Articles for the Month of Dezember 2009

Perry Rhodan – Fredy Martin Schulz Plastikmodelle

Zwischen Dezember 1967 und Oktober 1970 erschienen beim Perry Rhodan Service Fredy Martin Schulz (FMS) verschiedene Merchandising-Produkte. Bis heute bei Sammlern sehr begehrt sind insbesondere die Perry Rhodan-Figuren aus dieser Zeit. Auch nach dem Lizenzentzug durch den Moewig-Verlag produzierte FMS diese Figuren weiter, wenn auch unter dem Namen SF-Service, bzw. SF-Kontakt Service. Neben den erwähnten Figuren erschienen später auch Raumschiffsmodelle aus Plastik bei FMS, die von der Formgebung her eindeutig von der Perry Rhodan-Serie inspiriert wurden.

 

Die folgenden Modelle, bzw. deren Bausätze sind also keine offiziellen Merchandising-Produkte, da sie einer Zeit entstammen, in der FMS keine Perry-Rhodan-Produkte mehr vertreiben durfte. Dennoch will ich einige Modelle (Kugelraumer und Space-Jet) hier beschreiben.

 

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Das kleinste der mir vorliegenden Modelle ist ein, bzw. sind zwei Kugelraumer. Die Modelle sind Vacuumbausätze. Der Durchmesser der Kugelzelle beträgt 7,2 cm. Mit Ringwulst erreicht das Modell einen Durchmesser von 9,5 cm. Im unteren Teil der Kugelzelle sind 6 Aussparungen eingearbeitet, die später die Landestützen aufnehmen sollen. Kleine Mulden im oberen Teil der Kugelzelle und am Pol nehmen später Geschützkuppeln auf. Die auf dem „Beipackzettel“ mitgelieferte Bauanleitung ist alles andere als detailliert.

 

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Ein weiteres Modell ist einer Space-Jet nachempfunden. Der diskusförmige Hauptkörper erreicht einen Durchmesser von 11,7 cm. Mit dem Antriebsring wird ein Gesamtdurchmesser von 18,2 cm erreicht. Die Höhe des Modells beträgt ohne Landestützen ca. 10 cm bis zur Spitze der transparenten Kuppel. Der untere Teil des Modells enthält 4 Aussparungen für die Landestützen und die Andeutung eines Hangarschotts. Beigelegt wurden auch 3 Sitze und 3 Figuren, davon 1 stehend (Höhe ca. 2,5 cm) und zwei Figuren in sitzender Position.

 

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Ein weiteres Kugelraumschiffsmodell erreicht einen Durchmesser von 13,2 cm. Die Zelle dieses Modells wird aus 4 Elementen zusammengesetzt. Mit Ringwulst wird ein Durchmesser von 16 cm erreicht. Obwohl dieses Modell annähernd die doppelte Größe des o.a. beschriebenen Kugelraumers erreicht, ist es dennoch detailarm. Die Detaillierung muss man sich wohl mit der Bemalung erarbeiten.

 

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Wie schon erwähnt, werden die Modelle mit Landestützen, -tellern, Kuppeln und Geschützen „verziert“.

 

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Ansichten zu PR 2522

Handlung:

Perry Rhodan ist nach Aveda zum Konzept Ras Tschubai/Fellmer Lloyd zurückgekehrt. Das Konzept teilt ihm mit, dass ES in großer Gefahr sei und ihn sprechen möchte. Das Konzept soll Rhodan per Teleportation zu ES bringen. Rhodan stellt die Bedingung, dass er ES nur zusammen mit Mondra und Tolot aufsuchen werde. Nach anfänglicher Weigerung akzeptiert Tschubai/Lloyd die Begleitung von Mondra. Für eine Teleportation ist Tschubai/Lloyd zu schwach. Mit der MIKRU-JON fliegen schließlich das Konzept, Rhodan, Mondra und ihr tierischer Begleiter Ramoz zu einer der auf Aveda etablierten Nebelinseln. Sie gelangen auf die Insel der Schmetterlinge und über ein Portal schließlich zur Kunstwelt Wanderer. Tolot bleibt auf Aveda zurück. Auf Wanderer herrschen eisige Temperaturen. Die Gebäude der Maschinenstadt sind von einer Eisschicht überzogen.

Die Besucher werden von Homunk begrüßt, der sie zu ES führt. Nach einem kurzen Vorgeplänkel, bei der ES auf den Verlust der Ritteraura eingeht und Rhodan eine Reaktion der Kosmokraten auf diesen Verlust prophezeit, kommt ES zum eigentlichen Thema. ES offenbart Rhodan, dass die SI im Sterben liege. Die Tatsache, dass die Mächtigkeitsballung der SI die Lokale Gruppe und die Fernen Stätten umfasse, droht die SI zu zerreisen, wenn Sie weiterhin beide Bereiche halten wolle. ES benötige in absehbarer Zukunft Bewusstseinssubstanz in großer Menge. Allerdings sei damit nicht die Stardust-Menschheit gemeint. Diese habe ES nur deshalb in Sicherheit gebracht, da die SI den Ausgang der Auseinandersetzung mit Traitor nicht vorhersagen konnte. Die derzeitige Schwäche von ES könnte zudem dazu führen, dass andere SIn Interesse an der MB von ES zeigen könnten und in einem Kampf um die MB hätte ES derzeit keine Chance. ES hat allerdings einen Plan, seinen Zustand zu verbessern und will Rhodan einige Erkenntnisse zukommen lassen. Dazu wird Rhodan aufgefordert einen Fiktivtransmitter zu betreten.

Die erste Station dieser erstaunlichen „Reise“ führt Rhodan in die Vergangenheit und in die Zeit der Auseinandersetzung mit den MDI. Rhodan ist an Bord der KC-38 im Jahr 2402 über dem Planeten Gleam in Andro-Beta. Zu jener Zeit ist ES mit einer Botschaft an Rhodan herangetreten. Dieser Orakelspruch wird Rhodan nun wieder in Erinnerung gerufen. Es geht um die Weissagung des Endes einer großen Rasse, die Rhodan bisher fälschlicherweise mit dem Ende der MDI fehl interpretiert hat.

Der zweite Teil der „Reise“ scheint Rhodan ebenfalls nach Gleam zu führen, allerdings in die Gegenwart. In der unterirdischen Station findet er die Leiche eines Maahks. Außerdem hat er eine unheimliche Begegnung mit nicht näher zu bestimmenden Eindringlingen. Er begegnet zudem einen Trupp terranischer Soldaten, die Rhodan jedoch nicht wahrnehmen können. Rhodan hinterlässt einen Speicherkristall mit einer Warnung an die Terraner vor den Eindringlingen. Anschließend kehrt Rhodan nach Wanderer zurück, wo währenddessen 45 Tage vergangen sind.

In einem weiteren Gespräch teilt ES mit, dass Far Away sich zu einem Brennpunkt der Ereignisse entwickeln werde, allerdings soll Rhodan sein Hauptaugenmerk vorerst auf Andromeda richten. Dort überdauerte die Frequenz-Monarchie auf 6 Hibernationswelten die Jahrmillionen seit der letzten Hyperdepression. In dieser Zeit des Schlafes wurde der FM von Unbekannten ihr zentrales Machtmittel, das PARALOX-ARSENAL gestohlen. Rhodan soll sich auf die Suche nach dem Arsenal machen, zuerst in Andromeda und wenn er dort nichts findet, in Anthuresta, der Stardust-Galaxis und der Ursprung des Polyport-Netzes. Ohne das PARALOX-ARSENAL sei ES nicht überlebensfähig!

Von Homunk bekommt die Gruppe um Rhodan, zu der nun das Konzept Ras Tschubai/Fellmer Lloyd gehört einen Controller. Über einen auf Wanderer befindlichen Polyport-Hof verlässt die MIKRU-JON die Kunstwelt und erreicht einen Polyport-Hof in Andromeda, wo offensichtlich Maahks gegen Maahks kämpfen.

 

Rezension:

Zum zweiten Mal in diesem Zyklus greift der Expokrat persönlich zu Blei und Tinte und liefert uns passend zur Jahreszeit den Winter auf Wanderer. Mit seinem 2. Beitrag zum Stardust-Zyklus schafft es Uwe Anton allerdings schnell, dass sich in mir die wohlige Wärme der Zufriedenheit ausbreitet, denn „Winter auf Wanderer“ ist durchgehend sehr gut geschrieben. Der Autor hat in seinem Roman die Gelegenheit ergriffen, sich direkt mit vielen offenen Fragen der Leser zum Umgang mit einer Superintelligenz und zum Verhalten einer SI auseinanderzusetzen. In Teilbereichen war dieses Vorgehen des Autors vielleicht etwas zu offensichtlich aber im Ergebnis hat Uwe Anton auf diese Fragen gute Antworten gefunden. Die Geschichte war durchgehend logisch aufgebaut und aus den bisher eher losen eingestreuten Puzzleteilen der vergangenen Romane formt sich nun ein klar umrissener Auftrag für den Hauptakteur der Serie: Rhodan soll das PARALOX-ARSENAL finden, das ES zum Überleben benötigt.

Der Expokrat wäre kein Expokrat, wenn er nicht gleichzeitig neue Rätsel einbauen würde, die in diesem Zyklus oder den folgenden Zyklen irgendwann eine Bedeutung erlangen könnten. Stichwort Ritteraura und die Reaktion der Kosmokraten. Fazit: Ein rundum gelungener Roman, der Lust auf mehr macht.

Noch eine Bemerkung meinerseits zum Zwiebelschalenmodell, das Uwe Anton in seinem Roman mal wieder in Erinnerung ruft. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein Modell. Es ist in der Wissenschaft nicht unüblich, dass Modelle über kurz oder lang aufgrund neuerer Erkenntnisse entweder gekippt oder modifiziert werden. Es spricht also nichts dagegen, dass die Autoren dieses Modell mal über den Haufen werfen und ein Neues entwickeln!

 

Stilblüte (Rhodans Gedanken zu ES auf Wanderer, Seite 24):

Das war sozusagen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft gewesen, der im Verlauf der Jahrtausende allerdings mitunter durch die eine oder andere Kleinigkeit belastet worden war.

Ansichten zu PR 2521

Handlung:

Die MIKRU-JON erreicht den 80 LJ vom Stardust-System entfernt gelegenen Polyport-Hof KREUZRAD, der in einem 3-Planeten-System den inneren Gasriesen umkreist. Der Hof wird von Stuart Lexa so getauft, da an dem eigentlich zylindrischen Polyport-Hof 4 Speichen und ein Außenring angeflanscht wurden. Während die Besatzung der MIKRU-JON die Lage noch sondiert, werden Explosionen in einer der Speichen beobachtet. Dabei werden einige Mitglieder der offensichtlich um die Station kämpfenden Parteien ins All geschleudert. Die MIKRU-JON schleust die Überlebenden ein. Es handelt sich um Darturka und eine andere unbekannte Spezies in einer Vollkörperrüstung. Aus dem Ortungsschatten der Sonne nähern sich unbekannte Schiffe, die aus mehreren aneinander gereihten Kugelzellen bestehen, die von seitlichen Flanschen in Plattenform eingefasst werden. Es kommt zum Kontakt. Die Aliens behaupten einem Suchkommando anzugehören, dass seit langer Zeit erfolglos auf der Suche nach seinen Ahnen sei und sie scheinen die Terraner zu kennen. Unterstützung bei Ihrer Suche erhielten sie von einem „Wesen, das mehr ist als ihr und wir“ und das Ihnen die Erlaubnis gab, bei der Suche die Polyport-Höfe zu nutzen. Damit das Polyport-Netz in die richtigen Hände gerät, wurde das Suchkommando von seinem unbekannten Partner verpflichtet, die Terraner zu unterstützen. Ein Bote übergab Informationen und sorgte für den Transport der Schiffe nach Far Away. Die Aliens besetzten KREUZRAD, wurden dann allerdings von den Truppen der Frequenz-Monarchie attackiert.

Um den Nachschub der Frequenz-Monarchie zu unterbinden will Rhodan den Hof mit seinem Controller sperren. Während die neuen Verbündeten ein Ablenkungsmanöver starten, in dessen Verlauf der kommandierende Frequenzfolger getötet wird, gelingt es Rhodan in einer Kommandoaktion die Transferkamine zu sperren. Bei dieser Aktion rettet er einen der Aliens das Leben und erkennt dabei, dass es sich um einen Elfahder handelt. Mit diesem Volk ist Perry Rhodan vor 1000 Jahren in der MB von ESTARTU zusammengetroffen.

Da zwischenzeitlich die Flotte der Stardust-Union eingetroffen ist, will Rhodan zurück nach Aveda fliegen. Das Flaggschiff der Elfahder wird die MIKRO-JON begleiten. Noch vor dem Abflug erhält Rhodan die Botschaft, dass das Konzept Ras Tschubai/Fellmer Lloyd erwacht ist und ihn sprechen möchte. ES sei in großer Gefahr.

 

Rezension:

Michael Marcus Thurners 3. Roman zum Stardust-Zyklus hat erneut einen Polyport-Hof zum Schauplatz. Die Geschehnisse werden größtenteils aus der Perspektive Stuart Lexas geschildert. Dabei konzentriert sich der Autor in diesem Part seines Romans insbesondere auf die Beobachtung und Analyse der Person und der Handlungen Rhodans durch Lexa. Im zweiten Part versucht der Autor unterdessen einen Spannungsbogen aufzubauen. Dieser zweite Part lebt von der Beantwortung der Frage, wer den nun die geheimnisvollen Wesen sind, die nach Far Away kamen, auf der Suche nach Ihren Ahnen, um die Terraner zu unterstützen und um den Polyport-Hof zu besetzen.

Wie auch in seinem Roman 2506 verwendet Thurner die Ich-Form in seiner Erzählung. War es zuvor Icho Tolot, ist es diesmal Stuart Lexa, an dessen Gedanken uns der Autor teilhaben lässt. Diese Form der Erzählung sagt mir sehr zu, bietet sie doch die Möglichkeit tiefergehende Überlegungen eines Charakters zu schildern. Die Person Rhodan wird aus der Sicht Lexas anfänglich durchaus zwiespältig beschrieben. Stuart Lexa unterstellt Rhodan einen autoritären Stil und eine gewisse unbewusste Überheblichkeit. Diese Beobachtungen des Protagonisten Lexa haben mir eigentlich ganz gut gefallen. Leider ist der Autor für meinen Geschmack nicht konsequent genug mit diesen Eindrücken Lexas umgegangen. Entweder kann er nicht oder will er nicht zu sehr am Image der Ikone Perry Rhodan kratzen, obwohl die subjektive Sicht von Lexa hier eigentlich alle Entwicklungen zugelassen hätte. Letztlich waren die Schlussfolgerungen, die der Autor seinen Protagonisten Lexa aus der Beobachtung Rhodans ziehen lässt, etwas zu brav ausgefallen.

Aufgefallen ist mir noch, dass der Autor für die Hauptakteurin seines letzten Romans, Mondra Diamond, diesmal keine Verwendung hatte. Eine kluge Entscheidung! 😉