Articles for the Month of März 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Story 06 Die Leben des Blaise O’Donnell

Die Leben des Blaise O’Donnell – von Michael Marcus Thurner
Der sechste und letzte Roman aus der Reihe um die verlorenen Jahrhunderte stammt von Michael Marcus Thurner. Legt man als Leser Band 3003 vom gleichen Autor zur Seite, kommt man wahrscheinlich zum Schluss, dass dieser Blaise O’Donnell ein ziemlicher Widerling ist. In seiner Kurzgeschichte greift Michael Marcus Thurner diese Figur wieder auf und zeigt uns dessen Vorgeschichte. Und die stellt O’Donnell differenzierter dar. Nicht alleine deshalb, weil dieser Blaise O’Donnell offensichtlich nicht nur ein Leben hat. Es sind die Leben.
Blaise O’Donnell ist Träger eines Gemeni-Zellaktivators und ist damit über dreihundert Jahre alt geworden. Doch seit einigen Jahren hat sein Gerät immer wieder Aussetzer. O’Donnell ist ein Feigling, der jeder Gefahr ausweicht, um seine Unsterblichkeit nicht aufs Spiel zu setzen. Er ist der Meinung, dass sich mehrere Zellaktivatoren ergänzen. Führt man welche zusammen, würden sich ihre Leistungen stabilisieren. Auf Tondonar begibt sich O’Donnell auf die Suche nach anderen Unsterblichen. Er trifft den schwermütigen Hsao-Darling, der ebenfalls einen Gemeni-Zellaktivator trägt. Sie freunden sich an. Durch Hsao-Darling erhält Blaise O’Donnell die Chance, seine Vermutung zu prüfen. Zumal ihm der Freund einen Hinweis auf eine dritte Person auf Tondonar gibt, die unsterblich sein könnte. Womit Blaise O’Donnell allerdings nicht gerechnet hat, dass auch andere Nachforschungen anstellen.
Das Thema Unsterblichkeit und wie damit umgehen, ist ein reizvolles Thema. Die üblichen Helden der Serie, Rhodan, Bull, Gucky und die anderen, sind, was das betrifft, eher Langweiler. Edelmütig und selbstlos gehen diese Unsterblichen ihrer „Bestimmung“ nach. Von daher ist das Motiv, das der Autor hier beleuchtet, interessanter gelagert. Es sind Leute von der Straße, die sich seinerzeit um die Gemeni-Zellaktivatoren beworben hatten. Welche Voraussetzungen sie mitbringen mussten, erinnere ich mich nicht mehr. Nun greift sich der Autor einige dieser Personen heraus und schildert, was die Unsterblichkeit auf Raten mit ihnen gemacht hat. Blaise O’Donnell führt ein Leben als Feigling. Und wird mit einem ganz anderen Leben von Hsao-Darling konfrontiert. Und muss schließlich aus der Reserve kommen, denn irgendwann ist sein Leben bedroht. Was dann folgt ist ein schöner Kontrast zu den moralisch agierenden Hauptfiguren der Serie. Thurners Unsterbliche leben ihre Individualität aus. Sind egoistisch, paranoid und skrupellos. Die Kurzgeschichte ist eine gelungene Ergänzung zu Band 3003.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3003

Das Triumvirat der Ewigen – von Michael Marcus Thurner
Nach der Rettung der entführten Olubfaner will Perry Rhodan so schnell wie möglich ins Ephelegonsystem aufbrechen. Die Auswertungen zu den Implantaten der Olubfaner und zu den Ladhonen laufen noch. Ein Notruf kommt den Plänen des Unsterblichen in die Quere. Ein altes terranisches Schiff, mindestens 2000 Jahre alt, ist die Quelle des Funkspruchs. Ein Einsatzteam durchsucht den kleinen Kugelraumer und macht eine verstörende Entdeckung. Ein Teammitglied beobachtet eine geisterhafte Erscheinung. An Bord der BJO BREISKOLL wird die gleiche Erscheinung ebenfalls aktiv und Zemina Paath wird entführt. Die Spur führt in ein nahegelegenes Fünf-Planeten-System zur Extremwelt Copperworld. Perry Rhodan kommt in Kontakt zum Koffer von Zemina Paath. Der Paau bittet ihn, Paath zu retten. Und bietet sich als Transportmittel an. Auf Copperworld erwartet den Unsterblichen eine unwirkliche Situation. Die dort lebenden Terraner sind seit Jahrhunderten von der Außenwelt abgeschnitten und werden von einem Triumvirat unterdrückt. Drei Männer sind es, die die Zeit betrügen. Perry Rhodan will ihr Terrorregime beenden.
Titel und Untertitel des Romans von Michael Marcus Thurner waren ganz nach meinem Geschmack und machten neugierig auf den Inhalt. Der Begriff des Ewigen besitzt in der Serie eine lange Tradition und ich verbinde damit epochale Geschichten. Der vergangene Zeitraum von fünf Jahrhunderten lud förmlich für eine solche Geschichte ein. Ebenso das Aufgreifen eines Themas aus dem vergangenen Zyklus. Die Gemeni verschenkten tausendfach die Unsterblichkeit. Wobei wir bereits wissen, dass diese Unsterblichkeit begrenzt ist. Aber auch darauf geht diese Geschichte ein.
Natürlich ist es auch das übliche Spiel zum Zyklusbeginn. Das Spiel zwischen Autoren auf der einen Seite und Lesern auf der anderen Seite. Beide Parteien kennen das Spiel seit Jahren. Was rede ich. Seit Jahrzehnten. Alle wissen längst, wie der Hase läuft. Der Leser will Fortschritte. Und bekommt sie nicht. Der Leser will den geraden Weg zum Ziel. Und weiß, dass er ihn nicht bekommen wird. Das Ziel lautet Reginald Bull. Der alte Weggefährte dürfte die Antworten auf viele Fragen Rhodans und somit der Leser wissen. Und gerade deswegen macht die Serie einen Umweg. Michael Marcus Thurner führt uns auf den Planeten Copperworld und in ein dystopisches Szenario. Zuvor jedoch geht der Österreicher seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Er entwirft ein im All seit langer Zeit treibendes Schiff, das für die Besucher von der BJO BREISKOLL eine Überraschung bereithält. Irreale Situationen an Bord von Raumschiffen sind einfach das Ding von Michael Marcus Thurner. Hier ist es ein Geist, der, wie wir später erfahren, frisches Blut in die Enklave bringen soll.
Der Dystopie, also der Welt, die wir aus der Perspektive von Climba Ossy-Benk erfahren, gibt der Autor eigene Züge, die seine Geschichte von anderen dieser Art unterscheidet. Natürlich gibt es den großen Bruder, hier sind es gar drei. Dennoch kann der Autor beklemmende Situationen schaffen. Beispielsweise durch den Ü-Freund.
Am Ende gehen die unterdrückten Bewohner mit Fackeln bewaffnet – ja, der Autor schreibt tatsächlich von Fackeln und es fehlten bloß noch die Mistgabeln – gegen die Unterdrücker vor. Das war ein bisschen dick aufgetragen. Insgesamt jedoch bot der Roman gute Unterhaltung. Der Koffer der geheimnisvollen Frau, die sich so ohne weiteres, oder mit Absicht, hat entführen lassen, erweist sich als Wundertüte. Gholdorodyns Kran lässt grüßen. Solche Gadgets rufen ein kurzzeitiges Erstaunen hervor. Auf Sicht können sie jedoch interessante Storys ruinieren. Aber natürlich ist auch das ein Spiel, das zu Beginn eines jeden Zyklus gespielt wird. Wir werden sehen wie weit dieses Spiel noch getrieben wird.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3002

Die Kriegsschule – von Michael Marcus Thurner
Nach dem Überfall auf den Planeten Olffa ziehen sich die Ladhonen mit ihrem Schiff zurück. Trotz mehrerer Transitionen bleibt die POD-2202 in der Nähe des Systems der Olubfaner. Sie ahnen nicht, dass sich der Siganese Sholotow Affatenga, genannt Tenga, mit seinem Kleinstraumschiff SCHOTE angehängt hat. Perry Rhodan gab den Auftrag und der Terraner folgt ebenfalls mit der BJO BREISKOLL dem Weg der Piraten. Tenga findet schnell heraus, dass er sich auf einem Ausbildungsschiff befindet. Junge Ladhonen, genannt Maate, werden in Simulationen einem unbarmherzigen Drill unterzogen. Bei seinen Nachforschungen über den Verbleib der entführten Olubfaner geht der Siganese viel Risiko ein. Denn gleichzeitig will er so viel wie möglich über die Ladhonen in Erfahrung bringen. Er wird auf den Maat Adh Arradhu aufmerksam, der mit seiner körperlichen Beeinträchtigung einen besonders schweren Stand an Bord hat. Als das Schiff in der Nähe eines Schwarzen Lochs operiert, bleibt Tenga nicht viel Zeit, um die Gefangenen zu befreien und gleichzeitig darauf zu bauen, dass Perry Rhodan zur Unterstützung bereit steht.
Michael Marcus Thurner wirft einen Blick in die Welt der Ladhonen. Genauer gesagt, in die begrenzte Welt eines Raumschiffes der Ladhonen. Das Volk fand bereits in Band 3000 Erwähnung, als man feststellte, sich in der Cairanische Epoche zu befinden, in der die Ladhonen besiegt seien. Zumindest die Ladhonen, die Thurner in seinem Roman schildert, gehen allerdings unverdrossen ihrer Beschäftigung nach. Welche genau das ist, erfahren wir nicht. Ihre Herkunft, ihre Ziele, Motive und weitestgehend auch die Psyche dieses Volkes bleiben im Dunkeln. Nur auf unterster Ebene erfahren wir etwas über den Gemütszustand eines Maats. Schlussfolgerungen lassen sich daraus kaum ziehen. Und die Besatzung der BJO BREISKOLL bekommt auch keine Antworten auf die drängendsten Fragen zur Lage in der Milchstraße. Dennoch entwickelte der Autor eine lebendige Geschichte mit nur wenigen Längen. Der Siganese mit Vorliebe für Pralinen war mir auf Anhieb sympathisch. Bei den Ladhonen musste man schon aufpassen. Adh Arradhu erschien beinahe ebenfalls als liebenswerter Zeitgenosse. Man darf allerdings nicht vergessen, dass er beim Einsatz auf Olffa dabei war, ebenso wie im Gefangenenquartier, wo die Olubfaner festgehalten wurden. Und seine Spezies hat den Kommandanten der GLUTOBAT III auf dem Gewissen. Unklar ist, warum sie zwar vor den Cairanern fliehen aber dann doch in relativer Nähe ihres letzten Überfalls bleiben. Ebenso unklar, warum die BJO BREISKOLL folgen kann, die angebliche Schutzmacht der Milchstraße sich jedoch nicht an der Verfolgung der Piraten beteiligt. Momentan laufen die Romane unter diesem Motto: Der Schein trügt.