Articles by Uwe Bätz

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3074

Der imaginäre Imperator – von Uwe Anton
Nachdem Atlan die TARTS verlassen hatte, um seiner Enkelin zu helfen, führt Markul agh Fermi das Kommando über die arkonidische Flotte an der Bleisphäre. Seinen Schiffen stehen immer mehr Einheiten der Naats und der Ladhonen gegenüber. Auf die Unterstützung des Ewigen Imperiums muss agh Fermi verzichten. Die EPPRIK-Raumer haben sich zurückgezogen. Welche Pläne Tormanac da Hozarius verfolgt, bleibt unklar.
Ein kürzlich eingetroffenes Schiff der Naats, die BAILNOOD, erregt die Aufmerksamkeit der Arkoniden. An Bord sollen sich auch Báalols aufhalten. Die beiden Agenten Dancer und Schlafner bekommen zusammen mit dem TARA-Psi den Auftrag, hinter die Aktivitäten der Naats und Ladhonen zu kommen. Ein Ablenkungsmanöver wird gestartet und das Einsatzteam gelangt unbemerkt an Bord der BAILNOOD. Dort treffen sie auf den Naat Gozom Phibro. Der Spion soll sie mit Informationen versorgen. Die BAILNOOD wurde mit einem neuartigen Antrieb ausgestattet und einer neuen Positronik.
Die kommenden Ereignisse überraschen Dancer und Schlafner. Das Schiff dringt in die Bleisphäre ein. Das Einsatzteam gerät in eine unwirkliche Welt und trifft dort auf eine Interpretation des Imperators der Messingwelt. Die Agenten erfahren, dass sie gar nicht in der Bleisphäre gelandet sind, sondern in einer holografischen Raum-Zeit-Interpretation der Messingwelt. Die BAILNOOD streift nur die Bleisphäre und wenn sie in den Normalraum zurückkehrt, wird sie vernichtet. Für die Bewohner der Messingwelt sind die letzten 500 Jahre wie 5000 Jahre gewesen. Dadurch haben sie erstaunliche Fortschritte in der Informationstechnologie gewonnen und sind zudem auf ein Spiegeluniversum gestoßen. Nun bereiten sie sich auf einen Transfer vor. Für das Gefährt, eine Messingkapsel, benötigen sie Geleitschutz.
Auf Dancer und Schlafner warten große Aufgaben. Doch zunächst müssen sie dem unwirklichen Ort entkommen und anschließend der Vernichtung der BAILNOOD entgehen.
 
Die Bleisphäre spielte bereits in Heft 3029 eine Rolle, der ebenfalls von Uwe Anton geschrieben wurde. Nun schickt sich der Autor an, ein wenig den Grauschleier um das ehemalige Arkonsystem zu lüften. Mit von der Partie ist wieder einmal der TARA-Psi, dessen Geheimnis seinerzeit im Folgeband 3030 gelüftet wurde. Dancer und Schlafner sind die Hauptfiguren in Uwe Antons Roman, wobei Dancer aufgrund der Perspektive in den Vordergrund gerückt wird. Die Figurendarstellung bringt zu den beiden ehemaligen Kopfgeldjägern nichts Neues. Beide bleiben blass. 3029 war Atlan die Hauptfigur und über den Part als Nebenfiguren werden die beiden Agenten trotz ihrer Para-Fähigkeiten nicht hinauskommen.
Es dauerte eine Weile, bis die Geschichte Fahrt aufnahm. Interessant wurde es erst, als die beiden Agenten von Tormanac-1331 aufgeklärt wurden. Diese Szenen brachten etwas Licht in die Messingwelt. Zudem werden erkennbar Fäden von Handlungen um die Cairaner und die Arkoniden zusammengeführt. An anderen Stellen war der Roman stellenweise sperrig geschrieben. Die eh nicht herausfordernde Handlung wurde von zu vielen und zu langatmigen Erläuterungen unterbrochen. Insgesamt sollte man den Lesern auch mal was zutrauen und einfach ein paar Aussagen stehen lassen, als ständig sogar das Verständliche noch mal durchzukauen. Als Leser will ich in die Geschichte eintauchen, sie erleben, sie zu meiner Geschichte machen. Das gelingt nur, wenn ich mir auch eigene Gedanken zur Story und den Abläufen machen kann. Ich will mir auch einen Teil der Story erarbeiten. Dieser Roman beschert mir das Gegenteil davon.
Die permanenten Erklärungen unterbrachen nicht nur die Handlung. Auch die Dialoge und die Überlegungen der Figuren litten darunter. Besser wäre es gewesen, den Raum anders zu nutzen und den Figuren etwas mehr Profil zu geben. Dazwischen platzierte der Autor die für seinen Stil typischen Wiederholungen. Diese dienen dazu, den Leser auf den Stand der Dinge zu bringen. Liegen die Ereignisse um die Bleisphäre doch 10 Monate zurück. Doch die Rückblicke sind mir ebenfalls zu weitschweifig geraten. Ausgerechnet ein neues Element in der Story bringt den Autor in Nöten. Hier wäre eine zwischenzeitliche Wiederholung angebracht gewesen, um das Handlungselement nicht aus den Augen zu verlieren. Um was geht es? Dancer und Schlafner gehen an Bord der BAILNOOD. Dort treffen sie auf den Naat Gozom Phibro. Die erste Information, die ihnen der Verbündete gibt, ist die, dass an Bord über einen neuen Antrieb und eine neue Positronik gemunkelt wird. Die Agenten versuchen an den neuen Antrieb zu gelangen. Das schaffen sie zwar nicht, erfahren aber zumindest ein paar technische Details. Dann fällt dem TARA-Psi auf, dass die BAILNOOD mit einer neuen Positronik ausgerüstet wurde. Jetzt wird es richtig crazy. Der Naat stellt Nachforschungen an und kommt zum Ergebnis, dass die BAILNOOD eine neue Positronik hat. Und danach fällt ihm ein, dass er ja daran in seiner Eigenschaft als Logistiker sogar beteiligt war. Hier hat der Autor komplett die Übersicht verloren. Lieber hier eine Wiederholung einbauen als anderswo!
Für die Fortsetzung in Heft 3075 muss der Autor eine ordentliche Schippe drauflegen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3073

Auf der grünen Welt – von Michael Marcus Thurner
Der Hyperphysiker Lionel Obioma war am Einsatz auf der Ausweglosen Straße beteiligt und hat den Tod Guckys hautnah miterlebt. Seitdem hat Obioma das Vordringen des Einsatzteams, die Begegnung mit den Tomopaten, die Kämpfe und die Auswirkungen des Paraschocks mehr als einmal analysiert. Ohne Ergebnis. Die Daten beweisen nur, dass alles so ablief, wie er es beobachtet hatte. Und doch sagt ihm ein Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Der Verband mit den drei Schiffen der MEDUSA-Klasse begleitet die beschädigte THORA zur fliegenden Werft OMAR HAWK. Der Flottentender der ANDROMEDA-Klasse fliegt dem Verband entgegen. Zur HAWK gehört auch das Bergungsschiff PAIH TERZYU. Während des Fluges empfängt der Flottentender einen Notruf. Ein Konvoi barnitischer und terranischer Schiffe meldet den Überfall durch Ladhonen. Der Flottentender eilt zur Hilfe. Eines der Barniter-Schiffe, die MAXIMIERUNG ist auf dem Planeten Iphane abgestürzt. Der gesperrte Planet umkreist eine veränderliche Sonne namens Leylolers Stern und ist dadurch einem permanenten Strahlenbombardement ausgesetzt. Schnelle Hilfe ist erforderlich, denn ohne Schutz kann niemand auf Iphane überleben.
Einsatzleiterin Birge Schik von der PAIH TERZYU landet mit mehreren Teams auf Iphane. Einem verrückten Planeten, auf dem Flora und Fauna einen unentwegten Kampf ausfechten. Auf der Suche nach Überlebenden des Barniterschiffes stößt die Einsatzleiterin jedoch auf Leben, das sie so nicht erwartet hat. Und auf einem Wächter, der seit Jahrtausenden seiner Aufgabe nachgeht. Und auch das Zentralgestirn des Systems verbirgt ein ungewöhnliches Schiff. Und da ist noch Atlan, der einem alten Freund das Letzte Geleit gibt.
 
Autor Michael Marcus Thurner findet einige berührende Worte, wenn er auf den Tod der Kultfigur Gucky eingeht. Meine Selbstsicherheit von vergangener Woche, als ich im Brustton der Überzeugung behauptete, der Ilt sei gar nicht tot, wurde durch diesen Roman noch gestärkt. Dazu waren die emotionalen Momente in diesem Roman zu kurz geraten und weder Atlan und schon gar nicht Bully werden der Situation angemessen ins Spiel gebracht.
Dass sich Redaktion und Autoren, resp. Wim Vandemaan, aufgrund der unerwartet (?) heftigen Reaktionen der Leserschaft in diversen sozialen Medien und im Forum genötigt sahen, ein paar klärende Worte bezgl. Guckys vermeintlichen Ableben zu veröffentlichen, wäre nicht notwendig gewesen. Die wenigen Worte, die Michael Marcus Thurner in dieser Geschichte verliert, entfachen auch ohne diese Statements nicht die gewünschte Wirkung. Wobei unklar bleibt, welche Wirkung der Autor, bzw. die Exposé-Schreiber mit dieser Geschichte überhaupt erzielen wollen.
Ich bin gespannt, wie der Chefredakteur in einigen Jahren, wenn er auf diese zwei Romane und diese zwei Wochen zurückblickt, die Angelegenheit bewertet. Was wollten die Rhodan-Macher erreichen? Eine Hauptfigur auf ziemlich dilettantische Weise rausschreiben? Oder war der Dilettantismus Bestandteil des Plans, den Tod Guckys so darzustellen, dass man gar nicht anders konnte, als es für Unglaubhaft zu halten?
Abgesehen davon behandelt die Geschichte, die der österreichische Autor erzählt, in der Hauptsache ein ganz anderes Thema. Der Einsatz um Birge Schik von der PAIH TERZYU war so gut geschrieben, dass das Gucky-Thema in den Hintergrund gedrängt wurde. Trotz der Kapitel, in dem Lionel Obioma versucht, das Haar in der Suppe zu finden. Am Ende ist unklar, ob der Hyperphysiker was gefunden hat oder nur Gespenster sieht, als er Atlan und Bendisson heimlich beobachtet.
Auch die Ereignisse auf Iphane und das Gefecht mit dem Schiff aus Leylolers Stern fügt sich nicht in irgendein Bild ein, das ich von diesem Zyklus habe. Die Geschichte war unterhaltsam. Die Rätsel werden nicht weniger.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 09

Qumishas Sehnsucht – von Bernd Perplies
Im Einstern-Universum haben die Solaner der CALAMAR dem designierten neuen Chaopressor TRAITORS unwissentlich den Weg bereitet. TRAZUL breitet sich aus und muss irgendwie gestoppt werden. Einen Ansatzpunkt bietet TRAZULS Dorn. Um was es sich dabei handelt ist unklar. Momentan fliehen alle Intelligenzwesen. Auch die Solaner, die einen Traitank kapern konnten. Neben den Besatzungsmitgliedern sind auch einige tausend gefangene Kreaturen mit auf den Traitank gekommen. Als Roi Danton aus der Kyroeinheit befreit wird, in der er von TRAITOR-Soldaten gesteckt wurde, will der Unsterbliche sofort zu TRAZULS Dorn aufbrechen. Mahlia Meyun kann Rhodans Sohn davon überzeugen, zunächst die SOL anzufliegen.
Dort ist inzwischen eine Botschaft von A-Kuatond eingetroffen. Die Ritterin BARILS hat erschreckende Erkenntnisse gewonnen und fordert Perry Rhodan und die SOL auf, sich mit ihr zu treffen. Zwischen der Kommandantin Qumisha, dem Expeditionsleiter Roi Danton und Perry Rhodan entsteht Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. Qumisha sieht sich dem Schiff und seiner Besatzung verpflichtet. Und sie bezweifelt, dass die SOL gegen TRAITOR etwas ausrichten kann. Sie will zunächst klären, welches Handeln sich die Solaner überhaupt leisten können. Roi Danton möchte schnellstens mit der SOL ins Sphärenlabyrinth zurückkehren. Er kann sich durchsetzen. Während Perry Rhodan mit dem Leichten Kreuzer INKADYE aufbricht, um sich mit A-Kuatond zu treffen, fliegt die SOL zurück ins Sphärenlabyrinth und nähert sich TRAZULS Dorn. Roi Danton hat noch Blitzers Plan in der Hinterhand, der das Sphärenlabyrinth zerstören wollte. Doch zunächst empfängt man eine Botschaft, die besagt, dass TRAZUL in den nächsten Tagen TRAZULS Dorn erreichen wird, um seine Heimstatt zu beziehen. Eile ist also geboten.
Doch in der Nähe von TRAZULS Dorn wird die SOL von einem kompletten Chaosgeschwader Traitanks abgefangen und muss fliehen. Die Kompantin Kalfa öffnet einen Übergang ins Normaluniversum. Acht Traitanks können der SOL folgen, werden aber abgeschossen. Die Verwunderung an Bord des Generationenschiffes ist groß. Die Flucht hat das Schiff in die Nähe der Heimat geführt. Nur wenige hunderttausend Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Ein Zufall? An Bord werden Sabotageakte verübt und Roi Danton versucht den merkwürdigen Geschehnissen auf den Grund zu gehen, während Qumisha ihre Chance sieht, die SOL in Sicherheit zu bringen. Doch was wird dann mit Perry Rhodan? Und wer steht auf Seite der Kommandantin? Kann Roi Danton sich durchsetzen und ins Sphärenlabyrinth zurückkehren, um es zu vernichten?
 
Der neunte Roman der 2. Miniserie um die SOL bringt handlungs- und stilmäßig nichts Neues. Die Geschichte bringt die bekannten Zutaten, die typisch für die Miniserie sind, zusammen. Danton gegen TRAITOR, Expeditionsleiter gegen Kommandantin, Sabotageakte an Bord, Detektivtätigkeit und Unklarheit darüber, wer auf welcher Seite steht. Man kann auch sagen, der Roman verharrt in Routine. Es werden die bekannten Muster abgespult. Nur wenige Einsprengsel lockern die allzu bekannte Story auf. Und auch diese Elemente sind eine Spur zu nett geraten und driften gerade so an der Grenze zur Belanglosigkeit entlang. Das Aufgreifen der Sphärenlabyrinth-Intelligenz, die schon ein wenig in Vergessenheit geraten ist, kann hervorgehoben werden. Das Konstrukt des Konflikts hingegen – Billiarden gegen Billionen – ist beinahe schon grotesk, angesichts der Dimensionen.
Ich warte auf das Finale. Der Chaopressor muss gestürzt werden und BARILS Ritter und die zugehörige SI rehabilitiert, bestraft oder auf den Pfad der Tugend (Ordnung) gebracht werden. Und danach bitte keine dritte Miniserie zum Thema SOL. Die Mischung von drittklassigen Besatzungsmitgliedern im Kampf gegen die Hohen Mächte bedarf keiner Fortsetzung.
Der violette Tod (Band 5) vom gleichen Autor hatte mich überzeugt. In diesem Roman mischt Bernd Perplies lediglich die bekannten Muster, ohne etwas Neues daraus entstehen zu lassen. Und zu häufig stehen sich die gleichen Figuren, bzw. die gleichen Figurenkonstellationen mit geballten Fäusten gegenüber. Das sprach mich nicht an.