Articles for this day of 14. Juni 2020

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3069

Prinzessin in Not – von Verena Themsen
Nach Saessbekkers Tod ist Monkey zur cairanischen Legatin Nevesai Aiaraldi zurückgekehrt und hat ihr die beiden Tomopaten Ly und Genner übergeben. Er verhandelt mit ihr über eine Ausweitung seiner Befugnisse. Die Legatin ist einverstanden. Der Lordadmiral soll jedoch einen weiteren Loyalitätsbeweis erbringen, um ihn als Partner der Cairaner zu bestätigen. Er soll ein Lockmittel in die Hände bekommen, um damit Atlan dazu zu bringen, M13 zu verlassen. Denn auf Atlan haben es die Cairaner abgesehen. Und dieses Lockmittel ist Jasmyne da Ariga. Die Tochter Atlans.
Monkey ist sich sicher, dass Jasmyne längst tot ist. Obwohl sie die Tochter eines Zellaktivatorträgers ist, sind inzwischen acht Jahrhunderte vergangen. Dennoch willigt er in die Bedingung Aiaraldis ein. Widerwillig muss er auch zulassen, dass sie ihm Ly und Genner an die Seite stellt. Der USO-Chef erfährt auch, dass andere Gruppierungen sich bereits auf die Suche nach der Kristallprinzessin gemacht haben. Unter anderem die Ladhonen suchen sie im Shehelesystem in der Nähe des galaktischen Zentrums.
Als die NIKE QUINTO sich dem Planeten Arkhamtar im Shehelesystem nähert, ist bereits eine Raumschlacht weitgehend beendet. Die Ladhonen haben mit der Abwehrflotte der Arkoniden kurzen Prozess gemacht. Die Piraten sind auf dem Planeten gelandet und suchen nach Jasmyne da Ariga. Diese ist Teil einer Doppelspitze der Regierung und hat flüchten können.
Monkey und Zemina Paath landen getarnt auf dem Planeten, um die Prinzessin vor ihren Verfolgern zu finden. Als sie die Kristallprinzessin aufspüren, erlebt Monkey eine Überraschung, als er die Identität der Arkonidin prüft. Der Oxtorner muss tief in die Trickkiste greifen, um mit Zemina und der Arkonidin den Planeten wieder verlassen zu können. Und auch die Tomopaten stellen ein unkalkulierbares Risiko dar.
 
Tomopaten traten erstmals im Hamamesch-Zyklus auf. Danach wurden sie erst 1000 Hefte später mal wieder erwähnt. Inzwischen sind sie aus der Handlung kaum mehr wegzudenken. 😉 Ich freue mich jetzt schon auf den Roman, in dem Monkey den beiden Killern mal richtig auf die Füße, äh Tentakel, tritt.
Der Roman von Verena Themsen fällt in die Kategorie der Arkoniden-Romane. Und die Autorin kennt sich darin bestens aus. Große Teile ihrer Geschichte sind aus der Sicht von Jasmyne da Ariga geschrieben. Das gibt der Autorin Gelegenheit, um auf Land und Leute einzugehen. Und diesen Freiraum nutzt sie aus. Die typischen Schilderungen einer arkonidischen Gesellschaft weichen allerdings schnell den Beschreibungen einer aggressiven Tierwelt des Planeten. Und dem einer Hetzjagd, an der sich unterschiedliche Gruppierungen beteiligen. Dazwischen bleibt noch Raum für die eine oder andere trockene Textstelle. In Erinnerung geblieben ist mir bspw. noch das Gespräch zwischen Monkey und Nevesai Aiaraldi. Darin kündigt der Oxtorner an, die Tomopaten bei unangemessenen Verhalten ohne Schutzanzug aus der Schleuse zu stoßen. Angemessen werden sich die Killer in diesem Zyklus wohl niemals benehmen. Und humorvoll ist auch die Reaktion der Cairanerin, die Monkey auferlegt, diesen Verstoß sorgfältig zu dokumentieren. Jedenfalls hat mich diese Textstelle zum Lachen gebracht.
Apropos Lachen. An anderer Stelle lässt Verena Themsen Monkey lachen. Dieses Verhalten Monkeys dürfte auch einmalig sein. Der Oxtorner spielt in dieser Szene einer Arkonidin etwas vor. Die Autorin kommentiert diese ungewohnte „Lautäußerung“, in dem sie nachschiebt, dass sich Monkeys Hals dabei rau anfühlte. Der Humor kam also nicht zu kurz. Gut getimte und interessante Beschreibungen von physikalischen und astronomischen Begebenheiten des Zentrumsgebiets der Milchstraße ergänzten die Story. Das Zusammenspiel zum Romanvorgänger von Uwe Anton ist perfekt. Verena Themsen vergisst auch nicht zu erwähnen, dass der „Ausschaltknopf“, der den Tomopaten operativ eingebaut worden war, wieder entfernt wurde. Einziger Wehrmutstropfen in der ansonsten sehr unterhaltenden Geschichte ist der geringe Fortschritt der Zyklusstory. Seit einigen Wochen geht es mir etwas zu langsam voran.
 
In eigener Sache:
Alle vier Wochen erscheint in den Romanen der EA eine Beilage zur Fanszene. Die Rubrik wird seit 1,5 Jahren von Christina Hacker betreut. Diesmal bespricht Christina u.a. mein Blog „Ansichten“ unter der Überschrift Internet-Szene. Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Vielen Dank dafür, Christina!
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 07

Drei hoch Psi – von Dietmar Schmidt
Die Ritterin BARILS verlässt die SOL, um eigene Nachforschungen anzustellen. Die in die SOL integrierten Teile ihres Ritterschiffs zieht sie ab. Perry Rhodan erhält noch eine Legitimation, die ihn als Orbiter im Dienste BARILS ausweisen soll. Nun ist der Weg frei für Eroin Blitzer. Der Zwergandroide besteht darauf, dass die SOL ihren Auftrag erfüllt und das Sphärenlabyrinth vernichtet. Rhodan will aber erfahren, wozu TRAITOR in Yahouna operiert. Er will Hintergründe erfahren. Dies könnte er nicht, wenn er Blitzers Ansinnen folgen würde.
Da kehrt Roi Danton mit der CALAMAR zurück. Er bringt Aroff und Zerbone an Bord, um sie von der Kralle des Laboranten befreien zu lassen. Eroin Blitzer kommt hinter diese Aktivitäten. Der Zwergandroide folgt nunmehr seinen eigenen Plänen. Er will Aroff und Zerbone töten und die SOL in seine Gewalt bringen. Als dies misslingt, setzt er sich mit der CALAMAR ab. Er sucht eine geheime Stützpunktwelt der Kosmokraten auf, in der Hoffnung, dort ein schlagkräftiges Raumschiff zu finden, mit dem er seine Pläne verfolgen kann.
Im Raxulsystem wird er fündig. Die Einheimischen des Systems, die sich Xilor nennen, sind Diener BARILS. Mit Tricks kann der Androide sie auf seine Seite ziehen. Er bereitet sich auf die Ankunft der SOL vor. Sicherlich wird Perry Rhodan einen Weg hierher finden. Blitzer erfährt auch von den Parafähigkeiten der Xilor, die sich in Dreierpotenzen steigern. Als Perry Rhodan eintrifft, erwächst eine unermessliche Gefahr für Yahouna.
 
Nach zwei Roi Danton-Romanen in Folge ist es Dietmar Schmidt, der wieder Perry Rhodan das Zepter schwingen lässt. Doch zunächst erfahren wir Blitzers Sicht der Dinge. Der Zwergandroide ist eine Figur, die in der Hauptserie bekannt wurde. Der Blitzer an Bord der SOL ist allerdings ein Duplikat des Geschöpfes von der LEUCHTKRAFT. Ob es Unterschiede gibt, haben die Autoren bislang nicht beantwortet. Der Autor lässt zwar Rhodan den einen oder anderen analytischen Gedanken zu Blitzers Auftreten zu, ohne ihn jedoch tiefergehende Überlegungen anstellen zu lassen.
Dadurch, dass die Autoren dem Zwergandroiden in dieser Miniserie auch keine  Vergangenheit geben und nur recht zurückhaltend auf Charaktereigenschaften eingehen, bleibt Blitzer unergründlich. Sein Handeln ist pragmatisch. Ob er echte Gefühle besitzt, bleibt unklar. Nur die Verfolgung des Auftrags zeigt, wenn man so will, einen Wesenszug Blitzers. Dadurch wirkt die Figur nicht so interessant wie der Original-Blitzer, den man als Leser an der Seite von Alaska Saedelaere kennenlernen durfte.
Wurden die ersten vier Romane vor allem durch simple Emotionen beherrscht, zeigten die Romane fünf und sechs zuletzt eine aufsteigende Kurve. D.h. die Figuren werden gefälliger und nachvollziehbarer charakterisiert. Dietmar Schmidts Roman schildert in der ersten Hälfte wieder etwas einfachere Empfindungen. Roi Danton empfand ich trotz intensiverer Darstellung zuletzt immer noch als eine sperrige, mitunter unbekannte Figur. Er wird von vielen Autoren häufig mit den „Problemen“ eingeführt, die er mit seinem Vater gehabt hatte. Irgendwann, vor tausenden von Jahren. Auch Dietmar Schmidt tut das zunächst. Und ich muss gestehen, ich verdrehte die Augen, als ich dieser wohlbekannten und mir inzwischen fast schon verhassten Textstelle gewahr wurde. Aber der Autor kann mich auch überraschen. Als es darum ging, die Geschehnisse nach Blitzers Aktion auf der Medo-Station aufzuarbeiten, wird ein Merkmal von Roi Danton beschrieben, das ich passend fand. Rhodans Sohn hat selten (nie?) eine ehrliche Entschuldigung für sein Verhalten oder seine Fehler. Seine Art, eine Entschuldigung humoristisch zu umkleiden ist eine typische Eigenart dieser Figur. Im Actionbetonten zweiten Teil läuft die Geschichte auf das Duell Rhodan gegen Blitzer hinaus und die Gemütsbewegungen der Figuren treten in den Hintergrund.
Grundsätzlich gefiel mir diese Story um die Xilor, die ihre Parafähigkeiten in Dreierpotenzen steigern konnten. Auch mit den geschilderten Gefahren, die von Parablöcken der achten und der neunten Ordnung ausging. Sollte die neunte Ordnung übersprungen werden, könnte selbst eine Kobaltblaue Walze nichts mehr ausrichten. Als diese Gefahr konkret wird, manövriert der Autor seinen Protagonisten Perry Rhodan in ein moralisches Dilemma. Er muss Xilor töten, damit sich der gefährliche Parablock nicht etablieren kann. Rhodan paralysiert die Xilor jedoch. Ein Paralysierter bleibt jedoch bei Bewusstsein. Nur seine Muskeln sind gelähmt. Er kann sich nicht bewegen. Damit wäre diese Methode nicht erfolgreich. Trotz kleinerer Schwächen hat mich die Geschichte gut unterhalten.
Im Ergebnis des Romans ist die SOL nun frei von der Beeinflussung oder der Überwachung anderer. A-Kuatond ist nicht mehr an Bord und Blitzer ausgeschaltet.