Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2932

Tötet Monkey! – von Uwe Anton – Handlung:
Quinto-Center, das Hauptquartier der USO wird von Invasoren besetzt. Aus den Kugelraumschiffen, von denen einige in Hangars eingeflogen sind, erhalten die Besetzer ständig Nachschub. Überall in dem riesigen Asteroiden wird gekämpft. Auch Lordadmiral Monkey beteiligt sich an den Gefechten. Er kann einen Angreifer töten. Dessen weiße Rüstung, den Leichnam und die Waffe des Aggressors übergibt er einigen USO-Mitgliedern, die sie zu einem Labor bringen sollen. Während sich der Oxtorner in der Kabine eines geheimen Transportsystems einen Überblick zur Lage verschafft, werden seine Leute auf dem Weg zum Labor jedoch von anderen Eindringlingen getötet.
Monkey vereinbart einen Treffpunkt mit dem Kommandanten von Quinto-Center. Nester Pomeroy bringt seinen Stellvertreter, den Gataser Nitschiler Guuna und die Koko-Interpreterin Dolleringh Tempu mit. Die vier höchst unterschiedlichen Personen wollen ein Datenzentrum erreichen. Zwei Ziele werden verfolgt. Man will den neuen Standort erfahren, denn der Asteroid ist wieder im Linearraum unterwegs. Und man will einen Hilferuf aussenden, wenn der Normalraum erreicht wurde. Im Datenzentrum angelangt kann Dolleringh Tempu nur wenig herausfinden. Das Ziel der Reise ist unbekannt und die Invasoren erobern dank eines Virus immer weitere technische Systeme. Andere USO-Leute treffen ein und unterstützen.
An Bord der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN zeigen sich Oberst Maroc Ogilvy, Kommandant des Schiffes und Admiralin Amber Dessalin, die Expeditionsleiterin, zufrieden mit den Fortschritten ihrer Einsatzkräfte. Alles läuft nach Plan. Bereits 1529 NGZ sind erste Vorauskommandos der Gäonen in der Milchstraße eingetroffen, die vor allem die USO infiltrierten. 1538 NGZ war eine weitere Gruppe eingetroffen. Insbesondere vier Gäonen hatten „Karriere“ gemacht. Drei wurden inzwischen enttarnt. Die vierte im Bunde, die „Gute Köchin“ ist als einzige noch unentdeckt. Dennoch macht sich der stellvertretende Kommandant der GORATSCHIN, Major Faolain Settember, Sorgen um sie. Agostina Settember ist seine Zwillingsschwester. Doch er hat selber einen Auftrag. Seine Leute sollen Monkey jagen und töten. Auch Major Faolain Settember setzt auf Quinto-Center über und nimmt Kontakt zu seiner Schwester auf. Beide sind Telepathen. Auf geringe Distanz kann er ihre und sie seine Gedanken lesen, wobei sie immer auf Empfang oder auf Senden umschalten müssen. Die Anwendung der Gabe ist zudem sehr kräftezehrend.
Während die Lage in Quinto-Center immer prekärer wird, gibt es ein Wesen, das nicht in die Auseinandersetzung eingreifen kann. Es ist der Hausmeister des Zwischenreichs. Von einem geheimen Kontrollraum aus beobachtet Kart das Geschehen. Daneben inspiziert er das Reich und nimmt gelegentlich Reparaturen vor. Über eine SEMT-Haube nimmt er zudem an Schulungen teil. Eines seiner Programme dient der Persönlichkeitsbildung und basiert auf Erfahrungen Atlans, dem früheren Lordadmiral der USO.
Die Jäger haben Lordadmiral Monkey aufgespürt. Sie sind der Vitalenergiesignatur seines Zellaktivators gefolgt und greifen an. In der Datenzentrale kommt es zum Kampf. Die Invasoren sind in der Übermacht. Nitschiler Guuna und Dolleringh Tempu können fliehen. Nester Pomeroy wird getötet. Und Monkey erkennt, dass ihn niemand gefangen nehmen will. Es geht um sein Leben. Er flieht in ein geheimes Waffenlager, rüstet sich mit dort lagernden Waffen der Dscherro aus und macht kurzen Prozess mit seinen Verfolgern.
Er erbeutet eine Rüstung und Genmaterial eines toten Angreifers. Seine Beute bringt er zum vereinbarten Treffpunkt mit Guuna und Tempu. Die Analyse ergibt, dass der Angreifer ein Terraner war. Der Oxtorner wendet sich per Durchsage an alle Besatzungsmitglieder. Er lässt nun seinerseits Jagd auf Agostina Settember machen, deren Tarnung als „Gute Köchin“ zuvor durchschaut wurde. Faolain Settember will seiner Schwester beistehen.
An Bord der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN sucht der mitgereiste Thoogondu Zuo die Admiralin auf. Die Expeditionsleiterin ruft per Funk eine einseitige Waffenruhe aus und fordert die USO zur Kapitulation auf. Sie erläutert ihre Herkunft vom ZSI und fordert die Absetzung Monkeys, als Sklaven von ES.
Monkey übergibt Nitschiler Guuna das Kommando. Der Gataser soll offiziell kapitulieren. Mit der Haspronerin will sich Monkey in sein Zwischenreich zurückziehen. Er hat noch ein paar Eisen im Feuer. Unterwegs kann der Lordadmiral die beiden Settember-Zwillinge überwältigen. Er nimmt Agostina als Geisel mit in sein Zwischenreich.

 

Rezension:
Uwe Anton setzt die Geschichte der Vorwoche fort. Es ist wohl ein Dreiteiler, wie die Vorschau für die nächste Woche vermuten lässt. Der Aufruf, den Lordadmiral der USO zu töten, ist also das mittlere Stück einer Trilogie. Kulinarisch betrachtet sind Mittelstücke häufig von erlesener Qualität. Trifft das auch auf diesen Roman zu?
Der Autor steigt mit einer Actionsequenz in die Geschichte ein, die die besonderen Qualitäten des USO-Chefs zeigen. Genauer gesagt sind es die kämpferischen Fähigkeiten des Oxtorners, die von Uwe Anton in besonderem Maße herausgestellt werden.
Es folgt ein ruhigerer Abschnitt, der zur Übersicht der Lage und zum Zusammenführen der Figuren genutzt wird. In diesem Abschnitt werden auch zwei Ziele ausgegeben. Standortbestimmung und Absetzen eines Hilferufs. Warum ich das hier erwähne? Nun, wir werden später sehen, dass selbst diese einfachen Ziele von den 400.000 USO-Mitarbeitern nicht erreicht oder vom Autor schlicht vergessen werden.
Während die vier Hauptfiguren inklusive Monkey in der Datenzentrale nach Daten suchen (und nicht finden) schwenkt Uwe Anton zum Feind. Der Leser hat hier einen Wissensvorsprung. Wir konnten schon letzte Woche die Handschrift des ZSI erkennen. Die Invasoren sind zufrieden mit ihrem Werk und geben neben der Eroberung Quinto-Centers ein zweites Ziel aus. Tötet Monkey! Der pure Zufall will, dass Toio Zindhers Fähigkeit, Vitalenergieauren aufzuspüren, nicht länger eine Einzelfähigkeit ist. Die Jäger der Gäonen können das auch und so ist Monkey an keiner Stelle seines Astroiden mehr sicher vor der Entdeckung. Ein Schutzschirm täte vielleicht helfen, aber der Autor tut mir den Gefallen nicht und lässt so ein Ding aus. Auch die Hauptzentrale im Zentrum des Asteroiden und besonders geschützt, wird nicht aufgesucht. Na gut.
Es kommt, wie es kommen muss. Ausgerechnet Monkey bringt die Invasoren auf die Spur der wenigen Verteidiger. Nach einer Niederlage folgt der Höhenflug. Denn nun verpasst Uwe Anton dem Oxtorner einen knallharten Auftritt. Das ZSI enttarnt sich und Monkey kann mit einem Faustpfand in ein ominöses Zwischenreich entfleuchen. Mit einer Telepathin als Faustpfand. Na das ist ja schön eingefädelt.
Die Geschichte präsentiert sich mit einem stetigen Auf und Ab. Mal hat die eine Seite Vorteile, mal die andere. Mit dem Ziel, das Uwe Anton mit seiner Geschichte erreichen wollte und erreicht hat, nämlich die Übernahme Quinto-Centers durch das ZSI, kann ich als Leser leben. Der Weg dorthin tat jedoch weh. Letzte Woche gelang es mir noch, mich auf die Geschichte einzulassen. Diese Woche muss ich an einigen Stellen passen.
Hin und wieder werden die Beschreibungen mit Aussagen wie den folgenden untermalt, dass nämlich Hasproner an die Kapazität einer Positronik heranreichen oder Oxtorner schneller als eine Positronik reagieren. Mir schwindelt etwas. Sollte je eine Positronik in unserer realen Welt entwickelt werden, ich bleibe bei meinem Elektronikrechner mit Intel Core i5-3570K Prozessor. Ist zwar schon 6 Jahre alt, wird aber die nächsten Jahrtausende immer noch schneller als jede Positronik sein! Wie sehr die Positronik 1551 NGZ hinterherhinkt, kann man auf Seite 27 lesen. Dort betritt Monkey einen Raum, der von Terminals und Prozessoren beherrscht wird. Letztere sollen in begrenzten Umfang unabhängig von KENNON arbeiten können. Ah ja! Über die Lochstreifen der 60er Jahre haben wir herzlich gelacht. Aber auch in 2017 ist da kein Fortschritt zu verzeichnen. Müssen übrigens sehr viele Prozessoren sein, wenn sie den ganzen Raum beherrschen.
Apropos beherrschen. Wir haben 400.000 Besatzungsmitglieder und nur einen der kämpfen kann. Monkey! So ist die Geschichte aufgebaut. Wäre der Oxtorner alleine in einem ausgehöhlten riesigen Asteroiden unterwegs, dann hätte mir die Geschichte ganz sicherlich Spaß gemacht. So aber schweifen meine Gedanken ab zu den USO-Mitgliedern in der Hauptzentrale, die was machen? Oder zu den Ausbildern der Rekruten, die was machen? Oder zu den Spezialisten mit Erfahrung, die was machen?
Na gut, der Autor hat es darauf angelegt, seine Geschichte eben mit anderen Figuren zu begleiten. Ein kleiner Schnupfen und der Halbsatz, die Technik falle überall wegen eines Virus aus, sind für einen halbwegs plausiblen Handlungsrahmen jedoch nicht ausreichend.
Der Autor begeht meiner Meinung nach zwei sehr schwere Fehler in seiner Geschichte. Viel zu häufig erwähnt er, dass die Figuren, die sich an der Seite des Lordadmirals oder des Kommandanten bewegen, keine Spezialisten seien. Einige machen sich nicht nur sprichwörtlich in die Hose. Sie sind nicht kampferprobt, sind von der Situation überfordert und man kann froh sein, dass sie dennoch einigermaßen handeln. Gefühlt auf jeder zweiten Seite steht ein solches Statement. Spätestens beim dritten oder vierten Mal war dieser Drops ausgelutscht. Diese stetigen Botschaften bewirkten bei mir einen gegenteiligen Effekt. Ich kaufte sie dem Autor nicht ab.
Der zweite schwere Fehler ist, dass sich die Einheimischen in Quinto-Center gar nicht heimisch fühlen oder geben. Die Einheimischen müssen sich ihre Gegenmaßnahmen selbst erst erarbeiten! Es werden nicht etwa Routinen abgerufen, sondern die Verteidiger von Quinto-Center wissen selbst nicht über die Möglichkeiten Bescheid, die ihnen ihre Station bietet. Es ist geradezu absurd, dass der Kommandant (!) Quinto-Centers losziehen muss, um nach TARAS zu suchen! Ebenso absurd ist, dass man Nebenzentralen erst besetzen und funktionsfähig machen muss. Für solche Fälle muss es Notfallpläne geben! Alles andere ist Unfug.
Wir haben also 400.000 Besatzungsmitglieder, von denen nicht ein einziger selbständig in diesem Roman gehandelt hat! Das Szenario, wie Quinto-Center übernommen wird, lasse ich mir gefallen. Den Weg dorthin jedoch nicht. Der war so schlecht beschrieben worden, wie lange nicht mehr.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2931

Kampf um Quinto-Center – von Verena Themsen – Handlung:
In Quinto-Center, dem Hauptquartier der United Stars Organization wird die Haspronerin Dolleringh Tempu bei Kommandant Nester Pomeroy vorstellig. Die Koko-Interpreterin hat Hinweise darauf, dass Quinto-Center unterwandert wurde. Pomeroy sichtet die Daten, die ihm vorgelegt werden. Ein Anstieg in der Häufigkeitsverteilung bestimmter Wörter in der internen Kommunikation lässt auf eine Infiltration schließen. Der Kommandant macht sich auf dem Weg durch ein geheimes Transportnetz, um Lordadmiral Monkey persönlich zu informieren. Der Chef der USO weilt an Bord seines neuen Flaggschiffs, der HARL DEPHIN. Der 800m-Raumer ist noch nicht vollends fertiggestellt. Trotz der im Vergleich zu anderen Schiffen geringen Größe, soll das Schiff mit einigen Überraschungen aufwarten können.
Die Kommandantin der HARL DEPHIN, Oberst Airi Unger und ihr Stellvertreter, der Springer Fernad Cokaze sind zugegen, als Nester Pomeroy den Oxtorner über die mögliche Infiltration informiert. Monkey schickt die YART FULGEN weg. Kommandant Poraan soll das Schiff an einen nur ihm bekannten Ort bringen und bestimmte Maßnahmen ergreifen. Als Pomeroy und Monkey in den inneren Kern des ausgehöhlten Asteroiden zurückkehren, kommt es zu einer Häufung von Schadensmeldungen aus allen Bereichen.
Dolleringh Tempu sichtet weiterhin die Daten. Auch ihr Kollege Hanno Mauldlin ist auf die Wörter gestoßen, die sie schon an Pomeroy weitergegeben hat. Der Toröffner, Der Verdunkler, Der Fremdenführer, Die gute Köchin. Die Haspronerin hat eine Idee. Sie sucht nach Lücken in den ständigen Ausfällen der Technik in Quinto-Center. Nur die Großtransmitter scheinen nicht betroffen. Mit Mauldlin macht sie sich auf den Weg zu Pomeroy und Monkey. Völlig überraschend wird Tempu von Mauldlin angegriffen. In Lebensgefahr kommt ihr Nester Pomeroy zu Hilfe. Er hatte Dolleringh Tempu unter Überwachung gestellt und kam dabei auffälligen Datenanforderungen Hanno Mauldlins auf die Spur. Der Kommandant kann die Haspronerin retten. Ihr Kollege erschießt sich in aussichtsloser Situation.
Unterdessen hat Monkey den Leiter der internen Sicherheit eingebunden. Allard Schneider soll den Kampf gegen die Schatten aufnehmen. Indessen drehen in allen Bereichen Quinto-Centers Besatzungsmitglieder durch und bekämpfen einander und zerstören Einrichtungen. Die Lage wird unübersichtlich. Betroffen sind vor allem Personen, die unter einer unlängst eingeschleppte Grippe leiden. An und für sich harmlos, doch plötzlich leiden sie unter Angstzuständen. Nur langsam können die nicht Betroffenen die Lage beruhigen.
Dolleringh Tempu hat Pomeroy und Monkey über die Großtransmitter informiert. Alle bisherigen Ereignisse an Bord der Station dienten nur der Ablenkung. Als die Transmitter auf Monkeys Befehl hin unter Verschluss gestellt werden, reagieren einige Geräte nicht. Hilflos muss mit angesehen werden, wie Trupps von Soldaten in weißen Rüstungen und verspiegelten Helmen auf den Plattformen materialisieren. Die Invasoren zerstören interne Sensoren und breiten sich aus. Pomeroy und Monkey schicken jedes einsatzfähige USO-Mitglied in den Kampf gegen die Invasoren. Die Eindringlinge haben Hyperimpulse ausgesandt. Sehr wahrscheinlich rücken Feindschiffe gegen die Station vor. Quinto-Center wird beschleunigt, um in den Linearraum gehen zu können. Das Manöver wird jedoch Stunden dauern.
Die USO-Spezialisten Katra Sagir und Tanken Wiebold gehören zu den ersten, die Feindkontakt haben. Der Gegner setzt keine tödlichen Waffen ein. Allerdings steht den Invasoren eine Ausrüstung zur Verfügung, mit der sie die Verteidiger ein ums andere Mal narren. Quinto-Center ist zu einem großen Kampfplatz geworden. Endlich werden erste Erfolge der Verteidiger sichtbar. Die Invasoren müssen sich aus der inneren Sicherheitskugel zurückziehen. Ihr Ziel scheinen nun die Hangars zu sein. Alle Schiffe starten daraufhin. An Bord der HARL DEPHIN wird Sabotage betrieben. Leutnant Makkai feuert auf Quinto-Center und richtet verherrenden Schaden an. Auf mehreren Kilometer Tiefe wird der Asteroid aufgerissen. Monkey erkennt nun das Ziel der Invasoren. Eine geheime Nebenzentrale in der Nähe des Schusskanals. Monkey, Schneider und ein paar USO-Mitgliedern gelingt die Verteidigung dieser Zentrale. Zum Erfolg trägt auch bei, dass Katra Sagir und Tanken Wiebold sich opfern, um die Invasoren an einem strategischen Punkt aufzuhalten. Während Allard Schneider in der Nebenzentrale die Stellung halten will, kehrt Monkey in die Hauptzentrale zurück und erlebt ein Desaster. Der Asteroid, der zwischenzeitlich in den Linearraum gewechselt ist, kommt nicht dort an, wo er eigentlich hin sollte. Der Paratronschirm um Quinto-Center wird abgeschaltet und eine Flotte unbekannter Kugelraumschiffe nähert sich.
Allard Schneider meldet sich bei Monkey. Er entpuppt sich als Verräter. Eines der Schiffe, das sich Quinto-Center nähert, ist eine Doppelkugel. Es trägt den Namen IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN.

 

Rezension:
Letzte Woche schrieb ich noch, dass die Handlungsebene Milchstraße vielschichtig wie nie zu sein scheint. Nun wird ein weiterer Handlungsschauplatz aufgemacht. Noch dazu mit einem klassischen Invasionsszenario. Nachdem inzwischen ein Drittel des Zyklus vorliegt, hätte ich mir eher einen Roman in Richtung Aufklärung der bisherigen Geschehnisse gewünscht. Die Ziele dieses Zyklus, der den Namen „Genesis“ trägt, liegen noch völlig im Verborgenen.
Von daher tat ich mir schwer, in die Geschichte einzutauchen. Erst nach und nach gewann die Handlung für mich an Reiz. Tatsächlich macht Verena Themsens Roman einen Brückenschlag. Zu Perry Rhodans Erlebnissen im Goldenen Reich und dem Zweiten Solaren Imperium der Menschheit wird nun angeknüpft. Ich kann nicht sagen, dass mir der Aufbau dieses Invasionsplots besonders gefallen hat. Zu sehr scheinen, zugegeben nach nur der Betrachtung dieses einen Romans, die bekannten Muster Anwendung zu finden.
In der Ausführung der Geschichte in den Details war der Roman für mich jedoch überraschend gut zu lesen. Die Autorin steigt mit den Zweikampf zweier Agenten in die Story ein. Hier wird auch erstmals Allard Schneider erwähnt. Mit dessen Reaktionen und den Aktionen des Agenten konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Besser wurde es dann mit der Koko-Interpreterin. Die Beschreibungen, wie mit den Kontra-Computern der Unterwanderung auf die Spur gekommen wurde, gelangen der Autorin sehr anschaulich.
Es folgen die durchdachten Handlungen des Führungspersonals. Die YART FULGEN wird weggeschickt und als Ersatz für den Ausfall Quinto-Centers platziert. Auch die verschiedenen Figuren, die von der Autorin eingesetzt werden, können in ihren Handlungen überzeugen. Nichtsdestotrotz muss man sich an einigen Stellen ein Stück weit auf die Geschichte einlassen. Der größte Schutz von Quinto-Center liegt in der Geheimhaltung seiner Position. Einmal eingedrungen, können selbst wenige Soldaten den 62 km durchmessenden Asteroiden relativ leicht in Bedrängnis bringen. Von den 400.000 Besatzungsmitgliedern haben auch nur wenige eine Kampfausbildung und Roboter kamen nicht zum Einsatz, weil sie ausfielen. Bei autonomen Maschinen? Und die Flucht in den Linearraum, sowie die Ankunft an einem anderen Ort scheinen KENNON, die Kontra-Computer und alle organischen Besatzungsmitglieder völlig auf den falschen Fuß erwischt zu haben. Liest denn keiner der 400.000 USO-Mitglieder mal ein Instrument ab? Das wirkte dann doch etwas arg konstruiert. Aber wie gesagt. Ich habe mich auf die Geschichte eingelassen und fand sie, trotz einiger Widersprüche, insgesamt gelungen.
Eines fand ich jedoch gar nicht gut. Allard Schneider entpuppt sich am Ende als Verräter. Nun hat diese Figur aber diverse Auftritte bereits vorher. In der Eröffnungssequenz kann man, wenn man die ganze Geschichte gelesen hat, interpretieren, dass der Chef der internen Sicherheit seinen eigenen Mann, also einen der Infiltranten gedeckt hat. Allerdings schildert Verena Themsen Allard auch in der Situation, als es an verschiedenen Brennpunkten Quinto-Centers zu Kampfhandlungen kommt. Die Reaktionen, die sie der Figur dabei zuschreibt, stimmen da nicht. So lässt sie Allard Schneider etwas über die Eindringlinge „glauben“. Diese Wortwahl passt nicht. Der Leser wird aufs Glatteis geführt. Und zwar sehr ungeschickt.
Würde die Figur alleine durch Betrachtungen von außen geschildert, kann man sehr gut verbergen, welcher Gesinnung sie ist. Hängt man ihr jedoch eigene Beobachtungen und Interpretationen der selbigen an, dann müssen diese stimmig sein.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2930

Die Sterne warten – von Hubert Haensel – Handlung:
Die Geschichte setzt an der Stelle an, als Opiter Quint die Enklave von Wanderer verlässt und den Perry Rhodan dieser Zeitlinie oder eines anderen Universums dort zurücklässt. Major Perry Rhodan ist als Kommandant der STARDUST zum Mond Enceladus geflogen. Jahre später leitet der jetzt 55 Jahre alte Expeditionsleiter die ELRS, die Enceladus Life Research Station. Sie sind auf der Suche nach dem Wrack eines Raumschiffs, das 1971 im Eismantel des Enceladus einschlug.
Und nun, 1991, ist die erste Tauchexpedition auf den Weg in die Tiefen des Mondozeans. Perry Rhodans Begleiter sind der russische Physiker Oberst Boris Mjotrov, der Bordtechniker Derek Holmer und der Bordingenieur Noah Gould. Während des Abstiegs sinniert Rhodan über die Begegnung mit Quint und seinen merkwürdigen Begleitern Ernst Ellert und Zau, die behaupteten, aus der Zukunft des Jahres 1551 NGZ zu stammen. Rhodan kann sich keinen Reim darauf machen. Seine Aufmerksamkeit wird jedoch zusehends von dem Wrack eingenommen. Ein 500 Meter durchmessendes Kugelraumschiff, das schwere Schäden aufweist. Explosionen haben den Rumpf an zahlreichen Stellen aufgerissen und das Schiff mit Wasser geflutet.
Über einen Riss im Schiffsrumpf dringen die vier Männer in die Kugel vor. Sie entdecken einen runden Schacht, der ihnen den Zugang zu anderen Decks gewährt. Stunde um Stunde verbringen sie damit, das Wrack zu erkunden. Sie entdecken Leichen von weißhaarigen Humanoiden und können schließlich in Bereiche vordringen, die nicht geflutet sind. Die Atmosphäre ist atembar. Sie entdecken die Bordklinik, in der sie vom Hologramm eines Humanoiden mit länglichem kahlem Schädel begrüßt werden. Schließlich entdecken sie einen Raum, in der drei Tiefschlafkammern stehen. Nur eine ist besetzt. Eine Frau mit weißblonden Haaren, die Perry Rhodan sehr beeindruckt. Doch die Kammer ist geschützt und lässt sich nicht öffnen.
Inzwischen ist ein weiteres Tauchboot von der ELRS eingetroffen und weitere Soldaten und Techniker untersuchen das Wrack. Die zweite Gruppe entdeckt ein unbeschädigtes kugelförmiges Beiboot in einem Hangar. Perry Rhodan kann mit der Desintegratorfunktion der Waffe, die ihm Opiter Quint zurückgelassen hat, eine Schleuse durchbrechen und an Bord gehen. In der Zentrale erschließen sich Rhodans Männer einige der Kontrollen. Doch plötzlich erscheint ein Mann im Beiboot. Er stellt sich mittels Translator als Khono da Khayd vor. Ein Arkonide. Perry Rhodan und Khono da Khayd schließen einen Pakt. Sie wollen das Beiboot flugfähig machen und zur Erde zurückkehren, zu der seit längerer Zeit der Funkkontakt abgebrochen ist. Langfristig will Khono da Khayd nach Arkon fliegen. Der erste Meilenstein ist der Start des auf den Namen SARAH CONSTANT getauften 60-Meter-Raumers in den Weltraum. Khono da Khayd spricht mit Perry Rhodan unter vier Augen. Er gibt sich als Adam von Aures preis. Er klärt Perry Rhodan über ES und die Enklaven auf. Enceladus ist nur ein Überbleibsel eines gescheiterten Universums. Rhodan könne nicht zur Erde zurückkehren. Doch Adam von Aures bietet ihm einen Ausweg. Er will den Schwarzschirm um Wanderer durchstoßen und in das Universum eines anderen Perry Rhodan fliegen. In das Jahr 1551 NGZ. Perry Rhodan schließt sich Adam von Aures an. Rhodans Begleiter bleiben in den Enklaven von Wanderer zurück.
Die SARAH CONSTANT erreicht den 5. November 1551 NGZ. Perry Rhodan macht zahlreiche Hypnoschulungen, um sich mit diesem Universum und der Situation in der Milchstraße vertraut zu machen. Adam von Aures, der sich als Anhänger des Techno—Mahdi zu erkennen gibt, eröffnet Perry Rhodan auch, dass er ihn als Integrationsfigur sieht. Der Perry Rhodan dieser Zeit hat zahlreiche Fehler gemacht. Adam von Aures ist der Ansicht, dass Perry Rhodan von ES manipuliert wird. Es braucht eines Mannes, der die Menschheit auf einen neuen Weg bringt. Der Enklaven-Perry Rhodan ist Feuer und Flamme. Und doch sehnt er sich auch nach „seiner“ Erde zurück. Er hofft, sie doch irgendwie für sich retten zu können.
Die beiden Männer beschaffen sich ein Raumschiff, wobei der Enklaven-Perry Rhodan dank gleicher Identifikationsmerkmale auf das Vermögen des hiesigen Perry Rhodan zugreifen kann. Mit der SARAH CONSTANT II fliegen sie zum Spross KYLLDIN. Adam von Aures schwebt vor, dass sich der 55-jährige Rhodan dort geringfügig verjüngen lassen könnte. Die beiden kommen zu spät. Der Spross ist explodiert. Nun wollen sie den Krater erkunden.

 

Rezension:
Mit einer solchen Geschichte hatte ich nicht gerechnet. Den Perry Rhodan aus einer der Enklaven von Wanderer hatte ich schon fast vergessen. Und nun knüpft Hubert Haensel an diese Erzählung aus dem Band 2919 an. Diese Überraschung ist gelungen.
Die Geschichte von Hubert Haensel ist in ihren Grundzügen als Klassiker zu bezeichnen. Im Laufe der Serie gab es zahlreiche Romane, die sich an Perry Rhodans Aufbruch mit der STARDUST zum Mond orientierten oder sie auf andere Weise nacherzählten. Schließlich legte „Unternehmen Stardust“ den Grundstein für den Aufbruch ins Unbekannte. In neue Welten. In Abenteuer. Und es war schon immer sehr reizvoll, diese Stimmung, die damals verbreitet wurde, in neue Geschichten zu packen. Zuletzt war es Andreas Eschbach, der in seinem Roman „Der Techno-Mond“ Perry Rhodan mit der STARDIVER zum Mond aufbrechen ließ.
Andererseits ist das Thema von Doppelgängern ebenfalls ein Element, das hin und wieder ausgekostet wird. Der Schwarze Bacctou konnte, was Einsetzung in den Romanen und die Auflösung betraf, leider nicht überzeugen. Doch zunächst machte mir das Auftreten des Enklaven-Perry Rhodan in dieser Hinsicht weniger Angst. Zu groß erscheinen die Unterschiede. Zuletzt allerdings will Adam von Aures, dass sich Perry Rhodan verjüngen lassen soll. Das geht dann doch wieder in die Richtung, die schon der Schwarze Bacctou eingeschlagen hatte. Nämlich Perry Rhodan zu ersetzen.
Nicht nur deswegen liegen die Ziele Adam von Aures nach wie vor im Dunkel. An einer Stelle wird ein wenig auf seine Motive eingegangen. Er sieht den Perry Rhodan der aktuellen Zeitebene beeinflusst von ES. Und der Perry Rhodan aus der Enklave soll den Menschen als Integrationsfigur dienen. Das ist schon merkwürdig. Denn alle Handlungen und Gespräche, die Adam von Aures mit dem Enklaven-Perry Rhodan führt, zeigen doch, dass ES auf allen Ebenen manipuliert. Schließlich sind die Enklaven und ihre Bewohner, also auch der dortige Perry Rhodan, nur Spielzeuge der Superintelligenz. Zu glauben, der dortige Rhodan wäre unbeeinflusst, ist dumm.
Nochmal zurück zu den Rhodans. Der Perry Rhodan aus der Enklave ist zunächst kein Doppelgänger. Er hat, das wurde aus den verschiedenen Rückblenden deutlich, ein ganz anderes Leben geführt. Er ist ein anderer Mensch. Ein Gedanke liegt natürlich nahe. Hat das Atopische Tribunal sich geirrt? Wird es der Perry Rhodan aus der Enklave sein, der den Weltenbrand auslöst?
An Selbstbewusstsein, oder soll ich sagen Überheblichkeit, mangelt es dem Perry Rhodan aus der Enklave nicht. Kaum hat er etwas über die Verhältnisse in der Galaxis anno 1551 NGZ erfahren, ist er bereit, das Ruder zu übernehmen. Das war dann doch etwas zu dick aufgetragen.
Dennoch ein gelungener Roman, von dem ich schnell die Fortsetzung in den Händen halten will. Doch nächste Woche, das verrät die Vorschau, geht es zu einem anderen Schauplatz. Die Handlungsebene Milchstraße scheint vielschichtig wie nie.