Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3003

Das Triumvirat der Ewigen – von Michael Marcus Thurner
Nach der Rettung der entführten Olubfaner will Perry Rhodan so schnell wie möglich ins Ephelegonsystem aufbrechen. Die Auswertungen zu den Implantaten der Olubfaner und zu den Ladhonen laufen noch. Ein Notruf kommt den Plänen des Unsterblichen in die Quere. Ein altes terranisches Schiff, mindestens 2000 Jahre alt, ist die Quelle des Funkspruchs. Ein Einsatzteam durchsucht den kleinen Kugelraumer und macht eine verstörende Entdeckung. Ein Teammitglied beobachtet eine geisterhafte Erscheinung. An Bord der BJO BREISKOLL wird die gleiche Erscheinung ebenfalls aktiv und Zemina Paath wird entführt. Die Spur führt in ein nahegelegenes Fünf-Planeten-System zur Extremwelt Copperworld. Perry Rhodan kommt in Kontakt zum Koffer von Zemina Paath. Der Paau bittet ihn, Paath zu retten. Und bietet sich als Transportmittel an. Auf Copperworld erwartet den Unsterblichen eine unwirkliche Situation. Die dort lebenden Terraner sind seit Jahrhunderten von der Außenwelt abgeschnitten und werden von einem Triumvirat unterdrückt. Drei Männer sind es, die die Zeit betrügen. Perry Rhodan will ihr Terrorregime beenden.
Titel und Untertitel des Romans von Michael Marcus Thurner waren ganz nach meinem Geschmack und machten neugierig auf den Inhalt. Der Begriff des Ewigen besitzt in der Serie eine lange Tradition und ich verbinde damit epochale Geschichten. Der vergangene Zeitraum von fünf Jahrhunderten lud förmlich für eine solche Geschichte ein. Ebenso das Aufgreifen eines Themas aus dem vergangenen Zyklus. Die Gemeni verschenkten tausendfach die Unsterblichkeit. Wobei wir bereits wissen, dass diese Unsterblichkeit begrenzt ist. Aber auch darauf geht diese Geschichte ein.
Natürlich ist es auch das übliche Spiel zum Zyklusbeginn. Das Spiel zwischen Autoren auf der einen Seite und Lesern auf der anderen Seite. Beide Parteien kennen das Spiel seit Jahren. Was rede ich. Seit Jahrzehnten. Alle wissen längst, wie der Hase läuft. Der Leser will Fortschritte. Und bekommt sie nicht. Der Leser will den geraden Weg zum Ziel. Und weiß, dass er ihn nicht bekommen wird. Das Ziel lautet Reginald Bull. Der alte Weggefährte dürfte die Antworten auf viele Fragen Rhodans und somit der Leser wissen. Und gerade deswegen macht die Serie einen Umweg. Michael Marcus Thurner führt uns auf den Planeten Copperworld und in ein dystopisches Szenario. Zuvor jedoch geht der Österreicher seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Er entwirft ein im All seit langer Zeit treibendes Schiff, das für die Besucher von der BJO BREISKOLL eine Überraschung bereithält. Irreale Situationen an Bord von Raumschiffen sind einfach das Ding von Michael Marcus Thurner. Hier ist es ein Geist, der, wie wir später erfahren, frisches Blut in die Enklave bringen soll.
Der Dystopie, also der Welt, die wir aus der Perspektive von Climba Ossy-Benk erfahren, gibt der Autor eigene Züge, die seine Geschichte von anderen dieser Art unterscheidet. Natürlich gibt es den großen Bruder, hier sind es gar drei. Dennoch kann der Autor beklemmende Situationen schaffen. Beispielsweise durch den Ü-Freund.
Am Ende gehen die unterdrückten Bewohner mit Fackeln bewaffnet – ja, der Autor schreibt tatsächlich von Fackeln und es fehlten bloß noch die Mistgabeln – gegen die Unterdrücker vor. Das war ein bisschen dick aufgetragen. Insgesamt jedoch bot der Roman gute Unterhaltung. Der Koffer der geheimnisvollen Frau, die sich so ohne weiteres, oder mit Absicht, hat entführen lassen, erweist sich als Wundertüte. Gholdorodyns Kran lässt grüßen. Solche Gadgets rufen ein kurzzeitiges Erstaunen hervor. Auf Sicht können sie jedoch interessante Storys ruinieren. Aber natürlich ist auch das ein Spiel, das zu Beginn eines jeden Zyklus gespielt wird. Wir werden sehen wie weit dieses Spiel noch getrieben wird.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3002

Die Kriegsschule – von Michael Marcus Thurner
Nach dem Überfall auf den Planeten Olffa ziehen sich die Ladhonen mit ihrem Schiff zurück. Trotz mehrerer Transitionen bleibt die POD-2202 in der Nähe des Systems der Olubfaner. Sie ahnen nicht, dass sich der Siganese Sholotow Affatenga, genannt Tenga, mit seinem Kleinstraumschiff SCHOTE angehängt hat. Perry Rhodan gab den Auftrag und der Terraner folgt ebenfalls mit der BJO BREISKOLL dem Weg der Piraten. Tenga findet schnell heraus, dass er sich auf einem Ausbildungsschiff befindet. Junge Ladhonen, genannt Maate, werden in Simulationen einem unbarmherzigen Drill unterzogen. Bei seinen Nachforschungen über den Verbleib der entführten Olubfaner geht der Siganese viel Risiko ein. Denn gleichzeitig will er so viel wie möglich über die Ladhonen in Erfahrung bringen. Er wird auf den Maat Adh Arradhu aufmerksam, der mit seiner körperlichen Beeinträchtigung einen besonders schweren Stand an Bord hat. Als das Schiff in der Nähe eines Schwarzen Lochs operiert, bleibt Tenga nicht viel Zeit, um die Gefangenen zu befreien und gleichzeitig darauf zu bauen, dass Perry Rhodan zur Unterstützung bereit steht.
Michael Marcus Thurner wirft einen Blick in die Welt der Ladhonen. Genauer gesagt, in die begrenzte Welt eines Raumschiffes der Ladhonen. Das Volk fand bereits in Band 3000 Erwähnung, als man feststellte, sich in der Cairanische Epoche zu befinden, in der die Ladhonen besiegt seien. Zumindest die Ladhonen, die Thurner in seinem Roman schildert, gehen allerdings unverdrossen ihrer Beschäftigung nach. Welche genau das ist, erfahren wir nicht. Ihre Herkunft, ihre Ziele, Motive und weitestgehend auch die Psyche dieses Volkes bleiben im Dunkeln. Nur auf unterster Ebene erfahren wir etwas über den Gemütszustand eines Maats. Schlussfolgerungen lassen sich daraus kaum ziehen. Und die Besatzung der BJO BREISKOLL bekommt auch keine Antworten auf die drängendsten Fragen zur Lage in der Milchstraße. Dennoch entwickelte der Autor eine lebendige Geschichte mit nur wenigen Längen. Der Siganese mit Vorliebe für Pralinen war mir auf Anhieb sympathisch. Bei den Ladhonen musste man schon aufpassen. Adh Arradhu erschien beinahe ebenfalls als liebenswerter Zeitgenosse. Man darf allerdings nicht vergessen, dass er beim Einsatz auf Olffa dabei war, ebenso wie im Gefangenenquartier, wo die Olubfaner festgehalten wurden. Und seine Spezies hat den Kommandanten der GLUTOBAT III auf dem Gewissen. Unklar ist, warum sie zwar vor den Cairanern fliehen aber dann doch in relativer Nähe ihres letzten Überfalls bleiben. Ebenso unklar, warum die BJO BREISKOLL folgen kann, die angebliche Schutzmacht der Milchstraße sich jedoch nicht an der Verfolgung der Piraten beteiligt. Momentan laufen die Romane unter diesem Motto: Der Schein trügt.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Story 05 Admiralin außer Dienst

Admiralin außer Dienst – von Rüdiger Schäfer
Von Rüdiger Schäfer stammt der fünfte und vorletzte Roman aus der Reihe um die verlorenen Jahrhunderte. Der NEO-Autor trägt nicht zum ersten Mal eine Story zum klassischen Rhodan-Universum bei. Etliche Atlan-Taschenbücher stammen von ihm und auch an der Mini-Serie Stardust hat er mitgewirkt. Protagonist seiner Geschichte ist Anna Patoman. Die Ex-Admiralin der Liga-Flotte hat sich vor längerer Zeit vom aktiven Flottendienst zurückgezogen. Nun, im Alter von 191 Jahren lebt sie seit einigen Jahren auf Abaq, dem zweiten von sechs Planeten des Sterns Oroba am Rande der Milchstraße. Hier leben ehemalige Kolonisten des Großen Imperiums der Arkoniden. Fast siebzig Jahre nach dem Ausbruch des Weltenbrands halten sich noch immer einige Folgen. Die Hypersensibilisierung wird weitgehend erfolgreich mit neuen Medikamenten unterdrückt. Dennoch leben die Bewohner überwiegend unter der Erde. Es wird noch Jahre dauern, bis sie an die Oberfläche zurückkehren können. Nur Anna Patoman trotzt den Folgen der Katastrophe und verweigert die Einnahme der Medikamente. Als sie sich tagsüber zur nächsten Versorgungsstation aufmacht, wird sie von starken Symptomen in die Knie gezwungen.
Sie erwacht in einer Klinik des Planeten. Der behandelnde Arzt kann ihr helfen. Doch bevor Patoman die Klinik wieder verlassen kann, wird das Gebäude von zwei Dutzend Eindringlingen besetzt. Diese drohen, das Gebäude in die Luft zu sprengen, wenn Anna Patoman ihnen nicht hilft, die Folgen des Weltenbrands endgültig zu eliminieren. Angeblich besitzt die Admiralin ein Gegenmittel. Anna Patoman muss sich der Gruppe stellen.
Nach Florence Hornigold und Fitz Klem greift die Geschichte eine weitere bekannte Figur aus dem abgelaufenen Genesis-Zyklus auf. Anna Patoman. Und wird erstmals der Ankündigung gerecht, ein wenig darüber zu berichten, wie sich die Milchstraße verändert hat und was mit ihren Bewohnern geschehen ist. Die Folgen des Weltbrands klingen erst nach und nach ab. Die Auswirkungen, wie sie Rüdiger Schäfer eindringlich beschreibt, verändern das Gesicht der Milchstraße. Während die erste Romanhälfte diesem Szenario gewidmet ist, wird in der zweiten Hälfte Anna Patoman mit einem unglaublichen Ansinnen unter Druck gesetzt.
Um dieses Ansinnen zu erklären, greift der Autor tief ins medizinische Handbuch über den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Hier ging es mir wie Patoman. Ich habe nichts verstanden. Die Darstellung der Ex-Admiralin war überzeugend. Weniger plausibel geriet die Wandlung ihres Gegenspielers. Hier vermisste ich ein paar Andeutungen, Anzeichen oder kleinere Hinweise im Gebaren von Aoris Kiehn, die die spätere Veränderung in seiner Haltung nachvollziehbar gemacht hätten. So geriet die entscheidende Szene etwas zu trivial. Am Ende schwingt dann noch etwas Melancholie durch die letzten Sätze der Geschichte. Aufgrund der Szene davor kann sich die Wirkung der letzten Worte jedoch nicht richtig entfalten.
Bleibt noch die Frage offen, warum Rüdiger Schäfer den Pfefferminztee ausgelassen hat?