Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 01

Ritter des Chaos – von Kai Hirdt
Die SOL ist wieder vereint und die Besatzung will so schnell wie möglich in die heimatliche Milchstraße aufbrechen. Doch Eroin Blitzer hat andere Pläne mit dem Schiff. Er will, dass sich die SOL mit Perry Rhodan auf eine Mission begibt, die sie noch weiter weg von der Heimat bringen wird. Der Android hat auch die Mittel, um Rhodan zu zwingen. Er lässt den Unsterblichen eine Vision von der Vernichtung der SOL erleben. Sollte sich der Terraner weigern, könnte diese Vision Wirklichkeit werden.
Die Reise geht nach Yahouna. Die Galaxis gehört zur Mächtigkeitsballung der Superintelligenz BARIL und ist 58 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Dort hat die eigentlich positive SI einen Ritterorden gegründet. Diese Ritter sind mit erheblichen Machtmitteln ausgestattet worden. Seit 200 Jahren sind die Handlungen dieser Ritter im Dienste BARILS jedoch befremdlich. Es gibt verschiedene Erklärungen aber keine Gewissheit für dieses Verhalten. Die SOL soll die Absichten des Ordens aufdecken. Mit einem dimensional übergeordneten Transportmittel tritt das Hantelschiff schließlich seine Reise nach Yahouna an. Bereits der Flug bringt die SOL in Gefahr.
Am Zielort ist derweil die Ritterin A-Kuatond mit ihrem Orbiter Udimor im Kampf gegen das Volk der Truvaud. Die haben andere Zivilisationen überfallen und A-Kuatond soll die Truvaud bestrafen. In diese Situation erscheint die SOL und Rhodan ergreift Partei.
 
Die SOL fliegt wieder. Nur nicht nach Hause. Sondern auf eine neue Mission. Exposé-Autor Kai Hirdt hat sich eine neue Geschichte für das legendäre Schiff ausgedacht und schreibt zusammen mit anderen Autoren erneut 12 Romane in dieser Miniserie. Den Auftakt macht Kai Hirdt selbst. Ritter des Chaos heißt der Roman und in diesem Titel schwingt bereits Perry Rhodans Missionsziel mit. Haben die Ritter die Seiten gewechselt? Welche Ziele verfolgt der Orden?
Der Roman beginnt ungewöhnlich. Ungewöhnlich zumindest zum Start eines neuen Handlungsbogens. Perry Rhodan erfährt nämlich nicht nur seinen Auftrag, sondern gleich auch noch Hintergrundinformationen. Das ist zwar nicht neu, wird aber eher selten so praktiziert. Meist wird der Held mit einem unbekannten und bedrohlichen Geschehen konfrontiert und muss die Hinweise erst suchen, um sie dann wie Teile eines Puzzles zusammenzusetzen. Ich denke allerdings, Kai Hirdt wird es den Lesern nicht so einfach machen. Er wird seiner Geschichte sicherlich die eine oder andere Wendung geben. Die dargebotenen Einblicke in den Auftrag können sich schnell als falsch oder als Täuschung herausstellen.
Doch zunächst muss Perry Rhodan, und notgedrungen mit ihm die Besatzung der SOL, den Angaben des kleinen Androiden vertrauen. Allerdings wird schon bei der Reise das Vertrauen in das Kunstgeschöpf arg strapaziert. Eroin Blitzer hat einen Doppelgänger von sich auf die SOL losgelassen. Und das Transportmittel, dem sich die SOL auf Blitzers Anordnung hin anvertrauen muss, bringt das Schiff in Gefahr. Mit der Darstellung Eroin Blitzers hatte ich ein wenig Probleme. In Heft 2671 „Das Weltenschiff“, schildert Christian Montillon einen ganz anderen Androiden. Einen, der Einblicke in seine Psyche gewährte. Nun hat Kai Hirdt vielleicht gar nicht die Absicht, Eroin Blitzer etwas differenzierter darzustellen. Und selbst wenn es so wäre, der Kniff mit dem Doppelgänger lässt dem Autor viel Spielraum, sich nicht unbedingt an die Vorlage aus der EA zu halten. Dort ist der Android eigentlich ganz umgänglich und ein interessanter und treuer Begleiter seines Kommandanten.
Zum Ende des Romans hin unterstellt Rhodan dem Androiden, sie genau dorthin gebracht zu haben, wo er (Blitzer) sie haben wollte. Rhodans Auslegung von Blitzers Verhalten geht sogar noch weiter. Er wirft (in Gedanken) dem Androiden vor, dass dieser Rhodans Verhalten vorausgedacht hat, Blitzer also wusste, wie Rhodan agieren würde. Und dies für seine Zwecke ausnutzte. Ein seltsamer Gedanke, den der Autor dem Unsterblichen da in den Kopf legt. Denn Rhodan, zumindest der aus der EA, würde sein eigenes Verhalten stärker reflektieren und zu solch dummen Anwandlungen erst gar nicht kommen. Der Held wirft einem anderen vor, sein (Perrys) Verhalten ausgenutzt zu haben? Mal lieber an die eigene Nase fassen, Herr Unsterblicher!
Was lässt sich sonst noch zu diesem Roman sagen? Der Autor macht da weiter, wo Band 12 der ersten Serie endete. 5D und 6D wechseln sich munter ab und der Aufmarsch diverser Kosmokraten- und Chaostechnik, einschließlich unerwünschter Nebenwirkungen, setzt sich fort. Der erste Band hatte m.E. etwas archaisches, aber auch etwas Animalisches an sich. Alt deshalb, weil es ein wenig an Geschichten erinnerte, als die Hefte in der Serie noch dreistellige Nummern trugen. Und Animalisch, weil die Darstellungen der beiden Konfliktparteien förmlich dazu einluden, etwas Tierisches, Instinktbehaftetes darin zu sehen.
Auch die Figuren an Bord der SOL agieren und reagieren nicht immer planvoll. Da werden viele Entscheidungen emotionsgeladen getroffen und umgesetzt. Bis hin zu Rhodans Vorschlag eines neuen Kommandanten. Keine Panik. Es ist nicht Mahlia Meyun! Auch Rhodans Handlungen unterscheiden sich nicht von den ersten 12 Bänden, soweit sich das nach der Lektüre eines Romans überhaupt feststellen lässt. Seine Problemlösungsstrategie Nr. 1 scheint immer noch die Gewalt zu sein und weniger die Verhandlung. Dabei hatte er durchaus die Mittel, um Druck auf potentielle Verhandlungspartner auszuüben. Mal sehen, wie sich das fortsetzt.
 
Ein paar metallisch glänzende Lesezeichen lagen dem ersten Band bei:

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