Articles for this day of 12. August 2010

Ansichten zu PR 2555

Kante des Untergangs – Handlung:

Nachdem Rhodan den Kontakt zu den Gnostikern im Basis-Lager aufgenommen hat, kommt es zu einer Zusammenarbeit. Die Daten des frerinischen Wissenschaftlerteams von Ihren Expeditionen an den Rand der Welt und von Ihren Raketenabschüssen werden von der Ortungsspezialistin der Raumlandestaffel Gesine Pitzesch ausgewertet. Zudem werden für die zu erwartende nächste Expedition die Geräte der Gnostiker verbessert und Rhodan verspricht, die Expedition zu begleiten und über die Frerin zu wachen.

Am nächsten Tag bricht der aus 27 Luftkissenfahrzeugen bestehende Verband der Frerin zum Rand der Welt auf. Ein LUPUS-Shift, CYGNUS-Gleiter, die TARAs und die Raumlandesoldaten begleiten unsichtbar die Expedition. Auch das Apostel der Frerin, Orcizu, ist mit dabei und führt die heilige Reliquie mit sich, von der die Galaktiker annehmen, dass es ein Gefäß für Psi-Materie darstellt. Alle Teilnehmer leiden unter einer bleiernen Müdigkeit, die umso stärker wird je näher man dem Rand der Welt kommt. Nur das Kristallwesen Clun’stal Niemand ist von den Einflüssen der deflagrierenden Psi-Materie unbeeindruckt. Der Gnostiker Licafa versucht vergeblich, das Apostel zur Umkehr zu bewegen. Als Rhodan schließlich eingreift und den Raumlandesoldaten befiehlt, die Schwebepanzer mit Prallfeldern am weiteren Vordringen zu hindern, setzt Orcizu die Reliquie ein. Die enthaltene Psi-Materie wird freigesetzt und für einen kurzen Moment scheint es so, als ob der Prozess der Auflösung am Rand der Welt zum Erliegen kommt. Doch dann bricht das Inferno umso stärker los. Mit Mühe können die Galaktiker einen Teil der Luftkissenfahrzeuge und deren Besatzungen aus der Gefahrenzone retten.

Das Ende der Scheibenwelt scheint gekommen. Rhodan bittet die MIKRU-JON im Umfeld des Handelssterns Psi-Materie einzusammeln. Mit einer größeren Menge, als jene, die in der Reliquie enthalten war, soll erneut der Versuch gemacht werden, die Welt zu retten. Da Rhodan unsicher ist, ob dieser Plan gelingen kann, will er alle Bewohner Frerinos auf den Handelsstern TALIN ANTHURESTA evakuieren. Er fliegt nach Frer, um den dort befindlichen Transferkamin zu aktivieren. Beim Eindringen in die zentralen Gebäude der Pontifikalklause lüftet Rhodan das Geheimnis um den Pontifex. Dieser ist seit langem tot und mit kybernetischen Elementen ausgestattet worden und wird von den anderen Klerikern gesteuert. Auch die Generalvikarin entpuppt sich als Cyborg. Sie stellt Rhodan und dem Konzept eine Falle, doch das Kristallwesen kann die beiden befreien. Mittlerweile hat die MIKRU-JON genügend Psi-Materie gesammelt und kann damit den Auflösungsprozess um die Scheibenwelt stoppen. Eine Evakuierung ist damit nicht mehr nötig. Während die Frerin unter der Apostulischen Trifamilie einer neuen Zukunft entgegensehen, verlassen die Galaktiker an Bord der MIKRU-JON die Scheibenwelt.

 

 

Rezension:

Vom Schreibstil her gefiel mir der zweite Teil von Leo’s Doppelband sogar noch etwas besser als 2554. Die Tripolarität der Gesellschaft Frerinos wird von Leo Lukas weidlich genutzt um sich sprachlich zu verlustieren. Eine Erzählung, die mir ausnehmend gut gefiel, wäre nicht das dümmliche Ende gewesen. Störend wirkten auch die im Roman eingestreuten Technik- und Historienabrisse, die so überhaupt nicht zur übrigen Erzählung passten. Diese Einschübe zum Thema Psi-Materie, Funktionsweise HÜ-Schirm u.a. entstammten wohl 1:1 der Datenbank von Rainer Castor. Durch diese im Dozentenstil eingebrachten Textteile ging ein ums andere Mal der Erzählfluss der eigentlichen Geschichte verloren und musste mühsam wiedergefunden werden.

Das Ende der Geschichte ist langweilig und flach, flacher noch als die Scheibenwelt. Nur kurz steigt die Spannung etwas an, als Rhodan und Co in das Zentrum der Priesterkaste vordringen. Aber dann passiert es: Schlagartig gehen dem Exposé und dem Autor die Ideen aus. Seitdem die Psi-Materie als die Ursache und als die Lösung aller Probleme in diesem Zyklus entdeckt wurde, musste man allerdings mit diesem banalen Ende rechnen.

Uneins bin ich mir alleine über Leo Lukas Verhältnis zum Problemlöser Nr. 1. In beiden Romanen lässt er ein ums andere Mal ein paar Sätze zur Psi-Materie fallen, die ich zuerst als Sarkasmus interpretiert habe. Der Autor schien sich der Unzulänglichkeit des „Wundermittels“ Psi-Materie als beherrschendes Element der Storyline bewusst zu sein. Auf der anderen Seite könnte es aber sein, dass der Autor lediglich die Leser verarscht. Denn am Ende dieser Geschichte ist zu lesen (Seite 57) als Rhodan Mikru anfunkt: „Hol uns hier ab und rette im Vorbeifliegen diese Welt“ und eine Seite weiter: „Wie leicht, nüchtern und unspektakulär sich das hinschrieb …“

 

Ansichten zu PR 2554

Die lodernden Himmel – Handlung:

Der Frerin Orcizu wird auf der Scheibenwelt Frerino als neutraler Beisitzender an das Gericht von Frer berufen. Am Ende des ersten Verhandlungstages wird er auf dem Nachhauseweg gekidnappt. Seine Entführer entpuppen sich als eine Bewegung der Opposition von Frerino. Sie wollen Orcizu überreden, während des nächsten Verhandlungstages die Öffentlichkeit über eine Gefahr, die der Scheibenwelt droht, zu informieren. Obwohl die Gruppe starke Argumente vorbringt, weigert sich Orcizu und wird daraufhin hypnotisiert. Am 2. Verhandlungstag ist er drauf und dran den Hypnosebefehlen Folge zu leisten. Er kann jedoch die Wachen im Gericht dazu bringen auf ihn zu schießen. Er überlebt schwerverletzt und entstellt. Wieder genesen wird er als Neutrum seiner 3-geschlechtlichen Spezies mit Sebyri, einer Agentin der geistlichen Macht, der so genannten Pontifikalklause und Fortela, einem Schauspieler verheiratet. Die Machthaber Frerinos proklamieren eine permanente Remissionierung mit dem zum Apostel beförderten Orcizu als Leitfigur. Unter dem Deckmantel dieser Scheinehe soll die Agentin Kontakt zu den Gnostikern aufnehmen. Die Machthaber haben ebenso wie die Gnostiker erkannt, dass der Scheibenwelt Gefahr droht. Im Randsektor der Scheibenwelt kommt es zu Energieeinbrüchen. Der Agentin Sebyri gelingt der Kontakt zu den Gnostikern. Orcizu erkennt in Licafa einen seiner Entführer.

Trotz unterschiedlicher Ansichten wird eine gemeinsame Expedition an den Rand der Scheibenwelt geplant. Orcizu gibt dazu die Befehle und lässt neben umfangreichem Material auch eine heilige Reliquie herbeischaffen. Eine erste Expedition, die das gemeinsame Basislager verlässt erleidet unter den chaotischen Bedingungen am Rand der Scheibenwelt schwere Verluste. Zwischenzeitlich ist die Heilige Reliquie im Lager eingetroffen, ein schlanke Kegel mit halbkugeligem Kopf, ca. 25 cm groß und einem Material, das purem Gold glich. Orcizu hebt die Reliquie über seinen Kopf und übt auf alle Anwesenden einen hypnotischen Zwang aus. Sie müssen ihm zu Willen sein.

Rhodan, Diamond und Tschubai/Lloyd sind unterdessen noch an dem Ort, an dem der Riesenwal Fogudare getötet wurde. Von Mikru kommt die Information, dass von der JULES VERNE keine energetischen Aktivitäten mehr ausgehen und der Funkkontakt abgerissen ist. Mikru hat zudem zwei 150 km durchmessende kugelförmige Nebelgebilde entdeckt, die den Handelsstern TALIN ANTHURESTA umkreisen. Rhodan beschließt die Gruppe aufzuteilen. Mit Tschubai/Lloyd und dem Kristallwesen Clun’stal Niemand und einem Trupp Soldaten will Rhodan die Scheibenwelten erkunden. Mondra soll mit Pral und Akika versuchen, das Feld, das die VERNE paralysiert, abzuschalten.

Rhodan lässt sich von seinem B-Controller die Ziele anzeigen. Dabei gibt der Controller bei einigen Zielen die Kennzeichnung „Segment nicht sicher“ aus, ohne das näher zu erläutern. Rhodan wählt eine dieser Welten an. Nach Durchgang durch den Transferkamin, der weniger als 1 Sekunde dauert, ortet der Trupp unbekannte hyperenergetische Impulse. Auf dem Weg dorthin werden Erkundigungen über die Scheibenwelt eingeholt. Sie wird von den Bewohnern Frerino genannt. Unterwegs erkunden sie auch eine Art Museum. Dort finden sie Hinweise auf die Geschichte der Frerin. Chaon, der Gott der Unordnung wollte das Volk der Frerin ins Verderben zerren, doch Anthun, der Gott der Ordnung griff ein und brach in einer gewaltigen Schlacht Chaons Macht und brachte das Volk der Frerin nach Frerino in Sicherheit.

Auf ihrer Erkundung entdecken Rhodan und seine Leute schließlich das Lager der Frerin und nehmen Kontakt zu Orcizu und Licafa auf.

 

Rezension:

Der dritte Doppelband in Folge. Analog zu Frank Borschs Doppelband stellt uns auch Leo Lukas eine Scheibenwelt vor. Die Vorschau auf den zweiten Teil verrät, dass Frerino auch nächste Woche Handlungsort sein wird. Bleiben noch 19.998 Scheibenwelten zum Erkunden. Wie lange geht doch gleich nochmal der Zyklus?

Na ja, Scherz beiseite. Eigentlich eine tolle Spielwiese, die sich da für die Autoren auftut. An 1 Ort befinden sich sage und schreibe 20.000 unterschiedliche Welten, 20.000 Möglichkeiten zum Austoben, 20.000 Chancen für tolle SF. Hoffentlich heißt es nicht zum Schluss: Und 20.000 mal ist nichts passiert! Bislang wurden uns 2 Zivilisationen vorgestellt, die eine auf dem Stand des 19. Jahrhunderts irdischer Technologie, die andere auf dem Stand des 20. Jahrhunderts. Schön geschrieben aber irgendwie nicht das, was ich von den 20.000 Welten erwartet habe, die einen 10.000.000 Jahre alten Handelsstern umkreisen. Interessant waren im vorliegenden Roman die geschilderte Theokratie und die Dreigeschlechtlichkeit der Bewohner.

Der Roman von Leo Lukas war dazu stilistisch gut geschrieben und hatte eine Vielzahl an netten Einfällen. Da der vorhergehende Doppelband aber als Lückenfüller, bzw. Tempoverzögerer herhalten musste, hätte hier schon ein bisschen mehr an Handlungsfortschritt sein dürfen.

 

Ansichten zu PR 2553

Die Stadt in der Mitte der Welt – Handlung:

Kruuper hat F’har dazu überreden können, den Vorstoß in die Mitte der Stadt so früh wie möglich zu unternehmen. Während der immer noch bewusstlose Sinnafoch im Hause des Erfinders zurückbleibt gelangen F’har, sein Gehilfe L´hete, Kruuper und Philip nach einigen Schwierigkeiten zumindest in den Äußeren Kreis der Stadt. Dort stellt sich ihnen allerdings erneut der alte Widersacher Kritt´han in den Weg. Er beschuldigt F’har in aller Öffentlichkeit des Verrats. F’har würde Wesen aus einer anderen Welt versteckt halten. Als F’har daraufhin Philip für ein Ablenkungsmanöver aus seinem Versteck entlässt, eskaliert die Situation. Die Kreiswahrer und Wächter der Stadt versuchen sich vor dem Ungeheuer in Sicherheit zu bringen. Kruuper nutzt die Situation und dringt bis zum Transferkamin vor. Dieser ist jedoch versiegelt und kann nicht genutzt werden. Aus einer Bedienkonsole kann Kruuper einige Schaltmodule bergen. Zurück in der Werkstatt des Erfinders kombiniert Kruuper die Module mit dem C-Controller. Bevor er die Schaltungen testen kann, erscheint Kritt´han vor dem Haus und fordert ein neues Duell.

Der bewusstlose Sinnafoch offenbart einen weiteren Teil seiner Vergangenheit. Er bekommt die Aufgabe, einen von den Xerxen besetzten Planeten zu befreien. Dies gelingt ihm schließlich wenngleich er beim Einsatz getötet wird. Nach seiner Wiedergeburt erwartet ihn ein neuer Einsatz als Frequenzfolger und Befehlshaber einer Flottille.

Mit Hilfe von Kruuper kann F’har die „Geschwungene Linie“ so modifizieren, dass er das Duell gegen Kritt´han gewinnt. Doch der Widersacher hat das Duell nur dazu genutzt das Versteck der 3 Fremden zu enttarnen. Die „Geschwungene Linie“ kann jedoch den Ring der Wächter überwinden, in dem sie sich dank der Verbesserungen von Kruuper und der Unterstützung eines Antigravprojektors in die Luft erhebt.

Während des Fluges erwacht Sinnafoch. Kruuper teilt ihm mit, dass er mit dem modifizierten Controller eine Station mit einem weiteren Transferkamin am Rand der Scheibenwelt entdeckt hat. Das ursprüngliche Ziel, der Handelsstern JERGALL, kann als Ziel programmiert werden. Sinnafoch, Kruuper und Philip verlassen das Land D´Tarka.

 

Rezension:

Puh! Ich bin froh, diesen Roman hinter mich gebracht zu haben. Über diesen Roman eine Zusammenfassung zu schreiben war schwer. Die Story ist langatmig, wirr geschrieben und mit hanebüchenen Einfällen gespickt. Es ist insbesondere sehr ärgerlich, dass die beeindruckende Umgebung mit den 20.000 Scheibenwelten und einem uralten Handelsstern in diesem Doppelband von Frank Borsch regelrecht abgestraft wird. Jegliche Faszination für diesen Schauplatz geht durch diesen Doppelband verloren.

Dabei geht der Autor das Thema schreibtechnisch eigentlich gut an. Die Charaktere der Scheibenweltbewohner waren fein gezeichnet und gefielen mir. Der „Rückblick“ in die Vergangenheit Sinnafochs brachte Aufklärung über dessen Charakter und Infos über die FM. Leider hat der Autor bisweilen vergessen, dass er einen SF-Roman zu schreiben hatte. Die fliegende Dampfmaschine und die Aufrüstung des Controllers versprühten den Charme einer Folge von Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt.

Mal sehen, wie sich Leo Lukas im nächsten Roman schlägt. Der bringt uns die zweite von 20.000 Welten etwas näher.