Articles by Uwe Bätz

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 7

Eine kosmische Bestimmung – von Marc A. Herren
Auf Evolux hat der Sequenz-Rat Colwin Heltamar es geschafft, Perry Rhodan, Mahlia Meyun und Pravo Ylapp zu internieren. Hilfe kommt von unerwarteter Seite. Alaska Saedelaere verhilft dem Trio zur Flucht. Der Maskenträger ist der Statthalter der Kosmokraten auf Evolux. Seine LEUCHTKRAFT, mit der er die vergangenen Jahrzehnte phantastische Orte bereist hatte, musste dringend überholt werden. Seit die kobaltblaue Walze repariert wird, nimmt Saedelaere im Auftrag eines Boten der Kosmokraten die Aufgaben eines Statthalters wahr. Diese Position erfordert auch einen Spagat für den Maskenträger. Er will Perry Rhodan helfen, darf sich jedoch nicht zu stark einmischen.
Die vier geraten allerdings schnell in eine Situation, die Saedelaere umdenken lässt. Während der Maskenträger zusammen mit der Heilerin zum Orakel geht, um dort Informationen zur Proto-Chaotischen Zelle zu bekommen, will sich Perry Rhodan zusammen mit Pravo Ylapp um Verbündete gegen Colwin Heltamar bemühen. Die beiden Gruppen haben unterschiedlichen Erfolg. Saedelaere und Meyun erfahren den tatsächlichen Standort der Proto-Chaotischen Zelle und Rhodan und Ylapp müssen erkennen, dass Heltamar ein Gegner ist der nicht so leicht besiegt werden kann.
 
Der ehemalige Team-Autor Marc A. Herren kehrt mit einem Gastbeitrag zur Miniserie Mission SOL zurück. Der Autor hat vor drei Jahren selbst noch die Exposés zur Mini-Serie Arkon verfasst. Noch etwas länger zurück, nämlich vier Jahre, liegen seine letzten Romane zur Hauptserie. Und darin ging es um das neue Kosmologiemodell der Serie, bzw. um eine andere Interpretation des kosmischen Überbaus des Perryversums.
Insofern passt es ganz gut, dass Marc A. Herren mit einem kosmischen Menschen in den Rhodan-Kosmos zurückkehrt. Oder vielmehr mit einer kosmischen Bestimmung. Oder vielleicht einfach nur einer Bestimmung. Aber ich greife vor. Denn zunächst fühlte sich der Roman nicht anders als seine Vorgänger an. Ich muss gestehen, dass ich während der Lektüre, vor allem in der ersten Hälfte, alle möglichen Höhen und Tiefen durchlaufen habe. Mal gefiel mir der Roman, mal wollte ich ihn in die Ecke schmeißen. Dann wieder folgten Passagen, die manche Ereignisse in ein anderes Licht rückten, gefolgt von Handlungen, die diese Ereignisse wieder auf den Kopf zu stellen schienen.
Mahlia Meyun mimte die Figur, die mir zuletzt ziemlich auf die Nerven ging. Nicht aufgrund ihrer inneren Zerrissenheit oder ihren Schuldzuweisungen Rhodan gegenüber. Nein, sie ging mir auf die Nerven, weil ihren Emotionen durch die Bank ein zu breiter Raum eingeräumt wurde. Ich will SF lesen. Und ich will etwas zum legendären Fernraumschiff SOL der Menschheit lesen. Letzteres spielte bislang kaum eine Rolle. Und schon gar keine, in der die SOL mit einem neuen, interessanten, spektakulären Kapitel in der unglaublich reichhaltigen Historie versehen wurde. Klar, es ist erst Halbzeit und es kann immer noch was kommen. Aber mal ehrlich, sechs Romane mit einem kurzen Rückblick auf die SOL beim Flug nach Tare-Scharm ist schon ein wenig dürftig.
Zurück zur Heilerin. Ja, sie ging mir auch im Roman von Marc Herren zunächst auf die Nerven. Und wieder waren es nachvollziehbare und gut geschilderte Emotionen mit der der Autor seine Protagonistin agieren ließ. Nur wollte ich einfach mal aus diesem seit zwei, drei Romanen andauernden Kreislauf ausbrechen. Glücklicherweise blieb ich bei der Lektüre und konnte erleben, dass der Autor mir diesen Gefallen tat. Denn er schafft es, diese Figur, oder vielmehr ihre Emotionen wieder einzufangen, sie zu kanalisieren und sie wieder auf ein Ziel zu fokussieren. Herren schafft das, weil er den kosmischen Menschen Saedelaere als Blitzableiter einsetzt. Meyun kann sich an dem Maskenträger reiben, den sie anfangs auf die gleiche unmenschliche Stufe wie Rhodan stellt. Später ist ihr der Maskenträger sogar noch widerwärtiger. Aber schließlich ist es erst diese „abgehobene“ kosmische Bestimmung, die ihr bewusst werden lässt, dass auch sie eine Bestimmung hat und sie nicht unbedeutender ist, als die Unsterblichen. Diese Darstellung hat mir gefallen.
Und auch der Figur des Pravo Ylapp konnte Marc Herren ein Image verpassen, das diese Figur einfach besser aussehen lässt, als in den letzten Romanen. Dort war Ylapp ein Außenseiter. Aber kein liebenswerter, sondern einer, der versuchte an Dingen teilzunehmen, die eine Spur zu groß für ihn waren. Und dabei einen unpassenden Eifer an den Tag legte. Marc Herren verpasst der Figur mehr Sympathie. Seine Entwicklung in diesem Roman und nicht zuletzt der Trick mit dem Armband macht ihn liebenswerter.
Auch der Handlungsort Evolux ist nicht mehr so unterrepräsentiert wie in den Romanen zuvor. Auch das wertet die Geschichte auf. Und Evolux wird wohl weiter von Bedeutung sein, wenn es stimmt, was Saedelaere und Meyun herausgefunden haben. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Es hat etwas gedauert, bis der Autor mit ein paar Wendungen und ansprechenden Dialogen einen Kurs einschlug, der mich überzeugt hat.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3028

Die Kristallgetreuen – von Uwe Anton
Der verletzte Thantur-Baron Larsav da Ariga wird an Bord der CAI CHEUNG versorgt. Atlan konnte den Regierungschef der Vereinigten Sternenbaronien Thantur vor den Ladhonen retten. Die Aktion des Unsterblichen verschafft ihm den Zugang nach M13. Das LFG-Schiff erreicht Zalit im Vogasystem, nur 3,14 Lichtjahre von Arkon entfernt. Die TREU & GLAUBEN ist ebenfalls vor Ort. Da Ariga fasst Vertrauen zu Atlan. Der Thantur-Baron befürchtet Schwierigkeiten. Er hat kein Vertrauen zu seinem Stellvertreter, den Ex-Mascant Jarak da Nardonn, denn der unterhält gute Beziehungen zur Flotte und da Ariga befürchtet einen Militärputsch. Es gibt nur wenige Personen, denen der Thantur-Baron vertraut. Sein Bauchaufschneider Kerlin Bakk und sein Lebensgefährte Zaro da Gnotor gehören dazu und dürfen an Bord des Schiffes.
Atlan soll für Larsav da Ariga die Lage auf Zalit sondieren. Insbesondere die Klinik, in die der Thantur-Baron verlegt werden soll. Der Unsterbliche schickt Schlafner und Dancer in den Einsatz. Und auch der TARA-Psi bekommt Aufgaben. Atlan und seine Begleiter werden von Larsav da Ariga auch vor den Kristallgetreuen gewarnt. Die Mitglieder der Gos’Pothora rekrutieren sich aus Militärs und Kralasenen und halten das System der Sternenbaronien für Verrat am Kristallimperium.
Atlan muss sich mit ihnen auseinandersetzen und dabei will der Arkonide doch weiter zum Arkonsystem, das nach wie vor unzugänglich ist und als Bleisphäre bezeichnet wird.
 
Fans der arkonidischen Kultur kommen mit dem Roman von Autor Uwe Anton voll auf ihre Kosten. Die Geschichte folgt einem langsamen Aufbau und hält keine sensationellen Enthüllungen bereit. Aber da ich längere Zeit nichts von den Arkoniden gelesen hatte, hat es mir doch Vergnügen bereitet, wieder mal in die intrigen-geschwängerte-Weißhaar-Welt eintauchen zu können. Das arkonidische Vokabular hat Uwe Anton in einer lesefreundlichen Variante eingesetzt, soll heißen, dass Zeitangaben und Würdeträgernamen nicht überstrapaziert werden. Die Anton-typischen Wiederholungen finden diesmal ihren Einzug in Form von Dossiers des Geheimdienstes der Liga. Und natürlich spendierte der Autor seinem Protagonisten Atlan die eine oder andere historische Erinnerung, die diesmal angenehmerweise nicht den kompletten Serienhintergrund ausschöpft, sondern sich auf Arkon konzentriert.
Alles im allen ein unterhaltsamer Roman, der einige der zuletzt zu beobachtenden Eigenheiten weiter fortführt und neue hinzufügt. Der TARA-Psi wahrt nach wie vor seine Geheimnisse und für Schlafner fügt der Autor neue hinzu. Die Unsicherheiten dieser Figur im Antigravlift werden vom Autor mindestens 3 Mal betont. Das reicht, um auf der Liste der größten Zyklusgeheimnisse zu landen.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3027

Zurück nach Arkon – von Hubert Haensel
Auf Trandafir im Holuvasystem ist ein Raumschiff der Ladhonen abgestürzt. Atlan macht sich mit seinem Team zur Absturzstelle auf. Bislang ist es noch keinem Galaktiker gelungen, ein Schiff der Piraten in die Hände zu bekommen. Entweder fliehen sie oder zerstören ihr Schiff, wenn sie Gefahr laufen, es an den Feind zu verlieren. An der Absturzstelle sind Arkoniden eifrig dabei, einen Weg ins Innere des Wracks zu finden. Doch der Schiffskörper wird von einem Schutzschirm geschützt. Atlan kommen Details des Absturzes merkwürdig vor. Es könnte eine Falle für Thantur-Baron Larsav da Ariga sein.
Der Baron selbst ist auch vor Ort. Und die Situation spitzt sich zu. Eine Flotte von Doppelkeilschiffen der Ladhonen erscheint im System. An Bord des arkonidischen Flaggschiffs ARAZUN wird die Lage analysiert. Noch nie ist eine solche Konzentration von Piratenschiffen in Erscheinung getreten. Doch den 62 Schiffen der Piraten stehen fast 200 arkonidische Einheiten gegenüber. Zunächst scheinen die Arkoniden nicht ernsthaft bedroht zu sein. Die Lage eskaliert, als ein von den Ladhonen gekaperter Handelsraumer der Arkoniden die ARAZUN um Hilfe bittet und gleichzeitig hunderte von Doppelkeilschiffen um den Planeten materialisieren. Eine Schlacht entbrennt und Atlan gerät mit seinem Team zwischen die Fronten. Das Ziel der Ladhonen scheint Thantur-Baron Larsav da Ariga zu sein.
 
Für Team-Autor Hubert Haensel ist es der erste Beitrag zum laufenden Zyklus. Fehlt nur noch Kai Hirdt, der momentan durch die Mini-Serie Mission SOL voll in Beschlag genommen wird.
Die Geschehnisse, die Hubert Haensel in seinem Roman ausbreitet, werden von der Raumschlacht beherrscht. An irgendeiner Stelle des Romans geht der Autor auf frühere Seeschlachten ein. Das war keineswegs nur ein Vergleich, den er da anstellt. Hubert Haensel schildert seine Schlacht im All und die Manöver der beteiligten Kräfte so, wie sie auf See ablaufen würden. Der Autor, obwohl mit dem Genre SF sehr vertraut, ignoriert dabei hauptsächlich zwei Elemente beinahe konsequent: Entfernungen und Geschwindigkeiten. Die Schilderungen der Aktionen geraten dadurch zwar anschaulich aber eben auch irgendwie verkehrt. Dass die Aktionen im All den üblichen Schemata teilweise zuwiderlaufen störte mich anfänglich allerdings nur wenig. Erst über die Distanz des ganzen Romans summierten sich dann die Ungereimtheiten und beeinflussten ein wenig das Lesevergnügen.
Atlan und seine Begleiter sind in diesem Roman leider nur Beobachter. Aktive Handlungen gehen vom Arkoniden nicht aus. Erst ganz zum Ende hin greift der Unsterbliche ins Geschehen ein und beeinflusst den Fortgang der Geschichte maßgeblich.
Der Roman war, vielleicht oder gerade wegen der besonderen Art in der Schilderung der Raumkämpfe, recht unterhaltend.