Articles for the Month of Februar 2012

Ansichten zu PR 2636

Das Schema des Universums – von Christian Montillon – Handlung:
Die CHANDORY hat es zurück in das Asteroidenversteck des Verzweifelten Widerstands geschafft. Rhodan bricht mit dem MARS-Kreuzer SICHOU-1 von dort auf, um die Werft APERAS KOKKALA anzufliegen. Vor einem Monat hat er dort die MIKRU-JON zurückgelassen. Er will den Obeliskraumer finden und anschließend zum Stützpunkt nach Orontes weiterreisen. Der Zapfenraumer KADURA begleitet die Terraner. Ein technischer Defekt verzögert Rhodans Abflug. Dies gibt Regius Gelegenheit, den Terraner auf seltsame Aktivitäten der Badakk in einem als bedeutungslos angesehenen Sonnensystem hinzuweisen. Rhodan stimmt einem Abstecher zu. Nach 4 Tagen Flugzeit erreichen die beiden Schiffe das Penkett-System mit dem einzigen Planeten Penkett-Krisa, einem Gasriesen.
Da die Situation unklar ist, wollen Rhodan und der Xylthe Ronsaar die Badakk täuschen, indem sie vorgeben im Auftrag von QIN SHI in offizieller Mission unterwegs zu sein. Mit einem Waffenboot der KADURA fliegt ein Einsatzkommando in das Penkett-System. Rhodan will sich als Reparat Danrhoper ausgeben, der als Stellvertreter von Protektor Oronak eine Mission durchführt. Mit an Bord der KADURA-X sind der Iothone Quistus, der Badakk Temal-Vragyt, der Xylthe Hisparan und ein weiterer Xylthe. Beim Anflug auf dem Planeten meldet sich Rhodans anthurianischer Ur-Controller. In der Atmosphäre des Gasriesen verbirgt sich ein Polyport-Hof.
Auf dem Polyport-Hof sind unterdessen Badakk-Wissenschaftler dabei, das Artefakt zu untersuchen. Bislang hat sich die bernsteinfarbige Station jeder Kontrolle entzogen. Kein einziges Gerät konnte aktiviert werden. Die beiden Anführer der Badakk sind sich zudem uneinig darüber, wie sie mit dem Fund umgehen sollen. Während Cawo-Shumgaard, der wissenschaftlicher Leiter, das Artefakt für sich, bzw. die Badakk beansprucht, will Ledrut-Strywen, Befehlshaber der drei Badakk-Schiffe, die Xylthen über den Fund informieren. Die beiden Badakk belauern sich, jeder wartet auf einen Fehler des anderen. Der Versuch, eine Arbeitsstation auf dem zentralen Transferdeck mit Fremdenergie zu versorgen misslingt und endet in einer Katastrophe. Ein Mitglied aus Cawo-Shumgaards Siebener-Gruppe stirbt und das mitgebrachte Transitparkett explodiert. Der Unfall scheint Ledrut-Strywen in die Karten zu spielen. Doch in diesem Moment wird der Anflug eines Raumers der Xylthen gemeldet. Die beiden Badakk begraben vorerst ihre Streitigkeiten. Sie treffen Vorbereitungen, um den gemeinsamen Feind zu empfangen.
Beim Anflug auf den Polyport-Hof erkennt Rhodan schwere Schäden. Der achteckige Hof mit einer Ausdehnung von 2580 Metern wird von Rissen durchzogen. Die Atmosphäre des Planeten dringt ungehindert in weite Bereiche der Station ein. Das Waffenboot fliegt in einem Schleusenbereich ein. Zwei Badakk erwarten die Ankömmlinge. Rhodan, der seinen Anzug geschlossen und den Helm verspiegelt hat, mimt den herrischen Anführer. Er lässt sich durch die Station führen und bemängelt den Fortschritt in der Entschlüsselung der fremden Technik durch die Badakk. Während der Besichtigung nimmt er den Ur-Controller in Betrieb. Er kann aber nur auf periphere Systeme Zugriff gewinnen. So gelingt es ihm zumindest die eigenständige Beleuchtung des Hofes zu aktivieren. Alle anderen Systeme bleiben ihm versperrt.
Cawo-Shumgaard hat Rhodans Umgang mit dem Controller verfolgt. Er will das Gerät unbedingt in seinem Besitz bringen. Er stellt den Fremden eine Falle. Als Rhodan und seine Gruppe auf Schwebeplattformen aufspringen, lässt er die Fahrzeuge detonieren. Nur Quistus, der Xylthe Hisparan und Rhodan überleben den Anschlag. Kampfroboter rücken gegen die drei vor. In höchster Not kann Rhodan die Station dazu bringen, einen Schutzschirm um sie herum aufzubauen. Außerdem kann er den Polyport-Hof dazu dirigieren, die Fremdtechnologie der Badakk zu zerstören. Während der Aktion lädt der Controller ein unbekanntes Datenpaket aus dem Rechner des Hofes. Ledrut-Strywen nutzt das Chaos und ermordet Cawo-Shumgaard. Rhodan überträgt in seiner Rolle als Reparat das Kommando der Station an Ledrut-Strywen. Dann verlässt er den irreparabel beschädigten Polyport-Hof.
Zurück in der SICHOU-1 untersucht Rhodan die geladenen Daten. Sie sind mit einem unbekannten System verschlüsselt. Nur wenige Informationen gibt der Controller preis. Der Polyport-Hof ist vor 300.000 Jahren, beim Zugriff von VATROX-VAMU auf das PARALOX-ARSENAL beschädigt worden. Er trägt den Namen THASSADORAN-4, gehört also zu einem Distribut-Depot. Ledrut-Strywen bekommt unterdessen den Zorn von Protektor Oronak zu spüren, der ihm mitteilt, dass es einen Reparat namens Danrhoper in seinen Diensten nicht gab und nie gegeben hatte.

Rezension:
Der Roman von Christian Montillon begann wenig verheißungsvoll. Hinter dem Prolog verbarg sich eine simple Rückschau. Das nächste Kapitel führte den Badakk Cawo-Shumgaard und seine Suche nach dem Schema des Universums ein. Davon erfuhren wir zunächst recht wenig. Da der Autor aber von Beginn an gleich auf den vielversprechenden Titel des Romans einging, versprach ich mir von dieser Thematik einiges. Doch zunächst erfolgte ein weiterer Dämpfer.
Das erste Rhodan-Kapitel begann mit einem Knall oder vielmehr einem aufgesetzt wirkenden Showeffekt. Irgendwo versagten die Hyperkristalle und in der Zentrale explodierte ein Steuerpult! Wie aufregend! Unbekannte Effekte waren mal wieder verantwortlich. Die Druckwelle trifft natürlich nur Perry Rhodan. Der Unsterbliche fragt daraufhin den Kommandanten, ob es Verletzte gegeben habe. Diese Reaktion war unverständlich. Warum guckt der Perry nicht selber hin? Anschließend sagt der Kommandant, dass es weiter geht und sein Bordingenieur würde die Hände ins Feuer legen, dass es keine weiteren Zwischenfälle geben wird. Dieser „Logik“ konnte ich nun überhaupt nicht mehr folgen. Aber immerhin wussten wir nun, dass ein sehr mutiger Ingenieur an Bord war! Alle weiteren Gespräche und Aktionen, die unmittelbar folgten wurden vom Autor mit überflüssigen Erklärungen, Rückblenden und Erinnerungen aus den Heften 2628 bis 2631 untermalt. Aus Heft 2631 wissen wir, dass Rhodan in Erwägung gezogen hat, nach einem Polyporthof zu suchen. Warum suchen? Uwe Anton hat den Hof dankenswerterweise ganz in der Nähe platziert und Christian Montillon serviert uns diesen genialen Schachzug des Expokraten quasi auf dem Silbertablett. Auch das wirkte sehr aufgesetzt. Dieses Roman-Kapitel mutierte zu einer unendlich trögen und faden Kost.
Nebenbei sei bemerkt, das Rhodan-Universum des Jahres 5056 ist mittlerweile so gefährlich geworden, dass alle handelnden Figuren ständig SERUNS tragen müssen. Ich versuche mir gerade vorzustellen, ob STAR TREK ähnlich erfolgreich geworden wäre, wenn die Besatzungsmitglieder auf der Brücke immer in schweren Raum- und Schutzanzügen herumgelaufen wären. Perry Rhodans Erstaunen über Espresso an Bord der SICHOU-1 ist eine weitere Anekdote der Merkwürdigkeiten im Jahre 5056. Die „realen“ Raumfahrer an Bord der ISS werden besser verköstigt. Ich befürchte bei der Serie einen Rückfall in die Konzentratriegelzeit.
Die folgenden Kapitel gerieten dem Autor besser. Die Versuche der Badakk, den Polyport-Hof zu aktivieren und der Konkurrenzkampf der beiden Badakk entschädigten für den schwachen Auftakt. Die Rhodan-Ebene dagegen entwickelte sich nur langsam. Einerseits betont der Autor mehrmals den Wunsch seiner Hauptfigur aktiv in das Geschehen eingreifen zu wollen, andererseits verwässert der Autor die Rolle Rhodans zunächst mit inhaltslosen Träumen, Gesprächen und ermüdenden Wiederholungen.
Originell war die Idee des Autors, beide Parteien beim Kampf um den Polyporthof ein Täuschungsmanöver starten zu lassen. Leider hält Christian Montillon die Schauspieleinlagen der unterschiedlichen Gruppen nicht lange durch und setzt in der „Lösung“ seiner Geschichte dann doch wieder auf Gewalt. Sein Einsatz der Figur Rhodan war auch in diesen Szenen nicht ohne Widerspruch. Gut, den Fehler mit dem Präsentieren des Controllers kann man hinnehmen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt Rhodan bereits wusste, dass die Badakk etwas vor ihm verbargen und das Herzeigen des Geräts womöglich Begehrlichkeiten wecken würde. Dass es Rhodan aber ausgerechnet unter dem Beschuss von dutzenden Kampfrobotern gelang, mit dem Controller Einfluss auf die Station zu nehmen war doch arg an den Haaren herbeigezogen. Eben noch ein Wrack, gerade mal das Licht einschalten konnte Rhodan bis zu diesem Zeitpunkt und nun gelingt es ihm einen Schutzschirm um sich und seine Gefährten projizieren zu lassen und die Technik der Badakk zur Explosion zu bringen. Das war nicht mehr Science Fiction, das war eine Märchenstunde!
Fazit für diesen Roman: Badakk Hui, Rhodan Pfui! Ach ja, war da nicht noch was? Richtig, das Schema des Universums! Auch der Autor hatte das vollständig vergessen. Schnell noch ein paar Zeilen auf Seite 59 eingefügt und fertig. Um was es bei dem Schema geht? Keine Ahnung! Ich vermute, der Autor wusste selbst nicht, was er dazu eigentlich schreiben wollte und hat letztlich die Segel gestrichen.

Ansichten zu PR 2635

Jagd auf Gadomenäa – von Hans Kneifel – Handlung:
Shamsur Routh hält sich wieder im Daakmoy seines Ziehvaters Chourtaird auf. Sein Implantmemo Puc hat ihn vor dem mentalen Zusammenbruch gewarnt. In seinem Schlafbehälter wird der Journalist von Erinnerungen und Halluzinationen gequält. Die Ereignisse auf Terra, die Suche nach seiner Tochter Anicee und die Erlebnisse auf Gadomenäa scheinen ihn zu überfordern.
Endlich kann er wieder einigermaßen klar denken. Puc ist der Ansicht, dass er den mentalen Zusammenbruch überwunden hat. Für eine Manipulation seines Verstandes durch die Sayporaner findet sein Implantmemo keine Hinweise. Sein Ziehvater bittet um ein Gespräch und Routh sucht den alten Sayporaner auf, der wie immer seine Haustiere füttert. Chourtaird hat überraschende Neuigkeiten. Anicee hat Whya verlassen und ist in die Hauptstadt Anboleis gegangen, vermutlich weil ihre Neu-Formatierung abgeschlossen war. Anboleis, die Stadt ohne Geheimnisse liegt auf dem Inselkontinent Saylomin. Um dort hinzugelangen muss Routh eine Onuudoy nutzen. Die einzige fliegende Landschaft, die Anboleis anfliegen darf, heißt Vae-Bazent, das Land aus Sand und Wind, und gilt als überaus gefährlich. Shamsur Routh ist wild entschlossen, sich von keiner Gefahr davon abhalten zu lassen, zu seiner Tochter zu reisen. Chourtaird gibt ihm weitere Informationen. Vae-Bazent hat eine Steuerzentrale, das Regularium. Von dort kann man Einfluss auf den Kurs der Onuudoy nehmen. Sein Ziehvater warnt ihn auch vor den Coccularen und den Vae-Vaj, die auf der Oberfläche leben. Sie seien Barbaren, ohne Sitte und Moral.
Der Junker Cülibath rüstet Shamsur Routh für die Reise aus. Er bekommt einen Reizüberfluter, eine Waffe, die winzige Nadeln verschießt und bei den Getroffenen falsche Wahrnehmungen und Schmerzen erzeugt. Außerdem bekommt er andere Kleidung, einen Wasserbehälter und Konzentratriegel. Cülibath bringt ihn mit einer Wegschale zu Vae-Bazent. Die Landschaft nimmt gerade Wasser aus einem See Gadomenäas auf. Die Onuudoy hat eine Fläche von 5625 Quadratkilometern. Die Scholle ist 500 m dick und über die Oberfläche wölbt sich ein Schutzschirm. Diesen Schutzschirm wandert eine künstliche Sonne entlang. Über die Saumregion gelangt Routh auf die Landschaft. In der ersten Nacht spürt er eine Erschütterung. Die Onuudoy hat die Wasseraufnahme beendet und bewegt sich. Tagsüber ist es in der wüstenähnlichen Landschaft sehr heiß, in der Nacht eisig kalt. Nach einer unliebsamen Begegnung mit einem riesigen Spinnenwesen trifft Routh auf Coccularen. Die vier Wesen, die wie Riesenkrebse aussehen, bekämpfen einander mit primitiven Keulen. Routh rettet einem von ihnen, der anders zu sein scheint, das Leben. Das Wesen stellt sich als Spiegelin 1113 Taomae vor. Sie ist eine Vae-Vaj, vorrübergehend in der Gestalt eines Coccularen, von denen sie gejagt wird. Taomae schließt sich Routh an. Aus Dankbarkeit nimmt die Gestaltwandlerin menschliche Form an. In ihrem Aussehen gleicht sie nach einiger Zeit Henrike Ybarri, der früheren Lebensgefährtin des Journalisten. Die beiden kommen sich in den nächsten Tagen näher.
Beide werden von den Coccularen gejagt und geraten in Gefangenschaft. Sie können fliehen, wobei die Vae-Vaj verletzt wird. 1113 Taomae wird immer schwächer. Schließlich gelangen sie zum Regularium. Die Steuerzentrale reagiert auf die Vae-Vaj und nimmt ihre genetische Authentifizierung zur Kurssetzung an. Bei der Rückverwandlung in ihre Ursprungsgestalt kommen auch die Erinnerungen der Vae-Vaj zurück. Sie erzählt Routh, dass die Vae-Vaj einst ein mächtiges Volk waren und mit ihren kommunikativen Fähigkeiten positiven Einfluss auf andere Zivilisation nahmen. Aber auch die Vae-Vaj hatten Feinde und die Sayporaner boten ihre Hilfe an. Schließlich entdeckten die Vae-Vaj, dass sie von den Sayporanern hintergangen wurden. Die Sayporaner entführten Jugendliche der Vae-Vaj. Diejenigen, die nicht formatiert werden konnten, verbannten die Sayporaner auf die fliegende Landschaft. Die Sayporaner hätten es zudem auf die besonderen Organe der Gestaltwandler abgesehen. Routh erinnert sich, niemals sayporanische Kinder gesehen zu haben. Dienen fremde Organe den Sayporanern zur Erhaltung der Gesundheit und zur Langlebigkeit? Taomae weiß es nicht. Bevor sie stirbt, gibt sie Routh ihr Schemenkleid, das ein Symbiont sein soll und ihm nützlich sein könnte. In ihrer Ursprungsgestalt, die sie im Tod endgültig annimmt, gleicht sie einer großen Libelle. Routh beerdigt seine Begleiterin. Schließlich erreicht die fliegende Landschaft die Hauptstadt. Routh erkennt, warum Anboleis als die Stadt ohne Geheimnisse bezeichnet wird. Alle Gebäude sind durchsichtig. Jeder sieht jeden. Die Transparenz scheint allumfassend zu sein. Routh empfindet Furcht.

Rezension:
Der „Altmeister“ Hans Kneifel setzt in seinem Gastbeitrag die Erlebnisse des Journalisten Shamsur Routh auf Gadomenäa fort. Wim Vandemaan hatte uns vor 16 Wochen an diesen absonderlichen Ort geführt. Obwohl mir der Roman um den Planeten der Formatierer noch recht gut in Erinnerung war, fiel mir der Einstieg in Kneifels Roman schwer. Vandemaans Geschichte endete mit der Feststellung Pucs, dass Rouths Zeit als selbstbewusst handelnde Person begrenzt und seine Psyche zerrüttet sei. Hans Kneifel setzt genau da seine Geschichte an, zwar letztlich konsequent aber die gleich zu Beginn geschilderten Probleme der Hauptfigur ließen Schlimmes befürchten.
Anders als Vandemaan lässt Kneifel den Leser dann allerdings nicht gänzlich im Unklaren darüber, ob die Erlebnisse Rouths lediglich Auswüchse einer übersteigerten Phantasie dieser Figur, ob sie von außen manipuliert wird oder manch seltsames Erlebnis eine Folge der zerrütteten Psyche der Figur ist. Hat man die ersten Seiten überwunden, stellt Puc, respektive der Autor fest, dass Rouths mentaler Zusammenbruch überstanden ist und es keinen Hinweis auf eine Manipulierung seines Verstandes gibt. Diese „Erklärungen“ sollten wohl dazu dienen, die weiteren Ereignisse wieder etwas bodenständiger zu gestalten. Tatsächlich ist die Geschichte von da an nicht mehr ganz so bizarr beschrieben, wie es W.V. getan hat. Die Umgebung bleibt nach wie vor exotisch allerdings benutzt Hans Kneifel ein sachlicheres Vokabular für seine Beschreibungen als sein Autorenkollege Vandemaan. Zehn bis fünfzehn Seiten später hat die Figur dann doch wieder einen der befürchteten Rückfälle, d.h. Träume, absonderliche Gedanken und Bewusstlosigkeit der Figur Routh kehren zurück. Das wäre nicht notwendig gewesen. Die fliegende Landschaft Vae-Bazent bot ein phantastisches Szenario mit seltsamen Pflanzen und bevölkert von bizarren Wesen. Da hätte es gut getan, wenn Routh eine zuverlässige Konstante in der Erzählung geworden wäre.
Abgesehen davon konnte die Geschichte, trotz einiger Längen und Ungenauigkeiten, gefallen. Die Fütterung der Ziermollusken durch den Ziehvater geriet etwas durcheinander und auch Pucs Funktion als Translator hätte eigentlich nicht immer möglich sein dürfen, da das Implantmemo zeitweise inaktiv war. Ansonsten lagen die Schwerpunkte der Geschichte in den Erlebnissen auf der fliegenden Landschaft Vae-Bazent. Hier zeigt der Autor, dass er es immer noch drauf hat.
Da Kneifels Roman ein Gastbeitrag war, waren Handlungsfortschritte leider nicht zu erwarten und so ist es dann auch eingetreten. Für den letzten Roman eines Viererblocks tut das schon weh, zumal auch die drei Romane davor ebenfalls die Geschehnisse nicht wesentlich voranbrachten, außer die Terraner noch tiefer in den Schlamassel zu ziehen.

Ansichten zu PR 2634

Terras neue Herren – von Hubert Haensel – Handlung:
Nach dem von den Nano-Maschinen ausgelösten Monsterbeben in der Zona Mexico sind die Rettungskräfte im Einsatz. Einer der Trupps kann das Wrack des Gleiters orten, mit dem der terranische Resident unterwegs war. Der Leichnam im Innern der Maschine wird als Reginald Bull identifiziert. Sein Zellaktivatorchip scheint ausgebrannt zu sein. Henrike Ybarri wird informiert.
Nur wenige Stunden zuvor macht sich Bull auf dem Weg nach Yucatán. In Mexico City bekommt Bull Kontakt zu Flint Surtland. Der Kommandant der LADY LAVERNA ist im Auftrag Adams unterwegs. Bull geht an Bord und die Springerwalze bringt ihn in den Regenwald an die Position von Nachtaugs Beisohn. Der Utrofar wird geborgen. Geronimo Abb und DayScha gehen mit an Bord der Springerwalze. Zurück auf dem Space-Port von Mexico City landet eine Space-Jet neben der LADY LAVERNA. Der Swoon Fanom Pekking überstellt einen Gleiter mit einer exakten Kopie des Residenten. Als das Beben eintritt, startet die LADY LAVERNA zur Ganymed-Baustelle. Der Gleiter mit Bulls totem Doppelgänger wird ausgeschleust und in die Bebenzone gesteuert.
Die Erste Terranerin lässt sich Bilder des Leichnams zeigen. Für Trauer bleibt keine Zeit. Die Raumortung meldet 63 Sternengaleonen, die in Höhe der Neptun-Bahn materialisiert sind. Ybarri nimmt Kontakt zum Admiral der Flotte auf. Das Gespräch wird plötzlich gestört. In die Funkverbindung schaltet sich ein Sayporaner ein. Sein Name ist Marrghiz. An seiner Seite steht der Fagesy Chossom. Marrghiz fordert die bedingungslose Kapitulation der Terraner und droht mit der Nano-Waffe. Er gibt Ybarri 12 Stunden Zeit. Die Ovoid-Raumer nehmen Kurs auf Terra.
Das Kabinett kommt zusammen und diskutiert die Lage. Die Abstimmung fällt knapp aus. Mit einer Stimme Mehrheit spricht sich das Kabinett für die Kapitulation zum Schein aus. Wichtige Regierungspersonen und Minister sollen sich zudem aus Terrania absetzen. Drei Sternengaleonen landen in Terrania. Während die Regierung die gelandeten Schiffe ignoriert, sind einige Reporter zur Landestelle geflogen. Die Redakteurin von SIN-TC, Phaemonoe Eghoo interviewt Marrghiz. Der Sayporaner bietet ihr die Stelle eines Regierungssprechers an. Eghoo willigt ein. In der Solaren Residenz übernimmt Marrghiz die Regierungsgeschäfte. Den bisherigen Regierungsmitgliedern werden „Assistenten“ zur Seite gestellt. Zum Entsetzen von Henrike Ybarri handelt es sich um Terraner. Vermutlich standen sie schon seit längerer Zeit aufseiten der Invasoren. Auch Fydor Riordan, ein Stellvertreter des TLD-Chefs gehört zu den Assistenten. Ybarri muss sämtliche Berechtigungskodes an Marrghiz und Chossom übertragen. Auf einer Pressekonferenz deutet Marrghiz an, dass die Rückkehr der entführten Jugendlichen vorgesehen sei.
Der Sayporaner und der Fagesy lassen sich von Ybarri zur aufgebahrten Leiche des Residenten bringen. Marrghiz schickt die Erste Terranerin weg und nimmt Untersuchungen am Leichnam und dem Aktivatorchip vor. Marrghiz und Chossom sind misstrauisch. Sie stellen zudem Überlegungen an, ob die Terraner den Korpus der SI ALLDARS gestohlen haben und im Sol-System verstecken. Nachdem auch Chossom den Raum verlassen hat, entfaltet der Sayporaner ein merkwürdiges Werkzeug. Das Gerät entnimmt dem Leichnam mehrere Organe. Dann löst sich der Körper des Sayporaners auf und auch die Organe verschwinden. Nach einiger Zeit erscheint Marrghiz deutlich gekräftigt wieder.
In Terrania findet die Beisetzung Reginald Bulls statt. Millionen Terraner säumen die Straßen. Die Erste Terranerin wird von Marrghiz und Chossom zur Rede gestellt. Von patrouillierenden Fagesy sind 2386 spurlos verschwunden. Und auch fünfzig Millionen Terraner haben spurlos die Stadt verlassen. Für Ybarri gestalten sich die Dinge doch ein wenig moderater, als es zunächst den Anschein hatte.

Rezension:
Wie ich schon letzte Woche geschrieben habe, stumpfen mich Invasionsplots dieser Art ab. Es bleibt natürlich immer noch die Hoffnung, dass wenigstens die Autoren etwas aus den schwachen Exposés herausholen. Vandemaans Roman zum Auftakt des aktuellen Viererblocks um das Sol-System hat gezeigt, wie gut das gelingen kann. Der Nachfolger von Hubert Haensel kam an dieses Niveau nicht heran, war aber letztlich aufgrund der ungewöhnlichen Ideen und der recht straffen Handlung noch recht gut gelungen. Die erzählerische Qualität der Fortsetzung diese Woche ist unterschiedlich ausgefallen.
Der insgesamt sehr dialoglastige Roman bringt insbesondere im ersten Drittel nichts Neues. Die Darstellung von Geronimo Abb und seiner cheborparnischen Begleiterin DayScha verblasst zusehends, die Wiederholungen aus den beiden Romanen zuvor waren unnötig. Dass der Autor seinen Protagonisten Bull Überlegungen anstellen lässt, ob seine Entscheidung zum Untertauchen in der aktuellen Situation des Sol-Systems wirklich die Richtige sei, war zu erwarten. Leider verfolgt Hubert Haensel diese Überlegungen des Unsterblichen nicht konsequent genug. Die Figur macht sich zu viele Gedanken um sich selbst und um Adams, als um die Gesamtsituation. Ein detaillierterer Blick auf die Situation der Terraner und eine bessere Analyse seiner Optionen hätte man von einem Unsterblichen erwarten können und blieb leider aus.
Die Invasionsgeschichten waren auch schon mal klüger. Alleine der Funk-Dialog zwischen dem Sayporaner Marrghiz und der Ersten Terranerin ist so billig gestrickt, dass selbst die privaten TV-Sender nach Mitternacht eine intelligentere Unterhaltung in ihren Werbeblöcken bieten. Der Autor platziert eine abgedroschene Phrase nach der anderen. Diese Banalitäten wie „Hör mir zu“, „Ich wiederhole mich nur ungern“, „Ach ja, versucht gar nicht erst …“ nervten ungemein.
Deutlich besser geriet dem Autor die Diskussion der Kabinettsmitglieder. Hubert Haensel nimmt sich viel Zeit, die einzelnen Standpunkte herauszuarbeiten. Auch der Auftritt des Sayporaners Marrghiz in der Solaren Residenz war gut geschrieben und man konnte es zumindest zeitweise nachvollziehen, mit welch ohnmächtigem Zorn Henrike Ybarri zu kämpfen hatte, als sie den Invasoren die Lenkung der Regierungsgeschäfte übertragen musste. Trotz dieser gelungenen Passagen hatte die Geschichte jedoch einen gravierenden Mangel. Beinahe schien es so, als sei es auch dem Autor peinlich, dieses Eroberungsszenario durchzuziehen. Er streut zu viele „Lichtblicke“ ins Geschehen, wahrscheinlich, um die Leser bei der Stange zu halten, denen dieser Plot zum Halse heraushängt.
Wieder deutlich schlechter und zum Teil unlogisch gerieten dem Autor die Dialoge während der Pressekonferenz, die Marrghiz in der Solaren Residenz abhielt. Ich bin zwar kein Freund von Journalisten aber die Darstellung der Medienvertreter geriet dem Autor nicht besonders gut. Natürlich muss die Geschichte auch noch nächste Woche weiter gehen, aber die wichtigste Frage an die Usurpatoren, nämlich die Frage was sie eigentlich auf der Erde wollen, hat gefehlt. Dadurch wirkte das Ganze wieder einmal arg gekünstelt.
Sehr wirr schließlich geriet der Dialog zwischen Marrghiz und dem Fagesy Chossom. Die Sayporaner sind auf der Erde bereits tätig gewesen, als das Sol-System noch nicht versetzt war. Während dieser Zeit haben sie nicht nur Informationen gesammelt und Trojaner in die Computersysteme eingeschmuggelt, sie haben auch ihre Helfer rekrutiert. Nach der Versetzung haben sie die von langer Hand vorbereitete Entführung der jungen Terraner durchgezogen, um sie einer Neu-Formatierung zu unterziehen. Diese zeitlichen Abläufe sind Marrghiz bekannt. Von daher sind die beschriebenen Überlegungen der Beiden, ob die Terraner Schuld am Verschwinden des Leichnams ALLDARS tragen könnten, von Grund auf falsch. Die Terraner hatten schlicht keine Zeit, den Diebstahl durchzuführen und den Sayporanern wäre ein solches Unternehmen nicht entgangen. Ebenso verwirrend sind die Gedanken des Sayporaners zur Versetzung des Sol-Systems. Er scheint keine Ahnung zu haben, aus welchem Grund die Versetzung erfolgt ist. Das wäre merkwürdig, da doch diese Versetzung genau in die Pläne der Sayporaner spielt. Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie diese Unklarheiten aufgelöst werden