Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 10

Spur nach Nirgendwo – von Dietmar Schmidt – Handlung:

Der Cyno Caruso ist auf dem Weg zu TERMINUS-ALPHA, dem Zentrum der Macht. Als Mitglied des Freiheitsbundes sieht er sich dem Ziel nahe. Bald wird der Freiheitsbund das Heimliche Imperium übernehmen und die Macht in der gesamten Milchstraße an sich reißen. Der Verlust im Arcane-System ist bedeutungslos. Das Hyperinmestron, das Caruso als Aggregat bezeichnet, wird im Terminus-System gebaut. Es ist so gut wie einsatzbereit und soll dazu dienen, den Schmiegschirm um den Schwarm zu zerstören. Wenn der Schmiegschirm erst mal weg ist, wird es auch den Schwarm nicht mehr geben. Und damit werden die Cynos von der Last der Vergangenheit befreit.

Zur gleichen Zeit ist die CART RUDO, nunmehr als Explorerschiff getarnt, auf der Suche nach einer Spur zum Heimlichen Imperium. Juki Leann und Darren Zitarra erleiden mal wieder einen Zeitsprung. Beobachtet von Renier Bievre geht’s wieder in die Zukunft, bzw. Vergangenheit. Beiden Zeitspringern ist aufgetragen worden, nicht ihren Zeitduplikaten zu begegnen. Leann wird um zwei Stunden in die Zukunft versetzt. Ohne sich dagegen wehren zu können, lenken ihre Beine sie in eine eigentlich leerstehende Kabine. Dort trifft sie auf drei identisch aussehende Männer. Die Erinnerung an diesen Vorfall wird ihr jedoch genommen.

Bievre wundert sich, dass sich die Zeitspringerin nicht an die Erlebnisse ihres Sprungs erinnern kann. Das ist neu. Überwachungsvideos zeigen, wie Zitarra in der Vergangenheit erschien und ebenfalls eine Kabine aufsuchte. Das Kamerabild zeigt eine leere Kabine. Der Wissenschaftler wird misstrauisch. Rhodan will sich den Raum ansehen. Mit Bordpersonal und TARAS zieht er los und findet einen leeren Raum vor. Alaska Saedelaere legt sich auf die Lauer und wartet auf Juki Leann, die aus der Vergangenheit in diese Zukunft kommt. Die Zeitspringerin erscheint und geht in den Raum. Als der Maskenträger folgen will, bleibt die Tür zu. TARAS eröffnen das Feuer, doch der Raum ist von einem undurchdringlichen Schirm umgeben. Plötzlich öffnet sich das Schott und der Raum dahinter ist leer.

Inzwischen ist Icho Tolot mit seinem Schiff eingetroffen. Er hat einen havarierten Kugelraumer terranischer Bauart in einigen Lichtjahren Entfernung entdeckt. Die CART RUDO, nun EX-3422 nähert sich und Rhodan und andere gehen an Bord der YOGUL, einem älteren Kugelraumer der SOLAR-Klasse. Sie werden von Carina Jayakumar begrüßt, der zweiten Offizierin. Sie behauptet, dass die YOGUL ein Siedlerschiff sei, das von Raumpiraten, vier Bluesschiffen, überfallen worden sei. Andere Besatzungsmitglieder zeigen die gleiche Teilnahmslosigkeit wie die Leute auf Arcane 2. Rhodan ist sicher, er wird getäuscht. Er bietet seine Hilfe bei der Reparatur an. Derweil werden 10 angebliche Siedler von Gucky aus der YOGUL entführt. An ihre Stelle treten Perry Rhodan, Takayo Sukurai, die beiden Zeitspringer und sechs Besatzungsmitglieder der CART RUDO, von denen einer einen psionischen Peilsender trägt, damit Gucky sie finden kann. Als die YOGUL aufbricht, folgt ihr heimlich die CART RUDO.

Am 7. Dezember erreicht die YOGUL das Terminus-System, einen roten Riesen mit einem komplexen Planeten-Mond-System in der habitablen Zone. Die Welten heißen HEER, SCHMIEDE und TROSS, sowie ein vierter Mondgroßer Körper ohne Eigenbezeichnung. Um TROSS kreist zudem eine Station, die aus 9 Superschlachtschiffen der Imperiumsklasse aufgebaut ist, deren Zellen mit Röhren verbunden sind. HERR; TROSS und SCHMIEDE sind mit energetischen Transportröhren verbunden. Die YOGUL landet auf SCHMIEDE und alle müssen das Schiff verlassen. Der Planet ist ein gigantischer Raumhafen mit Schiffen in unterschiedlichen Fertigungszuständen. Über die Transportröhren geht’s nach TROSS. Rhodan wird kontrolliert. Doch plötzlich wendet sich der Kontrolleur von ihm ab und winkt Rhodan durch. Unterwegs werden sie einem blauen Leuchten ausgesetzt. Rhodan beobachtet, dass seine Leibwächterin sehr heftig auf das Kirlian-Leuchten reagiert. Die sechs Leute vom Kommandotrupp werden apathisch. Nur Rhodan, die Zeitspringer und Sukurai bleiben unbeeinflusst. Sie bekommen Quartiere und sollen sich auf eine Eignungsprüfung vorbereiten.

Derweil hat die CART RUDO die YOGUL verloren. Die Suche bleibt erfolglos, als drei weitere Schiffe vom YOGUL-Typ überraschend erscheinen. Bieres Auswertungen ergeben, dass die Schiffe von einem fünf Lichtjahre entfernten Punkt übergangslos an diesen Ort versetzt wurden. Wie das geschah, bleibt unbekannt. Die CART RUDO fliegt zu den Koordinaten. Als sie sich nähert, wird sie um fünf Lichtjahre versetzt. Erneut bleibt unbekannt, wie das geschah. Gucky spürt jedoch den Peilsender. Aber es ist nichts zu orten, kein System, kein Schiff. Die Beiboote werden ausgeschleust. Die CR-K 1 ist mit Saedelaere und Bievre unterwegs. Sie folgen 11 riesigen schwarzen Diskusschiffen, die urplötzlich auftauchten, zu einem weit entfernt tobenden Hypersturm. Die Diskusschiffe testen dort ein Hyperinmestron. Die Auswirkungen gefährden die CR-K 1. Insbesondere der Maskenträger bringt alle in Gefahr, weil die Masse in seinem Gesicht in Aufruhr geraten ist. Bievre kann die Situation entschärfen und sie kehren zur CART RUDO zurück. Als sie an Bord gehen, ist alles sehr ruhig. Ein Besatzungsmitglied wird bewusstlos gefunden. Was ist geschehen?

Derweil setzt sich Takayo Sukurai von Rhodan ab. Sie ist ein Cyno und hat ihr Teilziel, in das Terminus-System zu gelangen, Dank Rhodans Hilfe erreicht. Caruso indes hat das Eindringen von zehn Unbekannten auch erkannt. Er vermutet Rhodan unter ihnen und macht sich auf die Jagd.

Rezension:

Der zweite Beitrag von Dietmar Schmidt stellt die Weichen für den Showdown um Terminus. Neben Galbraith Deighton und dem Vario-400 hat nun auch Perry Rhodan selbst mit den Zeitspringern und seiner Leibwächterin das Terminus-System erreicht. Draußen vor dem Tore stehen Gucky, Tolot und Saedelaere bereit. Die Bühne ist bestellt.

Wieder werde ich nicht so richtig schlau aus dem ganzen Geschehen. Die Geschichte von Dietmar Schmidt ist eigentlich relativ simpel. Nur die diversen Ausflüge der CART RUDO, bzw. deren Beiboote verwirren etwas die Abläufe.

Man ist also auf der Suche nach weiteren Aktivitäten des Heimlichen Imperiums. Über zehntausende Lichtjahre reist Icho Tolot an (Grün ist das neue Rot) und findet zufällig ein havariertes Schiff in der Gegend. Das hilft den Mannen um Perry Rhodan ordentlich weiter. Die YOGUL dient als trojanisches Pferd und bringt den Helden nach Terminus.

Die RUDO verliert die Spur, denn Terminus scheint besonders geschützt. Die Gefahr durch das Hyperinmestron wird noch mal verdeutlicht. Und längst sind die Cynos bereits an Bord der CART RUDO. Die Story konnte mich zwar nicht fesseln, bot aber solide Unterhaltung.

Tja, da wäre noch ein winziges Detail, das mir gar nicht gefiel. Takayo Sukurai entpuppt sich als Cyno. Das wäre an und für sich nicht schlimm und könnte man sogar als gelungenen Coup oder als tolle Überraschung feiern. Doch die taffe Sukurai gibt ein paar ihrer Gedanken preis. Genauer gesagt, tut dies natürlich der Autor. Und ich bin geschockt! Sukurai hat alles so eingefädelt und die Protagonisten mit ihren Parakräften beeinflusst, dass sie ihr Ziel, nämlich Terminus, erreichen konnte. Perry Rhodan und die anderen nur Marionetten in den letzten 10 Romanen!

Sorry, das ist eine ganz miese Lösung für die bisherigen Ereignisse.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2922

Die Nacht der 1000 – von Uwe Anton – Handlung:

Auf Gäon befindet sich Tysper Tauschlag auf Menschenjagd. Für seinen unbekannten Auftraggeber soll er den Gäonen Zaidan ausschalten. Der Gejagte hat Informationen über ein Attentat, das Tauschlag durchführen wird. Zaidan darf damit weder seine Unterstützer erreichen noch an die Öffentlichkeit gelangen. Der Soldat Tysper Tauschlag ist bestens gerüstet. Seine Pedgondit-Rüstung macht ihn fast jeden Gegner überlegen. In einer Kleinstadt kann er schließlich Zaidan töten, ohne dass jener noch Informationen weiter geben kann. Nun endlich kann sich Tysper Tauschlag den Vorbereitungen des Anschlags widmen. Sein Auftraggeber ist der Ansicht, dass gute Chancen bestehen, dass Perry Rhodan während des Banketts zur Nacht der 1000 eingeladen wird. Somit würden Zeit und Ort des Anschlags feststehen.

Inzwischen ist Perry Rhodan in der Hauptstadt Aponte am Sitz der Regierung angelangt und wird von der Solastratorin Cassandra Somerset empfangen. Bevor es zum Bankett geht, sucht Perry Rhodan ein Gespräch unter vier Augen mit Somerset. Obgleich sie ihm sympathisch erscheint, ist sie in wichtigen Punkten wenig auskunftsfreudig oder ihr scheint das Wissen zu fehlen. Gerade die Partnerschaft mit den Thoogondu wird von ihr nicht hinterfragt. Als Rhodan nachhakt, zieht sie die Gondu-Kontakterin Lupita Shona und den Thoogondu Doomadh hinzu. Rhodan erkennt, dass die Informationsbeschaffung des ZSI über das Gondunat läuft. Seine Hinweise, dass Informationen aus Erster Hand eine andere Qualität hätten, werden ignoriert. Auf die Vorfälle angesprochen, die zur Zerstörung eines Sonnensystems in der Milchstraße führten, weisen alle Beteiligten eine Mitschuld zurück. Doomadh sichert eine Untersuchung zu.

Während des Banketts sammelt Perry Rhodan weitere Eindrücke, auch solche, die ihm nicht behagen. Gegenüber einigen seiner Begleiter, dem Kamashiten Shalva Galaktion Shengelaia und auch dem Medienwart Col Tschubai zeigen sich die Gäonen sehr distanziert. Große Aufmerksamkeit genießt hingegen der Posbi Ariel. Bevor Rhodan Schlüsse ziehen kann, wird er abgelenkt. Er soll eine Rede halten und seine behutsamen Vorschläge eines gegenseitigen Austausches werden vom Thoogondu Doomadh skeptisch kommentiert. Als dann auch noch Sternenadmiral Arbo P. Dannan erscheint, den Perry Rhodan für den starken Mann im ZSI hält, ist das lockere Bankett zu Ende. Aber die beiden Journalisten Shari Myre und Vektur Basch bitten Rhodan um ein Interview, dem dieser zusagt. Zu einem beliebten Senderformat, der Nacht der 1000, soll es stattfinden. Da dies erst in drei Tagen über die Bühne gehen soll, steigen Perry Rhodan und seine Begleiter im Rosewood Palace ab. Auch Tysper Tauschlag weiß nun, wo er zuschlagen soll und trifft seine Vorbereitungen.

Erneut macht Perry Rhodan die Beobachtung, dass insbesondere seinen umweltangepassten Begleitern offene Abneigung entgegenschlägt. Bei einer Fahrt durch die Stadt skandieren Gäonen auch gegen Rhodan ablehnende Rufe und der Kamashite trifft auf offene Ablehnung. Die Gesellschaft der Gäonen ist zumindest teilweise rassistisch. Der Unsterbliche wird über die Erkenntnisse, die auf dem Gasriesen Byleist gewonnen wurden, informiert.

Am 18. November 1551 NGZ findet im Amphitheater in Aponte die Nacht der 1000 statt. Neben Perry Rhodan wird auch Arbo Perikles Dannan begrüßt. Cassandra Somerset ist als Zuschauerin unter den 1000 Gästen. Rhodan wird von einem TARA geschützt, während Dannan einen Soldaten in Pedgondit-Rüstung und einen Roboter mitbringt. Perry Rhodan wird gefragt, warum er damals seine Stellung als Großadministrator aufgegeben hatte und auch persönliche Fragen gehen an den Unsterblichen. Rhodan nutzt die Gelegenheit, um auch sein Missfallen gegenüber den Weg des ZSI auszudrücken, der ihm zu eng mit dem Goldenen Reich verknüpft sei. Es kommt zu einem Disput zwischen Rhodan und Dannan. Und Rhodan konfrontiert Dannan mit dem Projekt Q-Zündung.

Rhodan erhält keine Gelegenheit die Reaktionen seines Gegenübers abzuschätzen, denn in dem Moment geschieht ein Attentat. Aber von unerwarteter Seite. Der TARA fährt seine Waffenarme aus und feuert auf Dannan. Rhodan kann den Admiral gerade noch zur Seite schleudern. Dessen Begleiter feuern auf den TARA. Es kommt zum Kampf, bei dem der gäonische Roboter vernichtet wird und der TARA nunmehr auf Somerset schießt, die vom Posbi Ariel gerettet wird, der danach den TARA attackiert. Schließlich wird der TARA überwältigt und seine Reste von dem Gäonen in der Rüstung gründlich zerstrahlt.

Niemand wurde getötet, Somerset aber in eine Klinik gebracht. Dannan greift die Terraner wegen des Vorfalls scharf an. Doch Rhodan blockt ab. Ariel überrascht Rhodan. Es ist dem Posbi gelungen, dem irregeleiteten TARA einige Fragmente zu entreißen. Die belegen, dass der TARA eine Kopie war. Ein hochwertiger Transmitter mutmaßlich Thoogondu-Technologie hat den Roboter präzise gegen ein Duplikat ausgetauscht. Rhodan sucht Somerset auf und weiht sie ein. Sie war vermutlich Ziel des Attentats. Sie suchen gemeinsam den Vorgänger der Solastratorin, Syllester Ford, auf. Dannan will unbedingt dabei sein. Mit einem Trick bringt Somerset den Admiral dazu, gemeinsam das Haus zu verlassen, so dass Rhodan und Ford alleine reden können. Der berichtet, dass er einem Komplott auf die Spur gekommen sei. Zaidan hatte ihn informiert. Ford vermutet die Thoogondu oder die Abwehr des ZSI dahinter. Rhodan verdächtigt Dannan und Ford widerspricht nicht. Projekt Q-Zündung kennt er nur von Gerüchten. Möglicherweise ein Raumschiff aus Gäonen- und Thoogondu-Technologie.

Perry Rhodan lädt die beiden Journalisten während eines Live-Interviews an Bord der RAS TSCHUBAI ein. Die Einladung wird auf Somerset und Ford ausgedehnt. Tysper Tauschlag hat versagt. Im Beisein seines Auftraggebers schluckt er eine Giftkapsel. Als letzte Wahrnehmung sieht er Arbo P. Dannan.

Rezension:

1000 Romane nach dem Einstieg von Uwe Anton in die EA darf der Autor seinen persönlichen Jubiläumsband schreiben. Mit dem bezeichnenden Titel „Die Macht der 1000“ liefert Uwe Anton eine Mischung aus Politik, Ränkeschmieden, Komplotte, Attentate und ein wenig SF ab. Obwohl mir der Schreibstil und der geradlinige Aufbau zusagten, folgte die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr bekannten Mustern.

Die Ausflüge in die Politik, die mehr oder weniger regelmäßig bei offiziellen Erstkontakten in der Serie gepflegt werden, enden mit dem unvermeidlichen Attentat. Natürlich lebte die Geschichte insbesondere in der ersten Hälfte vom Geheimnis um das eigentliche Ziel des Attentäters Und auch um die Identität des Auftraggebers wird ein Geheimnis gemacht. Aber das waren auch die einzigen Inhalte, die mich bei der Stange hielten. Erst mit den Ereignissen im Amphitheater und den Aktionen danach kann der Roman bei mir stärker punkten.

Der dritte Roman in Folge, der im Reich der Gäonen spielt und trotzdem wissen wir kaum, wie sie ticken. Die größte Herausforderung dieser Geschichte war zweifelsohne die Darstellung eines ganzen Imperiums auf begrenzten Heftromanraum. Der Autor bringt viele Figuren ins Spiel. Der Attentäter ist von Anfang an bekannt und seine Vorbereitungen werden ausführlich geschildert. Und auch der Architektur widmet der Autor etliche Zeilen. Alleine die wichtigsten Elemente der Story, die Hauptdarsteller, die Gäonen, bleiben blass in der Geschichte. Alle sind irgendwie nett aber unverbindlich. Oder schön, aber uninteressant. Oder hart aber ohne mal ein paar überraschende Charakterzüge zu zeigen oder mit ungewöhnlichen Lebensläufen zu punkten.

Das diplomatische Geplänkel alá „ich tue dir nicht weh, also tue mir auch nicht weh“ hätte man kürzen können. Erst ab dem Duell im Amphitheater werden echte Emotionen geschildert. Ein aggressiver Perry Rhodan ist ungleich besser als der zuvor geschilderte Rhodan, der in der ersten Romanhälfte ein wenig zu viel Weichgespültes in den Mund gelegt bekommen hat.

Aus Zyklussicht betrachtet waren die drei Romane um das ZSI keine Offenbarung. Das muss beim nächsten Besuch dort mal richtig zur Sache gehen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2921

Die Gewitterschmiede – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI hält sich im zentralen System des Zweiten Solaren Imperiums auf. Während Perry Rhodan auf Gäon unterwegs ist, obliegt dem Epsaler Odin Goya die Bewachung von Gi Barr. Der Gäone überrascht Goya und kann entkommen. Er kann seine Rüstung mit der Neurotronik Yester an sich bringen und die RAS TSCHUBAI verlassen, die sich gerade in der Nähe des Gasriesen Byleist aufhält und Daten sammelt. Odin Goya ist angefressen. Durch seine Schuld konnte der Gäone entkommen. Er ringt Kommandant Cascard Holonder das Einverständnis ab, sich an die Fersen des Flüchtigen zu heften und ihn zurückzubringen. Holonder gibt ihm den Infanteristen Karl Marginson und den Posbi Gustav mit. Letzterer verfügt über starke Ortungsgeräte.

Mit einem HALLEY-Jäger macht sich das Trio auf die Suche nach Gi Barr, der sich in die Atmosphäre Byleists abgesetzt hat. Die extremen Umweltverhältnisse des Gasriesen erschweren die Suche. In tieferen Schichten tummeln sich Lebewesen, die Energie aus den Blitzen der Atmosphäre tanken. Die Gewitterwale werden auch dem HALLEY-Jäger gefährlich und beschädigen ihn so stark, dass Odin Goya und Karl Marginson aussteigen müssen und die Suche mit den SERUNS fortsetzen. Gustav bleibt zurück und treibt die Reparatur am Jäger voran.

In tieferen Schichten der Gashülle, in der keine Gewitterwale mehr unterwegs sind, orten die beiden Verfolger endlich auch das Signal des Gäonen. Allerdings stellen sie auch Energiesignaturen von Stationen fest, die in der Atmosphäre treiben. Offensichtlich will der Gäone eine von ihnen erreichen, um dort per Funk Kontakt nach Gäon aufzunehmen.

Die Verfolger können in eine der kaum gesicherten Stationen eindringen. Sie ist seit Jahrhunderten verlassen und diente früher als Ausgangspunkt für einem Freizeitsport der Gäonen, die mit Flugdrachenähnlichen Gebilden durch die Gashülle Byleists schwebten. Wegen tödlicher Unfälle wurde das Ganze eingestellt. Immerhin können Goya und Marginson erneut die Spur des Gäonen aufnehmen. Als sie sich dem Flüchtigen nähern, prescht Karl Marginson vor und greift Gi Barr alleine an. Er bezahlt dafür mit seinem Leben.

Odin Goya folgt dem Gäonen und gelangt auf eine weitere Atmosphärenstation, in die zuvor auch Gi Barr eingedrungen ist. Dessen Rüstung ist im Kampf schwer beschädigt worden und auch Gi Barr ist verletzt. Goya erkennt in den Aufzeichnungen der Station, dass der Gäone auf etwas gestoßen ist. In der Gashülle Byleists wurde ein Projekt namens Gewitterschmiede vorangetrieben, von dem Gi Barr offensichtlich nichts wusste. Und der Gäone geht dem nach. Verfolgt vom Epsaler.

Die Gewitterschmiede entpuppt sich als ein riesiger mehrere Kilometer großer Komplex, der verborgen in der Gashülle des Planeten schwebt. Odin Goya geht an Bord der scheinbar verlassenen Station. Hier wurden früher Raumschiffe gebaut. Der Epsaler macht sich auf die Suche nach dem Entflohenen. Er findet aber nur dessen Rüstung und Visier. Der Gäone wurde gewaltsam aus dem Anzug gerissen. Und nun wird auch Odin Goya attackiert. Hybridwesen, die wie die Gewitterwale auf seine Energie aus sind. Der Epsaler nimmt die Rüstung des Gäonen an sich und flieht. In einem Versteck analysiert er die Situation. Der Gegner, der den Gäonen überwältigt hat, ist offensichtlich verrückt.

Das hat Gi Barr inzwischen auch erkannt. Ein grob humanoides Hybridwesen hat ihn in seiner Gewalt und will mit ihm verschmelzen. Gi Barr hält das Wesen hin und erlangt einige Informationen. Es ist der ehemalige Werftmeister, der nach einem Unfall mit der Biopositronik der Station verbunden wurde und noch den Bau eines Schiffes vollenden konnte. Der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN. Inzwischen ist auch Odin Goya zur Stelle und kann Gi Barr aus seiner misslichen Lage befreien. Gemeinsam erhalten sie noch ein paar Antworten. Die GORATSCHIN ist ein Doppelkugelraumer aus zwei Schiffen der ACHILL-Klasse. Sie führt in einem geheimen Einsatz einen Verband von fünfzig Schiffen an. Mit dem Einsatz soll die Befreiung der Milchstraßenmenschheit eingeleitet werden. Die Mission läuft unter der Bezeichnung Q-Zündung.

Gi Barr und Odin Goya verbünden sich, um gemeinsam zum HALLEY-Jäger und zur RAS TSCHUBAI zurückzukehren.

Rezension:

Hauptakteur in Michael Marcus Thurners Roman ist der Gasriese Byleist. In dessen Umfeld sind die Figuren, die der Autor agieren lässt, nur Spielfiguren. Die Beschreibungen, mit denen der Autor den Planeten, bzw. dessen Gashülle zum Leben erweckt, haben mich beeindruckt.

Weniger beeindruckt hat mich das Figurenquartett, das der Autor in diese lebensfeindliche Umwelt schickt. Die Motive und Handlungen von Figuren sollten idealerweise an frühere Geschichten nahtlos anknüpfen, in der diese Figuren bereits auftraten. Im vorliegenden Roman trifft das auf GI Barr und Odin Goya zu. Gustav und Karl Marginson sind hingegen neu und möglicherweise Eigenkreationen von Thurner.

Fange ich mal mit Gi Barr an. In der obigen Zusammenfassung habe ich weitgehend nur die Perspektive des Epsalers geschildert, um die Ereignisse des Romans wiederzugeben. In der Geschichte selbst werden die Geschehnisse auch sehr häufig aus Sicht des Gäonen geschildert. Mir hat sich dabei nicht erschlossen, warum Gi Barr geflohen ist. Welche Ziele und Motive er verfolgt. Sicher, er war Gefangener der Terraner. Aber in den bisherigen Romanen entwickelte sich eine Art Kooperation zwischen ihm und Perry Rhodan. Es fehlt mir ein auslösendes Element für die Motivation von Barrs Flucht.

Odin Goya wurde bislang nur karg charakterisiert. Der Epsaler hat sich unglücklich mit Rhodans Entscheidung gefühlt, als Aufpasser des Gäonen eingesetzt zu werden. Nun, aus diesem Umstand kann zumindest der Schluss gezogen werden, dass dies die Flucht des Gäonen begünstigt hat. Somit passt Goya in die bisherige Linie. Dass dann alles, und wirklich alles so geschrieben wurde, dass der Gäone von der RAS TSCHUBAI fliehen konnte, ist wieder dem Autor anzulasten. Höhepunkt der Flucht ist zweifelsohne, dass der Gäone mit bloßen Händen einen TARA-Kampfroboter vernichtet (!) und einen zweiten beschädigt. Im gleichen Atemzug werden alle Spionsonden ANANSIS ausgeschaltet, ebenso wie alle stationären Helfer. Sorry, aber das war hanebüchener Unsinn!

Dem Epsaler wird von Michael Marcus Thurner noch das Nochurna mitgegeben. Eine Art ethischer Leitfaden, den die Epsaler auf ihrer unwirtlichen Welt entwickelt haben, um dem Planeten einerseits mit Mut und andererseits mit Respekt zu begegnen. Ein interessanter Ansatz, der im Geschehen des Romans allerdings nicht so richtig zündete bei mir. Die Ausflüge ins Nochurna kamen aus meiner Sicht immer zur Unzeit.

Gustav war der, inzwischen gewohnt, spleenige Posbi, der sich als Quasselstrippe erwies. Und Karl Marginson kam die Rolle des Redshirt zu. Über welche Qualitäten diese Figur verfügte, oder verfügen sollte, wie die Einführung versprach, habe ich nicht herausfinden können. Egal, er ist tot.

Geschichten wie diese, in denen die Dramaturgie über die Plausibilität triumphiert, sind nicht selten in der Perry Rhodan-Serie. Für meinen Geschmack hat es der Autor aber an einigen Stellen überzogen.