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Ansichten zu PR 2640

Splitter der Superintelligenz – von Christian Montillon – Handlung:
Die RHYLINE wird nach dem Verlassen der Anomalie von Dutzenden Schiffen des Reichs eingekreist. Alaska Saedelaere selbst scheint in einem Tagtraum gefangen. Darin begegnet er der Puppe der Prinzessin Arden Drabbuh aus dem Mahnenden Schauspiel. Zurück in der Wirklichkeit hat der Maskenträger Mühe die Situation richtig einzuschätzen. Eine Flucht scheint angesichts der Übermacht unmöglich. Über Funk wird die Besatzung der RHYLINE zur Kapitulation aufgefordert. Als das Ultimatum abläuft, wird die RHYLINE angegriffen. Alaska hat eine weitere Vision. Prinzessin Arden Drabbuh ruft ihm zu, dass er nicht sterben werde, selbst wenn diese Schiffe tausendmal feuern würden. Sie ließe es nicht zu. Außerdem teilt die Puppe Saedelaere mit, dass sie sich bald sehen werden. Mit der Frage des Terraners, wer sie wirklich sei, verblasst die Vision.
Carmydea Yukk hat unterdessen die Stimme des Mannes identifiziert, der sie zur Kapitulation aufgefordert hat. Es ist ihr Zwillingsbruder Craton Yukk. Während ihr Bruder das Glück hatte, bei seiner Geburt in der Euphorie einer Ankunft TANEDRARS einen Splitter der Superintelligenz zu erhalten, ging Carmydea wenige Minuten später leer aus und gilt seitdem als Ausgestoßene, als Jyresca. Alaska versucht aus der Situation einen Vorteil zu ziehen, da er davon ausgeht, dass die Familienbande zwischen den Geschwistern stärker seien, als der Hass, den Craton Yukk seiner Schwester gegenüber empfindet. Die Gruppe entscheidet sich für die Kapitulation. Eroin Blitzer soll seine Kosmokratentechnologie nutzen, um sich unsichtbar zu machen. Vorher paralysiert der Androide den Verräter Swift und löscht dessen Gedächtnis, damit der sich nicht mehr an Blitzer erinnern kann.
Die RHYLINE wird in das Führungsschiff DRUSALAI gezogen. Alaska, Carmydea und der Pilot der RHYLINE, Rizinze Baro, werden inhaftiert. Swift kommt auf die Medostation, unsichtbar begleitet von Eroin Blitzer, der befürchtet, dass seine Manipulationen möglicherweise erfolglos blieben. Dann müsste er Swift töten. Doch der Dyonad kann sich nach dem Erwachen tatsächlich nicht mehr an Eroin Blitzer erinnern. Die Behandlung Saedelaeres als Gefangener ist überraschend gut. Schließlich wird er gar von Craton Yukk zu einem Kapitänsdinner geladen. Auch Rizinze Baro und Carmydea Yukk sind geladen. Carmydea vermutet, dass ihr Bruder etwas im Schilde führt. Später stoßen Swift, den Craton als Held tituliert und sein Mediker nach hinzu. Alaska empfindet das Dinner immer mehr als Farce. Außerdem hat er den Eindruck, dass Craton Yukk von irgendetwas oder irgendjemand daran gehindert wird, seine Gefangenen zu töten. Schließlich stößt ein weiterer Gast hinzu. Es ist Gardeleutnant Pridon, dessen SHEYAR ebenfalls aufgebracht worden war.
Während der Konflikt zwischen Carmydea und ihrem Bruder offen zu Tage tritt hat Alaska eine weitere Vision. Die Puppe der Prinzessin Arden Drabbuh teilt ihm mit, das sie sich bald treffen werden. Ein Bote hat mittlerweile Craton aufgesucht. Der Kommandant verkündet, dass der Zeitpunkt der Ankunft TANEDRARS bevorstünde. Die Flotte nimmt Kurs auf den Schauspielpalast. Der Kanzler Melwai Vedikk wäre begierig darauf, Alaska Saedelaere kennenzulernen. Unterdessen geht die Auseinandersetzung zwischen Craton und seiner Schwester weiter. Sie hält ihn für verblendet, wenn er die Unharmonischen jagen lässt. Es wäre alles ein Fehler der Superintelligenz TANEDRAR. Er hält sie für eine Verräterin und lässt sie für ihre Ansichten sogar mit einem Schockstab bestrafen. Schließlich lässt Craton Rhizinza Yukk bringen. Die Herzogin ist seit ihrer schweren Verletzung auf einen Regenerationstank angewiesen. Craton hat nur Verachtung für die geschwächte Rhizinza Yukk übrig. Alaska hingegen stünde unter dem Schutz hoher Mächte, wie er betont.
Die DRUSALAI dockt an den gigantischen Schauspielpalast an. Craton Yukk bringt Saedelaere, unsichtbar begleitet von Eroin Blitzer, in das Zentrum des Palasts. Kanzler Melwai Vedikk, ein Lirbal, also aus dem gleichen Volk wie die Familie Yukk, bedeutet dem Terraner, ihn einige Schritte zu begleiten. Wie es scheint, wird der Maskenträger von TANEDRAR erwartet. Der Harmoniewächter Uyari Lydspor, der Alaska folterte, soll ihn zu einem Ort bringen, wo er das Ritual der Ankunft beobachten könne. Lydspor führt ihn in den Museumsbereich. Wieder hat Alaska eine Vision der Puppe, die ihm mitteilt, dass die bisherigen Kontakte der Vorbereitung seines Bewusstseins dienten. Saedelaere erkennt jetzt, dass es TANEDRAR ist, die sich in seine Gedanken schleicht. Im Museum erreichen Lydspor und Saedelaere eine Gruppe Puppen. Die Puppe der Prinzessin entflammt und die Bürger der Harmonie geraten in Ekstase. Alle reißen sich ihre Masken herunter. Als man Alaska die Maske entfernen will, greift Blitzer ein und verhindert Schlimmes. Bei den Escalianern werden die Escaran sichtbar, die Splitter der Superintelligenz. Saedelaere stellt die SI zur Rede. In ihrem Reich wäre bei weitem nicht alles harmonisch. Die SI will ihm Informationen geben. Dazu müsse er einen Escaran erhalten. Der Maskenträger willigt ein und erlebt ein tiefes Gefühl von Gemeinschaft und allumfassende Harmonie. Die SI erzählt ihm nun ihre Geschichte …

Rezension:
Bevor ich auf den Roman zu sprechen komme, gehe ich erst mal auf eine Begebenheit ein, die sich mir nicht ganz erschließt. Das sind die „Anwesenheitszeiten“ der SI TANEDRAR und daraus resultierend die Frage, wer erhält wann einen Splitter der SI? Die Geburt von Craton Yukk geschah lt. Roman unter der Euphorie einer Ankunft der SI. Seine nur wenige Minuten später geborene Schwester erblickte das Licht der Welt in einer Phase des Aufbruchs und erhielt deshalb keinen Splitter der Superintelligenz. Die SI ist also nur für wenige Minuten anwesend. Wie lang die Phasen der Abwesenheit währen, wurde hingegen noch nicht geschildert. Da sich Saedelaere aber bereits mehrere Wochen im Reich der Harmonie aufhält (die Zeit in der Anomalie mal ausgenommen) wäre ihm das Ankunftsritual der SI nicht verborgen geblieben, wenn es häufiger aufgetreten wäre. Die SI ist also über Wochen, wenn nicht sogar Monate oder Jahre abwesend. Dann müsste die Zahl der Unharmonischen eigentlich deutlich höher sein. Carmydea Yukk wäre nicht eine Ausnahme sondern die Regel! Und selbst wenn die SI nach ihrer Rückkehr auch Bürger, die zwischenzeitlich geboren wurden, noch mit einem Splitter ausstattet, sind diese Bürger über eine lange Zeit Unharmonische und damit Feinde? Auf diese Auflösung bin ich schon gespannt.
Der Autor Christian Montillon hat einen intelligent konstruierten Roman abgeliefert. Wohltuend ist, dass der Autor die Rückblenden auf die bisherigen Geschehnisse der Alaska-Ebene kurz und straff gestaltet. Er ruft nur die elementaren Erlebnisse in Erinnerung und baut diese Episoden geschickt in die aktuelle Handlung ein. Der Autor wechselt anfangs mehrmals die Perspektiven. Die Geschehnisse werden von Saedelaere, Carmydea Yukk und von Eroin Blitzer geschildert, wobei die unterschiedlichen Hintergründe der Figuren auch andersgeartete Sichten auf die Ereignisse zur Folge haben.
Christian Montillon baut einige Elemente in seinen Roman ein, die besonders gut mit der Figur Alaska Saedelaere harmonieren. Mit Puppen hat sein Protagonist schon einige Erlebnisse gehabt, die weit in die Serienvergangenheit reichen. Damit wird eine Atmosphäre geschaffen, die den Eindruck der Figur eines kosmischen Menschen noch verstärkt. Der Autor vereint nach und nach die relevanten Handlungsträger dieser Ebene an einem Ort. Sukzessive werden die Figuren angekündigt und schließlich präsentiert. Mehrmals greift Montillon auf dieses Stilmittel zurück. Das wirkt in der Häufigkeit ein wenig konstruiert. Auch den Arzt hätte der Autor beim Dinner eigentlich weglassen können. Hier greift Christian Montillon ein bisschen tief in die Showeffektkiste. Wenn er das weggelassen hätte, ebenso wie die überflüssige Bestrafung von Carmydea Yukk und stattdessen die Dialoge differenzierter und Craton Yukk tiefsinniger gestaltet hätte, ja, dann hätte der Roman noch an Klasse gewonnen. Es ist schade, dass der Autor sich viele Gedanken zum Aufbau seines Romans macht und wie er die Figuren interagieren lässt aber letztlich häufig in der Lösung wieder zur Gewalt greift. Nichtsdestotrotz hat Christian Montillon einen guten Roman geschrieben auch wenn wieder einmal der Zyklusfortschritt auf die kommende Woche vertagt wird.