Articles for this day of 29. Juni 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 2

Die Althanos-Verschwörung – von Bernd Perplies
Nachdem Perry Rhodan sich in der SOL-Zelle 1 vorläufig den Bescheidenen Diener Senns geschlagen geben musste, hat der Terraner mit einer Handvoll Begleiter, darunter der Heilerin Mahlia Meyun, die SOL-Zelle 2 erobert und will sich nach dem Start vom Schiff aus einen Überblick verschaffen. Er sieht seinen Verdacht bestätigt. Er befindet sich auf Evolux, der Werftwelt der Kosmokraten in Tare-Scharm. Der Start des riesigen Raumschiffs ist nicht unbemerkt geblieben. Robotraumschiffe verhindern, dass das Schiff höher steigt. Rhodans Funksprüche bleiben unbeantwortet. Er landet das Schiff am Rand des Tals, aus dem er gestartet ist. Das Segment, in der das Tal liegt, scheint ohne Leben. Zudem bombardieren die Robotraumschiffe die Oberfläche mit starken Gammastrahlen. Das Tal und das Schiff werden jedoch verschont. In einiger Entfernung kann Rhodan eine Festungsanlage erkennen. Mit einem Trick erregt Rhodan die Aufmerksamkeit der Bewohner und ein Wissenschaftler namens Hemlir mu-Varall lädt ihn in die Althanos-Anlage ein.
Während Rhodan der Einladung alleine nachkommt, lässt er Mahlia Meyun eine Hypno-Schulung absolvieren. In der Festungsanlage will der Unsterbliche mehr über das Schicksal der SOL erfahren und in Kontakt zu den Verantwortlichen von Evolux kommen. Unterdessen bricht die Heilerin auf, um ihren Sohn aus den Fängen der Diener zu befreien. Sowohl Rhodan als auch Meyun stoßen auf Widerstand.
 
Die Fortsetzung, geschrieben von Bernd Perplies, führt den Helden an Bord der SZ-2 über die Oberfläche einer bekannten Welt. Der Terraner befindet sich auf Evolux. Diesen Planeten umweht kosmisches Flair. Vertreter von zehntausenden von Völkern gehen dort einer einzigartigen Beschäftigung nach. Sie bauen die besten Raumschiffe des Universums! Von diesem Flair ist im Roman nicht viel zu spüren. Der Sense of Wonder, sofern er sich zaghaft zeigte, bestand nur in den Erinnerungen Perry Rhodans. Und auch da beschränkte sich der Autor darauf zu reflektieren, wie der Unsterbliche die Regierung des Planeten stürzte. Auf die Finessen Evolux, den Werften, den kobaltblauen Walzen, den damaligen Verbesserungen an der JULES VERNE, der einzigartigen Technik und anderen Ereignissen, die den besonderen Stellenwert der Werftwelt hätten betonen können, verzichtet der Autor. Die Rückkehr geriet für meinen Geschmack zu unspektakulär. Beinahe schon anspruchslos.
Zu diesem Eindruck trugen beide Handlungsstränge bei, die Bernd Perplies verfolgt. Während derjenige mit Mahlia Meyun bodenständiger und emotionaler angelegt war, tauchte Perry Rhodan in die bizarre Welt des Kosmokratenplaneten ein. Oder auch nicht. denn der Kontrast, den ich mir an der Stelle zwischen den Handlungsebenen erhofft hatte, wollte sich nicht einstellen. Die Welt, die Perry Rhodan betrat, wirkte nicht kosmokratisch. Von High-Tech keine Spur. Stattdessen skurrile Wissenschaftler, die billige Experimente durchführten. Dieser Part war zu brav. Den verabscheuungswürdigen Experimenten der verrückten Wissenschaftler in der Festungsanlage (welcher Film war das gleich nochmal?) fehlte es an Details, um das Grauen spürbar werden zu lassen. Die Beschreibungen der Umgebung wie auch der Cyborgs waren oberflächlich. Die Emotionen der geschundenen Kreaturen kaum vorhanden. Hier mal ein gequälter Schrei, dort mal ein gepresstes Stöhnen. Rhodans Reaktionen waren verhalten. Und einmal mehr reagiert der Held nur, statt zu agieren. Die Folter von Rhodan ist gefühlt die 2000. Szene dieser Art. Und er benötigt Hilfe, die er wundersamer Weise auch bekommt. In meinem Kopfkino erschienen die Szenen in dieser Handlung in schwarz-weiß. Das Setting erinnerte mich an SF-Film-Serials der 30er Jahre, in der Art von Flash Gordon, der im Palast des Herrschers in billigen Pappmaschee-Kulissen gegen Ming den Gnadenlosen kämpft.
Tatsächlich gefiel mir der Handlungsstrang mit der Heilerin deutlich besser. Die Handlung war nicht komplex und bot auch keine Überraschungen. Dafür punktete der Part mit Mahlia Meyun mit gut geschilderten Emotionen.
Die Geschichte bot nur durchschnittliche Unterhaltung. Nach einem fulminanten Start (der SZ-2) geht der Geschichte danach etwas die Puste aus. Dem Roman fehlte es an einem Element, das ihn aus der Masse der tausenden von Rhodan-Geschichten heraushebt. Die Althanos-Verschwörung war lau. Irgendjemand hat irgendwann ein paar Daten gelöscht. Das war zu wenig. Die gegenüber dem Vorgängerroman neu hinzugekommenen Figuren konnten mich nicht überzeugen. Und wie erwähnt fehlte es an einem stärkeren Kontrast zwischen der Rhodan-Ebene und der Ebene der Heilerin.