Ansichten zu Perry Rhodan Story 04 EL DORADO

EL DORADO – von Oliver Fröhlich
Oliver Fröhlich hat den vierten Band aus der Reihe über die verlorenen Jahrhunderte verfasst. Er spielt mindestens zwei Jahrhunderte nach Ausbruch des Weltenbrands in der Zwerggalaxis Sagittarius. Hauptakteur ist der Terraner Sheb Mahoon, Koch des im Privatbesitz befindlichen Raumschiffs EL DORADO. Das Schiff heißt so, weil seine Besatzung immer auf der Suche nach einem neuen und einträglichen Abenteuer ist. Auf Vendant, dem Spielerparadies schlechthin in Sagittarius, sollen Mahoons besondere Fähigkeiten genutzt werden. Er besitzt einen ausgezeichneten Geruchssinn. Dieser soll ihm bei einem Glücksspiel helfen, winzige Hormonschwankungen seines Gegenspielers zu riechen und zu seinem Vorteil zu nutzen. Der Plan gelingt und Mahoon gewinnt den Spieleinsatz des Gursüy Tyramin Fyün. 127,4 Kilogramm Hyperkristalle. Doch als die EL DORADO zum nächsten Ziel aufbricht, wird es von der FYÜN verfolgt. Tyramin Fyün erweist sich als schlechter Verlierer. Auf der Flucht macht die Besatzung der EL DORADO die Bekanntschaft eines mysteriösen Wesens. Janta führt sie in ein System, das sich als El Dorado erweisen könnte.
Okay, es ist der vierte Roman der Reihe und ich habe es inzwischen auch kapiert, dass die Romane, die in den verlorenen Jahrhunderten angesiedelt sind, nicht unbedingt den Klappentext widerspiegeln. Nämlich darüber zu berichten, wie sich die Milchstraße verändert hat und was mit ihren Bewohnern geschehen ist. Zumindest räumlich hat sich der vierte Roman der Milchstraße genähert. Allerdings knüpft er dafür inhaltlich deutlich weniger an Ereignisse aus dem Genesis-Zyklus an, als die drei anderen Geschichten zuvor. In Sagittarius hatte Puoshoor das Volk der Gursüy als Verbündete für seine Invasion der Milchstraße verpflichten wollen. Punkt. Oliver Fröhlich erzählt eine neue Geschichte und ich habe Schwierigkeiten darin, sie zu verstehen. Es geht um Täuschung und Blendwerk. Um Glücksritter, um unerfüllte Liebe. Dazu kommen noch die Hinterlassenschaften einer SI, eine Überlebende eines ihrer Hilfsvölker und mal wieder ein Lkandoner. Zumindest als Statue. Die Plejaden lassen grüßen. Wie das alles zusammenpasst? Genau das ist mein Problem. Es fehlt mir an einem Thema, das der Autor verfolgt. Eigentlich ist die Geschichte ganz gut geschrieben. Die Perspektive aus Sicht des Kochs, seine Beobachtungen, seine Gedanken, seine Art Zwiegespräche zu führen und das ganze hin und wieder mit lakonischen Ausdrücken zu garnieren. Das machte den Roman einigermaßen reizvoll. Aber um was geht es?
 

Ansichten zu Perry Rhodan Story 03 Bestellter Tod

Bestellter Tod – von Michelle Stern
Es gibt ein Wiedersehen mit Fitz Klem zu feiern. Er ist Hauptakteur in diesem dritten Band der Reihe über die verlorenen Jahrhunderte. Verfasst hat den Roman Michelle Stern. Der Menes Fitz Klem lebt nach seiner Rückkehr wieder auf Cessair. Er wurde zu einer Berühmtheit, als er zusammen mit tausenden von Terranern an Bord eines Sprosses der Gemeni in die Heimat zurückkehrte. Das ist lange her. Klem lebt dank des Amuletts aus gefrorener Eiris seit über 300 Jahren. Klem ist noch immer für den Geheimdienst der Menes tätig. Nur ist er nicht mehr Agent, wie zu der Zeit, als Atlan auf ihn traf. Er ist nun der Leiter der Organisation. Die Langlebigkeit, die ihm der Anhänger, wie anderen Mitgliedern der Familie Klem zuvor, verliehen hat, hielt er stets geheim. Er täuschte gar seinen Tod vor und ließ sich einer kosmetischen Operation unterziehen. Offiziell ist er nun John Klem, ein Nachfahr. Fitz Klem steht nun am Ende eines langen Lebens. Eine Entscheidung hat er noch nicht getroffen. Wer soll sein Erbe werden?
Nur zwei Mitarbeiter des Geheimdienstes kennen sein Geheimnis. Der Gemen Gadurn, mit dem er eng zusammenarbeitet und Sarah Brydon, die nach Klem ranghöchste Mitarbeiterin. Brydon ist es auch, die Klem eines Tages aus dem Sitz der Zentrale der Nodh-Hüter kontaktiert. Sie hat einen Mann namens Adarion festgenommen, der versuchte, in einer Frakturgrube eine Waffe zu kopieren. Nichts Ungewöhnliches, Derartiges wird immer mal wieder versucht. Aber Adarion hat verlautbaren lassen, dass er wisse, welche Last Sird Fitz seit über dreihundert Jahren trägt. Klem muss herausfinden, woher der Mann sein Wissen hat. Unversehens wird Klem mit einem Orden konfrontiert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Weg des Amuletts zu verfolgen. Dabei will Klem doch nur eines. Er will einen Wunsch einlösen, der vor einhundert Jahren an ihn gestellt wurde.
Von den drei erschienenen Geschichten ist dies bislang die Beste. Dabei ist sie nicht besonders spektakulär. Es gibt keine Action und wir erfahren einmal mehr auch nichts darüber wie sich die Milchstraße verändert hat und was mit ihren Bewohnern geschehen ist. Denn das Geschehen spielt weit entfernt in der Galaxis der Gemeni. Michelle Stern hat ihrer Geschichte zwei Spannungsbögen verpasst. Und schafft es in beiden, die Spannung bis an das Romanende aufrechtzuerhalten. Zum einen mussten die Machenschaften des Ordens enttarnt und vor allem die Frage beantwortet werden, wer aus dem Geheimdienst mit dem Orden unter einer Decke steckte. Zum anderen musste das persönliche Schicksal Klems geklärt werden. Im Handlungsstrang mit dem Orden und dem Motiv der Sehnsucht nach der Unsterblichkeit legte die Autorin falsche Fährten. Und in der Klärung von Klems Schicksal setzte die Autorin auf emotionale Details und Spuren, wie beispielsweise die spezielle Uhr und der Besuch des Friedhofs. Und natürlich das Gleichnis mit dem Sohn und dem Neffen des Königs.
In ein oder zwei Textstellen vermisste ich etwas Sorgfalt und ob die sexuelle Ausrichtung Klems unbedingt thematisiert werden musste, bin ich uneins. Für die Geschichte war das aber unerheblich. Insgesamt überzeugte mich der Roman.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Story 02 Der Goldene Frieden

Der Goldene Frieden – von Thomas Rabenstein
Band 2 aus der Reihe „Die verlorenen Jahrhunderte“ bringt eine Geschichte von Thomas Rabenstein. Meines Wissens die erste kommerzielle Arbeit des Autors für den Perry Rhodan-Kosmos. Die Geschichte beleuchtet das Zweite Solare Imperium der Menschheit ca. 200 Jahre nach den Geschehnissen um die Gedächtnismanipulationen der Thoogondu und dem Bekanntwerden dieses Zweigs der Menschheit durch den Besuch Perry Rhodans.
Im Mittelpunkt der Handlung im Jahre 1750 NGZ stehen die Geschwister Sefra Baitan und ihr drei Jahre älterer Bruder Krenev. Die beiden Gäonen stehen sich nach dem Tod der Eltern sehr nahe. Ihre Generation kämpft mit inneren Konflikten. Die Gäonen sind in ihren Augen antriebslos geworden. Das ZSI begnügt sich mit dem Erreichten. Forschungen finden nicht statt, obwohl Sevcooris vor der Haustüre liegt und die Ressourcen im Orionsland knapp sind.
In dieser Situation wird Sefra durch den Bruder in ein neues Spiel eingeführt. Mittels einer illegalen Droge, einem Neuroserum, nehmen die Probanden an Simulationen teil. Ihre virtuellen Charaktere spielen vor allem Kriegssimulationen, in denen Thoogondu die Gegner sind. Die Simulationen sind das perfekte Mittel um die Lethargie der Gäonen zu durchbrechen. Die Betreiber des Spiels bleiben anonym. Und die Spieler ahnen nicht, dass sie von dem Neuroserum abhängig werden. Bald ist Sefra nicht mehr in der Lage, zwischen realer und virtueller Welt zu unterscheiden. Als der jährliche Besuch des Botschafters aus Sevcooris ansteht, droht aus den Kriegssimulationen schreckliche Realität zu werden.
Auch im zweiten Teil dieser Reihe bekommt der Leser keine Aufklärung darüber, wie sich die Milchstraße verändert hat und was mit ihren Bewohnern geschehen ist. Beabsichtigt oder unbeabsichtigt hat Thomas Rabenstein aber eine Geschichte verfasst, die sich durchaus mit dem Thema „Verlorene Jahrhunderte“ befasst. Denn die aktuelle junge Generation der Gäonen in Orionsland sieht die vergangene Zeit als vertan an. Die Älteren sind mit dem erreichten zufrieden. Die junge Generation nennt dies den Goldenen Frieden. Ein schöner Begriff.
In der Heranführung an diesen Begriff greift der Autor viele bekannte SF-Elemente auf und treibt sie genre-typisch voran. Die Konflikte erscheinen allzu bekannt und der Fortgang geriet mir zu vorhersehbar. Nicht etwa, weil immer klar zu erkennen war, in welcher Welt sich Sefra bewegt. Vorhersehbar deshalb, weil die Handlungselemente, die die Geschichte vorantrieben auch so gesetzt wurden, wie ich es erwartete. Das unkritische Eintauchen in etwas Neuem, der Verlust der Kontrolle, der Therapeut, dem nicht getraut wird, das Erwachen, der Terroranschlag, die Lösung.
Als Leser hätte ich mir gewünscht, dass dieser Band zumindest ein wenig an Schicksale anknüpft, die im Genesis-Zyklus begründet wurden. Dies hoffte ich am Ende zu erfahren, als die Botschafterin der Thoogondu eintrifft. Sie wird jedoch als Tochter des Gondu vorgestellt. Die Gonda Puorengir wird nicht erwähnt, trotz des bekannten Vitalenergiespeichers.
Während sich der Exposé-Autor Christian Montillon im ersten Teil einer bekannten Figur annahm und sie weiterentwickelte, war er wohl der Ansicht, im zweiten Teil eine solche Verknüpfung für Thomas Rabenstein nicht auch noch einbauen zu müssen. Zumindest keine zu Figuren. Der Goldene Frieden greift vielmehr das Motiv der Gedächtnismanipulationen wieder auf. Die Figur Sefra wird vom Autor glaubhaft gezeichnet und macht eine nachvollziehbare Entwicklung. Etwas mehr Subtilität hätte der Geschichte gut getan. Ich lese gerne zwischen den Zeilen. Der Autor transportiert zu viel „mit“ den Zeilen. Insgesamt ein kurzweiliger Lesehappen zum Feierabend.