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Ansichten zu PR 2595

Wanderer am Scheideweg – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
In TALIN ANTHURESTA wird die Lage immer prekärer. Die im Todeskampf befindliche Superintelligenz ES zieht mehr und mehr Psi-Materie aus der Umgebung von Wanderer ab und gefährdet dadurch den Bestand der 20.000 Welten. Die Dispenser kommen kaum noch hinterher, die Löcher in der Hülle von TALIN ANTHURESTA zu stopfen. Immer häufiger werden auch Zugriffe der SI auf Strukturen im inneren des Handelssterns beobachtet. Von Pral und Urismaki beobachtet, verschwinden Teile der alten Maschinenstadt und auch der Friedhof der Anthurianer wird geplündert. Die psi-materiellen Artefakte der Anthurianer werden von ES aufgesogen. Bei diesem Vorgang kommt es zu einer Rückkopplung mit Pral. Der Schattenmaahk nimmt zum Teil Empfindungen der SI wahr und erkennt einen Zusammenhang zwischen den Artefakten und den Netzwebern. Es scheint eine mentale Verbindung zwischen den Anthurianern und Wesen wie Radyl zu geben. Die SI ruft zudem nach ihren Kindern. Den Funkenkindern. Ohne sie kann die SI nicht überleben. Über der Scheibenwelt Wanderer wird ein Nebeldom beobachtet. Außerdem steigt eine rotglühende Kugel von Wanderer auf, von der sich einzelne schwere Tropfen lösen.
Am Standort des PARLOX-ARSENALS tobt nach wie vor der Hypersturm. Doch die Jaranoc beginnen verstärkt mit der Untersuchung des Phänomens und dringen immer tiefer in die Kernzone vor. Piet Rawland arbeitet in der Sektorknospe an der Erstellung eines raumtemporalen Saugtunnels, mit dem die Psi-Materie nach Wanderer transportiert werden soll. Die Strahlung des ARSENALS macht dem ehemaligen Revolverhelden die Arbeit schwer. Außerdem reflektiert sich der Zustand von ES sichtbar im Aussehen von Rawland. Der Pilot der QUEEN OF ST.LOUIS verfällt zusehends.
In der Halle der tausend Aufgaben beobachtet Timber F. Whistler verschiedene Veränderungen an Kartuschen. Die Wissenschaftler und der Großrechner CREST liefern mehrere Interpretationen der Vorgänge. Es scheinen Kartuschen betroffen zu sein, die den ehemaligen Standort des PARALOX-ARSENALS bei TZA’HANATH zeigen. Auch eine Kartusche, die nach Meinung der Experten TALIN ANTHURESTA zeigt, verändert ihr Aussehen. Der Administrator fordert die Experten auf, alle Deutungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit CREST zu diskutieren und auf ihre Wahrscheinlichkeit hin zu untersuchen. Der Administrator gibt seine Beobachtungen an Rhodan weiter.
Im Oldtimer-Observatorium auf Katarakt beobachtet Sean Legrange die Kämpfe um TZA’HANATH. Trotz eigener fürchterlicher Verluste gelingt es den Jaranoc die Einheiten der Frequenz-Monarchie zu schlagen. Der Verteidigungsminister beobachtet allerdings auch, dass sich die Kegelstumpfraumer vorsichtig und abwartend verhalten. Keines der Schiffe versucht auf einen der 8 Handelssterne zu landen. Dann entsteht im Zentrum von TZA’HANATH eine kugelförmige, pechschwarze Aufrisszone mit einem Durchmesser von 100.000 Kilometern. Auch Legrange informiert Rhodan.
Die Jaranoc haben inzwischen das PARALOX-ARSENAL entdeckt und dringen auf breiter Front in das Sturmgebiet vor. Das Versteckspielen hatte ein Ende. Während Piet Rawland noch an den Vorbereitungen für den Abtransport des ARSENALS arbeitet, kommt es zur Abwehrschlacht. Die Silberkugeln sind zwar in der Unterzahl aber technologisch den Jaranoc überlegen. Dann erscheint auch VATROX-VAMU. Das Geistwesen greift jedoch nicht direkt in das Geschehen ein. Vermutlich ist es durch sein Scheitern vor 300.000 Jahren gehemmt und überträgt das Risiko jetzt auf seine Truppen.
Der erste Versuch des Abtransports scheitert. Der künstlich geschaffene Tryortan-Schlund für den raumtemporalen Saugtunnel implodiert vorzeitig. Mindestens 1500 Schiffe der Jaranoc werden dabei vernichtet. Die Jaranoc setzen nun alles auf eine Karte. 9000 Schiffe nähern sich dem ARSENAL. Die Silberkugeln, die sich bislang darauf beschränkten, die Angreifer kampfunfähig zu machen, werden in schwere Gefechte verwickelt. Piet Rawland informiert Rhodan, dass der Abtransport nur in Etappen erfolgen kann. Bei einer Entfernung nach TALIN ANTHURESTA von ca. 30.000 Lichtjahren wären mindestens 30 Sprünge notwendig. Die Jaranoc können aber nicht ewig auf Distanz gehalten werden. Eine Notfallschaltung in der Sektorknospe würde den Transport in nur einem Sprung ermöglichen, ist jedoch unberechenbar. Rhodan geht das Risiko ein. Kurz vor dem Sprung schleusen die Silberkugeln in die QUEEN OF ST.LOUIS ein. Die Versetzung gelingt. Das PARALOX-ARSENAL steht vor dem Wunder von Anthuresta und muss nur noch ins Innere transportieret werden. Rhodan schickt zwei Silberkugeln via TALIN ANTHURESTA und Talanis zur Erde. Eritrea Kush und Betty Toufry treten die Mission an. Als die beiden Silberkugeln abgeflogen sind schlagen MIKRI-JONS Ortungen an. Eine energetische Erscheinung befindet sich im Anflug. Sie emittiert Höchstwerte im UHF-Bereich. VATROX-VAMU greift an.

Rezension:
Wenn ich meine Inhaltsangabe so durchlese, dann suggeriert sie einen interessanten und vielschichtigen Roman. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Michael Marcus Thurners Roman hatte einen eher verhaltenen Beginn. Der Autor hat auf den ersten Seiten alle handlungsrelevanten Orte und Personen in Anthuresta in seiner Geschichte untergebracht und ver(sch)wendet viel Zeit und Papier für die Aufzählung seiner Handlungsträger. Er beginnt in TALIN ATHURESTA und listet alle relevanten Hauptdarsteller auf. Dann kommt die MIKRU-JON dran, gefolgt von einer Personenliste. Dann unterhält sich Rhodan mit den Piloten der Silberkugeln, eingeleitet durch eine Personenliste. Dann wird umgeblendet ins Stardust-System zu Whistler. Es folgt ein unergiebiger Plausch auf Kaffeekränzchenniveau, gähn! Und so geht’s weiter. Die ersten 20 Seiten des Romans brachten nichts Neues und diente dem Autor lediglich zur Beschreibung des Status quo. Der Roman geriet so zu einem Fleckenteppich. Auflockerung brachte lediglich der eine oder andere Fehler des Autoren, so z.B. Getränkeroboter, die selbst den Kaffee trinken oder andere absonderliche Beschreibungen. So färbt eine Wissenschaftlerin in der Stardust-Nadel ihre Nasespitze in Magenta, der angeblich letzte Modeschrei. Es muss wohl Fasching gewesen sein, als Thurner seinen Beitrag zur Serie schrieb.
Solche „Farbtupfer“ gibt es natürlich in den Perry-Rhodan-Romanen zuhauf. Ist die Handlung stimmig und gut geschrieben, gehe ich auf so was normalerweise nicht ein. Dass ich es hier dennoch tue, ist ein sicheres Indiz dafür, dass die Geschichte, zumindest anfangs, einfach nicht mehr hergab.
Ein bisschen Fahrt nahm die Erzählung erst mit den Ereignissen bei TZA’HANATH und in TALIN ANTHURESTA auf. Handlungen blieben zumeist jedoch Mangelware. Im Wesentlichen bestand der Roman aus Beobachtungen der Protagonisten an den verschiedenen Handlungsorten. Und auch diese Beobachtungen waren häufig nur Variationen bereits Bekanntem.
Der Spannungsaufbau war einfallslos. Die Gefährten geraten in klassischer Weise mehr und mehr in Bedrängnis, können sich mit Müh und Not retten und werden am Ende vom Oberbösewicht in Cliffhanger-Manier dann doch noch eingeholt. Das hat man alles schon besser gelesen.
Die Aussage, dass VATROX-VAMU im Kampf gegen VATROX-DAAG geschwächt wurde, ist mir neu. In den vergangenen Romanen war exakt das Gegenteil zu lesen. Diese vom Autoren erfundene „Schwäche“ beeinflusste das Ergebnis des Romans ganz erheblich. Der Autor benötigte ja eine gute Ausrede, warum seine Schützlinge gegen ein Geistwesen anfangs überhaupt bestehen konnten. Ein weiteres Element, das dazu dienen sollte, die Spannung weiter steigen zu lassen, war Piet Rawlands Hinweis, dass ein Transport des PARALOX-ARSENALS nicht in 1 Etappe möglich sein würde. Rhodan, resp. Thurner gab sich erstaunt über die vermeintlich neue und schockierende Nachricht. Dumm nur, dass dies bereits in einem der letzten Hefte gestanden hatte. Die angestrebte Spannungssteigerung geriet dadurch zur Farce.
Verwirrend auch die Vorschau auf das nächste Heft. Da steht: „Die Superintelligenz ES ringt um ihre Zukunft, die aus den Vatrox hervorgegangenen Geisteswesen kämpfen gegeneinander.“
Ah ja. ES ist also aus den Vatrox hervorgegangen? Und kämpft jetzt gegen VATROX-VAMU. Oder kämpfen nur die in ES aufgegangenen Vamu gegen VATROX-VAMU?