Articles for the Month of Mai 2019

Ansichten zum Magazin SOL 94

Die aktuelle Ausgabe 94 des Magazins der Perry Rhodan-Fanzentrale ist bunt geraten. Damit meine ich nicht nur die wie immer beeindruckende bunte Mischung an Inhalten. Ab Nummer 94 ist die SOL komplett vierfarbig gedruckt. Am letzten Wochenende berichtete Christina Hacker während des Cons in Osnabrück über diese Änderung. Es musste eine neue Druckerei gefunden werden. Und da entschied man sich dann auch gleich dafür, die SOL nun auch im Innenteil farbig drucken zu lassen. Das Heft wirkt dadurch noch wertiger. Die Titelillustration stammt von Stefan Böttcher und ziert übrigens auch das Con-Buch der 3. Perry Rhodan-Tage.
Der Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf der Berichterstattung des Perry Rhodan-Jubiläums zum Band 3000. So gibt es gleich sechs, teils mehrseitige Berichte über und rund um die Veranstaltung in München, die ich selbst auch besucht hatte. In der Betrachtung und in der Bewertung des Events sind sich die Reportagen recht ähnlich. Nur der Beitrag von Rudi Fries fällt aus der Reihe. Nicht unangenehm im Übrigen. Denn er erzählt ein bisschen was über seine Begegnung mit japanischen Fans und den Kommunikationsschwierigkeiten mit ihnen beim am Vorabend stattfindenden Perry Rhodan-Stammtisch in München.
Matthias Hettler wirft einen Blick auf die Romane 2990 bis 2999. Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie andere die Romane empfinden, was sie gut oder schlecht sahen und welche Elemente sie beeindruckten oder ratlos ließen. Ich finde in den Rezensionen aber auch übereinstimmende Punkte zu meinen eigenen Ansichten der Romane. Die beiden großen Interviews waren sehr informativ. Von Andreas Eschbach habe ich schon viele Stellungnahmen gelesen. Insbesondere in letzter Zeit, aufgrund der Veröffentlichung seines Perry Rhodan-Buches, waren doch viele Befragungen des Bestseller-Autors in der Presse zu lesen. Wie oberflächlich und allgemein die Fragen der meisten Fragesteller sind, merke ich jetzt, als ich die Fragen von Alexandra Trinley las, mit der sie Andreas Eschbach jede Menge Details entlockte. Im zweiten großen Interview fühlt Christina Hacker dem NEO-Exposé-Autor Rainer Schorm auf den Zahn. Und hier war vieles neu für mich, da ich den Autor bisher kaum kannte.
In der Kurzgeschichte „Der Nachruf“ von Ralph Keim wird Reginald Bull, ausgerechnet Reginald Bull, aufgefordert, einen Nachruf auf Gaumarol da Bostich zu verfassen. Der Geschichte, die 1577 NGZ angesiedelt ist, liegt eine gute Idee zugrunde. Denn die beiden Unsterblichen hatten eine wahrlich ungewöhnliche Beziehung. Die Geschichte wirkte auf mich allerdings etwas zu steril, da sie eher eine Chronologie ist. Ein paar mehr Emotionen hätten der Story gut getan. Mit Emotionen kann auch die Kurzgeschichte von Dieter Bohn nicht punkten. Dafür mit Witz und einer guten Idee. Der Autor schließt gekonnt eine Lücke zwischen dem 36. Jahrhundert und den Abenteuern der KRUSENSTERN in der jüngeren Seriengeschichte. Und ein spezieller (Freund der) Posbi hat hier seinen Auftritt.
Die Beiträge von Dr. Robert Hector lese ich auch gerne. Seine Zyklusrückbetrachtung zum Genesis-Zyklus ist diesmal im Kritikteil jedoch auffällig eindimensional formuliert worden. Hector kommt zum Schluss, dass die Serie in Teilbereichen des letzten Zyklus reinste Fantasy sei. Ein Vorwurf, den er leider nicht begründet. Die Begrifflichkeit des Geschichtengeschwurbel, die er verwendet, ist ebenfalls merkwürdig, zumal er auch hier keine Erläuterungen liefert. Und schließlich scheint der Autor die Manipulationen, bzw. die Versuche einer Manipulation der Thoogondu gegenüber ES überlesen zu haben. Denn der Autor fragt sich, was denn das Verbrechen der Thoogondu gewesen sei?
Neben den von mir hier erwähnten Inhalten gibt’s noch ein paar Artikel mehr zu entdecken. Insgesamt wieder eine gelungene Mischung interessanter Beiträge.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3015

Raptus Terrae – von Leo Lukas
Perry Rhodan ist auf Rudyn im Ephelegonsystem eingetroffen. Der Unsterbliche brennt darauf, zu erfahren, wie Terra und Luna verschwunden sind und warum Terra in den Erinnerungen der Menschen nur noch ein Mythos ist. Und Reginald Bull berichtet. Hulio Kørkgaard bereitet sich 1552 NGZ auf die Aufnahmeprüfung im Flottendienst vor. Der schüchterne junge Mann lernt Romy Sastra kennen, die kurz zuvor diese Prüfung geschafft hat. Und auch Hulio schafft die Prüfung geradeso. Dann tritt der Weltenbrand ein und verändert sein Leben und das Leben der Menschen ab dem 25. April 1552 rigoros. Erst gegen Ende des Jahres 1552 verbesserte sich die Lage etwas. Dennoch fanden weiterhin Fluchtbewegungen statt. Hulio Kørkgaards erster Posten war auf dem Schulschiff NSONGO, das zum Verband des von Reginald Bull gegründeten RAS TSCHUBAI-Suchkommandos gehörte. Im Sektor, wo Wanderer und das Trägerschiff verschwanden, suchte die GALBRAITH DEIGHTON VII unter dem Kommando von Anna Patoman mit anderen Schiffen monatelang erfolglos nach Spuren. Währenddessen kam es im Solsystem zu einem merkwürdigen Ereignis. Eine DREYER-Sonde materialisierte antriebslos im Kuiper-Gürtel. Derartige Sonden erforschen autark unbekannte Regionen der Milchstraße. Die Sonde wurde geborgen. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass sie zwar in einer Werft auf Luna gefertigt worden war, aber 1556, zwei Jahre in der Zukunft!
NATHAN fand keine Erklärung, deshalb wurde die Zeitforscherin Aichatou Zakara zu Rate gezogen, die zusammen mit Opiter Quint im Dolan JASON zum Titan reiste. Im Solsystem kam es ab dem 20. Mai 1556 NGZ zu einem Phänomen, das später als Prä-Raptische Phase bezeichnet wurde. Im Weltall entstanden Singularitätsstreifen. Die zweidimensionalen Objekte, die auf tausende Kilometer sich ausbreiteten, übten starke Gravitationskräfte auf die Umgebung aus und erschwerten zusehends die Raumfahrt. Zakara entdeckte, dass in den Streifen die Zeit rückwärts verlief und nannte das ein retrochrones Raumzeitexzerpt. Monate nach dem Erscheinen der Singularitätsstreifen wölbten sich diese zu dreidimensionalen Würfeln von bis zu 1275 Meter Kantenlänge auf. Alles, was in diese Hyperlokationswürfel einflog, wurde per Transition versetzt. Mal nur Lichtsekunden, mal Hunderte von Lichtjahren. Aichatou Zakara und Opiter Quint flogen mit JASON in einen Kubus, um die retrochronen Phänomene zu erforschen. Sie tauchten 446 Jahre später im Jahr 2002 NGZ wieder auf. Terra wurde zusehends zu einem gefährlichen Ort. Der Posbi Ganud wurde von Vetris-Molaud nach Terra geschickt. Der Tefroder gab vor, das Toio Zindher geschützt werden müsse. Ganud jedoch gab an, aus eigenen Antrieb gekommen zu sein. Der Posbi freundete sich mit Shinae an. Die Tochter Bulls gab zu dieser Zeit auch an, einen traurigen Freund namens Opeth Ezenzer zu haben. Im Januar 1557 kam es in Grönland zu einem weiteren sehr merkwürdigen Ereignis. Wie aus dem Nichts erschienen in Nuuk kurzzeitig fremdartige Tiere, die einem Albtraum zu entstammen schienen und durch die Straßen trotteten. Die Tiere interagierten nur mit unbelebter Materie.
Auch die Thesanit, zu denen augenscheinlich auch Opeth Ezenzer gehörte, waren Teil der Begleitphänomene auf Terra. Der traurige Freund warnte Shinae. Wenn es schlimmer würde, solle sie in die Stadt Allerorten fliehen. Und es wurde schlimmer. Am 2. März 1557 NGZ erklang ein Ton, der allen Intelligenzwesen auf Terra und Luna durch Mark und Bein ging. Der „Schrei“ dauerte mit 2 Minuten und 9 Sekunden genau so lange, wie eine Schmerzensteleportation. An dem Tag flohen Toio und Zindher durch die wieder offene Breviatur in Rhodans Haus, wo die Familie wohnte. Per Brief baten sie Bull, ihnen zu folgen. Doch Reginald Bull konnte die Menschheit nicht im Stich lassen. Die Breviatur war später wieder unpassierbar. In den Folgejahren nahmen die hyperphysikalischen Irritationen weiter zu und Hekéner Sharoun ließ die Solare Residenz mit der Regierung nach Rudyn verlegen. Auch deshalb, weil dort ein Kristallschirm modernerer Art zur Verfügung stand. Diese Maßnahme wurde in Teilen der Bevölkerung kritisiert. 1572 NGZ kam es zu einem Anschlag auf den Residenten und Bull. Sharoun starb und Bull wurde am 25.11.1572 kommissarischer Resident. Hulio Kørkgaard lebte inzwischen mit seiner Freundin Romy Sastra auf der Erde, als seine Eltern bei einem Gleiterabsturz starben. Sie waren nicht die einzigen Opfer. Die Hyperkorrosion war überall in der Milchstraße wirksam und verminderte dramatisch die Lebensdauer von Hypergeräten.
Am 2 Januar 1614 NGZ nahm schließlich das Raptus-Ereignis seinen Anfang. Mehrere der Hyperlokationswürfel, die sich Jahre zuvor gebildet hatten, nahmen Kurs auf Terra und ließen sich nicht aufhalten. Die Evakuierung wurde eingeleitet. Etwas mehr als drei Milliarden Menschen auf Terra und Luna konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden. Die Hyperlokationswürfel hatten sich um Erde und Mond gelegt und ein Einflug war nicht mehr möglich. Homer G. Adams blieb bei den Eingeschlossenen bis zuletzt, als der Funkkontakt abbrach. Am 5. Januar 1614 verschwanden Terra und Luna. Am 19. April 1614 erschien innerhalb der Raptus-Zone ein neuer Planet mit einem Mond. Die Begleiterscheinungen vernichteten viele LORETTA-Tender und der Kristallschirm fiel aus. Später flackerte der Schirm jedoch wieder auf unbekannte Art und Weise auf und die Wissenschaftler befürchteten, dass man im Solsystem eingeschlossen werden könnte. Reginald Bull befahl die Evakuierung des Systems und der Flotte. Die Menschheit gab das Solsystem auf. Der Verschluss des Systems folgte, inzwischen als Clausum bezeichnet. Die Cairaner traten erst Ende des 17. Jahrhunderts auf. Sie sind dennoch verdächtigt, am Raub der Erde beteiligt gewesen zu sein. Und wie wurde die Erde zum Mythos? Ende 1615 NGZ kam es zur psychoplastischen Deformation. Erinnerungen werden Lemurerabkömmlingen plötzlich fremd. Eine Art umgekehrtes Déjà vu. Die Erinnerung fühlt sich fremd an, als Erzählung, als Gerücht. Die Sextadim-Psychomedikerin Laila Tennester entdeckte in der ÜBSEF-Konstante der Betroffenen ein bestimmtes Frequenzmuster. Das Terranische Odium. Das T-Odium löst ein Unbehagen, eine Starre aus, bei Gedanken an Terra und Luna. Ausgangspunkt der Veränderung der Sextadim-Resonanz war das Solsystem und erfasste nach und nach alle Wesen in der Milchstraße. Die Veränderung ist keine Krankheit und kann medikamentös nicht behandelt werden. Perry Rhodan ist überzeugt, dass Terra und Luna noch existieren. Er will sie samt Homer G. Adams zurückholen.
Der Roman wartet mit einigen Überraschungen auf. Das beginnt schon mit dem Titelbild, das ausnahmsweise von Dominic Beyerler gestaltet wurde. Gastautoren sind inzwischen schon mehrmals tätig geworden. Gastzeichner noch nicht so häufig. Das TiBi hebt sich wohltuend von den anderen Grafiken der Serie ab. Die Arbeit des Artwork-Künstlers ist zwar nicht unbedingt mein Geschmack aber weil sie anders ausfällt begrüße ich die Veränderung.
Mit dem Romantitel wird auch auf ein Ereignis hingewiesen, das dann tatsächlich im Roman behandelt wird. Und die Ankündigung der Ereignisse im Untertitel, ich reibe mir verwundert die Augen, werden dann auch so im Roman behandelt! Dieser neue Stil, den Leser nicht schon mit Titel und Untertitel in die Irre zu führen, kann gerne beibehalten werden.
Seinen Einstieg legt Leo Lukas zunächst sehr zurückhaltend, eher konservativ an. Er ruft die letzten Ereignisse in Erinnerung und bietet dem (Neu)Leser ein paar Informationshäppchen, die aus meiner (Alt)Leser-Sicht nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Zumal die im Glossarstil gemachten Aussagen, beispielsweise zu den Halutern, einfach wenig geeignet sind, dem Ereignis gerecht zu werden, um das es in diesen Momenten der Erzählung eigentlich gehen sollte. Nämlich dem Zusammentreffen von zwei Freunden, die sich seit Jahrtausenden kennen und lange nicht gesehen haben. Aber irgendwie reiht sich Leo Lukas an der Stelle in die misslungenen Zusammentreffen der letzten Zeit ein. Emotionen werden so leider nicht transportiert.
Dann endlich geht der Autor auf jene Geschehen ein, die uns seit Band 3000 in atemloser Spannung gefangen hielten. Sorry, dieser kleine Ausflug ins Sarkastische musste einfach sein. Leo Lukas greift sich eine Figur, die bei den damaligen Ereignissen zugegen war und lässt uns an ihren Erinnerungen teilhaben. Damit kommt der Österreicher vordergründig auch dem Stil „Show, don’t tell“ („Zeigen, nicht erzählen“) nach. Natürlich ist Bull der Erzähler, aber in den Kapiteln können wir an den Abenteuern von Hulio Kørkgaard teilnehmen. Wie schon zuletzt von mir beobachtet, wird dann aber dennoch weniger gezeigt, als vielmehr erzählt. Woran liegt das? Nun, Leo Lukas sucht sich eine einfach gestrickte Figur aus. Eine, die nicht an vorderster Front kämpft. Eine, die aus Sicht des kleinen Mannes agiert. Eine, die dadurch zwangläufig bei den „großen“ Ereignissen gar nicht vor Ort ist. Somit wird ein Großteil der Geschichte dann doch wieder vom Erzähler übertragen. Hier wäre es geschickter gewesen, entweder die Zahl der handelnden Figuren auszuweiten oder Hulio Kørkgaard vollständig auf die Erde zu verbannen und alle Ereignisse aus seiner Sicht voranzutreiben. Wie er die Tiere in Nuuk erlebt, wie er den Abzug der Residenz verfolgt, wie er das Attentat verfolgt, vielleicht weil er in der Nähe zugegen war, usw. usw.
Die Figur Hulio Kørkgaard war mir nicht unsympathisch, aber durch ihre Einfachheit und ihre Zurückhaltung und der Begrenzung auf sie, gepaart mit den eben erwähnten Schwächen im Erleben oder Erzählen, konnte bei mir nicht die Begeisterung für die Story entfacht werden, die ich mir gewünscht hätte. Dabei wäre es langsam an der Zeit, denn es ist bereits der 16. Roman des Zyklus.
Was folgte war ein Potpourri an merkwürdigen Ereignissen, die mal Terra/Luna betrafen, dann das ganze Solsystem und schließlich einige auch die ganze Milchstraße und alle darin lebenden Wesen. Als Aichatou Zakara ins Spiel kam und der Begriff des retrochronen Raumzeitexzerpts fiel, zuckte ich ein wenig zusammen. Wenn Wim Vandemaan am letzten Wochenende in Osnabrück nicht im Brustton der Überzeugung von sich gegeben hätte, dass die Scherung keine Rolle spielen würde, könnte ich angesichts des retrochronen Raumzeitexzerpts an eine Nachwirkung denken. Oder die Dys-chrone Drift ist noch nicht zu Ende erzählt.
Es folgte die Erklärung zur Mythenbildung. Und die hat mir gefallen. Nicht die fiktionalen wissenschaftlichen Erklärungen. Sondern die Beschreibung des Fremdfühlens einer Erinnerung. Eines umgekehrten Déjà vu. Als jemand, der schon öfters eine solche Erinnerungstäuschung (Déjà vu) erlebt hat, finde ich die von Lukas gemachten Beschreibungen dieser psychoplastischen Deformation plausibel. Der Begriff ist fürchterlich, aber die Erläuterungen dazu, dass eine Erinnerung sich fremd anfühlt, dass sie falsch wahrgenommen wird, eher als Erzählung oder als ein Gerücht, das finde ich eine anschauliche Erklärung.
Ich hoffe nun, dass die Phase der Erzählungen abgeschlossen ist und Perry, Reginald und Atlan den Hammer schwingen. Der Zyklus muss nun endlich losgehen!

3. Perry Rhodan-Tage in Osnabrück

Meine Eindrücke vom Con der Perry Rhodan-Fanzentrale
Zum dritten Mal veranstaltete die Perry Rhodan-Fanzentrale einen Con in Osnabrück. Ich reiste bereits am Freitag an. Einen VorCon gab es nicht, aber ich hatte mich mit Thomas, Joe Kutzner und Stammtischmitglied (Itzehoe) Angelika Rützel zum Essen verabredet. Kurzfristig entschieden wir uns für das Kartoffelhaus, wo wir bei warmen Temperaturen auch draußen sitzen konnten. Wir haben uns prima unterhalten und ich erfuhr so manches von den neuesten Publikationen des TCE. Und von geplanten Events, wie dem Gut-Con. Diese Veranstaltung verspricht schon jetzt illustre Ehrengäste und der Con wurde am Samstagabend dann auch noch mal offiziell vom TCE den anwesenden Fans wärmstens empfohlen.
Der eigentliche PRFZ-Con startete dann am Samstag. Um 09:00 Uhr war Einlass. Das Con-Package enthielt wieder ein schön gemachtes Con-Buch, Werbeflyer und einen Aufkleber der Fanzentrale. Am Einlass gab’s dann auch die Möglichkeit, den Perry Rhodan-Autor Uwe Anton für 1 Stunde zu ersteigern. Meine 5 Euro, die ich setzte, betrachteten viele Besucher als zu hoch. 😉 Aber sie reichten dann doch nicht. Am Abend wurde der Gewinner preisgegeben. Die Höhe des Gebots blieb unter Verschluss und auch, wie der Gewinner die eine Stunde mit dem Autor verbringen wollte. Der bekennende Bayern München-Fan Uwe Anton musste am Samstag zudem eine bittere Pille nehmen, denn am Abend bestritt sein Verein das Pokalfinale. Und zu dieser Zeit stellte sich der Autor den Fans. Formidabel!
Nach kurzer knackiger Begrüßung durch das Con-Team startete der Con Opener. Wieder mal gestaltet von Raimund Peter. Das Video enthielt diesmal kein durchgehendes Motiv, sondern verschiedene Sequenzen mit Autorenbildern, kurzen Begrüßungsworten und eine filmische Aufbereitung der Band 3000-Thematik. Mit schmissiger Musik war die Animation wieder sehr beeindruckend. Das Video ist inzwischen auch bei YouTube zu sehen. Danach kamen Con-Verantwortliche, PRFZ-Redaktionsmitglieder, bzw. der Vorstand ins Gespräch mit Roman Schleifer. Der Österreicher war überhaupt bei sehr vielen folgenden Panels der Moderator und machte seine Sache wie immer ausgezeichnet. Es ist nicht immer einfach, den Gästen, insbesondere den Autoren und der Rhodan-Redaktion, handfeste Informationen zu entlocken. Aber Roman macht das stets auf eine sehr charmante und witzige Art und Weise. Das kommt an. Zu erwähnen sei noch an dieser Stelle, da es ja um die PRFZ ging, dass die Perrypedia, die Teil der Perry Rhodan Online Community ist und die wir alle gerne für Recherchen aufsuchen, nur dann weiterexistieren kann, wenn auch genügend Spenden zusammenkommen.
Während im großen Saal Klaus N. Frick Rede und Antwort stand und die neuesten Informationen zu den Filmrechten der Perry Rhodan-Serie verriet, präsentierte Verena Themsen im Kleinen Saal das Panel „Perry Visuell“ mit den Gästen Dieter Bohn, Holger Logemann, Lars Bublitz, Olaf Brill und Karl Nagel. Ein paar der gezeigten Illustrationen wurden nie veröffentlicht. Andere werden erst noch erscheinen. Die Mittagspause verbrachte ich mit anderen Fans im Kartoffelhaus. Das ich übrigens am Abend noch ein drittes Mal aufsuchte. Auch NEO kam nicht zu kurz auf dem Con. Die Podiumsrunde mit Autoren warf einen interessanten Blick auf die neue Staffel ab Band 200. Im Juni startet zudem die neue Miniserie Mission Sol. Olaf Brill, Dietmar Schmidt, Klaus Frick und Uwe Anton plauderten allerdings nicht nur über diese neue Serie sondern über das Format im Allgemeinen. Es folgten andere Vorträge und die obligatorische Autogrammstunde. Vor der Versteigerung gab es dann noch ein kleines Präsent von Klaus Frick für den Zeichner Alfred Kelsner, der tags zuvor 70 Jahre alt wurde.
Der Programmpunkt „Saturday Night Live“, ein bunter Abend mit Gästen, überzeugte mit einem tollen Format. Moderator war Rüdiger Schäfer. Der NEO-Exposé-Autor holte seine Gäste nach und nach auf die Bühne und entlockte ihnen das eine oder andere Detail aus ihrem Privatleben. Dazwischen verloste Rüdiger einige seltene Sammelstücke ins Publikum. Die Fragen, die es dazu zu beantworten galt, waren anspruchsvoll. Erstaunlicherweise gab es aber immer mindestens einen Fan, der die Antwort wusste. Ich glaube, dass lediglich die Frage nach dem einleitenden Satz von Heft 1 nicht beantwortet wurde und eine Ersatzfrage gestellt werde musste. Zu den Gästen Rüdiger Schäfers gehörten Arndt Ellmer, Andreas Brandhorst, Hermann Ritter, Klaus Frick, Uwe Anton und Robert Corvus.
Am Sonntag nahm ich nur noch an einem Programmpunkt teil. Das war „Kurs 3000 und danach“ mit Wim Vandemaan und Klaus Frick und moderiert von Roman Schleifer. Der Exposé-Autor und der Redakteur präsentierten sich gut aufgelegt und Roman moderierte temperamentvoll. In den folgenden zwei Stunden wurde eine Vielzahl an Themen abgegrast. Zuviel, um hier auf alles einzugehen. Rhodan wird sich dem Solsystem zuwenden und Atlan dem Arkonsystem, bzw. M13. In Erinnerung geblieben sind mir auch Wims Aussagen zur Figur des Reginald Bull. Die Thematik Reginald Bull hat zwei Hauptaspekte. Wie verändert sich der Mensch in 500 Jahren, in der er Erfahrungen gesammelt hat, die neu sind und ganz anders gelagert sind, als frühere Ereignisse im langen Leben dieser Figur? Auch Erfahrungen, die eben ganz anders sind, als die, die Perry Rhodan gemacht hat. Zweitens und unabhängig von den Veränderungen durch andere Erfahrungen soll auch noch der ZAC mit seiner chaotarchischen Prägung betrachtet werden. Wim Vandemaan hat aber auch betont, dass Bull, bei allen Änderungen, kein „böser“ Mensch geworden ist. Im Zyklus werden noch die Orion-Kriege thematisiert. Und das Sternenrad, ein Machtmittel der Cairaner. Dieses Volk hat, so Wim, gute Gründe, das Solsystem abzuschotten. Die Mittel der Cairaner sind natürlich dennoch inhuman.
Die Ladhonen und die Cairaner sind keine Eroberer. Sie sind nicht in die Milchstraße gekommen nach dem Motto: Oh guck mal, da ist eine Galaxis frei, die nehmen wir uns. Die haben gute Gründe, dort zu sein und etwas zu tun. Auch ist es interessant, die Geschehnisse auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Aus Sicht der Akonen beispielsweise hat Terra, bzw. haben die Terraner, seit ihrem Erscheinen auf der kosmischen Bühne, nur Chaos in die Milchstraße gebracht.
Statements gab es auch dazu, wie wichtige Zykluselemente „sichtbar“ gemacht werden können. Fettdruck wäre sicher zu plakativ. Momentan geschieht es eher subtil und versteckt. Das führt eben auch dazu, dass einige Leser mit dem „Fortschritt“ und manchen Inhalten der ersten Romane des Zyklus nicht so zufrieden sind. Ich gehöre auch dazu. Es gibt halt schon Diskrepanzen darin, wie die Geschichten entwickelt und geschrieben und wie sie von den Lesern aufgenommen werden oder wie die Leser Zusammenhänge erkennen können.
Das Forum wurde auch gestreift und ein paar Aussagen gemacht zu den merkwürdigen Eigenarten von Foristen, die erkennbar die Serie nicht mehr lesen aber erstaunlich viel Zeit investieren, um an den Diskussionen dazu teilzunehmen.
Die Organisatoren haben wieder einen tollen Con auf die Beine gestellt. Ich habe viele Gespräche geführt. Veranstalter, Ehrengäste und Fans hatten alle sichtlich viel Spaß über die beiden Tage.