Articles for the Month of April 2010

Ansichten zu PR 2540

Unter dem Schleier – Handlung:

Der Haluter Icho Tolot und Captain Eritrea Kush sondieren die Lage auf Katarakt. Dort sind die Invasoren, insgesamt 88000 Jaranoc, von der Außenwelt abgeschnitten. Das Stardust-System liegt unter dem von Tolot aktivierten Sextadim-Schleier und Amethyst-Stadt ist ebenfalls verschwunden. Den Jaranoc gehen die Vorräte an Wasser und Nahrung aus. Nach Rücksprache mit dem Administrator und dem Militär will Tolot den Versuch unternehmen, in Kontakt mit den Eingeschlossenen zu treten.

Unter den Energiefeldern wird unterdessen ebenfalls die Lage erörtert. Eine Kapitulation wird abgelehnt. Die Jaranoc hoffen auf das rechtzeitige Eintreffen von VATROX-VAMU. Obwohl der Jaranoc Kardo Tarba nicht der Ranghöchste der 88000 ist, beschließt er Kontakt zu den Terranern aufzunehmen, um diese zur Kapitulation aufzufordern. Er will die Terraner bluffen und Ihnen mit der Vernichtung durch VATROX-VAMU drohen. Insgeheim hat Kardo Tarba jedoch einen anderen Plan, da er nicht an den Erfolg seines eigenen Vorschlages glaubt.

Vor der Kontaktaufnahme zu den Eingeschlossenen machen Tolot, Whistler und Kush einen Abstecher nach Aveda und besuchen die Halle der tausend Aufgaben, um dort nach dem Rechten zu sehen. In der Halle wird Whistler von dem Siganesen Vorremar Corma angesprochen. Corma möchte von dem Administrator einen Mutanten-Detektor. Er hat herausgefunden, dass Kinder von Menschen, die in den vergangenen Jahren von einem goldenen Funkenregen getroffen wurden schwache PSI-Fähigkeiten entwickelt haben. Er ist der Ansicht, dass bei Kindern, deren beide Elterteile in Kontakt zu einem Funkenregen kamen, die PSI-Fähigkeiten deutlich stärker sein müssten. Whistler will sich die Sache überlegen. Der Siganese ist von der Reaktion des Administrators enttäuscht und beschließt, sich einen Mutanten-Detektor auf andere Weise zu besorgen. Bei einem kurzen Gespräch mit Eritrea Kush bringt diese Corma noch auf einen anderen Gedanken. Irgendwo im Stardust-System müssten die technischen Anlagen verborgen sein, die über die Kartuschen in der Halle der tausend Aufgaben aktiviert werden. Der Siganese will sich auf die Suche nach diesen Anlagen begeben.

Zurück auf Katarakt dringen Tolot und Kush unter die Energiefelder vor, die die Jaranoc umschließen. Es kommt zum Kontakt mit Kardo Tarba. Beide Seiten fordern jeweils die Kapitulation und beide Seiten lehnen diese ab. Der Jaranoc schlägt Tolot einen Zweikampf vor. Der Sieger des Kampfes auf Leben und Tod bietet dem Verlierer die Kapitulation an. Sollte Tolot siegen, würden die Jaranoc unter diesen Umständen zu einer Kapitulation bereit sein. Tolot akzeptiert jedoch nicht, dass im umgekehrten Fall die Terraner sich den Jaranoc zu beugen haben. Tolot bietet stattdessen im Falle seiner Niederlage an, dass die Eingeschlossenen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Tarba geht auf die veränderten Bedingungen ein.

Auf Aveda hat der Siganese Vorremar Corma mittlerweile herausgefunden, dass es bei der Aktivierung des Schleiers zeitgleich zu einer Explosion auf dem Aveda-Mond Crest gekommen ist. Mit seinem Bekannten Huslik Valting fliegt Corma zum Mond Crest. Als ehemaliger Administrator besitzt er noch einige Zugangskodes. Es gelingt dem Siganesen, in jenen Bereich vorzudringen, wo die Explosion stattgefunden hat. Statt dort jedoch auf geheimnisvolle Anlagen zu stoßen, entdeckt er gigantische Technologien, die unzweifelhaft von Stardust-Terranern erstellt wurden. Schließlich wird er doch entdeckt und betäubt.

Für das Duell hat sich Kardo Tarba in Kampftrance versetzt. In diesem Zustand kann er schwache PSI-Fähigkeiten einsetzen, die ihn allerdings schnell aller Kräfte berauben. Nur kurzzeitig ist er damit in der Lage, dem Haluter Paroli zu bieten. Tolot siegt schließlich in diesem ungleichen Kampf und lehnt es ab, den Jaranoc zu töten, als dieser ihn darum bittet. Kardo Tarba will fortan ein Vasall des Haluters ein, der alle Befehle ausführt, die Tolot ihm gibt. Allerdings werde er nicht gegen die Interessen seines Volkes verstoßen. Tolot ist sich nicht sicher, auf was er sich mit diesem Zweikampf eingelassen hat …

 

Rezension:

Nachdem mich die Serie in den vergangenen 2 Wochen in andere kosmische Sphären entführt hatte und sich bei mir an der einen oder anderen Stelle sogar etwas von dem früheren Sense of Wonder einstellte, fällt mir die Rückkehr zur normalen Serienkost nicht leicht. Unter diesen Voraussetzungen hat es Christian Montillon natürlich nicht leicht, meine Ansprüche zu befriedigen, zumal er direkt an die Geschehnisse aus seinem Heft 2523 anknüpft, aus dem mir der eine oder andere unlogische Ablauf noch in Erinnerung geblieben ist.

Wechselt die Serie nach geraumer Zeit, hier sind es 17 Wochen, wieder zurück zu einer in dieser Zeit brach liegenden Handlungsebene, dann muss auch nicht selten damit gerechnet werden, dass unzählige Wiederholungen den Leser auf den Stand der dortigen Ereignisse bringen sollen. Hier wurde ich jedoch angenehm überrascht. Christian bringt zwar die eine oder andere Wiederholung, schafft es aber diese Retrospektiven nicht ausufern zu lassen und sie zudem geschickt zu verpacken. Der Autor lässt erneut die gleichen Handlungsträger antreten, die auch im Heft 2523 agierten, als da sind Icho Tolot und Eritrea Kush. Die Person der Eritrea Kush war von Montillon im Heft zuvor überzeugend eingeführt worden. Diesmal blieb die Figur weitestgehend blass. Im 2. Kapitel, in dem Montillon seine Protagonistin in der Ich-Form schildert, sind deren Gedanken noch plausibel und nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf wird die Figur leider schwächer. Der Autor schafft es nicht, diese Figur für die Handlung bedeutend erscheinen zu lassen. An der einzigen Stelle im Roman, an der er Eritrea etwas Intelligentes sagen lässt, ist es nur eine Wiederholung von zuvor Gesagtem. Auch das intellektuelle Potential seiner 2. Hauptfigur wird einmal mehr nicht deutlich vom Autor herausgestellt. Auch Tolot bleibt blass in einem Roman, der außer der Entdeckung des Siganesen nicht viel Aufregendes mitbringt.

Es ist aber auch eine verfahrene Situation, in der das Exposé den Autoren bringt. Die militärisch hoch überlegenen Terraner haben die von jeglichem Nachschub abgeschnittenen Jaranoc unter Schutzschirmen eingeschlossen. Autor oder Exposé setzen in dieser Situation noch eins oben drauf. Die Jaranoc werden als Krieger geschildert, die keine Kapitulation kennen und die dem Kodex des Kampfes und der Ehre folgen. Normalerweise wäre damit die Geschichte nach ein paar Tagen (Heftromanseiten) erledigt gewesen, nämlich verdursten und verhungern oder ausbrechen und sterben für die Jaranoc.

Christian Montillon strebte aber eine andere Lösung an. Die fremdartige Kultur der Jaranoc, die eigentlich keinen für beide Parteien zufrieden stellenden Ausweg aus dieser Situation zulässt wird vom Autor für seine Zwecke verbogen. Indem der Jaranoc Kardo Tarba beim Zweikampf mit Tolot unterliegt übernimmt er die volle Verantwortung und lässt damit den anderen 88.000 dann doch die Möglichkeit der Kapitulation. Das Zustandekommen dieser Lösung war dann doch etwas holprig geschildert. Mal sehen wie’s weitergeht.

Ansichten zu PR 2539

Schreine der Ewigkeit – Handlung:

Syrst Tykvenst Lokop ist ein Lokopter, der zu seiner eigenen Überraschung eines Tages zu einem der 343 Auserwählten berufen wird, die in den Schrein der Ewigkeit über Lokops Nest einziehen. In der dort stattfindenden Zeremonie werden in zwei Durchgängen 7 der 343 Lokopter zu den neuen Wächtern des Schreins der Ewigkeit bestimmt werden, während die anderen Auserwählten im Ruf aufgehen werden. Syrst Tykvenst Lokop, der stets glaubt, dass seine Berufung nur eine Verwechslung oder ein Fehler der Bürokratie sein  kann, lernt beim Einzug in den Schrein eine der anderen Auserwählten, die Lokopter Keffira Sötest Lokop näher kennen und lieben.

Im selben Schrein sind Alaska Saedelaere und der geheimnisvolle Ennerhahl von den unbekannten Robotern umzingelt. Unmittelbar nach der Behauptung Ennerhahls, er sei eine Inkarnation der Zeitrose, und damit eine des BOTNETZES, das von den Lokoptern bewacht wird, setzt Ennerhahl einen Effekt seiner Ausrüstung ein, den er als Zeitraffer bezeichnet. Die beiden so ungleichen Eindringlinge können aus dem Schrein der Ewigkeit entkommen. Alaska kann Ennerhahl noch die eine oder andere Information zum BOTNETZ entlocken, bevor der Fremde verschwindet. Demnach ist das BOTNETZ eine Waffe einer längst verschwundenen Superintelligenz, die die 48 Blütenblätter der Zeitrose einst im Kampf gegen die Mächte des Chaos geschaffen hat. Als Alaska mutmaßt, dass das BOTNETZ möglicherweise verschwunden ist und die Lokopter nichts mehr bewachten, bezeichnet Ennerhahl diese Befürchtung Saedelaeres als fatal, gar als Katastrophe.

Der Maskenträger lässt sich von der ROTOR-G aufnehmen und ruft auch die LEUCHTKRAFT zum Planeten. Er lässt die Androidenbesatzung die Schreine der Ewigkeit näher untersuchen. Um bei einer möglichen Auseinandersetzung mit Ennerhahl besser gewappnet zu sein, bittet er das Steuergehirn DAN um den Anzug der Vernichtung. Diese Bitte wird abgelehnt. Als schließlich die Zeremonie im Schrein beginnt, kann Alaska Saedelaere Dank der überragenden Ortungsmöglichkeiten der LEUCHTKRAFT fast hautnah an den Ereignissen teilnehmen. Die Auserwählten bilden Gruppen von je 7 Lokoptern, die den Kish’ah tanzen. Das von den Auserwählten abgesonderte Kish hüllt die Teilnehmenden ein. Jeder Tänzer hält eine Kish-tar-Ak-Lanze, deren kristalline Spitze die gleiche Charakteristik wie PEW-Metall aufweist. In den Kristallen werden die Bewusstseinsinhalte der im Ruf aufgegangenen Auserwählten samt Ihrer körperlichen Hüllen gespeichert.

Syrst Tykvenst Lokop hat in seiner Gruppe von 7 Lokoptern von Anfang an das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dennoch tanzt er den Kish’ah. Er bleibt aus seiner Gruppe als Einziger übrig. Die anderen sind im Ruf aufgegangen. Doch Syrst Tykvenst Lokop kann die mentale Präsenz der aufgegangenen Lokopter, unter ihnen Keffira nicht spüren. Die 49 verbliebenen Auserwählten treten in neuen 7er-Gruppen zur zweiten Runde an. Auch hier gehört Syrst zu denen, die die Runde überstehen. Er wird einer der 7 neuen Wächter sein. Mittlerweile ist der Schrein durch den Lichtschacht, in dem er schwebt, an die darüber liegende kugelförmige Station angedockt. Eine Schleuse öffnet sich, doch es findet keine Ablösung der alten Wächter statt. Die Station ist leer. Alaska wechselt per UHF-Fenster in die Station, weil er in der Übertragung Ennerhahl dort entdeckt. In der Station angelangt kommt es beinahe zu einer Konfrontation mit Ennerhahl. Doch dieser verschwindet. Saedelaere entdeckt einer der Fibeln, die das Kleid Samburi Yuras zierten. Der Schmuck spielt eine Nachricht Samburis ab. Die Kommandantin hatte den Auftrag das BOTNETZ vor QIN SHI zu bergen, kam aber zu spät. Nun hat QIN SHI das BOTNETZ und Samburi Yura. Sie bittet Alaska der Spur ihrer Sternjuwelen zu folgen. In der Fibel ist dazu ein Koordinatensatz hinterlegt.

Syrst Tykvenst Lokop beerdigt den Kristall, in dem Keffira aufgegangen ist, in der Nähe der Hauptstadt. Die Kristalle konnten die Bewusstseinsinhalte der Aufgegangenen nicht halten. Als er zu Lokops Nest zurückkehrt, sieht er für einen kurzen Moment eine große dunkle Gestalt, die in einer Senke verschwindet. An der Stelle angekommen, sieht er für einen kurzen Augenblick eine schwarze unergründliche Öffnung im Boden, die rasch verschwindet.

 

 

Rezension:

Keine leichte Aufgabe für Marc A. Herren. Er muss den sehr guten Roman der Vorwoche, immerhin von Robert Feldhoff und Uwe Anton geschrieben, fortsetzen.

Das gelingt ihm sehr gut. Vom Schreibstil her hat mir der 2. Teil dieser Geschichte sogar noch einen Tick besser gefallen. Marc geht den Roman dafür etwas bodenständiger an, als die beiden Expokraten im Heft zuvor. Soll heißen, es weht ein bisschen weniger ein komischer Hauch durch diesen Roman und dafür gibt es etwas mehr an Handlung. Dennoch stimmt die Balance. Die Geheimnisse werden keinesfalls gelüftet und auch die Figur des Ennerhahl verliert nicht den Touch des Geheimnisvollen. Sollte die Handlung allerdings wirklich erst nach Band 2600 ihre Fortsetzung finden, dann könnte es schwierig werden diese Atmosphäre, die hier aufgebaut wurde, in den neuen Zyklus zu transportieren. Immerhin vergeht bis dahin noch über ein Jahr!

Mit den Kapitelüberschriften hat sich Marc etwas Besonderes einfallen lassen. Ich habe bis zur Seite 51 gebraucht, um das zu erkennen. Dort heißt die Überschrift „Harmonie des Todes“, und das kam mir bekannt vor. So hieß der erste Heftroman, den Robert Feldhoff zur Perry-Rhodan-Serie beisteuerte. Noch mal kurz zurückgeblättert, erweist sich, dass auch andere Kapitelüberschriften den Titeln ehemaliger Feldhoff-Romane entsprechen. Eine sehr schöne Idee.

 

Ansichten zu PR 2538

Aufbruch der LEUCHTKRAFT – Handlung:

Während eines abendlichen Ausflugs durch Atlan-Village wird Alaska Saedelaere von einem Offizier der LEUCHTKRAFT kontaktiert. Der Androide teilt ihm mit, dass die Kommandantin der LEUCHTKRAFT, die Frau Samburi Yura auf einer Mission verschollen sei. Die Androiden des Schiffes haben viele Jahre versucht, eine Spur der Kommandantin zu finden, vergeblich. Schließlich habe das Steuerhirn des Kosmokratenschiffes vorgeschlagen, Alaska Saedelaere aufzusuchen, damit dieser die Spur Samburis wieder findet.

Der Maskenträger willigt ein, die Androiden auf der Suche zu begleiten. Mit der ROTOR-G, einem Beiboot der LEUCHTKRAFT, fliegen sie zum Standort des Kosmokratenschiffes in der Nähe des zentralen Schwarzen Lochs der Milchstraße. Das Innere der LEUCHTKRAFT präsentiert sich Saedelaere als eine steinerne Ebene. Über ein Tunnelsystem gelangt er in eine Kaverne. Das Steuergehirn DAN spielt ihm eine Aufzeichnung Samburis vor. „QIN SHI ist erwacht. Das BOTNETZ steht bereit“. Der Mann mit der Maske lässt die Position des Schiffes bestimmen, an der die Frau Samburi Yura diese Worte aufgezeichnet hat. Es ist der Sektor 118 in der Galaxis Totemhain. Alaska lässt die Position wieder ansteuern. Nach einigen Wochen Flug erreicht die LEUCHTKRAFT Totemhain. Alaska lässt die LEUCHTKRAFT Daten sammeln. Als einziges Volk in einer eher unterentwickelten Region erregt das avoide Volk der Lokopter seine Aufmerksamkeit. Sie bewohnen eine einzige Welt, Kopters Horst, in 39 LJ Entfernung. Die ROTOR-G bringt Alaska Saedelaere dorthin. Obwohl die Lokopter offensichtlich keine Raumfahrt entwickelt haben, befinden sich 48 kugelförmige Raumschiffe oder Stationen in einem äquatorialen Orbit um den Planeten. Die Schiffe, die sich fast perfekt abschirmen, stehen jeweils über einer der 48 schwebenden Großstädte der Lokopter, die sich ebenfalls ausschließlich am Äquator befinden. Diese nestähnlichen Siedlungen haben jeweils einen Durchmesser von 6 km und sind mit ellipsoiden Gebäuden bebaut. Im Zentrum eines jeden Nests schwebt in einem Formenergieturm eine Halbkugel von 100 m Durchmesser und 50 m Höhe.

In der Nähe der Hauptstadt Lokops Nest ortet die ROTOR-G eine abklingende Energieemission. Alaska lässt das Beiboot im Schutze eines Diffusor-Feldes in der Nähe landen. Am Ort der Energiequelle angekommen, entdeckt er einen erloschenen Zeitbrunnen, der aber offensichtlich bis vor kurzem noch aktiv war. Alaska stellt Überlegungen an, ob Samburi Yura den Zeitbrunnen benutzt haben könnte. Derart in Überlegungen vertieft, wird er von der Annäherung eines Fremden überrascht. Der Ankömmling ist ein ca. 2 m großer Humanoider mit pechschwarzer Haut und schwarzem Haar. Der Fremde, der sich nach einiger Zeit mit dem Namen Ennerhahl vorstellt, scheint über umgangreiches Wissen zu verfügen. Er erwähnt den Zeitbrunnen und die kobaltblaue Walze, mit der Alaska reist. Saedelaere ist sich sicher, dass der Fremde ein kosmisches Wesen ist. Trotz ihrer offensichtlichen Neugierde, die sich Alaska und Ennerhahl entgegenbringen, belauern sich beide und täuschen das eine oder andere Mal Nichtwissen vor. Dennoch erhält der Maskenträger von Ennerhahl Informationen zu einer bevorstehenden Zeremonie, die nur alle 100 Planetenjahre, was ca. 23 Erdjahren entspricht, stattfindet. Die Klausur der alten Mächtigen neigt sich dem Ende entgegen und die achtundvierzig Schreine der Ewigkeit werden erneuert. Dann verschwindet der Fremde übergangslos.

Zurück an Bord der ROTOR-G hat Alaska einen Traum, in dem Samburi Yura ihn um Hilfe bittet. Das Universum, wie wir es kennen, sei durch das Erwachen von QIN SHI in großer Gefahr. Saedelaere ist sich hinterher nicht sicher, ob es wirklich nur ein Traum war. Er beschließt auf dem Planeten verdeckt zu ermitteln. Getarnt durch ein Gerät, das den Lokoptern einen Artgenossen vorgaukelt, betritt er die Hauptstadt Lokops Nest. Auf dem Marktplatz wird er Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen einem Händler und einem Kunden. Der Händler offenbart dabei Kräfte, die weit über die eines normalen Lokopter hinausgehen. Alaska sieht sich den Händler näher an. Dieser gibt sich schließlich als Ennerhahl zu erkennen. Seine Tarnvorrichtung und seine Ausrüstung scheinen von vergleichbarer Qualität wie die Kosmokratentechnik zu sein. Wenngleich Alaska keine große Sympathie Ennerhahl gegenüber empfindet, so spürt er doch eine innere Verwandtschaft, die er allerdings nicht richtig einordnen kann. Zu Alaskas Überraschung schlägt ihm Ennerhahl vor, dem hiesigen Schrein der Ewigkeit einen Besuch abzustatten, um herauszufinden, welches Geheimnis sich dahinter verbirgt. Der Terraner und Ennerhahl stimmen Ihre technische Ausrüstung aufeinander ab und es gelingt Ihnen tatsächlich in die schwer bewachte Halbkugel über der Stadt einzudringen. Der Schrein der Ewigkeit entpuppt sich im Inneren jedoch scheinbar als bloßer Wohnbereich für 343 Lokopter. Trotz ihrer fortschrittlichen Tarntechnologie werden sie plötzlich doch entdeckt. Roboter einer fremden Bauart umzingeln die beiden Eindringlinge und richten Waffen auf sie. Bevor die Roboter feuern können, nimmt Ennerhahl Schaltungen an seiner Tarnvorrichtung vor, richtet sich auf und sagt, „Ich bin eine Inkarnation der Zeitrose und damit eine des BOTNETZES, das ihr bewacht. Unterwerft euch!“

 

Rezension:

Dass es ein besonderer Roman sein wird, hat Uwe Anton bereits in einem Interview in der Nummer 57 des Magazins SOL angekündigt. Auf der Perry-Rhodan-Homepage im Logbuch der Redaktion vom 01. März 2010 war dann zu lesen, dass dieser Roman ein Gemeinschaftswerk zweier Autoren sein würde. Der 2009 verstorbene Robert Feldhoff hatte diesen Roman begonnen und Uwe Anton hat ihn vollendet. In dem Romanfragment, das Robert Feldhoff hinterließ ging es um Alaska Saedelaere und um das Raumschiff LEUCHTKRAFT. Uwe Anton entwickelte aus den Fragmenten und skizzierten Ideen, die Robert Feldhoff noch zur Verfügung gestellt hatte eine eigenständige Handlung mit Folge-Exposés. Alaska Saedelaere sollte nicht nur im laufenden Zyklus, sondern ebenso nach Band 2600 auftauchen.

Eine „eigenständige Handlung“ steht da im Logbuch. Damit scheint es keine Verbindung zur Handlung des Stardust-Zyklus zu geben und auch über 2600 hinaus kann man wohl nicht erwarten, dass die Abenteuer des Maskenträgers die Grundlage des Folgezyklus bilden werden.

 

Ja, was soll ich sagen. Dieser Roman hat ein ganz besonderes Flair. Das liegt sicherlich nicht alleine daran, noch einmal etwas von Robert Feldhoff zu lesen. Und es liegt auch nicht alleine daran, dass der Roman gleich von 2 Expokraten geschrieben wurde. Es liegt m.E. an dieser wunderbaren Idee von Uwe Anton, die Überlegungen und Gedanken seines Vorgängers in dieser Erzählung zu verarbeiten und sie fortzuführen.

Solche Romane, die innerhalb eines Zyklus übergangslos und quasi herausgelöst aus dem bisherigen Geschehen eine völlig neue Ebene schaffen, sind natürlich dankbares Betätigungsfeld eines Autors. Und Uwe Anton hat eine schnörkellos geschriebene Erzählung mit einer tollen Atmosphäre geschaffen. Der Roman erscheint wie aus einem Guss. Auf abschweifende Beschreibungen und Rückblicke wird weitestgehend verzichtet. Nur wenn Elemente ins Spiel kommen, die im Zusammenhang mit dem Protagonisten Alaska Saedelaere beinahe schon obligatorisch sind, gibt’s die eine oder andere Erinnerung dazu. Ich meine beispielsweise den Zeitbrunnen. Ich habe zu verschiedenen Heften in diesem Zyklus schon häufiger kritisiert, dass sich die Autoren mit seitenlangen Retrospektiven aufgehalten haben. Mit dem aktuellen Roman hat Uwe Anton meinen Geschmack bezüglich des Umfangs solcher Rückblenden, ziemlich exakt getroffen.

Die Charakterzeichnung der Hauptfigur wird schlüssig fortgesetzt. Hatte ich schon zu Marc A. Herrens Erstlingswerk Heft 2531 geschrieben, dass mir die Schilderung der Figur des Transmittergeschädigten so gut wie schon lange nicht mehr gefallen hat, so setzen Feldhoff/Anton diese Darstellung in konsequenter Weise fort. Insbesondere die ironischen und trocknen Dialoge zwischen Alaska und Ennerhahl waren schön zu lesen. Zusätzlich gibt es die eine oder andere selbstironische Anwandlung der Figur Saedelaere, die mir besonders gut gefielen. Etwa auf Seite 29, als Alaska diese Worte in den Mund gelegt werden: „Man sagt mir nicht nach, besonders redselig zu sein. Manche behaupten sogar, ich hätte das Schweigen erfunden.“ Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Charakterisierung nicht nur alleine auf Alaska Saedelaere zielte. Wenn diese Zeilen noch von Robert Feldhoff stammen, dann ist das Selbstironie pur und wenn sie von Uwe Anton stammen, dann mit einem Augenzwinkern.

Fazit: Das sind die Romane, wie ich sie lesen möchte!