Articles by Uwe Bätz

Nachlese zu den 3. Perry Rhodan-Tagen in Osnabrück

Das Conbuch zu den 3. Perry Rhodan-Tagen in Osnabrück
Der Con ist nun 10 Tage her und ich will noch etwas über das Con-Buch schreiben, das jeder Besucher beim Eintritt erhielt. Die 63 Seiten des DIN-A5 großen Buches sind mit einem guten Dutzend Artikeln und Stories gefüllt. Los geht es gleich mit einer Geschichte von Norbert Fiks, der auf die zweite bekannte Eigenschaft von Perry Rhodan abzielt. Der Sofortumschalter ist nämlich auch noch verdammt hilfsbereit. Und es ist gerade diese Eigenschaft, die dem Unternehmen Stardust einen anderen Verlauf gibt. Statt zu einem Rendezvous mit Thora kommt es zu einem Rendezvous mit der Mondgöttin. Die dreitausend folgenden Geschichten müssen daher entfallen.
Christina Hacker ist gleich mit zwei Stories vertreten. Einer Atlan- und einer Stellaries-Kurzgeschichte. Die Autorin wandelt auf den Spuren von Hans Kneifel, wenn sie aus der Legende von Arraúl ein Atlan-Zeitabenteuer macht. Das ist eine kleine, aber fein geratene Story. In der Stellaris-Kurzgeschichte „Notfallprozeduren“ muss die zweite Kommandantin der STELLLARIS Ellendea Glaud gegen einen bürokratischen Kleinwüchsigen in einer Holosimulation antreten. Die Zukunft des Schiffes steht auf dem Spiel. Am Ende kann Ellendea Holodeck und Realität nicht mehr unterscheiden. Star Trek-Fan Christina Hacker schafft sich ihre eigene Story vom Schiff in der Flasche.
„Da haben wir den Salat“ steuert Alexandra Trinley bei. Alleinerziehender Vater mit vorlautem Gör züchtet übergroße Tausendfüßler als Anmache für die Frau seiner Träume. Nett, aber irgendwie verrückt. Vom Verhältnis eines Mannes zu Frauen handelt auch Angelika Rützels Beitrag zum Con-Buch. Sie nimmt sich Perry Rhodan vor. Der Held ist fünfmal verheiratet und hat sieben Nachkommen. Das macht alle 528 Jahre ein Kind. Die Autorin schildert es ein bisschen anders und warum Perry in Sachen Frauen dem Atlan immer ein Stück voraus ist.
Es gibt noch weitere Artikel, die ich aber nicht alle besprechen will. Empfehlenswert ist das Buch allemal. Auch, weil ein großer Block die Ehrengäste des Cons, sowohl Profis als auch Fan-Aktive in Wort und Bild vorstellt.

Ansichten zur Fan Edition 21 Sternen-Gambit

Sternen-Gambit – von Michael Mühlehner
Die Geschichte ist in den Dunklen Jahrhunderten angesiedelt, als die Milchstraße durch Wälle abgeschottet ist und sich alle Intelligenzwesen im Griff der Monos-Diktatur und der Cantaro befinden. Auf der Randwelt Pitcairn lebt Finn mit seinem Onkel Barsmann Calm abseits von Tara, der einzigen Stadt auf dem Planeten. Pitcairn ist isoliert. Der Stützpunkt der Hanse ist seit langem aufgegeben. Noch nicht mal ein Hyperfunksender existiert. Die Bewohner sind auf Nachrichten angewiesen, die von den wenigen Raumschiffen, die hier Halt machen, mitgebracht werden. Als nach sieben Jahren mit dem Raumschiff GAMASCH endlich wieder ein Schiff auf Pitcairn landet, werden Ereignisse angestoßen, die das Leben von Finn vollständig verändern. Dem Schiff entsteigt ein Cyborg, der ein Interesse an Finn zu haben scheint. Der junge Mann muss mit seiner Freundin Emer fliehen. Sein sehnlichster Wunsch, die Galaxis kennenzulernen und andere Welten zu besuchen, wird plötzlich Realität. Aber er muss dafür Opfer bringen. Auf seiner Flucht trifft er einen geheimnisvollen Springer-Patriarch und muss sich seiner Vergangenheit stellen.
Sternen-Gambit ist inzwischen die 21. Ausgabe der Fan Edition der Perry Rhodan-Fanzentrale. Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von der Perry Rhodan-Redaktion. Junge Talente der Science Fiction-Szene sollen damit gefördert werden. Es dient als Plattform für Autoren und Zeichner gleichermaßen. Das Titelbild des Heftes stammt von Andreas Schwietzke und zeigt eine Szene aus dem Roman. Im Wilden Wald muss Finn seine Verfolger abschütteln und sich gegen die bestialischen Kreaturen wehren, die darin hausen.
Michael Mühlehners Fan-Fiction führt den Leser zurück in eine grausame Zeit. Zwischen Heft 1399 und 1400 gibt es einen Zeitsprung von fast 700 Jahren. Der verstrichene Zeitraum wird als die Dunklen Jahrhunderte bezeichnet. Monos und die Cantaro beherrschten die Milchstraße. Vor diesem Hintergrund schildert der Autor Ereignisse, die das Leben eines jungen Mannes gründlich durcheinanderwirbeln. Michael Mühlehners Roman ist von Anfang an schnörkellos erzählt. Der Autor wirft seine Leser mitten ins Geschehen und verzichtet auf langatmige Erläuterungen. Die braucht man auch nicht. Das Geschehen ist flott geschrieben und auch für Leser ohne den Background des Cantaro-Zyklus leicht zu verstehen. Für den Rhodan-Kenner der Materie wartet die Geschichte mit bekannten Namen und Figuren auf. Galbraith Deighton spielt eine Rolle und man wird mit Namen wie Mossek angefüttert.
Wie erwähnt verzichtet der Autor auf historische Abrisse. Die Handlung ist so erzählt, dass mir als Leser genügend Raum blieb, das nicht Erzählte zu deuten und die Geschichte zu füllen. Etwas blass blieb manche Nebenfigur. Emer, die Freundin des Protagonisten, die sich ihm notgedrungen anschließen muss, wird leider gar nicht charakterisiert. Wir erfahren nichts über sie. Das Fehlen ihrer Wesenszüge ist insbesondere in den Szenen auffällig, in denen Finn sich auf einer anderen Welt den Lebensunterhalt durch Kämpfe verdienen muss. Hier wäre ein Konflikt zwischen Emer und Finn geeignet gewesen, die Freundin zu positionieren.
Im Laufe der Story erfährt Finn etwas über sich und seine Herkunft. Dies dient dann dazu, dass Finn mit seiner Vergangenheit gewissermaßen aufräumt. Der rote Faden ist also gegeben, wobei das Herausstellen der Motive für Finns letztendliches Handeln noch ein bisschen intensiver hätte ausfallen können. Gut gefallen haben mir die Actionsequenzen. Sie sind gut durchdacht und haben einen spannenden Aufbau. Beim Kampf gegen den Hauptgegner erfährt der Held Hilfe. Das ist zwar realistisch, aber ein wenig mehr Heldentum an der Stelle wäre nach meinem Geschmack gewesen.
Insgesamt eine tolle Fan-Fiction, die ich empfehlen kann.

Ansichten zum Magazin SOL 94

Die aktuelle Ausgabe 94 des Magazins der Perry Rhodan-Fanzentrale ist bunt geraten. Damit meine ich nicht nur die wie immer beeindruckende bunte Mischung an Inhalten. Ab Nummer 94 ist die SOL komplett vierfarbig gedruckt. Am letzten Wochenende berichtete Christina Hacker während des Cons in Osnabrück über diese Änderung. Es musste eine neue Druckerei gefunden werden. Und da entschied man sich dann auch gleich dafür, die SOL nun auch im Innenteil farbig drucken zu lassen. Das Heft wirkt dadurch noch wertiger. Die Titelillustration stammt von Stefan Böttcher und ziert übrigens auch das Con-Buch der 3. Perry Rhodan-Tage.
Der Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf der Berichterstattung des Perry Rhodan-Jubiläums zum Band 3000. So gibt es gleich sechs, teils mehrseitige Berichte über und rund um die Veranstaltung in München, die ich selbst auch besucht hatte. In der Betrachtung und in der Bewertung des Events sind sich die Reportagen recht ähnlich. Nur der Beitrag von Rudi Fries fällt aus der Reihe. Nicht unangenehm im Übrigen. Denn er erzählt ein bisschen was über seine Begegnung mit japanischen Fans und den Kommunikationsschwierigkeiten mit ihnen beim am Vorabend stattfindenden Perry Rhodan-Stammtisch in München.
Matthias Hettler wirft einen Blick auf die Romane 2990 bis 2999. Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie andere die Romane empfinden, was sie gut oder schlecht sahen und welche Elemente sie beeindruckten oder ratlos ließen. Ich finde in den Rezensionen aber auch übereinstimmende Punkte zu meinen eigenen Ansichten der Romane. Die beiden großen Interviews waren sehr informativ. Von Andreas Eschbach habe ich schon viele Stellungnahmen gelesen. Insbesondere in letzter Zeit, aufgrund der Veröffentlichung seines Perry Rhodan-Buches, waren doch viele Befragungen des Bestseller-Autors in der Presse zu lesen. Wie oberflächlich und allgemein die Fragen der meisten Fragesteller sind, merke ich jetzt, als ich die Fragen von Alexandra Trinley las, mit der sie Andreas Eschbach jede Menge Details entlockte. Im zweiten großen Interview fühlt Christina Hacker dem NEO-Exposé-Autor Rainer Schorm auf den Zahn. Und hier war vieles neu für mich, da ich den Autor bisher kaum kannte.
In der Kurzgeschichte „Der Nachruf“ von Ralph Keim wird Reginald Bull, ausgerechnet Reginald Bull, aufgefordert, einen Nachruf auf Gaumarol da Bostich zu verfassen. Der Geschichte, die 1577 NGZ angesiedelt ist, liegt eine gute Idee zugrunde. Denn die beiden Unsterblichen hatten eine wahrlich ungewöhnliche Beziehung. Die Geschichte wirkte auf mich allerdings etwas zu steril, da sie eher eine Chronologie ist. Ein paar mehr Emotionen hätten der Story gut getan. Mit Emotionen kann auch die Kurzgeschichte von Dieter Bohn nicht punkten. Dafür mit Witz und einer guten Idee. Der Autor schließt gekonnt eine Lücke zwischen dem 36. Jahrhundert und den Abenteuern der KRUSENSTERN in der jüngeren Seriengeschichte. Und ein spezieller (Freund der) Posbi hat hier seinen Auftritt.
Die Beiträge von Dr. Robert Hector lese ich auch gerne. Seine Zyklusrückbetrachtung zum Genesis-Zyklus ist diesmal im Kritikteil jedoch auffällig eindimensional formuliert worden. Hector kommt zum Schluss, dass die Serie in Teilbereichen des letzten Zyklus reinste Fantasy sei. Ein Vorwurf, den er leider nicht begründet. Die Begrifflichkeit des Geschichtengeschwurbel, die er verwendet, ist ebenfalls merkwürdig, zumal er auch hier keine Erläuterungen liefert. Und schließlich scheint der Autor die Manipulationen, bzw. die Versuche einer Manipulation der Thoogondu gegenüber ES überlesen zu haben. Denn der Autor fragt sich, was denn das Verbrechen der Thoogondu gewesen sei?
Neben den von mir hier erwähnten Inhalten gibt’s noch ein paar Artikel mehr zu entdecken. Insgesamt wieder eine gelungene Mischung interessanter Beiträge.