Archiv der Kategorie Perry Rhodan

Ansichten zu PR 2643

TANEDRARS Puppe – von Christian Montillon – Handlung:
Endreas Konno hat den Flug an Bord der BASIS mitgemacht, als das Schiff in die Galaxis Chanda entführt wurde. An Bord einer Space-Jet gelingt dem Koch die Flucht. Seine Angst ist so groß, dass er sich in einem Wandschrank verbirgt. Von den Geschehnissen bekommt er daher nicht sehr viel mit. Irgendwann verlässt Konno sein Versteck. Er trifft nur noch auf Leichen, die durch einem grünblauen Energiefeld, das Teile des Schiffes durchzieht, von ihm getrennt sind. Von einem funktionierenden Servoroboter bekommt Endreas einige Informationen. Demnach wurde die Space-Jet beschossen und ist in einer Anomalie im Zentrum einer gigantischen Station eingedrungen. Hyperphysikalische Ereignisse unbekannter Art haben auf das Beiboot eingewirkt.
Das Zeitfeld scheint eine Folge dieser Ereignisse zu sein. Es hat Konno geschützt. Für ihn verging die Zeit langsamer als für alle anderen Flüchtlinge, die starben, als die Lebenserhaltungssysteme versagten. Konno kann schließlich mit Hilfe des Roboters eine Wohnkabine aufbrechen und sich zudem Zugang zur Küche verschaffen. Nun besitzt er genügend Vorräte. Seine Bewegungsfreiheit ist allerdings durch das Zeitfeld begrenzt.
Im Schauspielpalast hat Alaska Saedelaere die Geschichte der Superintelligenz gehört. Er fragt sich, ob er durch den Escaran zu einer Marionette TANEDRARS geworden ist. Auch ist seine Wahrnehmung der Bürger des Reichs der Harmonie zusehends eine andere geworden. Er spürt eine tiefe Vertrautheit mit den Escalianern. Er ertappt sich dabei, dass er damit begonnen hat, Carmydea Yukk, die Unharmonische, anders zu beurteilen. Die SI hat sich zurückgezogen und der Terraner wird zurück an Bord der DRUSALAI geleitet. Später bekommt er die Einladung zu einem Bankett. Auf dem Weg dorthin beobachtet Saedelaere, dass starke Flottenverbände zusammengezogen werden. Am Dinner nehmen Eroin Blitzer, der seine Tarnung aufgegeben hatte, als er Alaska zur Hilfe kam, Rhizinza Yukk, Carmydea und ihr Zwillingsbruder, Gardeleutnant Pridon und Rizinze Baron teil. Beim Anblick von Carmydea Yukk beschleichen den Terraner argwöhnische Gedanken. Da er beide Blickwinkel, den des Fremden und den des Harmonischen erlebt hat, kann er allerdings gegen diese Gefühle ankämpfen.
TANEDRAR beseelt erneut die Puppe Arden und setzt sich mit an die Tafel. Die Anwesenheit der SI macht den Beteiligten zu schaffen. Einzig Saedelaere, der sich mental mit TANEDRAR austauscht, bleibt gelassen. TANEDRAR macht dem Terraner ein Angebot. Seit geraumer Zeit entstehen im Reich der Harmonie Anomalien. Einige lösen sich nach einiger Zeit auf, andere bleiben stabil. Sie werden für Probeläufe einer unbekannten Waffe gehalten. TANEDRAR hält sie für ein Transportsystem, das mit einer uralten Hochtechnologie namens Polyport-System gekoppelt ist. Durch die Anomalien soll die Invasion des Reiches erfolgen. Der Feind ist die Superintelligenz QIN SHI. Alaska und seine Begleiter sollen in die zuletzt besuchte Anomalie eindringen, das Wesen SIL, das die Anomalie stabilisiert, entfernen oder töten. TANEDRAR selbst kann das nicht tun, da die SI das Ritual von Ankunft und Aufbruch zu lange verzögert hat. Ein Teil von ihr wird demnächst aufbrechen und die Patrouille an den Grenzen des Reichs wieder aufnehmen.
Carmydea Yukk nutzt die Gunst der Stunde und macht TANEDRAR Vorwürfe. Die SI hat nach eigenem Bekunden keine Ahnung, warum es Bürger gibt, in denen sie keinen Escaran verankern kann. TANEDRAR argwöhnt, dass dieser Abwehrmechanismus Bestandteil eines Angriffs von außen sein könnte, wenn es kein natürlicher Prozess sei. TANEDRAR würde auf die Unharmonischen zugehen, wenn diese sich beweisen würden. Gelingt die Mission, soll Carmydea zwischen TANEDRAR und den Jyrescaboro vermitteln. Die SI spricht zudem Rhizinza Yukk und Pridon vom Vorwurf des Verrats frei. Saedelaere soll alle Informationen über den Konstrukteur Sholoubwa erhalten.
Für den Flug in die Anomalie wird die RHYLINE umgebaut. Sie erhält zwei Zylinder, die an der Außenhülle verankert werden. Einer der Zylinder ist eine Strukturbombe von großer Zerstörungskraft. Der andere Zylinder wird als Sholoubwas Geschenk bezeichnet. Beim Betreten reagiert der scheinbar leere Zylinder auf Alaskas Zellaktivator. Ein unbekannter Prozess wird gestartet. Die RHYLINE fliegt in die Anomalie ein. Alaska lässt einen Zwischenstopp an der Space-Jet der BASIS machen. Mit Eroin Blitzer betritt er das Schiff und funkt, ohne große Hoffnung auf eine Antwort, die Frage, ob sich Überlebende an Bord befinden. Er nimmt sich die Zeit, um die Datenbanken abzufragen und erfährt nun mehr über die Entführung der BASIS. Plötzlich empfängt Blitzer eine Antwort auf Saedelaeres Funkrufe. Sie bekommen Kontakt zu Endreas Konno. Als Saedelaere die Kabine Konnos betritt ist der Koch tot. Seine Funksprüche sind über die Zeitbarriere gegangen und in Saedelaeres Gegenwart gelangt.
Im Zentrum der Anomalie bekommt die Gruppe Kontakt zu SIL. Das Geistwesen ist verwirrt und seine Aktionen unberechenbar. Sholoubwas Geschenk aktiviert sich und sorgt für den Zerfall der Anomalie. Die RHYLINE flieht und zündet vor Verlassen der Anomalie die Strukturbombe. Die Anomalie löst sich auf und SIL wird von einer Flotte des Reichs eingefangen. Da die Mission erfolgreich war, bekommt Saedelaere das Kommando über die SHEYAR, an die die RHYLINE andockt. Und er erhält einen Datenspeicher mit Informationen über Sholoubwa.

Rezension:
Ein außergewöhnlich SI-lastiger Viererblock geht zu Ende. Christian Montillon knüpft an die Geschehnisse des Romans der vergangenen Woche an und führt auch die Erzählebenen seiner eigenen Geschichte vor drei Wochen weiter. Hat der Autor seinen Roman vor drei Wochen noch mit verschiedenen Perspektiven geschickt aufgebaut, bzw. erzählt, lässt er uns diesmal hauptsächlich an Alaskas Gedanken teilhaben. Dabei wäre es interessant gewesen die Geschehnisse aus Sicht von Carmydea Yukk zu schildern, der nicht entgangen sein kann, dass Saedelaere, ein Fremder, einen Splitter von TANEDRAR erhalten hat. Dummerweise ist es genau dieser Vorgang, der die ganze Geschichte letztlich abwegig erscheinen lässt. Mehrmals betont der Autor, dass der SI TANEDRAR nichts verborgen bleibt. Sie liest die Gedanken der Anwesenden. Bei dem kurzen Wutausbruch von Carmydea Yukk zu Ihrer Situation bleibt TANEDRAR eine plausible Erklärung schuldig. Die mächtige SI soll angeblich nicht wissen, warum eine Auslagerung eines Escaran bei Carmydea nicht funktioniert und fordert gar, dass die Unharmonischen selbst ihre Unschuld beweisen müssen. Die Mission Carmydea Yukks am Romanende ist erfolgreich und schon ist die Superintelligenz überzeugt? Diese Erläuterungen und Entwicklungen sind doch arg an den Haaren herbeigezogen.
Der Erzählstrang über den Koch als einzigen Überlebenden in der Space-Jet konnte anfänglich ebenfalls nicht so richtig überzeugen. Zu häufig wechselt Christian Montillon in den Ich-bin-nur-der-Koch-und-verstehe-daher-nicht-was-hier-passiert-Stil. Das nervte nach einiger Zeit gewaltig. Damit diese zitternde Bündel Mensch überhaupt überleben konnte, musste der Autor auf ein paar Uralteinfälle zurückgreifen, als da sind ein Zeitfeld und ein seltsam agierender Roboter. Merkwürdig auch, dass die Space-Jet durch die Anomalie entkommen ist. Die BASIS wurde durch Manipulationen Ennerhahls vom ursprünglichen Ziel, nämlich der Werft, abgelenkt. Der Schilderung nach, setzt da auch Montillons Erzählstrang ein. Da zwischen BASIS und Werft zu diesem Zeitpunkt mehrere Tausend Lichtjahre lagen, kann die Jet gar nicht in der Anomalie im Innern der Werft entkommen sein. Mit zunehmenden Verlauf der Geschichte und dem Verlassen der permanenten Stresssituation des Kochs gewann diese Erzählung an Qualität. Die Fusion von Vergangenheit und Gegenwart machten den besonderen Reiz dieser Geschichte aus.
Positiv ist zu vermerken, dass der Viererblock einige Erzählstränge der Alaska-Ebene endlich zu einem Ende führt. Es tut mal gut, nicht mit einem Cliffhanger über Monate zu pausieren, bevor es mit den Erlebnissen des Maskenträgers, vielmehr der Maskenträger, weitergeht. Der Roman kann qualitätsmäßig nicht an Montillons 2640 anknüpfen. Er war eher durchschnittlich. Auch der Zyklusfortschritt hält sich in Grenzen. Viel Neues haben wir nicht erfahren und die Zusammenhänge, die sich auftun, waren ebenfalls nicht neu, sie wurden nur mit einigen Details ausgeschmückt.

Ansichten zu PR 2642

Der Maskenschöpfer – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Alaska Saedelaere will nun auch den Rest von TANEDRARS Lebensgeschichte erfahren. Insbesondere interessiert ihn die Sache mit dem Kosmonukleotid TRYCLAU-3. Die SI hatte angedeutet, dass ihre Schwierigkeiten mit dem Kosmonukleotid in Zusammenhang standen. TANEDRAR hat jedoch die Lust an der Unterhaltung mit dem Terraner verloren und schickt einen ihrer Avatare. Der Bewusstseinssplitter namens Fartokal Ladore erzählt die Geschichte seines Lebens und die Geschichte der Superintelligenz aus seiner Sicht weiter.
Vor mehr als zehntausend Jahren war Fartokal Ladore ein Maskenschöpfer, wohl der Beste seiner Zeit. Der Lirbal fertigte insbesondere Masken für die Mitglieder des Geldadels. Seine Masken enthielten jede Raffinesse und besaßen einen hohen Schutzfaktor, der aufgrund der hohen Strahlungswerte in der postapokalyptischen Ära der Lirbaler auch benötigt wurde. Seine Gewinne machte der Lirbal jedoch mit Massenware. Dennoch hat der Maskenschöpfer seinen Zenit längst überschritten. Eines Tages meldet sich sein Escaran, der bisher nie zu ihm gesprochen hat. TANEDRAR möchte den Maskenschöpfer aufnehmen und als Avatar nutzen. Er soll am Wissen anderer teilhaben und quasi unsterblich werden. Fartokal Ladore geht in TANEDRAR auf. Aber sein Bewusstsein bleibt unabhängig. Er ist nicht vollständig Teil der SI geworden. TANEDRAR versetzt sein Bewusstsein in den Körper eines anderen Lirbal. Der Name des eher einfältigen Mannes ist Morrceta. Der Lirbal war zwar ein geschickter Techniker aber in der Hierarchie weit unten angesiedelt. Um das Wissen einzusetzen, das er im Geistespool der Superintelligenz erworben hatte, war der Geist Morrcetas zu schwach. Ladore sinniert nur kurz über moralische Bedenken dann verdrängt er den Verstand Morrcetas und übernimmt die Herrschaft über dessen Körper.
Obwohl einige hundert Planetenjahre vergangen waren seit er gestorben ist, kann sich Fartokal Ladore recht schnell zurechtfinden. Er setzt sein Geschick als Maskenschöpfer und sein Wissen aus dem Geistespool geschickt ein und wird berühmt. Er gibt seinem Volk Visionen und finanziert ein Raumfahrtprojekt zum Nachbarplaneten. Seine Heimatwelt Lirbe entwickelt sich prächtig. Nach einem langen Leben nimmt ihn TANEDRAR wieder auf, nur um ihn im nächsten Körper, einen Avoiden namens Bkelle wieder auszusetzen. Ein neuer Auftrag erwartet ihn, er soll dieses Volk fördern.
Nach Bkelle führen ihn weitere Aufträge in die vier Galaxien des Reiches. Er wird auch wieder in den Körper eines Lirbal, noch dazu eines Maskenschöpfers versetzt. Er erlebt, wie die Masken, seine Masken, auch von anderen Völkern getragen werden. Diese Entwicklung betrachtet er mit Sorge. Schließlich wird Fartokal Ladore Zeuge der Ankunft eines Boten der Hohen Mächte. Seine Individualität erlaubt es ihm, TANEDRAR zu warnen. Er wird nicht gehört. Angeführt von TAFALLA sind alle Teile der SI bereit für Aufgaben der Hohen Mächte. Als TAFALLA dem ersten Auftrag nachgeht ist sein Weggang nur schwer von TANEDRAR zu kompensieren. Dazu fordert Konstrukteur Sholoubwa mit seinen Technogarden Ressourcen zum Bau einer Waffe gegen die Mächte des Chaos. Das BOTNETZ wird geschaffen. Sholoubwa gewinnt an Präsenz, indem er Teile seiner selbst auf Mitglieder der Technogarden überträgt und an jedem der 4096 Verwaltungspaläste als Berater zur Verfügung steht.
Die Zusammenarbeit mit den Hohen Mächten forderte Tribut und das Reich begann auszubluten. Endlich waren die 48 Blütenblätter der Zeitrose fertiggestellt. TAFALLA sollte sie abtransportieren und Fartokal Ladore begleitete ihn. Die Reise führte zur Zwerggalaxis Tyr, wo mehrere kobaltblaue Walzen der Kosmokraten und andere Schiffe das Kosmonukleotid TRYCLAU-3 sicherten, belauert von Einheiten der Terminalen Kolonne TRAITOR. Renyi-Hemdebb überbrachte Informationen zur Installation der Zeitrose. Endlich, nach vielen Jahren des Baus steht die Aktivierung bevor. TAFALLA spürt eine Gefahr, die von der Zeitrose ausgeht. Er befürchtet, dass die Aktivierung mehr Schaden anrichtet als Nutzen. Als er sich zu nahe heranwagt, wird er durch einen Sog in das Innere des Kosmonukleotids gezogen. Das Geistwesen erlebt Visionen von Zukünften. Die Teil-Superintelligenz wird mit ausgesonderten Negapsiqs infiziert. Trotzdem kann TAFALLA dem Kosmonukleotid entkommen. Zurück in TANEDRAR wird die gesamte SI infiziert. TANEDRAR kann TAFALLA wieder ausstoßen, doch durch diesen Prozess leiden alle Bewohner Escalians und TAFALLA tötet Renyi-Hemdebb.
TANEDRAR kann schließlich TAFALLA von den Negapsiqs befreien. Die abgetrennte negative Komponente bildet das Geistwesen Tafalla, das im Leerraum verschwindet. Bei TANEDRAR bleiben Spuren zurück, die sich über die Escaran auf alle Bewohner der vier Galaxien auswirken. Misstrauen, Pessimismus und Paranoia beherrschen die Escalianer. Eines Tages begleitet Fartokal Ladore die Teil-SI ARDEN. Im Leerraum haben sie eine seltsame Begegnung. ARDEN spürt die Anwesenheit einer Superintelligenz namens KASSORR, die sich mit einem Boten der Hohen Mächte trifft. Seltsam ist, dass ARDEN von der anderen Superintelligenz und dem Boten nicht wahrgenommen wird. Die vier Teile der SI beraten die merkwürdige Begegnung. Sie finden keine Erklärung, warum ARDEN unentdeckt blieb und sehen sich betätigt in ihren Zielen das Reich der Harmonie nach außen abzuschotten.
Fartokal Ladore ist erschöpft. Er hat seine Lebensgeschichte dem Terraner erzählt und endlich erfüllt ihm TANEDRAR seinen Wunsch. Er geht endgültig in der SI auf. Alaska hat viele Fragen. Wie viel negative Substanz steckt noch in TANEDRAR? Was hat der Aufenthalt TAFALLAS in TRYCLAU-3 bewirkt? Wie war Renyi-Hemdebb gestorben? TANEDRAR wendet sich über die Puppe Arden wieder an den Maskenträger. Er soll einen Auftrag erledigen.

Rezension:
In der Fortsetzung der Lebensgeschichte TRANEDARS liegt der Schwerpunkt diesmal bei den Beobachtungen einer einzelnen Person. Das tut der Geschichte und dem Erzählfluss gut, wenngleich insbesondere die Darstellungen bei den Interaktionen zwischen einem Wesen niederer Ordnung und einer Superintelligenz die PR-typischen Ungenauigkeiten aufweisen. Das Leben folgt bestimmten Regeln, daran müssen sich die Wesen niederer Ordnung halten. Letztlich haben es die Autoren nie verstanden, den „höheren Wesen“, die sie so gerne schildern, ebenfalls eine Ordnung mitzugeben. Vielleicht wollen sie es ja auch gar nicht. Das erleichtert das Schreiben ungemein und so manche Dinge bleiben dadurch einfach herrlich unbestimmt. Die Geisteswesen die ich rief werde ich nicht mehr los! Goethes Gedanke leicht abgewandelt ging mir das eine oder andere Mal während der Lektüre durch den Kopf.
Nichtsdestotrotz hatte Michael Marcus Thurners Roman deutlich mehr Substanz als die Erzählung der vergangenen Woche. Die von mir letzte Woche noch schmerzlich vermisste Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte des Maskenkults wird vom Autor jetzt ausreichend gewürdigt. Der Einstieg in die Welt der Lirbal und die Zeichnung des Maskenschöpfers Fartokal Ladore gelangen anfangs wirklich gut. Der Autor benötigt nur wenige Zeilen um dieses Szenario einer atomar verseuchten Welt lebendig werden zu lassen.
Danach verliert der Roman etwas an Fahrt ohne allerdings langweilig zu werden. Die diversen Erlebnisse seiner Figur Fartokal Ladore werden von MMT geschickt zu Papier gebracht. Zum Ende hin bemüht der Autor für meinen Geschmack die Hochstelltaste seiner Tastatur ein wenig zu häufig, soll heißen zu den eben nicht wenigen höheren Wesenheiten, die diesen Zyklus eh schon bevölkern, werden noch ein paar neue Namen hinzugefügt.
Am Ende geht es mir wie Alaska Saedelaere. Das Resümee, das der Autor auf Seite 60/61 seine Hauptfigur ziehen lässt, entspricht haargenau auch dem Fazit, das ich zu diesem Roman, bzw. zum Stand des Zyklus ziehe: Diese Erzählung bringt mich zwar ein wenig weiter und hilft mir die Verhältnisse im Reich der Harmonie zu verstehen … Aber all das täuscht nicht darüber hinweg, dass sich neue Fragen auftürmen und Unklarheiten bestehen bleiben.

 

Ansichten zu PR 2641

TANEDRARS Ankunft – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Alaska Saedelaere hat von der SI TANEDRAR einen Splitter erhalten. Nun hört er ihre Geschichte. Die SI wirft einen Blick zurück in die Vergangenheit. Die Bilder entstehen in Saedelaeres Gehirn und überlasten den Terraner anfänglich. Die Geschichte TANEDRARS ist auch die Geschichte der vier Sterneninseln Netbura, Tafalla, Arden und Dranat. Netbura, symbolisiert durch den alten König wurde zum Teil durch die Sterneninsel Tafalla, dem Kanzler, durchdrungen. Wesentlich kleiner, kollidiert Arden, die Prinzessin, mit einem Teil Netburas, während Dranat, der Hofnarr, die beiden Großgalaxien in ihrem Überlappungsgebiet schon vor langer Zeit durchstoßen hatte. Das war 9,8 Millionen Jahre her. In Netbura hatte sich ein Geistwesen entwickelt, das sich den Eigennamen NETBURA gab. Das Geistwesen unterstützt die einheimischen Völker gegen Aggressoren aus Tafalla. Eines der Völker, die Schwanta befindet sich auf der Flucht vor den insektoiden Krol. Als NETBURA sich den Krol in den Weg stellt, um sie mit Harmonie-Impulsen zu besänftigen, tritt ein anderes Geistwesen auf den Plan. Es nennt sich TAFALLA und steht hinter den Aktionen der Krol.
NETBURA und TAFALLA stehen sich im Kampf gegenüber. NETBURA droht dem deutlich stärkeren Geistwesen zu unterliegen. Da kommt es zu einem Einbruch höherdimensionaler Energien. Die Flotten der Schwanta und Krol werden ausgelöscht. NETBURA kann sich nur mit Mühe retten und zieht sich zur Regeneration für Jahrtausende auf die verlassene Heimatwelt der Schwanta zurück. In einem von den Wissenschaftlern der Schwanta mit einem Aufrissprojektor künstlich geschaffenen Miniaturuniversum verharrt NETBURA. Etwa 200.000 Jahre später „entdeckt“ der Liba Lanistar von Breugelt das Geistwesen und wird von diesem aufgenommen. NETBURA bedient sich Lanistars als Avatar. Er schickt die Peaner als Emissäre zu TAFALLA. Allerdings kehrten sie niemals zurück. Die Peaner verweigerten NETBURA daraufhin jede Unterstützung. NETBURA ging auf Reisen und stellte fest, dass er nicht alleine war. In allen 4 Galaxien hatten sich Geistwesen gebildet. ARDEN definierte sich als weiblich. Dazu gesellte sich DRANAT. Die drei Geistwesen harmonierten prächtig und entwickelten eine Vision von einem Zeitalter des Friedens und der Harmonie. Endlich willigte auch TAFALLA zu einem Gespräch ein. Es kam zu mehreren Zusammenkünften. Schließlich vereinigten sich die vier Geistwesen und wurden zur Superintelligenz TANEDRAR. Allerdings wurde durch Zufall (?) die Zusammenkunft so nachhaltig gestört, dass die SI weiterhin aus vier Teilen bestand. Zur Gewinnung von mentaler Substanz sonderte die SI Splitter ihrer selbst ab und verlieh sie an Lebewesen niedriger Ordnung. Von dort floss mentale Energie zurück.
Die Lirbaler erregten die Aufmerksamkeit TANEDRARS und wurden zu Günstlingen der SI. Ein Lirbaler namens Morrceta trägt seine Schutzmaske, die ihm das Überleben sichert auch beim Kontakt mit anderen Zivilisationen. Daraus entstand zunächst ein Modespleen, der sich rasch verbreitete und an Symbolik gewann. Vor 8700 Jahren konnten endlich alle Hochzivilisationen der vier Galaxien auf eine gemeinsame Linie eingeschworen werden, subtil beeinflusst durch die Splitter, die TANEDRAR nun an jeden Bewohner Escalians vergab. TANEDRAR war sich ihrer Viergeteiltheit und ihrer Instabilität bewusst. Von Zeit zu Zeit spaltete sich ein Teil von der SI ab. Der Vorgang verursachte Trennungsschmerz aber auch so etwas wie Erleichterung. Der Reihe nach vollzogen die vier Geistwesen die Abspaltung und kehrten nach einiger Zeit zurück. Das Ritual von Aufbruch und Ankunft entstand. Vor 8500 Jahren erhielt TANEDRAR Besuch von Renyi-Hemdebb, der vorgab im Dienste der Hohen Mächte zu stehen. Er machte TANEDRAR den Vorschlag, dass sich das freie Viertel der SI im Multiversum engagiert. Der Sontaron-Generator des Konstrukteurs Sholoubwa würde den Splitterkreislauf und die Abtrennung des Vierten unterstützen. TANEDRAR willigte nach langer Überlegung ein. TAFALLA konnte den ersten Auftrag erfolgreich beenden. Die SI war im Spiel der kosmischen Mächte angekommen. Auf Alaskas Frage, warum der Auftritt Renyi-Hemdebbs im Schauspiel so schlecht beurteilt wurde und was schief gelaufen sei, erhält er von TANEDRAR die Auskunft: „Da war die Sache mit dem Kosmonukleotid TRYCLAU-3“.

Rezension:
Im Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ gibt es auch einen „Adults Only“ Bereich. Hat man sich ausreichend legitimiert, führt einen der Reiseführer auch in die zügellosesten Gegenden des Universums. Die 4 Galaxien der Escalianer firmieren darin unter dem größten Swingerclub des Universums, bzw. unter dem wenig schmeichelhaften Begriff der „Vier f…enden Galaxien“. Die versauten SI’en NOTNA und RENRUHT gehen dort ein und aus. Werbeslogan: „Seien sie dabei, wenn sich nicht nur Galaxien durchdringen“! Interessanterweise passt es überhaupt nicht zu dem zügellosen Treiben, dass sich die Bewohner Escalians ausgerechnet beim Sex die Masken herunterreißen, also in einer Situation in der angesichts der Umstände Anonymität gefragt sein sollte. Und nebenbei bemerkt, subtil ist das nicht, wie die Splitter der SI da auf die Bewohner Escalians wirken!

Nicht zum ersten Mal wird die Lebensgeschichte einer höheren Entität in der Serie zum Besten gegeben. Da sich diese Ereignisse über lange Zeiträume erstrecken, bieten solche Romane die wunderbare Gelegenheit alte Handlungsfäden in neuem Licht erscheinen zu lassen und Verknüpfungen zu den Ereignissen in der aktuellen Seriengegenwart zu bilden.
Von alledem ist in Michael Marcus Thurners Roman nur wenig zu lesen. Mal eben die Jahreszahl 9,8 Millionen eingeworfen und Saedelaere darüber sinnieren lassen, ist dürftig. Ansonsten wechseln sich Episoden aus dem 4-Galaxien-Swingerclub der Escalianer mit den Begebnissen einzelner Vertreter raumfahrender Zivilisationen in der Frühzeit von Escalian ab. Jede Episode, jedes Intermezzo beginnt mit einer anderen Figur, einem anderen Volk, in einer anderen Zeit. Nicht weniger als 22 (!) Episoden mutet uns der Autor zu. Michael Marcus Thurner bringt darin zwar eine Vielfalt an unterschiedlichen Fremdwesen-Szenarien unter, die damit geschilderten Begebenheiten hinterlassen allerdings nur selten einen Eindruck. Einige Episoden wiederholen sich, so dass zusätzliche Längen entstehen. Der Roman, der an sich eh schon durch die Vielfalt der einzelnen Lebensgeschichten zerfasert wirkt, gerät damit stellenweise unlesbar. Es gibt keine Handlung, keinen echten roten Faden. Natürlich war schnell klar, dass TANEDRAR am Ende entstehen würde. Doch der Weg dorthin war – im wahrsten Sinne des Wortes - unharmonisch. Nichts in Thurners Roman hatte länger als 1-2 Seiten Bestand. Intermezzo 8 war bereits vergessen, noch bevor Intermezzo 9 zur Hälfte gelesen war. Die Geschichte(n) entwickelte(n) keinerlei Nachhaltigkeit.
Da passt es leider auch zu diesem Roman, dass Thurner die Erklärung, warum die Escalianer Masken tragen in einigen wenigen Sätzen abhandelt. Beinahe hätte ich die Aufklärung über die Masken überlesen. Aus einer Schutzmaske wurde ein Modespleen, daraus entwickelte sich eine Symbolik, das war’s. Wie sich eine solche Symbolik hat entwickeln können, gerade darüber etwas mehr zu erfahren wäre interessant gewesen.

Ansichten zu PR 2640

Splitter der Superintelligenz – von Christian Montillon – Handlung:
Die RHYLINE wird nach dem Verlassen der Anomalie von Dutzenden Schiffen des Reichs eingekreist. Alaska Saedelaere selbst scheint in einem Tagtraum gefangen. Darin begegnet er der Puppe der Prinzessin Arden Drabbuh aus dem Mahnenden Schauspiel. Zurück in der Wirklichkeit hat der Maskenträger Mühe die Situation richtig einzuschätzen. Eine Flucht scheint angesichts der Übermacht unmöglich. Über Funk wird die Besatzung der RHYLINE zur Kapitulation aufgefordert. Als das Ultimatum abläuft, wird die RHYLINE angegriffen. Alaska hat eine weitere Vision. Prinzessin Arden Drabbuh ruft ihm zu, dass er nicht sterben werde, selbst wenn diese Schiffe tausendmal feuern würden. Sie ließe es nicht zu. Außerdem teilt die Puppe Saedelaere mit, dass sie sich bald sehen werden. Mit der Frage des Terraners, wer sie wirklich sei, verblasst die Vision.
Carmydea Yukk hat unterdessen die Stimme des Mannes identifiziert, der sie zur Kapitulation aufgefordert hat. Es ist ihr Zwillingsbruder Craton Yukk. Während ihr Bruder das Glück hatte, bei seiner Geburt in der Euphorie einer Ankunft TANEDRARS einen Splitter der Superintelligenz zu erhalten, ging Carmydea wenige Minuten später leer aus und gilt seitdem als Ausgestoßene, als Jyresca. Alaska versucht aus der Situation einen Vorteil zu ziehen, da er davon ausgeht, dass die Familienbande zwischen den Geschwistern stärker seien, als der Hass, den Craton Yukk seiner Schwester gegenüber empfindet. Die Gruppe entscheidet sich für die Kapitulation. Eroin Blitzer soll seine Kosmokratentechnologie nutzen, um sich unsichtbar zu machen. Vorher paralysiert der Androide den Verräter Swift und löscht dessen Gedächtnis, damit der sich nicht mehr an Blitzer erinnern kann.
Die RHYLINE wird in das Führungsschiff DRUSALAI gezogen. Alaska, Carmydea und der Pilot der RHYLINE, Rizinze Baro, werden inhaftiert. Swift kommt auf die Medostation, unsichtbar begleitet von Eroin Blitzer, der befürchtet, dass seine Manipulationen möglicherweise erfolglos blieben. Dann müsste er Swift töten. Doch der Dyonad kann sich nach dem Erwachen tatsächlich nicht mehr an Eroin Blitzer erinnern. Die Behandlung Saedelaeres als Gefangener ist überraschend gut. Schließlich wird er gar von Craton Yukk zu einem Kapitänsdinner geladen. Auch Rizinze Baro und Carmydea Yukk sind geladen. Carmydea vermutet, dass ihr Bruder etwas im Schilde führt. Später stoßen Swift, den Craton als Held tituliert und sein Mediker nach hinzu. Alaska empfindet das Dinner immer mehr als Farce. Außerdem hat er den Eindruck, dass Craton Yukk von irgendetwas oder irgendjemand daran gehindert wird, seine Gefangenen zu töten. Schließlich stößt ein weiterer Gast hinzu. Es ist Gardeleutnant Pridon, dessen SHEYAR ebenfalls aufgebracht worden war.
Während der Konflikt zwischen Carmydea und ihrem Bruder offen zu Tage tritt hat Alaska eine weitere Vision. Die Puppe der Prinzessin Arden Drabbuh teilt ihm mit, das sie sich bald treffen werden. Ein Bote hat mittlerweile Craton aufgesucht. Der Kommandant verkündet, dass der Zeitpunkt der Ankunft TANEDRARS bevorstünde. Die Flotte nimmt Kurs auf den Schauspielpalast. Der Kanzler Melwai Vedikk wäre begierig darauf, Alaska Saedelaere kennenzulernen. Unterdessen geht die Auseinandersetzung zwischen Craton und seiner Schwester weiter. Sie hält ihn für verblendet, wenn er die Unharmonischen jagen lässt. Es wäre alles ein Fehler der Superintelligenz TANEDRAR. Er hält sie für eine Verräterin und lässt sie für ihre Ansichten sogar mit einem Schockstab bestrafen. Schließlich lässt Craton Rhizinza Yukk bringen. Die Herzogin ist seit ihrer schweren Verletzung auf einen Regenerationstank angewiesen. Craton hat nur Verachtung für die geschwächte Rhizinza Yukk übrig. Alaska hingegen stünde unter dem Schutz hoher Mächte, wie er betont.
Die DRUSALAI dockt an den gigantischen Schauspielpalast an. Craton Yukk bringt Saedelaere, unsichtbar begleitet von Eroin Blitzer, in das Zentrum des Palasts. Kanzler Melwai Vedikk, ein Lirbal, also aus dem gleichen Volk wie die Familie Yukk, bedeutet dem Terraner, ihn einige Schritte zu begleiten. Wie es scheint, wird der Maskenträger von TANEDRAR erwartet. Der Harmoniewächter Uyari Lydspor, der Alaska folterte, soll ihn zu einem Ort bringen, wo er das Ritual der Ankunft beobachten könne. Lydspor führt ihn in den Museumsbereich. Wieder hat Alaska eine Vision der Puppe, die ihm mitteilt, dass die bisherigen Kontakte der Vorbereitung seines Bewusstseins dienten. Saedelaere erkennt jetzt, dass es TANEDRAR ist, die sich in seine Gedanken schleicht. Im Museum erreichen Lydspor und Saedelaere eine Gruppe Puppen. Die Puppe der Prinzessin entflammt und die Bürger der Harmonie geraten in Ekstase. Alle reißen sich ihre Masken herunter. Als man Alaska die Maske entfernen will, greift Blitzer ein und verhindert Schlimmes. Bei den Escalianern werden die Escaran sichtbar, die Splitter der Superintelligenz. Saedelaere stellt die SI zur Rede. In ihrem Reich wäre bei weitem nicht alles harmonisch. Die SI will ihm Informationen geben. Dazu müsse er einen Escaran erhalten. Der Maskenträger willigt ein und erlebt ein tiefes Gefühl von Gemeinschaft und allumfassende Harmonie. Die SI erzählt ihm nun ihre Geschichte …

Rezension:
Bevor ich auf den Roman zu sprechen komme, gehe ich erst mal auf eine Begebenheit ein, die sich mir nicht ganz erschließt. Das sind die „Anwesenheitszeiten“ der SI TANEDRAR und daraus resultierend die Frage, wer erhält wann einen Splitter der SI? Die Geburt von Craton Yukk geschah lt. Roman unter der Euphorie einer Ankunft der SI. Seine nur wenige Minuten später geborene Schwester erblickte das Licht der Welt in einer Phase des Aufbruchs und erhielt deshalb keinen Splitter der Superintelligenz. Die SI ist also nur für wenige Minuten anwesend. Wie lang die Phasen der Abwesenheit währen, wurde hingegen noch nicht geschildert. Da sich Saedelaere aber bereits mehrere Wochen im Reich der Harmonie aufhält (die Zeit in der Anomalie mal ausgenommen) wäre ihm das Ankunftsritual der SI nicht verborgen geblieben, wenn es häufiger aufgetreten wäre. Die SI ist also über Wochen, wenn nicht sogar Monate oder Jahre abwesend. Dann müsste die Zahl der Unharmonischen eigentlich deutlich höher sein. Carmydea Yukk wäre nicht eine Ausnahme sondern die Regel! Und selbst wenn die SI nach ihrer Rückkehr auch Bürger, die zwischenzeitlich geboren wurden, noch mit einem Splitter ausstattet, sind diese Bürger über eine lange Zeit Unharmonische und damit Feinde? Auf diese Auflösung bin ich schon gespannt.
Der Autor Christian Montillon hat einen intelligent konstruierten Roman abgeliefert. Wohltuend ist, dass der Autor die Rückblenden auf die bisherigen Geschehnisse der Alaska-Ebene kurz und straff gestaltet. Er ruft nur die elementaren Erlebnisse in Erinnerung und baut diese Episoden geschickt in die aktuelle Handlung ein. Der Autor wechselt anfangs mehrmals die Perspektiven. Die Geschehnisse werden von Saedelaere, Carmydea Yukk und von Eroin Blitzer geschildert, wobei die unterschiedlichen Hintergründe der Figuren auch andersgeartete Sichten auf die Ereignisse zur Folge haben.
Christian Montillon baut einige Elemente in seinen Roman ein, die besonders gut mit der Figur Alaska Saedelaere harmonieren. Mit Puppen hat sein Protagonist schon einige Erlebnisse gehabt, die weit in die Serienvergangenheit reichen. Damit wird eine Atmosphäre geschaffen, die den Eindruck der Figur eines kosmischen Menschen noch verstärkt. Der Autor vereint nach und nach die relevanten Handlungsträger dieser Ebene an einem Ort. Sukzessive werden die Figuren angekündigt und schließlich präsentiert. Mehrmals greift Montillon auf dieses Stilmittel zurück. Das wirkt in der Häufigkeit ein wenig konstruiert. Auch den Arzt hätte der Autor beim Dinner eigentlich weglassen können. Hier greift Christian Montillon ein bisschen tief in die Showeffektkiste. Wenn er das weggelassen hätte, ebenso wie die überflüssige Bestrafung von Carmydea Yukk und stattdessen die Dialoge differenzierter und Craton Yukk tiefsinniger gestaltet hätte, ja, dann hätte der Roman noch an Klasse gewonnen. Es ist schade, dass der Autor sich viele Gedanken zum Aufbau seines Romans macht und wie er die Figuren interagieren lässt aber letztlich häufig in der Lösung wieder zur Gewalt greift. Nichtsdestotrotz hat Christian Montillon einen guten Roman geschrieben auch wenn wieder einmal der Zyklusfortschritt auf die kommende Woche vertagt wird.

Ansichten zu PR 2639

Die grüne Sonne – von Hubert Haensel – Handlung:
Die PARTOGA, ein Raumfrachter der Xylthen mit fünf Besatzungsmitgliedern gerät bei einem Linearflug in Schwierigkeiten. Die Außenhülle bricht in dem Bereich der Laderäume auf, wo hochwertige Hyperkristalle gelagert sind. Als der Xylthe Jeketi die Zentrale des Schiffes verlässt, um nach dem Rechten zu sehen, kommt es zu einer Zeitverschiebung. Er sieht sich selbst wie er aufsteht, um die Zentrale zu verlassen. In diesem Augenblick stürzt die PARTOGA aus dem Linearraum. Jeketi wird bewusstlos und als er wieder zu sich kommt, ist sein Doppelgänger verschwunden und die Datumsanzeigen spielen verrückt. Im Laderaum angekommen sieht er in der Hülle eine Öffnung, als sei die Wand mit einem Desintegrator aufgeschnitten worden. Ein fremder Humanoide macht sich an den Kristallen zu schaffen. Als der Fremde nicht auf seine Fragen reagiert und nach einem fremden Gerät greift, schießt der Xylthe mit einem Nadler auf den Fremden und verletzt ihn schwer. Unterdessen gerät die PARTOGA zwischen die Fronten eines Schwarzen Lochs und eines Viibad-Riffs. Der Fremde im Laderaum verschwindet auf geheimnisvolle Weise und Jeketi kann ein kleines fremdes Schiff an der Außenhülle entdecken. Dann taucht der Fremde wieder auf. Jeketi schießt erneut auf ihn und wieder scheint sich der Zeitablauf zu wiederholen.
Perry Rhodan, Gucky und Mondra Diamond sehen nach Ramoz. Der Mediker beschreibt seinen Zustand nach wie vor als instabil. Für einen kurzen Moment hatte Ramoz einen klaren Gedanken und nach Mondra verlangt. Noch während des Besuchs stellt Mikru gepulste Hypersignale fest, die von Ramoz´ Dorn ausgehen. Da Ramoz zunächst keine Auskünfte geben kann, informiert Rhodan auf einer Konferenz die führenden Besatzungsmitglieder über seine Erlebnisse. Er will zunächst einen festen Stützpunkt einrichten. Ennerhahl unterstützt Rhodan und gibt ihm Koordinaten geeigneter Sonnensysteme. Mehrere LUNA-Kreuzer gehen daraufhin auf Erkundung. Von Ramoz gibt es Neues. Der Humanoide spricht im Delirium von einer grünen Sonne, die er unbedingt aufsuchen muss. Erneut sendet und empfängt sein Augendorn Hypersignale. Nemo Partijan kann die Signale in verschiedene Richtungen und über mehrere tausend Lichtjahre verfolgen. Diese Daten werden mit der Suche nach einer Sonne im grünen Wellenlängenbereich kombiniert. Die Quelle der Hyperstrahlung liegt bei einer grünen Sonne in knapp 8000 Lichtjahren Entfernung. Die MIKRU-JON und die Lichtzelle Ennerhahls brechen dorthin auf. Die KADURA und die SICHOU-1 folgen langsamer nach.
Unterwegs empfängt Mikru einen Notruf. Ein xylthisches Schiff wird von der Schwerkraft eines Schwarzen Lochs angezogen. Ennerhahl behauptet, das Schiff wäre uralt. Rhodan startet dennoch einen Rettungsversuch. Da bemerkt er neben einem Leck des havarierten Schiffes schemenhaft den Bugteil der MIKRU-JON. Pararealitäten scheinen sich zu manifestieren. Mit dem Traktorstrahl wird der Raumfrachter aus der Gefahrenzone gezogen. Dann erreichen die beiden Schiffe die grüne Zielsonne. Einige Hundert Millionen Kilometer von der Sonne entfernt entdeckt Quistus eine 85 Millionen Kilometer durchmessende Verwerfung der Raum-Zeit-Struktur. Mit Hilfe der Technik wird das Phänomen sichtbar gemacht und zeigt sich als ein Gewirr feiner Fäden, die ein Gespinst bilden. Die MIKRU-JON fliegt in das Gebilde ein während Ennerhahl den Flug überwacht und Daten sammelt. Der erste Versuch misslingt, weil ständig in Flugrichtung Fäden auftauchen. Ennerhahl betrachtet das Gespinst als ein Versteck, möglichweise im Psionischen Netz. Quistus und Rhodan übernehmen bei einem 2. Versuch gemeinsam die Steuerung.
Die MIKRU-JON erreicht einen Raum, der mit einer gewaltigen Wolke aus Hyperkristallen angefüllt ist. Zwischen den Staubschwaden aus blauen Chanda-Kristallen werden schemenhafte Reflexe tausender Schiffe entdeckt. Im Angesicht dieser Entdeckung äußert Ramoz, diese Schiffe seien seine Flotte. Ramoz lenkt sie zu einem bestimmten Schiff. Rhodan und Ramoz gehen an Bord. In Rhodans Kopf erklingt eine Stimme, die sie als Berechtigte bezeichnet. Die Schiffe würden zu Diensten stehen, wenn man sie bemannen könnte. Als Rhodan sich bedankt, wird er schroff unterbrochen und als Kretin bezeichnet. Als die mentale Stimme erneut erklingt, richtet sie sich an Ramoz. „Du bist Ramoz! Erkläre dich und wir stehen zu deiner Verfügung.“

Rezension:
Hubert Haensel gelingt ein guter Einstieg in seinen Roman. Zwar mussten mal wieder die besonderen Verhältnisse in Chanda herhalten, um die Figuren in Schwierigkeiten zu bringen, allerdings treibt es der Autor nicht auf die Spitze. Die Schilderungen rund um die Probleme des xylthischen Raumfrachters und seiner Crew gelangen dem Autor recht gut und er brachte immerhin ein paar spannende Elemente in die Story ein. Da waren der Doppelgänger in der Zentrale, aufgrund des durcheinandergeratenen Zeitablaufs und das Auftauchen des Fremden im Laderaum.
Auch das folgende Kapitel um die Dreiecksbeziehung Rhodan – Ramoz – Mondra war akzeptabel geschrieben. Danach holt der Autor erst mal Luft, soll heißen, es folgt das übliche Innehalten, Revue passieren lassen, Ordnung schaffen. Alle wichtigen und unwichtigen Besatzungsmitglieder treffen sich zu einem „Wo sind wir, wer sind wir und was wollen wir“-Meeting. Zuerst empfand ich es als wohltuend, denn es hatte den Anschein, als würde Hubert Haensel dieses Kapitel erfreulich kurz gestalten. Ein bisschen Geplänkel zwischen Rhodan und Ennerhahl und schließlich die Feststellung von Rhodan, dass die Aufzeichnungen seines SERUNS jedem zur Verfügung ständen.
Damit schien der Wiederholungsteil beendet und ich spürte Vorfreude auf die kommenden Ereignisse. Doch weit gefehlt. Es begann der nächste Abschnitt mit einem Geplänkel zwischen Rhodan und Gucky. Der Mausbiber bringt es auf den Punkt, als er bemerkt, dass Rhodan aus achtundsechzig Tagen berichten müsse und man morgen noch zusammensitzen würde. Und dann käme erst der Diavortrag! (O-Ton Roman, nicht von mir!) Es fällt schwer, aus diesen Textpassagen etwas Positives zu ziehen. Wenn überhaupt, dann die Absicht des Autors, die Wiederholungen wenigstens humorvoll zu verpacken. Lachen konnte ich trotzdem nicht!
Wer nun geglaubt hat, dass dann endlich die Rhodanebene Fahrt aufnehmen würde, lag völlig daneben. Denn jetzt legt Hubert Haensel erst richtig los mit seinen Wiederholungen. Auf den nächsten Seiten schwingt sich Hubert Haensel zum ungekrönten Wiederholungsweltmeister auf. Ich habe daher diese Seiten übersprungen. Sie brachten weder die Romanhandlung noch den Zyklus voran.
Die Episode an Bord des Raumfrachters war da deutlich interessanter, wenngleich abzusehen war, dass diese Ereignisse keine größere Bedeutung entwickeln würden. Zwar sträubt sich in mir alles gegen die geschilderten Zeitabläufe aber besser als die Rhodan-berichtet-aus-den-letzten-achtundsechzig-Tagen-Ebene war das allemal. Ach ja, die Rhodan-Ebene. Das Überspringen hat leider nicht viel gebracht. Die (unergiebige) Konferenz des Rückblicks lag im nächsten Kapitel zwar in der Vergangenheit aber als nächstes lässt der Autor den Unsterblichen eine Bestandsaufnahme der zur Verfügung stehenden Ressourcen vornehmen. Rhodan macht Inventur wie ein Buchhalter. Also habe ich erneut einen Sprung über die nächsten Seiten durchgeführt.
Endlich geht es dann doch zur Halbzeit des Romans mit so etwas wie einer Handlung weiter. Den Flug der MIKRU-JON garniert der Autor dann noch mit ersten Vorbereitungen für das Entsorgen der MIKRU-JON am Zyklus-Ende. Quistus wäre nach Mikrus Ansicht der ideale Pilot. Ansonsten steht idealerweise am Ende der Romans eine Raumflotte zur Verfügung, gerade wo man eine solche nach der mageren Bestandsaufnahme Rhodans im ersten Romandrittel doch dringend benötigt hat.
Nach einem bescheidenen Viererblock aus Zyklussicht und schwachen Einzel-Romanen von Montillon, Ellmer, Herren und Haensel geht es nächste Woche zur Saedelaere-Ebene. Ende November 2011 hatten wir zuletzt vom Maskenträger gelesen. Das schreit förmlich nach Wiederholungen, nicht wahr lieber Christian? ;-)