Articles for the Month of Mai 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3011

Habitat der Träume – von Verena Themsen
Nachdem Lanko Wor mit Hilfe der Bordsicherheit des Habitats Gongolis aus den Händen seiner Entführer befreit wurde, hofft die Gruppe Rhodan aus dem Fokus zu sein. Auf Lanko Wor haben die Cairaner ein Kopfgeld ausgelobt. Daher ist der Terraner heimlich zur TREU & GLAUBEN zurückgekehrt. Perry Rhodan wartet weiterhin auf ein Treffen mit Kenttä Tuomistuin, der den Kontakt zu Reginald Bull herstellen soll. Bis es soweit ist, besucht die Gruppe einen Schaukampf in der Arena. Zwei bekannte Arkoniden, die Gavvhad-Geschwister, liefern sich wilde Kämpfe mit Herausforderern. Perry Rhodan erfährt auch ein wenig mehr über Buatier Mulholland, dem Hôte des Habitats und den politischen Kurs, den die Station in Bezug auf die Cairaner fährt.
Schließlich findet auch das Treffen mit Kenttä Tuomistuin statt und man kann offen reden. Tuomistuin wird von einem Ara, dem Leibarzt des Residenten und einem Epsaler, der als Leibwächter fungiert, begleitet. Der Ara soll die Identität Perry Rhodans feststellen. Alle schauen gemeinsam einen weiteren Kampf in der Arena an, bei der das arkonidische Geschwisterpaar gegen einen Naat-Cyborg und ein Zain-Konstrukt antreten. Auch Buatier Mulholland wohnt der Show bei. Während der Show greift der Naat den Hôte an. Sicherheitsleute und Rhodans Team greifen ein. Während des Kampfes wird Rhodan verletzt. Der Ara stellte später fest, dass in den Körper des Unsterblichen ein Organoid eingedrungen ist, dass seine Vitalwerte liest und an einen unbekannten Empfänger sendet. Perry Rhodan ist in Gefahr. Aber da ist noch der Epsaler, der sich als alter Freund herausstellt.
Verena Themsens Fortsetzung der Geschehnisse im Habitat Gongolis ist gefälliger geschrieben, als der Roman der Vorwoche. Die Choreographie der Showkämpfe konnte mich überzeugen. Störend wirkten sich für meinen Geschmack ein wenig die Vielzahl an Figuren aus, von denen nur die wenigsten zum Fortgang der Geschichte beitrugen. Dabei ist es gerade der Figureneinsatz, der die Fortsetzung der Story im Habitat gelungener macht. Der Roman war flüssiger zu lesen, da Verena Themsen einige der Figuren aus dem Vorgängerroman deutlich detaillierter darstellte. Endlich konnte ich auch etwas mit Donn Yaradua anfangen. Zum einen bringt die Autorin etwas zur Vorgeschichte dieser Figur, wie beispielsweise die Herkunft und prägende Ereignisse. Zum anderen setzt sie diese Eigenschaften der Figur folgerichtig in Interaktionen mit anderen Figuren ein. Die Frotzeleien mit dem Siganesen belebten das Geschehen ebenso wie Yaraduas Blick auf die Dinge. Beides hätte m.E. durchaus noch fortgesetzt werden können, wurde dann aber zugunsten anderer Elemente etwas zurückgefahren.
Insgesamt gefiel mir dieser Roman besser als der Vorgänger. Die Nebenfiguren waren prägender als zuletzt und am Romanende wurde der Leser für eine lange Durststrecke, eine viel zu lange Durststrecke, belohnt. Endlich ist das Ereignis eingetroffen, auf das man 12 Romane hingearbeitet hat. Alleine der Weg dorthin war aus meiner Sicht nicht immer gelungen. Aber mit dem Zusammentreffen am Romanende kommt nun hoffentlich der Stein ins Rollen.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3010

Willkommen auf Gongolis – von Susan Schwartz
Perry Rhodan ist mit der BJO BREISKOLL zum vereinbarten Treffpunkt mit der TREU & GLAUBEN, dem Schiff von Kondayk-A1, gereist. Der NDE-Agent, oder vielmehr sein Vorgesetzter, der Terraner Cyprian Okri, meldet sich. Reginald Bull stimmt einem Treffen zu. Jedoch soll es nicht im Ephelegonsystem stattfinden, sondern auf neutralem Boden. Dem Habitat Gongolis. Während die BJO BREISKOLL zurückbleibt, bringen die NDE-Agenten Perry Rhodan und sein Team, bestehend aus dem Siganesen Tenga, dem Mutanten Donn Yaradua und dem Terraner Lanko Wor, nach Gongolis. Mit einem Beiboot erreichen die vier Reisenden das Habitat, das aus drei Zellen von Kugelraumern der JUPITER-Klasse und der Zelle eines arkonidischen GWALON-Kelches zusammengesetzt ist, die mit Röhren verbunden sind. Rhodan macht Maske und tritt als Leo Tibo auf. Offiziell ist er ein Sicherheitsbeauftragter des Händlers Kondayk-A1, der für seinen Herrn die Lage auf dem Habitat erkunden soll. Aber Rhodan will in Kontakt zu einem Terraner namens Kenttä Tuomistuin kommen, um mit Reginald Bull zu sprechen. Über 100.000 Galaktiker tummeln sich in diesem Vergnügungsparadies. Einer von Ihnen ist der Terraner Ragnu Sholter. Er arbeitet bei der Einlasskontrolle des Habitats und er ist ein Spieler. Durch seine hohen Spielschulden hat er sich erpressbar gemacht. Er übermittelt regelmäßig Listen von Einreisenden an seinem Auftraggeber. Als Leo Tibo mit seinen Begleitern einreist, ist dies von großen Interesse. Rhodans Team wird angegriffen und wenig später auch Lanko Wor entführt. Erweist sich das anberaumte Treffen auf Gongolis als eine Falle?
Urlaubsbedingt hinke ich der Serie inzwischen drei Wochen hinterher. Dies ist die beschönigte Version, um meinen Rückstand zu erklären. Tatsächlich war ich auch im Urlaub, aber die Wahrheit ist, der neue Zyklus der Serie spricht mich momentan nicht an. Ich betreibe mein Blog seit Band 2500. Seit 10 Jahren veröffentliche ich regelmäßig meine Ansichten zu den Romanen. Es gefiel mir nicht immer alles. Zyklen haben eine ausgeprägte Wellenform. Mal geht es hoch her, mal weniger hoch. Im Zyklus „Mythos Erde“ hingegen herrscht Ebbe. So langweilig, wie sich das Zyklusgeschehen momentan präsentiert, war es in den letzten 10 Jahren nicht. Und auch nicht in der Zeit, bevor ich online ging. Selbst bei Atlan herrscht Ebbe. Stürmte der Arkonide im letzten Zyklus nach seiner Rückkehr aus den Jenzeitigen Landen unaufhaltsam voran, spendiert man ihm nun drei Hefte Zwangspause, um die RAS TSCHUBAI zu reparieren. Und der Titelheld? Hat die Eigenschaft des Sofortumschalters zugunsten des ImmeraufderStelleTreters aufgegeben.
Ich fasse mal das klein bisschen Positive aus dem Roman von Susan Schwartz zusammen. Die Charakterisierung des Terraners Ragnu Sholter gefiel mir. Die Zeichnung der Figur förderte zwar keine Überraschungen zu Tage, aber wenigstens wurden das Handeln dieser Figur, ihre Moralität, ihre Empfindungen und ihre Wahrnehmungen glaubhaft von der Autorin dargestellt. Der Rest? Alle anderen Figuren blieben blass. Einschließlich Perry Rhodan. Das Setting? Bunt, aber ohne Atmosphäre. Das Geschehen? Plätschert so vor sich hin. Komme ich heute nicht an Informationen, dann eben morgen. Oder übermorgen. Oder überübermorgen.
Zurück zur Haupthandlung. Die Erde ist nur noch ein Mythos. Und auch Susan Schwartz ward nicht müde, ein paar neue Legenden zu diesem Thema hinzuzufügen. Aber dieses Bild zum Kernelement Mythos Erde, das unmittelbar vor Erscheinen von Band 3000 und mit den Geschehnissen von Band 3000 eine geheimnisvolle Zugkraft entwickelte, verblasst immer mehr. In den Romanen „lebt“ die Mythos Erde-Thematik nicht mehr. Es gab dieses Heft, als Perry die vermeintliche Stadt Terrania findet. Das war eine echte Verknüpfung mit dem Thema. Alles andere sind nur Geschichtchen, die nicht den Mythos untermauern sondern nur dummen Aberglauben verbreiten. Das Zyklusthema hat seinen Reiz verloren.
Auch dadurch, dass die Figuren selbst eher dem Aberglauben folgen, statt sich mit der Realität ihrer Situation auseinanderzusetzen. Da war man in der vermeintlichen Stadt Terrania, aber niemand beschäftigt sich mit den Beobachtungen, die man dort gemacht hat. Es findet auch kaum eine emotionale Auseinandersetzung damit statt. Die ersten 10 Romane erzählen viele abgeschlossene Geschichten. Wo ist die „Serie“ geblieben? Diese Einzelromane haben inzwischen eine eigene Dynamik entwickelt. Als Leser erwarte ich kaum noch etwas von den Geschichten. Und werde in meiner Erwartungshaltung bestätigt. Die Betschiden-Romane ab Band 1001 sind dagegen schon als reißerisch zu bezeichnen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3009

Clan der Saboteure – von Leo Lukas
Die RAS TSCHUBAI hat endlich die Dunkelwelt Culsu entdeckt und wird von den Posbis in einen riesigen Schacht dirigiert. Vertreter der sogenannten Majorität kommen an Bord, um die Schäden zu inspizieren und deren Behebung mit der Besatzung zu besprechen. Skedio-2, der Sprecher der Posbis, kommt ohne Umschweife zum Punkt. Die RAS TSCHUBAI wird repariert. Die Majorität hat jedoch eine Bitte. Die Gesellschaft der Posbis hat sich auf Culsu von der Milchstraße abgeschottet. Die Majoritätsgesellschaft vermutet, dass sich Posbis abgespaltet haben, die vielleicht sogar Front gegen die Majorität machen könnten. Atlan und Gucky sollen die Abweichler der Fragmentminorität aufspüren. Der Arkonide und der Ilt gehen mit der Wissenschaftlerin Lerva Onteren in den Einsatz. Aurelia ergänzt das Team. Während die vier Besatzungsmitglieder Culsu durchstreifen und Einblicke in das Sozialleben der biopositronischen Roboter gewinnen, werden sie von den Mitgliedern der Minorität bereits argwöhnisch beobachtet. Diese wahren ein Geheimnis, das nun aufgedeckt werden könnte. Das Team findet eine Spur zum Clan der Saboteure und man stößt mit der Majorität in einen riesigen Felsendom vor.
Leo Lukas liefert einen unterhaltsamen Roman zu den Posbis ab. Der Autor beweist, dass er auch technische Stoffe erfreulich kurzweilig verpacken kann. Hatte ich unlängst noch gefordert, doch bitte mal wieder normale Posbis in die Handlung einzubringen, greift der Autor stattdessen ein Thema auf, das seit dem Posbi-Zyklus auf eine Antwort wartet. Was tun die biologisch-positronischen Roboter, wenn sie mal nicht für die Galaktiker in den Kampfeinsatz gehen? Die Antwort spiegelt natürlich den besonderen Humor des Österreichers wieder. Und fällt nicht eindeutig aus. Aber den „normalen“ Posbi scheint es unter den Robotern eben nicht zu geben. Der Roman war amüsant, wenngleich sein Tempo nicht besonders hoch war. Und auch die Zyklushandlung könnte jetzt ruhig mal angestupst werden.