Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2975

Der Herr der Zukunft – von Kai Hirdt – Handlung:
Die GOS’TUSSAN II ist schwer beschädigt und Gucky hat Atlan und Sybren Spira in die Neptunatmosphäre teleportiert. Die Kunstwelt Wanderer existiert noch und ist in einem unbestimmten Zustand. Dann explodiert das ehemalige Flaggschiff des Imperators und der Ilt bringt alle in Sicherheit. Ein Beiboot der THARSOON bringt sie nach Neo-Ganymed. Toio Zindher soll helfen, Bostich aufzuspüren. Atlan will ihn wegen des denkbaren Weltenbrandes aus dem Solsystem schaffen, bevor Perry Rhodan eintrifft und alle Kardinal-Fraktoren versammelt wären.
Derweil wird der Perry Rhodan aus der Wanderer-Enklave mit einer Biophore behandelt. Dem Techno-Mahdi ist die Duplizierung der Biophore gelungen und eine setzt er nun zur Heilung der ÜBSEF-Konstante Rhodans ein. Zudem bekommt Rhodan den Zellaktivator Ronald Tekeners eingesetzt. Als Bote war es Lotho Keraetes Aufgabe, die Geräte, die zur SI zurückkehrten, zu verwalten. Der Metallmann, Adam von Aures und Enklaven-Rhodan wollen nun zu Wanderer vorstoßen. Die Kunstwelt soll aus der Biophore ein Eiris-Substitut herstellen. Keraete, Adam mit den Homunk-Armen und Perry Rhodan bringen zu dritt die notwendige Legitimation auf. Unterstützt von den Muirden setzt Rhodan die Biophore bei Wanderer aus. Einige der Wesen sterben. Weder Keraete noch Adam kümmert das, als Rhodan zur FLORENCE LAMAR zurückkehrt. Rhodan will bei nächster Gelegenheit fliehen und nach Wanderer zurückkehren.
Atlan und sein Team sind auf die MALCOLM SCOTT DAELLIAN gewechselt. Der Forschungsraumer bietet die aktuell beste Ausstattung, um den Ereignissen um Wanderer auf den Grund zu gehen. Die Zwillinge Colina und Veluna Fetoshi, Spezialisten für 5D-Forschung und 5D/6D-Interferenzphänomene unterstützen Atlan. Die Schwestern sollen zunächst jedoch versuchen, die FLORENCE LAMAR zu entdecken, die unzweifelhaft dem Untergang der GOS’TUSSAN II entkommen ist. Tamareil leistet Hilfe, denn sie entdeckt Spuren einige Hunderttausend Kilometer von Neptun entfernt. Dort angekommen, stößt die MS DAELLIAN weiter zu Wanderer vor, der von der terranischen Flotte eingekreist ist. Toio Zindher entdeckt eine Spur zu Bostich und einem unbekannten Zellaktivatorträger. Atlan ist alarmiert. Die Fetoshi-Zwillinge, denen das Projekt Genesis von Last Hope bekannt ist, erkennen, dass bei Wanderer mit Biophoren gearbeitet wird. Toio Zindher entdeckt Bostich und Gucky springt mit ihr und Atlan an Bord der FLORENCE LAMAR. Sie entdecken den ehemaligen Imperator, der nun fast die Statur eines Haluters hat. Gucky espert, dass das Denkgeäder in Bostich auf Höchstleistung läuft. Er sieht Entwicklungen tausende von Jahren voraus. Diese Leistung lähmt seinen Körper und lässt den Zellaktivator ausbrennen. Bostich ist in Gedanken der Herr der Zukunft. Während Atlan zurückbleibt, springt Gucky mit Bostich und Toio zur MS DAELLIAN.
Atlans Aufenthalt wird nun doch entdeckt. Beobachtet von Enklaven-Rhodan in seiner Kabine, der eigentlich nur eingeschränkt Zugriff auf die Schiffssysteme hat, betritt Adam von Aures den Raum, in dem sich der Unsterbliche aufhält. Es kommt zum Gespräch, in dem Atlan deutlich macht, dass er die Ziele Adams durchaus verstehen kann, seine Methoden jedoch ablehnt und das Risiko für zu hoch hält. Atlan erfährt von Enklaven-Rhodan, von dem er zwar schon durch Opiter Quint gehört hatte, ihn aber hier nicht vermutete. Atlan stellt die Forderung nach Auslieferung von Rhodan, die Adam ablehnt. Gucky erscheint und teleportiert Atlan in Sicherheit. Doch Substanz von Adam haftet sich an den Ilt an. Enklaven-Rhodan ist von Atlan enttäuscht. Als Lotho die Hilfe von Rhodan einfordert, lehnt dieser ab.
An Bord der MS DAELLIAN beobachtet man die Vervielfältigung der Biophoren auf Wanderer. Die Rate steigt exponentiell an. Als Bostich erwacht, befreien sich auch die Nanogenten Adams und können trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu Bostich vordringen und ihn töten. Die Spiralgalaxis, die sich aus seiner Schulter löst, strebt zu Wanderer. Dort nimmt sie die Biophoren bzw. die damit gebildete Proto-Eiris auf. Und dehnt sich schließlich mit Überlichtgeschwindigkeit aus, um die ganze Milchstraße zu fluten. Atlan und Bull befürchten, dass der Weltenbrand begonnen hat.
 
Rezension:
Es ist eher selten, dass ich mir Gedanken über den Titel eines Romans mache. Zu häufig musste ich es schon erleben, dass die Titel nur wenig mit den eigentlichen Inhalten zu tun hatten. „Der Herr der Zukunft“ beschäftigte mich dann doch. Zumal der Untertitel verriet, dass Bostich dieser Herr sein würde. Mit dem Werdegang des arkonidischen Imperators, seit der seltsamen Operation in Larhatoon, wusste ich nicht immer etwas anzufangen. Und irgendwie, so mein Eindruck, wusste auch die Autorenriege nicht so genau, wohin sie mit dieser Figur eigentlich wollte. Die Umwandlung war ein Prozess, der gerne mal einzelnen Geschichten den Touch des Geheimnisvollen, des Bizarren, des Phantastischen gab. Mehr aber nicht. Nun wurde der Figur ein Ende geschrieben. Eines, das noch nicht mal eine Hinterlassenschaft hat. Sieht man vom Weltenbrand ab.
In der obigen Handlungszusammenfassung kommt das Schicksal Bostich etwas zu kurz. Denn der Autor lässt uns in einigen Einschüben an den letzten Gedanken der Figur partizipieren. Das war durchaus interessant, wenngleich die Erkenntnisse, die Gucky empfängt, dramatischer hätten wirken sollen, als sie es letztlich taten. Dazu war das Geschehen aus der Perspektive der anderen Protagonisten letztlich zu kurz beleuchtet.
Enklaven-Rhodan spielt mal wieder eine größere Rolle. Es ist weiterhin eine Statistenrolle. Biophoreheilung und die Verleihung des ZA ändern daran nichts. Zu beiläufig wurden diese Ereignisse erwähnt. Rhodan 2 ist kein Einfaltspinsel. Seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen zeigen das deutlich. Er ist misstrauisch. Allerdings währt der Zustand der Figur, die immer nur beobachtet, mitläuft und sich Gedanken macht, für meinen Geschmack schon zu lange an. Wann handelt Enklaven-Rhodan endlich? Nur kurz währte das Aufbegehren in diesem Roman. Und dann ist es ausgerechnet Atlan, der dem kurzen angedachten Alleingang des falschen Rhodans, einen Strich durch die Rechnung macht und die Figur wieder ins Grübeln bringt.
Dem Techno-Mahdi gelingt übrigens problemlos, woran alle Wissenschaftler der Terraner vorher scheiterten. Nämlich die Biophore für seine Zwecke einzusetzen. Sie zu duplizieren, sie zur Heilung einzusetzen und sie von Wanderer massenhaft produzieren zu lassen. Nur zum Teil lassen sich die Erfolge durch die Zusammenarbeit mit Lotho Keraete begründen, die in einer WG der Stadt Auris wohl Pläne schmiedeten. Aber auch für einen Boten der SI sollte Kosmokratentechnik eine Nummer zu groß sein. Abgesehen davon, dass Adam von Aures und seine Anhänger mit den technischen Mitteln der Terraner arbeiteten. Keraete stieß erst später dazu. Da war die Biophore schon gespiegelt.
Der Roman von Kai Hirdt setzt Ereignisse in Gang, die seit langem erwartet werden. Zwar nicht übermäßig spannend aber durch die Schilderungen von Begebenheiten, deren Grundsteine im Atopen-Zyklus gelegt wurden, konnte die Geschichte trotz einiger Schwächen unterhalten. Gucky spaziert in der FLORENCE LAMAR ein und aus, wie es ihm beliebt. Diese Szenen, ebenso wie die Aktivitäten der Nanogenten Adams an Bord des Forschungsraumers wurden vom Autor dann doch der Dramaturgie geopfert.
Adam von Aures, Bostich und Perry Rhodan verursachen den Weltenbrand. Es hätte mich gewundert, wenn es anders gekommen wäre. Andererseits sind die Recherchen der Atopischen Richter im Auftrag von Thez doch recht ungenau. Ohne Lotho Keraete wäre das alles nicht möglich gewesen. Bostich und Enklaven-Rhodan sind nur Statisten. Die genaue Rolle Adam von Aures wird noch zu ermitteln sein. Haupttäter ist der (ehemalige) Bote von ES. Und natürlich muss man sich fragen, warum die SI ihren Boten so behandelt hat. Glücklicherweise steht auch schon fest, wie man den Weltenbrand verhindern kann. Man flutet die Milchstraße mit der Proto-Eiris, die Atlan gefunden hat. Die erste Welle wird quasi hinweggespült. Natürlich kann alles auch ganz anders kommen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2974

Anschlag auf Wanderer – von Susan Schwartz – Handlung:
Ein kleines Schiff, die FLORENCE LAMAR, hat den TERRANOVA-Schirm passiert. Die Besatzung der THARSOON unter dem Kommando von Verunic Jamuna nimmt Kontakt auf. Aggregat Etain, mit der auch Anna Patoman schon Bekanntschaft gemacht hat, stellt klar, dass sie gekommen sind, um Wanderer zu sichern. Dann meldet sich Lotho Keraete, der ehemalige Bote von ES. Der Metallmann verweist auf zwei Invasionen, die der Thoogondu und die der Gemeni. Beide Völker könnten versuchen auf Wanderer zuzugreifen. Keraete lässt eine Inspektion seines Schiffes zu, die vom Sicherheitschef der THARSOON, Sybren Spira, geleitet wird.
Der Ertruser Spira bekommt mit der FLORENCE LAMAR ein sehr ungewöhnliches Schiff zu sehen. Äußerlich ein 60m-Kugelraumer mit abgeflachten unterem Pol, zeigt sich das Schiff innen größer. Das Aggregat Etain führt sie durch das Schiff, dessen Räume und Decks verwirrend gestaltet sind. Schnell wird klar, dass die Terraner nichts herausfinden werden. Exotisch sind auch andere Besatzungsmitglieder, die Muirden und die Lukaparn. Vor der Zentrale verlangt das Aggregat Etain eine Bezahlung für die Führung und entnimmt bei einem Kuss eine Gewebeprobe Spiras.
Keraete, der sie in der Zentrale begrüßt, nennt seine Besatzung seine schöne Familie. Die Unterhaltung ist kurz. Der Bote befürchtet einen Angriff der GOS’TUSSAN II auf Wanderer. Kommandantin Jamuna willigt schließlich ein, dass der Bote Bostich aufsucht. Sybren Spira begleitet ihn.
Derweil verdauen Atlan und Gucky die auf der GOS’TUSSAN II belauschten Eindrücke. Sie müssen etwas unternehmen, doch sie haben keinen echten Plan. Die beiden Unsterblichen werden Zeuge, wie Lotho Keraete mit der FLORENCE LAMAR in einen Hangar einfliegt. Zusammen mit seiner „schönen Familie“ begrüßt der Bote Bostich. Die Muirden verhängen einen Anti-Paraschleier und blockieren Guckys Fähigkeiten. Tamareil ist der Meinung, dass der Tross Keraetes ein Kollektivbewusstsein hat. In der Zentrale können sie dennoch die Gespräche belauschen. Hatte Atlan zunächst die Hoffnung, dass der Bote gegen Bostich sein würde, wird schnell deutlich, dass Keraete auf einem Rachefeldzug ist. Mit seiner überlegenen Technik will er das Teslym-Geschoss so modifizieren, dass es den Schwarzschild um Wanderer durchdringen kann.
Die Modifikation findet statt. Auch Bostich gibt als Bezahlung eine Gewebeprobe an das Aggregat Etain. Die Besucher der FLORENCE LAMAR ziehen sich bis zum Abschuss des Teslym-Geschosses auf ihr Schiff zurück und Atlan und Gucky statten dem Boten einen Überraschungsbesuch ab. Keraete ist kaum beeindruckt. Er hat mit ES abgeschlossen und hadert mit seinem Schicksal, das ihm von der Superintelligenz aufgezwungen wurde, während seine damaligen Weggefährten sterben mussten. Gegen die Bitterkeit, die Keraete empfindet, können der Arkonide und der Ilt nichts ausrichten. Überraschend ist Lothos Aussage zu Adam. Er hat mit ihm im Langsamen Haus der Stadt Aures zusammengewohnt. Inzwischen setzt sich die GOS’TUSSAN II in Richtung Wanderer in Bewegung und Keraete lässt seine Besucher ziehen. Gucky kann noch Sybren Spira mitnehmen, der vom Boten an Bord eingesperrt war.
Auf der THARSOON gibt Verunic Jamuna den Befehl an die Flotte, Bostichs Schiff aufzuhalten. Lange Zeit sieht es nach einem Patt aus, dann kann die GOS’TUSSAN II die Umklammerung durchbrechen und sich Wanderer nähern. Die terranische Flotte gibt die Zurückhaltung auf und greift Bostich an. Das Teslym-Geschoss wird abgefeuert und die GOS’TUSSAN II zum Wrack geschossen. Die Waffe explodiert über dem Boden der Kunstwelt und die Schockwelle verhindert eine Aufklärung dessen, was genau geschieht. Bostich wird von Muirden von Bord teleportiert. Und auch Atlan, Spira und Gucky verlassen die GOS’TUSSAN II.
 
Rezension:
Die Einleitung in die Geschichte, eine Wiederholung der letzten Ereignisse des Vorgängerromans, wirkte sehr statisch, um nicht zu sagen gequält. Eher wie eine Dokumentation statt einer spannenden Erzählung. Das Verhalten der beiden Führungsoffiziere an Bord der THARSOON ist merkwürdig. Die Autorin lässt durchblicken, dass der Sicherheitschef durchaus seine eigene Meinung hat. Andererseits bleibt unklar, inwieweit sich die Kommandantin ihr Handeln von der Regierung in Terrania hat bestätigen lassen.
Allgemein folgen Statements jener Art, die auch die letzten Romane füllten. Der Techno-Mahdi wird trotz seiner Handlungen nicht gegeißelt. Beruhigungspillen werden ausgegeben derart, dass die Flotte alles im Griff hat. Sie tut halt bloß nichts. Man setzt auf die Zellaktivatorträger, von denen sich einige im Solsystem aufhalten sollen.
Natürlich sind für mich als Leser die Unsterblichen die Haupthandlungsträger. Über Bull, Adams, Atlan, Gucky und Co wird das Geschehen vorangetrieben und im Idealfall sogar beeinflusst. Nichtsdestotrotz bildet die Solare Menschheit einmal mehr nur ein äußerst schwaches Konstrukt. Es ist schon beinahe zum Fremdschämen, wie hilflos sich die Menschen im Solsystem präsentieren
Mit den Beschreibungen der schönen Familie und den Begebenheiten an Bord der FLORENCE LAMAR wird die Geschichte von Susan Schwartz herrlich skurril vorangetrieben. Auch die Gedankenwelt Atlans kann die Autorin gut einfangen. Durch das Auftreten des Boten im Solsystem sind verschiedene Optionen für dessen Handeln denkbar und die Autorin lässt sie von Atlan geschickt analysieren. Am Ende streben die Ereignisse einem Höhepunkt entgegen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2973

Zirkus der Zerstörung – von Uwe Anton – Handlung:
Auf der Erde ist es der 19. April 1552 NGZ. Die Aktionen des Techno-Mahdi beschäftigen die Menschen und ihre Besucher von anderen Welten. Und doch hat so mancher Außerirdischer ganz andere Probleme. Einer von ihnen ist der Haluter Fembor Aosher, der in Terrania im Zirkus der Zerstörung ein Superstar ist. Aber Aosher ist krank. Er hat die Haluter-Pest und könnte nun ständig Gefahr laufen, die Kontrolle über sich zu verlieren. Er hat einen Sprengsatz zwischen Ordinär- und Planhirn eingesetzt. Sein Begleiter, der Mattenwilly Notnagel, musste ihm versprechen, diesen Sprengsatz zu zünden, wenn die Krankheit über ihn siegt. Doch noch ist es nicht soweit. Bei einem Ausflug nach Europa lernt er eine terranische Familie kennen und lädt sie spontan in den Zirkus ein.
Auch Atlan und Gucky sind inzwischen auf dem Weg nach Terrania. Als blinde Passagiere reisen sie in die Hauptstadt Terras und hören sich um. Überall finden Demonstrationen statt. Anhänger und Gegner des Techno-Mahdi liefern sich hitzige aber friedliche Rededuelle. Atlan erkennt, dass die Bewohner Terras vor allem Probleme damit haben, was sie noch glauben sollen. Die angebliche Invasion und die Statements von verschiedenen Seiten und die Rolle der Medien, die wohl überwiegend vom Techno-Mahdi kontrolliert werden, verwirren die Menschen.
Der Arkonide und der Ilt suchen Hekéner Sharoun in der Solaren Residenz auf. Der Resident ist erfreut und hat nach einem Informationsaustauch keine Einwände gegen Atlans Pläne. Der will unverzüglich nach Neo-Ganymed aufbrechen, um sich dort mit Bull und Adams zu besprechen und als erste Aktion die GOS’TUSSAN II als Risikofaktor ausschalten. Vorher bekommt der Unsterbliche noch die beunruhigende Nachricht, dass Adam von Aures der dritte Kardinal-Fraktor ist. Atlan nimmt die Warnung des Atopischen Tribunals ernst und ist zunächst froh, dass Perry Rhodan nicht im Solsystem ist. Während Atlan und Gucky aufbrechen, erhält der Resident eine Einladung von Abalard Cossu zu einer öffentlichen Diskussion über die Ziele des Techno-Mahdi.
Die Diskussion läuft anders als von Sharoun geplant. Gerade als Cossu vom Projekt Genesis spricht, einer Neuschöpfung der Menschheit und ihrer Mächtigkeitsballung, kommt es zu einem Zwischenfall. Im nahegelegenen Zirkus der Zerstörung findet eine Veranstaltung statt und Fembor Aosher verliert die Kontrolle. Es bricht Panik aus und Notnagel ist kurz davor, den Sprengsatz zu zünden, als der Haluter gerade noch rechtzeitig gebändigt werden kann. Abalard Cossu macht sich die Szene zu Eigen und behauptet, den Haluter heilen zu können. Er lässt ein Gerät heranschaffen, den Sextadim-Isolator, und Hekéner Sharoun muss das Spiel des Techno-Mahdi mitspielen.
Auf dem Flug zum Kastell rührt sich erstmals seit dem Durchdringen des TERRANOVA-Schirms Tamareil in Atlans Kopf. Die Pedotransfererin zieht sich allerdings sofort wieder zurück. Große Wiedersehensfreude auch im Kastell. Reginald Bull stellt seine kleine Familie vor. Während Atlan gegenüber Toio Zindher sehr verhalten auftritt, die als Vitaltelepathin seinen neuen Zellaktivator bemerkt, macht Tamareil eine Bemerkung zu Bulls Tochter. Shinae sei ein besonderer Schatz, ihr Wert kaum abzumessen. Mehr lässt sie sich nicht entlocken. Bull ist von Atlans Plan begeistert und möchte mit, doch der Arkonide und der Ilt wollen alleine auf Bostichs Schiff. Homer G. Adams rüstet sie mit modernen SERUNS aus, die nach einer Anpassung in fremder Umgebung einen deutlich höheren Schutz vor Entdeckung mit Hilfe eines Emissions-Tarnmodulators bieten.
Die beiden gelangen unbemerkt in die GOS’TUSSAN II. Das Schiff ist von den Arkoniden verlassen und nur etwa 100 Haluter halten sich darin auf. Sie sind in verschiedenen Stadien der Krankheit und haben für schwere Zerstörungen im Schiff gesorgt. Atlan und Gucky dringen in die Zentrale vor. Dort halten sich Bostich, der erstarrte Haluter Sawru Maudh und ein Terraner auf. Adam von Aures. Gucky espert Bostichs Denkgeäder, das es ihm erlaubt, das Schiff ohne Besatzung zu fliegen. Und sie belauschen das Gespräch zwischen dem umgewandelten Arkoniden und Adam. Bostich nennt Adam einen Weltenschöpfer. Das Team des Adaurest hat eine Biophore spiegeln können. Aus eins mach zwei. Die Biophore soll mit einem Eiris-Substrat umprogrammiert werden. Anschließend soll die Massenproduktion beginnen und die Mächtigkeitsballung geflutet werden. Außerdem will Adam von Aures mit einem Teslym-Geschoss auf Wanderer schießen.
Vor dem TERRANOVA-Schirm hat Anna Patoman eine ungewöhnliche Begegnung. Ein kleines Schiff nähert sich dem Schirm. Eine ätherisch schöne Frau, die von sich als Aggregat Etain spricht, bittet für die FLORENCE LAMAR um Einflugerlaubnis. Sie ignoriert Patomans Warnungen und zur Überraschung der Admiralin, wird dem kleinen Schiff eine Strukturlücke im Schirm geschaltet und das Schiff fliegt durch. Die Datenbanken weisen eine Florence Lamar als Besatzungsmitglied der EX-1298 aus, die vor 2800 Jahren verloren ging. Damals hat nur ein Besatzungsmitglied überlebt. Lotho Keraete, der später zum Boten von ES wurde.

 

Rezension:
Ein typischer Uwe Anton. Zunächst macht der Autor da weiter, wo seine Autorenkollegen aufgehört haben. Nämlich Atlan starke Auftritte zu bescheren. Auch im Solsystem übernimmt der Arkonide das Ruder. Der Resident kann gar nicht anders, als dem Unsterblichen freie Hand zu geben. Und der stiehlt sich gleich in eine Bastion seiner Gegner und kommt so an ungeheuerliche Informationen. Ich bin gespannt, wann das Glück den Arkoniden verlässt.
Wenn ich schreibe, ein typischer Uwe Anton, dann deswegen, weil der Autor doch sehr viele Rückblicke in seine Geschichte einbaut. Die Einblicke in die Geschichte zum Begriff des Mahdi und die Verknüpfung mit Atlans immenser Historie passten noch gut und gaben der Geschichte den nötigen Hintergrund. Andere Rückblicke dienten jedoch weniger der Aufwertung als vielmehr der Streckung des Romans. Die Schilderungen zur Zerstörung des Mondes Ganymed langweilte, weil sie schon zu häufig verbreitet wurde.
In den Darstellungen der Vertreter des Techno-Mahdi bei ihren Auftritten in Terrania folgt der Roman einmal mehr dem üblichen Muster. Die Organe staatlicher Ordnung und auch unabhängige Organisationen, Medien etc. tun sich schwer. Die beschriebene Überlegenheit des Techno-Mahdi war nicht nötig. Vor einem Streitgespräch auf Augenhöhe hätte der Autor eigentlich keine Angst haben müssen. Die Entscheidungen werden sowieso woanders gefällt. Natürlich sind solche Schlagabtausche anspruchsvoller. Aber man hätte bei den Zirkusszenen kürzen können.
Am Ende zeigt die Erzählung einige Perspektiven einer weiteren Entwicklung auf. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.