Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2923

Angriff auf den Spross – von Michelle Stern – Handlung:

Ende Juli 1551 NGZ kehrt Reginald Bull zusammen mit Toio Zindher, Tochter Shinae und dem Haluter Icho Tolot ins Solsystem zurück. Resident Hekéner Sharoun freut sich und ist gleichzeitig besorgt. Denn er kennt das Geheimnis um Bulls Zellaktivator, der in Allerorten chaotarchisch geprägt wurde. Bevor Perry Rhodan ins Goldene Reich aufbrach, hat er den Residenten eingeweiht. Und Sharoun hat wiederum Cai Cheung informiert. Vor dem ersten Treffen mit dem Unsterblichen drängt Cheung den Residenten. Er soll Bull auf den Zahn fühlen.

Der Informationsaustausch zwischen Reginald Bull und dem Residenten ist freundlich aber reserviert. Bull rückt mit Infos zu seiner Begleitung nicht heraus, doch Sharoun hat seine Hausaufgaben gemacht. Er vermutet zu Recht, dass Zindher die Lebenspartnerin des Rückkehrers ist. Bull erinnert an die Zusage Cheungs um Strafminderung oder gar Begnadigung. Schließlich hatte die ehemalige Agentin bei der Suche nach Rhodan und Bostich mitgewirkt. Bull weist Sharouns Vermutung, die Beziehung könnte ein Indiz auf eine Beeinflussung durch den Aktivator sein, strickt von sich. Man einigt sich, Toios und Shinaes Identität vorerst geheim zu halten. Bull erfährt die aktuelle Lage und Sharoun vom Transmitter der SHINAE, den Bull erbeutet hat und der nun untersucht werden soll. Bull will sich wieder einbringen und Sharoun hat damit gerechnet. Der Unsterbliche wird in das Amt des Liga-Kommissars für Post-Eiris-Phänomene berufen. Eine Pille muss Bull dabei schlucken. Er bekommt wegen seines Aktivators eine Aufpasserin an die Seite gestellt. Die Technologin Korin Anderlei soll ihm auf die Finger schauen.

Bulls Rückkehr führt zum erwarteten Medienecho. Auch als er zum Merkur reist, um dort die HaLem-Armee zu besichtigen, sind Medienvertreter dabei. Und erstmals auch Anderlei. Die Frau beginnt schon nach kurzer Zeit damit, dem Unsterblichen auf die Nerven zu gehen. Der Rückkehrer sucht ein kurzes Gespräch mit Homer G. Adams. Dann bezieht er mit seiner Familie ein Häuschen in Terrania und Tolot zieht in ihren Vorgarten. Die Ruhe ist schnell vorbei. Der Spross YETO ist auf der 308 Lichtjahre entfernten Welt Damona aufgetaucht und bietet jeden, der es will einen Zellaktivator an. 250 Geräte sollen ausgelost werden. Wo die ca. 200.000 Galaktiker sind, die bei der Flucht aus dem Solsystem an Bord waren, bleibt unklar.

Eine kurze Besprechung wird anberaumt. Bull will den Spross angreifen. Dadurch sollen seine Schwächen, sofern er welche hat, offengelegt werden. Eine Robotflotte wird zusammengestellt. Sie soll die Gemeni attackieren, aber ohne die LFG als Drahtzieher zu verraten. Bull selbst will im zweiten Schritt an Bord des Sprosses gehen und einen Zellaktivator für sich fordern. Im Austausch gegen sein chaotarchisch geprägtes Gerät. Mit der RIBALD CORELLO brechen Bull, Zindher und Tolot auf. Auch Shinae ist dabei, die sich seit der Trennung vom Spross SHINAE schlecht fühlt. Das Schlachtschiff der SATURN-Klasse bringt sie in das Vindonnus-System und in den Orbit um Damona. Von der Flotte wird der Spross aufgefordert, 500 Zellaktivatoren zu übergeben. Als das Ultimatum verstreicht, greift die Robotflotte den Spross an. Der wird durch einen undurchdringlichen Schutzschirm geschützt. Der Angriff scheitert. Bei einer Gegenattacke des Sprosses wird der Paratronschirm eines der Angreifer mühelos durchschlagen. Die Messwerte vom Angriff und den Verteidigungsanlagen des Gemeni-Schiffes lassen den Schluss zu, das diese mit Dakkar-Technologie arbeiten.

Die YETO bekommt Landeerlaubnis auf Damona. Dort wird endlich etwas über die Galaktiker bekannt, die auf Terra an Bord gingen. Etwa 50.000 von ihnen verlassen das Schiff. Es ist jedoch kein ZA-Träger unter ihnen. Weitere Glücksritter von Damona dürfen an Bord und Bull, Zindher und Anderlei mischen sich darunter, ebenso wie andere Wissenschaftler. Der Versuch einen Kantor-Kompakt-Sextanten auf den Spross zu bringen scheitert. Zindher ist geblendet von den Vitalauren der vielen Aktivatorträger an Bord. Sie versuchen Yeto, seine Familie oder die TLD-Agenten zu finden. Doch sie treffen vorerst nur einen anderen Aktivatorträger. Viel erfahren sie nicht. 500 Geräte sind vergeben worden. Und wo der Spross zwischenzeitlich gewesen ist, weiß der Mann nicht. Der Mann sieht keinen Anlass, den Spross zu verlassen. Bull und seine Begleiter werden von einem Sanudh aufgefordert, den Kontrakt einzugehen oder den Spross zu verlassen. Bull gibt zu erkennen, dass er seinen Aktivator tauschen möchte. Sie dürfen an Bord bleiben. Nach einiger Zeit ist Bhal Haddhunis bereit, Bull und die anderen zu empfangen.

Rezension:

Nach zuletzt etwas schwächeren Heften im Goldenen Reich, geht es in Michelle Sterns Roman zurück in die Milchstraße. Die Geschichten um die Gemeni und ihren unglaublichen Geschenken brachten bislang eine Reihe sehr guter Romane hervor mit tollen Figuren und tollen Geschichten um die Verlockungen der Fremden.

Nun geht’s erstmals mit einer der Hauptfiguren der Serie gegen einen Spross. Doch zunächst musste Michelle Stern den verlorenen Sohn erstmal nach Hause bringen. Das macht sie sehr gut. Einerseits hat sie die Bedeutung des Rückkehrers gut in Szene gesetzt, andererseits die Probleme im Blick gehabt, die dieses Comeback begleiten. Auch innerhalb der Familie Bulls bestehen Konflikte. Die (Streit)Gespräche Bulls und Zindhers waren jedoch meist harmlos oder unberechtigt. Bull bekräftigt in einer Szene, mit Toio gemeinsam zum Spross YETO zu gehen. Im Anschluss daran streiten sie, weil Toio nicht zurückbleiben möchte. Die Autorin konstruierte hier einen Konflikt, der keiner war. Dennoch gefällt mir der gezeigte Kontrast der beiden unterschiedlichen Charaktere immer besser.

Was die Figur des Icho Tolot anbelangt, so fehlt es mir noch an einem „Grund“ für dessen Rückkehr. Der Haluter ist vorerst zu einer Mischung aus Schoßhündchen und Babysitter degradiert worden und lebt im Garten von Bulls Anwesen. Ich hoffe allerdings, dass die Ereignisse um den Tod eines Haluters zuletzt, auch den Wissenschaftler und Abenteurer Tolot wieder hervorbringen werden.

Bulls chaotarchisch geprägter Zellaktivator wird immer mehr zum Thema. Der Umgang damit gerät in den Romanen allerdings (noch) sehr einseitig. Es werden Befürchtungen geäußert. Unkonkrete noch dazu. Angesichts der gezeigten Ambivalenz der Hohen Mächte müssten allerdings im gleichen Atemzug auch Befürchtungen gegenüber Perry Rhodan und Atlan ausgesprochen werden. Deren Zellaktivatoren sind kosmokratisch geprägt. Oder waren es im Falle Atlan. Der trägt nun ein Gerät aus den Jenzeitigen Landen. Aber das macht es eigentlich auch nicht besser.

Der Resident der LFG nimmt also einen TARA und zwei oxtornische Leibwächter mit zu seinem ersten Treffen mit Reginald Bull. Mit diesem Arrangement, das sich die Autorin ausgedacht hat, sollten wohl die erwähnten Befürchtungen untermauert werden. Allerdings wirkt das Ganze doch etwas lächerlich. Was soll denn passieren? Dass sich Reginald Bull plötzlich in einen schleimigen Chaotarchen-Diener verwandelt und das Solsystem einnimmt? Über Bulls Vorschlag, sich um einen Gemeni-Zellaktivator zu bewerben, denken die Figuren auch nicht so richtig nach. Einerseits das Misstrauen gegenüber Bulls Gerät. Andererseits plötzlich und ohne Begründung die Akzeptanz der Gemeni-Zellaktivatoren.

Alles in allem ein unterhaltsamer Roman, der Lust auf die Fortsetzung macht.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2922

Die Nacht der 1000 – von Uwe Anton – Handlung:

Auf Gäon befindet sich Tysper Tauschlag auf Menschenjagd. Für seinen unbekannten Auftraggeber soll er den Gäonen Zaidan ausschalten. Der Gejagte hat Informationen über ein Attentat, das Tauschlag durchführen wird. Zaidan darf damit weder seine Unterstützer erreichen noch an die Öffentlichkeit gelangen. Der Soldat Tysper Tauschlag ist bestens gerüstet. Seine Pedgondit-Rüstung macht ihn fast jeden Gegner überlegen. In einer Kleinstadt kann er schließlich Zaidan töten, ohne dass jener noch Informationen weiter geben kann. Nun endlich kann sich Tysper Tauschlag den Vorbereitungen des Anschlags widmen. Sein Auftraggeber ist der Ansicht, dass gute Chancen bestehen, dass Perry Rhodan während des Banketts zur Nacht der 1000 eingeladen wird. Somit würden Zeit und Ort des Anschlags feststehen.

Inzwischen ist Perry Rhodan in der Hauptstadt Aponte am Sitz der Regierung angelangt und wird von der Solastratorin Cassandra Somerset empfangen. Bevor es zum Bankett geht, sucht Perry Rhodan ein Gespräch unter vier Augen mit Somerset. Obgleich sie ihm sympathisch erscheint, ist sie in wichtigen Punkten wenig auskunftsfreudig oder ihr scheint das Wissen zu fehlen. Gerade die Partnerschaft mit den Thoogondu wird von ihr nicht hinterfragt. Als Rhodan nachhakt, zieht sie die Gondu-Kontakterin Lupita Shona und den Thoogondu Doomadh hinzu. Rhodan erkennt, dass die Informationsbeschaffung des ZSI über das Gondunat läuft. Seine Hinweise, dass Informationen aus Erster Hand eine andere Qualität hätten, werden ignoriert. Auf die Vorfälle angesprochen, die zur Zerstörung eines Sonnensystems in der Milchstraße führten, weisen alle Beteiligten eine Mitschuld zurück. Doomadh sichert eine Untersuchung zu.

Während des Banketts sammelt Perry Rhodan weitere Eindrücke, auch solche, die ihm nicht behagen. Gegenüber einigen seiner Begleiter, dem Kamashiten Shalva Galaktion Shengelaia und auch dem Medienwart Col Tschubai zeigen sich die Gäonen sehr distanziert. Große Aufmerksamkeit genießt hingegen der Posbi Ariel. Bevor Rhodan Schlüsse ziehen kann, wird er abgelenkt. Er soll eine Rede halten und seine behutsamen Vorschläge eines gegenseitigen Austausches werden vom Thoogondu Doomadh skeptisch kommentiert. Als dann auch noch Sternenadmiral Arbo P. Dannan erscheint, den Perry Rhodan für den starken Mann im ZSI hält, ist das lockere Bankett zu Ende. Aber die beiden Journalisten Shari Myre und Vektur Basch bitten Rhodan um ein Interview, dem dieser zusagt. Zu einem beliebten Senderformat, der Nacht der 1000, soll es stattfinden. Da dies erst in drei Tagen über die Bühne gehen soll, steigen Perry Rhodan und seine Begleiter im Rosewood Palace ab. Auch Tysper Tauschlag weiß nun, wo er zuschlagen soll und trifft seine Vorbereitungen.

Erneut macht Perry Rhodan die Beobachtung, dass insbesondere seinen umweltangepassten Begleitern offene Abneigung entgegenschlägt. Bei einer Fahrt durch die Stadt skandieren Gäonen auch gegen Rhodan ablehnende Rufe und der Kamashite trifft auf offene Ablehnung. Die Gesellschaft der Gäonen ist zumindest teilweise rassistisch. Der Unsterbliche wird über die Erkenntnisse, die auf dem Gasriesen Byleist gewonnen wurden, informiert.

Am 18. November 1551 NGZ findet im Amphitheater in Aponte die Nacht der 1000 statt. Neben Perry Rhodan wird auch Arbo Perikles Dannan begrüßt. Cassandra Somerset ist als Zuschauerin unter den 1000 Gästen. Rhodan wird von einem TARA geschützt, während Dannan einen Soldaten in Pedgondit-Rüstung und einen Roboter mitbringt. Perry Rhodan wird gefragt, warum er damals seine Stellung als Großadministrator aufgegeben hatte und auch persönliche Fragen gehen an den Unsterblichen. Rhodan nutzt die Gelegenheit, um auch sein Missfallen gegenüber den Weg des ZSI auszudrücken, der ihm zu eng mit dem Goldenen Reich verknüpft sei. Es kommt zu einem Disput zwischen Rhodan und Dannan. Und Rhodan konfrontiert Dannan mit dem Projekt Q-Zündung.

Rhodan erhält keine Gelegenheit die Reaktionen seines Gegenübers abzuschätzen, denn in dem Moment geschieht ein Attentat. Aber von unerwarteter Seite. Der TARA fährt seine Waffenarme aus und feuert auf Dannan. Rhodan kann den Admiral gerade noch zur Seite schleudern. Dessen Begleiter feuern auf den TARA. Es kommt zum Kampf, bei dem der gäonische Roboter vernichtet wird und der TARA nunmehr auf Somerset schießt, die vom Posbi Ariel gerettet wird, der danach den TARA attackiert. Schließlich wird der TARA überwältigt und seine Reste von dem Gäonen in der Rüstung gründlich zerstrahlt.

Niemand wurde getötet, Somerset aber in eine Klinik gebracht. Dannan greift die Terraner wegen des Vorfalls scharf an. Doch Rhodan blockt ab. Ariel überrascht Rhodan. Es ist dem Posbi gelungen, dem irregeleiteten TARA einige Fragmente zu entreißen. Die belegen, dass der TARA eine Kopie war. Ein hochwertiger Transmitter mutmaßlich Thoogondu-Technologie hat den Roboter präzise gegen ein Duplikat ausgetauscht. Rhodan sucht Somerset auf und weiht sie ein. Sie war vermutlich Ziel des Attentats. Sie suchen gemeinsam den Vorgänger der Solastratorin, Syllester Ford, auf. Dannan will unbedingt dabei sein. Mit einem Trick bringt Somerset den Admiral dazu, gemeinsam das Haus zu verlassen, so dass Rhodan und Ford alleine reden können. Der berichtet, dass er einem Komplott auf die Spur gekommen sei. Zaidan hatte ihn informiert. Ford vermutet die Thoogondu oder die Abwehr des ZSI dahinter. Rhodan verdächtigt Dannan und Ford widerspricht nicht. Projekt Q-Zündung kennt er nur von Gerüchten. Möglicherweise ein Raumschiff aus Gäonen- und Thoogondu-Technologie.

Perry Rhodan lädt die beiden Journalisten während eines Live-Interviews an Bord der RAS TSCHUBAI ein. Die Einladung wird auf Somerset und Ford ausgedehnt. Tysper Tauschlag hat versagt. Im Beisein seines Auftraggebers schluckt er eine Giftkapsel. Als letzte Wahrnehmung sieht er Arbo P. Dannan.

Rezension:

1000 Romane nach dem Einstieg von Uwe Anton in die EA darf der Autor seinen persönlichen Jubiläumsband schreiben. Mit dem bezeichnenden Titel „Die Macht der 1000“ liefert Uwe Anton eine Mischung aus Politik, Ränkeschmieden, Komplotte, Attentate und ein wenig SF ab. Obwohl mir der Schreibstil und der geradlinige Aufbau zusagten, folgte die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr bekannten Mustern.

Die Ausflüge in die Politik, die mehr oder weniger regelmäßig bei offiziellen Erstkontakten in der Serie gepflegt werden, enden mit dem unvermeidlichen Attentat. Natürlich lebte die Geschichte insbesondere in der ersten Hälfte vom Geheimnis um das eigentliche Ziel des Attentäters Und auch um die Identität des Auftraggebers wird ein Geheimnis gemacht. Aber das waren auch die einzigen Inhalte, die mich bei der Stange hielten. Erst mit den Ereignissen im Amphitheater und den Aktionen danach kann der Roman bei mir stärker punkten.

Der dritte Roman in Folge, der im Reich der Gäonen spielt und trotzdem wissen wir kaum, wie sie ticken. Die größte Herausforderung dieser Geschichte war zweifelsohne die Darstellung eines ganzen Imperiums auf begrenzten Heftromanraum. Der Autor bringt viele Figuren ins Spiel. Der Attentäter ist von Anfang an bekannt und seine Vorbereitungen werden ausführlich geschildert. Und auch der Architektur widmet der Autor etliche Zeilen. Alleine die wichtigsten Elemente der Story, die Hauptdarsteller, die Gäonen, bleiben blass in der Geschichte. Alle sind irgendwie nett aber unverbindlich. Oder schön, aber uninteressant. Oder hart aber ohne mal ein paar überraschende Charakterzüge zu zeigen oder mit ungewöhnlichen Lebensläufen zu punkten.

Das diplomatische Geplänkel alá „ich tue dir nicht weh, also tue mir auch nicht weh“ hätte man kürzen können. Erst ab dem Duell im Amphitheater werden echte Emotionen geschildert. Ein aggressiver Perry Rhodan ist ungleich besser als der zuvor geschilderte Rhodan, der in der ersten Romanhälfte ein wenig zu viel Weichgespültes in den Mund gelegt bekommen hat.

Aus Zyklussicht betrachtet waren die drei Romane um das ZSI keine Offenbarung. Das muss beim nächsten Besuch dort mal richtig zur Sache gehen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2921

Die Gewitterschmiede – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI hält sich im zentralen System des Zweiten Solaren Imperiums auf. Während Perry Rhodan auf Gäon unterwegs ist, obliegt dem Epsaler Odin Goya die Bewachung von Gi Barr. Der Gäone überrascht Goya und kann entkommen. Er kann seine Rüstung mit der Neurotronik Yester an sich bringen und die RAS TSCHUBAI verlassen, die sich gerade in der Nähe des Gasriesen Byleist aufhält und Daten sammelt. Odin Goya ist angefressen. Durch seine Schuld konnte der Gäone entkommen. Er ringt Kommandant Cascard Holonder das Einverständnis ab, sich an die Fersen des Flüchtigen zu heften und ihn zurückzubringen. Holonder gibt ihm den Infanteristen Karl Marginson und den Posbi Gustav mit. Letzterer verfügt über starke Ortungsgeräte.

Mit einem HALLEY-Jäger macht sich das Trio auf die Suche nach Gi Barr, der sich in die Atmosphäre Byleists abgesetzt hat. Die extremen Umweltverhältnisse des Gasriesen erschweren die Suche. In tieferen Schichten tummeln sich Lebewesen, die Energie aus den Blitzen der Atmosphäre tanken. Die Gewitterwale werden auch dem HALLEY-Jäger gefährlich und beschädigen ihn so stark, dass Odin Goya und Karl Marginson aussteigen müssen und die Suche mit den SERUNS fortsetzen. Gustav bleibt zurück und treibt die Reparatur am Jäger voran.

In tieferen Schichten der Gashülle, in der keine Gewitterwale mehr unterwegs sind, orten die beiden Verfolger endlich auch das Signal des Gäonen. Allerdings stellen sie auch Energiesignaturen von Stationen fest, die in der Atmosphäre treiben. Offensichtlich will der Gäone eine von ihnen erreichen, um dort per Funk Kontakt nach Gäon aufzunehmen.

Die Verfolger können in eine der kaum gesicherten Stationen eindringen. Sie ist seit Jahrhunderten verlassen und diente früher als Ausgangspunkt für einem Freizeitsport der Gäonen, die mit Flugdrachenähnlichen Gebilden durch die Gashülle Byleists schwebten. Wegen tödlicher Unfälle wurde das Ganze eingestellt. Immerhin können Goya und Marginson erneut die Spur des Gäonen aufnehmen. Als sie sich dem Flüchtigen nähern, prescht Karl Marginson vor und greift Gi Barr alleine an. Er bezahlt dafür mit seinem Leben.

Odin Goya folgt dem Gäonen und gelangt auf eine weitere Atmosphärenstation, in die zuvor auch Gi Barr eingedrungen ist. Dessen Rüstung ist im Kampf schwer beschädigt worden und auch Gi Barr ist verletzt. Goya erkennt in den Aufzeichnungen der Station, dass der Gäone auf etwas gestoßen ist. In der Gashülle Byleists wurde ein Projekt namens Gewitterschmiede vorangetrieben, von dem Gi Barr offensichtlich nichts wusste. Und der Gäone geht dem nach. Verfolgt vom Epsaler.

Die Gewitterschmiede entpuppt sich als ein riesiger mehrere Kilometer großer Komplex, der verborgen in der Gashülle des Planeten schwebt. Odin Goya geht an Bord der scheinbar verlassenen Station. Hier wurden früher Raumschiffe gebaut. Der Epsaler macht sich auf die Suche nach dem Entflohenen. Er findet aber nur dessen Rüstung und Visier. Der Gäone wurde gewaltsam aus dem Anzug gerissen. Und nun wird auch Odin Goya attackiert. Hybridwesen, die wie die Gewitterwale auf seine Energie aus sind. Der Epsaler nimmt die Rüstung des Gäonen an sich und flieht. In einem Versteck analysiert er die Situation. Der Gegner, der den Gäonen überwältigt hat, ist offensichtlich verrückt.

Das hat Gi Barr inzwischen auch erkannt. Ein grob humanoides Hybridwesen hat ihn in seiner Gewalt und will mit ihm verschmelzen. Gi Barr hält das Wesen hin und erlangt einige Informationen. Es ist der ehemalige Werftmeister, der nach einem Unfall mit der Biopositronik der Station verbunden wurde und noch den Bau eines Schiffes vollenden konnte. Der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN. Inzwischen ist auch Odin Goya zur Stelle und kann Gi Barr aus seiner misslichen Lage befreien. Gemeinsam erhalten sie noch ein paar Antworten. Die GORATSCHIN ist ein Doppelkugelraumer aus zwei Schiffen der ACHILL-Klasse. Sie führt in einem geheimen Einsatz einen Verband von fünfzig Schiffen an. Mit dem Einsatz soll die Befreiung der Milchstraßenmenschheit eingeleitet werden. Die Mission läuft unter der Bezeichnung Q-Zündung.

Gi Barr und Odin Goya verbünden sich, um gemeinsam zum HALLEY-Jäger und zur RAS TSCHUBAI zurückzukehren.

Rezension:

Hauptakteur in Michael Marcus Thurners Roman ist der Gasriese Byleist. In dessen Umfeld sind die Figuren, die der Autor agieren lässt, nur Spielfiguren. Die Beschreibungen, mit denen der Autor den Planeten, bzw. dessen Gashülle zum Leben erweckt, haben mich beeindruckt.

Weniger beeindruckt hat mich das Figurenquartett, das der Autor in diese lebensfeindliche Umwelt schickt. Die Motive und Handlungen von Figuren sollten idealerweise an frühere Geschichten nahtlos anknüpfen, in der diese Figuren bereits auftraten. Im vorliegenden Roman trifft das auf GI Barr und Odin Goya zu. Gustav und Karl Marginson sind hingegen neu und möglicherweise Eigenkreationen von Thurner.

Fange ich mal mit Gi Barr an. In der obigen Zusammenfassung habe ich weitgehend nur die Perspektive des Epsalers geschildert, um die Ereignisse des Romans wiederzugeben. In der Geschichte selbst werden die Geschehnisse auch sehr häufig aus Sicht des Gäonen geschildert. Mir hat sich dabei nicht erschlossen, warum Gi Barr geflohen ist. Welche Ziele und Motive er verfolgt. Sicher, er war Gefangener der Terraner. Aber in den bisherigen Romanen entwickelte sich eine Art Kooperation zwischen ihm und Perry Rhodan. Es fehlt mir ein auslösendes Element für die Motivation von Barrs Flucht.

Odin Goya wurde bislang nur karg charakterisiert. Der Epsaler hat sich unglücklich mit Rhodans Entscheidung gefühlt, als Aufpasser des Gäonen eingesetzt zu werden. Nun, aus diesem Umstand kann zumindest der Schluss gezogen werden, dass dies die Flucht des Gäonen begünstigt hat. Somit passt Goya in die bisherige Linie. Dass dann alles, und wirklich alles so geschrieben wurde, dass der Gäone von der RAS TSCHUBAI fliehen konnte, ist wieder dem Autor anzulasten. Höhepunkt der Flucht ist zweifelsohne, dass der Gäone mit bloßen Händen einen TARA-Kampfroboter vernichtet (!) und einen zweiten beschädigt. Im gleichen Atemzug werden alle Spionsonden ANANSIS ausgeschaltet, ebenso wie alle stationären Helfer. Sorry, aber das war hanebüchener Unsinn!

Dem Epsaler wird von Michael Marcus Thurner noch das Nochurna mitgegeben. Eine Art ethischer Leitfaden, den die Epsaler auf ihrer unwirtlichen Welt entwickelt haben, um dem Planeten einerseits mit Mut und andererseits mit Respekt zu begegnen. Ein interessanter Ansatz, der im Geschehen des Romans allerdings nicht so richtig zündete bei mir. Die Ausflüge ins Nochurna kamen aus meiner Sicht immer zur Unzeit.

Gustav war der, inzwischen gewohnt, spleenige Posbi, der sich als Quasselstrippe erwies. Und Karl Marginson kam die Rolle des Redshirt zu. Über welche Qualitäten diese Figur verfügte, oder verfügen sollte, wie die Einführung versprach, habe ich nicht herausfinden können. Egal, er ist tot.

Geschichten wie diese, in denen die Dramaturgie über die Plausibilität triumphiert, sind nicht selten in der Perry Rhodan-Serie. Für meinen Geschmack hat es der Autor aber an einigen Stellen überzogen.