Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 10

Adarem antwortet nicht – von Dennis Mathiak – Handlung:
Nachdem die tefrodischen Schiffe am 15. Mai 1550 NGZ damit begonnen haben Shoraz zu beschießen, eilt die IBANI GALOA unter dem Kommandanten Madulu Fontak den Archäologen zu Hilfe. Sichu Dorksteiger und Gucky, die eigentlich nach Adarem wollen, wo sie Perry Rhodan vermuten, fliegen notgedrungen mit. Vor Ort angekommen zeigt sich schnell, dass die 120m-Raumer noch nicht mit aller Macht angreifen. Die Waffenstrahlen könnten den Schutzschirm über den Wabenmodulen der Wissenschaftler eigentlich mühelos durchbrechen. Aber die Tefroder machen noch nicht ernst. Doch auch so richten sie immensen Schaden an. Und wertvolle Artefakte in den ungeschützten Ausgrabungsstellen werden unwiederbringlich zerstört.
Die Wissenschaftler sollen evakuiert werden. Um zu sehen, ob die Tefroder auch auf die Archäologen schießen würden, wird auf Initiative Sichu Dorksteigers hin, ein verkleideter Roboter von den Wissenschaftlern aus dem Komplex geschickt. Der Roboter bleibt heil und zwei Shifts, je einer von der ETSI und der IBANI GALOA, werden nach Shoraz geschickt. Gucky selbst teleportiert so viele Wissenschaftler wie möglich von der Oberfläche. Die anderen werden mit den Shifts abtransportiert. Derweil lenkt die IBANI GALOA die Tefroder ab, die das Olymp-Schiff aber offensichtlich nicht als Bedrohung wahrnehmen. Dorksteiger will auch die Shoziden-Box auf Shoraz deponieren, doch die Evakuierung hat Vorrang. Gucky macht mal wieder eine Extratour. Er teleportiert auf mehrere tefrodische Schiffe, die er als Robotraumer identifiziert. Er kehrt nochmal mit Karim Balthasar zurück, dem es gelingt, die Kontrolle über die Schiffe zu übernehmen, die allesamt noch Prototypen sind.
Einen Tag zuvor, am 14. Mai, im System von Boscyks Stern, bekommt Onara Gholad die Information, dass Adarem nicht antwortet. Die Tefroderin ist genervt. An verschiedenen Fronten läuft es nicht so, wie sie es gern hätte. Sie gibt den Befehl, Ram Nanuku festzunehmen, der zu Protesten aufgerufen hat. Und ihrem Vertreter Falk Anrin gibt sie den Auftrag, einen schnellen Aufklärer nach Adarem zu entsenden. Immerhin hat sie endlich von ihrem Vater Demirius Gholad die ersehnte Legitimation erhalten, die sie befähigt, die Unterschrift unter dem Vertrag mit Olymp selber zu setzen. Falk Anrin ist vom Befehl seiner Kommandantin nicht begeistert. Er weiß inzwischen von Perry Rhodan und findet, dass Onara einen Schritt zu weit gegangen ist. Der Terraner ist ihm egal, er sieht aber seine eigene Karriere in Gefahr, wenn Onara scheitert. Denn er will sie als Kommandant beerben. Er schickt nur ein kleines Team von 10 Tefrodern unter dem Kommando seines Freundes Majvis Drey mit dem Schiff SHASTA nach Adarem, 403 Lichtjahre von Olymp entfernt. Als sich die SHASTA Adarem nähert, bekommt auch sie keinen Kontakt zum Gefangenenkomplex. Der Einsatztrupp entert die Station.
Auf Olymp reibt sich derweil Talin Buff verwundert die Augen. Gucky hatte den Kaiser zurückgebracht und der ist nach dem Aufwachen wie ausgewechselt. Talin erkennt Beryn Mogaw kaum wieder. Der Tyrann ist gut gelaunt, gibt sich aufgeräumt und scheint von den Ereignissen der Nacht nichts mitbekommen zu haben. Der Kaiser hat an diesem 14. Mai nur 1 Termin. Um 11:00 Uhr hat sich Onara Gholad angesagt. Mogaw glaubt, dass er in der Position ist, der Tefroderin nun seine eigenen Bedingungen diktieren zu können. Talin Buff ist nicht wohl zumute, als er Onara Gholad vom Transmitter abholt und zum Kaiser begleitet. Und die Tefroderin gibt ihm kurz vor Erreichen des Ziels einen Vorgeschmack dessen, was passiert, wenn sie erst auf dem Thron sitzt. Sie droht Talin, der seine Sachen packen und verschwinden soll. Und der Rospaner zieht sich zurück. Allerdings ist er trotz seiner Panik nicht gewillt endgültig zu weichen. Er fühlt sich inzwischen als Olymper und will etwas unternehmen. Er setzt auf Überwachung des Gespräches zwischen Gholad und dem Kaiser. Mehr durch Zufall kann der Rospaner auch Gespräche zwischen Gholad und Anrin belauschen.
Der Kaiser wird von der Tefroderin mit dem Vertrag konfrontiert. Er soll nun endlich unterzeichnen. Mogaw lässt sich Zeit. Mit positronischer Unterstützung erkennt er Änderungen gegenüber den letzten Versionen des Vertrags. Gholad will bereits in der Übergangszeit nach Beitritt Olymps zum Tamanium mit allen Befugnissen einer Tamrätin ausgestattet sein. Mogaw hat jedoch andere Pläne. Er will erst nach einiger Zeit seinen Stuhl räumen und als Wirtschaftsmagnat ein Auge auf die Tamrätin haben. Er will sich mit Olymp Monopole erschließen und sich mit der Wirtschaftsmacht Olymp unsterblich machen. Doch der Kaiser hat nicht mit einem gerechnet. Die Tefroderin ist es leid, sich an der Nase herumführen zu lassen. Sie schlägt und foltert den Kaiser so lange, bis der schließlich den Vertrag unterzeichnet. Triumphierend kehrt Gholad an Bord der SHEONA zurück. Sie schickt 50 Mann nach Olymp, die als Olymper verkleidet auf ihr Kommando hin die Sicherheitskräfte angreifen sollen. Auf diese Eskalation würde Gholad als Tamrätin mit Gewalt reagieren.
Am Nachmittag des 15. Mai treten Sichu Dorksteiger und Onara Gholad in Funkkontakt. Sichu lügt die Tefroderin an, als sie sagt, dass die Box wieder auf Shoraz ist. Wird der Beschuss nicht eingestellt, wird die Box zerstört. Onara soll umgehend Perry Rhodan freilassen. Sie sagt auch, wo sich Perry Rhodan befindet, nämlich auf Adarem. Ein Schwesterschiff der IBANI GALOA würde ihn befreien. Doch die Tefroderin kontert. Sie hat einen Funkspruch erhalten. Ihre Leute haben Perry Rhodan. Er ist unterwegs nach Shoraz und Onara Gholad wird auch kommen. Der Deal ist Rhodan gegen Mutaktor.

 

Rezension:
Auch im zehnten Roman der Miniserie Olymp, diesmal verfasst von Dennis Mathiak, wird Homogenität großgeschrieben. Die Geschehnisse werden nahtlos fortgesetzt. Würde ich sagen, dass die Ereignisse einem Höhepunkt entgegenstreben, wäre dies maßlos übertrieben. Sicher, die einzelnen Handlungsstränge machen Schritte. Aber wenn, wie hier geschehen, zum gefühlt hundertsten Mal die Lage auf Olymp zu eskalieren droht, bzw. die Eskalation durch Steuerung von außen herbeigeführt werden soll, dann tritt ein Gewöhnungseffekt und eben kein Fortschrittseffekt ein. Der Gleichschritt, mit der die Handlung seit 10 Heften voranschreitet, schafft insgesamt für Olymp eine Identität. Allerdings eine, die für meinen Geschmack zu hartnäckig verfolgt wird.
Es gibt keinen Roman, der aus der Masse der anderen herausragt. Weder im positiven, noch im negativen Sinne. Es gibt keine Ausreißer, auch nicht im Schreibstil. Die Serie ist glattgeschliffen. Man kann einzelne Romane kaum tadeln, andere nicht hervorheben, da doch alle irgendwie gleich sind. Mal eben auf einen anderen Autor hoffen? Mal eben die andere Handlungsebene herbeisehnen? Mal eben auf eine andere Figur setzen, die mal richtig aufräumt? Fehlanzeige. Alle Romane sind gleich, Olymp ist gleich. Sollte es einen Nagel gegeben haben, der hervorstand, wurde er flachgehämmert.
Was gibt es sonst noch zu sagen, zum zweiten Beitrag von Dennis Mathiak zu Olymp? Der Autor füllt seine Geschichte mit Details. Mal sind sie auffällig, mal passen sie, mal wirken sie übertrieben. Star Wars lässt grüßen, wenn er C-3PO zum Testziel der Tefroder werden lässt. Nachdem Gucky und Perry Rhodan nicht mehr von jedem erkannt werden, sind es nun die Italiener, der sich niemand mehr erinnert. Auch die Berater (Leser oder vielmehr Foristen) bekommen ihr Fett ab. Haben sie dem Kaiser oder vielmehr dem Autor doch mit schöner Regelmäßigkeit zum Einsatz der Flotte aufgerufen.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 9

Rückkehr ins Chaos – von Olaf Brill – Handlung:
Auf Olymp schreibt man den 14. Mai 1550 NGZ. In Ram Nanukus Anwesen treffen sich Gucky, Piri Harper, Frank Sulu, Derin Paca und Krystophar, sowie der Hausherr selbst. Der Ilt zeigt sich von Derin Paca und Krystophar keineswegs überrascht. Er kennt die beiden offensichtlich. Und Piri Harper, die bis vor kurzen noch einen Trivid-Medienkanal betrieben hat, kann es nicht ganz glauben, als Paca und Krystophar die Masken fallen lassen. Die beiden sind das frühere Kaiserpaar Indrè Capablanca und Martynas Deborin. Harper entgeht auch nicht, dass sich die beiden Olymper, die zu ihrer Zeit zu den schillerndsten Figuren der jüngeren Geschichte zählten, auseinandergelebt haben. Deborin ist sehr schweigsam und hält Abstand zu Capablanca.
Nun interessiert alle, wie das Kaiserpaar nach so langen Jahren an diesen Ort zurückkehrte. Und Indrè Capablanca ist die erste, die erzählt, wie das damals war, vor 32 Jahren, als sie entmachtet wurde und Beryn Mogaw den Thron bestieg. Zu jener Zeit, im Juni 1518 NGZ, war die Bevölkerung Olymps aufgerufen, sich per Wahl zu entscheiden. Dem Anschluss an das Tamanium der Tefroder oder dem Verbleib in der LFT. Indrè Capablanca und Martynas Deborin waren bereit, jede Entscheidung zu respektieren. Öffentlich hatte Martynas Deborin seine Sympathie für das Tamanium ausgedrückt. Mit Perry Rhodan gab es den Plan, sollte der Entscheid zugunsten der Tefroder ausfallen, dass Capablanca und Deborin als Agenten der LFT operieren würden.
Die Entscheidung der Olymper war eindeutig. Sie votierten mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib in der LFT. Capablanca war glücklich. Doch bei ihrem Mann war sie sich nicht sicher. Er schien von der Entscheidung des Volkes enttäuscht. In der Folgezeit mehrten sich die Signale. Das Kaiserpaar lebte sich auseinander. Indrè Capablanca machte die Bekanntschaft mit Ram Nanuku. Der 150 Jahre alte Mann war als Politberater tätig. Martynas Deborin hingegen schien sich nicht mehr für olympische Politik zu interessieren. Er blieb beruflichen Terminen immer häufiger fern und überließ die Geschäfte seiner Frau. In dieser Situation betrat der Unternehmer Beryn Mogaw die Bühne. Er war ein Paradiesvogel und in der sehr freizügigen Gesellschaft der Olymper wurde seine Kritik am Kaiserpaar immer häufiger beklatscht. Mogaw nutzte seine wirtschaftliche Macht, um der Regierung immer häufiger die Beteiligung der Wirtschaft an Projekten zu entziehen, die dann er umsetzte. In diese Zeit fiel der Tod Ftempars, des Symbionten der Kaiserin. Ihr erschien es wie ein Symbol des Untergangs. Schließlich waren die Parlamentarier derart unterwandert, dass sie einem Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren stattgaben. Kaiser und Kaiserin entschieden, sich dem Verfahren nicht zu stellen. Sie gaben die Erklärung ab, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Aber auch ihre Bindung zerbrach an dem Tag endgültig.
Indrè Capablanca zog es nach Aurora, dem Sitz des Galaktikums. Dort lebte sie weitgehend anonym, bis sie die Bekanntschaft eines Arkoniden aus der kleinen Baronie Saka machte. Die Baronie drohte zu verarmen. Die dortige junge Regierungschefin, die nicht dem Adel angehörte, hatte einen schweren Stand. So kam Indrè Capablanca nach Saka. Sie freundete sich mit Amira Renu, der Baronin, an. Die Arkonidin hat einen erbitterten Feind, den adligen Satoran on Torasai. Amira Renu kennt die Identität der ehemaligen Kaiserin. Gemeinsam suchen sie eine neue Identität. Capablanca wird zu Derin Paca und zur Beraterin der Baronie. Gemeinsam suchen sie nach Auswegen aus der Wirtschaftskrise und finden sie in den Hon’kantari. Die riesigen Meerestiere haben einen den  Haluter ähnelnden Konvertermagen und reinigen die Meere des Planeten sehr effektiv. Man kommt auf die Idee, die Tiere zu anderen Planeten zu exportieren. Eine Sippe der Mehandor wird für den ersten Transport auf einen Testplaneten gewonnen. Doch der Transport einiger Tiere per Transmitter geht schief. Satoran on Torasai ist es gelungen, die Tiere abzufangen. Er will sie für andere Zwecke missbrauchen. Doch Derin Paca alias Indrè Capablanca, kann die Machenschaften des Arkoniden vereiteln. Die Baronie kommt in den nächsten Jahren zu Wohlstand. Eines Tages bekommt Derin Paca jedoch die schlechten Nachrichten von Olymp und kehrt nach Hause zurück.
Die Gruppe, die bislang gebannt der Geschichte Capablancas gelauscht hat, muss den Standort wechseln. Tefrodische Soldaten sind auf dem Weg. Gucky bringt alle in das Privatquartier von Capablanca. Dort erzählt nach langem Zögern nun auch Martynas Deborin, wie es ihm seitdem ergangen war. Tatsächlich war er enttäuscht gewesen, als sich die Olymper gegen das Tamanium entschieden. Als er später seinen Rücktritt erklärte, verließ er in Maske und ohne zu zögern Olymp, um nie mehr zurückzukehren. Wie ein Mehandor sprang er von Planet zu Planet. Er wurde zu einem Vagabunden. Eines Tages beschloss er, nach Tefor zu reisen. Er wollte in Erfahrung bringen, ob die Tefroder wirklich so übel waren, wie es Indrè und andere behaupten. Er tarnt sich als Tefroder und erreicht Tefor. Als angeblicher Prospektor will er einen draufmachen. Er verspielt Unmengen an Geld und beginnt zu trinken. Die tefrodische Polizei verhaftet ihn, den alkoholsüchtigen Vagabunden. Als er nach der Entlassung mal wieder in der Gosse liegt, wird er von Crystalla aufgelesen. Die Tefroderin findet, wie es scheint, einen Narren an ihm. Er entsagt dem Alkohol und baut ein Beratungsunternehmen auf. Eine Schwierigkeit, denn die Regierung Tefors kontrolliert alles. Doch er hat Erfolg und berät bald andere Tefroder.
Doch die Gläserne Insel verhaftet ihn und zerstört sein Unternehmen. Er wird gefoltert und soll seine Identität preisgeben. Krystophar, wie er sich nennt, ist nicht bereit, seine Herkunft zu verraten. Doch der Geheimdienst weiß längst Bescheid. Und Crystalla entpuppt sich als Agentin. Er soll nach Adarem gebracht werden. Doch auch Martynas Deborin hat immer noch gute Kontakte, die ihm vorher zur Flucht verhelfen. Auch er kehrte nach Olymp zurück.
Gucky hat genug gehört. Er ist sicher, dass sich Perry Rhodan auf dem Gefangenplaneten Adarem befindet. Er teleportiert auf die IBANI GALOA und berichtet Sichu Dorksteiger von Adarem. Die Ator will nach dem Planeten suchen lassen. Da kommt ein Funkspruch von der ETSI. Die Tefroder haben damit begonnen, Shoraz zu beschießen. Sichu beschließt, den Archäologen dort zu Hilfe zu kommen.

 

Rezension:
Olaf Brills zweiter Beitrag zur Miniserie Olymp beginnt mit dem Running-Gag. Gucky hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. So der Autor. Nicht jeder Bewohner der Milchstraße mochte ihn daher erkennen. Eine geschickte Formulierung. Sie ist korrekt, plausibel, nicht angreifbar. Doch warum wird dieses Element immer und immer wieder durchgekaut? Möglicherweise macht sich Olaf Brill hier einen Spaß. Wenn es zum Zeitpunkt, als er seine zweite Geschichte schrieb, schon Leserreaktionen zu den ersten Bänden Olymps gab, dann hat er es mit Absicht nochmal aufgegriffen. Und wenn es nicht so ist, bleibt es weiterhin merkwürdig. Jedenfalls musste ich über den Einstieg schmunzeln.
Ansonsten knüpft der Roman an Heft 7, Land der Seligen, an. Darin hatte Madeleine Puljic die Figuren zusammengeführt, von denen Olaf Brill nun zwei davon ihre Vorgeschichten erzählen lässt. In Band 2 der Miniserie Olymp wurde kurz die Absetzung des Kaiserpaars thematisiert. Seitdem werden die beiden zu Hoffnungsfiguren hochstilisiert. Dass sich hinter Derin Paca die Kaiserin verbirgt, habe ich nicht erkannt. Das Anagramm des Vornamens zwar schon, aber ich habe da eher eine Tochter Capablancas vermutet. Doch das war zu kompliziert gedacht. Olymp ist einfacher gestrickt.
Nach der Enthüllung wird der Roman von zwei Erzählungen beherrscht. Die beiden ehemaligen Herrscher Olymps berichten, wie es ihnen ergangen ist. Während Indrè sich wieder fangen konnte, hatte Martynas einen Abstieg zu verkraften.
Die Geschichte, wie sich das ehemalige Kaiserpaar auseinanderlebte, bot für mich nur anfänglich einen gewissen Reiz. Die Frage des „Wie“ wurde recht schnell geklärt. Und obwohl sich der Autor für den „Werdegang“ dazwischen einiges hat einfallen lassen, interessierte ich mich dann eher wieder für das „Wie“ der Rückkehr. Für eine Serie, die am Anfang mit der Museumswelt, der Shoziden-Box, dem Auftreten der Tefroder und einigem mehr, zahlreiche Rätsel aufwirft, zeigt der Roman für mich zu wenig Bereitschaft, an diese Themen anzuknüpfen. Vergeblich wartete ich auf einen stärkeren Bezug zu Shoraz, zu den aktuellen Tefrodern, zu irgendetwas, das den Geschichten der beiden Protagonisten mehr Bedeutung geben würde.
Ganz am Ende fällt das Stichwort Adarem. Und schnipp haben wir ein neues Ziel. Na ja, nicht ganz. Shoraz hat Probleme und Sichu gibt ihrem Mann noch ein paar Stunden mehr zum Überleben. Zum Ende hin gab nur noch eine Textstelle, die mir besonders gefiel. Das war Olaf Brills Hommage an den Film Casablanca.
Die Serie dümpelt so dahin. Sie ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie hat keine Würze und keinen Pep. Die einzelnen Romane zeigen einen Schreibstil auf der Höhe der Zeit für eine Romanheftserie. Und auch dieser Roman von Olaf Brill ist gut geschrieben aber bietet erneut zu wenig Substanz für die Serie.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 8

Die Herren von Adarem – von Dietmar Schmidt – Handlung:
Es ist der 12. Mai 1550 NGZ. Auf Adarem ist Perry Rhodan von seinen Mitgefangenen getrennt worden. Der Unsterbliche wird in einen Bereich geführt, der sich deutlich vom Gefangenenkomplex unterscheidet. Aufschriften in tefrodischer Sprache verraten schnell, dass Rhodan in einem riesigen Forschungskomplex gelandet ist. Im Verwaltungsbereich wird er vom Direktor der Einrichtung empfangen. Adan Nibota zeigt sich jovial. Schon nach kurzer Zeit gibt er offen zu, dass er weiß, Perry Rhodan vor sich zu haben. Und er erklärt Rhodan auch, was man mit ihm vorhabe. Vetris-Molaud ist ein Zellaktivatorträger und die Wissenschaftler der Forschungsanlage interessieren sich brennend dafür, welche Einflüsse der Zellaktivator bekämpfen kann und bei welchen Einflussfaktoren das Gerät versagt. An Perry Rhodan sollen Experimente gemacht werden.
Derweil sind Ypheris Bogyr und Mahé Elesa noch immer im Gefängnistrakt. Ypheris Bogyr will zum Direktor. Er will ihn erpressen, damit er, Perry Rhodan und Mahé Elesa fliehen können. Wie er den Direktor unter Druck setzen kann, weiß er noch nicht. Er hofft, dass ihm etwas einfällt, wenn es soweit ist. Doch zunächst müssen die beiden Gefangenen erstmal überhaupt zum Direktor kommen. Mahé Elesa kennt ein geheimes Gangsystem, das von Wärtern benutzt wird, um unbemerkt an neuralgische Stellen des Gefangenentrakts zu gelangen. Sie kann Zugang dazu verschaffen. Auf dem Weg zu dem Geheimsystem gibt es Gelegenheit, dass Bogyr etwas von sich erzählt. Er war Prospektor und mit einer Crew auf der Suche nach Hyperkristallen. Dabei gerieten sie ein ums andere Mal in Gefahr.
Auf ihrem Weg geraten Bogyr und Elesa in Sektionen, die von Ebaryn abgehört werden können. Und Ebaryn hatten sie ausgetrickst. Der Tefroder, der sich verbirgt, will sich sicherlich rächen. Ein, zweimal können sie Ebaryn erneut täuschen, aber als sie schon fast im geheimen Gangsystem sind, schickt Ebaryn seine Schläger. Wieder kann Elesa sie retten. Und Ypheris Bogyr vermutet, dass Ebaryn sich selbst auch im geheimen Gangsystem verbirgt. Sie treffen ein Abkommen. Keiner verrät den anderen. Die beiden dringen in das Büro von Kostin Shalaufdag ein. Elesa lenkt den Direktor ab und mit einem Trick gelangt Bogyr an eine Waffe. Außerdem kann er das Funknetz blockieren. Shalaufdag hat panische Angst vor ihr. Gemeint ist Onara Gholad. Bogyr und Elesa haben leichtes Spiel. Sie wollen ein Schiff.
Perry Rhodan muss sich unethischen Tests stellen. In einem Labor, Stinkerraum genannt, wird er mit unterschiedlichen chemischen Substanzen in Kontakt gebracht. Von Mal zu Mal wird die Aggressivität der Stoffe auf Rhodans Haut gesteigert. Kadur, ein Rofter, ist derjenige, der die Experimente durchführt. Rhodan sieht Chancen, mit Kadur ins Gespräch zu kommen, denn Rofter gelten in der tefrodischen Gesellschaft als Außenseiter. Rhodan lernt andere Probanden kennen. Bevor die Experimente für ihn gefährlich werden, muss er fliehen. Kadur, der nicht weiß, dass sein Versuchskaninchen berühmt und ein Zellaktivatorträger ist, erstaunen Rhodans Heilungsprozesse. Er ändert eigenmächtig den Versuchsplan und bekommt Ärger mit seiner Vorgesetzten. Ihm unterlaufen Fehler. Bei einem dieser Fehler kann Rhodan unbemerkt an einem Terminal einen Störfall-Alarm auslösen. Im allgemeinen Chaos und mit Hilfe anderer Probanden kann sich Rhodan verstecken.
Auf der SHEONA hat Onara Gholad die Kontrolle über sich verloren und unter den Augen ihres Vaters etliche Tobsuchtsanfälle gehabt. Kurz zuvor musste sie entdecken, dass ihre Geisel, der Kaiser von Olymp, spurlos verschwunden ist. Er sollte die Beitrittspapiere an ihrer Seite live unterzeichnen und zurücktreten, damit sie Tamrätin werden kann. Die Aufzeichnungen zeigen, dass Gucky trotz HÜ-Schirm ins Schiff teleportieren konnte. Sie vermutet eine unbekannte Parafähigkeit und lässt den Paratronschirm des Schiffes aktivieren. Ihr Vater schickt ihr Vollmachten, die es ihr Erlauben, den Vertrag mit Olymp gegenzuzeichnen, so dass der Vertrag sofort wirksam wird. Die Unterschrift eines Diplomaten muss dann nachgereicht werden. Und sie muss des Kaisers habhaft werden. Sie lässt Adarem über Funk rufen. Doch der Planet meldet sich nicht.
Rhodan ist das Glück zunächst hold. Kaum wagt er sich aus seinem Versteck, kommt ihm der Institutsleiter mit zwei Wachen entgegen. Rhodan kann die drei ausschalten und mit den Codes von Nibota einen Terminal aktivieren. Er erhält Infos darüber, dass in der Anlage nach neuen Mutanten geforscht wird. Er speichert wichtige Daten auf einem Kristall. Doch seine Flucht ist kurz darauf zu Ende. Wärter paralysieren ihn.

 

Rezension:
Wie auch schon die anderen Olymp-Romane spielt auch der 8. Band an den bekannten Handlungsorten. Dietmar Schmidt steigt mit Perry Rhodan in die Geschichte ein, der von seinen Mitgefangenen getrennt wurde. Das Kapitel lieferte eine Bestandsaufnahme von Rhodans Situation. Weiterhin wurde grob das bisherige Geschehen der Miniserie rekapituliert. Der Autor vernachlässigt bei seinem Beginn eine wichtige Regel der Unterhaltungsliteratur. Der Einstieg muss den Leser neugierig machen. Tat es hier leider nicht.
Mit Ypheris Bogyr und Mahé Elesa geht es weiter. Und auch hier konnte mich das Geschehen zu keiner Zeit beeindrucken. Völlig unklar blieb das Motiv von Ypheris Bogyr. Er will den Direktor erpressen. Schön und gut. Alleine das wie will er entscheiden, wenn er vor Ort ist. Dort fällt den beiden alles in den Schoß. Und auch der Weg dorthin war unspektakulär. Es werden alle Figuren eingebracht, die wir schon aus früheren Romanen kennen. Neues wird der Geschichte nicht hinzugefügt. Die zwei, drei Anekdoten aus seinem Leben, die Bogyr von sich gibt, sind derart belanglos, dass ich sie schon vergessen hatte, als ich umblätterte. Die Lebensgeschichte von Mahé Elesa im fünften Band war zumindest halbwegs mit der Shoziden-Box verknüpft und ihre Geschichte so gestaltet, dass die Figur mehr Tiefe erhielt. Dagegen waren die Ausflüge in Bogyrs Vergangenheit völlig überflüssig. Seine Geschichten erzählten nichts über ihn. Aber auch wirklich gar nichts.
Der Roman tritt auf der Stelle. Die Geschichte bewegt sich nicht. Ebenso wenig bewegt sich die Serie. Boten bislang zumindest die Figuren einen Unterhaltungswert, sind interessante neue Charaktere und deren Handeln in diesem Band auch nicht zugegen. So anteillos, wie Rhodan die Experimente über sich ergehen ließ, so anteillos gaben sich die Figuren und riefen zu keiner Zeit eine Emotion bei mir, dem Leser, hervor.
Die Geschichte und die Serie befinden sich in einem Dornröschenschlaf. Und ein Prinz, der sie wachküsst, ist nicht in Sicht.