Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2926

Schwarzes Feuer – von Kai Hirdt – Handlung:
Im August 1551 NGZ eskaliert die Situation in der Kristallbaronie Girmomar. Während unzählige Bewerber an den Grenzen des Giromsystems stehen, ist die GOS’TUSSAN, das ehemalige Flaggschiff des Kristallimperiums, in das System eingeflogen. Der ehemalige Imperator Bostich fordert den Oberbefehl über alle kampffähigen Einheiten und bekommt ihn auch. Mit fünf Abtrünnigen macht die GOS’TUSSAN kurzen Prozess, danach stehen alle Schiffe hinter Bostich und bilden drei Schalen um den Spross KYLLDIN. Mit der KATOR GIRMOMAR und wenigen Schiffen versucht Zaroia da Bargk die Hauptstadt Shernoss zu schützen. Als die Angreifer das Feuer auf den Spross eröffnen, wird das Waffenfeuer von den geschlossenen Schutzschirmen der Schalen reflektiert und brandet zusätzlich gegen das Gemeni-Schiff. Der Spross wehrt sich. Ein einziger taktischer Waffenstrahl zerstört ein Schiff der Angreifer. Deren Phalanx wird aufgerissen, wodurch die Waffenenergien ins Meer vor Shernoss schlagen. Die Wirkung ist verherrend. Große Teile der Stadt werden zerstört. Trotz angelaufener Evakuierung sterben etwa 30.000 Arkoniden, andere werden verstrahlt. Bostich verlässt den Ort der Niederlage ohne Kommentar.
Monate später, im November 1551 NGZ werden Aufzeichnungen des gescheiterten Angriffs der terranischen Regierung zugespielt. Reginald Bull, der letztlich den Tausch seines chaotarchisch geprägten ZA gegen drei Geräte der Gemeni ablehnte, hat einen Verdacht. Er vermutet einen Spion in den eigenen Reihen. Die Terraner haben inzwischen den Dakkarimpulsspiegel-Sextant entwickelt und einsatzfähig in der RIBALD CORELLO eingebaut. Der Impulsspiegler soll den Schutzschirm eines Sprosses neutralisieren. Und genau jetzt kommen Informationen. Jemand will sich offensichtlich der Unterstützung der Terraner versichern. Bull ist besorgt. Auch die Tefroder sind beim Angriff auf den Spross SHINAE gescheitert. Der Spross ist seitdem verschwunden. Da erscheint ein Gesandter Bostichs im Solsystem. Es ist ein Haluterschiff. Auch hier ist die Informationslage dürftig. Dem TLD ist bekannt, dass vor sieben Jahren zehn Haluter bei einer Drangwäsche spurlos verschwunden sind. Das hatte es noch nie gegeben. Bull und Sharoun empfangen den Arkoniden Thantur da Targdon und vier Haluter. Deren Anführer Varub Ashed trägt Terkonit-Prothesen.
Die Terraner sichern Unterstützung zu, wollen jedoch nicht selber auftreten. Ein Impulsspiegler wird in das Haluterschiff PARAKATT eingebaut, das zum Spross KYLLDIN fliegt. Die RIBALD CORELLO mit Reginald Bull und Toio Zindher folgt als Beobachter. Außerdem wollen sie den Wahlbaron Segos Isirea besuchen und ihn auf den Angriff vorbereiten. Sie erfahren, dass der Spross bei der Heilung von verstrahlten Arkoniden geholfen hat. Bull erfährt auch, dass außer dem Khasurnbaron andere Verjüngte den Spross nicht verlassen haben. Reginald Bull sucht Bostich auf. Der Ex-Imperator hat sich verändert. Seine Haut ist vollständig schwarz, sein Körper extrem muskulös. Bull setzt eine Finte. Er will wissen, ob sich Bostich die Krankheit der Haluter eingefangen hat. Der Haluter in Bostichs Begleitung, Sawru Maudh, gibt nichts preis. Die Haluter nennen die Krankheit das Stasis-Syndrom. Bull geht mit Toio Zindher an Bord des Sprosses, um dort nach dem Angriff Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Bull möchte nicht, dass er und die Terraner mit dem Angriff in Verbindung gebracht werden. Bostich ist einverstanden. Damit die Arkonidenwelt nicht erneut Opfer einer Katastrophe wird, soll der Spross ins All gelockt werden.
Die PARAKATT fliegt den Spross an und bittet um Einlass für kranke Haluter. Die Gemeni lehnen die Behandlung der Haluter ab. Sie sind nicht würdig im Sinne GESHODS. Daraufhin wird der Impulsspiegler mit geringer Leistung eingesetzt. Der Erfolg ist verblüffend. Die Oberfläche KYLLDINS wird beeinträchtigt. Der Spross teleportiert übergangslos ins All. Die PARAKATT folgt und verstärkt den Einsatz des Impulsspieglers. Fünfzig Haluter schleusen in Kampfanzügen aus und etwa dreißig von ihnen können in den aufgebrochenen Spross eindringen, bevor sich die Hülle wieder schließt.
An Bord des Sprosses KYLLDIN sind Bull und Zindher erfolglos in ihren Bemühungen, Gäste aufzuspüren. Bevor sie von Bhal Kharnaim empfangen werden, dringen die Haluter ein. Zindher entdeckt die Vitalaura von Bostich, der mit einem mobilen Transmitter, den die Haluter mitführten, an Bord gekommen ist. Bull will herausfinden, was Bostich vorhat. Sie treffen auf die ersten Haluter. Allesamt tot. Die Saenkari an Bord lehnen Bulls Hilfe für eine Evakuierung ab. Sie bekämpfen die Haluter mit Thedhelen, die Rauchhaluter mit einer Vitalaura erzeugen und die echten Haluter irritieren. Als Bull eingriffen will, hält ihn seine Frau zurück. Sie sieht die Haluter bereits als tot an. In ihren Auren ist etwas Dunkles. Sie alle haben die Krankheit. Sie sieht auch in Bostichs Aura etwas, das nicht dorthin gehört. Ähnlich wie die Krankheit der Haluter. Als der letzte Haluter stirbt, erreicht Bull ein Funkspruch der RIBALD CORELLO. Vetris-Molaud ist mit einer Flotte im Giromsystem erschienen.

 

Rezension:
„Gestohlenes Leben“ ist der direkte Vorgängerroman vom gleichen Autor. Zumindest ging ich von dieser Voraussetzung aus. Tatsächlich werden von Kai Hirdt nun die Ereignisse aus mehreren Romanen zusammengeführt. Und das sind nicht wenige.
Den Einstieg legt der Autor in die Kristallbaronie Girmomar und dem Desaster von Bostichs Hauruck-Aktion. Danach erfolgt ein Zeitsprung von drei Monaten. Die anderen genannten Ereignisse werden nun in einer Art Bestandsaufnahme aus einem Gespräch heraus beschrieben, das Reginald Bull mit Maurits Vingaden und Hekéner Sharoun führt. Sortieren war in diesem Kapitel angesagt, denn die einzelnen Schnipsel waren doch arg fragmentiert. Hier mal eben der Angriff Bostichs in der Rückblende aufgearbeitet, zwischendurch eine Erklärung zu Bulls Ablehnung dreier ZA, ein paar Infos über verlorengegangene Haluter eingeworfen, Vetris-Molauds ebenfalls gescheiterten Angriff gestreift und mit dem Verschwinden der SHINAE dem anwesenden Bull einen kleinen Schreck versetzt. Denn damit ist seine Tochter vielleicht in Gefahr. Abgesehen davon stand Bulls Familienleben ebenfalls im Fokus von Hirdts Inventur.
Natürlich war es wichtig und richtig, die Geschehnisse zu bündeln. Allerdings wird gerade dadurch deutlich, dass in den Vorgängerromanen doch hin und wieder etwas fehlte, was man nun durch Rückblenden, Augenzeugenberichten, Geheimdienstarbeit oder Besprechungen erfährt. Das Kapitel wirkte dadurch etwas zerfahren und persönlich bedaure ich, dass man mit den Figuren eben nicht so dicht dran war, an den eigentlichen Geschehen, die hier zum Teil nur aufgearbeitet werden.
Das ändert sich, als die Protagonisten sich ins Giromsystem aufmachen. Bereits zuvor hat Kai Hirdt das Kommandounternehmen der Haluter aus der Ich-Perspektive eines der beteiligten Riesen eingeführt. Abschnittsweise wird diese Ich-Perspektive des jungen Haluters bis zum bitteren Ende erzählt. Das faszinierte, denn die Innenansicht eines Wesens mit zwei Gehirnen wird nicht so häufig verwendet. Gleichzeitig erleben wir Haluter ganz anders, als bisher gewohnt. Diese Wesen sind verzweifelt und setzen ihre Ethik und ihre Kultur aufs Spiel. In dieser Ich-Erzählung werden dann doch ein paar mehr Informationen zur Geißel der Haluter eingestreut. Sie hat zwar einen Namen aber sie kann nicht diagnostiziert werden. Der Jung-Haluter war mit Varub Ashed unterwegs, dennoch weiß er nicht, ob er betroffen ist. Zwar geht Kai Hirdt auf den inneren Konflikt des Haluters ein, indem er ihm ein Gewissen gibt, das ihn eigentlich von seinem Tun abhalten sollte. Die Moral unterliegt jedoch sehr schnell der Angst vor dem Sturz in die Unumkehrbarkeit. Hier hätte ich mir als Leser doch ein paar Zweifel mehr gewünscht, bzw. dass sich der innere Konflikt des Haluters ein bisschen stärker in seinem Handeln ausdrücken würde. Aber dieses Wesen mit zwei Gehirnen und der bisherigen tadellosen Moral wird in allen Szenen vom Gruppenzwang und der Angst besiegt.
Nochmal zurück zu Reginald Bull. Auch wenn es hin und wieder etwas störend wirkte, gefällt es mir, dass seitens der offiziellen Vertreter der LFG auch ein Unsterblicher wie Reginald Bull nicht einfach schalten und walten kann wie beliebt. Zumindest wird ihm Kontra gegeben und das macht die Geschichte stimmiger. Wobei, hin und wieder lassen die beteiligten Figuren es ein wenig an Abgeklärtheit missen. Nächste Woche greift Vetris-Molaud ein. Dann sind die drei Großmächte der Milchstraße, Terraner, Arkoniden und Tefroder im Einsatz. Nur ein weiteres Spross-Abenteuer? Oder doch endlich ein Fortschritt auf dieser Handlungsebene? Ich bin gespannt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2925

Der Tryzom-Mann – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Nach dem Verlassen der Kunstwelt Wanderer steuert die NEÈFOR mit dem Dolan JASON an Bord das Madurantsystem und dem Planeten Thoo in der Canis-Major-Galaxie an. Der Flug gibt Opiter Quint die Gelegenheit mehr über Zau, den merkwürdigen Begleiter der USO-Agentin Mahnaz Wynter, zu erfahren. Zau vermittelt seine Geschichte auf sehr ungewöhnliche Weise. Opiter Quint ist „dabei“, als er Einzelheiten erfährt.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang auf dem Planeten Lotron. Takerer haben auf dem Planeten ein genetisches Programm am Laufen. Unternehmen Tranat-System beschäftigt zahlreiche Takerer, darunter auch Numun und seine Frau Tavvu. Die Regeln sind hart. Die beiden können keine Kinder bekommen und werden auch vom genetischen Aufzuchtprogramm ausgeschlossen. In dieser Situation wendet sich der Genetiker Guvratosch an Numun und Tavvu. Er verspricht ihnen Kinder. Da das illegal ist, müssen alle mit Verfolgung durch den Geheimdienst Golamo rechnen. Laroschol, ein Agent der Golamo, ist Guvratosch schon lange auf den Fersen.
Numun und Tavvu kündigen ihre Arbeit und sind fortan von Guvratosch und dessen finanziellen Möglichkeiten abhängig. Der Wissenschaftler will eineiige Drillinge mit besonderen Fähigkeiten schaffen. Dazu setzt er auch Gen-Sequenzen einheimischer Spezies von Lotron ein. Die Drillinge sollen später zweigleisig denken können und Pedotransferer werden. Die Drillinge Anme, Mota und Zau werden geboren und Gen-Vater Guvratosch erforscht vom Tag ihrer Geburt an ihre Fähigkeiten. Er ist sehr ungeduldig und hat Angst davor, dass ihm die wissenschaftliche Anerkennung nicht mehr zu Lebzeiten zuteilwird, weil er bereits sehr alt ist. Numun ist sehr stolz auf seine Kinder und schützt sie vor dem Wissenschaftler, wo er nur kann. Vor Tavvu braucht Guvratosch keine Angst haben. Er hat sie heimlich Tablettenabhängig gemacht.
Als die Drillinge drei Jahre alt sind, zeigen sich die ersten Auswirkungen von Guvratoschs genetischen Eingriffen. Die Drillinge sind geistig überdurchschnittlich entwickelt. Anme ist ein Gedankentänzer und Mota entwickelt sich zu einem Pedotransferer. Und Zau kann beides, jedoch in geringerem Umfang. Doch plötzlich steht die Golamo vor der Tür und sie müssen fliehen. Guvratosch packt die Kinder in einen Gleiter und lässt die Eltern zurück, die von Laroschol getötet werden. Auf Porten, den vierten Planeten des Systems setzt Guvratosch seine Forschungen fort. Zau wird zunehmend rebellischer und die Drillinge widersetzen sich immer häufiger ihrem Gen-Vater. Widerwillig, und um die Drillinge zu besänftigen, nimmt er die Takererin Macinda zur Frau, die einen guten Einfluss auf die Kinder hat.
Zaus Fähigkeiten sind schwach. Er kann nur für zwei Minuten einen anderen Geist übernehmen. Sein Körper bleibt dabei stabil und wird nicht zu einer gallertartigen Masse, wie bei anderen Pedotransferern. Nur seine Körperkonturen verwischen. Macinda bringt Guvratosch dazu, die Kinder eine Zeitlang sich selbst zu überlassen. Er beschäftigt sich mit der Intelligenz-Steigerung der Lotron-Baumtänzer und verkauft die Züchtungen, die Gattrasch, um damit Geld zu verdienen. Guvratosch wird älter und arbeitet an einem Geheimplan. Dem Projekt Ruutosch. Wieder ist ihnen die Golamo auf die Spur gekommen. Macinda und Mota werden entführt und begehen in Gefangenschaft Selbstmord. Guvratosch, Anme und Zau siedeln auf dem Planeten Ceinnon.
Die Drillinge erfahren dunkle Details aus Guvratoschs Leben. Dennoch leben sie einige Jahre in Sicherheit, als erneut der Geheimdienst ihr Zuhause angreift. Guvratosch bleibt auf Ceinnon und opfert sich für Anme und Zau, die mit dem Raumschiff RUUTOSCH entkommen. Guvratosch gibt ihnen eine Botschaft mit. Er entschuldigt sich für seine Versäumnisse und bittet um Verzeihung, so wie er Zau verzeiht. Er schickt die RUUTOSCH auf einen Dilatationsflug 200.000 Jahre in die Zukunft. Dort sollen sie nach Ceinnon fliegen, der dann wahrscheinlich ein wichtiger Planet des takerischen Reiches ist. Die Gattrasch sind so konditioniert, dass sie Anme und Zau als Götter anerkennen werden.
Es kommt anders. 1533 NGZ endet der Flug und die Galactic Guardians bringen das Schiff auf. Anme opfert sich für seinen Bruder, der nach Lepso verkauft wird. Er ist der einzige Überlebende der Drillinge. Der Tryzom-Mann. Auf Lepso trifft er die USO-Agentin Mahnaz Wynter, die gegen ein Konsortium ermittelt. Nach einigen Umwegen gelangen beide zur USO und Monkey befördert Zau zum Agenten. Am Ende der Geschichte wird auch für Opiter Quint deutlich, von wo Zau stammt. Lotron ist der takerische Name für Terra!
Ein Detail seiner Geschichte hat Zau nicht verraten. Er war es, der die Golamo nach Ceinnon geholt hat. Er war zornig gewesen. Guvratosch hat seine leiblichen Eltern in Stich gelassen und hat Macinda und Mota auf dem Gewissen. Und doch sind da noch die letzten Worte Guvratoschs. „… so wie ich dir verzeihe, Zau …“.

 

Rezension:
Der Roman von Michael Marcus Thurner knüpft an die Geschichte von Wim Vandemaan an. Nach dem Besuch der Kunstwelt Wanderer wollte Opiter Quint mehr über den merkwürdigen Begleiter von Mahnaz Wynter erfahren. Zau steht etwas überraschend für mich im Mittelpunkt dieser Geschichte. Eben noch Anhängsel einer USO-Agentin und plötzlich Hauptfigur eines Romans? Das könnte bedeuten, dass wir mehr von Zau erleben werden. Sextadim ist wohl das richtige Stichwort.
Eines wiederholt sich in der Perry Rhodan-Serie immer wieder. Tritt eine bestimmte Technologie auf, die die Terraner vor Probleme stellt, wird auch ein Gegenmittel überraschend bereitgestellt. Rein zufällig natürlich. Sind erst letzte Woche Erkenntnisse gewonnen worden, dass die Gemeni etwas mit dem Dakkarraum zu tun haben, holt man diese Woche den Tryzom-Mann aus der (Serien)Vergangenheit. Und zwar speziell aus der Zeit, als die Terraner mit Wesen zu tun bekamen, die den Dakkarraum beherrschten. „Nachtigall, ick hör’ dir trapsen“. Zau wird vielleicht mal den Gemeni auf den Zahn, oder vielmehr auf die Wurzel fühlen.
Von dem Zeitpunkt an, als der Autor das Wort Takerer in seiner Geschichte wie beiläufig erwähnte, entwickelte sich eine anfänglich interessante Story. Einerseits faszinierte mich einmal mehr der Blick auf Geschehnisse in ferner Vergangenheit, auch der Serienvergangenheit. Andererseits war ich natürlich gespannt, wie die Story an die Seriengegenwart anknüpfen würde. Und zu welchem Zweck das geschieht.
Nun, über den Zweck habe ich mit der obigen Vorahnung bereits etwas gesagt. Der Roman selbst verrät nichts darüber. Ich musste auch feststellen, dass die Geschichte nach den erwähnten guten Einstieg dann doch einige Längen aufwies. Mit der Darstellung des Guvratosch hatte ich so meine Probleme. Ein skrupelloser Wissenschaftler? Ja, das war er. Von daher sind die Szenen, als er Macinda ins Haus holt, trotz aller „Erklärungen“ des Autors aus meiner Sicht reichlich merkwürdig geraten. Die Kinder tragen ihm auf, eine Frau zu suchen. Der Mörder und ethisch absolut gewissenlos agierende Mann verliebt sich und steigt mit ihr ins Bett. Das, und die Bauern auf Porten (dem Mars) war schon reichlich verschroben.
Die Geschichte lebt letztlich davon, was daraus für die aktuelle Handlungsgegenwart „benötigt“ wird. Zau sicherlich, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten. Aber auch noch anderes?

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2924

Das Rätsel des Sprosses – von Michelle Stern – Handlung:

Reginald Bull ist mit mehreren Galaktikern an Bord des Sprosses YETO gegangen, der nach seiner Flucht von Terra plötzlich auf der 308 Lichtjahre entfernten Welt Damona aufgetaucht ist. Die Gemeni haben erneut Zellaktivatoren ausgelobt. Und Bull will mit dem Bhal des Sprosses einen besonderen Deal aushandeln. Er will seinen Aktivator im Austausch gegen Aktivatoren der Gemeni anbieten. Mit drei Begleitern wird der Unsterbliche in das Librationsgewölbe geführt, einem ungewöhnlichen Ort und womöglich das Zentrum des Sprosses. Korin Anderlei, Guy Tosser und Reginald Bull sind fasziniert von einer Struktur, die das Librationsgewölbe beherrscht. In seinem inneren wogt ein unbekanntes Medium oder eine unbekannte Energie. Toio Zindher erkennt noch mehr. Sie meint, etwas Lebendiges vor sich zu haben, etwas, das darauf lauert, zuzuschlagen. Und es scheint eine Verbindung ins Solsystem nach Terra zu geben. Bull schlägt dem anwesenden Bhal Haddhunis einen Handel vor. Fünf Zellaktivatoren der Gemeni gegen seinen chaotarchisch geprägten Chip. Zur Überraschung Bulls scheint der Bhal nicht zu wissen, dass es über seiner Superintelligenz GESHOD noch höhere Mächte gibt. Der Bhal gewährt drei ZA, wobei Bull einen davon an eine Person außerhalb des Sprosses anbieten darf. Bull will jedoch ein Gerät zunächst testen und Bhal Haddhunis erbittet sich Bedenkzeit.

Derweil hat die Anwesenheit des Sprosses auf dem Planeten Damona Auswirkung auf die einheimische Planetenbevölkerung. Das friedliche Volk der Gatraxen scheint im Banne des Sprosses zu stehen. Die einen wollen so rasch wie möglich an Bord, die anderen so rasch wie möglich außer Reichweite des Schiffes gelangen. Nur der Gatrax Pellexer ist nicht beeinflusst. Er sucht Hilfe bei den Terranern. Der Administratorin kommt zugleich eine Idee. Bislang war es den Galaktikern nicht gelungen, einen Kantor-Kompakt-Sextanten auf den Spross zu bringen. Der Haluter Icho Tolot hat ein Gerät in drei Teile zerlegt und man hofft nun, damit die Wahrnehmungsschwelle der Gemeni zu unterlaufen. Pellexer soll das erste Teil an Bord bringen und gleichzeitig Bull eine Nachricht übermitteln. Denn Tolot hat eine Hypothese zum Spross aufgestellt und Bull soll mit dem Sextanten weitere Daten liefern.

Bull, Zindher und Tosser haben endlich das KIS-Team gefunden. Maiwenn Parillaud, Bontin Whistler, Peguy Burns und Jonathan Bolajetta sind allesamt ZA-Träger. Misstrauen beherrscht die kleine Truppe. Auch Misstrauen gegenüber Bull und seinen Begleitern. Whistler scheint aufrichtig zu sein. Er betrachtet die Unsterblichkeit als Fluch. Trotz der Ressentiments will man zusammenarbeiten. Von der Familie Yeto gibt es keine Spur. Angeblich haben sie den Spross verlassen.

Nach Ablauf der Bedenkzeit bekommt Bull den versprochenen ZA für drei Tage zur Probe. Wenn er zufrieden ist, bekommt er im Austausch zwei weitere ZA für seine Frau und sein Kind gegen seinen Chip. Anderlei und Zindher untersuchen das Ei. Es scheint tatsächlich echt zu sein. Da trifft der Gatrax Pellexer ein und überbringt das erste von drei Teilen des Sextanten. Bull ist elektrisiert von Tolots Erkenntnissen, der glaubt herausgefunden zu haben, wie der Spross größer wurde. Als auch die anderen Teile an Bord sind, fügt Bull die Teile zusammen und startet das Gerät. Nach der Messung wird das Gerät zerlegt und zusammen mit den gewonnenen Daten zurück zum Haluter gebracht. Man hat nun eine ungefähre Vorstellung davon, wie der Spross gewachsen ist. Im Samenkorn muss eine winzige Maschine gewesen sein, die möglicherweise mit der Psi-Quelle identisch ist. Die Psi-Quelle zapft ein Depot im Dakkarraum an und integriert die daraus geschöpfte Materie in den Spross. Die Maschine wird als Rekollektor bezeichnet und ist wohl mit der Struktur im Librationsgewölbe identisch. Bull entwickelt einen Plan, den Tolot umsetzen soll. Die Impulse, die der Kantor-Sextant aus dem Dakkarraum empfängt, sollen modifiziert und gespiegelt werden. Man will wissen wie der Spross darauf reagiert.

Die Reaktion ist heftig. Als Tolot und die Wissenschaftlerin Temmo aus einer LAURIN-Jet heraus den Sextanten in Betrieb nehmen und die Daten die er empfängt, spiegeln, transitiert der Spross YETO ins All und vernichtet die Space-Jet. Tolot und Temmo überleben nur knapp.

Auf der YETO spürt die Vitaltelepathin Zindher so etwas wie Angst, die das Schiff durchfährt. Die Vitalaura wird gestört. Nach zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Die Galaktiker können die Gatraxen davon überzeugen, den Spross zu verlassen. Bull erfährt von Tolots Einsatz und ist zuversichtlich, etwas gegen die Gemeni in der Hand zu haben. Und noch eine Nachricht trifft ein. Imperator Bostich hat im Giromsystem mit dem Angriff auf den Spross KYLLDIN begonnen. Die Dinge spitzen sich zu.

 

Rezension:

Es sind zwei Elemente, die den zweiten Teil von Michelle Sterns Doppelband beherrschen. Es werden ein paar Erkenntnisse zu dem Spross, bzw. seinem Wachstum gewonnen. Und Unsterblichkeit macht einsam und misstrauisch.

Eine der Haupteigenschaften, die ein Perry Rhodan-Autor mitbringen muss, ist sicherlich Antworten auf drängende Fragen zu verzögern. Mit den Geschichten über die Gemeni und den Sprossen wurden nun schon etliche Romane in diesem Zyklus gefüllt. Die waren allesamt gut geschrieben und auch spannend. Insbesondere die Figurenkonstellationen, die in den Einsatz geschickt wurden, wussten zu überzeugen.

Michelle Stern zögert ebenfalls die Antworten hinaus. Das macht sie ganz geschickt, wenngleich die Verzögerungen sicherlich durch die Exposés gesteuert werden. Immer neue Figuren werden auf den oder die Sprosse losgelassen. Da sie untereinander keinen oder nur gelegentlichen oder eingeschränkten Kontakt haben, können auch keine Informationen ausgetauscht werden. Das „Entdecken“ eines Sprosses kann also mehrmals geschildert werden und unterscheidet sich dann jeweils in den Figuren und deren geschilderten Empfindungen.

Irgendwann aber muss dieses Spiel auch mal zu Ende gespielt werden. Michelle Stern lässt nach diversen Verzögerungen zwei der Forscherteams im Spross YETO aufeinandertreffen. Und entfaltet dabei das Misstrauen, das diese Geschichte von da ab befeuerte. Toio Zindher misstraut Korin Anderlei, die wiederum Bull und seiner Frau misstraut. Das KIS-Team misstraut sich gegenseitig und anderen ZA-Aspiranten. Maiwenn Parillaud misstraut Bull und Zindher. Anderlei misstraut Parillaud. Und Guy Tosser misstraut Parillaud und Zindher, während Bull den Gemeni-Zellaktivatoren misstraut, aber seinen eigenen gerne hergeben möchte. Habe ich was vergessen?

Letzte Woche schrieb ich, dass ich es merkwürdig finde, dass die Gemeni-ZA so wenig Misstrauen erzeugen. Sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei Bull, der doch seine Unsterblichkeit bei dem Tausch aufs Spiel setzt. Umso stärker ist dieses Element nun in dieser Geschichte präsent gemacht worden. Und auch zu meiner Ansicht, Tolot sei zu einer Mischung aus Schoßhündchen und Babysitter degradiert worden, gibt Michelle Stern Kontra. Sie schildert Tolot endlich als Techniker und als Wissenschaftler und nur ein klein wenig noch als Babysitter. 🙂

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.