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Ansichten zu PR 2584

Der Okrivar und das Schicksal – Handlung:
Statthalter Sinnafoch, der Okrivar Kruuper, Vastrear, Satwa, Bhustrin und VATROX-DAAG im Körper von Philip treffen im Forschungszentrum TZA’HANATH ein. Dort werden sie vom Okrivar Durant empfangen. Der Chefwissenschaftler eines Segments von TZA’HANATH hatte den Auftrag Sinnafochs erhalten, eine Möglichkeit zu erarbeiten, den Sextadim-Schleier um das Stardust-System zu durchdringen. Während Durant die Ankömmlinge dann auch gleich zu einer ersten Demonstration seiner bislang erzielten Forschungen bittet, schmiedet Kruuper erste Pläne, sich dem Einflussbereich der Frequenz-Monarchie zu entziehen. Eine Flucht über das Polyport-Netz ist ihm versperrt. Ohnehin würde Sinnafoch ihn überall finden. Er muss eine andere Lösung ausklügeln.
Bei der folgenden Demonstration seiner Forschungsergebnisse opfert Durant gewissenlos eine Gruppe von Darturka. Der Okrivar-Wissenschaftler hat zwar keine Möglichkeit gefunden, den Sextadim-Schleier zu brechen. Allerdings kann er den Schirm dazu bringen, eine Sekundärstrahlung zu erzeugen, die alles Leben im Innern des Schirms vernichtet. Kruuper ist von den Geschehnissen angewidert und fragt sich wiederholt, welches Schicksal ihm dieses Leid auferlegt hat.
Nach Sinnafochs kriegswichtigem Projekt hat auch Vastrear für ein eigenes Projekt eine Demonstration angeordnet. Auf dem Weg zu einem Forschungslabor stellt auch Satwa Überlegungen an, TZA’HANATH zu verlassen. Der Ort behagt ihr nicht. Als Dienerin Vastrears sieht sie allerdings vorerst keine Möglichkeit, die Fesseln, die sie an Vastrear bindet zu durchtrennen, denn über ihrem Herrn steht Sinnafoch und darüber VATROX-DAAG. In der folgenden Demonstration sieht sie eine bloße Pflichtübung, denn das Experiment konnte kaum widerlicher sein, als Sinnafochs Vorführung. Im Forschungslabor angekommen führt der Ator Lashan einen Vatrox-Klon vor. Satwa vermutet, dass Vastrear diesen Klon für sich bestellt hat. Seit der Vernichtung der Hibernationswelten in Andromeda kann der Vatrox nicht mehr auf einen Klon-Körper im Falle seines Todes zurückgreifen. Überraschend ist jedoch, dass der bestellte Klon weiblich ist. Vastrear spricht den Klon mit dem Namen Equarma an. Obwohl Lashan davor warnt, lässt Vastrear den Klon zu früh aus dem Aufzuchttank. Das Ergebnis der Zucht enttäuscht Vastrear. Er tötet den Klon.
Kruuper schmiedet unterdessen einen Plan. Er sucht die Nähe von Bhustrin, um diesen in die Intrige, die er spinnt, zu involvieren. Der Okrivar tut so, als ob er dessen Herrn Vastrear unterstützen wolle, Sinnafoch zu töten. Wenn Sinnafoch tot wäre, dann könnte Kruuper frei sein, teilt er der Kriegsordonnanz mit. Außerdem manipuliert Kruuper den Ator Lashan für seine Zwecke. Der Genetiker soll einen neuen Klon für Vastrear schaffen und diesen so programmieren, dass er den Vatrox tötet. Das Ganze soll wie ein Unglück aussehen. Kruuper erklärt Bhustrin anschließend, dass Sinnafoch vorhabe, Vastrear bei der Vorführung mit Hilfe des Klons zu töten.
Satwa sucht Sinnafoch auf. Sie will sich ihm als nützliches Werkzeug anbieten. Sie schlägt vor, Feueraugen in der Nähe von besiedelten Welten zu stationieren und Rhodan aufzufordern, sich der Frequenz-Monarchie zu stellen, allenfalls die Feueraugen zum Einsatz kommen würden. Sinnafoch geht auf Satwas Plan ein und beauftragt Kruuper mit der Umsetzung des Plans. Dieser beordert die Feueraugen jedoch in den Leerraum zwischen den Galaxien. Da sein eigener Plan früher reift, ist es ihm egal, ob diese Aktion entdeckt wird. Sinnafoch überträgt zudem das Kommando über die Wachflotte des Forschungszentrums an Vastrear. Dieser muss sich alsbald bewähren, als ein unberechtigter Zugriff mit einem übergeordneten Controller auf die Handelssterne erfolgt. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Die Angreifer können jedoch mit ihren überlegenen Kugelschiffen entkommen. Am Rande spürt Satwa die Anwesenheit von VATROX-DAAG. Das Kollektivwesen greift in die Auseinandersetzung ein.
Kruupers Plan geht in die entscheidende Phase. Er bringt Sinnafoch mit einem Trick dazu, dem neuen Klon-Experiment Vastrears persönlich beizuwohnen. Satwa bekommt von Kruuper die Information, dass Sinnafoch plant, Vastrear zu ermorden. Sie informiert ihren Herrn. Geschickt verhindert sie, dass Vastrear den Verräter Kruuper an Sinnafoch meldet. Sie bringt Vastrear dazu, auf den Plan scheinbar einzugehen. Aber bei dem Attentat mit dem Klon würde nicht er, sondern Sinnafoch sterben. Satwa selbst ist es egal, wer beim Attentat das Leben verliert. Sie glaubt, sie könne nur gewinnen, egal welchen Vatrox es schließlich trifft.
Schließlich findet die Demonstration mit dem neuen Klon statt. Als der neue Klon, erneut ein weiblicher Vatrox, erwacht und seinen Angriff auf Vastrear startet, tut Satwa so, als ob sie zumindest versuchen würde, ihren Herrn zu retten. Unmittelbar vor dem tödlichen Schlag gegen Vastrear kommt Bhustrin ihr jedoch zuvor und kann seinen Herrn zur Seite stoßen. Satwa wird vom Klon verletzt und fällt auf Vastrear. Während beide Ordonnanzen Vastrear schützen, springt der Klon über sie hinweg und attackiert Sinnafoch, schlägt ihm die Waffe aus der Hand. Damit ist endgültig Kruupers Moment gekommen. Er stellt sich dem Klon in den Weg und die Vatrox-Frau zerstört bei ihrem Angriff seinen Schutzanzug. Kruuper stirbt. Er ist an seinem Ziel angelangt. Sinnafoch ist über Kruupers Tod entsetzt. Es gelingt dem Statthalter die Vatrox-Frau zu töten. Aus Sicht von Satwa ergibt sich ein ganz und gar unglaubliches Bild. Sinnafoch trauert um Kruuper und Vastrear um die Vatrox-Frau. Doch plötzlich greift Sinnafoch nach seiner Waffe und richtet sie auf Vastrear, dem er die Schuld für Kruupers Tod gibt. „Kannst du mir einen Grund sagen, weshalb ich dich am Leben lassen soll?“

Rezension:
Der Roman bringt nicht den von mir erhofften Fortschritt in der Handlung. Dieses Fazit kommt, das gebe ich gerne zu, etwas früh, denn schließlich folgt nächste Woche noch der zweite Teil dieses Doppelbands von Frank Borsch.
Nichtsdestotrotz hat mir der Roman gut gefallen. Der Autor verwendet viel Zeit darauf, die Figur Kruuper ihrem Schicksal zuzuführen. Ich habe in letzter Zeit häufig kritisiert, dass die Autoren ihre handelnden Figuren nur wenig dafür benutzen, um zielgerichtete Aktionen zu planen und sie ausführen zu lassen. Durchgehend logische Abläufe sind Mangelware und werden, wenn überhaupt, nur in Ansätzen beschrieben. Die Intrige, die Frank Borsch seine Figur Kruuper spinnen lässt, ist durchgehend schlüssig. Die Erzählung von Borsch ist ein positives Beispiel dafür, dass eine Romanfigur der Serie durchaus Ziele setzen und verwirklichen kann, auch wenn es nur der eigene Tod ist. Natürlich kann die Frage gestellt werden, warum Kruuper nicht Selbstmord begeht. Wenn ich mich recht entsinne, hat die Figur das bereits einmal versucht und ist gescheitert. Es ist daher einleuchtend, wenn Frank Borsch für seinen Protagonisten nun einen anderen Weg bestreitet.
Es ist schön, dass sich der Autor dieser Herausforderung gestellt und sie, wie ich finde, auch gemeistert hat. Wir werden sehen, welches Schicksal Sinnafoch, Vastrear und Satwa noch ereilt.
Die verschiedenen Blickwinkel in Franks Roman haben mir gut gefallen. Über einige Ungereimtheiten in der Handlung sehe ich hinweg. Fast könnte man meinen, dass sich auch der Autor einiger Unzulänglichkeiten der Storyline bewusst gewesen ist. Es gibt verschiedene Stellen im Roman, in der der Autor seine Figuren Überlegungen anstellen lässt, warum bestimmte Dinge so seltsam laufen. Beispielsweise lässt er seine Figur Satwa überlegen, welche Strategie sich wohl hinter VATROX-DAAGs Personalentscheidungen verbergen könnte. Das könnte auch ein Hinweis auf seltsame Exposé-Vorgaben sein. Aber vielleicht interpretiere ich das auch falsch.
Mit der Charakterzeichnung der Figuren kann man zufrieden sein. Alleine Satwa wurde m.E. nicht so konsequent entwickelt. Diese Figur hat in einigen Szenen plötzlich Gewissensbisse! Woher kommen diese? Auch die verschiedentlich auftretenden Selbstzweifel der Figur hat der Autor nicht so anschaulich herausgearbeitet. In anderen Szenen wiederum gewinnt die Figur ihre Durchtriebenheit und Abgebrühtheit wieder zurück. Diese Wechsel in der Gesinnung waren etwas verwirrend. Schade, dass der Autor die Gelegenheit im Showdown verstreichen lässt, auch Satwas Schicksal zu beschließen. Das wäre eine gute Ausgangslage für den Zweikampf Sinnafoch vs. Vastrear geworden. Die Nebenfiguren wären weg und man könnte sich auf die beiden Hauptdarsteller konzentrieren. Aber vielleicht kommt es ja so noch.