Articles for the Month of Januar 2012

Ansichten zu PR 2629

Die Weltengeißel – von Christian Montillon – Handlung:
Die CHANDORY, ein Schiff des Verzweifelten Widerstands, fliegt mit Perry Rhodan und Regius an Bord zum Crunal-System. Dort soll die Weltengeißel eingesetzt werden. Ist die Waffe QIN SHIs aktiviert, nimmt sie exakt 37 Stunden lang Leben und Energie in sich auf. Mehr erfährt der Terraner zunächst nicht. Auch nicht über die Waffe, die der Widerstand gegen die Weltengeißel erstmals einsetzen will. Der Unsterbliche ist in seinen Bewegungen an Bord eingeschränkt. Erst nach mehreren Tagen Flugzeit wird ihm gestattet, die Zentrale zu betreten. Unvermittelt meldet sich der Anzug der Universen bei Perry Rhodan. Ein Stimme wispert seinen Namen. Doch Rhodan kann sich zunächst nicht mit dem seltsamen Kleidungsstück beschäftigen. Beim Einflug in das Crunal-System stürzt sich eine Übermacht an Raumschiffen der Xylthen auf die CHANDORY. Nur mit Mühe kann sich das Schiff in den Linearraum retten. Mit einer solchen Präsenz feindlicher Schiffe hatte der Widerstand nicht gerechnet.
Auf Cruny, jener Welt, die von der Weltengeißel QIN SHIs bedroht wird, läuft das Leben derweil noch unbeschwert. In alten Mythen wird aber vor einer Katastrophe gewarnt, die über Cruny hereinbrechen wird. Zumindest die jungen Cruny sind das Gerede der Alten leid, die von einer Totenpanik sprechen. Die insektoiden Cruny bilden eine Schwarmintelligenz. Allerdings können sie sich auch als Individuen bewegen. Der junge Cruny Szimon Corosh’tha verlässt häufig seinen Stock, um seine Gedanken nicht mit den anderen Cruny teilen zu müssen. Denn im Kollektiv gab es keine Geheimnisse und Szimon, der von sich glaubt, dass er anders sei, will sein Geheimnis bewahren. Trotzdem kehrt er immer wieder in den Stock zurück. Als er sich wieder einmal mit dem Kollektiv vereinigt, geschieht etwas Furchtbares. Die jüngste Tochter der Königin wird ermordet. Der Mörder, ein alter Cruny, behauptet von sich mit der Tat ein Zeichen setzen zu wollen. Der Tod käme auf die Welt. Der Mörder wird zum Tode verurteilt. Am Hinrichtungsplatz kommt es plötzlich zu einer Panik. Die Cruny fliehen.
An Bord der RADONJU kann sich der Dosanthi Tion Yulder einmal mehr erfolgreich einer Gefahrensituation entziehen. Doch bald muss er erneut in den Einsatz. Mit tausenden anderer Dosanthi landet der Widerständler auf dem Planeten Cruny. Die Panikstrahlung, die er und seiner Artgenossen verbreiten, soll der Weltengeißel die Aufnahme der Lebensenergie der Cruny erleichtern. Tion Yulder kann sich nicht widersetzen. Er trifft auf Szimon, den er um Verzeihung bittet. Währenddessen nähert sich die mondgroße Weltengeißel dem Planeten.
Rhodan hat endlich Kontakt zum Anzug der Universen. Das Kleidungsstück schlägt ihm vor, die im SERUN gespeicherten Informationen Ennerhahls zur Modifizierung der Schiffstarnung an die Techniker der CHANDORY zu geben, was Rhodan dann auch tut. Er erfährt nun mehr über die Waffe des Widerstands. Sonden bilden ein hyperenergetisches Feld um den Zielplaneten der Weltengeißel. Dadurch werden die mentalen Energien der Bewohner verschleiert und somit unsichtbar für die Weltengeißel. Die Sonden und Beiboote werden mit Rhodans Modifikation ausgerüstet und ins Crunal-System gesteuert. Bei der CHANDORY dauert die Umrüstung länger. Der Coup gelingt. Als die Weltengeißel aktiviert wird, sind die Cruny sicher. Allerdings beginnen die Xylthen sofort mit der Ursachenanalyse. Kaowen lässt das gesamte System durchforsten. Nach der Umrüstung kann sich nun auch die CHANDORY ins Crunal-System wagen ohne entdeckt zu werden. Rhodans Ur-Controller spricht an, so als wäre die Weltengeißel ein mögliches Ziel. Allerdings kann der Unsterbliche keine weiteren Informationen erhalten. Die Xylthen haben unterdessen trotz der verbesserten Tarnvorrichtung die Sonden entdeckt und schießen sie nach und nach ab. In den letzten Stunden der Aktivierung kann die Weltengeißel doch noch millionenfachen Tod über Cruny bringen. Nächster Einsatzort der Waffe soll das Pytico-System sein. Die Xylthen fliegen dorthin und die CHANDORY folgt ihnen.

Rezension:
Die Fortsetzung des Romans der Vorwoche beginnt Christian Montillon ambitioniert. Der Autor versucht sich an der Darstellung einer Spezies, deren Mitglieder sowohl als Individuen agieren, sich aber auch bei bestimmten Anlässen oder im Schlaf zu einer Schwarmintelligenz zusammenfinden.
Einige Eigenarten der Cruny hat der Autor dabei sehr überzeugend dargestellt. Aus den Überlieferungen und Mythen in der Cruny-Geschichte konnte der Leser es natürlich recht bald erahnen, welches Schicksal den Insektenwesen drohte. Trotzdem gefiel die Darstellung, insbesondere die individuelle Sicht des jungen Cruny Szimon. Das Bild, das der Autor von der Schwarmintelligenz zeichnet war hingegen nicht ganz schlüssig. Der Autor ist in der Unterscheidung zwischen Individuum und Kollektiv etwas unentschlossen und deshalb unterlaufen ihm hier auch Fehler. Das Kollektiv kennt keine Individuen, es gibt nur ein Wir und kein Ich und Du. Einzig Szimon würde das Kollektiv anders empfinden. So beschreibt der Autor das Kollektiv aus Sicht seiner Haupt-Figur als Gefängnis, das keine eigenen Gedanken zulässt. Dennoch produziert seine Figur auch im Kollektiv unablässig eigene Gedanken. Die Figur Szimon äußert im Kollektiv gar die Furcht, die anderen könnten bestimmte Gedanken von ihm empfangen. Der Figur ist seine gedankliche Darstellung einer andern Cruny sogar peinlich, da sie das Abbild ebenfalls sehen könnte. Wenn es für die anderen Cruny allerdings kein Ich und Du im Kollektiv gibt, wie der Autor schreibt, dann wäre die Furcht Szimons unbegründet, da die anderen Cruny keine individuelle Verarbeitung der Ereignisse im Kollektiv anstellen könnten. Die Darstellung des Kollektivs ist nicht so recht gelungen.
Christian Montillon führt auch die Nebenhandlung um den Widerständler Tion Yulder fort. Wie schon in der letzten Woche sind die ständigen Auf und Abs dieser Figur nicht so mein Geschmack. Überraschenderweise sind bei diesem Doppelband mal ausnahmsweise die zyklusrelevanten Informationen weitgehend im ersten Teil eingebaut worden. Außer der Anzug der Universen Episode, die ich letzte Woche noch vermisst habe, hat Christian Montillon noch die Weltengeißel eingeführt. Der Informationshunger seiner Figur Rhodan ist aber eher schwach ausgeprägt. Der Terraner lässt sich zu keiner Zeit darauf ein, näheres über die Waffe der SI zu erfahren. Und auch die kurzen und letztlich unergiebigen Versuche, die der Autor seine Figur mit dem Controller ausführen lässt, dienten wohl eher dazu den Leser zu peinigen. Es war offensichtlich, dass der Autor keine Absicht hatte, noch weitere Informationen in den Roman einfließen zu lassen.

Ansichten zu PR 2628

Der Verzweifelte Widerstand – von Christian Montillon – Handlung:
Perry Rhodan und Quistus haben über das Transitparkett den Giftgasplaneten verlassen und das Gerät über den Selbstzerstörungsmechanismus zerstört. Protektor Kaowen wird getötet aber sein Geist kehrt zurück an Bord der RADONJU. In einem abgeschotteten Labor stehen 5 gläserne Särge, drei davon besetzt mit Klonkörpern. Der Xylthe erinnert sich, er ist nicht das erste Mal getötet worden. Jedem in seinem Amt stehen mehrere Klonkörper zur Verfügung, während sein Originalkörper auf seiner Heimatwelt Xylth konserviert wird. Es hieß, QIN SHI hätte die Methode der Wiedergeburt vor langer Zeit in den Weiten des Kosmos jemanden abgeschaut.
Nachdem Kaowen einen Klonkörper beseelt hat, will er mehr über Perry Rhodan in Erfahrung bringen, den Mann, den er so sträflich unterschätzt hat. Die Spionsonden, die Daten aus der Milchstraße gesammelt haben, versorgen den Xylthen mit umfangreichen Informationen, die er sich per Hypnoschulung aneignet.
Unterdessen materialisieren Rhodan und sein Begleiter in einem fremden Raum. Glücklicherweise enthält dieser ein Atemgemisch aus Wasserstoff-Methan, so dass der schwer verletzte Iothone atmen kann. Nach einiger Zeit nähern sich mehrere Fremdwesen, darunter ein Iothone in einem Überlebenstank, ein Xylthe und mehrere skelettartige Wesen. Für Quistus wird ein leerer Überlebenstank zur Verfügung gestellt. Schon nach kurzer Zeit erfährt Rhodan, dass er zu einer Widerstandsgruppe gestoßen ist. Die Gruppe, die sich der Verzweifelte Widerstand nennt, hat ihren Unterschlupf in einem ausgehöhlten Asteroiden. Der Standort des Asteroidenfelds ist unweit des Raumgebiets, in dem die BASIS überfallen wurde. Zu Rhodans Überraschung sind auch Terraner der BASIS bei den Rebellen untergekommen. Die Galaktiker sind auf der Flucht vom Mutterschiff mit einem BASIS-Tender in das Asteroidenfeld gelangt. Oberst Derrayn Anrene hat allerdings nur wenige Informationen für Rhodan.
Der Unsterbliche hat mehrere Gespräche mit einem der Anführer des Widerstands, einem Iothonen namens Regius. Der Widerstand erhofft sich Unterstützung von dem Terraner. Gleichwohl scheint es im Widerstand verschiedene Strömungen zu geben. Rhodan wird heimlich von einem der skelettartigen Wesen kontaktiert. Die Wesen nennen sich Oracca. Högborn Trumeri, der sich als Anführer aller Oracca bezeichnet, erzählt Rhodan die Geschichte seines Volkes.
An Bord der RADONJU ist der Dosanthi Tion Yulder zu einem Außeneinsatz abkommandiert worden. Yulder, der Mitglied im Verzweifelten Widerstand ist, soll auf einem namenlosen Giftgasplaneten nach Spuren suchen. In der Höhle mit dem vernichteten Transitparkett entdeckt er den abgetrennten Arm von Quistus. Er hält das abgetrennte Körperteil für brisant und will die Entdeckung verheimlichen, was ihm aber nicht gelingt. Zurück in der RADONJU kann er über eine Funkverbindung wichtige Informationen an den Widerstand übertragen. Als er an einem Terminal nach weiteren Hinweisen forscht wird er entdeckt und von einem Xylthen mit der Waffe bedroht.
Von Högborn Trumeri erfährt Rhodan einiges über QIN SHI. Die negative Superintelligenz verbringt längere Zeiträume schlafend. Wenn sie erwacht benötigt die SI mentale Substanz zur Stärkung. Ohne Rücksicht entvölkert QIN SHI dabei zahlreiche Welten und verbreitet dadurch Angst und Schrecken. Die Oracca machten einst QIN SHI ein Angebot. Wenn die SI dem Volk der Oracca zum Aufstieg zu einem höheren Wesen verhelfen würde, wären die Oracca im Gegenzug bereit, die anderen Völker auf die geistigen Übernahmen durch QIN SHI vorzubereiten, so dass niemand mehr etwas Negatives an diesem Vorgang finden könnte. QIN SHI ging zum Schein darauf ein. Die Oracca betätigten sich fortan als Missionare und erhielten von QIN SHI Langlebigkeit als ersten Schritt zum Aufstieg. Die Oracca halfen der SI auch bei der Erstellung der Weltengeißel, mit der die Planeten für die Übernahme durch die SI angegriffen wurden. Doch QIN SHI hinterging die Oracca und vernichtete das Volk. Nur zehn Millionen überlebten. Sie gingen in den Widerstand.
Der Oracca zeigt Rhodan auch eines der nächsten Ziele der SI. Etwa 54 Millionen Lichtjahre von Chanda entfernt liegt die Galaxis Escalian, über das Transitnetz mit Chanda verbunden. Escalian wird von QIN SHI überrollt werden. Rhodan vermutet hinter Escalian die Galaxis Zagadan, die zweite der Galaxien neben Chanda, die nicht in seinem Controller angezeigt werden. Da bekommt der Verzweifelte Widerstand von seinen Spionen die Nachricht, dass die Weltengeißel zum Einsatz gegen einen Planeten kommen soll. Man bricht auf, um den Massenmord zu verhindern. Auch Kaowen bereitet sich vor. Der Protektor rechnet mit einer Aktion des Widerstands.

Rezension:
Sehr zu meinem Leidwesen hat also Kaowen doch überlebt und wir müssen uns wie befürchtet auf eine neue Charakterisierung dieser Figur einstellen. Oder ist es eben die Zeichnung der Figur „vor“ dem Gastbeitrag von Markus Heitz? Wie dem auch sei, der arme Kerl wird, sofern er nicht von seiner parasitären SI gefressen wird, dann wohl möglicherweise in einem Seelenkerker enden. Rhodan hat sicherlich noch eines dieser Geräte irgendwo rumliegen. Wir erinnern uns, die kleinen Kästchen, die im letzten Zyklus zum Sieg über die Vatrox beitrugen und mit ihrem Inhalt, dem „gesammelten“ Vamu zu einem Appetithäppchen für eine schwache Superintelligenz namens ES wurden. Die negative Superintelligenz QIN SHI schwächelt ebenfalls und futtert sich die notwendige Kraft beim Einsatz der Weltengeißel an. Worin bestand doch gleich nochmal der Unterschied zwischen „positiver“ SI und „negativer“ SI?
Willkommen bei „Der Verzweifelte Leser“. Natürlich sind die letzten Ereignisse der Ebene Rhodan schon einige Wochen her und natürlich ist gegen ein paar eingeworfene Erinnerungen nichts einzuwenden. Aber in Christian Montillons Roman wollte sich so ziemlich jeder ein bisschen erinnern. Kaowen an seinen Tod und alle Ereignisse vorher, Rhodan an seine Flucht und alle Ereignisse vorher, der Kommandant des BASIS-Tenders an seine Flucht und die Ereignisse vorher, der Oracca an die Geschichte seine Volkes und so weiter und so weiter.
Der Meister der Wiederholungen Montillon hat es in einigen Kapiteln auf die Spitze getrieben. Zwar wurden auch recht viele neue Informationen in den Roman gepackt, die Verpackung hingegen riss mich nicht vom Hocker. Die eigentliche Romanhandlung war mehr als seicht. Ausgepolstert hat Christian Montillon seine Geschichte noch mit einer Nebenhandlung um den Widerständler Tion Yulder. Der Dosanthi macht nicht gerade eine glückliche Figur. Die kreatürliche Angst dieses Wesens wurde zwar vom Autor immer wieder beschrieben, alleine der Funke zum tieferen Verständnis dieser Figur wollte nicht so recht überspringen. Die Figur wird mal hier, mal dorthin geschickt, immer Gefahr laufend enttarnt zu werden, trotzdem waren manche dieser Aktionen einfach zu schusselig, als dass man echt mitfiebern konnte. Beispielsweise der Versuch der Figur in das Labor zu gelangen. Oder die Bitte der Figur um eine Funkerlaubnis.
Ungeschickt empfinde ich auch den Umgang mit dem vorhandenen Equipment. Zwar erwähnt der Autor in einer Textstelle den Anzug der Universen, doch Rhodan selbst scheint dieses immens wichtige Kleidungsstück gänzlich vergessen zu haben. Auf der unwirtlichen Welt, von der er geflohen ist, hat Rhodan den Anzug noch zur Orientierung benutzt. In der neuen fremden Umgebung tut er es nicht. Gerade in einer von Technikausfällen geprägten Umgebung wäre der Einsatz einer Hochtechnologie, dies ist ja schließlich SF, der Weisheit erster Schluss gewesen.