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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3007

Zeuge der Jahrhunderte – von Michelle Stern
Nach der Trennung von Perry Rhodan, der mit der BJO BREISKOLL aufgebrochen ist, fliegt die reparaturbedürftige RAS TSCHUBAI unter Atlans Kommando die Dunkelwelt Culsu an. Auf dem Posbi-Planeten wurden einst Teile des Schiffes gebaut. Hier sollten sich die Schäden reparieren lassen. Doch an den Zielkoordinaten befindet sich kein Planet. Notgedrungen fliegt Atlan die Station WHEELER im Orbit der Riesensonne Bright Eye an. Die Station ist von Unbekannten erbaut worden und seit langem im Posbi-Besitz. Mit einer Laurin-Jet macht sich Atlan auf die Suche nach WHEELER, die in der Sonnenkorona versteckt ist. Er wird von Gucky, der Posmi Aurelia und der Xenotechnologin Marli Willka begleitet. Willka kennt sich auf WHEELER aus und hat unter den dortigen Posbis Freunde. WHEELER will sie nicht an Bord lassen. Jemand oder etwas, das sich Stahmon nennt, fordert sie auf, zu verschwinden. Gucky teleportiert die Gruppe durch eine Strukturlücke in die Station. An Bord herrscht eine Schreckensherrschaft. Stahmon entpuppt sich als Diktator, der die Posbis an Bord kontrolliert. Der Posizid und die Datensintflut haben Verwirrung und Chaos an Bord zurückgelassen. Willka kommt in Kontakt mit einem ihrer Posbi-Freunde und Atlan lernt den Widerstand kennen. Gemeinsam will man die Identität des Stationskommandanten lüften und seine Herrschaft beenden. Atlan will die neuen Koordinaten Culsus erbeuten oder zumindest einen Lotsen erhalten, der sie dort hinbringen kann.
Sechs Hefte durften wir nun den Abenteuern Perry Rhodans folgen. Der Schwenk zur Handlungsebene Atlan versprach Abwechslung. Der Arkonide geht die Dinge gewöhnlich anders an als der Titelheld. Und in seiner Begleitung befinden sich noch dazu Gucky und Sichu Dorksteiger. Alleine das versprach ein konsequenteres Handeln. Und dann auch noch dieser Titel. Zeuge der Jahrhunderte. Wer auch immer sich den ausgedacht hatte, er führte den Leser damit aufs Glatteis. Von einem Zeugen weit und breit keine Spur. Soviel sei schon mal verraten. Im Mittelpunkt von Michelle Sterns Roman steht die Xenotechnologin Marli Willka. Die Berufsbezeichnung schindet Eindruck. Willka entpuppt sich als Freundin der Posbis. Nicht so schlimm wie Galto Quohlfahrt. Bei weitem nicht. Aber wer mit Posbis Fußball spielt, muss schon eine merkwürdige Type sein. Und sie himmelt den Kamashiten Shengelaia an. Und Atlan. In dieser Reihenfolge. Und Gucky ist ein rotes Tuch für sie. Egal, Michelle Stern schickt sie an der Seite der beiden Unsterblichen in einen Risiko-Einsatz. Wir erfahren, dass sie eine Zivilistin ist. Und einen zivilen SERUN trägt. Der natürlich nicht so viel Schutz bietet, wie die militärische Ausführung. Wie man sich da wohl fühlt?
Im vergangenen Zyklus hatte Atlan ein glückliches Händchen. Dem Draufgänger wurden nach seiner Rückkehr einige sehr flotte Romane von Autorenseite spendiert. Atlan kam, sah und siegte. Zumindest in diesem Roman steht zwar am Ende ein kleiner Fortschritt aber ob der Schritt Atlans in die richtige Richtung geht, muss sich erst noch zeigen. Ein paar lockere Sprüche können nicht verbergen, dass der Roman ein wenig zu sehr bekannten Mustern folgte. Einer der Nachteile der Trennung der Haupthandlungsträger ist natürlich, dass beide Seiten erst ihre Erfahrungen in dieser undurchsichtigen neuen Lage machen müssen. Das wiederum bedeutet, dass Atlan und Co Erfahrungen machen, wie sie auch Rhodan und Co erst machen mussten. Ein beliebtes Muster. Auf diese Weise konnte man im vergangenen Zyklus mehrmals die Sprosse der Gemeni aufsuchen und immer wieder aufs Neue entdecken, da jedes Mal andere Protagonisten zum Zuge kamen. Nur die Leser sind immer die gleichen. Ein anderes Muster, das sich wiederholt, ist die Darstellung der Posbis. Ich möchte mal wieder einem „normalen“ Posbi in der Handlung begegnen. Das sind nur noch durchgestylte Freaks mit allerlei Neurosen.
Der Erkenntnisgewinn hält sich in Grenzen. Hekéner Sharoun soll einem Anschlag zum Opfer gefallen sein. In 2998 hatte der Resident noch Selbstmordgedanken. Und ob die Anschlagsinformation korrekt ist, kann zu diesem Zeitpunkt niemand sagen. Andererseits ist das Schnee von gestern. Oder etwa nicht? Und wir erfahren ein wenig über das UPZ. Der Union der positronisch-biologischen Zivilisationen war von Autorenseite bislang nur 1 Mitglied spendiert worden. Nun werden die Zain namentlich erwähnt. Der Werdegang von Stahmon hat mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen. Die Zwischensequenzen kamen arg holprig daher. Das Geheimnisvolle, das ich als Leser darin erst ergründen sollte, sprach mich leider nicht so an. Ein passabler Roman ohne große Höhepunkte.