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Die letzten Tage der GEMMA FRISIUS – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Am 14. November 1469 NGZ entdeckt die Suchflotte am Sektor Null die GEMMA FRISIUS. Das Forschungsschiff, das vor Wochen im Ordhogan-Nebel verschwand, ist nur noch ein Wrack. Die Frage, wie das Schiff in den Randbereich von Sektor Null gelangt ist, lässt sich vorerst nicht beantworten. Während die JULES VERNE das Wrack mit den Ortungsgeräten untersucht, stellt Ronald Tekener ein umfangreiches Team für die Untersuchung des Wracks zusammen. Mit dabei ist u.a. auch Sichu Dorksteiger. Begleitet von einer Hundertschaft von TARAS dringt das Team in das Forschungsschiff vor. Die ersten Eindrücke sind schrecklich. Es werden nur verstümmelte Leichen gefunden. Überall an Bord finden sich Ranken und Gewächse aus einer seltsamen Harzmasse. Erste Untersuchungen des Stoffes lassen komplexe Molekülgruppen erkennen. Die Harzmasse kann sich flexibel gruppieren. Enthalten sind auch Hyperkristalle unbekannter Art.
Zwei Monate zuvor kämpfen die letzten Besatzungsmitglieder der GEMMA FRISIUS ums Überleben. Kommandant Mohanram Tivelani, der Nexialist David Campese und einige andere haben sich in die Zentrale des Schiffes zurückgezogen. Der unbekannte Feind, der sich als Kleber 37 bezeichnet, hat auch die Kontrolle über die Bordrechner übernommen. Eine Kommunikation mit 37 ist unmöglich. Sirenius Achtsieben von Baldurs Welt erkennt, dass noch nicht alle Bereiche der GEMMA FRISIUS unter Kontrolle des Eindringlings sind. Es gibt blinde Flecken. Eine Gruppe um David Campese macht sich auf den Weg zur Außenhülle. Auch einer der Hangars mit einem LUPUS-Shift gehört zu den toten Sektoren. Die Gruppe erreicht den Shift und macht ihn einsatzklar. Ihr Ziel ist die Zerstörung der Positroniken der GEMMA FRISIUS. Mit den Bordgeschützen frisst sich der Shift durch den Forschungskreuzer. Andere Überlebende nutzen das entstehende Chaos zur Flucht. Doch Ihre Beiboote werden entweder vom Feind zur Explosion gebracht oder von den Ranken eingefangen. Auch der Shift kommt nicht weit. Die von 37 gelenkten TARAS und die Harzmasse halten den Shift auf. David Campese kann sich als Einziger zurück in die Zentrale retten.
Dort muss die Besatzung mit Bestürzung erkennen, dass 37 das Schiff in den Linearraum gesteuert hat und in Richtung Solsystem fliegt. Die Überlebenden haben nun nur noch ein Ziel. Der Gegner muss mit allen Mitteln daran gehindert werden die Erde zu erreichen. Einzelne Trupps schlagen sich zu den Hawk-Konvertern durch, um diese zu zerstören. Obwohl einige Gruppen ihre Ziele erreichen und erfolgreich einige Kompensationskonverter zerstören können, kann 37 die Angriffe letztlich abwehren. David Campese kann eine Nebenzentrale erreichen und erkennt durch die übermittelten Daten, dass sie das Solsystem im Bereich der Oortschen Wolke erreicht haben. Auch 47 weitere Schiffe, jeweils „begleitet“ von einem Blütenblatt verteilen sich rings um das Solsystem. Die Blütenblätter sorgen für einen perfekten Ortungsschutz. Der Nexialist zeichnet alle Beobachtungen auf einem Datenkristall auf. Eine der Informationen lautet, dass das BOTNETZ bereit sei und die 48 Blütenblätter der Zeitrose aktiviert wurden. Bevor auch Campese von 37 überwältigt wird, versteckt er den Datenträger.
Ronald Tekener und sein Team stoßen auch zur Nebenzentrale vor. Von Campese gibt es keine Spur. Aber Tekener findet den Datenkristall. Zurück an Bord der JULES VERNE lässt sich der Smiler auf ein Experiment ein, das ihm von Sichu vorgeschlagen wird. Die Strukturpiloten aus der Charon-Wolke haben zwischenzeitlich festgestellt, dass es eine Zone, die sie mit Allesfehlen titulieren, in der Nähe gibt. Allesfehlen deshalb, weil es dort keinen Raum und keine Zeit gibt. Die GEMMA FRISIUS scheint aus diesem Sektor getriftet zu sein. Es werden 26 weitere solcher Sektoren entdeckt. Tekener vermutet, dass es insgesamt 48 sein werden, die Anzahl der verschwundenen Schiffe. Von den anderen Sektoren, die langsam in Richtung des verschwundenen Sonnensystems driften, gibt es keine Meldung über Raumschiffe oder Trümmer. Der Standort der GEMMA FRISIUS weicht von den anderen Sektoren ab. Die JULES VERNE nimmt den Sektor unter Beschuss und sorgt so dafür, dass Raum und Zeit von neuem entstehen.

Rezension:
Michael Marcus Thurner hat in seine Fortsetzung vom Roman der Vorwoche verschiedene Stilmittel einfließen lassen. Neben Schockmomenten, die mich an Filme wie Event Horizon erinnerten hat der Autor auch ein bisschen Gefallen an Kubricks 2001 gefunden. Er lässt die Bordpositronik mit der gleichen sanften, süßlichen Stimme sprechen, wie es HAL 9000 im Film tat. Zwar konnte ich die entsprechenden Passagen nur „lesen“ aber so stellte ich mir die Stimme vor. Es wäre interessant ob die Hörbuchadaption des Romans diese Szene ähnlich interpretiert. Auch Thurners Figur David steht dieser außer Kontrolle geratenen künstlichen Intelligenz ebenso hilflos gegenüber wie sein filmisches Pendant Dave.
Die Ausweglosigkeit seiner Figuren demonstriert der Autor gleich zu Beginn seines Romans. Er lässt prominente Besatzungsmitglieder der GEMMA FRISIUS von den an Bord kommenden Raumfahrern der VERNE tot auffinden und schildert gleichwohl in folgenden Kapiteln den Überlebenskampf dieser Besatzungsmitglieder. Der Leser weiß dann bereits, dass dieser Kampf vergeblich sein wird.
Michael Marcus Thurner setzt die gelungene Darstellung Ronald Tekeners fort. Die Figur Sichu Dorksteiger bleibt hingegen erneut blass. Sie dient dem Autor lediglich dazu, dass sich seine Figur Tekener ab und zu an der Ator reiben kann. Eigenständiges Potential entwickelt die Frau nicht.
Trotz der Schockmomente hat mir der Zweiteiler von Michael Marcus Thurner sehr gut gefallen. Der Autor hat eine gute Mischung aus bekannten und neuen Elementen geboten und seine Geschichte war beinahe durchgehend auf einem hohen Spannungslevel. Da verzeihe ich auch den etwas zu lang geratenen Einstieg aus seinem Heft 2626.