Articles for the Month of September 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3032

Sandschwimmer – von Kai Hirdt
Im Leerraum, 70.000 Lichtjahre vom Halo der Milchstraße entfernt, hat die USO die Aufmerksamkeit der Cairaner geweckt. Das cairanische Friedensbündnis unterhält hier einen der wichtigsten Planeten. Hovcai ist der Amtssitz des cairanischen Konsuls Aionguma Baldaraise, der die Randbezirke der Milchstraße kontrolliert. Der Konsul ist nicht zugegen und daher muss sich sein Adjutant Ujud Dremurai mit den Gesandten der USO auseinandersetzen, die ein Schiff der Cairaner gerettet haben. Dremurai hat den Markgraf und ein paar Begleiter auf die Oberfläche Hovcais eingeladen. Er will so viel wie möglich über die Besucher erfahren und lässt sie überwachen. Im Gegenzug wollen auch die vier USO-Agenten die Cairaner ausspionieren. Dazu ist der Hasproner Iom Tashtelu-Tempu mit dabei. Der Positronikspezialist soll Daten beschaffen. Neben Monkey in der Maske des Markgraf gehören noch die Spezialisten Daan Gudati und Bela Hogam dem Team an.
Monkey bietet den Cairanern eine Partnerschaft an. Bis zur Rückkehr des Konsuls, der dies entscheiden wird, sind die USO-Agenten in einem Hotel untergebracht. Monkey narrt mit einem Trick die Cairaner und sieht sich auf den Planeten um. Er will Mitglieder des Volkes belauschen, um mehr über die Cairaner zu erfahren. Dabei schnappt der Oxtorner auch den Begriff Thesanit auf und bekommt einen Hinweis auf das Panarchiv, den cairanischen Geheimdienst, der im Sandmeer eine Einrichtung unterhält. Dem will der USO-Chef einen Beuch abstatten.
Besagtes cairanisches Panarchiv fühlt inzwischen den anderen Spezialisten auf den Zahn, die sich in positronischen Netze Hovcais gehackt haben. Und auch Monkeys Vorstoß in die Sandwüste bleibt nicht unentdeckt. Auf Hovcai beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel der Geheimdienste.
 
Ihr wisst, dass wir wissen, von euch ausspioniert zu werden. Und wir wissen, dass ihr wisst, dass wir das Gleiche tun. Also bekommt ihr Daten, von denen wir wissen, dass ihr wisst, dass sie gefälscht sind. Aber wir wollen sehen, welche Daten ihr selektiert, um daraus Rückschlüsse zu ziehen, für was ihr euch interessiert. Und ihr wisst das und tarnt euer Interesse, damit wir nicht zu viel wissen. So oder so ähnlich lässt sich das flotte und kurzweilige Geschehen im Roman zusammenfassen. Und, kaum zu glauben, diese Handlungen sollen den Beginn einer Partnerschaft markieren!
Auch wenn ganz am Anfang der Geschichte Autor Kai Hirdt seinen Protagonisten Monkey die Überwachungseinrichtungen des Shuttles zerstören lässt, um auf das bekannte „Wissen sie, dass wir wissen, dass sie wissen“-Spiel zu verzichten, behandelt der dann folgende Roman genau dieses Szenario. Kai Hirdt lässt die Agenten zweier Geheimdienste in einem Schlagabtausch gegeneinander antreten. Und schildert das Geschehen aus beiden Blickwinkeln. Der Leser ist in diesem Roman ausnahmsweise mal über alle Schritte informiert. Und während alle Figuren jede erdenkliche List anwenden und der jeweilige Gegner jeden möglichen Winkelzug vorausdenken muss, fragt sich der Leser, wie der Autor das auflösen möchte.
Zweimal Rettung von Cairanern vor dem sicheren Tod! So blöde kann Konsul Aionguma Baldaraise gar nicht sein, um darauf reinzufallen. Aber hier endete auch die freizügige Sicht, die der Autor dem Leser gönnte. Die Gedanken und Überlegungen des Konsuls bleiben uns verborgen. Diese Partnerschaft, sollte der Auftrag auf Lepso erledigt werden, wird eine Beziehung von beiderseitigem Hintergehen. Wer am Ende die Nase vorn behält, muss sich zeigen.
Zwischen diesem flotten und auch vergnüglichen Geschehen platziert der Autor diverse Hinweise. Das geht über das „nächste Volk“ zu den Thesanit und zum Sternenrad der Cairaner. Der Leser hat hier einen Wissensvorsprung vor Monkey, dem die Geschichte des Galaxiengevierts noch nicht bekannt ist. Dafür nimmt der Autor den Leser wieder mit in die Vergangenheit und bringt Homer G. Adams ins Spiel. Auch hier zeigt der Autor viel Humor, wie der Hinweis auf das neulich stattgefundene Gespräch zweier Unsterblicher, das vor 45 Jahren stattfand, zeigte. Und ich meine auch einen anderen Adams in der Geschichte von Kai Hirdt entdeckt zu haben. Nämlich Douglas Adams in der Szene, als der Hasproner über die faustgroßen Quallen von Efthemalan-Sigma und deren Beitrag zum großen Ganzen philosophierte.
Mein Fazit: Eine sehr unterhaltsame Agentenstory mit einem überraschend emotionalen Monkey.

 

Perry Rhodan Tischkalender 2020

Perry Rhodan Tischkalender 2020
Auch für das Jahr 2020 hat die Perry Rhodan-Redaktion einen Tischkalender zusammengestellt. Der Kalender von Hirnkost im Format 16,5 cm x 16,5 cm besteht aus 53 Wochenkarten, die von einer großen Spiralfeder zusammengehalten werden. Ein stabiler Karton lässt sich ausklappen und verleiht dem Kalender sicheren Stand. Die Bildmotive haben das Format einer Postkarte und lassen sich heraustrennen. Für Sammler natürlich undenkbar.
Die Wochenkarten sind ebenfalls aus stabilen Karton und sind mit Titelbildmotiven verschiedener Perry Rhodan-Serien bedruckt. Alle Illustrationen stammen von Arndt Drechsler. Die Ausführung ist sehr hochwertig, der Druck ausgezeichnet. Der Auswahlschwerpunkt der Motive liegt bei der EA. Aus dem Nummernbereich zwischen 2380 bis 3022 stammen die meisten Titelbilder. 15 Motive sind der Neuauflage der Planetenromane entnommen. Das sind 39/40, 43/44, 47/48, 59/60, 61/62, 63/64, 65/66, 69/70, 71/72, 73/74, 75/76, 89/90, 91/92, 93/94, 95/96. Von der Miniserie Jupiter stammen die Motive der Hefte 1, 2, 3, 5, 6, 9 und 10. Von der Miniserie Olymp stammen die Motive der Hefte 1, 3, 4, 5 und 10. Stardust ist mit TiBi 2 und 7 vertreten. Von Atlan – Das absolute Abenteuer wurde das TiBi von TB 6 eingebracht.
Hier ein paar Bilder von dem schönen Stück:

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3031

Die Gewaltigen von Everblack – von Susan Schwartz
Im Leerraum vor der Milchstraße versieht der Cairaner Posnur Orrodse seinen Dienst. Er ist Kommandant des Augenschiffs TELTRAIM. Der Dienst ist langweilig. Dennoch ist er in allem ein Vorbild für die Besatzung, die sich hier draußen geparkt fühlt und vom Einsatzort wenig angetan ist. Die Sicherheitschefin Wanrash Dreller ist mit den Entscheidungen Orrodses auch nicht immer einverstanden und verfolgt geheime Pläne. Abwechslung bringt die BOX-4319222 des Posbis Tsakkel, die in der Nähe der Posbiwelt Everblack auf die TELTRAIM stößt. Die Cairaner können allerdings mit Tsakkels Botschaften nicht viel anfangen. Als weitere vier Fragmentraumer der Posbis dazu stoßen, wird es für die TELTRAIM bedrohlich. Die Posbis bezeichnen sich als die Gewaltigen von So-nah-am-Nichts und wollen wissen, ob die Cariraner Getreuen des Maghan sind. Als Orrodse das verneint, eröffnen die Posbis das Feuer. Dabei kommt eine Waffe zum Einsatz, die der TELTRAIM schwer zusetzt.
Hilfe kommt von unerwarteter Seite. Das USO-Schiff NIKE QUINTO vertreibt die Angreifer. Einsatzleiter der QUINTO ist der Markgraf. Der Mann, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt, verfolgt einen bestimmten Plan. Posnur Orrodse ist misstrauisch. Allerdings kann er von cairanischer Seite keine Unterstützung erwarten. Sowohl Orrodses Pläne, als auch die Pläne des Markgrafen werden von Dreller gestört.
 
Der Roman von Susan Schwartz ist unter mehreren Gesichtspunkten beachtenswert. Da ist einmal der Titel. Er erinnert mich an Heft 134: Die Kanonen von Everblack. Allerdings verfolgt die Autorin wohl eher die Annäherung an Heft 2782: Duell auf Everblack. Denn darin wurde die Posbi-Paranoia erwähnt, eine Krankheit, die die Posbis zu treuen Anhängern des Maghan machte und sie gleichzeitig die Terraner hassen ließ. Und in den Heften seit damals blieb die Frage offen, ob ein Heilmittel gefunden wurde, ob es angewandt wurde und wie es mit den Posbis weiterging. Da man zwischenzeitlich immer wieder mit diesen Robotern zusammentraf, das Thema Posbi-Paranoia aber nie berührt wurde, schien es vergessen worden zu sein. Bis heute. Susan Schwartz liefert eine Antwort.
Die Autorin liefert auch eine Antwort auf die Frage, was denn die USO in cairanischen Zeiten so treibt. Eine berechtigte Frage. Eine solch mächtige Organisation kann in hunderten von Jahren sicherlich das eine oder andere zu den Usurpatoren zusammentragen und bewirken. Von daher war es an der Zeit, den Status quo in der Milchstraße unter Berücksichtigung der USO zu hinterfragen. Die Antwort ist so einfach wie unbefriedigend. Die USO 2046 NGZ ist aus der Neuen USO, die 1292 NGZ gegründet wurde, hervorgegangen. Es werden QUINTO-Center und ein paar Stützpunkte erwähnt. Nicht aber, was Monkey und andere Spezialisten denn so getrieben haben, in den letzten 500 Jahren. Da gibt es noch Erklärungsbedarf. Allerdings setzen die Posbis eine neue Waffe ein. Vielleicht wurde die mit USO-Hilfe gebaut. Ich ahne es. Es wird ein Prototyp sein und nicht so einfach nachzubauen.
Die Geschichte selbst erzählt Susan Schwartz weitgehend aus der Perspektive der Cairaner, allen voran aus Posnur Orrodses Sicht. Nur wenige Kapitel, die dann in der zweiten Romanhälfte liegen, sind dann der USO gewidmet und deren Sicht der Geschehnisse. Dieser Aufbau gefiel mir. Er brachte eine Beschreibung aus cairanischem Blickwinkel. Dadurch gerieten sowohl die Aktionen der Posbis, als auch das Auftauchen der USO etwas geheimnisvoller. Die Darstellung der Cairaner selbst verliert allerdings zusehends ihr fremdartiges Flair. Die besondere Bedeutung ihrer vier Hände fängt das nicht mehr auf. Und sie sind auch in Alltagsschilderungen nichts Besonderes. Der schwerwiegende Konstruktionsfehler der Augenschiffe bezgl. der Energieversorgung, wie er in diesem Roman geschildert wird, ist kaum zu glauben.
Mit der cairanischen Sicht tarnte die Autorin zunächst erfolgreich, ob es sich bei der Hilfsaktion der USO um eine Täuschung handelte, die gemeinsam mit den Posbis ausgetüftelt wurde. Davon ging ich als Leser aus. Im Kapitel 8, dem Start der RATBAR TOSTAN, wird dann jedoch der Eindruck erweckt, dass USO und Posbis nicht paktieren. Denn dieses Kapitel ist aus USO-Sicht geschrieben. Und warum sollten die selbst nicht Bescheid wissen? Später wird klar, dass sie es doch ein Pakt ist. Kapitel 8 war somit eine nicht ganz gelungene Irreführung der Autorin.
Davon abgesehen, bot die Geschichte gute Unterhaltung. Und kann die Spannung hochhalten, wie es denn nächste Woche weitergeht mit dem Markgraf.