Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 9

PR_Arkon09Flotte der Verräter – von Kai Hirdt – Handlung:

Perry Rhodan ist mit seinen Begleitern Sahira und Gucky auf dem Planeten Glynth, nur vier Lichtjahre von Arkon entfernt, abgesetzt worden. Der Terraner will hier ein Raumschiff organisieren, das sie nach Iprasa bringen soll. Doch zunächst läuft alles anders, als erwartet. Schon kurze Zeit nach ihrer Ankunft in der Nähe einer der wenigen Oasen der Wüstenwelt, wird Rhodans Trupp von Glynkoniden gefangengenommen. Die Kolonialarkoniden geben Rhodan die Schuld für ein Massaker, das ein arkonidisches Schiff auf ihrer Welt angerichtet hat. Sie wollen Rhodan und seine Begleiter töten, doch ein junger Glynkonide steht den Bedrängten bei. Toracc bringt Rhodan zu Tharc Sanaire, den der Terraner von früher kennt. Der Unsterbliche bekommt ein Schiff und fliegt Iprasa an. Toracc verstärkt Rhodans Team.

Im Arkonsystem spitzt sich indessen die Lage zu. Die fünftausend Schiffe unter Atlans Kommando sind in das System eingeflogen. Sehr zur Verwunderung von Perto Gural, dem Kommandanten eines kleinen Wachschiffes beim Planeten Iprasa, scheint die Heimatflotte keine Anstalten zu machen, dem überraschenden Flottenaufmarsch entgegenzutreten.

Im Flottenkommando ist die verdiente Veteranin Osma ter Rey genauso erstaunt. Zwar wird eine Sitzung einberufen, aber niemand macht Anstalten, der Bedrohung entgegenzutreten. Mehr noch, die Anwesenden werden getäuscht. Die Botschaft, mit der Gaumarol da Bostich die Rückeroberung Arkons ankündigte, ist nach Osma ter Reys Informationen eindeutig gefälscht. Die Verantwortlichen im Flottenkommando behaupten indes, die Nachricht sei echt. Osma ter Rey übernimmt die Initiative. Sie paralysiert die meisten Anwesenden und macht den unbedeutenden Bijaine da Ortoba zum neuen Oberbefehlshaber der Heimatflotte. Zusammen mit da Ortoba geht sie an Bord des Flaggschiffs. Dreihunderttausend Schiffe stehen nun Atlans fünftausend Schiffen gegenüber.

In diese Szenerie platzt eine kleine Flotte von USO-Schiffen unter Monkeys Kommando. Der USO-Chef will dem göttlichen Imperium gegen die Verräter beistehen. Die Fronten verschieben sich überraschend zu Ungunsten der Verteidiger. Atlan scheint die Kommandocodes der Robotschiffe von Bostich erhalten zu haben, denn 180.000 Robotschiffe stellen sich auf seine Seite. Es kommt zu ersten Gefechten, bei denen die Verteidiger Verluste hinnehmen müssen.

Alle freien Schiffe sollen sich nun der Systemverteidigung anschließen. Perto Gural bedauert das sehr. Er hat gerade Rhodans Schiff vor Iprasa aufgebracht. Er lässt den Terraner ziehen. Und wieder ändert sich die Lage. PRAETORIA materialisiert im Auftrag des Galaktikums im Arkonsystem und fordert die Beteiligten des Konflikts auf, die Gefechte einzustellen.

Perry Rhodan, Toracc und Sahira werden von Gucky nach Iprasa teleportiert. Dort geraten sie im Kosh’kran-Gebirge in eine Übung von Kadetten der ARK SUMMIA und werden gefangengenommen. Die vier Kadetten lassen sich aber relativ schnell von Rhodans guten Absichten überzeugen, nicht zuletzt, weil sie plötzlich von Unbekannten angegriffen werden. Rhodan erfährt, dass in der Gegend vor kurzen Grabungen stattgefunden hätten. Die Arkoniden unter dem Kommando eines Extrasinn-Trägers wurden gefangengenommen, konnten sich aber befreien. Rhodan, Sahira und Gucky dringen in den Berg ein und machen die gleiche Erfahrung wie Tekener auf Archetz. Sie sehen Geisterbilder aus der Vergangenheit. Im Inneren des Berges entdecken sie ein Portal und durchschreiten es. Mentale Stimmen fragen nach dem Ziel der Reise und Rhodan gibt den Wandelstern an. Die Stimmen wollen den Reisenden auch darüber aufklären, wie es zur ARK SUMMIA kam.

 

Rezension:

Auf Glynth landen, dort ein Schiff bekommen, mit dem Perry Rhodan, Sahira und Gucky nach Iprasa fliegen wollten. Das klang einfach, war es aber nicht. Autor Kai Hirdt baute ein paar Hindernisse ein. Einmal mehr diente die Gutgläubigkeit des Helden dazu, den geraden Weg zu verlassen und ein paar Schlenker zu machen. Ein Ablauf, der schon unzählige Male so oder ähnlich zu lesen war. Rhodan will ein bestimmtes Ziel erreichen, dem stehen Figuren im Wege, denen man per Teleportation, per Deflektorfeldern, per Flug mit den SERUNS, per was auch immer hätte ausweichen können, aber der Held entscheidet sich für die Gefangennahme und dem Aufgeben fast aller Vorteile. Das Szenario ist zu Genüge bekannt. Es hat sich über viele Jahre herausgebildet, weil es funktioniert – weil dadurch ganz geschickt in eine Geschichte eingestiegen werden kann. Kai Hirdt zeigt, dass er diese Form kennt. Und doch fehlte etwas Besonderes. Originalität stellt sich erst über die Details her. Und darüber, wie jeder Autor ein kleines bisschen anders mit der Sache umgeht. Genau diese Originalität lässt der Auftakt der Geschichte jedoch vermissen.

Der Autor stand zudem vor der Herausforderung, den Mausbiber Gucky adäquat einzusetzen. Psi-Sperren gab es keine, also mussten andere Mittel bemüht werden, den Ilt in seinen Fähigkeiten zu beschränken. Das gelang nicht immer, bzw. wurden die Begabungen des Mutanten aus dramaturgischen Gründen nicht eingesetzt. Kai Hirdt bemüht sich, diesen Nichteinsatz von Guckys Psi-Fähigkeiten auch zu erläutern. Diese Anmerkungen wirkten auf mich etwas gequält. Sie waren nicht grundsätzlich falsch und zeigten auch, dass sich der Autor dabei etwas gedacht hat. In ihrer Häufigkeit verfehlten sie jedoch die beabsichtigte Wirkung. Nun kamen beim Lesen erst recht die Gedanken auf, warum der Mausbiber seine Fähigkeiten nicht einsetzt!

Zur Halbzeit der Geschichte war Rhodan immer noch auf Glynth unterwegs, seine Situation hatte sich nur geringfügig verbessert. Kai Hirdt hatte zu diesem Stand seiner Geschichte zwei weitere Handlungsstränge begonnen. Den eines gelangweilten Schiffskommandanten in der Nähe von Iprasa und den einer Veteranin der Flotte im Hauptquartier auf Arkon III. Nun machte der Autor einen Rückblick auf jene Ereignisse, die Perry Rhodan 1398 NGZ auf Glynth erlebt hatte. Der ohnehin kaum vorhandene Spannungsbogen bekam eine Delle. Diese Retrospektive hätte man sich sparen können oder verkürzt an den Anfang des Romans stellen müssen. Denn am Anfang hatte Kai Hirdt sowieso einige Details über Glynth einfließen lassen und sich dabei der Erinnerungen seiner Figur Perry Rhodan bedient.

In der zweiten Hälfte des Romans nahm die Handlung an Fahrt auf. Die Fortschritte, die die Handlung macht, waren zwar nicht dramatisch, aber immerhin bewegte sich etwas. Und Kai Hirdts Schreibstil geriet etwas lockerer. Die Geschehnisse beim Flottenkommando, die Übernahme der Flotte durch Bijaine da Ortoba, Monkeys Eingreifen und nicht zuletzt das Gespräch zwischen dem Zweimondträger Gural und Toracc beim Anflug auf Iprasa entschädigten für den schwachen Romanbeginn. Dieses Kapitel, so grotesk es auch war, gehört zu den gelungenen Passagen dieser Geschichte.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 8

PR_Arkon08Die Stunde des Smilers – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Auf Aralon ist der auf Archetz verletzte Gaumarol da Bostich in Behandlung. Der Imperator wird von der ARK’IMPERION geschützt, einer kleinen Flotte von GWALON-Kelchen, die von der GOS’TUSSAN angeführt wird. Auf dem Planeten jedoch braucht Bostich einen anderen Schutz. Seine Leibwache, die berüchtigten Kralasenen, begleiten den Imperator zur Behandlung, darunter auch die junge, noch in der Ausbildung befindliche Sheama da Zahrt. Sie ist aufgeregt, denn noch nie war sie dem Imperator so nah. Gleichzeitig könnte jeder im Umfeld des Herrschers ein potentieller Feind sein.

Ronald Tekener hat zusammen mit Korrt Moody die ATLANTIS erreicht. Das Schiff ist nach wie vor fremdgesteuert. Da unmöglich alle Besatzungsmitglieder auf das kleine USO-Schiff TIGA’ZHYM evakuiert werden können, entscheidet die Besatzung an Bord des Kugelraumers zu bleiben. Die beiden USO-Agenten, Perry Rhodan und Gucky wechseln in die Leka-Disk und suchen das Weite. In das Flottenaufmarschgebiet hat es auch Sahira mit der RT-13 verschlagen, mit der sie von Aralon geflohen ist und Richtung Arkon wollte. Mit einem waghalsigen Manöver kann sich Tekener dem Schiff nähern und Gucky holt Sahira ab. Der Ara Goloshir bleibt zurück.

Ronald Tekener berichtet von seinen Erlebnissen auf Archetz. Perry Rhodan, Sahira und Gucky lassen sich auf dem Planeten Glynth absetzen. Dort will Rhodan eine Schiffspassage nach Iprasa organisieren. Der Smiler verfolgt mit Moody seinen alten Plan, nämlich Bostich zu kidnappen, und fliegt nach Aralon. Dorthin unterwegs ist auch Shallowain, der ähnliche Absichten wie Tekener verfolgt. Der Kralasene hat keine Schwierigkeiten, auf Aralon zu landen. Er bringt in Erfahrung, dass Bostich auf dem schwimmenden Habitat Vits behandelt wird. Der Hund bekommt Unterstützung durch den Geheimdienst Aracom. Die Ara Gyhalla-Maas begleitet den Kralasenen, der darüber wenig erfreut ist. Unter Tarnidentitäten gelangen Shallowain und die Ara an Bord des Habitats.

Tekener und Moody machen Maske und infizieren sich mit einer Krankheit, um unentdeckt nach Aralon einreisen zu können. Mit diesem Trick und einigem an Bestechungsgeld gelangen die beiden Spezialisten auf den Planeten der Mediker. Der Mantar-Heiler Hool-Daneda unterstützt sie. Er ist ein USO-Spezialist, der auf Tekener nicht gut zu sprechen ist. Vor Jahren kamen bei einem Einsatz zwei USO-Spezialisten ums Leben. Hool-Daneda ist der Ansicht, dass Tekener die beiden auf dem Gewissen hat. Entsprechend frostig fällt die Zusammenarbeit aus. Hool-Daneda besorgt aber die Ausrüstung und vermittelt Kontakte zu zwei Marsianern, die früher mal für die USO tätig waren und jetzt auf Aralon für den Sicherheitsdienst arbeiten. Tekener und Moody nehmen deren Identität an und können sich auf die Treibinsel Vits einschleichen.

Nun sind alle Agenten auf dem Habitat, auf dem Bostichs Behandlung inzwischen Fortschritte gemacht hat. Tekener und Moody sorgen beim Sicherheitspersonal für Ablenkung. Es gibt Explosionen an Bord und Sheama da Zahrt versucht Bostich aus der Gefahrenzone zu lotsen. Die Kralasenin und die anderen Leibwächter werden jedoch von den USO-Spezialisten paralysiert. Tekener betäubt auch Bostich und sorgt für ein tiefes Koma, um zu verhindern, dass der fremdgesteuerte Arkonide per Gedankenbefehl getötet wird. Auch Shallowain hat sich zum Imperator vorgekämpft. Tekener und der Hund verbünden sich, um vom Habitat und von Aralon fliehen zu können. Tatsächlich gelingt den beiden an Bord der TIGA’ZHYM die Flucht. Bostich nehmen sie mit aber ihre Begleiter sterben auf Aralon. Die TIGA’ZHYM verlässt Thantur-Lok und die Milchstraße, um eine größtmögliche Distanz zu erreichen, damit Bostich keine Befehle mehr erhält. Der Plan gelingt. Shallowain und Tekener sind jetzt allerdings zur Untätigkeit verdammt, denn sie dürfen Bostich nicht in den Einflussbereich der ARK’SUMMIA-Verschwörer zurückbringen. Auf Perry Rhodan ruhen jetzt die Hoffnungen.

 

Rezension:

Der Roman kann mit einem überraschenden Ende aufwarten. Bostich konnte von den Dunklen Befehlen befreit werden. Und auch der Rest der Geschichte hat mir gut gefallen. Interessant ist auch, dass die einzelnen Romane innerhalb weniger Tage spielen. Tekener war zuvor auf Archetz im Einsatz. Zur gleichen Zeit ist Rhodan mit der ATLANTIS unterwegs und Sahira nach Aralon entführt worden. Im vorliegenden Band wird Bostich auf Aralon behandelt und dort zum Ziel der Agenten. Das Rhodan-Abenteuer in zwei Wochen dürfte ebenfalls parallel zu den Ereignissen von Band 8 angesiedelt sein. Doch der Reihe nach.

Band 7 vor zwei Wochen ließ am Ende einige Fragen unbeantwortet. Wie kam Tekener zur ATLANTIS und welche Gründe bewegen die unter Einfluss stehenden Arkoniden ausgerechnet das Arkon-System einzunehmen? Die erste Frage bleibt unbeantwortet und zur zweiten Frage, warum die Verschwörer etwas einnehmen wollen, das ihnen sowieso gehört, gibt’s zwar eine Antwort, die ich aber nicht ganz verstanden habe. Rhodan und Gucky vermuten, dass der Feind aus dem Inneren der Arkoniden kommt, ein Feind, den sie vielleicht sogar kennen und der die großen Führungspersönlichkeiten der Galaxis in Misskredit bringen will. Na, mal sehen, was da noch kommt.

Sahira, im Roman der Vorwoche eigentlich nach Arkon unterwegs, verschlägt es ebenfalls in das Flottenaufmarschgebiet. Das wird nicht erklärt aber vielleicht hat sie sich ja auch nur verflogen.

Nachdem die Weichen gestellt sind, geht Michael Marcus Thurner ins Eingemachte. Der Autor stellt zunächst alle Protagonisten vor. Der Leser wird genauestens informiert, wer, wo, mit welchen Mitteln und Motiven in den Einsatz geht. Auf Aralon kommt es zu einem Stelldichein unterschiedlichster galaktischer Geheimdienstmitarbeiter, Schutztruppen und Söldnern. Zu Beginn des Aralon-Einsatzes der verschiedenen Figuren waren manche Abläufe etwas antiseptisch beschrieben, was aber durchaus zum Planeten der Mediziner passte. 🙂

Leidenschaftlicher war die Nebenhandlung mit dem als Mantar-Heiler getarnten USO-Spezialisten Hool-Daneda angelegt. Der Dialog zwischen dem Ara und dem Unsterblichen über Frust, Pflichterfüllung und insbesondere das Gefühlsleben, lässt den Terraner ganz schön alt aussehen. Michael Marcus Thurner gewährt uns einen – wenngleich kurzen – Blick auf die dunkle Seite des Unsterblichen. Diese Facette, die der Autor hier den Smiler anhängt, lässt die Figur, zumindest in dieser Szene, unsympathisch erscheinen. Allzulange lässt der Autor diesen Eindruck allerdings nicht stehen. Die Rechtfertigung folgt nur ein paar Zeilen weiter und später wird noch das Bekenntnis nachgeschoben, das Tekener derjenige der Unsterblichen wäre, der am meisten mit sich selbst rang.

Also alles wieder im Lot und Tekener kann seinen Einsatz durchziehen. Mit derartigen Gewissensbissen brauchte Shallowain glücklicherweise nicht zu kämpfen. Allerdings stellt Thurner auch diesen hartgesottenen Kralasenen vor einige Schwierigkeiten und Shallowain muss einige Gedanken über seine Arbeit anstellen, die man von dem Hund so nicht erwartet hätte. Deutlich einfacher gestrickt und dann auch so gezeichnet sind die zahlreichen Leibwächter oder Söldner der Handlung. Hier greift der Autor gerne mal zu prägenden Sätzen wie diesen hier: „Der Sonne nah, dem Herrscher nah.“ Mehr braucht es nicht, um eine überzeugte Kralasenin in die Handlung einzuführen. „Voll Hitze und Glut, voll Feuer und Wut.“

An Bord des Habitats kommt es dann zu einer sehr lustigen Szene, als Shallowain und seine Begleiterin glauben, dass sie diejenigen sind, die Alarm ausgelöst haben. Dann bemerken sie, dass der Alarm auf einem anderen Deck ausgelöst wird und der Hund ahnt bereits, wer der andere Feind ist. Auf dem Habitat tobt sich der Autor aus. Die Handlung schreitet mit sehr hohem Tempo voran. Und abseits der Agententätigkeiten bleibt dennoch viel Raum für Beschreibungen einer verrückten Welt und einer durchgeknallten Gesellschaft, in der alles möglich scheint.

Trotz aller Planungen haben die Agenten keinen blassen Schimmer davon, wie sie mit Bostich die Plattform verlassen können. Der Autor initiiert daher eine Szene, die aus dem Ende von Butch Cassidy und Sundance Kid stammen könnte. Alle stürmen mit Hurra-Geschrei los. Die Helden kommen allerdings unbeschadet durch und nur die Red-Shirts bleiben auf der Strecke. Alle, bis auf eine. Michael Marcus Thurner hatte einen Internetaufruf gestartet und gefragt, ob eine bestimmte Nebenfigur überleben soll. Sheama da Zahrt überlebt, so wollten es die Leser. Allerdings bekommt sie am Romanende die Entlassung. Ihre Mitarbeit am Haus der Kralasenen wird beendet.

Ein guter Roman mit ganz, ganz, ganz viel Handlung!

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 7

Welt der Mediker – von Björn Berenz – Handlung:

Die Verteidiger des Wartok-Systems haben keine Chance gegen die angreifenden Schiffe unter Atlans Kommando. Nur für einen kurzen Moment konnte der Arkonide die dunklen Befehle, die ihn beherrschen, zurückdrängen und Perry Rhodan, Gucky und Sahira Saedelaere zur Flucht verhelfen. Kaum sind die drei Flüchtenden zurück an Bord der ATLANTIS gelangt, macht Atlans GOS’MIRTAN Jagd auf sie. Unmittelbar bevor die ATLANTIS in den schützenden Linearraum eintreten kann, verliert die gesamte Besatzung die Besinnung.

Auf Aralon, der Heimatwelt der galaktischen Mediziner, ist der Ara Goloshir von der Idee besessen, Mutanten künstlich zu erschaffen. Er lockt seinen Vorgesetzten Kantripal und sein eigenes Forschungsteam in ein Labor, um ihnen ein Experiment vorzuführen, mit der er die Fortschritte auf diesem Fachgebiet beweisen will. Die sechs Aras ahnen nicht, dass sie selbst Versuchskaninchen sein sollen. Goloshir schließt die Aras ein und flutet den Raum mit 5-D-Impulsen. Zu seiner großen Enttäuschung erwachen in den sechs unfreiwilligen Probanden aber keine Para-Kräfte. Stattdessen kommt es zu unkontrollierten Aggressionen und die Aras töten sich gegenseitig. Goloshir gerät in Panik und versucht Aralon mit einem Forschungsschiff zu verlassen. Zuvor wird er jedoch von Aspartamin, einem Manta-Heiler kontaktiert, der Goloshirs Labor samt Apparaturen für seine Forschungen benötigt. Goloshir sieht plötzlich eine Chance, doch noch Karriere zu machen.

Auf der ATLANTIS kommt die Besatzung wieder zu sich. Sämtliche Kontrollen sind gesperrt, das Schiff folgt fremden Befehlen. Erstaunt stellt Rhodan fest, dass sich die ATLANTIS inzwischen im Kesnar-System aufhält, aber bereits einen neuen Kurs eingeschlagen hat, um das System der Aras wieder zu verlassen. Und Sahira ist verschwunden! Bald steht auch der Zielort der ATLANTIS fest. Acht Lichtjahre von Arkon entfernt sammelt sich eine gigantische Flotte. Die ATLANTIS fliegt wie tausende anderer Schiffe diesen Sammelpunkt an. Am Sammelpunkt reiht sich die ATLANTIS in den Pulk ein. Eine Übertragung von der GOS’MIRTAN zeigen Atlan und an seiner Seite Perry Rhodan, die in Feldherrenpose die Einnahme Arkons an den rechtmäßigen Herrscher Atlan da Gonozal ankündigen. Der echte Perry Rhodan an Bord der ATLANTIS muss die Übertragung hilflos über sich ergehen lassen. Plötzlich jedoch wird das Schiff von einer Leka-Disk angeflogen. Rhodan will das Enterkommando gebührend begrüßen. Im Gefecht an Bord geht beinahe unter, dass eine weitere Leka-Disk eingetroffen ist. Ronald Tekener kommt an Bord der ATLANTIS und hilft Perry Rhodan.

Goloshir hat es gerade so geschafft, die Leichen und weitere Spuren seines fehlgeschlagenen Experiments zu beseitigen, als Aspartamin eintrifft. Der Mantar-Heiler behandelt Goloshir sehr herablassend. Eine gefesselte, bewusstlose junge Frau wird von arkonidischen Soldaten ins Labor gebracht und Aspartamin beginnt mit Untersuchungen an ihr. Goloshir erfährt den Namen der Patientin. Es ist Sahira. Über spezielle Sensoren, die Goloshir als Kopfschmuck trägt und der Sensorik des Labors erkennt er schnell, dass Sahira über Parakräfte verfügt und damit ein idealer Forschungsgegenstand für ihn darstellt. Er schaltet Aspartamin aus und unter dem Vorwand, ihr helfen zu wollen, bringt er Sahira zu seinem Forschungsschiff. Inzwischen ist jedoch die Thronflotte mit Bostich im Kesnar-System erschienen. Mit viel Glück kann das Forschungsschiff das System verlassen. Goloshir will Sahira betäuben, doch das Mädchen kann den Spieß umdrehen und den Ara mit ihren Parakräften überwältigen. Sie nimmt Kurs auf das Arkon-System.

 

Rezension:

Mit der Miniserie Arkon wird alle zwei Wochen eine wohltuende Abwechslung zu den Geschehnissen der Erstauflage angeboten. Während in der Hauptserie der kosmische Überbau stark thematisiert wird, kommt die Arkon-Serie deutlich bodenständiger daher. In einem Element unterscheiden sie sich jedoch nicht. Der Held Perry Rhodan tut sich momentan in beiden Serien schwer. In der Haupt-Serie liegt er auf Eis als Gefangener seines Schiffs und in Arkon ergeht es ihm an Bord der ATLANTIS ähnlich.

Mit Band 7 liefert Björn Berenz seinen ersten Beitrag zum Perryversum. Der ehemalige Multimedia-Redakteur und frühere Mitarbeiter der Perry Rhodan-Redaktion eröffnet die zweite Halbzeit der Arkon-Serie. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschehnisse im Wartok-System wechselt der Autor schnell den Schauplatz und führt seine Hauptfigur Goloshir ein. Der Ara ist mit allerlei Problemen behaftet und durchlebt unter Björn Berenz ein Wechselbad an Gefühlen.

Zunächst sind durchaus ernsthafte Ansätze des Autors erkennbar, mit Goloshir eine Figur zu beschreiben, der unter seinen Artgenossen einen schlechten Ruf hat, von ihnen gemobbt wird und sich dafür rächen will. In der Folge entwickelt sich um die Figur Goloshir ein Geschehen, das nicht nur ihm, sondern auch dem Autor entgleitet. Zeitweise schien der Autor mit sich zu ringen, ob er die Handlung ernsthaft oder humorig vorantreiben soll. Insbesondere beim Versuch Goloshirs, seine widerwilligen Testpersonen in Mutanten zu verwandeln, zeigen die Figuren vor und unmittelbar nach dem Test absurde Reaktionen. Manche Handlung gerät einfach nur lächerlich.

Die Mediker von Aralon mögen spezielle Typen zu sein, Exzentriker gar, aber wären die alle so, wie sie vom Autor geschildert werden, hätten sie nie eine hochstehende Medizin entwickelt. Die Gemütsbewegungen und Gebärden der Versuchskaninchen werden jedoch von einer Figur getoppt. An Goloshir tobt Björn Berenz alle, ich betone alle, Emotionen aus, zu der eine Romanfigur fähig ist. Dazu taumelt die Figur von einem glücklichen Zufall in den nächsten.

Alles beginnt, als Goloshir das Labor verlässt, seine Kollegen darin einschließt und das Experiment startet. Während sich die Aras gegenseitig zerfleischen, wertet Goloshir noch die Testergebnisse aus. Und dann geht’s los. Beim Anblick der kämpfenden Aras ist er hilflos, er kann es sich nicht erklären, will aber nicht helfen. Die Messergebnisse sind ihm wichtiger. Plötzlich kann er dem Treiben nicht mehr länger tatenlos zusehen. Er muss etwas unternehmen. Schlagartig zeigt sich die Figur entschlossen und unbeirrt. Kaum ist er im Labor tritt schlagartig Unbeholfenheit und Hilflosigkeit ein. Schließlich verliert er vollends die Kontrolle über sich. Nach einem Kapitelsprung erwägt er Fluchtgedanken. Während er zittrig Vorbereitungen trifft ist er so abgebrüht, dass er plötzlich die Testergebnisse nochmals untersucht, ob doch brauchbare Ergebnisse erzielt wurden.

Die Achterbahnfahrt an Gefühlen geht weiter, als er mit einer hübschen Ara spricht, die ihre sexuellen Neigungen offen zur Schau trägt. Goloshir durchlebt Angst, Ärger, Komik, Ironie, Mitleid, Eifersucht, Furcht, Freude, Liebe und tausend andere Gemütsbewegungen. Zugleich beginnt für die Figur die Serie der Zufälle. Obwohl er gerade sechs Aras getötet hat, werden alle seine Aktivitäten durch andere Vorkommnisse gedeckt und seine eigenen Handlungen unterstützt. Um ein Forschungsschiff zu bekommen, muss er lügen. Seine Lügen fallen nicht auf, weil im Kontrollzentrum wegen eines verschwundenen Ratsmitglieds Chaos herrscht. Dann meldet sich genau zum richtigen Zeitpunkt Aspartamin. Als der Mantar-Heiler eintrifft, hat Goloshir die Leichen beseitigt. Generös schickt Aspartamin Goloshirs Team in den wohlverdienten Urlaub. So fällt nicht auf, dass sie tot sind.

Und so geht der Roman in einer Tour weiter. Neben den Zufällen durchlebt die Hauptfigur eine Achterbahnfahrt an Emotionen, die für 2852 Perry Rhodan-Hefte gereicht hätte. Stellenweise mutete die Geschichte wie ein Bühnenstück an, in der die Schauspieler mit übertriebener Theatralik, mit viel Schminke im Gesicht und lautstarken Stimmen agieren.

Fazit: Die Geschichte ist übertrieben und mit Zufällen gespickt. In zwei Wochen geht es hoffentlich realistischer weiter.