Articles by Uwe Bätz

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3017

Terra Incognita – von Susan Schwartz
Die politischen Institutionen der LFG haben Perry Rhodan die Zustimmung gegeben, nach dem Verbleib Terras zu forschen. Reginald Bull bricht mit der THORA und Perry Rhodan an Bord zum Solsystem auf. Der von den Cairanern abgeriegelte Raumsektor durchmisst 17 Lichtjahre. Mindestens 5000 Augenschiffe patrouillieren in dem Gebiet. Perry Rhodan hat seinen Vitalimpuls-Tarner aktiviert. Der Resident seinen nicht. Die Cairaner wissen nicht um diese Technologie. Reginald Bull fordert für sich und sein Schiff Einflug ins Solsystem. Er verhandelt mit Qad Boukkanatal und bindet dem cairanischen Subkonsul eine Lügengeschichte auf. Als Resident der Liga will er den brüchigen Frieden wahren und vor dem zurückgekehrten Rhodan ins Solsystem fliegen und Untersuchungen anstellen. Das würde seine Position, die des Residenten, stärken. Und die Cairaner lassen sich darauf ein. Mit einer Eskorte geht es zu einer Strukturschleuse im Clausum. Ein fremdes Objekt, von Bull als Raumfahrzeug der Zain-Konstrukte identifiziert, sorgt für überraschende Ablenkung. Die THORA passiert den Schutz um das Solsystem. Die TERRANOVA-Technik wird von den Cairanern weiter genutzt und einige LORETTA-Tender sind mit cairanischer Technik ergänzt. Die Außenposten bei Jupiter zeigen kein Leben. Die cairanischen Schiffe im System ignorieren die THORA. Der Anflug auf den dritten Planeten Iya mit seinem Trabanten Vira ruft insbesondere bei den beiden Unsterblichen Erstaunen hervor. Iya, rund 600 Kilometer kleiner als Terra, wirkt wie eine Sicherheitskopie der Erde. Die Kontinente sehen bekannt aus, doch sehr verschoben. Der cairanische Raumhafen liegt an der Nordwestküste Shushuuris. In der Neuzeit wäre dies die Sahara gewesen. Die THORA darf dort landen. Auf dem Planeten leben die Ayees, die einen primitiven Stand der Technik erreicht haben. Es gibt Luftschiffe und einfache Energieemissionen.
Perry Rhodan begibt sich mit Hilfe eines beim Anflug heimlich abgesetzten Transmitters auf die Oberfläche. Er wird von einem Einsatzteam begleitet, dem u.a. Zemina Paath, der Siganese Tenga, die Oxtornerin Siad Tan mit ihrem Okrill Phylax und der Geologe Rubart Tersteegen angehören. Der Unsterbliche und seine Begleiter erkunden unbemerkt von den Cairanern die fremde und doch irgendwie vertraut wirkende Welt mit ihrer sehr merkwürdigen Flora und Fauna. Insbesondere Tersteegens Forschungen und sein Abgleich mit den Daten, die ihm von der RAS TSACHUBAI zur Verfügung stehen, bringen Erstaunliches zu Tage. Und dann treffen Rhodan und sein Team auf die ersten Ayees. Und auch diese Begegnung hält für den Unsterblichen und seine Begleiter Überraschungen bereit.
 
Der Roman von Susan Schwartz ist der erste Teil eines Doppelbandes der Autorin. Die Geschichte selbst besteht auch aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es darum, einen Weg ins Solsystem zu finden. Im zweiten geht es um die Erforschung von Iya. Wäre ich Perry Rhodan gewesen, dann hätte mich im ersten Teil eine Frage gequält. Die Frage nämlich, warum Reginald Bull diesen Flug nicht schon vor langer Zeit durchgeführt hat?
Natürlich ist die Situation durch den zurückgekehrten Perry Rhodan eine andere geworden. Tatsächlich findet Susan Schwartz für die Überzeugungsarbeit ihres Protagonisten Bull, das Solsystem gerade „jetzt“ zu bereisen, plausible Argumente. Und sie vergisst hier auch nicht, ihre zweite Hauptfigur danach fragen zu lassen, wie ernst die Geschichte von Bull gemeint war, die der Resident den Cairanern auftischt. Allerdings tut die Autorin dies mit einem trockenen humorigen Dialog, der ein Nachbohren der Figur Rhodan verhindert. Als Leser kann ich das jedoch tun und frage mich, wie ehrlich es Reginald Bull tatsächlich meinte, als er gegenüber den Cairanern davon sprach, dass Rhodan das fragile Gebilde des Friedens in der Galaxis destabilisieren und alles schlimmer machen könnte?
Meine Frage nach der Ernsthaftigkeit von Bulls Äußerungen gegenüber den Cairanern und Rhodans nicht gestellte Frage, warum dieser Flug nicht schon früher angetreten wurde, liefert eine eindeutige Antwort. Bull hat sich verändert. Nicht soweit, dass er dem Freund die Unterstützung versagen würde. Aber noch ist Perry Rhodan auch nicht in der Lage, Terra zurückzuholen oder die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Wir werden sehen, wie weit Bulls Unterstützung gehen wird.
Ich war bislang von dem Misstrauen, das Rhodan bei verschiedenen, meist unpassenden Gelegenheiten gegenüber Bull äußerte, nicht so überzeugt. Meist fehlte es den Dialogen oder Ereignissen an Substanz. Susan Schwartz liefert hier eine bessere Geschichte zu dem Thema. Dazu passt auch, dass Bull bei der Begegnung mit den Cairanern eine interessante Frage stellt. Er fragt nämlich, warum sich die Cairaner für den Frieden in der Milchstraße interessieren, aus der sie gar nicht stammen. Im folgenden Dialog werden Aussagen gemacht, die nicht nur Perry Rhodan neu sind. Auch Bull kennt sie nicht. Und auch hier hätte sich Rhodan die Frage stellen müssen, warum der alte Freund noch nicht mal das in den vergangenen Jahrhunderten in Erfahrung gebracht haben wollte. Mit dem Weltenbrand und seinen Nachwirkungen lässt sich vieles erklären, warum Bull auf bestimmte Themen ausweicht oder Fragen dazu nur unbestimmt beantwortet. Aber die Cairaner kamen viel später.
Die Situation ist für Perry Rhodan nicht unähnlich zu früheren Okkupationen der Milchstraße. Ob nun die Invasoren aus eigenem Antrieb handeln oder gesteuert sind, spielt keine Rolle. Neu ist für Rhodan, dass er wahrscheinlich nicht auf die breite Unterstützung zählen darf. Weder in der Bevölkerung, die Terra sowieso für einen Mythos hält, noch im engsten Freundeskreis der Aktivatorträger. Ich bin gespannt darauf, wie der Held reagieren wird. Er dürfte ähnlich hin- und hergerissen sein, wie es die Autorin im ersten Abschnitt ihres Romans eingefangen hat.
Die Geschichte geht aber noch weiter. Denn Rhodan gelangt ins Solsystem und auf eine kuriose Welt. Die Spannung beziehen die Handlungen auf Iya aus einer merkwürdigen Mischung aus Fakten, nicht Erzähltem und den Spekulationen der Figuren. Das nicht Erzählte hat mich anfangs geärgert. Die THORA ist das beste Raumschiff, das man sich unter diesen Umständen vorstellen kann. Und doch werden die Möglichkeiten des Schiffes zum sondieren des Planeten so gut wie gar nicht genutzt. Das berühmte Einsatzkommando muss die Informationen beschaffen. Klar, wegen der Dramaturgie und dem Show, don’t tell-Ansatz ist das auch nicht verkehrt. Aber eine gesundere Mischung wäre schön gewesen. Besser gefielen mir dann die Erkenntnisse des Wissenschaftlers. Der Geologe Rubart Tersteegen darf Fakten beisteuern. Endlich mal wieder ein Wissenschaftler, der sammelt, misst, untersucht und analysiert. Der kausale Zusammenhänge aufzeigt und auf die Gesetzmäßigkeiten in der Natur eingeht. Und der Theorien und Hypothesen aufstellt. Dieser Part der Geschichte ist der Autorin gut gelungen. Das hat Spaß gemacht.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 1

Das Raumschiffgrab – von Kai Hirdt
Im Tal der Gestrandeten reichen die Aufzeichnungen mehr als 150 Jahre in die Vergangenheit. Mahlia Meyun, die Heilerin, kann sich nicht entsinnen, dass jemals ein Fremder an diesen Ort gelangt ist. Umso überraschter ist sie, als in ihrem Kräutergarten ein bewusstloser Mensch liegt. Sie bringt den Fremden zu sich nach Hause. Gegen den Widerstand ihres Mannes, der sich um ihr Wohlergehen und dass der gemeinsamen Kinder sorgt. Perry Rhodan ist durch den Shod-Spiegel getreten. Als er die Augen wieder öffnet, befindet er sich im Haus der Heilerin. Die Erinnerungen an den Weltenbrand und die Pläne, die Katastrophe zu bekämpfen, verblassen bei Rhodan. Im Hier und Jetzt wird er mit Menschen konfrontiert, die in einem tiefen und langem Tal leben, das von zwei riesigen halbkugelförmigen Bergen begrenzt wird. Dem Tempel der Bescheidenen Diener Senns auf der einen Seite und auf der anderen Seite dem verbotenen Tempel. Die Gemeinschaft lebt auf niedrigem Niveau. Die Bewohner schürfen Erz, das von den Mönchen im Tempel der Bescheidenen Diener zur Energieversorgung verwendet wird. Damit werden Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände erzeugt, die wiederum den Bewohnern des Tals zur Verfügung gestellt werden. Aber die Solidargemeinschaft hat Schattenseiten. Die Mönche teilen ihr überlegenes Wissen nicht mit den anderen und die Strafen bei Nichterfüllung des Tributs sind drakonisch.
Perry Rhodan erkennt aus den Beschreibungen von Mahlia Meyun schnell, das er es hier mit Gestrandeten eines terranischen Raumschiffs zu tun haben muss. Er will sein Wissen nutzen, um den Menschen im Tal zu helfen. Bei den Mönchen stößt der Unsterbliche auf Widerstand. Doch der Terraner ist hochmotiviert, die Menschen im Tal zu befreien. Denn Rhodan hat beim Vorstoß in den Sternentempel der Diener etwas Unglaubliches entdeckt. Unter der Kuppel des halbkugelförmigen Berges verbirgt sich kein geringeres Schiff als die SOL-Zelle 1 des legendären Fernraumschiffs der Menschheit!
 
Mehr will ich an der Stelle nicht verraten. Der Auftaktband zur neuen 12-bändigen Miniserie Mission SOL geht in der Handlung noch ein erhebliches Stück weiter. Konzipiert wurde die Serie von Kai Hirdt. Der Perry Rhodan-Autor schreibt nicht nur die Exposés, er steuert auch gleich den ersten Band bei. Ich kann mir vorstellen, dass Kai Hirdt viel Zeit darauf verwendet hat, wo und wann er seine Hauptfigur auf die SOL stoßen lässt. Man hätte sicherlich mit der Heilerin und ihrer Arbeit beginnen können. Und erst später die Begegnung mit Rhodan und seiner Entdeckung. Kai Hirdt hat sich entschieden, den Roman nicht streng chronologisch fortlaufend aufzubauen. Insbesondere der Prolog, der späteren Ereignissen vorgreift, enthält bereits eine Schlüsselszene. Eine gute Entscheidung, wie ich finde. Und sie schmälert keineswegs Rhodans eigene Entdeckung. Denn der Autor schafft es, dieses Ereignis, das auch seine Hauptfigur emotional berührt, mit den passenden Worten einzufangen.
Als Leser bekomme ich also schnell einige Fakten geliefert. Das hat mir gut gefallen, da sich dieser Roman dadurch auch etwas von der Hauptserie abhebt. Andere Elemente erscheinen zunächst bekannt und nicht unbedingt neu. Wer gedanklich angesichts des kurzen Handlungsabrisses Vergleiche zu den Betschiden zieht, muss, so mein Empfinden, nichts befürchten. Das Format der Miniserie und die bereits in Band 1 beschriebenen Handlungen zeigen ganz sicherlich einen anderen Weg.
Die Figuren, neben dem Protagonisten Perry Rhodan, sind von Kai Hirdt allesamt sehr agil und einsatzfreudig angelegt worden. Die Handlung ist flott. Sie ist nicht unbedingt herausfordernd oder anspruchsvoll, zeigt aber ein, zwei Wendungen und viele Fortschritte. Zumindest in diesem Band haben wir es mit umgekehrter Science Fiction zu tun, wenn es das überhaupt gibt. Aber SF greift in der Regel heutige Ereignisse oder Technologien auf und beschreibt, wie sich das zukünftig ändern wird. Kai Hirdt wirft in seinem Roman einen Blick zurück. . Was passiert, wenn Menschen ihr Erbe vergessen und mit der Technik nichts mehr anfangen können. Und dieses Szenario hat er spannend eingefangen. Natürlich wird der Blick ganz schnell wieder in die Zukunft gerichtet. Und Perry Rhodans Aktionen zeigen dies auch.
Mir hat der Auftakt gut gefallen.
 
Für Abonnenten lag dem ersten Heft auch eine 14-seitige Broschüre bei. Unterlegt mit farbigen Illustrationen kann man als Leser die wichtigsten Stationen in der Historie der SOL Revue passieren lassen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3016

In den Augen des Riesen – von Michael Marcus Thurner
Perry Rhodan genießt den Aufenthalt auf Rudyn. Er ist in der Solaren Residenz untergebracht und mit Olio wurde ihm ein persönlicher Roboter zur Seite gestellt. Wichtige Entscheidungen stehen an. Die politischen Gremien der LFG wollen sich ein Bild des Unsterblichen machen. Reginald Bull stellt den zurückgekehrten Freund zunächst im kleinen Kreis den Ministern vor. Obwohl Stillschweigen vereinbart wurde, dauert es nicht lange, bis die Nachricht von der Rückkehr einer Legende die Runde macht. Hatte Rhodan schon vor den Ministern betont, dass er alles tun würde, um die Erde zu finden, ist es umso wichtiger, die Parlamentarier auf seine Seite zu ziehen. Perry Rhodan und Reginald Bull gelingt das. Er bekommt das Mandat nach Terra zu forschen. Dazu werden ihm die RAS TSCHUBAI und die THORA und weitere Mittel zur Verfügung gestellt. Nun hat Perry Rhodan Zeit, um sich auch mit Icho Tolot zu treffen.
Derweil hat Thosen Musay in Neu-Terrania auf Rudyn einen neuen Auftrag. Er ist Informationsmediator und liefert seinen Kunden Wissen. Vor allem beschafft er Informationen, die nicht allgemein zugänglich sind. Seine Auftraggeber, die pilzähnlichen Alborganer, sollen für die mächtige Familie Dawanger eine verlorene alte terranische Ahnenhaube finden. Und Thosen Musay soll das bewerkstelligen. Der Informationsmediator leidet an Psychosen und hat mitunter Wahnvorstellungen. Eine immer wieder auftauchende Phantasiegestalt ist Saessbekker, eine knallrote dämonartige Gestalt. Trotz seines Handicaps macht sich Musay an die Arbeit. Seine Recherchen erfordern es, dass er sich in die Festung Icho Tolots begeben muss. Er beschafft sich eine Tarnidentität. In den Augen des Riesen ist auch Perry Rhodan angekommen und trifft sich dort mit Icho Tolot. Die Wege Thosen Musays und Perry Rhodans kreuzen sich.
Es dauert ein bisschen, bis sich die Geschehnisse in die Augen des Riesen verlagern. Etwas mehr als die Hälfte des Romans lässt mich Michael Marcus Thurners zappeln, bis sich schließlich einer der Protagonisten, nämlich Perry Rhodan, aufmacht, seinen alten Freund Tolotos zu begrüßen. Die erste Hälfte widmet der Autor dem politischen Entscheidungsprozess. Dem Helden wird die Legitimation zur Suche nach der Erde erteilt. Das freut mich und ich habe ein wenig nach vorne geblickt. Bereits im nächsten Roman wird von Rhodans Reise in ein verändertes Solsystem gesprochen. Über die Erteilung für Rhodans Auftrag lohnt es sich, ein wenig nachzudenken. Aus dem letzten Roman wissen wir, dass Terra und Luna am 5. Januar 1614 verschwunden sind. Und natürlich haben Bull und die Terraner alles getan, um diesen Vorgang zu untersuchen. Und der letzte Roman brachte endlich auch Aufschluss darüber, wie es zur Legendenbildung kam. Zwei Jahre nach dem Verschwinden kam es zur psychoplastischen Deformation, die dazu führte, dass eine Erinnerung sich fremd anfühlt, dass sie falsch wahrgenommen wird, eher als Erzählung oder als ein Gerücht. Selbst Bull, mentalstabilisiert, berichtete, dass er nicht frei von den Erinnerungsfälschungen sei. Terra, Rhodan und anderes geriet zur Legende, zum Mythos. Und nun, im Jahre 2045 und somit über 400 Jahre nach dem Raub, erhält die Legende Rhodan die Absolution. Innerhalb weniger Stunden werden ihm Ressourcen zur Verfügung gestellt, um nach der Erde zu suchen. Nein, nicht von Bull. Sondern von Terranern, von Politikern, die mehrere Generationen nach Erinnerungsfälschung und Posizid diese Entscheidung fällen. Das geriet mir wenig plausibel. Avancierten mir die ersten Romane im Zyklus zu langsam, wird hier nun der Turbo gezündet. Die Serie ist, was das betrifft, irgendwie momentan nicht im richtigen Takt.
Aber Thurners Roman wartet noch mit einer anderen Geschichte auf. Der Österreicher schildert mit Thosen Musay einen Hypochonder. Oder doch einen Geisteskranken? Am Anfang war nicht so recht klar, in welche Richtung es mit dieser Figur gehen würde. Aber der Autor schaffte eine reizvolle Handlung. Die Psychosen seines Protagonisten waren gut beschrieben, die Figur ging mir nicht auf die Nerven und ich war neugierig, wie sich das entwickeln würde. Noch bevor Musay seinen Ausflug in Tolots Festung antrat, mehrten sich die Zeichen, das ein Organoid im Spiel sein könnte. Musays Aktivitäten nutzte der Autor zudem, um Land und Leute der zivilen Gesellschaft Rudyns an die Leser zu bringen. Mit vielen netten Details. Die Alborganer, ihr bedrohliches Auftreten und natürlich die Informationsbeschaffung von Musay. Krikkit sagt: Das ist dem Autor gut gelungen.
Gerieten die „Wiedersehen“ zwischen alten Freunden zuletzt nicht so nach meinem Geschmack, zeigt Michael Marcus Thurner, wie man das richtig macht. Für die Begegnung zwischen Tolot und Rhodan hatte der Autor das richtige Händchen, fand die passenden Worte und schilderte nachvollziehbare Emotionen. Hier stimmte alles.
Nach dem Roman der Vorwoche wird wieder etwas auf die Bremse getreten. Das störte mich allerdings nicht. Der Vorteil dieses Romans ist eindeutig der oder die Handlungsorte. Es ist entscheidend, wo die Romane spielen. Aus der Nähe zum Zentrum der Macht und zu den Unsterblichen bezieht die Geschichte ihre Brisanz. Dies ist ein weiterer Punkt, warum mich die ersten Romane nicht so überzeugten. Ich fiebere eher mit, wie sich das Geschehen entwickelt, wenn Ereignisse sofort eine wie auch immer geartete Wirkung entfalten können. Und dies ist auf Rudyn explosiver, als wenn die Geschehnisse auf irgendeinen Hinterwäldlerplaneten passiert wären. Zum Zyklusbeginn wurde meiner Ansicht nach Potential verschenkt.
Die Geschichte mit dem Organoid in Perry Rhodans Schulter kann auch Michael Marcus Thurner nicht richtig aufklären. Hier liegt einiges im Argen. Immerhin ist er der erste Autor nach Band 3011, der erwähnt, dass Rhodan ein solches Gerät im Körper trägt, bzw. damit konfrontiert wurde. Bulls „Leibarzt“ hatte das Organoid entdeckt und als Rhodan im Habitat der Träume die Absicht äußerte, das Gerät, das seine Vitalwerte las und sendete, wieder loswerden zu wollen, bezeichnete Tuomistuin, Bulls Verbindungsmann auf Gongolis, dies als Plan B. Plan A war die THORA, auf die sich alle begeben wollten. Und seitdem wird das Organoid in Perry Rhodans Schulter ignoriert.
Insgesamt betrachtet ein unterhaltsamer Roman mit tollen Figuren.