Articles for the Month of Februar 2020

Ansichten zum Magazin SOL 97

In den letzten Tagen habe ich häppchenweise die 97. Ausgabe der SOL gelesen. Sehr interessante Artikel füllen die mehr als 60 Seiten des Magazins. Das Layout mit eingebetteten Grafiken, Hintergrundillustrationen und einem schönen Schriftbild, zwei- oder dreispaltig, gefällt mir sehr gut. Es ist kaum zu glauben, dass das von Fans gemacht wird. Das ist schon außerordentlich professionell.
Den Schwerpunkt bildet die NEO-Serie. Und das Magazin enthält ein umfangreiches Interview mit Alfred Kelsner, einen der Titelbildzeichner der Perry Rhodan-Serie. Der Künstler hat zudem das Titelbild dieser SOL-Ausgabe gestaltet. Geführt wurde das Gespräch von Björn Beier. In der Einleitung steht, dass Björn mit Alfred Kelsner über dessen Leben und Schaffen gesprochen hat. Und das muss man wörtlich nehmen. Kindheit, erste Malversuche an der Tapete im Elternhaus, Schule, Kontakt zu Comics und der Faszination, die Hans-Rudi Wäscher auf den jungen Alfred Kelsner ausgeübt hat. Daran reihen sich viele kleine Anekdoten und Einblicke in den Menschen Alfred Kelsner. Wie er mit Willi Voltz in Kontakt kam, zu Perry Rhodan stieß und wie er die Welt als Rentner erlebt. Kurzum, ein tolles Interview.
Matthias Hettler und Christina Hacker beleuchten wie immer mit sehr unterschiedlichen Ansätzen die letzten Romane in den beiden Hauptserien. Matthias Hettler reflektiert die Romane von 3031 bis 3044. Das Supramentum hat es ihm besonders angetan. Er steigt mit einem längeren Abriss über künstliche Lebensformen in der Serie in seine Besprechungen ein. Die einzelnen Heftbesprechungen werden von Inhaltsanalysen dominiert. Bei Christina Hacker hingegen liegen Freud und Leid mit den Romanen aus NEO, die sie bespricht, dicht beieinander. Sie lässt ihren Emotionen freien Lauf. Das gefällt mir.
Weitere Rezensionen steuert Markus Regler bei. Er behandelt die verlorenen Jahrhunderte und hier die letzten drei Romane der eBook-Reihe. Die Besprechungen sind umfangreich und die Eindrücke, die Markus Regler aus den Romanen gewinnt, treffen häufig auch meine eigenen Anschauungen.
Was ist sonst noch erwähnenswert? PRFZ-Mitglieder und Aktive im Fandom haben die Möglichkeit, sich für einen Online-Chat registrieren zu lassen. Und es wird auf ein exklusives Event im April in Leverkusen hingewiesen, für das man sich bewerben kann.
Wie eingangs erwähnt, bildet die NEO-Serie einen Schwerpunkt. Von daher sind auch etliche Berichte enthalten, die hinter die Kulissen der Serie blicken. Klaus Frick beleuchtet die ersten Schritte zur neuen Serie, Dieter Schmidt zeigt die Arbeit eines Lektors und Michael Tinnefeld und Nils Hirseland sind als Fans 2011 einem Aufruf des SF-Clubs Black Hole Galaxie gefolgt, die Serie neu zu schreiben. Und mussten verblüfft feststellen, dass der Verlag im gleichen Jahr die NEO-Serie an den Start brachte. Seit NEO 100 ist Peter Dachgruber technischer Berater des NEO-Exposé-Teams. Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn Raumschiffe gestaltet werden, sollte diesen Artikel lesen. Und dann sind da ja noch die grünen Sterne. Gleich zwei Artikel widmen sich diesem unmöglichen Thema.
Kai Hirdt, Exposé-Autor der Miniserie Mission SOL wirft nochmal einen Blick zurück auf die erste Staffel „seiner“ Serie. Und macht ein, zwei Anmerkungen, wie es mit der 2.Staffel, die im März 2020 startet, weitergeht. Der Autor war am gestrigen Abend auch bei unserem Stammtisch Nord in Itzehoe dabei und eines unserer vielen Gesprächsthemen war natürlich auch Mission SOL. Ich bin gespannt, wie es mit der 2. Staffel weitergeht.
Mit der SOL, dieser SOL hier, geht’s auch weiter. In diesem Jahr erscheint die 100. Ausgabe. Und auch darauf freue ich mich.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3052

Terra – von Christian Montillon
Perry Rhodans Identität wurde von NATHAN bestätigt. Der Unsterbliche darf nun mit seinen Begleitern Terra besuchen. Ghizlane Madouni, die Kommandantin des hiesigen Liga-Flaggschiffes ORATIO ANDOLFI, bleibt auf Luna zurück. Mit ihrem Sicherheitschef Torr Nishal will sie Ermittlungen zu dem Attentat aufnehmen, das auf Rhodans Besuchergruppe auf Luna verübt wurde. Noch während sie ermittelt, wird Alarm gegeben. Ein Raumjäger wurde entwendet und steuert auf das Topsiderschiff zu, das außerhalb des Solsystems das Ende des Ultimatums abwartet. Andere Raumjäger starten zum Abfangen des Jägers. Die ganze Aktion kommt Ghizlane Madouni und Torr Nishal merkwürdig vor. Die beiden ermitteln nun auch gegen andere Raumjägerpiloten und stoßen auf einen geheimen Transmitter. Ghizlane Madouni lässt sich an einen unbekannten Ort abstrahlen.
Inzwischen ist Perry Rhodan auf Terra angelangt. Dort begegnet der Unsterbliche der Residentin Orfea Flaccu und einem alten Bekannten. Rico. Der Roboter ist inzwischen einer der Bürgermeister von Neu-Atlantis. In der Stadt wird auch der Suspensionsalkoven betreut, in der Homer G. Adams eine Regenrationsphase verbringt, damit sein Aktivatorchip wieder funktioniert. Während Sichu-Dorksteiger und Tergén sich zum Institut zur Erforschung des Dyoversums aufmachen, sucht Rhodan mit dem Rest seiner Begleiter Homer G. Adams auf, der allerdings noch einige Tage in seinem Alkoven verbringen muss. Mit Rhodans Ankunft dort spitzt sich die Situation zu. Die Topsider drohen damit, das Solsystem anzugreifen, sollte Perry Rhodan nicht ausgeliefert werden. Und der Unsterbliche selbst wird in Neu-Atlantis erneut bedroht.
 
Im dritten Band des Zerozone-Vierteilers führt der Weg Perry Rhodans nach Terra. Der Roman folgt dem gleichen Aufbau wie die ersten beiden Teile. Perry Rhodan und Homer G. Adams sind die Hauptakteure. An der Seite von Rhodan erleben wir die Gegenwart, aus der Sicht Adams die Vergangenheit. Der Prolog wird wieder mit einem Brief gestaltet, das Schlusswort gehört Hoschpian. Die Erzählebene Adams wird mit Träumen durchmischt. Die Gegenwartebene räumt der Figur Ghizlane Madouni einen größeren Part als zuletzt ein.
Wie auch schon zum Auftaktband erwähnt, enthält auch diese dritte Erzählung eine Vielzahl an Darstellungen, an Perspektiven, an Stilmittel. Einzeln betrachtet gefallen mir diese Elemente ganz gut. Alleine die „Gräbersicht“ von Adams erzeugt starke Bilder bei mir. Die Konfrontation in der Vergangenheit mit den Topsidern brachte bei mir auch etwas von dem Feeling zurück, als ich vor langer Zeit die Romane aus dem Zyklus der dritten Macht gelesen habe. Beinahe schon archaisch, wie der Konflikt bei Beteigeuze auf mich wirkt.
Die Perry Rhodan-Ebene ist schwach. Sie bezieht ihre Spannung lediglich daraus, wann das nächste Attentat verübt wird, das dann auch wie erwartet eintrifft. Der Titelheld agiert kaum. Seine „Rückkehr“ nach Jahrhunderten gestaltet sich unspektakulär. Denn für den Unsterblichen sind keine 500 Jahre vergangen, sondern nur wenige Jahre. Vielleicht hätte es sich gelohnt, diese Rückkehr anders zu schildern. Aus dem Figurenensemble, das der Autor für seine Erzählung zusammengestellt hat, ist allerdings nur Tergén geeignet, andere Emotionen auszulösen. Und das auch nur bedingt, da er eben Terra nicht kannte. Dem Roman fehlt eine Figur, die bei der Wiederentdeckung der Erde und bei der Rückkehr starke Emotionen an den Leser transportieren kann.
Die Begleiter Rhodans sind auch im dritten Band in Folge abgemeldet. Die Geheimnisse des Dyoversums werden in Wiederholungen angerissen aber kein Versuch unternommen, sie zu entschleiern. Insgesamt wirkt auch dieser Roman im Zusammenspiel seiner Elemente nicht besonders stark auf mich. Einzelne Passagen sind interessant, der große Wow-Effekt wird bei mir allerdings nicht ausgelöst.
Fazit: Gute Unterhaltung aber der vierte Band muss jetzt unbedingt eine Schippe drauflegen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3051

Luna – von Christian Montillon
Im so vertrauten und doch fremden Solsystem in diesem Teil des Dyoversums hat Perry Rhodan die Erlaubnis bekommen, ein Team zusammenzustellen, das ihn nach Luna begleiten darf. NATHAN will seine Identität prüfen. Mit Sichu Dorksteiger, Farye Sepheroa-Rhodan, Iwán/Iwa Mulholland und dem Historiker Tergén wechselt der Unsterbliche auf das Flaggschiff der LFG. Kommandantin der ORATIO ANDOLFI, eines 2600-Meter-Kugelraumers, ist Ghizlane Madouni. Mit ihrem Sicherheitschef hat die Kommandantin zwei Tage zuvor in der Onryonenstadt Iacalla eine Topsiderin gefangengenommen. NATHAN hatte den Hinweis auf verdächtige Umtriebe der Topsider gegeben. Zwar hat die hiesige Hegemonialmacht eine ständige Vertreterin auf Terra, allerdings ist das Misstrauen auf beiden Seiten nach wie vor groß. Und da ist noch das Ultimatum zur Auslieferung des Unsterblichen. Während des kurzen Fluges zum Mond hat Rhodan die Gelegenheit, ein paar Worte mit der Gefangenen zu wechseln. Auf Luna angekommen, wird der Unsterbliche mit dem Ylatorium konfrontiert.
Die Einrichtung ist seit Jahrhunderten in Betrieb. Zwölf Jahre nach der Versetzung Terras und Lunas ist NATHAN erwacht und äußerte den Wunsch, einen Vertrag mit den Terranern zu schließen. Das Positronische Konkordat wurde erarbeitet. NATHAN war weiterhin der Hauptrechner der Menschheit und sollte alle bisherigen Aufgaben erfüllen. Das Mondgehirn erhielt für seine Selbstbestimmung ein eigenes Territorium auf der erdabgewandten Seite des Mondes im Mare Ingenii. Paten für dieses Projekt wurden Homer G. Adams und Amalia Serran. Bald erschuf NATHAN, der seine Tochter YLA vermisste, seine neuen Kinder. Sie wurden als Ylanten bezeichnet und bis zur Gegenwart sind mehr als 10 Millionen entstanden. Der Thesanit Jathao Vanoth, der die Prophezeiung von Rhodans Ankunft verkündete und nach dem sich die Vanothen gebildet hatten, arbeitete mit der Regierung zusammen. Das Dyoversum sollte erkundet und wenn möglich eine Botschaft in das heimatliche Universum gesendet werden.
In der Gegenwart macht Rhodan die Bekanntschaft der Ylanten und muss erkennen, dass Luna keineswegs sicher für ihn ist. Schließlich wird er zu NATHAN vorgelassen. Das Mondgehirn stellt dem Unsterblichen einen alten Bekannten als Begleiter in Aussicht.
 
Den zweiten Teil seiner vier Romane beginnt Christian Montillon erneut mit einem Brief des Historikers Tergén. Diese Form der Erzählung konnte mich erneut überzeugen. Die darin geschilderten Emotionen wirken sehr authentisch. Der Kontrast zum übrigen Geschehen ist allerdings noch ein bisschen höher als noch im Roman der Vorwoche. Das liegt daran, dass Perry und Co mittlerweile „angekommen“ sind. Die Neugierde der Ankömmlinge hält sich doch sehr in Grenzen, bzw. werden die Aktionen von Perry und Co recht farblos gesetzt. Die Nebenfiguren aus Perry Rhodans Team, Sichu, Farye, Iwán/Iwa und Tergén spielen keine erwähnenswerte Rolle. Ghizlane Madouni und ihr Sicherheitschef sind typische Terraner. Ihnen spendiert der Autor eine kleine Szene am Anfang.
Den Rest des Romans nehmen die Rückblenden um NATHANS Ylatorium ein. Anders als von mir zum Roman der Vorwoche vermutet, spielt die Unstimmigkeit zum Auftreten YLAs keine Rolle. Die Tochter des Mondgehirns ist hier lediglich Namenspatin. Über die Absichten des gigantischen Rechners lässt sich natürlich herrlich spekulieren. Zumal NATHAN seine Loyalität zwar gegenüber der Menschheit bekräftigt aber gleichzeitig nicht verschweigt, dass er in der Vergangenheit auch ES gegenüber loyal war. Es täte mich nicht überraschen, wenn ES mal wieder einen Langzeitplan lanciert hätte und das Dyoversum, bzw. dieser Teil davon, einmal mehr als sicheres Refugium eine Rolle spielen soll. Ein Backup des normalen Universums oder eine Arche.
Der zweite Teil des Zerozone-Vierteilers von Christian Montillon wirkt auf mich blasser als der Auftaktband. Band 3050 konnte mit einer gewissen Dramatik punkten und wartete mit Fakten auf. Beides fehlt diesem Heft. Die ungewöhnliche Art von NATHANS Selbstverwirklichung bringt etwas Rätselhaftes in das Geschehen. Die Figuren indes bleiben sehr blass.