Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2925

Der Tryzom-Mann – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Nach dem Verlassen der Kunstwelt Wanderer steuert die NEÈFOR mit dem Dolan JASON an Bord das Madurantsystem und dem Planeten Thoo in der Canis-Major-Galaxie an. Der Flug gibt Opiter Quint die Gelegenheit mehr über Zau, den merkwürdigen Begleiter der USO-Agentin Mahnaz Wynter, zu erfahren. Zau vermittelt seine Geschichte auf sehr ungewöhnliche Weise. Opiter Quint ist „dabei“, als er Einzelheiten erfährt.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang auf dem Planeten Lotron. Takerer haben auf dem Planeten ein genetisches Programm am Laufen. Unternehmen Tranat-System beschäftigt zahlreiche Takerer, darunter auch Numun und seine Frau Tavvu. Die Regeln sind hart. Die beiden können keine Kinder bekommen und werden auch vom genetischen Aufzuchtprogramm ausgeschlossen. In dieser Situation wendet sich der Genetiker Guvratosch an Numun und Tavvu. Er verspricht ihnen Kinder. Da das illegal ist, müssen alle mit Verfolgung durch den Geheimdienst Golamo rechnen. Laroschol, ein Agent der Golamo, ist Guvratosch schon lange auf den Fersen.
Numun und Tavvu kündigen ihre Arbeit und sind fortan von Guvratosch und dessen finanziellen Möglichkeiten abhängig. Der Wissenschaftler will eineiige Drillinge mit besonderen Fähigkeiten schaffen. Dazu setzt er auch Gen-Sequenzen einheimischer Spezies von Lotron ein. Die Drillinge sollen später zweigleisig denken können und Pedotransferer werden. Die Drillinge Anme, Mota und Zau werden geboren und Gen-Vater Guvratosch erforscht vom Tag ihrer Geburt an ihre Fähigkeiten. Er ist sehr ungeduldig und hat Angst davor, dass ihm die wissenschaftliche Anerkennung nicht mehr zu Lebzeiten zuteilwird, weil er bereits sehr alt ist. Numun ist sehr stolz auf seine Kinder und schützt sie vor dem Wissenschaftler, wo er nur kann. Vor Tavvu braucht Guvratosch keine Angst haben. Er hat sie heimlich Tablettenabhängig gemacht.
Als die Drillinge drei Jahre alt sind, zeigen sich die ersten Auswirkungen von Guvratoschs genetischen Eingriffen. Die Drillinge sind geistig überdurchschnittlich entwickelt. Anme ist ein Gedankentänzer und Mota entwickelt sich zu einem Pedotransferer. Und Zau kann beides, jedoch in geringerem Umfang. Doch plötzlich steht die Golamo vor der Tür und sie müssen fliehen. Guvratosch packt die Kinder in einen Gleiter und lässt die Eltern zurück, die von Laroschol getötet werden. Auf Porten, den vierten Planeten des Systems setzt Guvratosch seine Forschungen fort. Zau wird zunehmend rebellischer und die Drillinge widersetzen sich immer häufiger ihrem Gen-Vater. Widerwillig, und um die Drillinge zu besänftigen, nimmt er die Takererin Macinda zur Frau, die einen guten Einfluss auf die Kinder hat.
Zaus Fähigkeiten sind schwach. Er kann nur für zwei Minuten einen anderen Geist übernehmen. Sein Körper bleibt dabei stabil und wird nicht zu einer gallertartigen Masse, wie bei anderen Pedotransferern. Nur seine Körperkonturen verwischen. Macinda bringt Guvratosch dazu, die Kinder eine Zeitlang sich selbst zu überlassen. Er beschäftigt sich mit der Intelligenz-Steigerung der Lotron-Baumtänzer und verkauft die Züchtungen, die Gattrasch, um damit Geld zu verdienen. Guvratosch wird älter und arbeitet an einem Geheimplan. Dem Projekt Ruutosch. Wieder ist ihnen die Golamo auf die Spur gekommen. Macinda und Mota werden entführt und begehen in Gefangenschaft Selbstmord. Guvratosch, Anme und Zau siedeln auf dem Planeten Ceinnon.
Die Drillinge erfahren dunkle Details aus Guvratoschs Leben. Dennoch leben sie einige Jahre in Sicherheit, als erneut der Geheimdienst ihr Zuhause angreift. Guvratosch bleibt auf Ceinnon und opfert sich für Anme und Zau, die mit dem Raumschiff RUUTOSCH entkommen. Guvratosch gibt ihnen eine Botschaft mit. Er entschuldigt sich für seine Versäumnisse und bittet um Verzeihung, so wie er Zau verzeiht. Er schickt die RUUTOSCH auf einen Dilatationsflug 200.000 Jahre in die Zukunft. Dort sollen sie nach Ceinnon fliegen, der dann wahrscheinlich ein wichtiger Planet des takerischen Reiches ist. Die Gattrasch sind so konditioniert, dass sie Anme und Zau als Götter anerkennen werden.
Es kommt anders. 1533 NGZ endet der Flug und die Galactic Guardians bringen das Schiff auf. Anme opfert sich für seinen Bruder, der nach Lepso verkauft wird. Er ist der einzige Überlebende der Drillinge. Der Tryzom-Mann. Auf Lepso trifft er die USO-Agentin Mahnaz Wynter, die gegen ein Konsortium ermittelt. Nach einigen Umwegen gelangen beide zur USO und Monkey befördert Zau zum Agenten. Am Ende der Geschichte wird auch für Opiter Quint deutlich, von wo Zau stammt. Lotron ist der takerische Name für Terra!
Ein Detail seiner Geschichte hat Zau nicht verraten. Er war es, der die Golamo nach Ceinnon geholt hat. Er war zornig gewesen. Guvratosch hat seine leiblichen Eltern in Stich gelassen und hat Macinda und Mota auf dem Gewissen. Und doch sind da noch die letzten Worte Guvratoschs. „… so wie ich dir verzeihe, Zau …“.

 

Rezension:
Der Roman von Michael Marcus Thurner knüpft an die Geschichte von Wim Vandemaan an. Nach dem Besuch der Kunstwelt Wanderer wollte Opiter Quint mehr über den merkwürdigen Begleiter von Mahnaz Wynter erfahren. Zau steht etwas überraschend für mich im Mittelpunkt dieser Geschichte. Eben noch Anhängsel einer USO-Agentin und plötzlich Hauptfigur eines Romans? Das könnte bedeuten, dass wir mehr von Zau erleben werden. Sextadim ist wohl das richtige Stichwort.
Eines wiederholt sich in der Perry Rhodan-Serie immer wieder. Tritt eine bestimmte Technologie auf, die die Terraner vor Probleme stellt, wird auch ein Gegenmittel überraschend bereitgestellt. Rein zufällig natürlich. Sind erst letzte Woche Erkenntnisse gewonnen worden, dass die Gemeni etwas mit dem Dakkarraum zu tun haben, holt man diese Woche den Tryzom-Mann aus der (Serien)Vergangenheit. Und zwar speziell aus der Zeit, als die Terraner mit Wesen zu tun bekamen, die den Dakkarraum beherrschten. „Nachtigall, ick hör’ dir trapsen“. Zau wird vielleicht mal den Gemeni auf den Zahn, oder vielmehr auf die Wurzel fühlen.
Von dem Zeitpunkt an, als der Autor das Wort Takerer in seiner Geschichte wie beiläufig erwähnte, entwickelte sich eine anfänglich interessante Story. Einerseits faszinierte mich einmal mehr der Blick auf Geschehnisse in ferner Vergangenheit, auch der Serienvergangenheit. Andererseits war ich natürlich gespannt, wie die Story an die Seriengegenwart anknüpfen würde. Und zu welchem Zweck das geschieht.
Nun, über den Zweck habe ich mit der obigen Vorahnung bereits etwas gesagt. Der Roman selbst verrät nichts darüber. Ich musste auch feststellen, dass die Geschichte nach den erwähnten guten Einstieg dann doch einige Längen aufwies. Mit der Darstellung des Guvratosch hatte ich so meine Probleme. Ein skrupelloser Wissenschaftler? Ja, das war er. Von daher sind die Szenen, als er Macinda ins Haus holt, trotz aller „Erklärungen“ des Autors aus meiner Sicht reichlich merkwürdig geraten. Die Kinder tragen ihm auf, eine Frau zu suchen. Der Mörder und ethisch absolut gewissenlos agierende Mann verliebt sich und steigt mit ihr ins Bett. Das, und die Bauern auf Porten (dem Mars) war schon reichlich verschroben.
Die Geschichte lebt letztlich davon, was daraus für die aktuelle Handlungsgegenwart „benötigt“ wird. Zau sicherlich, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten. Aber auch noch anderes?

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 11

Schachmatt – von Roman Schleifer – Handlung:
Im Dezember 3430 haben Perry Rhodan, Takayo Sukurai, Juki Leann und Darren Zitarra Terminus infiltriert. Sie verfolgen das Ziel, die Daten des Hyperinmestrons aus den Positroniken von Terminus zu löschen und ihre Position festzustellen. Während Takayo Sukurai und Juki Leann den Weg dazu über SCHMIEDE suchen sollen, verdingen sich Perry Rhodan und Darren Zitarra als Kämpfer. Die besten Kämpfer werden nach TERMINUS-ALPHA gebracht, eine Station, die aus 9 Superschlachtschiffen der Imperiumsklasse aufgebaut ist und das Zentrum der Macht darstellt. Der Unsterbliche und der Zeitspringer nehmen in HERR an Ausscheidungskämpfen teil. Beide können sich durchsetzen und werden nach TERMINUS-ALPHA geflogen.
Rhodan ahnt nicht, dass Galbraith Deighton mit dem Vario-400 Tage zuvor auf TROSS angelangt ist. Durch das Kirlian-Leuchten, das die Cynos zur Erinnerungsmanipulation einsetzen, ist der Vario schwer beschädigt worden. Ein zwölfstündiger Neustart zum Abbau der gefährlichen Potentialfelder ist notwendig. Dem Vario stehen jedoch nur noch für neun Stunden Energie zur Verfügung. Dennoch leitet Deighton die Prozedur ein. Nach zwölf Stunden erwacht der Vario wieder und kann sich an alles erinnern. Die beiden Männer versuchen an ein Raumschiff zu gelangen. Dazu wollen sie nach TERMINUS-ALPHA wechseln.
In TERMINUS-ALPHA ist der Cyno Caruso vom Freiheitsbund längst über die Infiltration von Rhodans Gruppe informiert. Mit seiner Bundesschwester Arma Aylom erörtert er die Lage. Eine Unbekannte gibt es. Einer ihrer Brüder wurde ermordet. Caruso will sich Rhodan schnappen.
Perry Rhodan und Darren Zitarra schleichen durch Geheimgänge von TERMINUS-ALPHA. Dabei rettet der Zeitspringer Rhodan bei der Begegnung mit einem Roboter das Leben. Kurz vor einem Positronikraum erwischt es Zitarra. Der dabrifanische Agent wird schwer verletzt. Rhodan betritt den Positronikraum und wird bereits erwartet. Caruso stellt sich ihm vor und nimmt ihn gefangen. Zitarra wird medizinisch versorgt und er und Rhodan eingesperrt. Rhodan Trumpf im Ärmel sticht nicht, denn auch Takayo Sukurai und Juki Leann hat Caruso geschnappt. Mit einem hat Caruso allerdings nicht gerechnet. Die beiden Zeitspringer verschwinden zu einem Sprung in Zukunft und Vergangenheit. Er ist allerdings zu kurz. Nach ihrer Rückkehr nimmt Caruso die beiden mit in ein Labor. Er führt ihnen Psi-Energie zu, um sie für seine Zwecke einzusetzen. Juki Leann soll wertvolle Informationen aus der Zukunft besorgen, um dem Freiheitsbund zum Sieg zu verhelfen.
Auf der CART RUDO sind Alaska Saedelaere und Renier Bievre verunsichert. Als sie an Bord zurückkehrten, regte sich kein Lebenszeichen. Besatzungsmitglieder liegen bewusstlos in den Gängen. Die beiden vermuten, dass das Schiff gekapert wurde und schreiten zur Tat. Über die Belüftungsanlage wird ein Toxin verbreitet, das die Besatzung und die unbekannten Machthaber in den Tiefschlaf versetzen soll. Dumm nur, dass Cynos dagegen immun sind. Caruso überwältigt Saedelaere und Bievre. Mit dem Professor kehrt Caruso nach TERMINUS-ALPHA zurück. Saedelaere wird paralysiert und eingesperrt. Der Zufall kommt ihm zur Hilfe. Ein Cyno, der nicht über ihn Bescheid weiß, liftet neugierig die Maske und wird irrsinnig. Auch andere Cynos verfallen dem Irrsinn. Der noch paralysierte Saedelaere wird plötzlich von einem Roboter durchs Schiff getragen. Saedelaere begreift. Eine weitere Fraktion macht sich dem Umstand mit seinem Gesichtsfragment zunutze. Drei Cynos offenbaren sich ihm. Sie sind Gegner von Terminus.
Bievre wird zu Rhodan gesperrt. Der hat zwischenzeitlich zusammen mit Sukurai vergeblich nach einem Ausweg gesucht. Plötzlich erscheint Juki Leann und „entführt“ Rhodan in Raum und Zeit. Die Zeitspringerin erscheint sehr verwirrt und kann Rhodans Fragen nur mühsam beantworten. Leanns Fähigkeiten sind offensichtlich in unglaublichen Ausmaß gesteigert worden. Sie springt auch durch den Raum. Sie sind an Bord eines rochenförmigen Raumschiffes mit einem Götzen. Es ist das Jahr 3440. Über Datenholos sieht Rhodan einen Sternenschwarm, der in die Milchstraße einfällt. Unzählige Bewohner der Planeten verdummen und sterben. Rhodan sieht die verzweifelten und hilflosen Anstrengungen der Milchstraßenzivilisationen, der Gefahr durch den Schwarm zu begegnen.
Juki Leann bringt Rhodan zurück in die Zelle. Caruso und Arma Aylom besuchen die Gefangenen. Sie geben sich als Cynos zu erkennen. Sie berichten vom Heimlichen Imperium und der Gefahr des Schwarms. Rhodan und das Solare Imperium sollen mit Terminus zusammenarbeiten, um diese Gefahr zu eliminieren. Perry Rhodan muss diese Informationen erst verdauen und er bleibt misstrauisch. Er glaubt nicht, dass die beiden Cynos die ganze Wahrheit gesagt haben. Rhodan soll als erstes Schmitt und Nostradamus finden und ausliefern. Die beiden Brüder würden den Pro-Cynos angehören, die die Milchstraße unterjochen wollen. Er, Caruso würde den Kontra-Cynos angehören, die das verhindern wollen. Sollte Rhodan die beiden Brüder nicht binnen eines Monats finden, würden die Kontra-Cynos sicherheitshalber das Solsystem zerstören, um die Milchstraße zu retten.
Rezension:
„Seht mal, eine Maske!“
Dieser Satz, von einem Cyno ausgesprochen, als er sich dem paralysierten Alaska Saedelaere nähert, ist eindeutig meine Lieblingsszene in dem Roman.
Mit Band 11 bereitet Roman Schleifer die Bühne für das Finale in zwei Wochen. Alle Fraktionen werden in Stellung gebracht. Da sind die Cynos des Heimlichen Imperiums, die nun wissen, wo Terminus liegt. Da ist Alaska Saedelaere und die CART RUDO, die das Heimliche Imperium unfreiwillig unterstützen. Da ist Terminus selbst, der Freiheitsbund der Cynos. Rhodan und seine Truppe. Und nicht zu vergessen Galbraith Deighton mit dem Vario-400. Auf die Figur Takayo Sukurai geht der Autor nur wenig ein. Im Roman zuvor wurde die Leibwächterin als Cyno enttarnt. Und augenscheinlich eine, die nicht dem Freiheitsbund angehört. Denn sonst hätte sie in Terminus, das sie erreichen wollte, längst ein und ausgehen können. Sie ist demnach ein Mitglied des Heimlichen Imperiums und mit Schmitt und Nostradamus assoziiert. Vielleicht sogar mit einem von beiden identisch.
Wie dem auch sei. Mit Band 11 steuert der Mini-Zyklus dem Höhe- und Endpunkt zu. Die unterschiedlichen Figuren, Charaktere haben es gemeinsam ans Ziel geschafft. Die andersgearteten Motive der Figuren, insbesondere die Gruppe Rhodan, sorgten in allen bisherigen Romanen für Reibungspunkte. Für den vorletzten Band hätte ich mir das klein-klein an gegenseitigen Animositäten mit denen Roman Schleifer das Duo Rhodan/Zitarra begleitet etwas zurückhaltender gewünscht. Nicht etwa aus der Welt, aber reduziert auf entscheidende Momente des gemeinsamen Vorgehens. So aber war jeder Satz, jede Aktion und jede Beschreibung von der Abneigung geprägt, die der Zeitspringer Rhodan gegenüber empfindet. Das ging mir nach ein paar Seiten ziemlich auf die Nerven.
Leider setzt der Autor bei der Begegnung Carusos mit Rhodan erneut auf die gleiche Masche, wie zuvor das Herausstellen von Rhodans vermeintlichen Schwächen und dem Überlegenheitgebaren. Gut hingegen hat mir gefallen, dass Roman Schleifer keinen Respekt vor Perry Rhodan zeigte. Er nutzt seine Figur Zitarra genüsslich, um den Unsterblichen und Sympathieträger der Massen ein ums andere Mal eins auszuwischen. Auch hier ein Tick zu oft aber es war mal was anderes. Und anderes mag ich. Dann wieder ein Umschwung und der Autor garniert uns den selbstgefälligen Rhodan, der den Weg aus dem Gefängnis finden wird, um siegreich zu triumphieren. Das war mir zu blasiert.
Später werden Rhodans Überlegungen stellenweise nicht mehr nachvollziehbar. Der Terraner sucht nach einen Ausweg. Takayo Sukurai und er sind alleine in der Zelle, da die Zeitspringer inzwischen die Aufmerksamkeit Carusos auf sich gezogen haben. Rhodan und Sukurai finden keinen Ausweg. Rhodan überlegt alleine weiter, da Sukurai eingeschlafen ist. Der Unsterbliche setzt seine Hoffnungen in die CART RUDO. Doch das war zu diesem Zeitpunkt der Geschichte falsch. Denn etliche Kapitel zuvor hatte Caruso die Karte CART RUDO bereits ausgespielt und in seiner arroganten Art Rhodan auch genüsslich präsentiert. Rhodan wusste da also schon über die CART RUDO Bescheid. In dieser Situation wird nun auch Professor Bienlein, äh Bievre in Rhodans Zelle geschubst. Dem Terraner entgleiten die Gesichtszüge. Mit der CART RUDO wird’s also nichts. Aber wie gesagt, das wusste der Leser/Rhodan eigentlich schon. Und nun reagiert Rhodan mit einer plötzlich vorausbedachten alternativen Lösung, die er sich, so teilt uns der Autor mit, irgendwann ausgedacht hat. Und die das Szenario mit der CART RUDO mit einschloss. Und die uns der Autor nicht verrät. Da bin ich mal auf Band 12 gespannt.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2924

Das Rätsel des Sprosses – von Michelle Stern – Handlung:

Reginald Bull ist mit mehreren Galaktikern an Bord des Sprosses YETO gegangen, der nach seiner Flucht von Terra plötzlich auf der 308 Lichtjahre entfernten Welt Damona aufgetaucht ist. Die Gemeni haben erneut Zellaktivatoren ausgelobt. Und Bull will mit dem Bhal des Sprosses einen besonderen Deal aushandeln. Er will seinen Aktivator im Austausch gegen Aktivatoren der Gemeni anbieten. Mit drei Begleitern wird der Unsterbliche in das Librationsgewölbe geführt, einem ungewöhnlichen Ort und womöglich das Zentrum des Sprosses. Korin Anderlei, Guy Tosser und Reginald Bull sind fasziniert von einer Struktur, die das Librationsgewölbe beherrscht. In seinem inneren wogt ein unbekanntes Medium oder eine unbekannte Energie. Toio Zindher erkennt noch mehr. Sie meint, etwas Lebendiges vor sich zu haben, etwas, das darauf lauert, zuzuschlagen. Und es scheint eine Verbindung ins Solsystem nach Terra zu geben. Bull schlägt dem anwesenden Bhal Haddhunis einen Handel vor. Fünf Zellaktivatoren der Gemeni gegen seinen chaotarchisch geprägten Chip. Zur Überraschung Bulls scheint der Bhal nicht zu wissen, dass es über seiner Superintelligenz GESHOD noch höhere Mächte gibt. Der Bhal gewährt drei ZA, wobei Bull einen davon an eine Person außerhalb des Sprosses anbieten darf. Bull will jedoch ein Gerät zunächst testen und Bhal Haddhunis erbittet sich Bedenkzeit.

Derweil hat die Anwesenheit des Sprosses auf dem Planeten Damona Auswirkung auf die einheimische Planetenbevölkerung. Das friedliche Volk der Gatraxen scheint im Banne des Sprosses zu stehen. Die einen wollen so rasch wie möglich an Bord, die anderen so rasch wie möglich außer Reichweite des Schiffes gelangen. Nur der Gatrax Pellexer ist nicht beeinflusst. Er sucht Hilfe bei den Terranern. Der Administratorin kommt zugleich eine Idee. Bislang war es den Galaktikern nicht gelungen, einen Kantor-Kompakt-Sextanten auf den Spross zu bringen. Der Haluter Icho Tolot hat ein Gerät in drei Teile zerlegt und man hofft nun, damit die Wahrnehmungsschwelle der Gemeni zu unterlaufen. Pellexer soll das erste Teil an Bord bringen und gleichzeitig Bull eine Nachricht übermitteln. Denn Tolot hat eine Hypothese zum Spross aufgestellt und Bull soll mit dem Sextanten weitere Daten liefern.

Bull, Zindher und Tosser haben endlich das KIS-Team gefunden. Maiwenn Parillaud, Bontin Whistler, Peguy Burns und Jonathan Bolajetta sind allesamt ZA-Träger. Misstrauen beherrscht die kleine Truppe. Auch Misstrauen gegenüber Bull und seinen Begleitern. Whistler scheint aufrichtig zu sein. Er betrachtet die Unsterblichkeit als Fluch. Trotz der Ressentiments will man zusammenarbeiten. Von der Familie Yeto gibt es keine Spur. Angeblich haben sie den Spross verlassen.

Nach Ablauf der Bedenkzeit bekommt Bull den versprochenen ZA für drei Tage zur Probe. Wenn er zufrieden ist, bekommt er im Austausch zwei weitere ZA für seine Frau und sein Kind gegen seinen Chip. Anderlei und Zindher untersuchen das Ei. Es scheint tatsächlich echt zu sein. Da trifft der Gatrax Pellexer ein und überbringt das erste von drei Teilen des Sextanten. Bull ist elektrisiert von Tolots Erkenntnissen, der glaubt herausgefunden zu haben, wie der Spross größer wurde. Als auch die anderen Teile an Bord sind, fügt Bull die Teile zusammen und startet das Gerät. Nach der Messung wird das Gerät zerlegt und zusammen mit den gewonnenen Daten zurück zum Haluter gebracht. Man hat nun eine ungefähre Vorstellung davon, wie der Spross gewachsen ist. Im Samenkorn muss eine winzige Maschine gewesen sein, die möglicherweise mit der Psi-Quelle identisch ist. Die Psi-Quelle zapft ein Depot im Dakkarraum an und integriert die daraus geschöpfte Materie in den Spross. Die Maschine wird als Rekollektor bezeichnet und ist wohl mit der Struktur im Librationsgewölbe identisch. Bull entwickelt einen Plan, den Tolot umsetzen soll. Die Impulse, die der Kantor-Sextant aus dem Dakkarraum empfängt, sollen modifiziert und gespiegelt werden. Man will wissen wie der Spross darauf reagiert.

Die Reaktion ist heftig. Als Tolot und die Wissenschaftlerin Temmo aus einer LAURIN-Jet heraus den Sextanten in Betrieb nehmen und die Daten die er empfängt, spiegeln, transitiert der Spross YETO ins All und vernichtet die Space-Jet. Tolot und Temmo überleben nur knapp.

Auf der YETO spürt die Vitaltelepathin Zindher so etwas wie Angst, die das Schiff durchfährt. Die Vitalaura wird gestört. Nach zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Die Galaktiker können die Gatraxen davon überzeugen, den Spross zu verlassen. Bull erfährt von Tolots Einsatz und ist zuversichtlich, etwas gegen die Gemeni in der Hand zu haben. Und noch eine Nachricht trifft ein. Imperator Bostich hat im Giromsystem mit dem Angriff auf den Spross KYLLDIN begonnen. Die Dinge spitzen sich zu.

 

Rezension:

Es sind zwei Elemente, die den zweiten Teil von Michelle Sterns Doppelband beherrschen. Es werden ein paar Erkenntnisse zu dem Spross, bzw. seinem Wachstum gewonnen. Und Unsterblichkeit macht einsam und misstrauisch.

Eine der Haupteigenschaften, die ein Perry Rhodan-Autor mitbringen muss, ist sicherlich Antworten auf drängende Fragen zu verzögern. Mit den Geschichten über die Gemeni und den Sprossen wurden nun schon etliche Romane in diesem Zyklus gefüllt. Die waren allesamt gut geschrieben und auch spannend. Insbesondere die Figurenkonstellationen, die in den Einsatz geschickt wurden, wussten zu überzeugen.

Michelle Stern zögert ebenfalls die Antworten hinaus. Das macht sie ganz geschickt, wenngleich die Verzögerungen sicherlich durch die Exposés gesteuert werden. Immer neue Figuren werden auf den oder die Sprosse losgelassen. Da sie untereinander keinen oder nur gelegentlichen oder eingeschränkten Kontakt haben, können auch keine Informationen ausgetauscht werden. Das „Entdecken“ eines Sprosses kann also mehrmals geschildert werden und unterscheidet sich dann jeweils in den Figuren und deren geschilderten Empfindungen.

Irgendwann aber muss dieses Spiel auch mal zu Ende gespielt werden. Michelle Stern lässt nach diversen Verzögerungen zwei der Forscherteams im Spross YETO aufeinandertreffen. Und entfaltet dabei das Misstrauen, das diese Geschichte von da ab befeuerte. Toio Zindher misstraut Korin Anderlei, die wiederum Bull und seiner Frau misstraut. Das KIS-Team misstraut sich gegenseitig und anderen ZA-Aspiranten. Maiwenn Parillaud misstraut Bull und Zindher. Anderlei misstraut Parillaud. Und Guy Tosser misstraut Parillaud und Zindher, während Bull den Gemeni-Zellaktivatoren misstraut, aber seinen eigenen gerne hergeben möchte. Habe ich was vergessen?

Letzte Woche schrieb ich, dass ich es merkwürdig finde, dass die Gemeni-ZA so wenig Misstrauen erzeugen. Sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei Bull, der doch seine Unsterblichkeit bei dem Tausch aufs Spiel setzt. Umso stärker ist dieses Element nun in dieser Geschichte präsent gemacht worden. Und auch zu meiner Ansicht, Tolot sei zu einer Mischung aus Schoßhündchen und Babysitter degradiert worden, gibt Michelle Stern Kontra. Sie schildert Tolot endlich als Techniker und als Wissenschaftler und nur ein klein wenig noch als Babysitter. 🙂

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.