Articles for this day of 29. März 2020

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3058

Für Galaktiker verboten! – von Wim Vandemaan
Im Kugelsternhaufen M13 haben im Umkreis der Bleisphäre, die den Standort des Arkonsystems einnimmt, mehrere Parteien Stellung bezogen. Atlan ist mit der TARTS und etlichen Schiffen vor Ort. Unterstützt von weiteren Verbänden der Vereinigten Sternenbaronien. Verbände der Ladhonen und der Naats haben sich den Arkoniden gegenübergestellt. Die Ladhonen haben mehrere Etappenhöfe aus dem Transmitternetz der Akonen rund um die Bleisphäre in Position gebracht. Was sie damit bezwecken, bleibt unklar. Seit zwei Tagen belauern sich die diversen Gruppierungen. In diese Situation meldet sich die BOX 6161. Der Posbi Ganud und das Zain-Konstrukt Bonthem besuchen die TARTS. 1200 Schiffe der Posbis und 10 Schiffe der Zain-Konstrukte sind in Rufbereitschaft. Bonthems Motive bleiben unklar. Er scheint lediglich neugierig. Ganud nutzt seine Anwesenheit, um Atlan über jene Reise Vetris-Molauds zu unterrichten, die der Tamaron vor über 400 Jahren nach Andromeda unternommen hatte.
Zu jener Zeit waren die Auswirkungen des Weltenbrands noch nicht überall beseitigt. Die galaktischen Völker stellten jedoch einen Ausfall der Sonnentransmitter fest. Vetris-Molaud wollte Reginald Bull zu einem Besuch in Andromeda überreden. Der Terraner winkte ab. Die Milchstraße hatte andere Probleme. Der Tefroder hatte jedoch einen Doppelkugelraumer für eine solche Expedition bereitstellen lassen. Per Linearflug trat Vetris-Molaud die mehrmonatige Reise mit der SCIMOR an und Ganud begleitete ihn. Etwa 280.000 Lichtjahre vor dem Ziel wurde die SCIMOR durch einen unbekannten Einfluss aus dem Linearraum geworfen und strandete im Leerraum. Nur wenige Lichtjahre von einem gigantischen Weltraumbahnhof entfernt.
Der wird von Tefrodern bewohnt, die die Besucher zwar empfangen aber sich sehr distanziert verhalten. Vetris-Molaud und Ganud erfahren, dass die Milchstraße unter Quarantäne gestellt wurde. Von den Onryonen soll das Gerät entwickelt worden sein, mit dem man Raumschiffe aus dem überlichtschnellen Flug holen kann. Die beiden Besucher machen die Bekanntschaft des Eisläufers, eines überaus merkwürdigen und gefährlichen Wesens, das auf der Station gestrandet ist. Als eine Vertreterin der tefrodischen Regierung eintrifft, werden Vetris-Molaud und Ganud darüber informiert, dass etwas mit der Milchstraße nicht in Ordnung ist. Ein tefrodischer Wissenschaftler erläutert einige Messungen.
Die Besucher geraten in Gefahr und erhalten unerwartet Hilfe. Der Tamaron will wissen, an wen er sich später einmal wenden kann. Und erhält die Auskunft, nach Soynte Abil zu fragen.
 
Nach Zeno Kortin, dem ehemaligen Faktor IV der Meister der Insel rückt Wim Vandemaan nun ein weiteres Mitglied dieser Gruppierung ins Rampenlicht. Soynte Abil ist die ehemalige Faktor VII der MDI und gehörte wie Kortin den Verschwörern an, die von Mirona Thetin getötet wurden. Nun ja, Rampenlicht ist etwas zu hoch gegriffen von mir. Eigentlich lässt der Autor nur den Namen fallen. Dass Wim Vandemaan vom Zyklus der Meister der Insel sehr angetan ist, hat er immer wieder auf diversen Cons betont. Der Exposé-Autor hält die Geschichte der MDI noch nicht für auserzählt. Es könnte also durchaus sein, dass er hier einen erneuten Anlauf nimmt, zumindest einen kleineren Erzählstrang diesem Thema zukünftig zu widmen. Ich muss allerdings auch festhalten, dass die Geschichten um Zeno Kortin ebenfalls einen interessanten Anfang nahmen, bevor sie mehr schlecht als recht dahinplätscherten und schließlich ruhmlos endeten.
Doch zurück zum aktuellen Roman, der mir sehr viel Lesespaß brachte. Er schildert die Erlebnisse der Reise nach Andromeda aus Sicht eines Posbis. Da Posbis nicht die typischen kalten Roboter sind, fallen die Beschreibungen daher weder technisch oder nüchtern aus. Im Gegenteil. Es mischen sich humorige und ironische Elemente in die Berichterstattung Ganuds. Das Besondere an den Geschichten von Wim Vandemaan ist jedoch, dass er selbst dem Alltäglichen immer noch eine besondere Note verleihen kann. Manches Mal sind es nur kleine Änderungen, eine klein wenig verschobene Perspektive, ein etwas anderes Vokabular, das eine sattsam bekannte Szene anders erscheinen lässt. Nur Nuancen, damit bekannte Szenerien eben nicht banal, sondern interessant und aufregend erscheinen.
Abgesehen davon kann der Autor mit seinen Darstellungen auch sehr gut Emotionen wecken. Die Beschreibungen des Eisläufers, der auf der Unterseite der Station seine Pirouetten dreht, waren eindringlich und geheimnisvoll. Ein schöner Roman, der Lust auf mehr macht.