Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3071

Xirashos Tiefen – von Michelle Stern
Atlans Einsatz auf Sisden endete in einem Fiasko. Er konnte Jasmyne da Ariga nicht befreien. Und Gucky ist zudem den Entführern ebenfalls in die Hände gefallen. Mit der THORA nimmt der Arkonide die Verfolgung auf. Der SERUN des Ilts ist mit einem verborgenen Trackingsystem ausgestattet. Dessen Signalen ist die THORA zu einem Sternsystem an der Grenze zum Halo der Milchstraße gefolgt. Der Stern wird von sieben Planeten umkreist. Einer ist ein Gasriese und heißt Xirasho. Hier endet vorläufig die Spur zu Gucky. Das System gehört den Asaran. Zwei Augenraumer der Cairaner halten sich hier auf. Atlan hat den Verdacht, dass in der Atmosphäre des unwirtlichen Gasriesen etwas verborgen ist. Mit einer ZALTERTEPE-Jet dringt er in die Tiefen Xirashos vor.
Zu seinem Team gehören der Oxtorner Jothan Ondroski und der Swoon Timberlan. Der Mikrotechniker hat einen Spezial-SERUN gebaut, der Atlan im Gefahrenfall einen Einmal-Transmitter-Sprung erlaubt. Während Atlans Team durch Xirashos Gashülle navigiert, ist es Jasmyne da Ariga gelungen, sich aus der Gefangenschaft des Tomopaten Ly zu befreien. Schon bei ihrer ersten Flucht hatte sie entdeckt, dass auf diesem Gasriesen Hyperkristalle abgebaut werden. Diese sind jedoch von minderer Qualität. Für den Aufwand, den die Cairaner betreiben, muss es noch einen anderen Grund geben.
Mit einigen Schwierigkeiten sind Atlan, Ondroski und Timberlan zu den Abbaustationen der Cariraner vorgestoßen. Atlan wird erneut mit den Tomopaten Ly und Genner konfrontiert. Die beiden Entführer stellen Forderungen an den Unsterblichen. Unklar bleibt, ob die Tomopaten auf eigene Rechnung arbeiten oder mit den Cairanern paktieren. Atlans Ziel ist klar. Er will Jasmyne da Ariga retten, Gucky befreien und herausbekommen, was die Cairaner in Xirashos Tiefen treiben. Der Unsterbliche erlebt eine faustdicke Überraschung.
 
Das Verhalten der Entführer habe ich nicht so richtig begriffen. Mir ist auch nicht klar, woran das liegt. Vor der Zusammentreffen mit Ly und Genner war ein kleiner Handlungssprung, der mich zusätzlich irritierte. Wenn der Autorin daran gelegen war, das Verhältnis der Tomopaten gegenüber den Cairanern noch nicht zu lüften, dann war das entsprechende Kapitel zu holprig geschrieben. Wenn die Tomopaten ihre Forderungen ernst meinen, dann werden sie plötzlich anders geschildert als in den früheren Romanen, in denen sie eiskalt berechnend auftraten oder als erbarmungslose Killer.
Die Information über Jasmyne da Arigas Entstehung und Atlans Entdeckung in Xirashos Tiefen am Romanende sind mal wieder kleine Puzzlestücke für das Gesamtbild des Zyklus. Sie laden zum Spekulieren ein. Aber mir fehlen auch hier Teile, die ich damit verbinden kann. Und ich habe keine Ahnung an welcher Stelle des zu legenden Bildes letztlich diese neuen Teile platziert werden müssen.
Der zweite Band des Doppels von Michelle Stern konnte mich von Anfang an stärker fesseln. Im Grunde genommen mit den gleichen Zutaten wie der Vorgänger ausgestattet, zeigt Xirashos Tiefen mehr Ecken und Kanten, wirkt nicht so neutral wie sein Vorgänger und zeigt mehr Biss. Die Geschichte wirkte insgesamt dynamischer auf mich. Atlans Liaison mit der Pilotin Kaery Evans kommt zwar etwas eindimensional daher, dafür wurde der Swoon im Team auffälliger charakterisiert als die Begleiter des Arkoniden zuletzt. Die Epsalerin und der Oxtorner konnten im Vorgängerheft nicht so richtig punkten. Mit Ondroski kann sich Timberlan dagegen frotzeln, was der Geschichte ebenfalls zugutekam. Auf guten Niveau ist auch die Darstellung der Figur Jasmyne da Ariga. Obwohl die Figur durch ihre körperliche Schwäche gehandicapt ist, wirkt ihre Darstellung sehr lebendig. Der Roman zeigt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Roman der Vorwoche.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 08

Das Gelbe Universum – von Ben Calvin Hary
Die SOL hat eine Botschaft von A-Kuatond erhalten. Die Ritterin ist in einem entfernten System auf ein ihr unbekanntes Objekt gestoßen. Die Besatzung der SOL erkennt darin eine Dienstburg TRAITORS. Zerbone identifiziert die Station als VAMTHUS. Sie ist seit Jahrtausenden außer Betrieb und weitgehend ausgeschlachtet worden. Zu einer Dienstburg gehören 13 Transversal-Umsetzer. Zwölf dieser Gerätschaften fehlen auf der entdeckten Dienstburg. Man vermutet, dass sie auf die Stationen rund um das Sphärenlabyrinth gebracht wurden. Diese Entdeckung mündet in einen Plan. Als Dantons Team entdeckt hatte, dass PEW-Metall eine große Rolle für die Aktivitäten TRAITORS spielen würde, hatte man sich aufgemacht, herauszufinden, wohin das seltene Element gebracht wird. Die transuniversale Schleuse im Sphärenlabyrinth wurde jedoch schwer bewacht. Der Plan sieht nun vor, den einzigen verbliebenen Transversal-Umsetzer auf VAMTHUS in Betrieb zu nehmen und mit Hilfe der Kompantin Kalfa darüber einen Weg in jenes Universum zu finden, in das das PEW-Metall transportiert wird.
Roi Danton bricht erneut mit seinem Team an Bord der CALAMAR auf, um den Transversal-Umsetzer zu aktivieren. Mit an Bord sind Ennyas Anchi, Mahlia Meyun und der Kuum. Die drei Solaner sind als Evolux-Geborene unempfindlicher gegenüber Strangeness-Schocks. Denn ein solcher steht der Besatzung der CALAMAR bevor. Da sie nicht über das Sphärenlabyrinth reisen können, müssen sie den Strangeness-Schock erdulden. Die Mission der Solaner geht in das gelbe Universum. In diesen seltsamen Raum wird das PEW-Metall gebracht. Und in diesem Universum muss sich Ennyas Anchi beweisen. Denn dort erwacht eine unglaubliche Macht. Der neue Heerführer der Terminalen Kolonne. TRAZUL ist der neue Chaopressor TRAITORS.
 
Der Roman von Ben Calvin Hary mutet stilmäßig wie eine Fortsetzung von Band 3 an. In Zielpunkt Nebelzone hat Olaf Brill die Figur des Ennyas Anchi eingeführt. Und Ben Calvin Hary schildert seine Geschichte aus dem gleichen Blickwinkel dieser Figur. Beinahe widerwillig muss ich dem Autor bescheinigen, dass er die Figur so „getroffen“ hat, wie sie von Olaf Brill charakterisiert wurde. Meine Ablehnung will ich jedoch nicht verbergen. Wenn ich SF-Romane dieser Art konsumiere, dann will ich mich unterhalten lassen. Figuren, die mich jedoch eher ärgern, als unterhalten, trüben meinen Lesespaß.
Ennyas Anchis Charakterisierung, seine spezielle Gefühlswelt, vor allem seine Selbstwahrnehmung sind nicht unbedingt das, was ich gerne lese. Wenn Figuren dieser Art geschildert werden, hat es natürlich eine Berechtigung. Es wäre langweilig, immer nur taffe Helden zu schildern, die ohne zu zögern oder einen Gedanken an ein Scheitern zu verschwenden, auf ihre Missionen gehen und die unglaublichsten Gefahren meistern. Ennyas Anchi ist anders. Er ist ein Angeber, ein Blender und ein Lügner. Und die anderen Figuren wissen das. Dennoch wird er geduldet. Hat die Figur also etwas, dass sie im entscheidenden Moment aus der Masse der Spezialisten an Bord heraustreten lässt und damit seine Auswahl, an der Mission teilzunehmen, rechtfertigt? Nach der Lektüre von Heft 3 und diesem Heft hier, lautet meine Antwort: Nein. Er ist einfach nur die nervige Figur, für die zwei Autoren ein Faible entwickelt haben. Meine Sympathie gewinnt diese Figur nicht. Es wurden in der Serie schon Mörder, Folterer und Weltenzerstörer geschildert, die anziehender auf mich wirkten als Ennyas Anchi.
Die Story wurde hauptsächlich von dieser Figur getragen. Der Einsatz auf der Dienstburg, als es darum ging, den Transversal-Umsetzer zu aktivieren, geriet zunächst nach meinem Geschmack. Auch da war Ennyas Anchi mit von der Partie. Doch der Fokus lag auf Action und einem bestimmten Ziel. Nämlich der Überleitung zum eigentlichen Inhalt des Romans. Diese Vor- und Rückblende mit den „gefühlt hundert Jahren“ hat der Autor geschickt hingekriegt. Danach manövriert Ben Calvin Hary seine Figuren in eine ausweglose Situation, die zweierlei bewirkt. Die Kommandostruktur ändert sich und rückt Ennyas Anchi in die entscheidende Position. Und ein Mitglied des Teams wechselt die Seiten. In der späteren Gefangenschaft machen die Solaner zudem Bekanntschaft von zwei Wesen, deren Motive ihnen unklar sind.
Ben Calvin Hary bemüht sich fortan, die Zugehörigkeit der Figuren zu der einen oder anderen Seite möglichst lange zu verschleiern. Wer steht auf Seiten TRAITORS oder hat sich den Chaos-Mächten zugewandt? Dabei übertreibt es der Autor. Als Ennyas Anchi erkennt, dass er von Zerbone und Pon-Tarna getäuscht wurde, bleibt die grundlegende Frage unbeantwortet. Die Frage nämlich, warum Zerbone nicht schon früher eingegriffen hat? Der Autor schildert es so, dass Zerbone einen Plan hatte, durch die Flucht der drei Solaner aus dem Gefängnis aber überrascht wurde. Nur hat sich Zerbone ja selbst an der Verfolgung der Solaner beteiligt und als diese die begleitenden Soldaten ausgeschaltet hatten, wäre der Weg für ihn frei gewesen, sich zu offenbaren. Aber er zieht sich zurück. Später in dem Turm hätte es für ihn bis zum Bau der Bombe und bis zu deren Explosion massig Gelegenheit gegeben, auf die Solaner zuzugehen. Natürlich wäre das nicht dramatisch gewesen, wenn sich Zerbone so früh offenbart hätte. Aber so wirkt das Geschehen arg konstruiert. Das „Ergebnis“, die Freisetzung des Chaopressors, hat die Dramaturgie ermöglicht. Aber es war schon arg dumm, wie Zerbone, der Wurm und Anchi hier zusammenwirkten.
Nicht in die Geschichte passten die geschilderte Technik und das Auftreten TRAITORS. Ein Geschwader Traitanks beißt sich an den HÜ-Schirmen der Korvette die Zähne aus. Mag ja sein, dass der Algorrian die Schutzschirme ebenfalls verstärkt hat. Aber so? Das passte einfach nicht. Als die Solaner mit dem Traitank flüchten wollen und von TRAITOR-Soldaten aufgehalten werden, erwidern diese das Feuer der Solaner nicht, um den Traitank nicht zu beschädigen. Wohlgemerkt mit Handfeuerwaffen. Dabei bestehen die Kampfschiffe der Terminalen Kolonne aus Ricodin, dem härtesten Werkstoff. Pon-Tarna erinnerte mich entfernt an den positronischen Wurm Posimon aus der Stardust-Miniserie. Wieder so ein Allrounder, ohne dem es nicht läuft. Der Wurm konnte ein bisschen zu viel.
In Erinnerung geblieben ist mir der bildhafte Vergleich von dem Hündchen, das sich einen Herrn züchtet, damit dieser das Hündchen an der Leine führen kann. KOLTOROC bekommt also einen Nachfolger. Leider war der Roman ansonsten nicht so mein Fall.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3070

Die Physik des Friedens – von Michelle Stern
Atlan ist von Monkey über die wahre Identität der Arkonidin Jasmyne da Ariga in Kenntnis gesetzt worden. Sie ist die Tochter von Gaumarol da Bostich und der echten Jasmyne da Ariga und somit Atlans Enkelin. Der Arkonide ist dennoch bereit, sie zu befreien, nachdem sie von den Tomopaten Ly und Genner entführt wurde. Der Unsterbliche ist sich bewusst, dass die Cairaner ihn haben wollen und er somit offenen Auges in eine Falle geht.
Noch aber hält der Mascant die Stellung an der Bleisphäre. Er benötigt Rückendeckung, wenn er seine Enkelin befreien will. Der Thantur-Baron ernennt Markul agh Fermi zum De-Keon’athor. Damit ist der Arkonide formal berechtigt, Atlan zu vertreten. An der Bleisphäre erscheint ein Schiff der Asaran. Dieses junge Volk wird von den Cairanern gefördert. Die Botschaft der Asaran ist eindeutig. Sie haben Jasmyne da Ariga und wollen mit Atlan in Verhandlungen treten. Auf dem Planeten Sisden. Atlan verlässt die TARTS und bekommt von Reginald Bull die THORA zum Flug nach Sisden zur Verfügung gestellt. Per Kurier bekommt der Arkonide auch den Kristall ausgehändigt, der für seine Enkelin wegen seiner Vitalenergie lebensnotwendig ist. Die Epsalerin Mauran Fassler, der Oxtorner Jothan Ondroski und Gucky bilden Atlans Team.
Auf Sisden findet eine Konferenz statt. Die Physik des Friedens ist das Thema und lockt Vertreter verschiedener galaktischer Völker dorthin. Atlans Team macht Maske. Der Arkonide hat die Absicht, einen der Tomopaten habhaft zu werden. Tomopaten sind selten und Ly und Genner treten stets zusammen auf. Der Unsterbliche glaubt, dass er den anderen Tomopaten dadurch erpressbar macht.
Auf Sisden kommen sie in Kontakt zu Unterhändlern der Tomopaten. Ein Gefirne namens Shattka Agheff und der Asaran Trupar treten in Verhandlungen mit Atlan. Atlan schafft es, dass auch Ly und Genner frühzeitig ihre Deckung fallen lassen müssen. Doch der Arkonide ist von den folgenden Ereignissen überrascht. Agheff und Trupar zeigen Fähigkeiten, die sogar den Ilt überrumpeln. Und die beiden Tomopaten zeigen einmal mehr ihre Gefährlichkeit. Atlan muss erkennen, dass nicht er das Ziel der beiden Tomopaten ist.
 
Meine kurze Einführung in den Roman von Michelle Stern, der den ersten Teil eines Doppelbandes bildet, lässt diverse Blickwinkel außer Acht. Die Geschichte wird von mehreren Figuren getragen. Atlan ist eine davon. Die andere ist Jasmyne da Ariga, die sich in Gefangenschaft befindet. Eine dritte Partei bilden die beiden Tomopaten. Insbesondere mit der Sicht von Ly werden von der Autorin ein paar Einblicke in das Denken eines Tomopaten geliefert. Ly spielt ein Spielchen mit seiner arkonidischen Gefangenen. Er lässt sie, ohne dass Genner davon weiß, fliehen. Er stellt ihr Aufgaben, die ihr Wissen einbringen sollen. Jasmyne da Ariga schöpft daraus die Hoffnung, vielleicht doch entkommen zu können. Welche Absichten Ly genau verfolgt, bleibt ein Stück weit unklar. Ein Motiv seiner computerspielmäßig aufgezogenen Spielwelt ist Langeweile. Aber das alleine ist es wahrscheinlich nicht.
Die Story war einigermaßen unterhaltsam. Es fehlten mir auch hier Zyklusantreibende Elemente. Zumindest traten keine augenfällig in Erscheinung. Die seltsame Beobachtung von Jasmyne da Ariga kann ich nicht einordnen. Auch nicht, ob die Tomopaten auf eigene Rechnung handeln. Hier muss ich wohl den nächsten Band abwarten.
Die Bewertung des Romans fällt mir diesmal nicht leicht. Die Geschichte ist nicht Fisch und ist nicht Fleisch. Atlan ist gewohnt dargestellt, vielleicht zu gewohnt. Gucky lässt Roboter kreisen, um im entscheidenden Moment zu versagen und der Geschichte eine andere Richtung zu geben. Er hält die üblichen flapsigen Sprüche parat. Vielleicht zu flapsig. Und zu üblich. Mit Ly erleben wir einen Tomopaten hautnah. Könnte auch ein Terraner sein. Ein bisschen mehr Aggressivität in diese Figur hätte die Geschichte aufgewertet. Aber so war ausgerechnet der unberechenbare Killer mir ein wenig zu zahm. Die Epsalerin und der Oxtorner taten auch nichts Falsches. Aber sie waren das übliche Beiwerk. Vielleicht zu üblich. Ich erwartete nichts von den beiden Figuren. Die Asaran waren der Hintergrund der Geschichte. Ein nettes Völkchen. Mehr aber nicht. Die Geschichte war einfach auf Durchschnitt getrimmt. So kam sie bei mir an.