Articles for the Month of Juli 2010

Ansichten zu PR 2550

Die Welt der 20.000 Welten – Handlung:

Der Schiffsverbund der JULES VERNE, der aus der Kugelzelle JV-2 und dem Mittelteil besteht, reist durch den Transfertunnel, der vom Handelsstern FATICO gebildet wurde. Der Transfer verläuft jedoch anders als die bisher erlebten Passagen durch das Polyport-Netz. Die Besatzung leidet unter unbekannten Einflüssen, die viele bewusstlos werden lassen. Rhodan und Tifflor gehören zu den Wenigen an Bord, die zumindest zeitweise handlungsfähig bleiben. Am unbekannten Ziel angekommen, erweist sich erstmal, dass sowohl die Bordcomputer als auch die meisten anderen Systeme der JULES VERNE nicht mehr arbeiten. Die Störungen betreffen auch die Metaläufer-Technologien. Nach und nach erreicht NEMO einen Teil seiner Rechenkapazität wieder und erlangt somit ein gewisses Maß an Kontrolle über das Schiff zurück. Funk, Tastung, Ortung und Antrieb werden jedoch weiterhin durch unbekannte Einflüsse gestört. Um das Schiff scheint eine Art PSI-Sturm zu toben mit einem weiteren noch unbekannten Einfluss, der zu einer Desorientierung und zu einer seltsamen Müdigkeit der Besatzung führt. Auch die Aktivatorträger sind nicht gänzlich gegen diese Einflüsse gefeit. Primitivtechnologie funktioniert nach einiger Zeit wieder aber hyperphysikalische Technik arbeitet nur teilweise.

Allmählich gelingt es Bilder von außerhalb des Schiffes zu erlangen. Das Schiff befindet sich in unmittelbarer Nähe einer roten Sonne. Allgemein wird vermutet, dass es sich um die Sonnentarnung eines Handelssterns handelt. Als in der Korona ein dunkler Fleck auftaucht, lässt Rhodan dahin Kurs setzen. Schrittweise wird tatsächlich ein Handelsstern sichtbar. Er ist von gigantischen Ausmaßen. Der Gesamtdurchmesser beträgt ca. 4400 km. Ähnlich wie bei FATICO ist der Aufbau des Handelssterns eine Kugel, die mit unterschiedlich langen Stacheln oder Zapfen besetzt ist. Rhodan befiehlt, das die JULES VERNE landen soll. Gleichzeitig versucht er über seinen B-Controller eine Reaktion des Handelssterns hervorzurufen, allerdings ohne Erfolg.

Mit einigen Schwierigkeiten verbunden gelingt die Landung. An der Basis eines in der Nähe befindlichen Stachels wird ein Schott entdeckt. TARA-Roboter sondieren die Lage. Das Schiff selbst ist von Wolkenstreifen einer seltsamen PSI-Substanz umgeben. Ein Start ist vorerst nicht möglich. Weitere Daten werden gesammelt. Der Flug im Transfertunnel hat 273 Minuten gedauert. Rhodan spekuliert, dass sie sich im Bereich der Fernen Stätten befinden, möglicherweise in Anthuresta selbst. Da der Transfer von einem Frequenzfolger eingeleitet wurde, wird vermutet, dass der Flug zu einem von der FM beherrschten Handelsstern hätte gehen sollen. Möglicherweise hat die Zündung der PSI-Materie durch Rhodan eine Abweichung vom Ziel verursacht. Von Pral, dem Schattenmaahk, kommt die Information, dass eine fremde Präsenz entweder im PSI-Sturm, der das Schiff umgibt enthalten ist oder die Bedingungen um das Schiff steuert. Pral verlässt auf Bitten von Rhodan seinen Körper, um sich draußen umzusehen. Noch während Pral unterwegs ist, kommt es zu einem eigenartigen Phänomen. Besatzungsmitglieder berichten, dass sie von längst verstorbenen Personen begleitet werden. Der als PSI-Folien titulierte Zauber soll nach Meinung des Wissenschaftlers Chucan Tica allerdings nachlassen, wenn auch der PSI-Sturm um die VERNE abflaut. Auch Rhodan wird von einer PSI-Folie begleitet. Es ist seine erste Ehefrau Thora. Chucan Tica wird von Myles Kantor heimgesucht. Die Erscheinungen werden zu einer echten Plage, da sie die Besatzungsmitglieder von ihren eigentlichen Aufgaben ablenken.

Als Pral zurückkehrt berichtet er, dass er eine Art psionisches Netz entdeckt habe, mit einer Ausdehnung von etwa 2 Astronomischen Einheiten. Das Zentrum des Netzes bildet der Handelsstern. Pral berichtet auch, dass er eine Unzahl von Welten an der Außengrenze dieses Bereiches beobachten konnte. Außerdem konnte Pral in der Nähe des Kerns ein Wesen mit starken Emotionen wahrnehmen.

Rhodan beschließt, mit einem Trupp den Handelsstern zu erkunden. 100 Raumlandesoldaten, Mondra, das Konzept Tschubai/Lloyd, Pral Akika Urismaki und Ramoz begleiten Rhodan. Dazu werden Shifts und TARAs eingesetzt. Am zuvor entdeckten Schott kann Rhodan erstmals mit seinem B-Controller einen Zugang öffnen. Der Trupp dringt ins Innere vor und stößt nach einiger Zeit auf ein riesiges Transferdeck. Im Zentrum wird ein gigantischer Schacht von 4 km Durchmesser und ca. 1500 km Tiefe ausgemacht. Der Trupp beginnt mit den Shifts den Abstieg. Über Stunden geht es immer tiefer hinab in Richtung des Kerns des Handelssterns. Dabei werden immer neue und ungewöhnliche Eindrücke gesammelt. Irgendwann ordnet Rhodan eine Pause an und legt sich schlafen.

Währenddessen macht Chucan Tica die unangenehme Beobachtung, dass einige der PSI-Folien mit dem Nachlassen des Psi-Sturmes die JULES VERNE nicht verlassen haben. Von „seiner“ PSI-Folie Myles Kantor erfährt er, dass die Übriggebliebenen die anderen PSI-Folien verzehrt haben, um selbst stärker zu werden. Kantor teilt dem entsetzten Wissenschaftler mit, dass er sich selbst eine Persönlichkeit geben werde, allen Lebewesen der JULES VERNE die Energie entziehen, das Schiff übernehmen und von dem Handelsstern verschwinden werde.

Rhodan wird vom Konzept geweckt, der ihn über die Entwicklung an Bord der JULES VERNE informiert. Außerdem hatte Tschubai/Lloyd gedanklichen Kontakt zu einem unbekannten Wesen. Pral bestätigt, dass es sich um ein anderes Wesen handeln müsse, als Jenes, das er auf seiner Schattenreise wahrgenommen hatte. Mit dem Konzept, Pral und Mondra teleportiert Rhodan zu diesem Gedankenkontakt. Als sie materialisieren ist der erste Eindruck, dass sie sich in der Maschinenstadt Ambur-Karbush auf Wanderer befinden. Doch schnell erkennt die Gruppe, dass es architektonische Unterschiede gibt.

Die vom Konzept entdeckten Gedankenimpulse springen immer wieder an einen anderen Ort und die Gruppe springt den Impulsen hinterher. Unterwegs entdecken sie Anhäufungen von Hyperkristallen. Als Tschubai/Lloyd die Kristalle berührt wird er zu einer unkontrollierten Teleportation gezwungen. Rhodan und Mondra spüren das Konzept auf. Tschubai/Lloyd berichtet von Gedankenfetzen, die in seinem Kopf auftauchten, Kristallingenieure, Baumeister, Esnur, die Großen Gesänge. Anschließend beginnen die Kristalle den Körper des Konzepts einzuhüllen. Panisch und unkontrolliert teleportiert das Konzept immer tiefer in den Handelsstern. Die Gefährten spüren ihn immer wieder mit den Ortern der SERUNs auf. Schließlich gelangen sie auf ein offenbar uraltes Transferdeck. Tschubai/Lloyd fordert Rhodan auf, seinen B-Controller zu aktivieren. Rhodan vermutet, dass sie hierher geleitet wurden, um die Anlage zu aktivieren. Als der einzige Transferkamin aufglimmt, erscheint über dem B-Controller ein Holo der Scheibenwelt Wanderer. Doch damit nicht genug: Immer mehr Scheibenwelten werden vom B-Controller in einem Zählwerk angezeigt, bis der Zähler schließlich bei 20.000 stoppt.

 

Rezension:

Der Roman von Michael Marcus Thurner läutet die zweite Halbzeit des Stardust-Zyklus ein. Auch der Roman selbst besteht aus 2 Teilen. Im ersten Teil wird Standortbestimmung betrieben, wird die Reise im Transferkanal, die Ankunft und die Nachwirkungen der Reise beschrieben. Im 2. Teil geht’s auf Erkundung.

Persönlich fand ich den ersten Romanteil zu langatmig. Erst auf Seite 43 lässt der Autor die Gruppe um Rhodan zur Erkundung aufbrechen. Von da an konnte das Geschehen mich fesseln.

 

Zwiespältig beobachte ich allerdings den Gigantismus der Serie und den Umgang des Autors damit. Das muss man sich mal vorstellen! 4400 km Durchmesser! Diese Dimension ruft kaum ein Echo bei der Besatzung hervor, bzw. lässt der Autor diese Reaktionen bei seinen Protagonisten weitestgehend vermissen. „OK, dann lass uns mal landen“. Wir sind in der Nähe eines 600 km hohen Stachels. „OK, lass uns reingehen“. Das war ziemlich einfältig und banal geschrieben. Da fehlte einfach die Würze oder dem Autor die Phantasie.

Angenommen, eine Gruppe von Menschen steht an einer 6 km hohen Stahlwand, wie klein müssen die sich vorkommen. Dennoch gäbe es Vergleiche, die man heranziehen könnte, z.B. die höchsten Berggipfel der Erde liegen noch darüber. Eine Stahlwand von 60 km Höhe würde bereits jede Vorstellung übertreffen. Rhodan und seine Gruppe betreten den Handelsstern jedoch an der Basis einer 600 km hohen Wand! Der Autor verliert darüber kaum ein Wort. Schade, hier hatte ich mehr erwartet.

Wenn bei solch gigantischen Dimensionen eh keiner der Beteiligten ausflippt oder sich Gedanken macht, dann könnte man auch darauf verzichten!