Articles for the Month of Oktober 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3034

Ancaisin – von Michael Marcus Thurner
Fast neun Monate hat der Flug der RAS TSCHUBAI gedauert. Doch nun ist das Schiff mit Perry Rhodan als Expeditionsleiter nach mehr als 270 Millionen Lichtjahren im Galaxiengeviert der Vecuia, den die Thesan, Cairaner, Ladhonen und Shenpadri angehören, angekommen. Mehrere hundert Lichtjahre vor Ancaisin, der heimatlichen Sterneninsel der Cairaner, legt das riesige Schiff einen Halt ein. Einerseits für dringend notwendige Wartungsarbeiten, andererseits um eine Flotte von Investigator-Sonden loszuschicken. Die InSos, mit 35 Meter in der Länge so groß wie kleine Raumschiffe, sollen Daten sammeln. Gry O’Shannon, eine junge Materialwissenschaftlerin von Rudyn, will hingegen die fremde Sterneninsel mit eigenen Augen sehen. Unter dem Vorwand, die Außenhülle zu inspizieren, macht sie einen privaten Spaziergang. Der Ausblick ist grandios. Doch bei ihrer Rückkehr beobachtet die junge Frau ein seltsames Phänomen. Ein feiner grauer Schleier scheint sich vor Ancaisin geschoben zu haben. Als sie näher hinsieht, ist die Wolke, die zwischen der RAS TSCHUBAI und Ancaisin dahintrieb, verschwunden. Sie meldet den Vorfall, aber die Messinstrumente des Schiffes haben nichts aufgezeichnet.
Stattdessen melden die InSos ein zwischen den Sternen im Randbereich Ancaisins treibendes Schiffswrack, das permanent einen Notruf sendet. Die SPARTAC SCHROEDER, ein 500 Meter Schiff der OXTORNE-Klasse mit Perry Rhodan an Bord sieht sich das näher an. An Bord des fremden Schiffs werden die Quantam entdeckt. Dieses Volk, das vor Jahrzehnten gerade erst die Raumfahrt entwickelte, wurde von den Ladhonen besucht, die vor den Phersunen warnten, den Mördern der Materie. Mit Schiffen, aufgepeppt mit Ladhonen-Technik, flohen einige Quantam ins All. Die SPARTAC SCHROEDER bringt zwei Mitglieder dieses Volkes in deren Heimatsystem zurück, das stark verändert erscheint. Als ein Außenteam sich auf einem Mond näher umsieht, wird es angegriffen. Die Phersunen erscheinen. Aber die größte Gefahr scheint von einem feinen grauen Schleier auszugehen, dem nichts entrinnen kann und der nur optisch zu beobachten ist und einen merkwürdigen Einfluss auf die Beobachter zu nehmen scheint.
 
Die Geschichte von Michael Marcus Thurner ist schon der siebte Roman des Autors zum laufenden Zyklus. Und in zwei Wochen erscheint mit Heftnummer 3036 bereits das nächste Heft des Österreichers. In seinem Blog beklagt Michael Marcus Thurner die Belastung. Doch die merkt man dem Roman (fast) nicht an. Ich habe das Heft in einem Rutsch durchgelesen und befand, dass ich gut unterhalten wurde. Natürlich maße ich mir nicht an, einen Zusammenhang zwischen Schreibbelastung und Ergebnis zu finden. Dennoch wage ich die Behauptung, dass ein wenig mehr Feinschliff das Ergebnis noch besser gemacht hätte. Die Geschichte, die Michael Marcus Thurner erzählt, ist eigentlich die Fortsetzung von Heft 3025, in der Zemina Paath die Erinnerungen von Eyx Xunath wiedergegeben hatte. Die damalige Story und vor allem die darin geschilderten Ereignisse hatte ich als konventionell empfunden, da mich der Plot nicht mehr packen konnte. Das könnte sich mit diesem Roman wieder etwas ändern. Die vermeintlichen Bösewichter in der Milchstraße sind selbst vor einer noch größeren Gefahr geflüchtet. Das rechtfertigt zwar ihre Handlungen in der Milchstraße nicht, aber vielleicht gibt es dafür eine überzeugende Begründung.
Allerdings war der Handlungsablauf dieses Romans dann eher auch wieder konventionell. Der Fernflug endete mit ersten Erkundungen. Die zunächst mit Sonden durchgeführt werden. Ich entsinne mich an Leserreaktionen auf die ersten Bände des Zyklus. Warum wurden keine Sonden zum Solsystem geschickt? Eine Antwort liefert dieser Roman. Weil die Sonden trotz beeindruckender Technik nichts gefunden hätten. Es sind immer noch die Romanfiguren, die Entdeckungen machen. Und so geschieht es auch in dieser Geschichte, die bekannten Mustern folgt. Vertretern eines rückständigen Volkes wird geholfen und über diesen Kontakt erste Erkenntnisse gewonnen. Warum die Geschichte für mich dennoch unterhaltsam war, lag zum einen an dem flotten Tempo und zum anderem an der Figur der Gry O’Shannon. Letztere brachte anfangs frischen Wind in die Geschichte. Nur in der zweiten Romanhälfte gerieten ein paar Unschärfen in die Handlung und in diese Figur. Darum meine Anmerkung zu etwas mehr Feinschliff.
Zu erwähnen ist noch, dass das Organoid in Rhodan, bzw. nun außerhalb von Rhodan eine Erwähnung findet. In 3016 vom gleichen Autor konnte das Rätsel um dieses Gerät noch nicht geklärt werden. Es schien vergessen worden zu sein. Nun ist zumindest der Verbleib geklärt. Und Thurner macht endlich das, was alle IT-Spezialisten immer anraten, nämlich Datensicherung. Von den Positroniken der RAS TSCHUBAI, mit dem unverfälschten Wissen der Menschheit, wurden endlich mehrere Backups gemacht.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3033

Das Phantom von Lepso – von Leo Lukas
Einem gemeinsamem Pakt zwischen Cairanern und der USO steht nur noch ein Auftrag auf Lepso im Wege. Die USO soll dort für die Cairaner einen Kriminellen aufspüren, der sehr geschickt agiert und den Ordnungskräften und sogar den örtlichen Machtgruppen immer wieder entwischt. Über diesen Mann ist nur bekannt, dass er von Plophos stammt und Abreu Dool heißt. Monkey nimmt den Auftrag an und die NIKE QUINTO steuert das Firingsystem mit Lepso an. Mit dem gleichen Team, das auch schon auf Hovcai tätig war, geht der Lordadmiral in den Außeneinsatz.
Auf Lepso hat auch die Meisterdiebin Shuana Sul unliebsame Bekanntschaft mit Abreu Dool gemacht. Er hat sie für einen Raubzug ausgenutzt und ist mit der gesamten Beute unerkannt abgehauen. Seine Vorgehensweise hat Abreu Dool auch den Beinamen das Phantom von Lepso eingebracht. Shuana Sul sinnt auf Rache und will dem Phantom von Lepso die letzte Beute wieder abjagen. Sie scharrt ein Team von Spezialisten um sich und kommt auf eine Spur, die sie direkt in das Geheimversteck des Phantoms führt.
Auch Monkeys Team hat inzwischen weitere Informationen zu Abreu Dool sammeln können. Die Erkenntnisse machen es umso rätselhafter, warum die Cairaner diesen Mann haben wollen. Monkey und seine USO-Spezialisten spüren Abreu Dool auf und erleben eine Überraschung.
 
Nachdem sich die USO im letzten Zyklus im Gäonen-Konflikt nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, lese ich die neuesten Abenteuer dieser Organisation inzwischen mit wachsender Begeisterung. Susan Schwartz und Kai Hirdt haben schon gute Romane dazu geschrieben, aber Leo Lukas setzt noch einen drauf. Ganz allgemein sind Romane, in denen verschiedene Gruppierungen unabhängig voneinander das gleiche oder ein ähnliches Ziel verfolgen, bei mir sehr beliebt. Insbesondere dann, wenn diese Gruppen dann im Showdown aufeinandertreffen. Leo Lukas hat das amüsant und kurzweilig genau so geschrieben.
Wenn ich eingangs erwähnte, dass die USO gegen die Gäonen vor inzwischen 500 Jahren keine gute Figur machte, ist es umso schöner, dass mit Iom Tashtelu-Tempu ein Nachfahr der Haspronerin Dolleringh Tempu zu Monkeys Team gehört. Denn Dolleringh Tempu war es zu verdanken, dass die Unterwanderung der USO durch die Gäonen überhaupt entdeckt wurde. Einer der wenigen Lichtblicke in den damaligen Romanen. Und auch Iom Tashtelu-Tempu leistet einen wichtigen Beitrag in dieser Geschichte, wie überhaupt alle Haupt- und Nebenfiguren mich in dieser Geschichte überzeugen können. Zu nennen ist Shuana Sul, die ihren Körper durch zahlreiche kybernetische Implantate optimierte, um dem Togoya-Modell nachzueifern. Die leider im Showdown etwas unterging. Dann der Stille Stevie, der den Job des Fahrers innehatte. Gar nicht so verkehrt, bei dem Einsatz! Oder der Ertruser Kyasoo, der das Pech hatte, im Showdown auf einen Oxtorner zu treffen. Leo Lukas schafft es, jeder noch so kleinen Figur in seinem Roman einen interessanten Auftritt zu spendieren. Hasproner, Akonen, Mehandor, Jülziish, Morann-Wanderpflanzen, Barniter, Überschwere. Leo Lukas greift in die Vollen und spendiert seiner Geschichte ein sehr buntes Figuren Potpourri. Das war klasse. Das Setting stand dem kaum nach. Von der Schweißöde über die Creakle-Stiftung und der Kristall-Lotterie zur Bank für bionische Produkte und Austauschwaren. Und das alles vor den Hintergrund eines rückhaltlos freien Handels und Handelns. Leo Lukas schöpft auf engen 60 Heftseiten alles aus, was der Handlungsort Lepso zu bieten hat. Ein kurzweiliger, sehr empfehlenswerter Roman.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 9

Ins Herz der Finsternis – von Ben Calvin Hary
Zusammen mit Colwin Heltamar ist Perry Rhodan in den Althanos-Komplex eingedrungen. Die Partnerschaft mit dem verräterischen Yakonto behagt dem Terraner nicht. Aber er ist auf Heltamar und dessen Organisation der Eoracten angewiesen, wenn er seinen Sohn und die Solaner im Mittelteil der SOL retten will. Colwin Heltamar ist es dann auch, der den Weg in die Tiefe von Evolux aufweist. Es gibt verborgene Schächte und einer davon kann durch den Einsatz einer ungeheuerlichen Waffe zugänglich gemacht werden. Beide SOL-Zellen stoßen in die Tiefe der Werftwelt vor. Die Voraussetzungen sind schlecht. Perry Rhodan steht kaum Personal zur Verfügung und in der SZ-1 hat Mahlia Meyun genug Probleme mit den Solanern, die sie gegen deren Willen an Bord genommen hat.
Die Unterwelt von Evolux überrascht Perry Rhodan. Heltamars Verschwörergruppe ist deutlich größer als vermutet. Und die Erkenntnisse, die seit Jahrmillionen von den Eoracten über die Proto-Chaotischen Zelle im Zentrum gesammelt wurden, sind spärlich. Chaos-Taucher können maximal 300 Kilometer in die etwa 70.000 Kilometer durchmessende Zone des Chaos eindringen. Perry Rhodan versucht es trotzdem mit der SZ-2, während die andere SOL-Zelle Position hält. Die Aktion endet beinahe in einem Desaster. Ein zweiter Versuch mit der SZ-1 unter anderen Bedingungen folgt. Das Mittelteil der SOL wird entdeckt. Gelingt Perry Rhodan die Rettung seines Sohnes und der Solaner?
 
Im Roman von Ben Calvin Hary nimmt die Zyklus-Geschichte Fahrt auf. Perry Rhodan dringt mit beiden SOL-Zellen in die Unterwelt von Evolux vor und findet dort die Proto-Chaotischen Zelle. Er stößt darin vor und findet das verschollene Mittelteil. Bis es soweit war, verfolgte der Autor die bekannten Handlungsebenen der Miniserie. Das ist zum einen die Sicht Perry Rhodans. Zum anderen der Blickwinkel der Heilerin Mahlia Meyun. Rhodans Sicht der Dinge sind genau das: Nämlich Blicke dieses Protagonisten auf ein Geschehen, das sich überwiegend ohne sein Zutun entwickelt. Natürlich hat Rhodan Entscheidungen getroffen. Heltamar ist nur deshalb mit dabei, weil Rhodan das entschieden hatte. Und Rhodan hat beide SOL-Zellen in die Unterwelt beordert. Doch in anderen wichtigen Momenten ist er nur Beobachter. Und die wenigen Gedanken, die der Autor seinem Protagonisten spendiert, zeigen nicht selten Hilflosigkeit und Ärger. Nur ärgert sich die Figur über das Verhalten anderer. Dabei sollte Rhodan sich eigentlich über sich selbst ärgern. Denn er gibt viel zu häufig das Zepter des Handelns aus der Hand und findet zu selten die richtigen Worte, um andere zu motivieren. Letzteres ist doch eigentlich die Stärke des Helden dieser Serie.
Erst spät greift diese Figur in das Geschehen aktiver ein und bewirkt etwas. Die Heilerin hingegen kämpft mit den seit Band 1 bekannten Gegebenheiten. Die Solaner-Nachkommen sind zerstritten und Mahlia Meyun hat nach zahlreichen Höhen und Tiefen noch immer mit ihrer Rolle zu kämpfen. Sie verpasst zahlreiche Möglichkeiten, die Menschen, die ihr lieb sind, in Sicherheit zu bringen. Einmal, sie erst gar nicht auf das gefährliche Unterfangen mitzunehmen und ein anderes Mal, sie bei den Eoracten abzuladen. Wenn dann Mahlia Meyun zum wiederholten Male schluchzend ihre heulenden Kinder in der Zentrale der SOL in die Arme nimmt, fehlt mir für diese Figur inzwischen jedes Mitgefühl. Es ist ja schön, dass Figuren derart intensiv über einen so langen Zeitraum auch mit vielen Emotionen geschildert werden. Aber irgendwann ist es genug. Der Perry Rhodan-Neuleser, an den sich dieser Roman richtet, wird vielleicht mit ergriffenen Gesichtsausdruck, einer Träne im Augenwinkel und dem zerknüllten Taschentuch vor der Lektüre sitzen. Jene Leser aber, die ohne jeden Zweifel in der Überzahl sind, so 99% oder mehr, wollen endlich auch mal etwas Handfesteres lesen. Ich zumindest.
Auch in diesem Roman bildet die Werftwelt Evolux den Hintergrund für das Geschehen. Bei dem Vorstoß in die Hohlwelt kann der Autor zeitweise ein phantastisches Setting entwickeln. Umso archaischer wirken dagegen manche Szenen, die der Autor in seinen Roman einbaut. Rhodans antiquierte Textnachrichten beispielsweise, die er mit der Hand abschirmt. Und nicht zu vergessen der Fackelzug der Bauerntrampel in die Zentrale der SZ-1.
Es gibt auch noch andere Textstellen, derentwegen ich schwer in den Roman gefunden habe. Auf den ersten Seiten des Romans wird der Eindruck erweckt, dass Heltamar nur mit Rhodans Einwilligung im Althanos-Komplex tätig werden durfte. Und dass er nun Gefahr laufe, an die Regierung ausgeliefert zu werden. Tatsächlich aber war der Kosmofekt Tun Manal mit dem Vorgehen Rhodans und Heltamars einverstanden. Zwar etwas widerwillig, aber er schickte sogar Sathox-Soldaten mit und ebnete den Weg zum Althanos-Komplex. In Heft 8 ist also längst die Entscheidung gefallen, dass Rhodan auf Heltamars Unterstützung angewiesen ist. Zu Beginn des vorliegenden Romans wird jedoch so getan, als ob Heltamars Verhalten Rhodan erst jetzt in ein Dilemma stürzen würde. Das Dilemma existiert jedoch schon länger.
Sowohl der Einsatz der Arkon-Bombe als auch der sich daran anschließende Flug in das Innere von Evolux sind nicht widerspruchsfrei. Die Bombe sollte den „Verschluss“ eines Schachtes beseitigen. Ein Schacht, der 50 Kilometer durchmisst. Beim Flug im Schacht werden in großer Tiefe Kavernen beobachtet, die zum Schacht geöffnet sind und die nun notdürftig von den Bewohnern abgedichtet werden. Dieses Szenario und Rhodans Reaktionen verstehe ich überhaupt nicht. Der Atombrand wütete doch nicht hier unten. Der Schacht war die ganze Zeit da. Er war nur oben verschlossen.
Die Rettung des Datenträgers aus den Trümmern des Althanos-Komplexes habe ich auch nicht verstanden. Sie soll den Zugang in die Unterwelt ermöglichen. Später wird klar, dass die Eoracten nicht eine Handvoll Verblendeter sind, sondern eine ganze Zivilisation von ihnen im Untergrund existiert. Und hunderte davon pendeln an die Oberwelt, um Positionen in höchsten Kreisen zu besetzen. Und dann benötigt Heltamar den Kristall, um einen Zugang zu finden?
Als die Frage aufkommt, wie tief das Mittelteil der SOL in der Proto-Chaotischen Zelle stecken könnte, wird auch diskutiert, dass Danton längst tot und sein Funkspruch vor Jahrhunderten abgesetzt sein könnte. Rhodan findet den von Meyun eingebrachten Einwand logisch. Das ist seltsam, da doch als der Kontakt zum Mittelteil bestand, nicht einfach nur ein Funkspruch empfangen wurde, sondern ein Dialog zwischen Rhodan und seinem Sohn stattfand, mit Fragen und Antworten. Außerdem schickte Danton seinem Vater ein Datenpaket, das alle Forschungsergebnisse enthielt, die von den Solanern im inneren der Proto-Chaotischen Zelle gesammelt wurden. Dieses Datenpaket findet hier leider keine Erwähnung mehr. Dabei hätte eine Auswertung der Daten durch Rhodan ihm genau die Möglichkeit eröffnet, aktiver an der Aufspürung des SOL-Mittelteils zu wirken. Aber das Feld der Rettung, bzw. die wichtigsten Ansätze dazu, legt der Autor nicht in die Hand der Hauptfigur.
Der Autor schafft zahlreiche Dispute zwischen seinen Figuren. Die zwangsweise geretteten Solaner stehen gegen Mahlia Meyun. Die Heilerin wiederum setzt sich mit Perry Rhodan auseinander. Und der mit Heltamar. Doch in diesen Auseinandersetzungen werden vom Autor selbst keine Lösungen offeriert, keine neuen Wege beschritten, keine Auswege aufgezeigt und keine wie auch immer gearteten hehren Ziele verfolgt. Der Leser bekommt alles an den Kopf geknallt, nach dem Motto: Sieh zu, wie Du damit zurechtkommst. Es gibt Romane, da funktioniert das. Hier funktionierte es, zumindest für mich, nicht.
Die Darstellung der Figur der Mahlia Meyun kann mich erneut nicht überzeugen. Wie auch schon in allen anderen Romanen, seit dem Start der Miniserie, durchläuft die Heilerin stark schwankende Phasen. Mal erscheint sie als starke Frauenfigur, beispielsweise als sie vor den 700 Solanern spricht und die meisten auf ihre Seite zieht. Dann wieder wirkt sie wie ein dummes Kind, wenn sie Rhodan beobachtet und sein Verhalten ihr nicht behagt. Dann wird sie trotzig beschrieben, was eigentlich ganz gut zu ihr passt. Nur habe ich den Eindruck, dass es nicht das ist, was der oder die Autoren mit der Figur eigentlich vorhatten. Und dann ist da noch die Seite, die sie kaum noch von den Dienern Senns und Kuum unterscheiden lässt. Sie hat durch die Hypnoschulung die Macht und alle anderen sind nur Primitive. Dumme Bauerntrampel, denen sie schon mal den Zugang zum Wissen verweigert.
Dass dadurch beim Vorstoß in die Proto-Chaotischen Zelle kein ausreichend geschultes Personal zur Verfügung stand, ist eine der Konsequenzen. Allerdings fiel das kaum ins Gewicht. Mit einer Horde Bauerntrampel in die Zone des Chaos einzudringen, bei dem auch Raumfahrer mit Jahrzehnte langer Erfahrung scheitern mussten, hätte auch Perry Rhodan vorher mal einfallen können. Doch der Unsterbliche ist zu keiner Zeit Herr des Geschehens. Seine „Erfolge“ erstrecken sich auf die Aufspürung der Entführer an Bord der SZ-1. Stichwort Visifon. Bei dem eigentlichen Unternehmen ist Rhodan nur Zuschauer. Aktivitäten gehen von ihm nicht aus.
Spannung aus dem Szenario selbst wollte sich bei mir nicht einstellen. Sofern man es überhaupt so bezeichnen kann, bezieht der Roman seine Spannung einzig aus dem Element der explosionsartig auftretenden Stimmungsschwankungen der Beteiligten. Wenn es wenigstens am Vibra-Psi gelegen hätte. Aber die Emotionsspitzen traten schon vorher auf. Und auch in anderen Romanen. Schließlich holt der Autor noch einmal den großen Gefühls-Holzhammer raus. Die schluchzende Mahlia Meyun wird von ihren heulenden Kindern auf den rechten Weg gebracht.
Fazit: Ein Roman, in dem endlich die Zyklushauptstory Fahrt aufnimmt. Der aber gleichzeitig viel Potential verschenkt, weil er sich in seinen Schwerpunkten wieder mit den seit Band 1 bekannten ewig gleichen Figurenproblemen auseinandersetzt.