Orontes mit. Tatsächlich bietet sich ihnen eine Gelegenheit, als ein Schiff schwer beschädigt in der Nähe auftaucht. Die Tiradeure, so der inzwischen ermittelte Name des Gegners der Quolnäer Keretzen, haben ein Schiff zum Wrack geschossen. Das terranische Kommando findet an Bord ein noch lebendes Mitglied der aggressiven Spezies vor und Felten kann sein Experiment durchführen.
Die nach wie vor ausgesendeten Warnmeldungen des Mondforts bewegen die beiden Konfliktparteien, das System zu verlassen. Die CHISHOLM und die anderen Schiffe können Orontes verlassen und den Ausweichstützpunkt anfliegen. Zurückgelassene Sonden instruieren den zurückkehrenden Perry Rhodan. Schließlich treffen die MIKRU-JON, die SICHOU-1, die KADURA und Ennerhahls Lichtzelle wieder auf die Überlebenden der BASIS. Ramoz erwacht und verlangt Mondra zu sprechen.

Rezension:
Die Autoren stehen mit ihren wöchentlichen Beiträgen vor zwei wesentlichen Herausforderungen. Sie müssen einen Einzelroman abliefern, d.h. auf der Basis lokaler Ereignisse mit diversen dramaturgischen Mitteln eine mehr oder weniger abgeschlossene Geschichte abliefern. Und sie dürfen den Zyklusüberbau, also den Rahmen, in der die wöchentliche Geschichte abläuft, nicht außer Acht lassen. Während der Einzelroman also eine akute Situation beschreibt, läuft der Zyklus unter einem recht weit gefassten Spannungsbogen ab.
Die Voraussetzungen für die Heftnummer 2638 von Marc A. Herren waren denkbar schlecht. Der Autor muss einen Handlungsfaden aus dem September 2011 aufgreifen und fortsetzen. Der Begriff „weitgefasster Spannungsbogen“ bekommt hier eine völlig neue Dimension. Immerhin lagen die letzten Ereignisse auf Orontes 6 Monate zurück, als Rhodan, bzw. die Autoren diese Erzählebene verlassen haben. Ich hätte mir gewünscht, Rhodan kehrt zurück, sagt allen, dass sie die Koffer packen sollen, drückt den Todringern nochmals die Pfote oder was auch immer und ab geht’s. Stattdessen quält uns Uwe Anton einmal mehr mit einem bereits abgefrühstückten Handlungsort. Einmal Orontes okay, zweimal Orontes na ja. Aber dreimal Orontes war überflüssig!
Auch Marc A. Herren tat sich mit diesen Voraussetzungen schwer. Statt mit einem fulminanten Einstieg den Leser von diesen schwierigen Vorgaben abzulenken, liefert er einen recht harmlosen Romanauftakt ab. Nicht nur dass das Equipment eines 300-Meter-Kreuzers hinter den Aufklärungsmöglichkeiten eines Satelliten unserer Zeit zurückbleibt auch der Dialog der beiden Turteltauben in der Zentrale war wenig berauschend. Wer sich den Bauch mal vor Lachen halten will spricht im heimischen Wohnzimmer den Dialog der beiden Besatzungsmitglieder an Bord der TUBLIR laut nach. Immerhin vermeidet der Autor den direkten Einstieg auf Orontes selbst und macht durch die vorerst vergebliche Suche nach einem Ausweichstützpunkt dem Leser Hoffnung, dass es bald woandershin geht.
Abgesehen von dem wenig originellen Einstieg verbringt der Autor die nächsten Seiten damit, dem Leser die Ereignisse von vor 6 Monaten wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ich schlage daher vor, die wenig informative Seite 3 zukünftig analog des Glossars am Heftende zu einer „Was bisher geschah“-Seite auszubauen und Wiederholungen im Romaninnern zu verbieten. Das würde zwar einige der Team-Autoren in arge Schwierigkeiten bringen, wäre aber ein deutlicher Mehrwert für die Leser.
Der Autor musste mit seinem aktuellen Roman auch noch ein Versprechen der besonderen Art einlösen. Auf dem Weltcon vergangenen Jahres hat ein PR-Fan einen Romanauftritt ersteigert. Marc hat sich diese Aufgabe auf die Fahnen geschrieben. Der Auftakt war wenig verheißungsvoll. Unter dem Begriff „Stichpunkte“ in einigen Kapitelüberschriften verbargen sich die privaten Aufzeichnungen eines Besatzungsmitglieds, eben jenem besagten Fans. Leider dienten diese Kapitel zunächst überwiegend ebenfalls den Wiederholungen. Orontes, die Todringer, die Weltgeißel etc. werden zum wiederholten Male durchgekaut.
Mit dem Eingehen auf die Weltengeißel tritt ein weiteres spannungstötendes Element auf. Der Roman kann zunächst aufgrund der nicht vorgenommenen Vereinigung mit der Rhodan-Ebene nur auf einem Wissensstand vom September 2011 aufbauen. In der Zwischenzeit ist der Leser aufgrund der anderen Ebenen deutlich schlauer als die aktuellen Protagonisten auf Orontes. Unterschiedliche Wissensstände müssen zwar nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Es gibt verschiedene Stilmittel, um dennoch einen spannenden Roman zu schreiben. Im vorliegenden Fall war es jedoch eher mühselig, die ganzen Mutmaßungen der Figuren um und über die Weltgeißel erneut lesen zu müssen.
So etwa zur Mitte des Heftes beginnt Herren dann endlich damit eine eigene neue Geschichte zu schreiben. Der kurze Einsatz von Diamond und Martin Felten an Bord des fremden Schiffes war flott geschrieben. Zwar waren die Ereignisse eher von Zufällen als von durchdachten Überlegungen geprägt aber da die ersten 30 Seiten der Geschichte nichts Neues brachten, war man schon damit zufrieden. Am Ende wird die Geschichte sogar noch etwas hastig. Dem Autor gingen die Seiten aus und entsprechend schnell kam er zu einem Ende. Die späte Rache der Wiederholungen!
Fazit: Fans von Marc A. Herren bekamen in der aktuellen Geschichte sehr fade Kost geboten. Der Autor lief bei seiner Erzählung der Spannung hinterher. In der Zyklusgesamtkost war der Roman eine Nullnummer.

Ansichten zu PR 2637

Die Informationsjäger – von Arndt Ellmer – Handlung:
Die SICHOU-1 und der Zapfenraumer KADURA sind auf dem Flug zur Werft APERAS KOKKALA als der MARS-Kreuzer nach einer Linearetappe in Schwierigkeiten gerät. Das Etappenziel wurde um 5 Lichtjahre verfehlt und als das Terranerschiff die Abweichung durch eine Kurzetappe korrigieren möchte, bleibt es beinahe in der Halbspur stecken. Anschließend gerät das Schiff in einem schweren Hypersturm, kann sich aber mit Hilfe der KADURA daraus befreien.
Am Standort der Werft sind seit Rhodans Verschwinden acht Tage vergangen. Nemo Partijan und Gucky warten auf ein Lebenszeichen des Unsterblichen. Gucky beschließt endlich etwas zu unternehmen. Am Standort der zerlegten BASIS findet kurz darauf ein Energieausbruch statt. Die wenigen brauchbaren Ortungsdaten, die von der MIKRU-JON erfasst werden, zeigen einen diskusförmigen Flugkörper, ähnlich einer Space-Jet, der unter Beschuss der Zapfenraumer gerät und schließlich in der riesigen Werft spurlos verschwindet. Sollte Rhodan an Bord gewesen sein, dann wäre die Suche in dem ehemaligen Handelsstern aufzunehmen. Die MIKRU-JON nähert sich mit aktiviertem Tarnschirm einem Zapfenraumer, der Kurs auf die Werft hat. Der Mausbiber teleportiert mit dem Hyperphysiker an Bord des fremden Schiffs. Sie werden von einem Besatzungsmitglied entdeckt, können den Xylthen jedoch paralysieren. Nachdem das Schiff die Werft erreicht hat, wechseln der Ilt und Nemo in die Station.
Ein Paraschirm macht das Eindringen beinahe unmöglich. Aber schließlich gelangen die beiden in die Werft. Auch dort laufen sie ständig Gefahr entdeckt zu werden. Sie machen Gefangene, können den Xylthen jedoch nur wenige brauchbare Informationen entlocken. Mit einem erbeuteten Zugangscode erhalten sie Bildaufzeichnungen des diskusförmigen Flugkörpers, der in der Werft verschwand. Gucky identifiziert den Diskus als B-SJ-031. Das Schiff durchdrang die Oberfläche der Werft und drang schließlich in ein seltsames Gebilde im Zentrum der Werft ein. Der Kern von APERAS KOKKALA wird von einer wabernden schwarzen Kugel von ca. 4,5 km Durchmesser eingenommen.
Gucky und Nemo untersuchen das Gebilde. Der Hyperphysiker hat den Eindruck, als ob ein anderes Universum in unseres einzudringen versucht. Außerdem stellt er einen seltsamen Sog fest, der von der Kugel aus Hypermaterie ausgeht. Seine Sinne werden von dem Gebilde beeinflusst. Er und Gucky nähern sich unfreiwillig weiter dem Zentrum. Am Ende kann der Ilt mit seinen Parafähigkeiten der Beeinflussung trotzen. Beiden gelingt die Flucht. Sie müssen feststellen, dass die Zeit in der Nähe des Kerns langsamer verlaufen ist. Ein Monat ist vergangen. Die Xylthen haben mittlerweile ihre paralysierten Besatzungsmitglieder entdeckt und suchen nach den Eindringlingen. Gucky und Nemo können fliehen und die MIKRU-JON erreichen. Bald darauf kommt es zum Kontakt mit Perry Rhodan. Die Schiffe nehmen Kurs auf Orontes.

Rezension:
Der Roman von Arndt Ellmer begann mit einem Malheur, das der Hauptfigur wiederfuhr. Dem lieben Perry fällt sein Becher mit Kaffee auf den Boden. Doch ein positronisch gesteuertes Prallfeld fängt den Kaffee auf. Warum ich das erwähne? Nun, aus zwei Gründen. Diese Szene zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich der Technikeinsatz in den aktuellen Romanen geschildert, bzw. angewandt wird. Letze Woche passierte an gleicher Stelle ein anderes Missgeschick. Bei Christian Montillon explodierte ein Steuerpult und da war leider kein Kraftfeld, um die Explosion abzufangen, abgesehen natürlich von Perrys Individualschirm, den sein SERUN rechtzeitig aktivierte. Welche Lehren ziehen wir aus den beiden Szenen? Den Erbauern eines MARS-Kreuzers ist der Kaffee (oder ein sauberer Fußboden) wichtiger als ein Menschenleben.
Für alle, die den Roman noch nicht gelesen haben und sich jetzt fragen, was aus dem Kaffee geworden ist, der vom Prallfeld aufgefangen wurde. Auf geheimnisvolle Weise gelangte die Flüssigkeit zurück in den Becher, dieser wurde von Perry aus dem Kraftfeld gefischt und der Unsterbliche konnte den Kaffee doch noch trinken.
Und nun der zweite Grund, warum ich die Kaffeeszene erwähnt habe. Es ist die beste Technikschilderung im ganzen Roman! Nein, wirklich, im Anschluss an die Kaffeesequenz garnierte uns der Autor den üblichen trivialen Heftromanauftakt schlechthin. Bevor die eigentliche Geschichte erzählt wird, kommt es zu einem Höllenritt der besonderen Art durch alle am Handlungsort Chandra vertretenen Gefahren. An und für sich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn es nicht so entsetzlich ausgelutscht wäre. Das größte Übel ist jedoch, dass der Autor alle astronomischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten bei seinen Beschreibungen ignoriert. Die Aktion zweier Raumschiffe, von denen eines auf über 50 % der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, das andere Raumschiff hinterherfliegt und es mit einem Traktorstrahl bremst und die Begleitumstände dieser Szene sind sehr wirr geschrieben. Wenn dann am Ende der Textpassage höherdimensionale Energien aus dem Hyperraum in den Normalraum brechen und dort eine Wolke bilden und Rhodan, resp. Arndt Ellmer den erstaunten Lesern erklärt, dass man die Geburt eines Sonnensystems oder gar eines Sonnenhaufens erlebt habe und dies für die eben erst überstandenen Gefahren entschädigen würde, dann sorgt das sogar noch für einen unfreiwillig komischen Abschluss.
Es gibt Schilderungen in SF-Romanen, da muss man mangels Vergleichsmöglichkeiten zu aktueller Technik und allgemeinen Wissensstand beide Augen zudrücken. Sonst wäre es ja keine SF. Aber ein paar astronomische und physikalische Grundkenntnisse sollte ein SF-Autor schon mitbringen. Ein Raumschiff bei einer Geschwindigkeit von 50 % der Lichtgeschwindigkeit zu verfolgen, mit einem Traktorstrahl auf null zu bremsen, ist ähnlich folgender Szene, die so nie in einem Jerry Cotton Roman zu lesen ist (und das aus gutem Grund):
Jerry Cotton sprang auf der Flucht vor den Gangstern in seinen Jaguar. Ein kurzer Druck auf das Gaspedal katapultierte den roten Flitzer innerhalb von 2 Sekunden auf 700 km/h. Plötzlich ein Ruck! Cotton schaute in den Rückspiegel. Einer der Gangster war ihm zu Fuß gefolgt und hielt sich an der Stoßstange fest, während er die Füße in den Asphalt rammte. Die Geschwindigkeit sank rasch unter 300 km/h. Der FBI-Mann zog seine Waffe und …

Sollte eine solche Textpassage doch in einem JC vorkommen, entschuldige ich mich vielmals. 😉
Nach dem Höllenritt folgt die erste ruhige Phase des Romans. Der Autor nutzt die Zeit und lässt seine Hauptfigur Rhodan die Geschehnisse der vergangenen Monate Revue passieren. Anders ausgedrückt, es folgten die üblichen Wiederholungen. Mit Beginn des Gucky-Abschnitts wird der Roman ein bisschen lesbarer, auch wenn sich auch hier immer wieder die Ellmertypischen Ungenauigkeiten und seltsame Wendungen einschlichen. Typisch für Arndt Ellmer sind Schwächen im strukturellen Aufbau und in der zeitlichen Abfolge von Ereignissen. Außerdem lässt er den Leser nicht teilhaben an den weitergehenden Überlegungen seiner Figuren (sofern es denn welche gibt). Meist wird der Leser durch eine spontane Entscheidung oder Aktion der handelnden Figur überrascht und der Lesefluss dadurch unnötig unterbrochen. Guckys Aktivitäten sind (vom Autor) wenig durchdacht und stehen im Widerspruch zu seinen Zielen, nämlich Rhodan zu retten und keine Publicity zu erzeugen. Arndt Ellmer und seine Figuren erreichen das exakte Gegenteil.
Hin und wieder streut der Autor Begriffe aus den letzten 3000 Jahren Seriengeschichte ein. Was genau er damit bezweckt bleibt unklar. Vermutlich will er dem Roman eine „kosmische“ Dimension verleihen. Tatsache ist jedoch, dass die Geschichte eindimensional bleibt. Auf Seite 42 endlich ein wichtiger Satz. Nemo hat den Eindruck, dass sie im Grunde genommen keinen Schritt weiterkamen. Als Leser kann ich dieser Schlussfolgerung nur zustimmen.
Am Ende der Geschichte sauge ich die Geschehnisse um das Objekt im Zentrum der Werft dankbar auf. Diese 4 Seiten sind die Quintessenz einer durch und durch unharmonischen Erzählung. Nächste Woche kann es nur besser werden!