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Shandas Visionen – Handlung:

Shanda Sarmotte ist die Tochter von Miranda Sarmotte und Jason LeFeu. Die Eltern von Shanda sind beide von einem goldenen Funkenregen berührt worden. Shanda gilt als einfältig und in der geistigen Entwicklung zurückgeblieben. Ihre Eltern sind allerdings uneinig in der Bewertung der geistigen Fähigkeiten Ihrer Tochter. Bei einem gemeinsamen Gleiterausflug der Familie auf Katarakt kommen die Eltern bei einem Unfall ums Leben. Shanda überlebt und lebt 6 Jahre später bei einem Freund ihres Vaters in Stardust City. Sie arbeitet im Zentrallager für Pharmazie. Und sie nimmt die Emotionen von Menschen der näheren Umgebung wahr. Diese Empfindungen sind so intensiv, dass sich Shanda weitestgehend von Menschen fernhält.

Kurz vor dem 6. Jahrestag des Unglücks wird Shanda von den Erinnerungen an diesen schrecklichen Tag überwältigt. Angeschlagen macht sie sich auf den Weg zu Ihrer Arbeitsstelle. Unterwegs nimmt sie mehrmals an den Emotionen und Empfindungen anderer Menschen teil. Die Bewohner des Stardust-Systems sind zudem durch die Abriegelung durch den Sextadim-Schleier und durch die Bedrohung durch Jaranoc und die Kristallschiffe der FM allesamt psychisch belastet. Manche versuchen, diesen Bedrohungen zu entfliehen. Shanda wird auf dem Weg zur Arbeit Opfer einer Entführung, wird aber von Sicherheitskräften befreit.

Schließlich erreicht sie verspätet ihren Arbeitsplatz. Zu Ihren Aufgaben gehört es, insbesondere durch robotische Fehlfunktionen beschädigte oder fehlgeleitete Ware manuell zu bearbeiten. Dazu begibt sie sich unter Missachtung von Sicherheitsvorschriften häufig in den Bereich der robotischen Lagerhaltung. Sie liebt diesen Bereich, denn die Maschinen haben keine Emotionen. Auch an diesem Tag setzt sie die Sicherheitsschaltungen der Lagerroboter außer Kraft und begibt sich in die Reichweite der robotischen Greifarme, denen sie jedoch geschickt ausweichen kann. Diesmal wird sie jedoch von ihrem Vorgesetzten Fakan bei Ihrem verbotenen Tun überrascht. Fakan sind ihre Verstöße bereits länger bekannt. Er droht ihr mit Entlassung. Die Unterhaltung wird gestört und Fakan verschwindet einstweilen.

Einige Zeit später wird sie dann in das Büro von Fakan beordert. Sie vermutet eine Fortsetzung des Gespräches um ihre Sicherheitsverstöße. Im Büro angekommen, wird sie jedoch vom Siganesen Vorremar Corma, dessen Freund Huslik Valting und einem dritten Mann erwartet. Da Corma vermutet, dass Shanda über PSI-Fähigkeiten verfügt, will er sie zu einer Untersuchung mitnehmen. Shanda lehnt dieses Ansinnen ab und Fakan wirft die drei Männer aus dem Büro.

Nachdem sie an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt ist, spürt Shanda die Emotionen von Fakan und erfährt dadurch, dass der Siganese mit seinen Begleitern zurückgekehrt ist und Fakan mit Gewaltanwendung dazu bringt, den Aufenthaltsort von Shanda zu verraten. Shanda flieht in die Lagerhalle und kann dort Valting und den dritten Mann außer Gefecht setzen. In Fakans Büro zurückgekehrt wird sie jedoch vom Siganesen und seinem Trageroboter bedroht. Corma und Fakan werden plötzlich bewusstlos und fremde Gedanken tauchen in ihrem Kopf auf. VATROX-VAMU hat den Schleier um das Stardust-System durchdrungen.

 

Rezension:

Hubert Haensels Roman ist komplett aus der Sicht einer einzigen Person geschildert. Ich kann mich nicht entsinnen, wann das zuletzt einmal der Fall war. So betrachtet, stellt Huberts Roman eine interessante Abwechslung dar. Der Aufbau seiner Hauptperson erfolgt anfänglich eher verhalten. Eine 17-jährige, die dem ersten Anschein nach entweder nur naiv, verrückt oder doch nur ein debiler pubertierender Teenager ist. Nach dem Zeitsprung von 6 Jahren, nach dem traumatischen Erlebnis des Unfalltodes Ihrer Eltern versucht der Autor einen tiefergehenden Einblick in die Psyche seiner Hauptperson zu geben. Da seine Akteurin andauernd kurz davor steht die Kontrolle zu verlieren, bzw. sie auch in alltäglichen Situationen teilweise auch tatsächlich verliert, fällt es auch dem Leser schwer, diese Psyche zu begreifen und damit umzugehen. Insbesondere fällt es mir schwer zu glauben, dass die Protagonistin überhaupt so weit gekommen ist. Die vom Autor geschilderten Vorfälle auf nur einer einzigen Fahrt zur Arbeit hätten normalerweise ausgereicht, die Hauptperson dauerhaft zu destabilisieren. Das war etwas zu dick aufgetragen.

Der Autor führt einen Menschen mit PSI-Fähigkeiten ein, der die Emotionen seiner Mitmenschen ertragen muss. Das erinnert mich ein bisschen an diese STAR-TREK-Folge mit Tim Elbron, einen ultrastarken Telepathen (Beta-Zuiden), der den Gedanken seiner Mitmenschen ununterbrochen ausgesetzt ist. Man kann wohl nur erahnen, wie es sein muss, wie Shanda ständig die Emotionen anderer Menschen wahrzunehmen und miterleben zu müssen. Das ist ein interessanter Plot aber wie schon erwähnt ist der Autor mir dabei etwas zu wenig feinfühlig vorgegangen.

Die Sprache von Hubert Haensel ist routiniert. Leider schmückt der Autor seinen Roman aber mit trivialsten Beschreibungen und Ausdrücken. Ein ums andere Mal lastet die Düsternis über der Stadt oder Dunkelheit umfing die Akteurin, die Nebelschwaden krochen durch die Stadt. Solche Ausdrücke und ähnliche kommen wirklich zuhauf in diesem Heft vor und haben mir das Lesen ein bisschen verleidet. Die Entführungsszene war, einerseits in ihrem Ablauf aber auch in den Auswirkungen, unrealistisch und überflüssig.

Zur Mitte des Romans, als Shanda an Ihrem Arbeitsplatz in für sie beruhigender Umgebung angelangt ist fährt der Autor seine stereotypischen Ausdrücke etwas zurück, was die Geschichte etwas angenehmer gestaltete. Außerdem gab der Autor seiner Protagonistin etwas mehr an Kontrolle über sich und die eigenen Aktionen.

Fazit: Ein typischer Groschenroman. Hubert Haensel hat das komplette Repertoire billigster Schundliteraturausdrücke in seinem Roman eingebaut. Darunter litt nicht nur die Geschichte und der an sich neue interessante Charakter, darunter litt auch ich.