Articles for the Month of März 2020

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3058

Für Galaktiker verboten! – von Wim Vandemaan
Im Kugelsternhaufen M13 haben im Umkreis der Bleisphäre, die den Standort des Arkonsystems einnimmt, mehrere Parteien Stellung bezogen. Atlan ist mit der TARTS und etlichen Schiffen vor Ort. Unterstützt von weiteren Verbänden der Vereinigten Sternenbaronien. Verbände der Ladhonen und der Naats haben sich den Arkoniden gegenübergestellt. Die Ladhonen haben mehrere Etappenhöfe aus dem Transmitternetz der Akonen rund um die Bleisphäre in Position gebracht. Was sie damit bezwecken, bleibt unklar. Seit zwei Tagen belauern sich die diversen Gruppierungen. In diese Situation meldet sich die BOX 6161. Der Posbi Ganud und das Zain-Konstrukt Bonthem besuchen die TARTS. 1200 Schiffe der Posbis und 10 Schiffe der Zain-Konstrukte sind in Rufbereitschaft. Bonthems Motive bleiben unklar. Er scheint lediglich neugierig. Ganud nutzt seine Anwesenheit, um Atlan über jene Reise Vetris-Molauds zu unterrichten, die der Tamaron vor über 400 Jahren nach Andromeda unternommen hatte.
Zu jener Zeit waren die Auswirkungen des Weltenbrands noch nicht überall beseitigt. Die galaktischen Völker stellten jedoch einen Ausfall der Sonnentransmitter fest. Vetris-Molaud wollte Reginald Bull zu einem Besuch in Andromeda überreden. Der Terraner winkte ab. Die Milchstraße hatte andere Probleme. Der Tefroder hatte jedoch einen Doppelkugelraumer für eine solche Expedition bereitstellen lassen. Per Linearflug trat Vetris-Molaud die mehrmonatige Reise mit der SCIMOR an und Ganud begleitete ihn. Etwa 280.000 Lichtjahre vor dem Ziel wurde die SCIMOR durch einen unbekannten Einfluss aus dem Linearraum geworfen und strandete im Leerraum. Nur wenige Lichtjahre von einem gigantischen Weltraumbahnhof entfernt.
Der wird von Tefrodern bewohnt, die die Besucher zwar empfangen aber sich sehr distanziert verhalten. Vetris-Molaud und Ganud erfahren, dass die Milchstraße unter Quarantäne gestellt wurde. Von den Onryonen soll das Gerät entwickelt worden sein, mit dem man Raumschiffe aus dem überlichtschnellen Flug holen kann. Die beiden Besucher machen die Bekanntschaft des Eisläufers, eines überaus merkwürdigen und gefährlichen Wesens, das auf der Station gestrandet ist. Als eine Vertreterin der tefrodischen Regierung eintrifft, werden Vetris-Molaud und Ganud darüber informiert, dass etwas mit der Milchstraße nicht in Ordnung ist. Ein tefrodischer Wissenschaftler erläutert einige Messungen.
Die Besucher geraten in Gefahr und erhalten unerwartet Hilfe. Der Tamaron will wissen, an wen er sich später einmal wenden kann. Und erhält die Auskunft, nach Soynte Abil zu fragen.
 
Nach Zeno Kortin, dem ehemaligen Faktor IV der Meister der Insel rückt Wim Vandemaan nun ein weiteres Mitglied dieser Gruppierung ins Rampenlicht. Soynte Abil ist die ehemalige Faktor VII der MDI und gehörte wie Kortin den Verschwörern an, die von Mirona Thetin getötet wurden. Nun ja, Rampenlicht ist etwas zu hoch gegriffen von mir. Eigentlich lässt der Autor nur den Namen fallen. Dass Wim Vandemaan vom Zyklus der Meister der Insel sehr angetan ist, hat er immer wieder auf diversen Cons betont. Der Exposé-Autor hält die Geschichte der MDI noch nicht für auserzählt. Es könnte also durchaus sein, dass er hier einen erneuten Anlauf nimmt, zumindest einen kleineren Erzählstrang diesem Thema zukünftig zu widmen. Ich muss allerdings auch festhalten, dass die Geschichten um Zeno Kortin ebenfalls einen interessanten Anfang nahmen, bevor sie mehr schlecht als recht dahinplätscherten und schließlich ruhmlos endeten.
Doch zurück zum aktuellen Roman, der mir sehr viel Lesespaß brachte. Er schildert die Erlebnisse der Reise nach Andromeda aus Sicht eines Posbis. Da Posbis nicht die typischen kalten Roboter sind, fallen die Beschreibungen daher weder technisch oder nüchtern aus. Im Gegenteil. Es mischen sich humorige und ironische Elemente in die Berichterstattung Ganuds. Das Besondere an den Geschichten von Wim Vandemaan ist jedoch, dass er selbst dem Alltäglichen immer noch eine besondere Note verleihen kann. Manches Mal sind es nur kleine Änderungen, eine klein wenig verschobene Perspektive, ein etwas anderes Vokabular, das eine sattsam bekannte Szene anders erscheinen lässt. Nur Nuancen, damit bekannte Szenerien eben nicht banal, sondern interessant und aufregend erscheinen.
Abgesehen davon kann der Autor mit seinen Darstellungen auch sehr gut Emotionen wecken. Die Beschreibungen des Eisläufers, der auf der Unterseite der Station seine Pirouetten dreht, waren eindringlich und geheimnisvoll. Ein schöner Roman, der Lust auf mehr macht.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3057

Thantur-Lok brennt – von Verena Themsen
Im Kugelsternhaufen der Arkoniden brennt es. Der Arkonide Jarak da Nardonn, Anführer der imperialistischen Gos’Pothora hat zahlreiche Schiffe hinter sich. Unterstützt wird er zudem von den Naats und den Ladhonen. Atlan ist in der Rolle des Verteidigers. Mit der TARTS, seinem Flaggschiff, springt er mal hier, mal dorthin, um die zahlreichen Brandherde zu löschen. Bislang konnte er trotz zahlenmäßiger Überlegenheit des Gegners mit der besseren Taktik gegenhalten. Atlan weiß jedoch, dass er ohne Verbündete nicht lange bestehen wird. Und er muss auch technische Vorteile suchen, um der drückenden Übermacht entgegentreten zu können. Der Unsterbliche nimmt Kontakt zum Ewigen Imperium auf. Die Messingträumer kontrollieren EPPRIK-Raumer, die dringend an der Front benötigt werden. Doch der Botschafter des Ewigen Imperiums hat eine ganz eigene Sicht der Dinge.
Der Mascant sucht nach anderen Lösungen und entwickelt einen Plan. Zentrale Rolle darin spielt die Werftwelt Murnark, wo eine möglicherweise kriegsentscheidende Waffe entwickelt wird. Atlan schickt mit Dancer, Schlafner, Gucky und dem TARA-Psi ein schlagkräftiges Team aus, seine Pläne umzusetzen. Auch Jarak da Nardonn hat es auf Murnark abgesehen. Um den Planeten entbrennt eine Schlacht. Jarak da Nardonn ahnt nicht, dass er Opfer einer Finte Atlans wird. Doch kann sich Atlan auf alle seine Unterstützer verlassen?
 
Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit der Geschichte von Verena Themsen warm wurde. Ich fragte mich zunächst, wohin uns diese Geschichte führen soll? Welche Ziele verfolgen die Figuren? Welche Motive haben sie? Aber nach und nach nahm mich die Autorin auf diese Reise mit und es entwickelte sich eine gut zu lesende und zu verfolgende Story. Die Art und Weise, wie Atlans Pläne von unterschiedlichen Figuren vorangetrieben und aus abwechselnden Perspektiven beleuchtet und hinterfragt wurden, machte mit zunehmenden Fortschritt der Geschichte immer mehr Spaß. Die Spannung, wer denn nun das Rennen macht, im Fernduell zwischen Atlan und Jarak da Nardonn, konnte Verena Themsen bis zum Schluss hochhalten.
Gut gesetzt waren auch die verschiedenen Anspielungen und Dialoge, die das Vertrauen in die Figuren erschüttern sollten. Die Autorin findet eine gute Balance darin, dass man sich als Leser eben nicht sofort an den Kopf greift aber andererseits sich nicht 100% sicher sein kann, wem denn nun die Loyalität einiger Figuren gilt. Am Ende gibt’s dann auch noch den Übergang zur Geschichte der Vorwoche. Zumindest scheint nun klar, auf wessen Seite die Ladhonen stehen.

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 01

Ritter des Chaos – von Kai Hirdt
Die SOL ist wieder vereint und die Besatzung will so schnell wie möglich in die heimatliche Milchstraße aufbrechen. Doch Eroin Blitzer hat andere Pläne mit dem Schiff. Er will, dass sich die SOL mit Perry Rhodan auf eine Mission begibt, die sie noch weiter weg von der Heimat bringen wird. Der Android hat auch die Mittel, um Rhodan zu zwingen. Er lässt den Unsterblichen eine Vision von der Vernichtung der SOL erleben. Sollte sich der Terraner weigern, könnte diese Vision Wirklichkeit werden.
Die Reise geht nach Yahouna. Die Galaxis gehört zur Mächtigkeitsballung der Superintelligenz BARIL und ist 58 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Dort hat die eigentlich positive SI einen Ritterorden gegründet. Diese Ritter sind mit erheblichen Machtmitteln ausgestattet worden. Seit 200 Jahren sind die Handlungen dieser Ritter im Dienste BARILS jedoch befremdlich. Es gibt verschiedene Erklärungen aber keine Gewissheit für dieses Verhalten. Die SOL soll die Absichten des Ordens aufdecken. Mit einem dimensional übergeordneten Transportmittel tritt das Hantelschiff schließlich seine Reise nach Yahouna an. Bereits der Flug bringt die SOL in Gefahr.
Am Zielort ist derweil die Ritterin A-Kuatond mit ihrem Orbiter Udimor im Kampf gegen das Volk der Truvaud. Die haben andere Zivilisationen überfallen und A-Kuatond soll die Truvaud bestrafen. In diese Situation erscheint die SOL und Rhodan ergreift Partei.
 
Die SOL fliegt wieder. Nur nicht nach Hause. Sondern auf eine neue Mission. Exposé-Autor Kai Hirdt hat sich eine neue Geschichte für das legendäre Schiff ausgedacht und schreibt zusammen mit anderen Autoren erneut 12 Romane in dieser Miniserie. Den Auftakt macht Kai Hirdt selbst. Ritter des Chaos heißt der Roman und in diesem Titel schwingt bereits Perry Rhodans Missionsziel mit. Haben die Ritter die Seiten gewechselt? Welche Ziele verfolgt der Orden?
Der Roman beginnt ungewöhnlich. Ungewöhnlich zumindest zum Start eines neuen Handlungsbogens. Perry Rhodan erfährt nämlich nicht nur seinen Auftrag, sondern gleich auch noch Hintergrundinformationen. Das ist zwar nicht neu, wird aber eher selten so praktiziert. Meist wird der Held mit einem unbekannten und bedrohlichen Geschehen konfrontiert und muss die Hinweise erst suchen, um sie dann wie Teile eines Puzzles zusammenzusetzen. Ich denke allerdings, Kai Hirdt wird es den Lesern nicht so einfach machen. Er wird seiner Geschichte sicherlich die eine oder andere Wendung geben. Die dargebotenen Einblicke in den Auftrag können sich schnell als falsch oder als Täuschung herausstellen.
Doch zunächst muss Perry Rhodan, und notgedrungen mit ihm die Besatzung der SOL, den Angaben des kleinen Androiden vertrauen. Allerdings wird schon bei der Reise das Vertrauen in das Kunstgeschöpf arg strapaziert. Eroin Blitzer hat einen Doppelgänger von sich auf die SOL losgelassen. Und das Transportmittel, dem sich die SOL auf Blitzers Anordnung hin anvertrauen muss, bringt das Schiff in Gefahr. Mit der Darstellung Eroin Blitzers hatte ich ein wenig Probleme. In Heft 2671 „Das Weltenschiff“, schildert Christian Montillon einen ganz anderen Androiden. Einen, der Einblicke in seine Psyche gewährte. Nun hat Kai Hirdt vielleicht gar nicht die Absicht, Eroin Blitzer etwas differenzierter darzustellen. Und selbst wenn es so wäre, der Kniff mit dem Doppelgänger lässt dem Autor viel Spielraum, sich nicht unbedingt an die Vorlage aus der EA zu halten. Dort ist der Android eigentlich ganz umgänglich und ein interessanter und treuer Begleiter seines Kommandanten.
Zum Ende des Romans hin unterstellt Rhodan dem Androiden, sie genau dorthin gebracht zu haben, wo er (Blitzer) sie haben wollte. Rhodans Auslegung von Blitzers Verhalten geht sogar noch weiter. Er wirft (in Gedanken) dem Androiden vor, dass dieser Rhodans Verhalten vorausgedacht hat, Blitzer also wusste, wie Rhodan agieren würde. Und dies für seine Zwecke ausnutzte. Ein seltsamer Gedanke, den der Autor dem Unsterblichen da in den Kopf legt. Denn Rhodan, zumindest der aus der EA, würde sein eigenes Verhalten stärker reflektieren und zu solch dummen Anwandlungen erst gar nicht kommen. Der Held wirft einem anderen vor, sein (Perrys) Verhalten ausgenutzt zu haben? Mal lieber an die eigene Nase fassen, Herr Unsterblicher!
Was lässt sich sonst noch zu diesem Roman sagen? Der Autor macht da weiter, wo Band 12 der ersten Serie endete. 5D und 6D wechseln sich munter ab und der Aufmarsch diverser Kosmokraten- und Chaostechnik, einschließlich unerwünschter Nebenwirkungen, setzt sich fort. Der erste Band hatte m.E. etwas archaisches, aber auch etwas Animalisches an sich. Alt deshalb, weil es ein wenig an Geschichten erinnerte, als die Hefte in der Serie noch dreistellige Nummern trugen. Und Animalisch, weil die Darstellungen der beiden Konfliktparteien förmlich dazu einluden, etwas Tierisches, Instinktbehaftetes darin zu sehen.
Auch die Figuren an Bord der SOL agieren und reagieren nicht immer planvoll. Da werden viele Entscheidungen emotionsgeladen getroffen und umgesetzt. Bis hin zu Rhodans Vorschlag eines neuen Kommandanten. Keine Panik. Es ist nicht Mahlia Meyun! Auch Rhodans Handlungen unterscheiden sich nicht von den ersten 12 Bänden, soweit sich das nach der Lektüre eines Romans überhaupt feststellen lässt. Seine Problemlösungsstrategie Nr. 1 scheint immer noch die Gewalt zu sein und weniger die Verhandlung. Dabei hatte er durchaus die Mittel, um Druck auf potentielle Verhandlungspartner auszuüben. Mal sehen, wie sich das fortsetzt.
 
Ein paar metallisch glänzende Lesezeichen lagen dem ersten Band bei: