Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 6

Olymp in Aufruhr – von Olaf Brill – Handlung:
Die geheimnisvolle Derin Paca hat Piri Harper und Frank Sulu ins Vergnügungsviertel Sin Sin geführt. Dort werden sie von mehreren Bewaffneten umringt. Derin Paca kann die Situation beruhigen. Sie identifiziert sich gegenüber den Männern und will von ihnen zu einer bestimmten Person geführt werden. Zwei Männer übernehmen diese Aufgabe und führen die drei Widerständler über Umwege zum Yoshiwara, einem bekannten Etablissement. Im inneren des Vergnügungspalastes treffen Paca, Harper und Sulu auf den Mann, der sie unterstützen soll.
Im Kaiserpalast von Olymp ist die Laune des Argyris auf einem Tiefpunkt. Der Handel auf der Freihandelswelt ist durch die Blockade der Tefroder zum Erliegen gekommen. Der Niedergang der Wirtschaft nimmt bedrohliche Ausmaße an. Seine Wut lässt der Kaiser an den Mitarbeitern seines Führungsstabes aus. Was seinem engsten Vertrauten, Talin Buff, sehr gefällt. Denn dadurch ist der Rospaner aus der Schusslinie. Ghenaria Clarres, die Pressesprecherin, hat indes medienwirksames Material zusammengestellt, das die Wiederaufnahme der Warenlieferungen zeigt, die vor allem die ärmeren Randgebiete von Trade City erreichen und den Kaiser in ein gutes Licht stellen. Die Tefroder haben zwar die Warenlieferungen von außerhalb erlaubt, aber die eigenen Schiffe Olymps werden nach wie vor festgehalten und dürfen nicht starten. Auch die Schiffe der wichtigsten Handelspartner dürfen den Planeten nicht verlassen. Beryn Mogaw muss unbedingt die Blockade beenden, bevor die Handelspartner aktiv werden. Es kommt anders. Die Vertreter der großen Handelspartner erscheinen zu einer Audienz. Allerdings kann Mogaw seinen Hals aus der Schlinge ziehen, indem er den Besuchern Lügen auftischt, ihnen neue Verträge und Gewinne verspricht.
Doch nun muss der Kaiser die Tefroder dazu bringen, die Blockade zu beenden. Onara Gholad ist nicht zu sprechen. Stattdessen gerät der Argyris an Falk Anrin, dem stellvertretenden Kommandanten der SHEONA. Der Tefroder lässt den Kaiser wenig diplomatisch abblitzen. Auch der Versuch des Kaisers, mit Vetris-Molaud sprechen zu wollen, scheitert am Widerstand Anrins. Der Tefroder lügt den Kaiser zudem an. Er behauptet, dass ein neuer Botschafter bereits auf dem Weg nach Olymp sei. Beryn Mogaw ist sauer. Wenn die Tefroder nicht bald die Blockade beenden und die Verträge unterzeichnen, können sie den Beitritt zum Tamanium vergessen.
Der Mann, von dem sich Derin Paca Hilfe gegen den Kaiser erhofft, ist den Olympern bekannt. Es ist Ram Nanuku. Der Eigentümer des Yoshiwara ist ein Guru und ein Wirtschaftsunternehmer. Seine Philosophie ist einfach. Der Einzelne soll jeden anderen dem ihm gebührenden Platz im Universum gewähren. Und dabei dennoch die eigenen Interessen im Blick haben. Und die darf man, nötigenfalls mit Nachdruck, durchsetzen. Nanuku soll nach Pacas Ideen die Leitfigur gegen den Kaiser sein. Der so Umworbene lehnt freundlich ab. Natürlich lehnt auch er den Kaiser ab. Und der Beitritt zum Tamanium wäre für ihn geschäftlich eine Katastrophe. Sein Plan ist, jemanden aus dem System zu schmuggeln, um die LFG zu informieren. Doch die anderen sind damit nicht einverstanden. Es sollen die Olymper selbst sein, die die Situation klären sollen. Der Stolz der Olymper verlangt es so. Es bedarf aber Personen, wie Indrè Capablanca und Martynas Deborin, denen die Olymper vertrauen. Der Guru soll die Massen anheizen, bis der Ruf nach dem alten Kaiserpaar immer lauter wird.
An Bord der SHEONA beginnt Falk Anrin damit, die Besatzung auszuspionieren. Er belauscht deren Gespräche und macht sich seine Gedanken. Obwohl er Vertreter von Gholad ist, hat Anrin von den Zusammenhängen keine Ahnung. Er kennt die Bedeutung der Shoziden-Box nicht, er weiß nicht was seine Kommandantin gerade macht, er kennt Ypheris Bogyr nicht und ist ansonsten relativ ahnungslos. Da kommt Onara Gholad zurück. Sie lässt sich unterrichten und will die Dinge beschleunigen. Ein Diplomat des Schiffes soll zum Kaiser gehen und mit diesem den Vertrag Punkt für Punkt durchgehen. Wenn der neue Botschafter eintrifft, der tatsächlich auf dem Weg ist, soll der Vertrag unterschriftsreif sein.
An Bord der SHEONA und auf ganz Olymp empfängt man eine Sendung. Der Guru wendet sich ans Volk. Auf dem Höhepunkt seiner Rede ruft er die Olymper auf, auf die Straße zu gehen, um Onara Gholad zu zeigen, dass die Entscheidung von 1518 NGZ, sich für den Verbleib in der LFG zu entscheiden, nach wie vor Bestand hat. Außerdem kündigt er zusammen mit Piri Harper an, ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Kaiser in die Wege leiten zu wollen.
Onara Gholad beeindruckt das wenig. Sie tätigt einen Funkspruch. Gesprächspartner ist ihr Vater. Demirius Gholad lässt sich unterrichten. Über Dorksteiger, über Rhodan und darüber, dass auch Ypheris Bogyr gefangen wurde. Sobald der Mutaktor in Onaras Händen ist, wird sie den Gefangenen zu ihm bringen. Ihr Vater ist von der Nachricht, Bogyr sei in ihren Händen, elektrisiert. Onara verlangt von ihrem Vater, dass der Tod des Botschafters im Tamanium nicht bekannt werden darf. Sie erläutert nochmal, warum es notwendig war, dass sie Zogef Rabild ermordet hat. Denn damit sollte Ypheris Bogyr aus der Reserve gelockt werden. Und konnte gefangengenommen werden.

 

Rezension:
Der erste Roman der Reihe, der sich weitgehend auf nur einen Schauplatz konzentriert. Mit Olaf Brill steigt der letzte Autor des Sextetts ein. Die Hefte 7 bis 12 werden von den Autoren der ersten sechs Hefte geschrieben werden. Soviel sei verraten.
Auf den Roman von Olaf Brill habe ich mich besonders gefreut. Mir sagt der Humor zu, den der Autor in den Comics der Alligatorfarm in seinen Texten zeigt. Und auch sein erster Roman zu Perry Rhodan in der Mini-Serie Terminus ist mir noch gut in Erinnerung. In „Finale für Arcane 2“ (Heft 8) konnte Olaf Brill schon mal ein Ausrufezeichen setzen. Der Alleingang des Agenten Zitarra war für mich das Highlight des Romans. Als sehr gut gelungen empfand ich die Szene, als Zitarra es endlich in den Magnetzug geschafft hat und Olaf Brill diesen Moment der Ruhe, der Stille, gekonnt vermittelt.
Olaf Brill steigt mit dem sechsten Band an einer Stelle in Olymp ein, in der die Fronten weitgehend abgesteckt sind. An den anderen Schauplätzen tut sich nichts und der Autor konzentriert sich ganz auf Olymp. Der Einstieg in die Geschichte lässt sich mit einem Wort ausdrücken. Klasse!
Aus Sicht von Piri Harper schildert der Autor die Anfangsszenen, als die Aktivisten von Bewaffneten eingekreist werden. Tolle Beschreibungen mit unterschwelligen Humor. Neckisch, aber nicht kindisch oder gar albern. Mein Lieblingssatz: „… Pacas Bewegung war so bedächtig und geschmeidig, dass der Narbengesichtige davon absah, den Finger zu krümmen und die schöne Prinzessin zu Sternenstaub zu zerstrahlen.“
Die Szenen im Anschluss zeigen viel olympisches Lokalorit. Als dann der geheimnisvolle Unterstützer der Aktivisten seinen Auftritt hat, hielt sich die Überraschung bei mir allerdings in Grenzen. Die Figur wurde im Vorgängerroman einmal erwähnt, weil sie in Holo-Werbebotschaften zu sehen war. Dass der Auftritt des Gurus auch sonst bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ, hat verschiedene Gründe. Die Figur der Derin Paca wurde mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Von dieser Figur wird nun eine weitere Figur, der Guru, mehr oder weniger beiläufig eingeführt. Das macht wenig Eindruck. Mit Piri Harper und Frank Sulu, den Aktivisten der ersten Stunde, hatten sich die Autoren viel Mühe gemacht und sie aufwändig charakterisiert. Nun wird Derin Paca als geheimnisvolle Prinzessin gezeigt, die, ohne dass dies plausibel erläutert wurde, die Aktivisten Harper und Sulu an die Hand nimmt. Ja, sie hat versprochen, sie in den Palast zu bringen. Aber nun werden diverse Zwischenstationen eingebaut und die beiden einzigen Figuren mit Hintergrund, Harper und Sulu, geraten zu Statisten.
Das Gebaren des Kaisers bringt nichts Neues. Auch hier kann der Autor viele nette Beschreibungen platzieren, ohne dass allerdings ein Funke auf mich, den Leser, überspringt. In den Szenen wird nur ein Status quo verwaltet.
Auch an anderer Stelle geht es nur darum, einen erreichten Stand zu verwalten. Es werden Figuren eingeführt, an Hand derer bereits bekannte Sachverhalte aus nur minimal anderem Blickwinkel betrachtet und beschrieben werden. Der stellvertretende Kommandant des tefrodischen Schiffes beispielsweise. Die Figur war schon nur mäßig interessant, als sie dem Kaiser Paroli bietet. Aber sie verliert durch die etwas ideenlose Handlungen an Bord der SHEONA. Mit Rückkehr von Onara Gholad dient Falk Anrin dann nur noch dazu, darüber den Leser auf einen bestimmten Status quo hinzuweisen.
Nochmal zurück zum Guru. Ein Guru und Wirtschaftsunternehmer? Gut, warum nicht. Einer, der lästigen Konkurrenten entgegentritt, der Expansionsdrang zeigt. Meinetwegen. Eine Philosophie, jedem Lebewesen im Universum den gebührenden Platz zu gewähren und die eigenen Interessen nicht zu vergessen und mit dem nötigen Nachdruck durchzusetzen, ist für mich keine (besondere) Philosophie. Sie ist Alltag.
Letztlich zeigt auch der Guru eine Tendenz zum Statisten. Harper und Sulu werden von der Prinzessin (Tochter von Indrè Capablanca und Martynas Deborin?) aufgegabelt, die gabelt den Guru auf und der macht den Vorschlag mit dem alten Kaiserpaar. Da sind wir wieder bei Band 2. Dort gab es den Vorschlag schon mal. Wie war das doch gleich mit dem Status quo?
Schön, weil längst überfällig, dass Olaf Brill auf die Identität der Olymper eingeht, wie sich das Volk selbst sieht. Welchen Traditionen es folgt, für welche Ideale sie kämpfen. In den ersten Heften war wenig bis gar nichts davon zu lesen, wie sich die Olymper sehen und warum ausgerechnet da die Mini-Serie spielt.
Auch Onara Gholad tritt auf der Stelle. Da nützt es auch nicht, wenn sie mit wehendem Haar und stahlharten Blick durchs Raumschiff tobt. Passiert ist nichts. Doch halt. Ganz am Ende kommt doch noch Bewegung in den Status quo dieser Figur. Sie bringt ihren Vater ins Spiel. Der hat ein Interesse an Ypheris Bogyr, der ein wenig in der Geschichte der letzten Hefte verlorengegangen schien. Und wir wissen nun, dass Onara Gholad den Botschafter höchstpersönlich getötet hat. Das korrespondiert nicht ganz mit dem Verhalten, das die Kommandantin in Innensicht im ersten Heft zeigte. Aber da ging es wohl eher darum, dem Leser dieses Geheimnis nicht zu schnell zu präsentieren.
Wie die anderen Olymp-Hefte zeigt sich auch dieser Roman effektmäßig zurückhaltend. Er hat Atmosphäre aber keinen Zündstoff. Gegenüber seinen Beitrag in Terminus glaube ich zu erkennen, dass Olaf Brill in Sprache und Stil zugelegt hat. Seine Figuren wirken nun lebendiger, auch wenn mir nicht alle Figuren zusagen.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 5

Die Prospektorin – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Der Direktor des Komplexes auf Adarem ist Kostin Shalaufdag. Er züchtet Mikrobonsai und hegt eine Freizeitanlage, in der auch winzige Kröten, Fische und Echsen leben. Vor Jahren ist Shalaufdag auf die Tefroderin Onara Gholad reingefallen. Ein Blick in ihre Augen und es war um ihn geschehen. Er konnte ihr den Wunsch nicht abschlagen, als ihre Vertrauensperson auf Adarem zu wirken. Und nun lebt er auf diesen öden Stein. Nur seine Zucht gibt ihm die Abwechslung, die er braucht. Die Gefangenen interessieren ihn nicht. In Mahé Elesa sieht er eine starke Frau. Doch Kontakte zu ihr würde er nicht eingehen. Das ist streng verboten. Elesa und die beiden Neulinge machen Ärger. Doch die Wärter sollen sich darum kümmern. Ihn interessiert es nicht.
Perry Rhodan indessen muss sich erstmal von dem Kinnhaken erholen, den er von Mahé Elesa verpasst bekommen hat. Ihre Reaktion auf seine Erwähnung archäologischer Funde auf Shoraz hat ihn überrascht. Bevor er und sein Mitgefangener Ypheris Bogyr sich weiter mit der Frau auseinandersetzen können, greifen die Wärter ein und betäuben alle mit Gas. Wieder bei Bewusstsein durchstreifen Rhodan und Bogyr den Zellentrakt. Sie stoßen in einem Versteck auf Mahé Elesa, die nun ein wenig von ihrer Vergangenheit preisgibt.
Im System von Boscyks Stern ist die Situation angespannt. Onara Gholad mit der SHAREE auf der einen Seite und Sichu Dorksteiger an Bord der ETSI und unterstützt vom Olymp-Kreuzer IBANI GALOA auf der anderen Seite stehen sich gegenüber. Die Tefroderin ist militärisch überlegen. Allerdings kann sie diesen Vorteil nicht nutzen. Zum einen ist ihre Position bei Olymp keineswegs so stark, wie sie es gerne hätte. Zum anderen ist Vetris-Molaud wohl nicht in allem eingeweiht, was sie so tut. Dazu zeigt der Kaiser immer mehr Widerstand. Und es besteht die Gefahr, dass bei einer Eskalation die LFG eingreift. Sie versucht sich in einem Psychoduell mit der Ator. An Bord einen kleinen Beiboots wird eine Begegnungskammer installiert. Die Technologie, die noch im Experimentierstadium ist, stellen die Tefroder zur Verfügung. Die beiden Frauen „begegnen“ sich dort auf virtueller Ebene. Die tefrodische Technik ähnelt der terranischen SEMT, ist aber deutlich primitiver. Sichu Dorksteiger legt Lippenstift auf, drapiert die Haare und wirft sich für die Tefroderin in Schale. Onara Gholad glaubt fast, ihr werden von der Ator sexuelle Avancen gemacht. Doch Dorksteiger spielt nur mit ihr und die Tefroderin kann kontern, indem sie durch geschickte Wortspiele und mit angeblichen Datensätzen über die Shoziden-Box Unruhe bei der Besatzung der ETSI schürt. Währenddessen ist es Guckys Aufgabe, die Shoziden-Box und die Besatzung der ETSI auf den Olymp-Raumer zu teleportieren.
Nachdem auf einer Sitzung der Widerstandsbewegung auf Olymp eine geheimnisvolle Frau namens Derin Paca aufgetaucht ist, geraten auch dort die Dinge in Bewegung. Piri Harper und Frank Sulu haben sich Derin Paca angeschlossen. Gemeinsam suchen sie das Vergnügungsviertel Sin Sin auf. Paca zeigt eine besondere Ausstrahlung. Als die Gruppe von einer Drohne und zwei tefrodischen Soldaten gestellt wird, offenbart die Unbekannte auch überraschende Fähigkeiten. Sie scheint die Drohne beeinflussen zu können, denn diese dreht plötzlich ab und verkündet, dass alles in Ordnung sei. Derin Paca führt ihre Begleiter in ein Etablissement. Dort werden sie von mehreren Bewaffneten umringt.
Mahé Elesa stammt von Abraham IV. Als sie ihre Heimatwelt verließ, war sie jung und feierte Erfolge im Dienste großer Prospektoren-Konsortien. Bei Hazle und Stone, bei Enipla und bei Tezah. 1499 NGZ will sie sich selbständig machen. Sie erwirbt auf Lepso ein gebrauchtes Schiff. Und sie stellt eine Mannschaft zusammen. Den Ferronen Schalkowski, mit dem sie auch ins Bett steigt und die Rohkamirin Abogene Dazu Harpanger, ein Terraner, den sie für den Fähigsten hält. Und Kyrytüsch, ein Apaso. Sie macht Schulden bei einem Kredithai namens Theeno. Ihr Schiff nennt sie BAD HOPE. Die folgende Zeit wird schwierig. Die großen Konsortien melden ihre Claims an und für selbständige Prospektoren bleibt manchmal kaum mehr als die Abraumhalden der Erstverwerter zu durchforsten. Es bleibt nur wenig zum Leben. Ihre Crew kann Mahé Elesa kaum bezahlen und Theeno schnappt sich seine horrenden Zinsen. Dennoch kann sich Elesa am Markt halten. Sie durchfliegen den Olymp-Komplex. Der ist gut erforscht und die Planeten wimmeln von Barken der großen Konsortien. Auf der Suche nach einer interessanten Signalquelle stoßen sie auf das System 118-N-3. Hier gibt es tatsächlich noch keine vergebenen Schürfrechte. Nach der Landung entdecken sie eine Ruinenstadt. Sie entdecken Grabkammern und Artefakte aus allen Teilen der Galaxis. Sie sind reich. Doch der Fund muss auf Olymp angemeldet werden, damit sie Tantiemen an den Funden erhalten können. Elesa entdeckt zwei Datenkristalle und nimmt einen mit, um den Fund auf Olymp beweisen zu können.
Auf Olymp wähnt sich Mahé Elesa am Ziel. Ein Beamter steht kurz davor ihren Fund zu besiegeln, als sich der Kaiser Konstate Brumeau einmischt. Er behauptet, dass ein Teammitglied einen Datenträger von der Fundstelle hat mitgehen lassen. Elesa verdächtigt Schalkowski. Der Kaiser wirft den Prospektoren vor, die Behörden auf Olymp über das Ausmaß des Fundes täuschen zu wollen. Letztlich verweigert er ihnen den Vertrag mit einem Tantiemen-Anspruch. Sie dürfen 50 Jahre lang nicht nach Shoraz, wie der Fundort getauft wurde. Mahé Elesa ist unsagbar enttäuscht, derart über den Tisch gezogen worden zu sein. Die Crew bricht auseinander. Jahre später erfährt sie, dass Harpanger sich den anderen Kristall geschnappt hatte und nicht Schalkowski. Harpanger hat 1504 die BAD HOPE verlassen und auch noch Geld mitgehen lassen. Rhodan ist nun etwas schlauer. Es gibt aber noch einen dritten Kristall, über den Mahé Elesa angeblich nichts weiß. Auch schweigt sie darüber, warum sie auf Adarem einsitzt. Die Prospektorin hat inzwischen auch ihr Gegenüber erkannt. Sie weiß, dass sie es mit Perry Rhodan zu tun hat.
Das Psychoduell zwischen Onara Gholad und Sichu Dorksteiger zeigt lange keinen klaren Sieger. Die Tefroderin will die Box. Sie zeigt Sichu Bilder von Perry Rhodan in Gefangenschaft. Sie droht, Perry Rhodan töten zu lassen.

 

Rezension:
Im fünften Band von Olymp setzt nun Michael Marcus Thurner die bekannten Handlungsebenen fort. Und er erzählt die Vorgeschichte der Prospektorin Mahé Elesa. Wie die Vorgänger zeigt sich auch diese Geschichte ausgewogen. Die Exposé-Autorin Susan Schwartz scheint viel Wert auf Balance und Harmonie gelegt zu haben. Die einzelnen Romane erscheinen fein aufeinander abgestimmt. Ein Gesamtbild entwickelt sich nur langsam. Mit der fünften Geschichte bleibt nach wie vor unklar, in welche Richtung sich die Mini-Serie bewegt. Worin liegt die Essenz, die Brisanz der Story?
Bedeutsamkeit zeigt sich momentan nur in kleinerem Maßstab. Gut dargestellt fand ich Onara Gholad. Der Autor zeigt sie nicht nur als starke Gegenspielerin. Er bringt auch Erklärungen ein, die das bisherige Verhalten der Figur erhellen. Sie scheint wohl in ihren Aktionen ein Stück weit selbständig zu agieren. Ihr Auftreten ist somit auch ein Balance-Akt. Sie will weder die tefrodische Seite noch die LFG auf die Geschehnisse im Olymp-Komplex aufmerksam machen. Trotz einer scheinbar starken Verhandlungsposition mit dem Gefangenen Perry Rhodan kann sie dennoch nicht schalten und walten wie sie will.
Die Darstellung Perry Rhodans in diesem Roman ist nicht besonders glücklich. Die Schwerpunkte lagen eindeutig auf dem Duell der beiden Frauen und der Historie der Figur Mahé Elesa. Perry Rhodan konnte in dieser Geschichte kaum aktiv werden. Seine Gedanken drehen sich dennoch ein bisschen zu sehr um den Kinnhaken und der wenig schmeichelhaften Betrachtung seiner Person durch die Prospektorin. Auch sein Begleiter ist ein Anhängsel, das der Autor durch die Geschichte schleifen muss. Ypheris Bogyr ist ein wenig untergegangen in diesem und dem letzten Roman.
Auf Olymp bedient sich der Autor eines Kniffs, um den Widerstand wieder interessant erscheinen zu lassen. Während im Vorgängerroman die Widerstandsgruppe und die Einführung der Figur Derin Paca aus Sicht des Mehandors beschrieben wurde, werden nun wieder Piri Harper und Frank Sulu aktiviert, die nun Derin Paca begleiten. Die Kapitel dazu sind sehr kurz und bringen das eigentliche Geschehen nicht voran. Sie sind dennoch sehr atmosphärisch und zeigen viel Detail. Allerdings vermisse ich dennoch etwas von der „Besonderheit“ Olymps. Dem Planet, Trade City und seinen Bewohnern fehlt es m.E. in dieser Darstellung und auch in den bisherigen Beschreibungen an einem Alleinstellungsmerkmal. An einem Merkmal, warum die Mini-Serie ausgerechnet dort spielt. Bislang hätte alles so auch auf irgendeiner anderen Welt spielen können. Was ist das Besondere? Wird das noch in den weiteren Heften herausgestellt?
Effektmäßig zeigt sich die Geschichte zurückhaltend. Daran ändern auch sexy Fummel und eine Brise Erotik beim Duell Onara Gholad und Sichu Dorksteiger nichts. Etwas durcheinandergekommen bin ich mit den Datenkristallen. Mahé Elesa findet zwei Kristalle und nimmt einen an sich. Auf Olymp sagt der Kaiser, dass ihm ein zweiter Kristall in die Hände gefallen ist. Und Jahre später entdeckt Mahé Elesa, dass Harpanger einen dritten Kristall hat mitgehen lassen. Aber das wird sicherlich noch geklärt. Ein unterhaltender Roman mit viel Atmosphäre in den einzelnen Handlungsebenen. Es fehlt nur ein wenig an Brisanz.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 4

Im Netz von Adarem – von Dietmar Schmidt – Handlung:
Perry Rhodan und sein Mitgefangener Ypheris Bogyr sind nicht die einzigen Insassen des Gefängnisses. Eine Frau namens Mahé Elesa holt die beiden aus ihrer Zelle und führt sie durch den labyrinthartigen Komplex. Auch andere Gefangene bewegen sich frei. Rhodan und Bogyr erfahren, dass innerhalb der Gefängnismauern eine Parallelwelt entstanden ist. Einige Gefangene haben sich Vorteile erarbeitet und die Wärter tolerieren das nicht nur, sie fördern das auch, denn es bringt ihnen Abwechslung. Eine graue Eminenz unter den Gefangenen ist Ebaryn. Ihm ist es gelungen, sich in die positronischen Systeme der Anlage zu hacken und sich dadurch Zugriffe auf Überwachungssysteme zu verschaffen. Selbst die Wärter wissen angeblich nicht, wo sich Ebaryn aufhält. Mahé Elesa arbeitet zuweilen mit Ebaryn zusammen. Dennoch will auch sie sich vor ihm schützen. Sie will mit den beiden Neulingen einen Bereich aufsuchen, in der Ebaryn keine Augen und Ohren hat. Doch dazu müssen Perry und Ypheris sich erst den Kode für eine Tür von einem anderen Gefangenen besorgen. Von Elesa erfahren sie den Namen ihres Gefängnisses. Adarem ist eine Gefängniswelt des Tamaniums im Hoheitsgebiet des Olymp-Komplexes. Und es soll mehr sein, als ein Gefängnis. Hier werden angeblich auch Raumschiffe entwickelt und gebaut. Perry Rhodan, der sich zur Tarnung Griff Malone nennt, erfährt auch, dass Mahé Elesa eine Prospektorin ist.
Das System von Boscyks Stern ist nach wie vor abgeriegelt. Auch das Menhandorschiff NURINX XVI darf nicht auf Olymp landen, sondern muss seine Ladung auf einem alten Flottentender löschen. Von dort erfolgt der Warentransport per Transmitter auf die Oberfläche. Die Mehandor wissen nicht, dass es Tefroder sind, die für die Blockade sorgen. Raslon, ein jüngerer Sohn des Patriarchen gerät dadurch in Schwierigkeiten. Er hat mit Wissen des Vaters und des älteren Bruders ein Geschäft eingefädelt, das nicht ganz legal ist. Er führt ein wertvolles Artefakt mit sich, das er einer Olymperin in Trade City übergeben soll. Doch der Weg ist versperrt. Sein Vater und Bruder versagen ihm die Unterstützung. Raslon muss selber zusehen, wie er in die Hauptstadt gelangt. Im Falle einer Entdeckung muss er die volle Schuld übernehmen. Der junge Mehandor schnappt sich das Kunstobjekt, einen 22 cm durchmessen Ring aus grünlichen Metall und  gelangt mittels Bestechung über den Frachttransmitter der Umschlagstation nach Trade City. Im Frachtbereich wird er von einer Patrouille attackiert. Mit Hilfe eines Olymper namens Mikal entkommt er den Sicherheitskräften. Er erfährt, dass die Tefroder den Planeten besetzt haben. Und wird von Mikal zu einer Widerstandsgruppensitzung mitgenommen. Dort entbrennt eine wilde Diskussion, bis plötzlich eine geheimnisvolle Frau namens Derin Paca auftaucht, das Wort ergreift und behauptet, dass nun Taten folgen müssen. Sie könne eine Gruppe in den Palast des Kaisers bringen.
Im Shorsystem trifft die Besatzung der ETSI eine Entscheidung. Perry Rhodan ist offensichtlich nicht mehr vor Ort. Und da die Olymper einige Tefroder gefangen nahmen, hat vielleicht der Kaiser eine Antwort auf die Frage, wo sich Sichus Mann befindet. Die ETSI fliegt nach Olymp. Unterwegs setzt Sichu Dorksteiger ihre Untersuchungen an der Shoziden-Box, die wohl nicht von den Shoziden stammt, fort. Ohne Ergebnis. Im System von Boscyks Stern angekommen, muss die ETSI erkennen, dass Funk und Ortung massiv gestört werden. Ein 120 Meter Kreuzer nimmt sie ins Visier seiner Waffen. Zur gleichen Zeit hat Onara Gholad mit dem Kaiser zwei Vereinbarungen getroffen. Olymp darf wieder Waren einführen und Gholad erhält die gefangenen Tefroder, die sie natürlich nicht exekutieren wird. Sie wird sie nach Adarem bringen. Während die SHEONA auf Olymp bleibt, startet sie mit dem 200 Meter Kreuzer SHAREE. Da erhält sie die Nachricht, dass ein kleines Schiff, die ETSI, das zuvor bei Shoraz gesichtet wurde, Olymp anfliegt. Die Tefroderin vermutet die gesuchte Box an Bord und geht auf Abfangkurs. Sichu Dorksteiger bekommt das Kommando über die ETSI von Samiro Huam übertragen, der fortan als Pilot agiert. Die Ator nimmt ein Funkgespräch von Onara Gholad entgegen. Die Tefroderin behauptet, dass sich ein flüchtiger Verbrecher namens Ypheris Bogyr an Bord der ETSI befindet. Die Tefroderin gibt im Übrigen nicht zu erkennen, dass sie der Name Sichu Dorksteiger beeindruckt hat. Die Chefwissenschaftlerin hat jedoch noch ein paar Tricks auf Lager und kann in den ersten Manövern der SHAREE ausweichen. Doch irgendwann ist Sichus Trickkiste leer. Da kommt der Olymp-Kreuzer IBANI GALOA zur Hilfe und es entsteht eine Pattsituation.
In ihrem Gefängnis tauschen Rhodan, Bogyr und Elesa weitere Informationen aus. Als die Prospektorin von dem Würfel erfährt, der die Tefroder interessiert, ist es ihre Reaktion, die Rhodan erstaunt. Mit dem Ruf, sie haben ihn gefunden, versetzt Mahé Elesa dem Unsterblichen einen Faustschlag ins Gesicht und stürzt davon.

 

Rezension:
Der vierte Roman. Der vierte Autor. Und die vierte Handlungsebene. Dietmar Schmidt, der für die Miniserie Terminus debütierte, setzt die Geschehnisse der ersten Bände nahtlos fort. Dabei ist der Begriff „nahtlos“ nicht einfach nur eine Floskel, die ich hier verwende. Ich habe den Eindruck, dass die Macher Olymps Wert auf eine homogene Darstellung der einzelnen Romanhefte legen.
In den bisherigen vier Romanen ist nun kein Heft dabei, dass jetzt in irgendeiner Weise aus der Masse der anderen herausragt. Weder im positiven, noch im negativen Sinne. Es gibt keine Ausreißer. Nicht nur der Schreibstil erscheint gleichartig. Auch die Inhalte legen eine Gleichförmigkeit an den Tag, die, zumindest auf mich, etwas einschläfernd wirkt.
Die Sinne werden in dem Roman anfänglich tatsächlich nur wenig gereizt. Die bekannten Handlungsebenen aus den Romanen zuvor werden zunächst kaum vorangetrieben. Das sah dann so aus, dass sich auf Olymp im Zusammenspiel des Kaisers gegen die Tefroderin Onara Gholad nichts Neues ergab. An Bord der ETSI setzte man sich zwar zusammen und gab vor, die Shoziden-Box zu untersuchen. Man kam aber damit nicht weiter. Der dritte Handlungsfaden, jener von Perry Rhodan, entwickelte sich immerhin etwas, wenn auch gemächlich. Dem Unsterblichen präsentiert sich das Gefängnis von Adarem als eine Parallelwelt. Gefangene haben sich dort Positionen erarbeitet. Und die Wärter spielen dieses Spiel mit, bzw. begünstigen es. Dieser Plot ist nicht unbekannt. Insgesamt fehlte der Szenerie in Adarem die Würze. Die anderen Gefangenen lassen Perry und Co weitgehend in Ruhe. Die wenigen Schwierigkeiten werden schnell gelöst. Selbst die Reaktion von Mahé Elesa am Romanende haut mich nicht um. Als bekannt wurde, dass sie Prospektorin ist, lag der Zusammenhang auf der Hand. Über die Figur des Ypheris Bogyr erfahren wir nichts weiter. Sie ist zwar präsent, wird aber von den neuen Figuren aus den Aufmerksamkeitsbereich gedrängt.
Neu ist die Handlungsebene um den Mehandor Raslon, der Ware nach Olymp schmuggelt. Hier lässt sich vermuten, dass das Artefakt vielleicht mit der Box in Verbindung steht. Auch diese Ebene wirkt brav. Etwas Würze verleiht Dietmar Schmidt der Ebene Dorksteiger. Ab dem Zeitpunkt, als die ETSI vor Olymp von Onara Gholad gejagt wird, steigt ein wenig der Adrenalinspiegel. Da waren aber schon über 40 Seiten rum. Insgesamt plätschert die Olymp-Handlung so vor sich hin. Wenig spektakulär das Ganze bislang. Da bleibt der Blick schon mal an Details hängen. Beispielsweise daran, warum der Linearraum eigentlich Linearraum heißt? Die Antwort: Er lässt nur geradlinige Bewegungen zu. Wendemanöver, wie sie der Autor dem Kreuzer SHAREE andichtet, sind so nicht möglich.
Mein Fazit: Effektmäßig bietet die Geschichte zu wenig. Der Roman hat mehr Stil als Substanz. Aber dieser Stil, dieser Schreibstil, überzeugt. Die Geschichte war gut zu lesen.
Äh, Moment. Habe ich das gleiche Fazit nicht schon vor 14 Tagen geschrieben? Liegt wohl an der Homogenität.