Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3058

Für Galaktiker verboten! – von Wim Vandemaan
Im Kugelsternhaufen M13 haben im Umkreis der Bleisphäre, die den Standort des Arkonsystems einnimmt, mehrere Parteien Stellung bezogen. Atlan ist mit der TARTS und etlichen Schiffen vor Ort. Unterstützt von weiteren Verbänden der Vereinigten Sternenbaronien. Verbände der Ladhonen und der Naats haben sich den Arkoniden gegenübergestellt. Die Ladhonen haben mehrere Etappenhöfe aus dem Transmitternetz der Akonen rund um die Bleisphäre in Position gebracht. Was sie damit bezwecken, bleibt unklar. Seit zwei Tagen belauern sich die diversen Gruppierungen. In diese Situation meldet sich die BOX 6161. Der Posbi Ganud und das Zain-Konstrukt Bonthem besuchen die TARTS. 1200 Schiffe der Posbis und 10 Schiffe der Zain-Konstrukte sind in Rufbereitschaft. Bonthems Motive bleiben unklar. Er scheint lediglich neugierig. Ganud nutzt seine Anwesenheit, um Atlan über jene Reise Vetris-Molauds zu unterrichten, die der Tamaron vor über 400 Jahren nach Andromeda unternommen hatte.
Zu jener Zeit waren die Auswirkungen des Weltenbrands noch nicht überall beseitigt. Die galaktischen Völker stellten jedoch einen Ausfall der Sonnentransmitter fest. Vetris-Molaud wollte Reginald Bull zu einem Besuch in Andromeda überreden. Der Terraner winkte ab. Die Milchstraße hatte andere Probleme. Der Tefroder hatte jedoch einen Doppelkugelraumer für eine solche Expedition bereitstellen lassen. Per Linearflug trat Vetris-Molaud die mehrmonatige Reise mit der SCIMOR an und Ganud begleitete ihn. Etwa 280.000 Lichtjahre vor dem Ziel wurde die SCIMOR durch einen unbekannten Einfluss aus dem Linearraum geworfen und strandete im Leerraum. Nur wenige Lichtjahre von einem gigantischen Weltraumbahnhof entfernt.
Der wird von Tefrodern bewohnt, die die Besucher zwar empfangen aber sich sehr distanziert verhalten. Vetris-Molaud und Ganud erfahren, dass die Milchstraße unter Quarantäne gestellt wurde. Von den Onryonen soll das Gerät entwickelt worden sein, mit dem man Raumschiffe aus dem überlichtschnellen Flug holen kann. Die beiden Besucher machen die Bekanntschaft des Eisläufers, eines überaus merkwürdigen und gefährlichen Wesens, das auf der Station gestrandet ist. Als eine Vertreterin der tefrodischen Regierung eintrifft, werden Vetris-Molaud und Ganud darüber informiert, dass etwas mit der Milchstraße nicht in Ordnung ist. Ein tefrodischer Wissenschaftler erläutert einige Messungen.
Die Besucher geraten in Gefahr und erhalten unerwartet Hilfe. Der Tamaron will wissen, an wen er sich später einmal wenden kann. Und erhält die Auskunft, nach Soynte Abil zu fragen.
 
Nach Zeno Kortin, dem ehemaligen Faktor IV der Meister der Insel rückt Wim Vandemaan nun ein weiteres Mitglied dieser Gruppierung ins Rampenlicht. Soynte Abil ist die ehemalige Faktor VII der MDI und gehörte wie Kortin den Verschwörern an, die von Mirona Thetin getötet wurden. Nun ja, Rampenlicht ist etwas zu hoch gegriffen von mir. Eigentlich lässt der Autor nur den Namen fallen. Dass Wim Vandemaan vom Zyklus der Meister der Insel sehr angetan ist, hat er immer wieder auf diversen Cons betont. Der Exposé-Autor hält die Geschichte der MDI noch nicht für auserzählt. Es könnte also durchaus sein, dass er hier einen erneuten Anlauf nimmt, zumindest einen kleineren Erzählstrang diesem Thema zukünftig zu widmen. Ich muss allerdings auch festhalten, dass die Geschichten um Zeno Kortin ebenfalls einen interessanten Anfang nahmen, bevor sie mehr schlecht als recht dahinplätscherten und schließlich ruhmlos endeten.
Doch zurück zum aktuellen Roman, der mir sehr viel Lesespaß brachte. Er schildert die Erlebnisse der Reise nach Andromeda aus Sicht eines Posbis. Da Posbis nicht die typischen kalten Roboter sind, fallen die Beschreibungen daher weder technisch oder nüchtern aus. Im Gegenteil. Es mischen sich humorige und ironische Elemente in die Berichterstattung Ganuds. Das Besondere an den Geschichten von Wim Vandemaan ist jedoch, dass er selbst dem Alltäglichen immer noch eine besondere Note verleihen kann. Manches Mal sind es nur kleine Änderungen, eine klein wenig verschobene Perspektive, ein etwas anderes Vokabular, das eine sattsam bekannte Szene anders erscheinen lässt. Nur Nuancen, damit bekannte Szenerien eben nicht banal, sondern interessant und aufregend erscheinen.
Abgesehen davon kann der Autor mit seinen Darstellungen auch sehr gut Emotionen wecken. Die Beschreibungen des Eisläufers, der auf der Unterseite der Station seine Pirouetten dreht, waren eindringlich und geheimnisvoll. Ein schöner Roman, der Lust auf mehr macht.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3057

Thantur-Lok brennt – von Verena Themsen
Im Kugelsternhaufen der Arkoniden brennt es. Der Arkonide Jarak da Nardonn, Anführer der imperialistischen Gos’Pothora hat zahlreiche Schiffe hinter sich. Unterstützt wird er zudem von den Naats und den Ladhonen. Atlan ist in der Rolle des Verteidigers. Mit der TARTS, seinem Flaggschiff, springt er mal hier, mal dorthin, um die zahlreichen Brandherde zu löschen. Bislang konnte er trotz zahlenmäßiger Überlegenheit des Gegners mit der besseren Taktik gegenhalten. Atlan weiß jedoch, dass er ohne Verbündete nicht lange bestehen wird. Und er muss auch technische Vorteile suchen, um der drückenden Übermacht entgegentreten zu können. Der Unsterbliche nimmt Kontakt zum Ewigen Imperium auf. Die Messingträumer kontrollieren EPPRIK-Raumer, die dringend an der Front benötigt werden. Doch der Botschafter des Ewigen Imperiums hat eine ganz eigene Sicht der Dinge.
Der Mascant sucht nach anderen Lösungen und entwickelt einen Plan. Zentrale Rolle darin spielt die Werftwelt Murnark, wo eine möglicherweise kriegsentscheidende Waffe entwickelt wird. Atlan schickt mit Dancer, Schlafner, Gucky und dem TARA-Psi ein schlagkräftiges Team aus, seine Pläne umzusetzen. Auch Jarak da Nardonn hat es auf Murnark abgesehen. Um den Planeten entbrennt eine Schlacht. Jarak da Nardonn ahnt nicht, dass er Opfer einer Finte Atlans wird. Doch kann sich Atlan auf alle seine Unterstützer verlassen?
 
Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit der Geschichte von Verena Themsen warm wurde. Ich fragte mich zunächst, wohin uns diese Geschichte führen soll? Welche Ziele verfolgen die Figuren? Welche Motive haben sie? Aber nach und nach nahm mich die Autorin auf diese Reise mit und es entwickelte sich eine gut zu lesende und zu verfolgende Story. Die Art und Weise, wie Atlans Pläne von unterschiedlichen Figuren vorangetrieben und aus abwechselnden Perspektiven beleuchtet und hinterfragt wurden, machte mit zunehmenden Fortschritt der Geschichte immer mehr Spaß. Die Spannung, wer denn nun das Rennen macht, im Fernduell zwischen Atlan und Jarak da Nardonn, konnte Verena Themsen bis zum Schluss hochhalten.
Gut gesetzt waren auch die verschiedenen Anspielungen und Dialoge, die das Vertrauen in die Figuren erschüttern sollten. Die Autorin findet eine gute Balance darin, dass man sich als Leser eben nicht sofort an den Kopf greift aber andererseits sich nicht 100% sicher sein kann, wem denn nun die Loyalität einiger Figuren gilt. Am Ende gibt’s dann auch noch den Übergang zur Geschichte der Vorwoche. Zumindest scheint nun klar, auf wessen Seite die Ladhonen stehen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3056

Transmitter-Hasardeure – von Uwe Anton
Der akonische Etappenhof Kesk-Kemi steht kurz vor der feierlichen Eröffnung. Es wird der 897. Etappenhof werden. Die Transmitterstrecken überwinden insgesamt 70.000 Lichtjahre. Kesk-Kemi hat seinen Standort an der Peripherie des Sternenreiches Chebor-Popta und steht im Orbit einer Siedlungswelt der Cheborparner. Zahlreiche prominente Galaktiker haben sich angekündigt. Die TREU & GLAUBEN des Barniters Kondayk-A1 ist eingetroffen. Der cheborparnische Finanzier Hyadusz Pervuggan ist anwesend und auch ein hochgestellter Akone. Der Kommandant des Etappenhofs Glosiant ter Tupun ist entsprechend angespannt und beaufsichtigt letzte Arbeiten. Die Siganesin Barbara Meekala ist zusammen mit ihrer Kollegin, der Swoon Rohonzori, dabei, einer Irritation im Transmittersystem auf den Grund zu gehen. Doch die positronische Protokolle liefern keine verwertbaren Ergebnisse an die beiden Transmitterspezialistinnen. Dennoch sind die beiden Mikrotechnikerinnen sicher, dass etwas nicht in Ordnung ist und raten ter Tupun von einer Inbetriebnahme ab.
Der Akone ignoriert die Warnung. Bei Inbetriebnahme kommt es zu einem ersten Zwischenfall. Geschenke, die Hyadusz Pervuggan an Bord abstrahlen ließ, materialisieren nicht im Empfänger. Erneut machen sich die beiden Transmitterspezialistinnen auf die Suche. Und warnen eindringlich vor der Aufnahme von Personentransporten. Inzwischen ist auch ein cairanischer Augenraumer vor der Station eingetroffen. Mit Matetao Goniwari ist der Legat für die Sicherheit interstellarer Transportsysteme an Bord gekommen. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Transmitterprobleme sind nicht das einzige Problem. Transmitter-Hasardeure sind in die Station eingedrungen. Unter ihnen auch zwei Tomopaten, die Angst und Schrecken verbreiten. Barbara Meekala und Rohonzori bleiben zunächst unbemerkt, kommen in Kontakt zu zwei merkwürdigen Agenten und versuchen hinter die Absichten der Eindringlinge zu kommen.
 
Nach 15 Wochen kehrt die Handlung zur Atlan-Ebene zurück. Ein bisschen zumindest. Der Arkonide hat einen Kurzauftritt am Anfang, den Rest der Handlung bestreiten danach andere Akteure. Der kurze Fokus zu Beginn von Uwe Antons Roman diente einzig dem Zweck, die Handlungsebene in Erinnerung zu rufen und die Figuren für diesen und kommende Romane in Position zu bringen. Gucky ist nun bei Atlan, die Thesan Zemina Path ist auf dem Weg nach M13 und es werden Aktivitäten Monkeys erwähnt. Außerdem werden Giuna Linh und Lanko Wor zum Etappenhof Kesk-Kemi in Marsch gesetzt, weil der Nachrichtendienst Ephelegon Hinweise auf Anschläge durch Transmitter-Hasardeure bekommen hat. Der Roman setzt jedoch verstärkt auf andere Figuren.
Uwe Anton lässt das Geschehen aus der Sicht zweier Winzlinge ablaufen. Der Siganesin Barbara Meekala und der Swoon Rohonzori. Die beiden Technikerinnen haben aufgrund ihrer geringen Körpergröße nicht nur eine gänzlich andere Perspektive auf die Lage an Bord. Sie genießen auch gewisse Vorteile daraus. Denn sie bleiben in bestimmten Situationen unter dem Radar. Angesichts der Gegner, darunter zwei Tomopaten, kein geringer Vorteil. Die Handlung beginnt harmlos und wird vom Autor von Szene zu Szene gesteigert. Uwe Anton spart dabei auch nicht an drastischen Darstellungen. Einerseits schildert er schonungslos die Auswirkungen eines Transmitterunfalls. Andererseits werden von ihm auch die brutalen Angriffe der Transmitter-Hasardeure geschildert. Die keine Paralysatoren einsetzen, sondern tödliche Waffen ohne jede Rücksichtnahme.
Allerdings ist die Gewaltdarstellung in Uwe Antons Roman kein Selbstzweck. Zumindest empfinde ich es nicht so. Es ist eher eine inszenatorische Finesse und eine notwendige realistische Darstellung, um seine Figuren in diesem Umfeld agieren zu lassen und das Vorgehen und die Emotionen der beiden Technikerinnen in diesem Zusammenhang plausibel schildern zu können. Die Geschehnisse wirken unmittelbar auf den Leser und der Autor kann die Neugierde, wie es seine Hauptfiguren schaffen, um zu überleben und die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten.
Wer hinter dem Angriff auf den Transmitterhof steckt, war schnell klar. Aber die Motive wurden noch nicht aufgedeckt. Eine sehr unterhaltsame Geschichte von Uwe Anton, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe.