Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3039

Die Kanzlei unter dem Eis – von Wim Vandemaan
Der Anschlag der Thesan Pezenna Flaith hat die Pilgergruppe in Gefahr gebracht. Während Jalland Betazou und Donn Yaradua durch den Paau gerettet werden konnten, sind Perry Rhodan und Gry O’Shannon im Abyssalen Triumphbogen verschollen. Auf der RAS TSCHUBAI werden Pläne geschmiedet, die beiden Verschollenen zu retten. ANANSI hat Rhodans Außeneinsätze analysiert und einen Zeitpunkt eingrenzen können, in der sich der Unsterbliche trotz einer bedrohlichen Lage einen Freiraum geschaffen haben wird. Dies gilt es auszunutzen. Als möglicher Aufenthaltsort konnten aufgrund der Bewegungen der Schiffe der Phersunen deren Flaggschiff oder die einzige Eiswelt im System eingegrenzt werden.
Auf Gattcan, eben jenem einzigen Planeten im Huphurnsystem, erwacht Perry Rhodan an einem seltsamen Ort. Es ist eine Station im ewigen Eis. Und der Unsterbliche wird auch gleich mit seinem Gegner konfrontiert. Ihm zeigt sich ein Phersune, von dem Rhodan nicht erkennen kann, ob es ein Lebewesen oder ein Android ist. Der Fremde stellt sich als Synn Phertosh vor und ist ein Advokat der Kandidatin Phaatom. Phertosh ist mit allen Wassern gewaschen. Er durchschaut Perry Rhodans Maskerade. Er erkennt dessen Zellaktivatorchip. Aber er kann nicht in Rhodans Gedanken eindringen. Auch wenn er dies über Träume mehrfach versucht. Um aus der Kanzlei unter dem Eis zu entkommen, begibt sich Perry Rhodan auf die Suche nach Gry O’Shannon, die im Abyssalen Triumphbogen der Dispersion unterworfen wurde. Und der Terraner erfährt, dass in der Kanzlei ein Mensch gefangen gehalten wird, der nicht von der RAS TSCHUBAI stammt.
Während Rhodan seine Flucht plant, greift die RAS TSCHUBAI mit Icho Tolot als genialen Strategen die Phersunen im Huphurnsystem an. Wird Rhodans Rettung gelingen?
 
Exposé-Autor Wim Vandemaan beendet vorläufig die Abenteuer der Galaktiker in Ancaisin. Nächste Woche wird wieder in die Milchstraße zurückgeblendet. Der Roman unterscheidet sich ein wenig von den anderen Romanen, die zuvor den Handlungsschauplatz Ancaisin beleuchtet haben. Die Vorgängerromane waren zunächst von den kosmischen Dimensionen geprägt, mit denen die Besatzung der RAS TSCHUBAI konfrontiert wurde. Eine Galaxis im Bann der Phersunen und der Vektormaterie. Eine Materiesenke, die sich zur Chaotarchin weiterentwickeln will. Unterbrochen wurde das Szenario von handfester SF, als es darum ging, bedrohten Völkern zur Seite zu stehen.
In Vandemaans Geschichte stehen eher die kleinen Details im Fokus. Ein Advokat unbestimmter Art, ein Mensch unbekannter Herkunft, eine Verbindung zum Habitat Gongolis, der Schatten der Erde in einem seltsamen Kontinuum. Nur um einige zu nennen. Es ist ein Puzzle, das der Autor hier ausbreitet. Und die einzelnen Stücke sehen interessant aus und entwickeln auch eine Faszination bei mir als Leser. Der Versuch, sie aneinanderzulegen scheitert allerdings noch. Es fehlen noch Teile dazwischen. Und es gibt ein Problem. Manche Teile sind bereits aus meiner Erinnerung verschwunden. So ein Zyklus ist lang. Und wenn die Puzzlestücke so klein sind, wie sie in diesem Roman beschrieben werden, beispielsweise Gespräche im Habitat Gongolis, dann habe ich sie schon lange nicht mehr auf dem Radar.
Mit Iwán oder Iwa folgt Wim Vandemaan allerdings auch bekannten Mustern. Hatte ich mich schon gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn Gucky die Reise nach Ancaisin mitgemacht hätte, liefert der Autor eine bekannte Lösung. Gucky braucht es hier nicht. Mit dem Paau und Iwán/Iwa ist der Ilt überflüssig. Apropos bekannte Muster. Das war noch die Analyse ANANSIS, die Wim Vandemaan, nicht ganz frei von Ironie, in seine Geschichte hat einfließen lassen. Die Semitronik hat im Verhalten des Helden wenige, aber wirkungsvolle Muster entdeckt. Der Unsterbliche gewinnt in einer bedrohlichen Lage Mitstreiter, macht sich die Charakteristika seiner Gegner zunutze und gewinnt Freiräume. Ja, das ist er, der Held der Serie. Und diesem Muster folgt auch der Exposé-Autor. Auf unterhaltsame Art und Weise. Die Fähigkeiten von Iwán/Iwa wirken dennoch ein wenig zu passend.
Bevor allerdings der Eindruck entsteht, dass die Geschehnisse zu sehr bekannten Mustern folgen könnten, hat sich der Autor ein schönes Duell auf Augenhöhe ausgedacht. Diese Darstellung von Perry Rhodan, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, hatte was. Ich mag das prägnante und das lakonische in den Dialogen. Und lasse mich gerne mit neuen Ausdrücken verführen.
Fazit: Der Zyklus bewahrt seine Geheimnisse. Auf eine sehr unterhaltsame Art.

 

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