Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3000

Mythos Erde – von Wim Vandemaan/Christian Montillon
Am 08. September 1961 erschien Heft 1 der Perry Rhodan-Serie. Und die beiden Exposé-Autoren Wim Vandemaan und Christian Montillon lassen ihre Geschichte des Jubiläumsbands 3000 ebenfalls an einem 08. September spielen. Nur schreibt man im Roman das Jahr 5632, bzw. 2045 NGZ.
Perry Rhodan erwacht aus der Suspension. Als Einziger. Winzige Details verraten ihm, dass er schon mal wach gewesen sein muss. ANANSI reagiert nicht und der Unsterbliche sieht sich um. Er entdeckt einen Koffer, der nicht in den Raum gehört. Und eine fremde Frau, die kein Mensch ist. Sie stellt sich als Zemina Paath vor und den Koffer als ihren Paau. Sie hat die RAS TSCHUBAI entdeckt und ist eingedrungen. Sie hat auch Rhodan aus der Suspension geholt. Beim ersten Mal, um ihn zu untersuchen, auch den Zellaktivator. Zemina Paath leidet unter Gedächtnisverlust. Ihr seien Teile ihres Gehirns gestohlen worden. Ihr Sternenschiff, das in einer Andockmulde festgemacht hat, bezeichnet sie als das Nashadaan. Der sechseckige, etwa 300 Meter lange Zylinder ist von erstaunlicher Technologie. Sie hat Hyperfunksprüche aufgefangen. Die Milchstraße ist in die Cairanische Epoche eingetreten. Die Ladhonen sind besiegt. Die Cairaner beherrschen die Milchstraße, sie sind die friedenswirkende Kraft. Die Liga Freier Galaktiker existiert noch. Resident Reginald Bull lebt in der Zentralgalaktischen Festung. Als Rhodan anmerkt, mit dem Schiff ins Solsystem und nach Terra aufbrechen zu wollen, behauptet die Frau, dass Terra nichts als eine Legende sei. Ein Mythos. Rhodan begreift das nicht. So was kann in ein paar Jahrhunderten nicht passieren. Es gibt unzählige Beweise für ihre Existenz. Paath rät davon ab, die RAS TSCHUBAI zu reaktivieren. Eine Firnis, die vom Nashadaan um das Riesenschiff gelegt wurde, schützt sie vor der Entdeckung durch die Mentalsonden der Cairaner.
Perry Rhodan ignoriert die Warnung und weckt die Semitronik. ANANSI zeigt sich als gereifte Frau und stellt fest: Es ist der 08. September 2045 NGZ. DIE RAS TSCHUBAI weist einige Schäden auf. Die Paratrontechnologie steht nicht zur Verfügung. Die Besatzung wird aus der Suspension geholt. 493 Jahre ist für manche ein Schock. Rhodans Plan ist einfach: „Wir fliegen in die Milchstraße, schauen, ob Bully in seiner Festung belagert wird, und hauen ihn raus.“ Schon kurz nach der Aktivierung der Schiffssysteme wird die RAS TSCHUBAI von Sonden der Cairaner geortet und drei ihrer elliptischen Schiffe materialisieren. Augenschiffe, wie sie Kommandant Holonder benennt, weil sie von einer zentralen roten Energiekugel dominiert werden. Ein Cairaner von der MAIDAC ODAIR gibt an, im Auftrag des Halo-Konsuls Aionguma Baldaraise zu handeln und dieses Territorium zu schützen. Er gibt auch an, auf die RAS TSCHUBAI lange gewartet zu haben und will sicherstellen, dass das Schiff keine Bedrohung ist. Einen Inspektionstrupp lehnt Rhodan ab. Es kommt zu einem Feuergefecht mit leichten Waffen. Als die Cairaner schwere Waffen einsetzen, versetzt sich die RAS TSCHUBAI in die Libratronvakuole und entkommt. Es werden Daten gesammelt. Das Solsystem ist nach wie vor ein stark frequentierter Ort. Aber dort hat es ein Ereignis gegeben, das als der Raptus bezeichnet wird. Was genau geraubt wurde, ist wegen der Legendenbildung unklar. Es könnte die Wegnahme von Terra und Luna sein. Es gibt darum herum hunderte von Legenden. Es hat wohl eine galaxisweite Informationskatastrophe gegeben. Den Posizid. Danach kam es zu einer Datensintflut, die alle erreichbaren Rechner mit korrumpierten Daten bespielte. Atlan merkt an, dass dies vielleicht auch die Terraner selbst bewerkstelligt haben könnten. Da die Cairaner insbesondere die zusammenwirkenden ÜBSEF-Konstanten von Rhodan und Atlan messen können, trennt man sich. Atlan fliegt die reparaturbedürfte RAS TSCHUBAI nach Culsu, einer Posbi-Welt. Und Perry Rhodan bricht mit der BJO BREISKOLL ins Ephelegonsystem auf. Zusammen mit Zemina Paath und ihrem Nashadaan.
An einem anderen Ort in der Milchstraße, im Afallachsystem, steckt die Terranerin Giuna Linh in Schwierigkeiten. Die Beraterin auf einer Transmitterstation der Akonen ist in die Datennetze der Cairaner eingedrungen. Ihr Mann Lanko Wor wurde von den Cairanern wegen eines nichtigen Vorfalls zur Bestrafung in die Ausweglose Straße geschickt. Und Giuna will ihn befreien. Sie setzt auf den Barniter Kondayk-A1. Der bekannte Händler reist wegen eines Zwischenfalls auf den Etappenhof mit seinem Schiff TREU & GLAUBEN an. Ein Kugelraumer der DANTON-Klasse mit 1200 Meter Durchmesser. Eine Explosion im Etappenhof wird dem Barniter-Konsortium vorgeworfen. Giuna will dem Barniter zwei ausgebrannte Zellaktivatoren anbieten. Kondayk-A1 und sein terranischer Begleiter Cyprian Okri entpuppen sich als Agenten des Nachrichtendienstes Ephelegon. Das NDE ist Nachfolger des TLD. Die beiden interessieren sich für eine Technologie der Cairaner. Die Vital-Suppressoren. Damit kann anderen Wesen die Lebensenergie abgesaugt werden. Sie verlieren jede Kraft und geben sich auf. Den beiden Agenten gelingt es, zusammen mit Giuna in die ringförmige Station der Cairaner einzudringen, als Ausweglose Straße tituliert, weil sie den Gefangenen keinen Horizont bietet. Sie können Lanko befreien und entkommen.
In Neu Terrania, der Hauptstadt des Planeten Rudyn im Ephelegonsystem, wo die Solare Residenz über dem Thetys-See schwebt, wird Reginald Bull von seinem Leibwächter und Sekretär Ganud auf die Ankunft der VOHRATA hingewiesen. Der Posbi, der vorher im Dienste des tefrodischen Machthabers stand, ist Bull ein enger Vertrauter geworden. Reg, wie Bull von Vetris-Molaud angesprochen wird, erteilt seinem Freund Caer die Einflugerlaubnis durch den Kristallschirm. Ganud erkennt einmal mehr, dass Reginald Bull die Hoffnung nicht aufgegeben hat. Eines Tages kehren sie wieder. Shinae und Toio, die sich in die Stadt Allerorten zurückgezogen haben. Und Perry Rhodan.
 
Der Roman und der Zyklus beginnen mit einem starken emotionalen Motiv. Die Erde soll nur ein Mythos sein. Das erinnert ein wenig an den Text der Umschlaginnenseite von Heft 1:
„Er führt in eine Zeit, in der die Nachkommen der Menschen von der Erde nur noch wie von einem Mythos reden und ein vereinsamter Planet um eine längst erloschene Sonne kreist, die einst Mittelpunkt des Universums war.“
Nun, ganz so ist es nicht gekommen. Sol scheint noch zu brennen, nur Terra scheint nicht mehr dort zu sein, wo der Planet hingehört. Ich kann mich an keinen Jubiläumsband erinnern, der die Verhältnisse derart durcheinanderwirbelt und der mit so viel Neuem aufwartet. Klar ist, die Muster sind dieselben, manches erscheint sogar vertraut. Eine lange Zeit ist vergangen, es herrschen andere Verhältnisse, neue Machtverhältnisse, neue Völker, neue Namen aber auch alte Völker und Namen. Und doch beginnt der neue Zyklus mit etwas, das eigentlich nicht sein kann. Unmöglich, dass Terra nur ein Mythos sein soll. Nicht nach einer Zeitspanne von 493 Jahren. In unserer Welt ist sowas denkbar, wenn wir 500 Jahre zurückblicken. Aber im komplexen Universum der Serie mit langlebigen Völkern und vor allem unendlicher Datenaufzeichnung? Es beruhigt, dass die Autoren ihrem Protagonisten dieses Erstaunen und vor allem die Ungläubigkeit ebenfalls in den Mund gelegt haben. Diese Geschichte, wie eine solche Legendenbildung entstehen konnte, wird noch erzählt werden und ich bin gespannt darauf. Ich denke auch, dass sich der Zyklus mit dem Motiv des Mythos Erde auch gar nicht zu lange beschäftigen wird. Eher mit dem Warum. Und wie es möglich ist, die Neugierde zu unterdrücken. Denn wenn es die beschriebenen Ereignisse in der Form gegeben hat, dann stellt sich die Frage, warum den Legenden nicht auf den Grund gegangen wird. Gibt es auch eine Unterdrückung der wissenschaftlichen Forschung?
Überraschend früh gibt der Roman ein paar Hinweise auf das Schicksal der zurückgebliebenen Aktivatorträger. Vetris-Molaud wird erwähnt und natürlich Reginald Bull. Der den Tamaron mit Caer anspricht, dessen ursprünglichen Namen. Und der sich Gedanken zu Tochter und Frau macht, die also noch leben. Und auf Perry Rhodan hofft.
Das Zusammenspiel der Autoren ist von Pragmatismus geprägt. Soll heißen, der Roman kommt recht nüchtern daher. Schreiben die beiden Autoren alleine ihre Romane, lassen sich auch schnell die Unterschiede zwischen beiden erkennen. Wim Vandemaan spielt mit der Sprache. Zeigt mehr Raffinesse in Beschreibungen, spielt mit Mehrdeutigkeiten und bringt Subtilität in seine Geschichten. Seine Figuren streifen durch ferne Sphären. Christian Montillons Geschichten sind mehr im Hier und Jetzt verankert und zeigen nachvollziehbare Emotionen. Beide zusammen haben mit Band 3000 einen ziemlich sachlich wirkenden Roman abgeliefert. Wim Vandemaan hat die Kapitel mit Perry geschrieben. Christian Montillon diejenigen mit Giuna. Diese Parts um die Terranerin, die sich auf die Suche nach ihrem Mann macht, wirken lebendiger als die Kapitel an Bord der RAS TSCHUBAI. Dafür punktet Vandemaan mit ein paar schönen Bildern. Oma Eli und dem Dornröschen, das aus ihrem Jahrhundertschlaf erwacht. Die kurzen Gespräche mit Atlan und der Plan, Bully herauszuhauen.
Kaum mehr lässt sich nach dem ersten Kapitel des wieder 100 Hefte langen Zyklus kaum anmerken. Der Jubiläumsband ist sicherlich nicht revolutionär geraten. Allerdings habe ich das auch nicht erwartet. Zu starke Änderungen könnten einen Teil der Leserschaft verschrecken. Mir gefällt der dystopische Ansatz, der zu Beginn des neuen Zyklus durchscheint. Ob es tatsächlich eine Dystopie ist, werden die nächsten Romane zeigen. Die Serie ist seit langem ambivalent gestaltet. Nichts ist so, wie es scheint. Der 3000er punktet auf jeden Fall damit, Neugierde zu schüren, wie das aufgelöst werden wird.
 

Perry Rhodan Präsentation zum Roman 3000

Das Jubiläum im Literaturhaus München
Am 26. Oktober 2018 startete der Ticketverkauf für den Jubiläums-Con in München zum Erscheinen von Heft 3000. Ich bestellte noch am gleichen Tag. Eine richtige Entscheidung, denn die 300 (?) Eintrittskarten gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln. Ein Hotel war auch gleich gefunden, fußläufig zum Veranstaltungsort und nur drei U-Bahn-Stationen vom Hauptbahnhof entfernt. Letzte Woche Freitag war es endlich soweit und ich stieg knapp 900 km nördlich in den Zug, der mich pünktlich in München bei schönem Wetter wieder ausspuckte. Tage vorher hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich den Freitagabend verbringe. Denn ich reiste alleine an. Die Stammtischmitglieder, mit denen ich zuletzt beim Con in Trudering war, hatten diesmal alle passen müssen. Doch der Perry Rhodan Stammtisch Ernst Ellert in München, deren Mitglieder die Präsentation am Samstag mit unterstützten, hatten auch daran gedacht und einfach ihren monatlichen Stammtisch-Termin auf den 08.02. gelegt. Das U-Bahn-Ticket zum Solo Italia hatte ich mir ebenfalls online gebucht und die Fahrstrecke verinnerlicht. Aber das U-Bahn-System Münchens ist gut ausgeschildert, so dass ich keine Probleme hatte, zum Stammtisch zu finden. Kurz nach 18:00 Uhr traf ich dort ein. Ein Papp-Perry zeigte, wo es langging. Die reservierten Räume und Tische füllten sich schnell. Später ging auch noch eine Anwesenheitsliste rum. Es haben wohl 60 (!) unterschrieben. Wobei ich der Meinung bin, da waren mehr Fans anwesend. Ich fand Platz neben Christina Hacker nebst Mann und gegenüber von Fans des Stammtischs Stuttgart. Norbert Fiks fand sich ein und Robert Corvus setzte sich auch dazu, wie überhaupt noch etliche andere Autoren sich einfanden. Ich habe eine leckere Pizza gegessen und dem ansteigenden Lärmpegel getrotzt, so lange es ging. Es war wirklich laut, aber wir hatten alle unseren Spaß.
Nach dem langen Tag konnte ich gut schlafen, das Hotel war sehr ruhig. Kurz nach 9 Uhr am nächsten Tag habe ich mich auf den Weg zum Literaturhaus gemacht. Etliche mir bekannte Gesichter und die dazugehörigen Körper strebten gleichfalls dem Ziel entgegen und überwanden die Holztreppe in den dritten Stock. Nebst Zwischengeschoss, wie ich noch anmerken möchte. Gegen den Abriss der Eintrittskarte erhielt ich einen Ansteckbutton, der mich fortan als legitimiert auswies, wenn ich denn den Saal mal verlassen und wieder zurückwollte. Was ich übrigens kaum tat, soviel sei schon mal verraten. Der Saal fasste an die 300 Besucher und war schnell gefüllt. Die Front wurde nebst Leinwand von zwei überlebensgroßen Bannern beherrscht. Links Sichu Dorksteiger in exzellenter Darstellung und Pose. Rechts ihr Göttergatte mit exzellentem Körper, Anzug und Pose. Wäre da bloß nicht der Kopf gewesen, der nicht dazu passte.
Es folgte ein wirklich ereignisreicher Tag, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich bin nun wirklich häufig auf Perry Rhodan-Veranstaltungen und kenne die Fakten zur Serie. Der Tagesablauf und das Programm waren schon länger bekannt. Auf dem Papier konnte es mich nicht wirklich überzeugen. Aber die Panels, die dann folgten, boten auch für langjährige Con-Besucher interessante Inhalte und Fakten. Nicht unbedingt sensationell oder aufsehenerregend, aber die Moderatoren und ihre Gäste waren allesamt gut aufgelegt und setzten zahlreiche Pointen. Ich hatte mich dauerhaft ins Forum der Serie eingeloggt und dort hin und wieder ein paar Aussagen aus den Programmen gepostet.
Susan Schwartz und Klaus Bollhöfener begrüßten die 300 Gäste. Der Saal war rappelvoll, so dass zumindest anfangs der eine oder andere der VIPs an der Seite stehen musste. Dann machte Klaus N. Frick das Intro zu Perry Rhodan 3000. Der Chefredakteur erzählte seine Geschichte, wie er als Jugendlicher zu Perry Rhodan fand. Und wie er später für den Verlag Redakteur wurde. Klaus begleitete seinen Beitrag mit den Änderungen, die sich im Laufe der Zeit für seine Arbeit ergaben. Die Entwicklung der sozialen Medien beispielsweise oder die Computertechnik. Sein Vortrag kam an, insbesondere auch deshalb, weil seine persönliche Chronik sich nicht von den Chroniken der Gäste unterschied, die im gleichen Alter waren. Abgesehen natürlich vom Abschnitt des Redakteurs.
Danach wurde ein Videoclip von Alan Bean eingespielt, dem vierten Menschen auf dem Mond. Wie er seine Eindrücke schilderte, empfand ich als sehr emotional und sehr aufregend. Er gehörte zu einer Handvoll Menschen, die auf einem anderen Himmelskörper standen. Das beeindruckte mich sehr.
Götz Roderers Vortrag über 50 Jahre Mondlandung, und wie es weitergeht, fand ich ebenfalls sehr interessant. Der Physiker trug das Thema leicht verständlich vor, mit vielen Punkten, die mich erstaunten, z.B. warum es so schwierig ist, zum Mond zu kommen und dass überraschenderweise (für mich) der Flug zu weiter entfernten Objekten hingegen nicht schwieriger ist, als der Weg zum Mond.
Rüdiger Schäfer führte dann durch den Programmpunkt zur neuen Miniserie SOL. Die wieder 12-bändige Serie startet im Juni 2019. Die Einspieler dazu auf der Videowand, sind, wer die Fotos sich angesehen hat, nur Platzhalter. Klaus N. Frick hat Kai Hirdt ganz schön unter Druck gesetzt. Er meinte, dass Kai ein sehr kritischer Autor sei, der auf viele Fehler hinweisen würde. Nun könne Kai zeigen, wie er sich als Exposé-Autor schlägt. Kai verriet in der Runde dann auch einige Details. Die SOL ist in der EA seit längerer Zeit verschwunden. Es gibt dazu ein paar Eckdaten, die er berücksichtigen musste. 1369 NGZ war die SOL mit Roi Danton mit unbekannter Mission gestartet. 100 Jahre später galt das Schiff als verschollen. Später (1517 NGZ) bekam Perry Rhodan die Info, dass die Mission der SOL gescheitert wäre und Michael Rhodan seine Hilfe bräuchte. Hatte ich zuletzt noch gerätselt, ob die Halluzination Perry Rhodans in Heft 2998 überhaupt ernst zu nehmen sei, hat Kai nun bestätigt, dass er tatsächlich in dieser Szene Rhodan an Bord der SOL brachte. Die TiBi der Serie werden von Dirk Schulz gestaltet. Einer der Handlungsorte wird Evolux sein, die Werftwelt der Kosmokraten in der Galaxis Tare-Scharm. Autoren-Namen wurden noch nicht genannt. Aber es werden bekannte Autoren sein und keine Neulinge.
Weiter ging es mit Robert Corvus und seinem Roman „Das Imago-Projekt“, im Piper-Verlag. Andreas Wetekam moderierte und entlockte dem Autor das eine oder andere Detail dieser interessanten Geschichte, die anders als die Perry Rhodan-Serie die Menschheit in einer ganzen anderen Art darstellt. Danach ging es weiter mit einem wichtigen Vertragspartner, nämlich mit „Eins A Medien“, mit denen Hörspiele und vor allem die Hörbücher der Serie produziert werden. Hans Greis verriet im Gespräch mit Klaus Bollhöfener Details aus der täglichen Arbeit und das ganze Team wurde am Ende noch mit einem Glückwunsch-Video zum 3000. Band auf der Leinwand eingespielt.
Es folgte Pause und Signierstunde. Letztere ließ ich aus, Autogramme habe ich schon genug gesammelt. Ich ging zum Essen mit Michael Kummerfeldt in das Bistro des Literaturhauses. Hochpreisig, aber lecker. Umliegende Restaurants sind in diesem Teil Münchens auch nicht billiger.
Nicht nur die EA hat dieses Jahr ein Jubiläum, auch die NEO-Serie steht vor einem Meilenstein. Demnächst erscheint Band 200 der Serie. Es wird ein paar Veränderungen geben. Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm stellten sich den Fragen von Hermann Urbanek. Die 10er-Staffeln werden beibehalten, auch wenn die beiden Exposé-Autoren eingestanden, dass damit viel Arbeit einhergeht, sich alle 10 Bände eine neue Handlung ausdenken zu müssen. Die aktuelle Staffel ab 191 wird nur 9 Bände beinhalten, so dass mit 200 ein neuer Handlungsrahmen beginnt, der 30 Jahre weiter in der Zukunft spielt. Die Erde soll nicht mehr so im Fokus stehen und die kleinen Schritte, die die Menschen bislang mit Einzelexpeditionen in die Ferne unternahmen sollen durch einen „Aufbruch der Menschheit“ abgelöst werden. Es wird in der neuen Staffel auch eine neue Autorin vertreten sein, die bislang noch nicht für Perry Rhodan geschrieben hat.
Es folgte ein wunderbarer Vortrag von Johannes Rüster zum neuen Perry Rhodan-Buch von Andreas Eschbach. Der Autor konnte nicht anwesend sein. In Johannes Rüster fand er einen würdigen Vertreter, der mit sehr viel Humor und Querverbindungen zu Dagobert Duck, Forrest Gump und Saturnrakete in die Materie des Romans einführte. Eschbach liefert die Vorgeschichte zur Figur Perry Rhodan. Der Programmpunkt war mein persönliches Highlight des Tages.
Danach berichteten einige Leser von ihrem Erstkontakt mit Perry Rhodan. Weiter ging es mit einem sehr dynamischen Auftritt von Ben Calvin Hary. Der Autor betreut seit einiger Zeit den YouTube Kanal der Serie und brachte frischen Wind in den Saal und natürlich auch in die Serie. Ein paar sehenswerte und sehr lustige Video-Clips hatte er auch dabei.
Und noch ein neues Projekt gibt es in 2019 zu erwerben. Die Dunkelwelten-Trilogie erscheint beim Verlag Bastei Lübbe. Von den drei Autoren war nur Robert Corvus anwesend. Dafür ging Klaus Frick mit auf die Bühne und Rüdiger Schäfer führte durch diesen Part. Die Taschenbücher im Umfang von ca. 400 Seiten sind handlungsmäßig zwischen 2899 und 2900 angesiedelt. Es gibt zwar ein Rahmenexposé mit verbindenden Elementen, aber die drei Autoren (Michael Marcus Thurner, Robert Corvus und Madeleine Puljic) haben die Exposés für ihre Romane selbst geschrieben. Die Bücher haben unterschiedliche Hauptfiguren.
Ab 16:30 drehte sich dann alles um den eigentlichen Anlass der Veranstaltung. Der Präsentation von Band 3000 der Perry Rhodan-Serie. Eingeleitet wurde mit einem Trailer, der Unternehmen Stardust zum Inhalt hatte. Der darauf folgende offizielle Trailer des Verlags war so kurz, dass man nicht blinzeln durfte, um ihn nicht zu verpassen. Arndt Drechsler, der das Titelbild des 3000. Heftes der Serie gestalten durfte, äußerte sich dann zur Entstehungsgeschichte seines Werkes. Susan Schwartz entlockte dem Zeichner das eine oder andere Detail zu seiner Arbeit. Das TiBi, bzw. die Darstellung des Perry Rhodan ist seit Wochen Diskussionspunkt im Internet. Einhellig wird über alle Plattformen der neue Perry Rhodan kritisiert. Susan Schwartz umging die Kritik geschickt, wofür ich Verständnis habe. Diese Veranstaltung stand auch im Pressefokus. Da gibt man sich keine Blöße sondern ist stolz auf das Ergebnis. Dennoch, ich finde, dieser Perry ist misslungen und ich möchte mit meiner Meinung auch nicht hinterm Berg halten.
Ein alter Videoclip, bzw. Audioclip mit Bild von Karl-Herbert Scheer leitete zur Präsentation von Band 3000 über. Christian Montillon und Wim Vandemaan haben den Roman geschrieben. Eine „Lesung“, wie im Programmheft versprochen, ist es nicht geworden. Dass die Präsentation dennoch informativ und humorig wurde, ist Wim Vandemaan zu verdanken, der ein sehr eloquenter Redner ist und die halbe Stunde der Präsentation beherrschte. Auch in ihrem Ausblick auf den neuen Zyklus hielten sich die beiden Exposé-Autoren etwas zurück. Nichtsdestotrotz gab es ein paar Informationshäppchen für die Besucher. Am Ende stand die große Fragerunde.
Danach endete die Veranstaltung mit einem Geschenk für die Besucher. Wer darauf spekuliert hatte, den Band 3000  ausgehändigt zu bekommen, musste seine Enttäuschung verbergen. Obwohl Abonnenten der Hörbücher und der E-Books mit Auslieferung von Heft 2999 auch Heft 3000 bekamen, wurden die Besucher des Cons zum Erscheinen von Heft 3000 nicht mit dem Heft 3000 beglückt. Susan Schwartz begründete dies damit, dass Inhalte des Romans nicht zu früh publik gemacht werden sollen. Na gut, ich habe meine Enttäuschung schnell überwunden. Die Veranstaltung war, sieht man von diesem Wehrmutstropfen ab, ein gelungenes und würdiges Event. Vielen Dank. Ich war gerne da und komme auch gerne wieder.
Nachtrag: Fischer Tor zeigte, wie man so was macht. Das am 28. Februar erscheinende Andreas Eschbach-Buch über die Anfänge Perry Rhodans, konnte in München erworben werden. Ich habe mir ein Exemplar gesichert.