Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3068

Die Seele des Schulterreiters – von Uwe Anton
Der Besatzung der NIKE QUINTO hat die Space-Jet mit den geflüchteten Tomopaten gestellt. Monkey will Ly und Genner lebend. Aber eigentlich geht es ihm um Saessbekker. Der Phersune ist die eigentliche Bedrohung. Er kann zur gleichen Zeit zwei Wesen mit seinem Geist kontrollieren. Und es gibt kein Mittel, um festzustellen, wen der Schulterreiter gerade übernommen hat.
Der Zugriff gelingt. Die Vernehmung der Tomopaten erbringt keinen Aufschluss darüber, ob einer der beiden Tomopaten von Saessbekker übernommen ist. Oder beide. Die Bordpositronik schlägt die Forschungsstation der USO auf Cavtha im Useilsystem vor, um dort weitere Untersuchungen anzustellen. Dort angekommen, verbreitet der Phersune Angst und Schrecken, in dem er immer wieder USO-Agenten übernimmt und Anschläge verübt. Auch die Bordpositronik der QUINTO ist ein Ziel, was Monkey zur Überlegung bringt, dass es Saessbekker war, der den Plasma-Anteil der Positronik wohl übernommen hatte und Cavtha als Ziel vorschlug.
Der Planet birgt die Hinterlassenschaften eines unbekannten alten Volkes. Saphir-Heptagone bedecken den Planeten. Ihr Geheimnis konnte bislang nicht entschlüsselt werden. Wer ein Heptagon betritt, nimmt unverständliche Botschaften wahr. Zum Fundus der USO vor Ort gehört auch ein Dakkarkom. Diese Geräte können wegen fehlenden Sextagoniums jedoch nicht mehr genutzt werden. Vermutlich will Saessbekker darüber in Kontakt zu seinem Volk kommen. Aber welche Rolle spielen die Saphir-Heptagone in seinen Überlegungen? Monkey und Zemina Paath stellen dem Schulterreiter eine Falle.
 
Schon im ersten Kapitel von Uwe Antons Roman schienen die Weichen gestellt. Ein USO-Abenteuer erwartete den Leser. Diese Organisation ist im Grunde genommen ein Spiegelbild ihres Anführers. So humorlos und emotionslos, wie der Zellaktivatorträger Monkey in der Regel auftritt, so trocken und hartherzig agieren auch die Agenten im Dienste der USO. Nur Zemina Paath hatte zuletzt ein wenig den Eisblock Monkey zum Auftauen gebracht.
Doch zunächst agierte der Lordadmiral gewohnt kaltschnäuzig. Er übernimmt selbst die Gefangennahme der gefährlichen Tomopaten, mit denen er noch eine Rechnung offen hatte. Oder wie es die Kommandantin der QUINTO ausdrückte: Monkey nahm es persönlich.
Nach dem gelungenen Einstieg wussten die Figuren nicht so recht, was sie denn nun eigentlich tun sollten. Sie hatten kein Mittel, um Saessbekker zu identifizieren. Also vertrauten sie dem Vorschlag der Bordpositronik. Das war recht ungewöhnlich. Uwe Anton schiebt dann glücklicherweise schnell die Erklärung mit der Übernahme des Plasmaanteils hinterher. Denn die Entscheidung einer Positronik zu überlassen, passte nicht so recht zum Oxtorner.
Auf Cavtha zerfaserte das Geschehen dann. Irgendwie mussten die Elemente zusammengeführt werden, die Saessbekker einen Ausweg eröffneten. Und diese Elemente sollten dann auch diejenigen sein, um den Schulterreiter eine Falle zu stellen. Die Saphir-Heptagone wurden eingeführt und der funktionslose Dakkarkom präsentiert. Die Hooris-Kristalle bildeten, man möge mir den Ausdruck verzeihen, den Feenstaub, der dieser Konstellation einen Sinn einhauchte. Diese Situation kam überraschend. Auch Monkey, resp. der Autor war einige Male überrascht in dieser Geschichte.
Zwischendurch tummelten sich die Tomopaten, denen ein ums andere Mal die Flucht gelang. In diesen Szenen, so kurz sie auch waren, läuft das Geschehen geradliniger als in der übrigen Story ab. In der zweiten Hälfte des Romans, nachdem Saessbekker bereits mehrfach Personen übernommen hatte, fällt der Satz, dass nicht übernehmbare Kampfroboter obligatorisch seien. Nur hält sich keiner der Figuren daran. Es gelingt zwischenzeitlich, an die USO-Agenten, die an den diversen Einsätzen beteiligt sind, nur Paralysatoren auszugeben, damit sie sich nicht gegenseitig umbringen. Sie aber irgendwo wegsperren und Kampfroboter einzusetzen, darauf kommt niemand. Zwischen angemessenen und glaubhaften Entscheidungen und der Dramaturgie klaffte hier eine Lücke.
Ein paar Lücken gab es auch an anderen Stellen. Als Zemina Paath mit Saessbekker spricht, bietet sie ihm Unterstützung an. Im Gegenzug soll er sie nach Ancaisin mitnehmen. Von der Übernahme Monkeys spricht sie gar nicht. Dennoch fragt Saessbekker, wie sie diese Übernahme bewerkstelligen will. So als hätte Zemina diesen Vorschlag zuvor unterbreitet. Der Autor setzt häufig bestimmte Elemente in seiner Handlung ein, spielt damit und beendet sie letztlich ergebnislos. Beispielsweise am Ende, als er die Cairaner in der Spiegelstadt mit der Thesan konfrontiert. Es passiert – nichts. Als Leser wissen wir von den Verbindungen. Aber der Autor stellt keine neuen Verknüpfungen vor. Am Ende stehen zwei, drei Sätze, die den Cliffhanger zum nächsten Roman bilden. Von der Seele des Schulterreiters, so der Titel des Romans, erfahren wir nichts. Die Story hat mich nicht fesseln können.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3067

Die Ägidenwelt – von Michael Marcus Thurner
Der Haluter Icho Tolot ist mit seinem Team auf die Villanova-Terraner gestoßen. Es ist unklar, was das für Wesen sind. Der Unsterbliche hält sie für Imitationen, die mit den positronischen Komponenten in ihren Gehirnen bestimmten Verhaltensmustern folgen. An Bord der KAWA DANTROFF bricht man zur Ägidenwelt auf. Die dortigen Herrscher, Tipa 8-Riordan und Alaska 9-Saedelaere empfangen die Besucher aus der Milchstraße in der Hauptstadt Neu-Terrania. Die Welt der Imitate oder vielmehr Klone entpuppt sich als sehr absonderliche Welt. Tolot und seine Begleiter kommen schnell dahinter, dass die Villanova-Terraner durch ihre „Programmierung“ eingeschränkt sind. Außerdem werden selbständige Entwicklungen und Gedanken unterdrückt. Ein in der Nacht ablaufender Zyklus kalibriert die Bevölkerung. Und die Wesen haben blinde Flecken, so dass sie zu bestimmten Themen keine Auskunft geben können, weil sie diese nicht erkennen.
Allerdings gibt es auch Villanova-Terraner, die sich ihre eigenständigen Gedanken bewahren können. Und die den Aufstand gegenüber ihrem Schöpfer und die bestehende Ordnung planen. Auf der Ägidenwelt gibt es die Nebelinsel. Im dortigen Forschungszentrum lebt ein Cairaner. Icho Tolot stößt mit seinem Team zu dieser Insel vor, um das Rätsel der Villanova-Terraner zu klären.
 
Der Roman lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits fühlte ich mich gut unterhalten, andererseits sind die Motive der Figuren schwammig ausgearbeitet. Oberflächlich betrachtet haben alle Parteien, bzw. die sie vertretenden Figuren Beweggründe, die sie so handeln lassen, wie es der Autor beschrieben hat. Aber es bleibt das Gefühl, dass die Bedingungen, die dieses Handeln auslöst, ein wenig aus der Luft gegriffen wurden. Wie schon zu Band 1 dieses Doppels formuliert, haben Zwischenstopps dieser Art Tradition in der Serie. Ein an sich ereignisloses aber notwendiges Handlungselement, nämlich der Rückflug in die Milchstraße, wird auf diese Weise aufgepeppt. Tradition haben auch die Kolonien der Terraner in den Weiten des Universums. Auch dieser Tradition wurde nun eine weitere Episode hinzugefügt.
Das Geschehen, das Michael Marcus Thurner in seinem Roman schildert, ist bunt, bizarr und teils befremdlich. Eine Welt aus Puppen, die an Fäden hängen. Einige machen sich selbständig.
Zu Band 3066 schrieb ich auch etwas über das Zain-Konstrukt. Annba erschien mir überflüssig und das geheimnisvolle Aussehen würde auf Dauer nicht reichen. Echte Fortschritte in dieser Beziehung macht die Geschichte von Michael Marcus Thurner auch nicht. Annba bleibt bei den Klonen. Um was genau zu tun? Tolot vertraut dem Zain-Konstrukt. Warum, bleibt unklar. Am Freitag hatte ich an einem Online-Forumstreffen, organisiert von Roman Schleifer, teilgenommen. Hartmut Kasper (Wim Vandemaan) war auch dabei. Er verriet, dass die Zain-Konstrukte noch eine größere Rolle spielen werden. Ich bin gespannt, ob und wann es dazu kommt. Allerdings glaube ich nicht, dass die Villanova-Terraner nochmal eine Rolle spielen werden.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 06

Das Licht in der Tiefe – von Olaf Brill
Nachdem die SOL das Sphärenlabyrinth verlassen hat, macht sich Roi Danton mit der CALAMAR auf die Suche nach Aktivitäten der Chaos-Mächte. Gegenüber Perry Rhodan hat Danton angedeutet, TRAITOR hinterher zu spüren, um an wichtige Informationen zu gelangen. TRAITORS Machenschaften aufzuklären hat Priorität. Aber Rhodans Sohn verfolgt noch ein anderes Ziel. Er will die Originalkörper des Duals Zerberoff finden und befreien. Dieses Versprechen hat er einst gegeben und will es nun erfüllen.
Nach stundenlanger Fahrt durch die Sphären entdeckt die Besatzung der CALAMAR Kolonnen-Transportschiffe, die von Traitanks eskortiert werden. Der algorrianische Ortungsschutz macht die CALAMAR unsichtbar für den Feind. Die Korvette folgt den Schiffen durch eine Lichtschleuse in ein anderes Universum. Wie zuvor schon beobachtet, treten keinerlei Strangeness-Effekte auf. In der Nähe des Eintrittspunktes liegt ein Stern, der nur von einem kleinen Planetoiden umkreist wird.
Und um dieses Objekt, Doliuto genannt, scheint eine Auseinandersetzung entbrannt zu sein. Zu Erstaunen von Danton und seiner Crew kämpfen TRAITOR-Einheiten gegen TRAITOR-Einheiten. Die Kolonne ist in unterschiedliche Fraktionen aufgesplittert. Es gibt Piraten, die Transportschiffe angreifen. Auf Doliuto werden ebenfalls Kolonnen-Angehörige beobachtet, die mit primitiven Mitteln nach Erzen schürfen und von anderen Kolonnen-Angehörigen versklavt werden.
Roi Danton startet Doliuto einen Besuch ab. Er will dort Aroff und Zerbone finden. In der Unterwelt des Himmelskörpers lebt auch Cin, eine Erzkratzerin, die sich nichts Sehnlicheres wünscht, als ein Leben in Freiheit und unter dem Licht einer Sonne zu führen. Cin hat in den Minen eine Entdeckung gemacht. Und wird dafür von anderen ihres Volkes hintergangen und missbraucht. Die Wege von Danton und der Erzkratzerin Cin kreuzen sich.
 
Roi Danton ist mit der CALAMAR im Sphärenlabyrinth geblieben, um TRAITOR auf den Zahn zu fühlen. Ein ebenso waghalsiges wie verrücktes Unternehmen. Und auch irgendwie hoffnungslos. In dieser Geschichte beschreibt Olaf Brill ein noch aussichtloseres Unterfangen seines Protagonisten. Der Unsterbliche, der einst als einer der Vorlagen eines Dualen Kapitäns der Terminalen Kolonne TRAITOR diente, will die Originalkörper von Aroff und Zerbone des Duals Zerberoff finden und befreien. Die Suche nach dem Ganschkaren und dem Mor’Daer ist ein sinnloses Unterfangen. Angesichts der Größe TRAITORS, einem Heerwurm aus hunderten von Millionen Objekten, der permanent in mehreren Universen operiert. Diese Abwegigkeit wird vom Autor stillschweigend auf seine Figuren übertragen. Zu keiner Zeit hat einer der Handelnden Zweifel an dieser Absicht Dantons.
Wie es der Zufall/Autor will, findet Danton auf Doliuto ein abgestürztes Kolonnenschiff und darin auch Aroff und Zerbone. Diese Parameter der Geschichte kann man, muss man aber natürlich nicht akzeptieren. Legt man diese Unstimmigkeit einen Moment zur Seite, hat die Geschichte von Olaf Brill dennoch einiges zu bieten. Sie ist nicht komplex und schon gar nicht spektakulär. Und sie scheint, abgesehen von der Befreiung von Aroff und Zerbone, die vielleicht noch nützlich sind, keine Verbindung zur Storyline der Miniserie zu haben. Allerdings hat sie mich dennoch gut unterhalten. Ich meine, dass es Kai Hirdt war, von dem ich gelesen habe, dass sich die Autoren in der 2. Staffel der SOL-Serie erst „freischreiben“ mussten.
Dieser Roman ist der zweite Beitrag von Olaf Brill für die 2. Staffel. In „Zielpunkt Nebelzone“, dem 3. Roman, hat der Autor mit Anchi eine Figur eingeführt, mit der ich nicht warm wurde. Diesmal macht Olaf Brill aus meiner Sicht vieles besser. Er nimmt sich Danton als Hautfigur vor und schreibt zudem in der Ich-Perspektive dieser Figur. Das wirkt manches Mal etwas holprig. Diese Erzählperspektive soll Authentizität vermitteln und für eine engere Bindung zwischen dem Ich-Erzähler und dem Leser sorgen. Roi Danton wirkt aber auf mich in dieser Perspektive immer noch ein wenig sperrig. So, als würde diese Figur nach wie vor ihre Gedanken vor mir verbergen. Dennoch war diese Darstellung des Roi Danton durch Olaf Brill eine, die mir besser gefallen hat als zuletzt.
Mit Cin hat der Autor eine andere starke Figur. Eine Figur, die mich durchaus emotional fesseln konnte. Die Zutaten, wie das gelingt, sind klassisch. Olaf Brill beschreibt zunächst den emotionalen Kern der Erzkratzerin. Was treibt sie an, welche Konflikte hat sie mit anderen Figuren, was bewegt sie, welche Träume und Ängste hat sie? Was sind ihre Gefühlsbindungen zu den Orten und anderen Figuren? Für eine andere Figur (Mahlia Meyun) aus der ersten Staffel wurde der Fehler gemacht, sie die gesamte Bandbreite an Emotionen durchlaufen zu lassen. Und das auf engsten Raum. Es tut gut, dass man in der zweiten Staffel von diesen explosionsartig auftretenden Gefühlsschwankungen Abstand genommen hat. Auch Cin durchläuft eine Reihe von Gefühlsregungen. Aber alle sind plausibel und nachvollziehbar. Der Autor lässt Cins Wünsche in Erfüllung gehen und blufft uns sogar an einer Stelle. Dieser Charakter ist ihm gut gelungen.
Eine unspektakuläre aber unterhaltsame Geschichte.