Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 7

Die geheime Werft – von Bernhard Kempen – Handlung:

Am 24. November 3430 verlässt die CART RUDO die Freihandelswelt Olymp und fliegt in die galaktische Eastside. In den Daten, die sowohl auf Olymp als auch auf Nosmo erbeutet wurden, konnte ein Koordinatensatz entdeckt werden, der zu einer kleinen roten Sonne in 60.000 Lichtjahren Entfernung führt. Neben Perry Rhodan fliegen seine Leibwächterin Takayo Sukurai und Gucky mit. Auch die beiden Zeitspringer und Professor Bievre sind dabei.

Anderenorts wird der Jülziish Tääj Yöriil vom Volk der Gaatanyi vor die Wahl gestellt. Tääj Yöriil ist kurz zuvor von einem Gericht zum Tode durch Enthauptung verurteilt worden. Doch plötzlich bekommt er die Chance, seinen Hals zu retten. Mit Dutzenden anderer Verurteilter soll er an einem Himmelfahrtskommando teilnehmen. Überlebt er, kann er der Todesstrafe entgehen. Mit anderen geht er an Bord eines Diskusraumers. In engen, speziell abgeschirmten Kapseln wartet er mit seinen Kameraden auf den Einsatz. Es soll gegen die Kugelköpfe gehen, wie die Lemurerabkömmlinge von den Gaatanyi bezeichnet werden. Sie haben einen Stützpunkt im Hoheitsgebiet der Gaatanyi eingerichtet. Ein Stoßtrupp, angeführt von Tääj Yöriil, soll die Anlagen dort sichern.

Fünf Tage nach dem Aufbruch beendet die CART RUDO die letzte Linearetappe am Rande des Zielsystems und versteckt sich in einer Kometenwolke. Das System wird Arcane getauft und hat vier Planeten. Nummer zwei scheint die Hauptwelt zu sein. Dort werden Städte, Raumhäfen und Werften ausgemacht. Um Planet vier treiben die Wracks dreier Bluesschiffe. Rhodan geht mit einem Einsatzteam an Bord eines der Wracks Die Raumschlacht, die zur Zerstörung der Diskusraumer geführt hat, ist erst wenige Tage oder Wochen her. Weitere Daten kann das Team nicht sichern und muss das Schiff überhastet verlassen, als einige Notsicherungssysteme anspringen.

Zurück auf der CART RUDO präsentiert Professor Bievre neueste Erkenntnisse über Planet Zwei. Dort gibt es große Howalgoniumvorkommen, die großmaßstäblich abgebaut werden. Die Ortung meldet etwas Überraschendes. Vom zweiten Planeten starten acht Kugelraumschiffe der 800m-Klasse. Es scheinen exakte Kopien terranischer Schlachtschiffe der STARDUST-Klasse zu sein. Sie tragen keine Kennzeichnung. Überraschend nähert sich eine zweite Flotte von Diskusraumern und greift die Schlachtschiffe an. Die Blues haben keine Chance. Etliche Schiffe werden zerstört, das Flaggschiff zum Wrack geschossen. Der Rest tritt die Flucht an und sammelt sich in einiger Entfernung, wie die Orter der CART RUDO feststellen. Die acht Kugelraumschiffe verschwinden mit unbekannten Ziel.

Perry Rhodan möchte sich auf Arcane Zwei umsehen. Mit einem Shift reist er huckepack auf dem zum Wrack geschossenen Flaggschiff der Bluesflotte. Das Schiff stürzt in einer unbewohnten Gegend von Arcane Zwei ab. Die Bewohner der Welt kümmert das nicht. Vor dem Aufschlag trennt sich der Shift vom Wrack und steuert eine der Werften an. Da bemerkt Gucky die Gedanken von Jülziish. Die waren bisher abgeschirmt. Noch jemand anderes ist wie die Terraner heimlich auf der Werftwelt eingesickert.

Perry Rhodan erreicht mit Gucky, Darren Zitarra und Takayo Sukurai eine der Werften. Es gibt keinen Schutz und sie können ungehindert eindringen. Es gibt eine Belegschaft, deren Gedanken der Mausbiber aber nicht lesen kann. So, als seien die Unbekannten in Trance. Die Fabrik scheint überhastet geräumt worden zu sein. Der Teilbau eines Kugelschiffes steht noch darin. Rhodan entdeckt, dass die Schiffe nach Bauplänen des Solaren Imperiums entstanden sind. Und er entdeckt einen Datensatz, der ihn alarmiert. Doch dann müssen er und seine Begleiter fliehen, weil die Jülziish eintreffen. Auf dem Rückzug muss sich Rhodans Team gegen ein paar Industrieroboter wehren.

Die Terraner machen sich auf den Weg in die nächste Stadt. Derweil erobern die Jülziish die Werft. Als einer der Roboter explodiert, wird Tääj Yöriil der Kopf abgetrennt.

Die Stadt erweist sich als Geisterstadt. Die meisten Bewohner sind weg. In den Appartements sichert Zitarra Spuren von Bewohnern. Er vermutet, dass dort verschwundene Nosmoner gelebt haben. Im zentralen Turm der Stadt arbeiten noch Terraner, Arkoniden und Akonen. Gucky lenkt sie ab, während Rhodan erneut Daten sichert. Er entdeckt zu seinem Entsetzen, dass die Unbekannten auch Daten des Hyperinmestrons haben und daran arbeiten.

An Bord der CART RUDO entdeckt man eine große Flotte Diskusraumer, die den zweiten Planet anfliegt. Rhodan kann nicht gewarnt werden. Mehrere Diskusraumer dringen in die Atmosphäre ein und fliegen die Stadt an, in der sich Rhodan und sein Team aufhalten.

Rezension:

Mit Bernhard Kempen liefert ein weiterer, nicht ganz so bekannter Autor einen Beitrag zu Terminus. Bernhard Kempen schrieb bisher für Atlan-Miniserien und auch zwei Beiträge zu Perry Rhodan-Extra.

In einem Beitrag des Perry Rhodan-Forums hat zuletzt ein Leser gefragt, was denn Perry Rhodan und seine Leute eigentlich auf Olymp wollten. Die Frage fand ich ziemlich gut. Denn die Ziele, die der Unsterbliche im Terminus-Minizyklus verfolgt, sind mir auch nicht so klar. Es geht darum, die Unbekannten aufzuspüren, das sogenannte Heimliche Imperium, das nach Erkenntnissen der Zeitspringer die Galaxis ins Chaos stürzt. Doch die „Datenlage“ ist mau. Vor zwei Heften kristallisierte sich heraus, dass auch jede Menge an Menschen von den Welten des Solaren Imperiums und anderer Machtblöcke verschwunden sind. Dem wollte man auf Olymp nachgehen. Dieses Ziel hat man durch die Aktivitäten der Cynos gestört, ein wenig aus den Augen verloren. Und auch in diesem Roman schwächeln Motiv und Ziel der Figuren.

Zu Beginn der Geschichte dieses Romans werden kurz die Daten angesprochen, derentwegen nun Rhodan in die Eastside reist. Die SolAb hat in Daten, die Saedelaere von Nosmo mitbrachte und anderen Daten von Olymp genau 1 Koordinatensatz entdeckt, der in beiden Quellen auftaucht. Das reicht Perry aus, um mal eben 60.000 Lichtjahre weit zu fliegen. Die Rückkehr des Nosmo-Teams wird übrigens nicht behandelt. Da aber die beiden Zeitspringer mit Rhodan ins Arcane-System aufbrechen, scheinen alle wieder vereint. Der Maskenträger wird nicht erwähnt, ebenso wenig Deighton.

Im Arcanesystem setzt der Autor bei beiden Kommandounternehmen auf das gleiche Team. Indem Zitarra bevorzugt wurde, ging ich davon aus, dass diese Figur ein wenig mehr Spielraum, als bisher bekommen sollte. Tatsächlich bleibt der männliche Zeitspringer harmlos in dieser Geschichte. Nur einmal begehrt er gegen Rhodan auf. Und wird zurrechtgewiesen. Zitarra nickt und ist fortan brav. Das Konfliktpotential, das ich durch die Figur erhofft hatte, spielte der Autor nicht aus. Auch sonst kommen die eingesetzten Figuren über den Part „Anhängsel von Perry Rhodan“ kaum hinaus. Nur einmal darf Gucky eine Extratour drehen und auch die war harmlos.

Seine „Hausaufgaben“ hat Bernhard Kempen gemacht. Er leistet sich keine oder nur geringe Schwächen mit dem Perry Rhodan-Vokabular. Anfangs zieren noch einige sperrige Satzkonstruktionen den Lesegenuss. Mit zunehmende Verlauf und vor allem dann, als die CART RUDO verlassen wurde, wird der Stil gefälliger. Die Problematik des Ortungsschutzes, bzw. das „Nichtauffallen“ im Arcanesystem wird für meinen Geschmack etwas zu häufig eingesetzt, bzw. zum Thema gemacht.

Auf Arcane selbst fällt auf, dass der Autor seine Figuren doch arg einbremsen muss. Die Geheimnisse des Zyklus sollen nicht zu früh aufgedeckt werden. Von daher ist es doch sehr merkwürdig, dass Rhodan und sein Team keinerlei Anstalten machen, eine der auf dem Planeten angetroffenen Terraner, Arkoniden, Ferronen oder Akonen, näher zu untersuchen, zu befragen, zu belauschen. Was auch immer. Rhodan geht den verschwundenen Menschen nicht nach. Dabei lag es auf der Hand, dass die Menschen, die dort die Raumschiffe bauten und die von Gucky geespert wurden, zu den Verschwundenen zu zählen waren. Zumindest hätte man versuchen können, einen Blick auf die Belegschaft zu erhaschen. So aber tat die Gruppe Rhodan alles, um selbst unter Deflektorschutz allen und jedem aus dem Weg zu gehen.

Ein braver Roman. Irgendwie wollte der Funke bei mir nicht so recht überspringen.

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 6

Carusos Maske – von Susan Schwartz – Handlung:

Auf Olymp befindet sich Ashton Prepton in psychiatrischer Behandlung. Der Hyperphysiker ist am Boden zerstört. Durch die Zerstörung des Solsystems hat er seine Frau und seine drei Kinder verloren. Er ist Suizidgefährdet. Während seiner Behandlung in der Nervenklinik von Trade City taucht ein Regierungsbeamter namens Klemens Caruso auf. Caruso behauptet gegenüber der Ärztin, dass ein Notfall eingetreten sei, der nur von Ashton Prepton gelöst werden könne. Der Hyperphysiker hat am Bau der Großtransmitter und des Hyperzapfstrahls am Nordpol von Olymp mitgearbeitet. Notgedrungen und weil Caruso sehr überzeugend auftritt, darf Prepton in Begleitung von Caruso die Klinik verlassen.

Klemens Caruso bringt Prepton zu einem anderen Gebäude. Der Hyperphysiker ahnt nicht, dass sein Begleiter ein Cyno ist und nicht alleine arbeitet. Eine rothaarige Frau und ein blonder Mann arbeiten mit Caruso zusammen. Die drei Cynos sind von den Ereignissen um das Solsystem überrascht worden. Sie vermuten, dass hier getrickst wurde. Auch sie sind Mitglieder des Freiheitsbundes, wie Sadinoha. Sie vermuten, dass Schmitt und Nostradamus noch leben könnten. Die Containerstraße scheint ein Verbindungselement zu sein. Die drei Cynos wollen herausfinden, ob das Solsystem noch existiert. Da die wichtigsten Anlagen auf Olymp mit IV-Tastern geschützt werden, konditionieren sie den Hyperphysiker Ashton Prepton und drei seiner Mitarbeiter. Sie sollen zum Nordpol und dort den Zapfstrahl ausschalten. Das Vorhaben gelingt. Die vier Wissenschaftler, die unter dem Einfluss der Cynos stehen, dringen ungehindert, dank ihrer Sicherheitsfreigaben, in die Zapfanlage am Nordpol ein. Sie manipulieren den Zapfstrahl, der sich allerdings nicht abschaltet. Stattdessen kollidiert der Hyperstrahl mit dem Ausgang der Transmitterstraße vom Solsystem. Die Cynos haben das so eingefädelt.

Inzwischen ist auch Perry Rhodan mit seiner Leibwächterin Takayo Sukurai und dem Mausbiber Gucky auf Olymp gelandet. Der Terraner ist maskiert und Gucky mit einem Deflektor unsichtbar. Niemand darf sie erkennen, um Projekt Laurin nicht zu gefährden. Der Großadministrator trifft sich mit Kaiser Anson Argyris. Der Vario-500 hat erste Informationen zu den verschwundenen Personen. Die Spur führt zu einer Firma namens Nowikoy. Die Firma bekommt viele Bewerber, die in den Filialen auf Olymp irgendwelche Verträge unterschreiben und dann spurlos verschwinden. Rhodan und Sukurai wollen das untersuchen. Doch vorher stellt Anson Argyris den Unsterblichen auf die Probe. Der Vario-500 fühlt sich von Rhodan überwacht. Der Roboter hat eine Platine entdeckt und entfernt. Er versichert Perry Rhodan aber seine Loyalität.

Perry Rhodan und Takayo Sukurai mimen ein Paar, das sich bei der Firma Nowikoy bewirbt. Sie erfahren nicht viel. Für drei Jahre sollen sie zu einem fernen Planeten gebracht werden, dort hart schuften und viel Geld verdienen. Bevor die beiden unterschreiben können, erschüttert eine Explosion das Gebäude. Panik bricht aus. Menschen flüchten ins Freie. In dem Chaos kann Sukurai Daten aus einer Positronik der Firma stehlen. Es kommt zu immer stärkeren Erschütterungen. Gleiter stürzen ab, Hypertechnik fällt aus. Gucky kommt zu Hilfe und teleportiert sie aus dem Gefahrenbereich. Rhodan und seine Begleiter materialisieren mitten in einer Herde von Urtieren des Planeten und können sich nur mit Mühe retten. Das Rätsel ist schnell gelöst. Es kommt zu zeitlichen Verwerfungen. Auch der Kaiser ist betroffen und verliert eine seiner Kokon-Masken. Glücklicherweise bemerkt das im dem Chaos keiner. Mit einem Shift fliegen Rhodan, Argyris, Sukurai und Gucky zum Nordpol. Dort hat Klemens Caruso die vier Wissenschaftler inzwischen getötet und Daten des Projekts in seinen Besitz gebracht. Als Rhodan eintrifft, ist der Cyno schon weg. Der Kaiser kann den außer Kontrolle geratenen Zapfstrahl abschalten, wodurch die Zeitverwerfungen sich auflösen.

Olymp ist gerettet. Rhodan und seine Begleiter analysieren das Geschehen. Sie vermuten hinter Klemens Caruso ein Mitglied des Heimlichen Imperiums. Er ist vermutlich mit einem Schiff von Nowikoy entkommen. Und er hat Daten über das versteckte Solsystem in seinen Besitz gebracht. Perry Rhodan muss verhindern, dass diese Daten öffentlich gemacht werden.

 

Rezension:

Halbzeit bei Terminus. Der Roman springt wieder etwas in die Vergangenheit. Am 14. November 3430 hatte Perry Rhodan das Solsystem verlassen. Susan Schwartz steigt am 07. November 3430 in ihre Geschichte ein. Letztlich laufen Alaska Saedelaeres und Perry Rhodans Einsatz parallel.

Susan Schwartz nimmt sich für den Einstieg in ihre Geschichte ein Thema vor, das in den 400er Bänden kaum Beachtung fand. Zumindest kann ich mich nicht entsinnen, dass man dieser Problematik größere Aufmerksamkeit geschenkt hat. Außerhalb des Solsystems, das im Zuge des Falls Laurin scheinbar vernichtet wurde, existieren Menschen, die Angehörige im Solsystem hatten, als es verschwand. Diese Menschen müssen nun in dem Glauben leben, dass ihre Angehörigen tot sind. Zunächst gelingt es der Autorin, einem dieser Betroffenen ein Gesicht zu geben. Die Figur des Ashton Prepton, der zwischen Olymp und Terra pendelt, zwischen Arbeitsplatz und Familie war zunächst ganz gut angelegt. Sicherlich keine überragend charakterisierte Figur aber auch nicht flach. Ein, zwei Rückblicke in ein Privatleben und dann der Fall Laurin, der die Figur aus dem bisherigen Leben reißt. Die Autorin vermittelte dann Mitgefühl für diese Figur, die unter dem Plan Rhodan zu leiden hat. Die Psychologin, die ihn betreut, kam allerdings sehr platt daher.

Mit dem Auftauchen der Cynos, die Prepton mit ihren Parafähigkeiten konditionieren, verliert die Figur an Stärke. Verschwiegenheit und Geheimhaltung wird ihm ins Ohr geflüstert und Prepton, nun unter Medikamenteneinfluss und Cyno-Einfluss verliert den letzten eigenen Willen. Schade, ich hätte es der Figur gegönnt, neben Rachegedanken auch andere Gefühle zu diesem Zeitpunkt zu zeigen, Denn er erfährt ja, dass der Untergang des Solsystems vielleicht doch nicht stattgefunden hat. Doch statt nun Hoffnung zu verspüren, dass seine Familie noch am Leben sein könnte, verschwendet Prepton keinen Gedanken daran. Hier war der Einfluss der Cynos bereits zu stark. Mehr Widerstand hätte der Figur und der Geschichte gutgetan.

Als problematisch erweist sich auch der weitere Figureneinsatz. Die beiden Cynos an der Seite von Klemens Caruso werden als rothaarige Frau und blonder Mann, beide gutaussehend, beschrieben. Die drei Programmierer, die wie Prepton von den Cynos entführt wurden, werden nur aus Sicht des Hyperphysikers beschrieben. Er nennt sie Tick, Trick und Track. Längere Zeit handelten also eine Barbie, an der Seite von Ken zusammen mit den Enkeln von Donald Duck. Dieses Quintett konnte mich nicht begeistern. Auch die wenigen Aktionen Rhodans, den verschwundenen Menschen auf die Spur zu kommen, sprachen mich nicht an. Der Unsterbliche spielt zusammen mit seiner Begleiterin ebenfalls einen unterbelichteten Charakter.

Bevor die beiden mehr erfahren können, greift der Plan der Cynos. Rhodan gerät in Jurassic Park und der Kaiser verliert seine Kleider. Dann geht alles ruckzuck. Auf zum Nordpol, Zapfstrahl unter Kontrolle bringen und Wunden lecken.

Ach ja, wie kann man eigentlich Leibwächterin von Perry Rhodan sein und nie in der Öffentlichkeit auftreten? Eigentlich nur, wenn auch Perry Rhodan die Öffentlichkeit meidet. Eher unwahrscheinlich. Diese Überlegung musste sein, weil in der Geschichte gesagt wird, dass Takayo Sukurai sich nicht maskieren müsse.

Am Romanende treten die Schwächen der Geschichte offen zu Tage. Die Autorin versucht kleine Geschichten um die Zeitverwerfungen zu konstruieren und verliert den Faden.

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 5

Im Sonnenpalast – von Dietmar Schmidt – Handlung:

Am 14. November 3430 verlässt die CART RUDO mit Perry Rhodan, Gucky, Alaska Saedelaere, Galbraith Deighton, Renier Bievre, Juki Leann und Darren Zitarra das Solsystem über die Temporalschleuse. Ziel des Schiffes ist das System von Boscyks Stern. Der Kaiser von Olymp, Anson Argyris, empfängt seine Besucher und lässt sich von den bisherigen Ereignissen berichten. Dabei werden von Deighton auch nachrichtendienstliche Erkenntnisse vorgetragen, die beunruhigend sind. Offenbar verschwinden auf solaren Welten seit geraumer Zeit tausende von Humanoiden, die nicht in das übliche Schema von Vermisstenfällen passen. Auch auf Olymp, auf Terra und sogar Nosmo sind Menschen verschwunden. Rhodan bildet zwei Teams, die diesen Vorkommnissen auf den Grund gehen sollen. SolAb-Agenten haben zudem herausgefunden, dass es in der Positronik des Sonnenpalasts auf Nosmo einen Datenbankbereich gibt, der sich dem Zugriff entzieht. Wenn es gelänge, diesen Bereich aufzuklären, dann könnte man diese Information benutzen, um eine Koalition mit dem Imperator einzugehen. Denn es ist zu vermuten, dass diese Erkenntnisse etwas mit der Unterwanderung des Imperiums zu tun haben. Diese Unterwanderung hatte Zeitspringer Zitarra bei seinen Ausflügen in die Vergangenheit feststellen müssen.

Unter dem Kommando von Alaska Saedelaere sollen die beiden Zeitspringer nach Nosmo fliegen, in den Sonnenpalast eindringen, die Informationen erbeuten und entkommen. Rhodan, Gucky und die anderen wollen indes auf Olymp der Angelegenheit mit den Vermissten nachgehen. Saedelaere bekommt von Rhodan noch den Auftrag, bei Verrat durch die Zeitspringer, seine Maske abzunehmen und die Agenten dadurch zu töten. Erschwerend für die Mission auf Nosmo kommt hinzu, dass nur ein schmaler Zeitrahmen zur Verfügung steht. Zwar ist das Intervall der Zeitsprünge von Leann und Zitarra gleich geblieben, aber die Sprünge in die Zeit werden wieder länger, wie Bievre feststellen muss. Beide Agenten machen noch vor dem Einsatz einen Zeitsprung, der eine Stunde in die Zukunft, bzw. in die Vergangenheit geht. Als Zitarra sich dabei selbst begegnet, fallen er und sein Zeitdouble in Ohnmacht. Während des Einsatzes auf Nosmo muss eine solche Situation vermieden werden.

Eine Springerwalze bringt das Team noch Nosmo. An Bord sind zwei hochmoderne terranische Space-Jets, die als Trojanisches Pferd dienen. Angeblich hat der Springer-Kapitän, der insgeheim für die SolAb arbeitet, die Raumschiffe für Dabrifa besorgt. Das Geschenk wird angenommen. An Bord gut versteckt sind Saedelaere und die Zeitspringer. Das Team muss zahlreiche Hürden nehmen, um in den Sonnenpalast einzudringen, der so heißt, weil er von hunderten künstlicher Sonnen angeleuchtet wird. Die verursachen aber auch Störstrahlungen, die das Team ausnutzt, dann einen See mit Dinosauriern durchquert und mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit in den Palast eindringt. Zeitweise verlässt das Team das Glück, denn sie bekommen zunächst keinen Zugang zu einer Positronik und müssen zudem in ihrer Maske als Angehörige der Palasttruppen an einer Feier zu Ehren des Imperators teilnehmen und stundenlang stillstehen.

Endlich erhalten sie Zugang zu einem unverschlossenen Raum mit Zugang zur Positronik. Während sich Juki Leann an die Arbeit macht entdeckt ihr Kollege im Wandschrank den Grund für den unverschlossenen Raum. Er findet den verprügelten und gefesselten Techniker des Raums. Plötzlich setzt wieder der Zeitsprung ein. Zitarra gerät in die Vergangenheit, überrascht dort den Techniker, den er überwältigt und die Tür für sein später kommendes Ich öffnet. Juki Leann reist in die Zukunft und hat dort die notwendigen Daten bereits gesammelt und auf Speichern abgelegt, die das Team nach einer Stunde nur noch aufnehmen muss.

Das Einsatzteam entert die Space-Jet, jagt ein Transformgeschoss von innen gegen den Schutzschirm des Palasts, der daraufhin eine Lücke bekommt, die sie zur Flucht nutzen. Trotz der Abwehrflotte um Nosmo gelingt die Flucht in den Linearraum. Später werden sie von der Springerwalze wieder aufgenommen.

 

Rezension:

Für Autor Dietmar Schmidt ist dieser Roman, wenn ich mich nicht täusche, die erste größere Perry Rhodan-Publikation. Bislang trat Dietmar Schmidt als Autor von Stellaris-Geschichten in Erscheinung.

Die Geschichte um den Sonnenpalast entwickelte sich gemächlich. Es beginnt damit, dass die Emotionautin der CART RUDO den Befehl ihres Kommandanten erhält, das Schiff über die Temporalschleuse aus dem Solsystem zu fliegen. Als die CART RUDO den Transmitter durchflogen hatte und im System von Boscyks Stern materialisierte, war man schon auf Seite 11. Die Beschreibungen, die Arbeit der Besatzung, das Bedienen von Kippschaltern, die Flugmanöver, dazu ein paar technische und wissenschaftliche Ausführungen, einige Rückblenden und nicht zuletzt etwas von dem typischen altbackenen Humor der 60er-Jahre-Hefte benötigten doch ihren Raum.

Auch danach dachte der Autor keineswegs daran das Tempo zu steigern. Anson Argyris tritt auf und lässt sich zunächst über die Ereignisse im Solsystem unterrichten. Diese Wiederholungen füllten weitere Seiten, so dass ein Drittel des Romans um war, bevor die Geschehnisse etwas an Fahrt aufnahmen. Auf Nosmo muss das Team etliche Schwierigkeiten meistern, bevor sie erstmals ernsthaft in Gefahr geraten, entdeckt oder getötet zu werden. Da waren mehr als zwei Drittel der Geschichte schon vorbei. Die Textstelle, als ich das erste Mal sowas wie Spannung aufkommen sah, war allerdings ganz gut gemacht. Das Team wird von einen Raubsaurier bedroht. Bei der Diskussion, welches Abwehrmittel, das man mitführt, das geeignetste sei, kam noch keine Spannung auf. Das war schon beinahe komisch, wie sich die Agenten und der Maskenträger in Ruhe unterhielten. Aber dann setzen sie einen aufgezeichneten Jagdruf eines noch größeren Sauriers ein, der den Angreifer in die Flucht schlägt. Saedelaere lässt den Ruf dreimal erschallen. Der vierte kommt dann tatsächlich von einem Tier, das einen Rivalen vermutet und nun erst recht angreift. Hier kam tatsächlich erstmals Spannung bei mir auf.

Einmal im Palast war der Moment verflogen. Das Team ist erfolgreich und kann den Kordon hunderter oder tausender Raumschiffe um Nosmo problemlos mit der Space-Jet durchbrechen und mit den erbeuteten Daten fliehen.

Obwohl mir der Aufbau der Geschichte eine Spur zu gemächlich war, kann der Autor auf den ersten Seiten mit seinem Schreibstil bei mir punkten. Ich kam gut in die Geschichte rein. Die seltsamen Witze der Zentralebesatzung hätten nicht sein müssen und erinnerten mich ein wenig an Mentro Kosums Schüttelreime. Generell hatte ich jedoch Probleme mit den Inhalten und dem Gerüst des Romans.

Die ersten vier Romane der Miniserie beschäftigen sich mit den Zeitspringern, die durch ihre Gabe einer Verschwörung auf die Spur kommen. Diese Gabe ist auch ein Fluch, denn sie gefährdet das Solsystem. Also müssen die Zeitspringer raus. Da von der Verschwörung auch das Imperium Dabrifa betroffen ist, käme der Imperator als möglicher Koalitionspartner in Frage. Das Problem bestand nun darin, einen Anlass zu finden, den Imperator ins „Spiel“ zu bringen. Plötzlich und völlig überraschend für mich als Leser zaubert Deighton eine Auswertung von Daten aus dem Hut, die besagt, dass auf den Welten der Terraner und Terraner-Abkömmlinge seit geraumer Zeit tausende von Menschen spurlos verschwunden sind. Siganesen der SolAb, die im Sonnenpalast Dabrifas eingedrungen sind, entdecken einen blinden Bereich in der dortigen Positronik. Das Team wird zusammengestellt, wobei ausgerechnet die drei Agenten dort eindringen sollen, die am unerfahrensten und am wenigsten loyal einzustufen sind. Mit diesem Aufbau und Motiv hatte ich so meine Probleme. Es wäre besser gewesen, das Motiv der verschwundenen Menschen schon in den ersten Romanen zu erwähnen. Jetzt wirkt es irgendwie arg konstruiert, auch wenn es offensichtlich ein wichtiger Teil der Zyklusstory ist.

Das Einschmuggeln mit Hilfe des Trojanischen Pferdes ist gut durchdacht gewesen. Merkwürdig natürlich, dass der „bestgeschützte“ Palast der Galaxis durch Atomsonnen bestrahlt wird, die derart hohe Störstrahlung abgeben, dass Agenten mit Deflektoren ungehindert einen kilometerweiten Platz überwinden können. Und die gezeigte Kaltschnäuzigkeit von Zitarra beim Überwinden der letzten Sperre war auch seltsam. Dem Personal, das Futtertiere zu den Sauriern treibt, wird Tierquälerei vorgeworfen?

Und warum glauben die Siganesen oder die SolAb, dass Dabrifa von dem blinden Bereich der Datenbank keine Ahnung hat? Vielleicht sind es gerade besonders geschützte Daten des Imperators. Und warum geht man davon aus, dass man mit den Informationen über den Bereich, selbst wenn man keine Daten daraus entschlüsseln kann, zu Dabrifa gehen kann, um den Imperator damit von einer Verschwörung zu überzeugen?

Fazit: Der Autor kann in Sprache und Stil überzeugen. Der Aufbau mit dem aus dem Hut gezauberten Einsatzmotiv hat mich weniger überzeugt.