Ansichten zu NEO-Story 18 – Der Riss im Kern der Welt

Der Riss im Kern der Welt – von Rainer Schorm – Inhalt:
Atlan möchte den Regenten stürzen und eine neue Regierung im Großen Imperium installieren. Zu seinen Aktionen zählt ein Einsatz auf der monströsen Welt Naat, die von den riesenhaften Naats bewohnt wird. Während sich ein fürchterlicher Sturm aufbaut, erhält er eine Nachricht, die ihm ein bisher nicht gekanntes Bild dieser Welt zeigt. Ein arkonidischer Planeteningenieur und ein Naat’kaa sind zum Kern der Welt vorgestoßen und haben dort eine seltsame Begegnung gehabt.

 

Rezension:
Wie schon Neo-Story 17 vom gleichen Autor, ist auch diese Story keine klassische Kurzgeschichte. Sie scheint erneut die Erweiterung einer bekannten Handlung der Neo-Serie zu sein. Und doch folgte ich der Geschichte mit wachsender Begeisterung. Rainer Schorm findet für seine Beschreibungen einer fremden Welt eine Balance, die mich ansprach. Einerseits erzeugt er genau jenes Flair, das ich von einem Besuch eines anderen Planeten erwarte. Andererseits arten diese Beschreibungen nicht aus oder werden gar zum Selbstzweck. Er vergisst nicht, mit seinen Figuren die Handlung voranzutreiben. Schwerpunkt der Story ist hier die Heimatwelt der Naats. Und ein Planeteningenieur, der hinter das Geheimnis der Wüstenwelt kommen will, deren starre Steinhülle einen Gasriesen umhüllt. Mit dem seltsamen Gespann aus einem Naat’kaa und einem Arkoniden geht’s in die Unterwelt. Bereits im Anflug auf den Planeten hatte der Autor die Figur des Krom interessant gemacht. Der heranziehende Sturm und der Trip in die Unterwelt sind packend geschrieben. Dort treffen die beiden Forscher auf eine schöne Unbekannte, die sich dann als Quiniu Soptor entpuppt. Die Figur sagte mir vage etwas. Sie ist wohl bereits in den ersten Bänden in Erscheinung getreten. Dann werden Zeitbrunnen beschrieben und Krom folgt der Frau. Atlan bekommt die Aufzeichnung und plötzlich war Schluss. Der Autor hatte mich richtig neugierig gemacht und dann endet die Geschichte abrupt. Mir ging es wie Atlan: „Im Moment würde ich (Atlan) das Rätsel um Naat und Quiniu Soptor nicht lösen können. Ebenso die Frage, wohin Krom, der Planeteningenieur, verschwunden war.“
Irgendwie lässt mich der Autor am Ende im Stich. Tolle Story, gut geschrieben, bloß das Ende passt gar nicht.
 
Mit der Neo-Story 18 liegt die letzte Kurzgeschichte dieser Reihe vor. Die Storys waren Bestandteil der Buchausgabe der Neo-Serie. Da die sog. Platin-Edition mit Band 18 eingestellt wurde, fallen auch die Kurzgeschichten in der E-Book-Variante weg. Das ist schade, ich mochte diese Storys sehr. Da waren echt gute Geschichten dabei. Für mich war es auch eine Gelegenheit, zumindest partiell, am Neo-Kosmos dranzubleiben. Als Anhänger der klassischen Serie, die vor ein paar Tagen Band 3000 präsentierte, folgte ich Neo anfänglich zunächst mit Begeisterung, dann mit Skepsis. Die Serie, die „neu“ geschrieben wurde, brachte mir bekannte Figuren, Orte und Szenarien in einem neuen Gewand. Der Schreibstil war auf der Höhe der Zeit, was mir gefiel. Aber die sich abzeichnenden Unterschiede zu den bekannten Elementen der EA störten mich zusehends. Es war mir, als würde meine Historie aus der klassischen Serie überschrieben werden. Mal sehen, ob sich Neo ab Band 200 getraut, sich weiter von der klassischen Serie zu lösen. Dann könnte ich mir vorstellen, als Leser zurückzukehren.

Ansichten zu NEO-Story 17 – Das sanfte Flüstern der Zukunft

Das sanfte Flüstern der Zukunft – von Rainer Schorm – Inhalt:
Im Mnemotechnischen Zentrum I auf Mimas wird ein prominenter Patient eingeliefert. Atlan hat im Canopussystem einen Unfall erlitten, der sich auf sein Gehirn auswirkt. Dem leitenden Mediziner Julian Tifflor ist ein solcher Fall noch nicht begegnet. Er erkennt, dass sich im Gehirn des Arkoniden komplexe Vorgänge abspielen. Und dass bislang verborgene Erinnerungen in Atlan wach werden, die ihn nun zum Sprechen bringen. Der Arkonide berichtet von Ereignissen, die sich vor vielen Jahren auf Arkon abgespielt haben. Beim Kampf um Ker’Mekal trifft Atlan auf eine geheimnisvolle Person, die ihm dabei hilft, die komplexen Sicherheitseinrichtungen zu überwinden.

 

Rezension:
Diese Neo-Story unterscheidet sich recht deutlich von den anderen Kurzgeschichten dieser Reihe. Die Szenen, die Autor Rainer Schorm auf Mimas spielen lässt, bevor er Atlans Erinnerungen preisgibt, sind mit wissenschaftlichen Ausdrücken geradezu gespickt. Liebhaber der Science in Science Fiction kommen voll auf ihre Kosten. Rainer Schorm zelebriert eine technik- und faktendominierte Erzählweise. Dabei dient dem Autor die Sicht seines Protagonisten Julian Tifflor nicht nur, um medizinische Details zum Zustand Atlans darzustellen. Über die Figur Tifflor werden auch mit wissenschaftlicher Genauigkeit zahlreiche Vorgänge rund um das medizinische Zentrum beschrieben. Den Detailgrad schraubt der Autor dann etwas zurück, als er die Erinnerungen Atlans lebendig werden lässt. Für NEO-Kenner entwickelt sich dann eine Geschichte, die vergangene Geschehnisse und zukünftige Ereignisse des NEO-Kosmos geschickt miteinander verknüpft und der Beziehung Atlans mit der schönen Unbekannten mehr Tiefe gibt. Als Kurzgeschichtenliebhaber war diese NEO-Story nicht ganz meine Welt. Aber sie hatte Stil.

 

Ansichten zu NEO-Story 16 – Palast der Intrigen

Palast der Intrigen – von Rüdiger Schäfer – Inhalt:
Atlan ist an der Seite von Ihin da Achran auf dem Weg nach Arkon III. Die ehemals höchste Kurtisane ist nun Khestan des Trosses des Regenten. Und sie will Kontakt zur Oberbefehlshaberin der Flotte aufnehmen, zur Mascantin Pertia ter Galen, die sie seit über fünfzig Jahren kennt und mit der sie einige Geheimnisse teilt.
Atlan macht dieses Vorhaben nervös. Das Spiel der Kelche, dem Kampf um Macht und Einfluss, lehnt er ab. Ihin da Achran erkennt die Bedenken ihres Begleiters und erzählt ihm, wie sie Pertia ter Galen kennenlernte. Ihre Erzählung führt Atlan hinein in die Ränkespiele des Adels und in den Palast der Intrigen.

 

Rezension:
In seiner Kurzgeschichte beleuchtet Autor Rüdiger Schäfer den Hintergrund zweier Arkonidinnen. Da ist Pertia ter Galen, die vor der Dominanz ihres Vaters aus dem Khasurn und von Arkon floh, weil sie keine Figur im Spiel der Kelche sein wollte. Und die unter falscher Identität Karriere in der Raumflotte machte. Und die Jahre später doch noch in dieses Spiel hineingezogen wird. Von Ihin da Achran, die eben jenes Spiel perfekt beherrscht und beide Frauen in eine gefährliche Lage manövriert.
Mit dem Prolog und Epilog, also dem Rahmen der Dramenhandlung konnte ich nicht viel anfangen. Die Ereignisse sind im Neoversum verwurzelt und beschäftigen sich wohl mit einem Umsturz des Imperators. Die Dramenhandlung um die beiden Frauen hingegen benötigt kein Vorwissen. Die Beschreibungen der Ereignisse sind sehr intensiv und belegen überzeugend, dass Perry Rhodan Neo mit den Schilderungen der Arkoniden, deren Adel, deren Lebensarten und Gewohnheiten, durchdringender ist, als die klassische Serie zur vergleichbaren Handlungszeit.
Als Kurzgeschichtenliebhaber vermisse ich etwas mehrdeutige Inhalte und einen Schluss, der zum Nachdenken anregt. Aber auch ohne diese Inhalte zeigte das Drama starke Bilder und bot kurzweilige Unterhaltung.